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Full text of "Hymni inediti. Liturgische Hymnen des Mittelalters"

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ANALECTA HYMNTCA 



MEDII AEVL 

LI. 

THESAURI HYMNOLOGrlCI HYMNABIUM. 

Die Hymnen 

des 

Thesaarns Hymnologicus H. A. Daniels 

und anderer Hymnen-Ausgaben. 




Leipzig. 
0. R. R e i s 1 a n d. 
1908. 



THESAURI HYMNOLOGICI HYMNARIUM. 



Die Hymnen 



des 



Thesaurus Hymnologicus H. A. Daniels 

und anderer Hymnen-Ausgaben. 



Die Hymnen des 5. — 1 1 . Jahrhunderts 

und 

die Irisch-Keltische Hymnodie 

aus den altesten Quellen 
neu herausgegeben 
von 

Cleniens Blume, 

s. J. 




Leipzig. 
0. R. R e i s 1 a n d. 
1908. 




JUN - 8 1958 



Vorwort und Einleitung 



I. Plan uiid Methode. Das ursprttn gliche Ziel 
der Aualecta Hyranica , namlich durch Veroffentlichung des 
unedierten oder schwer zuganglichen und zerstreuten hymno- 
logischen Materials die notwendige Grundlage fttr eine Ge- 
schichte und die rechte Wttrdigung der lateinischen Hymnodie 
zu schaffen, ist im grofsen und ganzen durch die bisher er- 
schienenen , insgesamt 942 Bogen umfassenden 50 Bande er- 
reicht. Die Ausgabe der Tropi Antiphonales und einer 
Bltttenlese aus den Tropi Alleluiatici sowie mehrerer Motette, 
welche mit den Epilegomena den vollen Abschlufs zu bilclen 
haben, ist aus praktischen Griinden noch zuriickgestellt. 

Die Losung einer zweiten Aufgabe wird durch den 
vorliegenden 51. Band eroffnet, dem zum gleichen Zwecke 
% iu moglichst rascher Folge funf weitere Bande sich an- 
schliefien sollen. Diese Aufgabe ist durch den Titel „The- 
sauri Hymnologici Hymnarium" fttr jeden Kenner 
des .Dffi^Wschen „Thesaurus" hinlanglich bezeichnct. Fugen 
wir noch bei , dafs unter sonstiger Wahrung des gleichen 
Titels statt „Hymnarium u bei Bd. 53 — 55 „Prosarium v und 
bei Bd. 56 „Orationale u eingesetzt wird, so ist ersichtlich, 
dafs der Inhalt der Danielschen Bande und anderer hymno- 
logischer Publikationen sachlich gegliedert in ganz neuem 
Gewande dargeboten werden soll. Schon langst hatten her- 
vorragende Hymnologen und Liturgiker den Wunsch und 
die Hoffnung ausgesprochen , dafi nach Bewaltigung des 
unedierten Materials nicht haltgemacht werde vor der nicht 
leichten Arbeit, .,schliefilich alle Dichtungen , welche die 



VI 



Einleitimg. 



unseren jetzigen hymnologischen Anforrterungen durchaus 
nicht mehr entsprechenden Werke von Daniel, Mone, Kehr- 
ein u. a. enthalten. aufs neue zu publizieren und so ein 
,opus magnuni totum' zu schaffen". Mit einiger Uber- 
treibung, aber in raancher Hinsicht doch niclit ganz zu Unrecht 
nannte Ul. CJievalier gerade diese langst bekannten Dichtungen 
„die Blume der Hymnodie" (Anal. Bolland. XXI, p. 415). Was 
namlich Daniel, Mone, Stevensou, Neale. Morel. Kehrein, Werner 
u. a. aus einigen wenigen Handschriften und Druckwerken 
den Hymnenfreunden vorgelegt hatten. war wohl ab und zu ein 
Hymnus, eine Sequenz, ein Lied, die nur in einer bestimmten 
Didzese, einem gewissen Einzellande zur Verweudung kamen; 
dem Hauptteile nach war es jedoch ein Gemeingut vieler, oft 
aller Lander des Abendlandes; es waren Dichtungen, die bei 
Offnung fast eines jeden Hymuars, Prosars, Brevieres oder 
Missale dem Forscher sich formlich unter das Auge drangten. 
Diese geistlichen Lieder aber. welche viele Jahrhunderte lang 
und in allen Diozesen des Occidentes in Brauch und beliebt 
waren und gerade deshalb zu guten Bekannten wurden, die 
nicht lange als Jnedita' im Staube der Bibliotheken verborgen 
und vergessen zu ruhen hatten. verdanken den Vorzug ihrer 
aUgemeinen und langdauernden Verbreitung vielfach . wenn 
auch furwahr nicht immer, dem Vorzuge ilirer inneren Giite. 
So ist denn ein grofser Bruchteil der bisherigen sogenannten 
„Edita" d. h. der schon seit langem allgemein hekannt 
gemachten Hymnendichtung wirklich sum Besten, zur ,.Bltlte u 
der Hymnodie zu rechnen. Dazu kommt, da8 jene Hymnen, 
welche bis zur Stunde im Romischen Breviere. wenngleich seit 
1032 leider vielfach in veranderter Gestalt, noch fortleben 
und dadurch ein besonderes Interesse beanspruchen , eben 
dieser Klasse der .Edita' angehoren. 

Schon aus diesem Grunde ging es nicht wohl an, dafs in 
den umfangreichen Analecta Hymnica mit ihrer ganzen reichen 
Fulle der altchristlichen und mittelalterlichen Dichtung dieser 
bezeichnete rerhaltnismafsig kleine, aber wiehtige Bruchteil der 
Hymnodie nur deshalb fehlen sollte , weil er zufallig schon 
anderswo in irgendeiner Form durch den Druck bekannt ge- 
geben war. Dieses um so mehr, da von keiner der bisherigen 
Publikationen bei aller Anerkennung ihrer sonstigen Vorzuge 



Plan und Methode. 



VII 



gesagt werden kann, dafs sie ein solches universelles Ziel ver- 
folgten, wodurch allen berechtigten Wiinschen des Hymnologen 
nnd Liturgikers entsprochen wiirde. Manche derselben ver- 
folgten nur ein Sonderinteresse , wollten den Hymnengehalt 
eines einzelnen Hymnars, wie z. B. desjenigen von Wiuchester, 
Moissac, Pairis oder einer eng begrenzten Handschriften- 
Grruppe, wie jener von Rheinau nach Zurich transferierten 
Hymnenbiicher u. a. bekannt machen, wodurch wir erfuhren, 
welche Hymnen dort in Brauch waren und welche Form ihr 
Text ebendort , aber zunachst auch nur dort aufwies. Die 
diesbeziiglichen , fttr die Lokalgeschichte der Liturgie und 
der liturgischen Dichtung mehrfach hochst wertvollen Publi- 
kationen werden weiter unten zur Sprache kommen. — Was 
aber bis jetzt vollig mangelte, war eine moglichst vollstandige 
Augabe, in welchen alten und altesten Hymnaren und Brevieren 
und Sammelwerken aus den verschiedenen Landern die einzelnen 
Hymnen 1 ) sich vorfinden, wodurch schon in etwa ein Schlufs 
auf das Alter und die ortliche Verbreitung der gangbarsten 
Hymnen gezogen werden kann 2 ); und namentlich fehlte eine 
solche Textausgabe, deren kritischer Apparat in weitestem 
Umfange die verschiedenen Lesarten aus allen jenen be- 
zeichneteu Quellen darbietet, auf Grund welcher der ur- 
sprungliche Text rekonstruiert und der rekonstruierte Text 
auf seine Zuverlassigkeit nachgepruft werden kann und mufs. 
Dieser Mangel macht sich besonders fiihlbar beim Thesaurus 
Hymnologicus des um die Hymnologie sonst so hochverdienten, 
sie in gewissem Sinne seinerzeit begriindenden Dr. Hermann 
Adalbert Daniel (f 13. Sept. 1871 zu Leipzig), da derselbe 
sich mit einigen wenigeu, durchweg sehr jungen Handschriften, 



') Da dieser und der nachste Band nur die Hymne» zum Gegenstande 
haben, spreche ich hier und im folgenden nur von diesen, obgleich ganz 
dasselbe mutatis mutandis vou den Sequenzen , Beitngebeten und Cantionen 
gilt; Tropen und Eeimoffizien wurden von Daniel und Mone so gut wie 
ganz unberiicksichtigt gelassen. 

2 ) Eine diesen Anforderungen Kechnung tragende Zusammenstellung von 
Hymnenanfangen bieten F. E. Warren und Mearns in dem sehr brauch- 
baren ,,Dictionary of Hymnology' - (Ed. 2. London 1907) unter dem Worte 
„Hymnarium" (S. 547 — 554); aber dem Zwecke dieses Werkes entsprechend 
ist die Quellenangabe dort einzig auf solche Handschriften beschrankt, die 
in englischen Bibliotheken sich vorfinden. 



VIII 



Einleitung. 



auf die er gerade stiefs, uud mit gedruckten Quellenwerken 
oft zweiter oder gar dritter Haud begniigte. Die grofsen 
Mangel dieses einst bahnbrechenden Werkes hier naher 
herauszuhebeu ware pietiitlos undzwecklos; jeder Hymnologe 
weifs ja, dafs Daniels Werk die Grundlage zur Hymnologie 
schuf, bei uuseren jetzigen Anforderungen aber fast nur noch 
ein bibliographisches Interesse beanspruchen kann. Die un- 
gleich kritischer besorgten . auf breiterem Quellenmaterial 
basierenden „Lateinischen Hymnen des Mittelalters" von Mone, 
welche Daniel nachtraglich seinem Thesaurus einzufiigen suchte, 
erganzten zwar nianche Lucke, die Daniel gelassen, und noch 
immer besitzen viele treffende Bemerkungen und uberrascheude 
Beobachtungen des ehemaligen Karlsruher Archivdirektors 
(vgl. W. Meyer, Ges. Abhdl. zur M.A. Rhythmik, II, 296 ff.) 
hohen Wert. Trotzdem sind seine Quellen, sowohl was An- 
zahl als auch Alter und Wert angeht, durchaus unzureichend, 
und bei maucher Dichtung des 9. u. 10. Jahrhunderts haben 
wir uns bei ihm mit Quellen oder gar einer Quelle des 
15. Jahrhuuderts zu begnugen. 

AlledieseGrundebrachtenschonvoreinemJahrzehutmeinen 
Plan zur Reife (vgl. Litt. Handweiser. Nr. 681, Jahrg. 1898), 
das notige Material fur eine kritische Neuauflage des Daniel- 
scheit Tliesaurus in ausreichendem Umfange zu saminelu. Eine 
Schwierigkeit erwuchs weniger aus dem Maugel, als vielmehr 
aus der Fiille. ja Uberfulle der Quelleu. Wenn ein Hymnus 
in fast allen Hymnareu und Brevieren und Antiphonarien 
sich vorfiudet. welchen Wert soll es dann habeu, zu demselben 
mehrere Dutzend oder gar Hunderte von Quellen zu zitieren 
und eine Unsuinnie von meist belanglosen Varianten vor- 
zulegen. namentlich danu, wenu aus guten alten Quelleu der 
urspriingliche Text sicher festgestellt werden kann? Es ist 
Sitte, richtiger Unsitte geworden, bei Textausgaben auch die 
miuutiosesten, ganz evidentenSchreibfehler und reingraphischen 
Eigentiimliclikeiten der alten Kopisten ausnahnslos zu re- 
produziereu und, was noch schlimmer ist, aus dem Umfange 
des ins Kleinlichste gehenden Varianteuverzeichnisses die Giite 
oder Ungute einer Ausgabe abzumessen; unter dem speziosen 
Namen „kritischer Apparat" wird auf diese Weise ein wahrer 
Ballast aufgestapelt und niitgeschleppt, durch deu der Kritik 



Plan und Methode. 



IX 



iu nichts gedient ist. Dieser immer niehr einreifsendeii Sucht 
wollte ich prinzipiell nicht huldigen. — Anderseits darf 
durchaus nicht Willkur bei Auswahl der Quellen und noch 
weniger bei Angabe der Varianten mafsgebend sein, und ist 
es bei dieser Neuauflage gewifs nicht gewesen. 

Eine gewisse Norm fur Benutzung der Quellen wurde 
schon durch die Art der verschiedenen in Betracht konimeuden 
Hymnen nahegelegt. Ein Teil derselben findet sich in wenigen, 
sehr wenigen, einige von ihnen nur in ein oder zwei Quellen; 
es sind seltene, in einem bestimmten Lande und fiir ein einzelnes 
Gebiet entstandene Hynmen, die einen Lokal-Heiligen besingen 
und aus diesem oder irgendeinem anderen Grunde keiue 
weitere Verbreitung fanden. Bei diesen waren naturlich cMe 
erreichbaren Quellen, ob alt oder jung, heranzuziehen uud 
auszunutzeu. — Ein anderer Teil, unil es ist hier der weit- 
aus grofsere, fand weite und iveiteste, ja universeUe Verbreituug; 
bei solchen Hymnen empfahl sich abermals eine Teilung. 
Die einen bekunden durch das Fest und deu Heiligen, den 
sie zum Vorwurf haben , durch das Alter der Quellen und 
deren Provenienz (z. B. von einem bestimmten Orden, dessen 
Entstehungszeit genau bekannt ist), durch die Art des Reimes 
und anderes mehr, dafs ihr Ursprung in einem jungeren Jahr- 
hundert des Mittelalters liegt. Die anderen hingegen er- 
weisen sich als alte , ja uralte Schopfungen der Hymnodie; 
sie gehoren durchweg zum festen Bestand aUer altesten oder 
doch alteren Hymnare und Breviere, erhalten sich in denselben 
durch das ganze Mittelalter, teilweise sogar, wenngleich viel- 
fach mit geandertem Texte, bis auf unsere Tage. Die Frage, 
mit welchem Jahrhunderte die GrensscJieide zwischen diesen 
alteren und jungeren Hymnen zu ziehen sei, scliien nicht 
gar schwer zu beantworten. Im 12. und 13. Jahrhunderte 
bekunden neben anderen Ereignissen die Kreuzziige und das 
machtige Emporbliihen einer ganzen Reihe neuer Orden, wie 
der Karthauser, Cistercienser , Pramonstratenser , Franzis- 
kauer, Dominikaner , Karmeliter, Augustiner-Chorherrn und 
Eremiten des hl. Augustin, dafs auf dein religiosen und iiber- 
haupt auf dem kulturellen Gebiete ein neues Leben frisch 
pulsiert. Auch in der lateinischen Hymnodie, an der diese 
neuen Orden sich rege betejli^en und vielfach in ihr statt der 

m.5\ 



X 



Einlcitung. 



Benediktiner die Fuhrerrolle ubernehmen, regt sich ein neuer 
Geist; die Hymnen und die lateinischen Dichtungen ins- 
gesamt zeigen, natiirlich mit Ausnahinen, grofsere Warme 
und Breite. melir Schwung und Kleganz, und der Reim konimt 
vdllig zur Herrschaft: lauter Merkmale, welche sie von den 
Hymnen der alteren Periode nicht unwesentlich unterscheideu, 
ohne ihnen jedoch einfachhin den Vorzug vor diesen letzteren 
zu verschaffen. 

Dementspiechend suchte ich die Hynmen in zwei Gruppen 

zu sondern : 1. Die cdtestm Hynmen des 5. — 11. Jahrhunderts 
(Band ">1); 2. Die Hymnen des 12. — 16. Jahrhundcrts (Band 52). 
Ob die Sonderung immer richtig durchgefuhrt wurde, mufs 
sich erst zeigen. Der ersteren Gruppe ist kaum irgendein 
Hymnus eingegliedert, der nach dem 11. Jahrhimdert ent- 
standen ist; aber es mag wohl sein, dafs aus der zweiten 
Gruppe nachtraglich der eine oder andere in die altere Gruppe 
zu verweisen ist. Abgesehen davon , dafs die altesten und 
alteren Hymnen in vieler Hinsicht ein besonderes Interesse 
nicht nur des Hymnologen, sonderu auch des Theologen, 
Liturgikers, Archaologen, Metrikers und Philologen be- 
anspruchen und ihre Zusammenstellung daher manchem er- 
wunscht sein diirfte, ergab sich nun aus dieser Sonderung 
eine praktische Norrn fur Benutsimg der Quellen. Fur die 
alteren Hynmeii namlich, wenn sie ortlich und zeitlich all- 
gewteine Verbreitung erlangten, stehen unter Umstanden Haud- 
schriften aus nicht weuiger als sechs bis neun Jahrhunderten, 
also eine TJnsumme von Quellen zu Gebote, wahrend fur die 
Hymnen der jiingercn Periode das handschriftliche Quellen- 
material auf ein bis vier oder funf Jahrhunderte beschrankt 
ist. Ware es nun praktisch durchfiihrbar , und namentlich, 
ware es von irgendeinem Werte , fur solche weitverbreitete 
alte Hynmen, deren urspriinglicher Text aus reichlich vielen 
Handschriften des 11., 10., 9. oder gar eines noch frtiheren 
Jahrhuudevts festgestellt werden kanu, auch alle die Quellen der 
spateren Jahrhunderte Revue passieren zu lassen und die Text- 
anderungen und Fehler aus deiisellien zum Besten zu gebenV 
— Allerdings, wenn die alten Quellen fiir einen alten 
Hymnus zwar reichlich fliefsen, dieselben aber nur einem be- 
stimmten Gcbiete oder Lande eutspringen, so konnte es niitz- 



Plan und Methode. 



XI 



lich und notwendig erscheinen , womdglich Handschriften aus 
anderen Landern, auch wenn sie dem 12., 13. und einem noch 
jilngeren Jahrhunderte entstammen, oder selhst gedruckte Bre- 
viere anzufiihren, um so gleichzeitig zu dokumentieren, oh nicht 
vielleicht der anfangs ortlich hegrenzte Hymnus in spaterer 
Zeit weitere oder allgemeine Verhreitung gefunden hat. 
Doppelt notwendig war das, wie schon ohen angedeutet wurde, 
wenn fiir den betreffenden Hymnus kaum mehr als eine alte 
Quelle zu Gebote stand , oder wenn die altesten Quellen fiir 
ihn nicht hoher als bis ins 11. Jahrhundert hinaufgingen. 
In allen anderen Fallen verzichtete ich bei den Hymnen dieses 
Bandes prinzipiell auf Zitierung oder Benutzung einer Quelle, 
deren Alter nicht bis in das 11. oder mindestens in das be- 
ginnende 12. Jahrhundert reicht. Die einzige Ausnahme bildet 
das dem 12. Jahrhundert angehorende Antiphonar von Nevers 
(Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235), welches dazu beitragen niufste, um 
die mir relativ sparlich zu Gebote stehenden alten Handschriften 
franzdsischer Herkunft zu erganzen. Wohl kann geltend ge- 
macht werden, dafs unter Umstanden es von Wert ist, zu 
wissen, bis zu welchem Jahrhundert ein im elften noch weit- 
hin gebrauchlicher Hymnus sein Leben in der Liturgie fort- 
fiihrt. Dieser Erwagung habe ich Rechnung getragen und in 
bestimmten Fallen summarisch beigefiigt, ob spatere und 
eventuell auch gedruckte Breviere den fraglichen Hymnus noch 
aufweisen. Uberdies konnte ich dabei ofters auf das Reper- 
tornim Hymnologicum Chevaliers verweisen, in dem bei alten 
Hymnen vorwiegend wenn nicht ausschliefslich gedruckte 
Breviere als^Quellen notiert sind 1 ). 

Fur diese Hymnen des 5. — 11. Jahrhwiderts nun, die nach 
den bezeichneten Grundsatzen neu aufgelegt werden sollten, 
wurden alle irgendwie bekannten, auffindbaren und erreich- 
baren Hymnare und Breviere des 8. — 11. Jahrhwnderts aus den 



l ) Im Hinblick auf dieses Repertorium EymnoJofjicnm , das ein 
Interims-Register zu den Analecta Hymnica genannt werden kann, habe ich 
davon Abstand genommen, bei jedem Hymnus die Werke zu nennen, in 
denen derselbe gedruckt ist. Gerade diese Aufgabe will ja das Kepertorium 
an erster Stelle erfiillen. Seltene und wichtige Ausgaben hingegen, aus 
denen niitzliche Kenntnis zu schopfen ist, habe ich angemerkt, namentlich 
dann, wenn sie im Eepert. Hymnol. fehlen. 



XII 



Eiiileitung. 



rerschiedenen Landern des Abendlandes in der Gesanitzahl 
von rund 7i> Handscbriften lierangezogen l ). Yon diesen 
Quellen sind unter jedem einzelnen Hymnus alle jene nam- 
haft gemacht, in deuen derselbe sich vorfindet, und zwar 
nicht durch Sigel oder hieroglyphische Abkurzungen, welche 
wohl Raum ersparen , aber den Uberblick erschweren und 
muhsames Nachsclilagen zum Entziffern der Hieroglyphen er- 
heischen, sondern unter voller Angabe der Art der Quelle, 
ihrer Provenienz , ihres Alters und ihres Fundortes. Nur 
wenn Hymnen sich unmittelbar folgen, die wesentlich den 
gleichen Quellen zu entnehmen waren, konnte ein kilrzerer 
Hinweis genugend erscheinen. Das Quellenverzeichnis belehrt 
somit auf den ersten Blick , ob ein Hymnus mehr oder 
weniger verbreitet war, in welchen Landern er Yerwendung 
fand. ob er in aiteren oder jiingereu Handschriften vorkommt. 
Es mufs jedoch ausdrucklich hervorgehoben werden, dafs aus 
dem 11. Jahrhundert (aus den fruheren Jahrhunderten meines 
Wissens kaum eine Handschrift) etliche Breviere, die in jenem 
Zeitraume ja zahlreicher werden, namhaft gemacht werden 
konnen . in denen auch der betreffende Hymnus steht . ohne 
dafs jenes Brevier zitiert wurde. Ich selbst habe das eine 
oder andere solcher Breviere z. B. in Italien vorgefunden 
und sogar ein Yerzeichnis ihres Hymneugehaltes angelegt, auf 
ihre weitere Yerwendung aber verzichtet, da die envahnten 
sechs Dutzend mehr als ausreichend erschienen , zumal wenn 
die Gebiete , aus denen sie stammen , schon durch andere 
gleiehalterige oder altere Quellen vertreten waren. — Ferner 
sind aus allen unter jedem Hymnus verzeichneten Handschriften 
alle Yarianten (soweit ich naturlich keiue ubersehen habe) 
genau angemerkt; bei deu altesten und alteren des 9. und 
10. Jahrhunderts wurde sogar durch Augabe rein graphischer 
Differenzen (wie „caeteri" statt „ceteri u usw.), durch Kenn- 



') Da oftmals, wie aus den obigen Darlegungen hervorgeht, auch jiingere 
Handsehriften des 12. — 15. Jahrhunderts und in einigen Fiillen auch ge- 
drut-kte Breviere benutzt werden mufsten, ist die Anzahl der tatsachlich fiir 
diesen Band verwerteten handschriftlichen Quellen niehr als doppelt so grofs. 
— Die 70 iiltesten Quellen sind weiter unten alle einzeln aufgefiihrt und 
nach Provenienz und Alter geordnet: aus den wichtigeren folgt das Inhalts- 
verzeichnis. 



Plan und Methode. 



XIII 



zeichnung der urspriinglichen fehlerhaften Niederschrift der 
Kopisten und der dann von ihnen oder anderen vorgenommenen 
Korrektur *) und durch ahnliche minutiose Yermerke der oben 
genannten Mode mehr nachgegeben, als es vielleicht gut war. 
Sind aber aus irgendeiner der angegebenen Quellen die 
Varianten ubergangen, so ist das jedesmal hervorgehoben. 

Bevor nun die allgemein gekennzeichneten Handschriften 
in systematischem Uberblicke vorgefuhrt werden, wird es gut 
sein, zuerst auf eine iveitere EinteiJung der altesten Hymnen 
hinzuweisen , welche das Resultat meiner hymuologischen 
Studie „Der Cursus S. Benedicti und die liturgischen Hymnen 
des 6.-9. Jahrhunderts in ihrer Beziehung zu den Sonntags- 
und Ferialhymnen unseres Breviers" (III. Band der Hymnolog. 
Beitrage) bildete. Auf Grund dieser Studie, welche bisher 
offentlich und privat nur volle Beistimmung fand, darf als 
sicher gelten: Bis gegen Schlufs des 9. Jahrhunderts war 
auf dem Kontinente eine aus 34 Nummern bestehende Hymnen- 
liste in liturgischem Gebrauche, welche passend die alt- 
benediMmische genannt wird. In dieser Liste befmden sich 
die Hymnen , welche Casarius und Aurelianus von Ailes 
zitieren, und welche der hl. Benedikt in seinem Cursus vor- 
schreibt; diese Liste bildet den Grundstock aller Hymnare 
nicht-irischer Provenienz bis zur Wende des 9. zum 10. Jahr- 
hundert. — Ganz grundverschieden von dieser Liste ist jene 
aus 38 Nummern bestehende, welche die alten Handschriften 
irischer Provenienz fur den liturgischen Gebrauch im 7. bis 
9. Jahrhundert darbieten, und welche dementsprechend die 
irische Hymnenliste betitelt werden darf. Gemeinsam haben 
beide Listen nur die Hymnen des hl. Ambrosius, zwei uralte 
Osterhymnen, namlich „Ad cenam agni providi" und „Aurora 
^ lucis rutilat u (Nr. 83 und 84 dieses Bandes) und den herr- 
lichen Komplethymnus „Christe qui lux es et dies" (Nr. 22). 
— Eine Zeitlang bestanden beide Gruppen nebeneinander : 
die erstere und altere auf dem Kontinent, die zweite und 
jungere auf dem britischen Inselreiche. Endlich aber, im 
Laufe des 9. Jahrhunderts , gewann die irische Gruppe die 

J ) In solchen Fallen bezeichnet der Exponent 1 (z. B. A 1 ) die Schreib- 
weise der ersten , der Exponent 2 (A 2 ) jene der korrigierenden oder zweiten 
Hand. 



XIV 



Einleitung. 



Oberhand; sie bildet von da an ausnahmslos den Grundstock 
atter Hymnare und ist bis zur Stunde gleiehmafsig erhalten 
geblieben im Bomischen Breviere, wahrend die altere alt- 
benediltinische Gruppe, obwohl sie durcfa einen funf Jahr- 
hunderte wahrenden Gebrauch, der bis auf die ersten Anfange 
der Hymnodie zuruckreicht, gelieiligt war, mit einem Schlage 
vollstandig aus der Liturgie verschwand. — Den Grund dieser 
nierkwiirdigen Ersckeinung, die sicher einen machtvollen Ein- 
griff znr Voraussetzung hat, konute ich damals in der er- 
wabnten Studie noch nicht bestimmt angeben. Weil die 
Hymnen der irischen Gruppe ein ganz anderes Geprage haben 
als jene, welche in Irland seJbst von Iren wahrend des 5. bis 
9. Jahrhunderts gedichtet wurden , mufste als sicher gelten, 
dafs sie von ausudrts importiert und somit von einem Nicht- 
Iren fur den Jiturgischen Gebrauch in der irischen Kirche 
zusammengestellt , teilweise gedichtet und wohl auch vor- 
geschrieben wurden. Wie wiire es sonst ohne die letztere 
Annahme erklarlich, dafs die so patriotisch gesinnten Iren 
die von ihren eigenen Landsleuten , ja von ihren eigenen 
Landesheiligen und Landespatronen gedichteten Hymnen einer 
von auswdrts eingefiihrten Hymnenliste zu lieb in der Liturgie 
preisgaben? Aus diesem und aus anderen Griinden war die 
Vermutung mehr als nahe gelegt, dafs Gregor der Grofse die 
fragliche Hymnengruppe zusammenstellte , zum Teile selbst 
dichtete und fiir die Liturgie auordnete. Inzwischen hat sich 
diese Vermutung in uberraschender Weise bestatigt, was ich 
in dem Aufsatze „Gregor der Grofse als Hymnendichter" 
wenigstens wahrscheinlich gemacht zu hahen glaube 1 ). Nun 
war es auch erklarlich . wie die irische Gruppe die altein- 
gebiirgerte des Cursus s. Benedicti vollig und auf einmal im 
9. Jahrhundert verdrangen konnte. Schickte sich Rom an, 
als wahrend der Karolingerherrschaft manche Anderungen im 
Ofhzium vorgenommen wurden (man denke an Alcuin, Amalar 
und Helisachar), auch fur den Weltklerus die Hymnen in 
sein Brevier aufzuuehmen. und war damals die Erinnerung 
noch wach, dafs kein geringerer als Papst Gregor der Grofse 
selbst die irische Hymnengruppe fur die Liturgie zunachst 



') Stimmen aus Maria-Laach, Jahrg. 1908 (Bd.74), S. 269 ff. 



Plan und Methode. 



XV 



der irischen Kirche angeordnet und vielfach wohl auch ge- 
schaffen hatte. so begreift sich leicht. dafs bei Einfiihrung 
der Hymuen auch ins Romische Brevier des Sakularklerus 
die Wahl gerade auf diese Hymnengruppe fiel, wahrend sonst 
alles fur die altherkommliche der Benediktinerhymnare ge- 
sprochen hatte. — Traf Rom gegen Eude des 9. Jahrhuuderts 
in dieser Weise seine Entscheidung fur die Hymnen, und er- 
hielten somit die Hymnen, welehe bis dahin nur beim Ordens- 
klerus in Brauch und eigentlich von hochster Stelle mehr 
geduldet als empfohlen und befohlen waren, eine hohere 
autoritative Weihe , so findet schliefslich auch jene Tatsache 
ihre beste Erklarung, dafs vom Schlufs des 9. Jahrhunderts 
an der vorher geringe Hymnenbestand der Hymnare sich 
schnell bedeuteud vermehrte und bei aller Verschiedenheit in 
den verschiedenen Diozesen im Grundstock, namlich in der 
irischen Hymnengruppe , stets und uberall gleich blieb. Im 
ubrigen mufs ich auf die genannten Publikationen verweiseu 
und nahere Erorterungen und Untersuchungen fur eine audere 
Stelle vorbehalten. 

Die aitere Hymnengruppe des Cursus s. Benedicti ist dem- 
entsprechend, unter Ubergehung der schon im Bd. L kritisch 
lierausgegebenen Hymnen des hl. Ambrosius, hier an erster 
Stelle unter den Nummern 1 — 22 zusammengestellt und ediert. 
Mit Rucksicht hierauf habe ich auch die Quellen fiir diese 
Hymnengruppe im unten folgenden Verzeichnis eigens voran- 
gestellt. 

Wegen der hohen Bedeutung der irischen Hymnengruppe 
schien es von Interesse zu sein , sie mit den alt-irischen 
Dichtungen, d. h. den von Iren im 5. — 9. Jahrhundert ver- 
fafsten lateinischen Dichtungen vergleichen zu konnen. Im 
vorliegenden Bande schliefst sich daher als 2. Teil die alt- 
irische Hymnodie an. Es wurde so zugleich erreicht , dafs 
alle alten Hymnen der ersten Jahrhunderte , sofern sie noch 
neu herauszugeben waren, in einem Bande vereinigt sind. 
Naheres uber diese letzteren Dichtungen besagt die Einleitung 
zum 2. Teile. 

Manche Dichtung der alteren Jahrhunderte — es handelt 
sich hier naturlich um die sogenannten „Edita" — findet sich 
nicht im Thesaurus Daniels; von anderen Herausgebern sind 



XVI 



Einleitung. 



sie bald hier, bald dort ans Licht gezogen. Mehrere Hymnen 

dieses Bandes waren iiberhaupt bishcr noch nicht bekannt; 

sie fielen mir uachtraglich in die Hande oder wurden von 

Hyinuologen aus hoclist anerkennenswertem Interesse fur die 

Analecta mir iibermittelt. Es zeigte sich kein passeuderer 

Platz, wo sie unterzubringen waren, als gerade hier. Der 

alte Tnesaurus Hymuologicus Daniels hat deranach ein 

vbllig rerdndertes Aussehcn gewonnen; nicht nur die An- 

ordnung und erst recht das Quellenmaterial samt dem 

kritischen Apparate ist grundverschieden, auch der Inhalt ist 

vielfach ein anderer. Trotzdem durfte und sollte die alte 

Regel „secundum partem potiorem fit denominatio" zur Geltung 

koramen. Aus Pietat namlich gegen den Begriinder der 

Hymnologie schien es billig und recht, dafs sein Name und 

sein Werk auch in den .. Analecta Hyiunica" und durch die- 

selhen unter dem Titel „Thesaurus Hijmnologicus" fortlebe. 

* * 
* 

II. Die aTtesten Quellen der Hymnen. — Ist die Da- 

tieruug des sogenanuten „Antiphonars" von Bangor richtig, 
das innerhalb der Zeitgrenze 680 — 691 geschrieben sein soll 
(Naheres dariiber im zweiten Teil dieses Bandes, S. 259 f.), 
so habeu wir in deraselben die allerdlteste uns erhaltene 
Niederschrift einer Hyninensaramluug. Aus demselben konimt 
jedoch fur den ersten Teil dieses Bandes nur der eine 
Hymnus ..Mediae noctis temqus est" (Nr. 1) in Betracht, wes- 
halb auf dasselbe aufserhalb der Quellenliste nur hingewiesen 
sei. Die iibrigen Hymnenquellen fiir die eben bezeichneten 
zwei Gruppen sind in systeraatischer Orduung (nach Landern 
uud nach ihrera Alter bis zum angehenden 12. Jahrhundert 
gegliedert) die folgenden: 

A. Fiir clie Gruppe der alt-benediktinischen Hymnen. 

1. Psalt. et Collect. S. Augustini Cantuariensis saec. 7 /s. Cod. 
Londinen. Vesp. A I. 

2. Psalt. et Hymn. incertae originis saec. 8 /9. Cod. Vatican. Regin. 11. 

3. Collect. et Hymn. Corbeiense (?) saec. 9. Cod. Parisin. 14 088. 

4. Collect. et Hymn. Mwbacense (? Augiense) saec. 9. Cod. Oxonien. 
Bodl. Jun. 25. 

5. Psalt. et Hymn. JRhenoviense saec. 9. Cod. Turicen. Rhenov. 34. 



Die altesten Quellen der Hymnen. XYII 



B. Fiir die Gruppe der irischen und (seit 10. Jahrh.) 
abendlandischen Hymnen. 

a) Aus Irland und England stammende Quellen. 

6. Hymn. Hibernicum saec. 9. in. Cod. Paulan. 25. 2. 31 (Blas. 
memb. 86). 

7. Hymn. Hibernicum saec. 9. in. Cod. Carolsruban. Augien. CXCV. 
9. Collect. Hibernicum (? Anglosaxonicum) saec. 9. Cod. Capit. 

Colonien. 106. 

9. Pontif. et Hymn. Anglicum saec. 10. ex. Cod. Vatican Regin. 338. 

10. Hymn. Cantuariense(?) saec. 10. ex. Cod. Londinen. Add. 37 517. 

11. „Rituale Dunelmense" saec. 9. 10. 11. Cod. Capit. Dunel- 
men. A. IV 19. 

12. Hymn. Anglosaxonicum saec. 10 /n. Cod. Londinen. Jul. A. VI 
(Paraphrase). 

13. Hvmn. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. Londinen. 
Vesp. D XII. 

14. Collectar. et Hymn. Exoniense (Episc. Leofric.) saec. 11. Cod. 
Londinen. Harl. 2961. 

15. Collectar. et Hymn. Wintoniense (? Yigorniensc) saec. 11. Cod. 
Coll. Corp. Cbristi Cantabrigien. 391. 

16. Hymn. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. 

b) Aus Deutschland stammende Quellen. 

17. Psalt. et Hyinnarii fragmentum Sangallense saec. (9. et) 10. 
Cod. Sangallen. 20. 

18. Collect. et Hymn. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. Cod. 
Treviren. 1245 (1418). 

19. Collect. et Hymn. S. Maximini Trerirensis saec. 10. Cod. Tre- 
viren. 592 (1*404). 

20. Collectar. et Hymn. S. Mariae Frisingensis saec. 10. Clm. 
Monacen. 27 305. 

21. Rit. et Hymn. Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen. 17 027. 

22. Hymn. Rhenoviense saec. 10. Cod. Turicen. Rbenov. 111. 

23. Trop. et Hymn. Rhenovicnsc (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. 
Turicen. Rben. 97. 

24. Hymn. Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rben. 129. 

25. Brev. Sangallense saec. 10 /n. (Pars I.) Cod. Sangallen. 413. 

26. Brev. Sangallense saec. I0 /u. (Pars II.) Cod. Sangallen. 387. 

27. Hymn. Sangallense saec. 11. Cod. Berolinen. VIII 0 1. 

28. Hymn. Campidunense saec. I0 /u. Cod. Turicen. Rhenov. 83. 

29. Pros. et Hymn. Fredeslaricnse saec. 11. ex. Cod. Kasselan. 
tbeol. IV 0 25. 

Blume, Thesauri hymnolngiui Hymnariiim. II 



XVIII 



Einleitung - . 



c) Aus Italieu stammende Quellen. 

c i.) Mailandische Gruppe. 

30. Martyr. et Hymn. M odoetinum (?) saec. 9. ex. Cod. Capit. 
Veronen. XC (85). 

31. Psalt. ct Hymn. Ambrosianum saec. 10. Cod. Yatican. 83. 

32. Psalt. et Hymn. Ambrosiauum saec. 10. Clm. Monacen. 343. 

33. Manuale MedioJanense saec. 10. Cod. Ambrosian. T 103 sup. 

34. Manuale Mediolanense saec. 10. Cod. Ambrosian. SH IV 43. 

35. Psalt. et Hymn. S. Jacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. 

36. Brev. Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Mediolanen. 155. 

c-2.) Romische Gruppe. 

37. Hymn. Bobiense saec. 10. Cod. Taurinen. G VII 18. 

38. Hymn. Jiobiense saec. 11. Cod. Vatican. 5776. 

39. Brev. Benedictinum Italiae septentrion. (VGalliae meridion.) 
saec. 10. ex. Cod. privat. (K. W. Hiersemann Lipsiensis). 

40. Psalt. et Hvmn. Farfense saec. 10 /n. Cod. Roman. Vitt. Eman. 
175 (Farf. 4). 

41. Hymn. Farfense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Rhenov. 91. 

42. Brev. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhenov. 82. 

43. Hymn. Veronense(?) saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). 

44. Hymn. Jlenerentanum (? Casinense) saec. 10. ex. Cod. Vatican. 
Ottob. 145. 

45. Hymn. Casinense saec. (10. ex.V) 11. Cod. Casinen. 506. 

46. Brev. Casinense saec. 11. Cod. Vindobonen. 1106. 

47. Brev. Casinense anni 1099 — 1105. Cod. Parisin. Ma^arin. 364. 

48. Hymn. S. Sofiae Benecentanae saec. 11. Cod. Neapolitan. VI E 43. 

49. Hymn. S. Sofiae Jieneventanae saec. 11. Cod. Neapolitan. VI G 31. 

50. Brev. S. Sofiae Jieneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 4928. 

51. Hymn. S. Severini Neapolitani saec. 10 /n. Cod. Vatican. 7172. 

52. Hymn. S. Severini Neapolitani saec. 10 /n. Cod. Parisin. 1092. 

53. Brev. Montis Amiatini saec. ,0 /n. Cod. Roman. Casanaten. 
1907 (B II 1). 

54. Brev. S. Futychii Nursini saec. 11. Cod. Roman. Vallicellan. B. 79. 

55. Psalt. et Hymu. Romanum (Monasticum) saec. 1! /i2. Cod. Archivii 
S. Petri in Vaticano D 156. 

d) Aus Frankreich stainmende Quellen. 

56. Trop. et Hymn. Martialense anni 933 — 36. Cod. Parisin. 1240. 
add. saec. 10. 

57. Psalt. et Hymn. Marchianense saec. (9. et) 10. Cod. Duacen. 170. 

58. Hymn. Moissiacense saec. 10. Cod. Vindobonen. Rossian. VIII 144. 

59. Hymn. Moissiacense anni ca. 1025. Cod. Oxonien. 16 923 
(d'Orvile 45). 

60. Hymn. S. Johannis Fauduncnsis saec. 10. Cod. Bernen. 455. 



t)ie altesten Quellen <ler Hymnen. 



61. Hymn. Gallicum(?) fragm. saec. 10. Cod. Bernen. AA 90 (pars 19). 

62. Brev. ,S'. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11 550. 

63. Psalt. et. Hymn. Sandionysianum (?) saec. 11. (et 12.) Cod. 
Sangenovefian. 1186. 

64. Hymn. S. Petri Corbeiensis saec. 11. Cod. Ambianen. 131. 

65. Brev. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 521. 

66. Hymn. Fiscancnse (?) saec. u /ia. Cod. Rotomagen. 57. 

67. Grad. et Antipbon. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. 
acq. 1235. 

e) Aus Spanien staminende Quellen. 

68. Diurnale Toletanum saec. 9 /io. Cod. Toletan. 33 —3. 

69. Hymn. Toletanum saec. 10. Cod. Matriten. Tolet. 1005 (35—1). 

70. Miss. et Brev. Exiliense saec. 10. Cod. Londinen. Add. 30 846. 

71. Hymn. Exiliense saec. 11. Cod. Londinen. Add. 30 851. 

72. Psalt. et Hymn. Ferdinandi I. Legionensis anni 1050. Cod. Univ. 
Compostellan. 1. 

73. Brev. Hispanicum (Ordinis Romani) saec. u /ia. Cod. Londinen. 
Add. 30 848. 

Die Handschriften filr die Gruppe A (Cod. 1 — 5) und 
ebenso die drei altesten fur die Gruppe B (Cod. 6 — 9), welche 
alle vor dem 10. Jahrhundert entstanden sind, fanden bereits 
in meiner erwahnten Studie „Der Cursus s. Benedicti etc." 
eine so eingehende Beschreibung und Wiirdigung ihres In- 
haltes, dafs ich einfach auf letztere Schrift verweisen darf. 
Nur betreffs Cod. 1 , namlich des Cod. Londinen. Vesp. A I 
saec. 7 /s., ist beizufugen, dafs in dernselben kein Hymnar, auch 
kein Bruchstuck desselben zu finden ist, sondern dafs ledig- 
lich auf zwei uberschussigen Blattern (fol. 152 und 153) von 
gleicher oder wenigstens gleich alter Hand drei Hymnen aus 
der altbenediktinischen Gruppe eingetragen sind, namlich 
zwei Hymnen des hl. Ambrosius: „Splendor paternae gloriae" 
und „Rex aeterne Domine 1 " , und der alte Nocturn-Hyinnus 
„Uex aeterne Domine" (Nr. 2 dieses Bandes). 

Im ubrigen durfte es sich empfehlen, den gesamten 
Hymnengehdlt der Codices 1 — 5, nach ihrer liturgischen Ver- 
wenduug geordnet, hier vorzulegen. Es ergibt das die voll- 
standige Liste der altbenediktinischen Hymnen, welche bis 
gegen Schlufs des 9. Jahrhunderts auf dem Kontinent 
liturgisch verwendet wurden. — An dieselben reihe ich die 
Liste jener Hymnen, welche in der irischen Kirche bis zum 
gleichen Zeitpunkte in liturgischem Gebrauche waren , und 

li* 



XX 



Einleitung. 



welche uns die Codices 6 — 8 tiberliefern. Die erstere Gruppe 
werde durch A, die zweite durch B bezeichnet. Die dem 
Hyinnenanfange beigefiigten Zahlen in der Gruppe A keun- 
zeichnen die betreffeuden Codices des oben vorgelegten 
Quellenverzeichnisses, in denen der fragliche Hyiunus sich 
hndet; und der Buchstabe A (= Awrelimus v. Arles, f 551 
oder 553) oder C (= Casarius von Arles, f 542) besagt, dafs 
jene Bischofe den Hymnus zitieren. 

Hynineu der Gruppe A. 



Ad Xocturnas horas: 

Mediae noctis tempus est. C, 2, 4, 5. 
Rex aeterne Domine. A, C, 1, 4. 
Magna et mirabilia. A, C, 2. 
Aeterne rerum conditor. C, 4. 
Tempus noctis surgentibus. 3, 4. 

Ad Matutinas Laudes: 

Deus qui caeli lumen es. 3, 4, 5. 
Splendor paternae gloriae. A, 1, 2, 4, 5. 
Aeterne lucis conditor. A, 2, 3, 4, 5. 
Fulgentis auctor aetheris. A, C, 2, 3, 4. 
Deus aeterni luminis. 2, 3, 4. 
Christe caeli Domine. 2, 3, 4. 
Diei luce reddita. 2, 3, 4, 5. 

Ad parvas horas: 

Postmatutinis laudibus. 3, 4, 5. 
Certum tenentes ordinem. 2, 3, 4, 5. 
Dicamus laudes Domino. 2, 3, 4, 5. 
Perfectum trinum numerum. 2, 3, 4. 

Ad Vesperas: 

Deus creator omnium. A, C, 1, 2. 
Deus qui certis legibus. A, C, 2, 3, 4. 
Deus qui claro lumine. 3, 4. 
Sator priucepsque temporum. 2. 



Ad Completorium : 

Christe qui lux est et dies. C, 4. 
Christe precamur adnue. C. 

Proprii de Tempore: 

Intende qui regis. (Nativ. D.) 2. 
Illuminans altissimus. (Epiph.) 2. 
Dei fide qua vivimus. (Quadr.) 3, 4. 
Meridie orandum est. (Quadr.) 3, 4. 
Sic ter quaternis trahitur. (Quadr.) 
3, 4. 

Hic est dies verus Dei. (Pascha.) A, 
C, 2, 4. 

Iam surgit hora tertia. (Pascha.) A, 
C, 2. 

Iam sexta sensim volvitur. (Pascha.) 
A, C, 2. 

Ter hora trina volvitur. (Pascha.) A, 
C, 2. 

Ad cenam agni providi. (Pascha.) 3, 4. 
Aurora lucis rutilat. (Pasclia.) 3, 4. 



De Communi Martyrum : 
Aeterna Christi munera. 4. 



Hymnen der Oruppe B. 



Ad parras horas: 

Iam lucis orto sidere. 
Nunc sancte nobis spiritus. 
Kector potens verax Deus. 
Kerum Deus teuax vigor. 



Telluris ingeus conditor. 
Caeli Deus sanctissime. 
Maguae Deus potentiae. 
Plasmator hominis Deus. 
Deus creator omnium. 
O lux beata trinitas. 



Ad Vesperas : 



Ad Noctiirnas horas: 



Lucis creator optime. 
Itnmense caeli cunditor. 



Primo dierum omnium. 
Somno refectis artubus. 



Die altesteti Quellen der Hymnen. 



XXI 



Consors paterni luminis. 
Rerum creator optime. 



Froprii dc Tempore: 



Nox atra rerum contegit. 
Tu trinitatis unitas. 



Ad cenam agni providi. (Pascha.) 
Aurora lucis rutilat. (Pascha.) 



Surnmae Deus clementiae. 



Ad Matutinas Laudes: 



Dc Communi Sanctorum: 



Aeterne rerum eonditor. 
Splendor paternae gloriae. 
Ales diei nuntius. 
Nox et tenebrae et nubila. 
Lux ecce surgit aurea. 
Aeterna caeli gloria. 
Aurora iam spargit polum. 



Martyr Dei qui unicum. (Martyr.) 



Rex gloriose martyrum. (Martyres.) 
Aetema Christi munera. (Martyres.) 
Sanctorum meritis inclita gaudia. (Mar- 



Virginis proles opifexque. (Virgines.) 
Summe confessor sacer. (Confessores.) 



Iesu corona virginum. (Virgines.) 



tyres.) 



Ad Completorium : 

Christe qui lux es et dies. 
Te lucis ante terminum. 



Genau in dieser Reihenfolge stehen diese Hyinnen der 
Gruppe B in dem unter Cod. 6 bezeichneten irischen Hymnar 
saec. 9 zu St. Paul in Karnten, aber nur bis zum 1. Hymnus 
fttr Ostern; die Fortsetzung findet sich alsdann in dem unter 
Cod. 7 bezeichneten Hymnar zu Karlsruhe. Beide bilden ein 
Hymnar. 

Der TJnterschied in beiden Gruppen ist frappant; nur die 
vom hl. Ambrosius gedichteten Hymnen und zwei Oster- 
hymnen nebst einem zur Complet bilden gemeinsames Gut. 
Sehen wir ab von diesem Gemeingut, so verschwindet im 
tlbrigen seit dem 9. Jahrhundert die Hymnengruppe A voll- 
standig aus der Liturgie, wie schon oben (S. XIV) ausgefiihrt 
wurde. Die Gruppe B behalt allein die Herrschaft , und es 
ist interessant zu beobachten, wie sie von nun an den Grund- 
stock aller Hymnare bildet , falls letztere vollstandig sind. 
Ebenso ist von hohem Interesse das sclmelle Waehstum des 
Eymnengehaltes aller Hymnare seit jener Zeit, in der die 
irisehe Gruppe die Allemherrschaft in der Liturgie erlangte, 
eine Alleinherrschaft und ein Wachstum. die trotz allen bis- 
herigen Mangels eines direkten Zeugnisses kaum anders er- 
klart werden konnen, als durch die Annahme, dafs Rom um jene 
Zeit den Gebrauch der Hymnen ausdriicklich legitimierte und 
die irische Hymnengruppe aus dem auf S. XIV f. angegebenen 
Grunde in die Liturgie des Brevieres, auch des Romischen 
und fiir den Sakularklerus, aufnahm und sie anordnete. 

Schon aus dem Grimde, um das Wachstum in den Hymnaren, 



XXII 



Einleitung. 



die bis dahin kaum rirei Dutzend von Hymnen aufweisen, 
zu veranschaulichen , ist im folgenden ein Register des 
Hymnengehaltes mehrerer Hymnare und Breviere des 10. und 
heginnenden 11. Jahrhunderts vorgelegt. Unter denselben 
beanspruchen aus der Kategorie der deutschen Quellen (= b) 
die beiden Trierer Hymnare (= Cod. 18 und 19 unserer Liste) 
in mancher Hinsicht ein besonderes Interesse. 

1. Die Hymnen des Hymnarium S. Maximini Trevirensis 

saec. 10. 



lam lucis orto sidere. (Prima.) 
Nunc sancte nobis spiritus. (Tertia.) 
Rector potens verax Deus. (Sexta.) 
Kerum Deus tenax vigor. (Nona.) 
Lucis creator optime. (Dom. Vesp.) 
Immense caeli conditor. (Fer. II. Vesp.) 
Telluris ingens conditorJFer.III.Vesp.) 
Caeli Deus sanctissime. (Fer. IV. Vesp.) 
Magnae Deus potentiae. (Fer. V. Vesp.) 
Plasmator hominisDeus.(Fer.\T.Vesp.) 
[Deus creator omnium. (Sabb. Vesp.) 
O lux beata trinitas. (Sabb Vesp.) 
Primo dierum omnium. (Dom. Noct.) 
Somno refectis artubus. (Ver. II Noct.) 
Consors paterni luminis. (Fer.III.Noct.) 
Rerum creator optime. (Fer. IV. Noct.) 
Nox atra rerum contegit.] (Fer. V. Noct.) 
Tu trinitatis unitas. (Fer. VI. Noct.) 
Summae Deus clementiae. (Sabb. Noct.) 
Aeterne rerum conditor. (Dom.Matut.) 
Splendor paternae gloriae (Fer. II. 
Matut.) 

Ales diei nuntius. (Fer. III. Matut ) 
Nox et tenebrae et nubila. (Fer. IV. Mat.) 
Lux ecce surgit aurea. (Fer. V. Mat.) 
Aeterna caeli gloria. (Fer. VI. Mat. 



Aurora iam spargitpolum. (Sabb.Mat.) 

* * 

Christi caterva elamitat. (AdventusD.) 
Vox clara ecce intonat. (Adventus D.) 
Verbum supernum prodiens. Adven- 
tus D.) 

Veni redemptor gentium. (NativitusD.) 
Hostis Herodes impie. (Epiphania D.) 
Pange lingua gloriosi. (Passio.) 
Ad cenam agni providi. (Pascha ) 
Te lucis auctor personant. (Pascha.) 
Aurora lucis rutilat. (Pascha.) 
Sol luna caelum sidera. (Pascha.) 

* * 
* 

Rex gloriose martyrum. (Martyres.) 
Deus tuorum militum. (Martyres.) 
Sanctoruin meritis. (Martyres.) 

(Liicke in der Hs.) 

Surgentes ad te Domine. (Nativitas.) 
Deus qui claro lumine. (Ad Vesp.) 
Dei fide qua vivimus. (Quadrages.) 
Meridie orandum est. (Quadrages.) 
Sic ter quaternis trahitur. (Quadrages.) 
Christe sanctorum decus. (Benedictus.) 



Die Anordnung der Sonntags- und Ferialhymnen ist hier 
noch genau so wie im iriscJien Hymnar der St. Pauler-Hand- 
sehrift, weist also in bemerkenswerter Weise darauf hin, von 
wo diese Gruppe in die Liturgie eindrang. — Die Hymnen 
de Communi Sanctorum sind uiivollstandig, da in dem Hymnar 
an dieser Stelle eine Lucke ist. Eine solche Lticke zeigt 
sich auch bei den Nocturnhymnen der Woche . konnte aber 
mit Sicherheit erganzt werdeu. — Die sechs Schlufshymnen 
erwecken den Eindruck . dafs eiu systeniatisch geordnetes 
Hvmnar ubernommeu wurde . dessen H\ ninengehalt man zu 
erweitern suchte, und dem deshalb aufscr der Ordnung noch 
einige Hymnen am Schlusse beigefiigt wurden. Ahnliches, 



Die altesten Quellen der Hymueu. 



XXIII 



wodurch das Wachstum in den Hymnaren illustriert wird, 
werden wir ofters beobachten konnen. — Da im vorliegenden 
Hymnar sich Liicken zeigen, kann sein Hymnengehalt nicht 
festgestellt werden; immerhin wird in demselben die Zahl der 
vorhandenen bzw. durch Erganzung der fehlenden sieben 
Ferialhymnen ermittelten 45 Hymnen nicht bedeutend iiber- 
schritten sein. Schon diese geringe, wenngleich die alteren 
Hymnare bereits um ein Dutzend Nunimern uberbietende An- 
zahl bekundet das hohe Alter dieses Hymnars. — Einen 
Schritt weiter fiihren uns 



2. Die Hymnen des Hymnarium S. Martiui Trevirensis 

saec. 10. 



Vox clara ecce intonat. (Adventus D.) 
Verbum supernum prodiens. [ A patre. 

(Adventus D.) 
Veni redemptor gentium. (Natale D.) 
Agnoscat omne saeculum. (Natale D.) 
Illuxit orbi iam dies. (Epiphania D.) 
Quem terra pontus aethera. (Maria.) 
Aurora lucis rutilat. (Pascha.) 
Rex aeterne Domine. (Pascha.) 
Ad cenam agni providi. (Pascha.) 
Vexilla regis prodeunt. (Crucis In- 

vent.) 

Hymnum canamus gloriae. (Ascen- 
sio D.) 

Beata nobis gaudia. (Pentecoste.) 
Iam Christus astra ascenderat. (Pen- 
tecoste.) 

Praecursor altus luminis. (Joh. Bapt.) 
Ut queant laxis resonare. (Joh. Bapt.) 
Apostolorum gloriam. (Petrus et 
Paulus.) 

Aurea luce et decore roseo. (Petrus 

et Paulus.) 
Pange lingua gloriosi. (Crucis Exalt.) 
Lumen aeterno radians. (Michael.) 
Unam duorum gloriam. (Chrysantus.) 
Christe rex noster via. (Martinus.) 
Christe sanctorum decus. (Benedictus.) 



Deus tuorum militum. (Martyr.) 
Martyr Dei qui unieum. iMartyr.) 
Sanctorum chorus Christe. (Martyres.) 
Rex gloriose martvrum. (Martvres.) 
Sanctorum meritis inelita. (Martyres.) 
Aeterna Christi munera. (Martyres.) 
Iste confessor Domini. (Confessores.) 
Summe confessor sacer. (Confessor.) 
Iesu corona virginum. (Virgines). 



Virginis proles opifexque. (Virgines.) 
Christe cunctorum dominator. (De- 
dicatio.) 

Cuncta qui nutu regis. (Dedicatio.) 



Primo dierum omnium. (Dominica. 
Noct.) 

Aeterne rerum conditor. (Dominica. 

Mat. Laud.) 
Iam lucis orto sidere. (Dominica. 

Prima.) 

Nunc sancte nobis spiritus. (Dominica. 
Tertia.) 

Rector potens verax Deus. (Dominica. 
Sexta.) 

Rerum Deus tenax vigor. (Dominica. 
Nona.) 

Lucis creator optime. (Dominica. 
Vesp.) 

Somno refectis artubus. (Fer. II. Noct.) 
Consors paternilirminis.(Fer.III.Noct) 
Rerum creator optime. (Fer. IV. Noct.) 
Nox atra rerum contegit. (Fer. V. Noct.) 
Tu trinitatis unitas. (Fer. VI. Noct.) 
Summae Deus clementiae. (Sabb. Noct.) 
Splendor paternae gloriae. (Fer.II.Mat.) 
Ales diei nuntius. (Fer. III. Mat.) 
Nox [et] tenebrae et nubila. (Fer. IV. 
Mat.) 

Lux ecce surgit aurea. (Fer. V. Mat. ) 
Aeterna caeli gloria. (Fer. VI. Mat.) 
Aurora iam spargit polum. (Sabb. Mat.) 
Immense caeli conditor. (Fer.II. Vesp.) 
Telluris ingensconditor.lTer. Ill.Vesp.) 
Caeli Deus sanctissime. (Fer. IV. Vesp.) 
Magnae Deus potentiae. (Fer. V. Vesp.) 
Plasmator homiuis Deus. (Fer. Vl.Vesp., 
Deus creator omnium. (Sabb. Vesp.j 



XXIV 



Eiuleitung-. 



Eingeleitet ist dieses Hynmenverzeichnis , welches auf 
S. 147—169 der Hs. von einer Hand des 10. Jahrhunderts 
eingetragen ist (der iibrige Kodex entstammt dem 0. Jahr- 
huudert), mit der Rubrik : „Incipiunt hymni de Adventu 
Domiiii''; am Ende schliefsen sich an: „Cantica de Adventu 
Domini". Somit ist das Hymnar, das auch sonst keine Lucken 
aufweist, vollstandig , wobei es auffallt. dafs die Complet- 
hymnen (gerade so, wie im Hymnar von S. Maximin) fehlen. 
— Die Feste des Herm und der Heiligen folgen sich in der 
Ordnung des Kirchenjahres , und sind die Hymnen fur diese 
Feste schon recht zahlreich. Ihnen schliefsen sich an die 
Hymnen de Communi Sanctorum ; es sind die gleichen, wie 
jene in der irischen Gruppe (S. XX. B.), nur schon vermehrt um 
drei und um zwei Hymnen fur Kirchweihe. — Den Abschlufs 
bilden die Sonntags- und Ferialhymnen, unsere alten Bekannten 
der irischen Gruppe, aher mit einer kleinen Anderung in der 
Anordnung ihrer Reihenfolge. Zunachst sind alle Hymnen fur 
den Sonntag zusammeugestellt , angefangen von der Nocturn 
bis zur Vesper, woran sich eigentlich der oder die Complet- 
hymnen hatten anreihen sollen. Darauf folgen alle Hymnen 
fiir die Nocturn, vom Montag an bis zum Samstag; nach 
diesen in gleicher Weise jene zu den Matutinae Laudes; schliefs- 
lich jene zur Vesper. Das sind die gleichen Hymnen iu 
gleicher Ordnung (abgesehen von der Zusammenstellung fur 
den Sonntag) wie in der irischen Hymnengruppe. Nur ftir 
die Vesper des Samstags ist statt der zwei Hymnen blofs 
einer verzeichnet, namlich jener des hl. Ambrosius ,.Deus 
creator omnium" , der allmahlich vou seinem . schon in der 
irischen Kirche auftauchenden Doppelganger „0 Jux beaia 
trinitas" verdrangt wird. — Diese Sonntags- und Ferialhymnen 
sind vom Schreiber des Kodex also schon so behannt voraus- 
gesetzt, dafs er von ihnen immer nur den ersteu, Vers jeder 
Strophe aufzeichnete. - Die Anzahl der Hymnen ist hier 
auf 59 gestiegen. — So ziemlich die gleiche Hymnenzahl 
ist auzusetzen fiir das aus dem Silden Deutschtatuh und 
aus gleicher Zeit entstaminende Hymuar der alten Bene- 
diktinerabtei Schcftlarn im Isartal bei Munchen (Cod. 21 
unseres Quellenverzeiclinisses) . in welchem auf fol. 131 — 153 
die Hymnen eingetragen und mit folgendem Hexameter ein- 



Die altesten Quellen der Hyinneu. 



XXV 



geleitet sind: „Incipiunt hymni per tempora quique ca- 
nendi." 

3. Die Hymnen des Hymnarium Seheftlariense saec. 10. 



Primo dierum omnium. 
Iam lucis orto sidere. 
Nunc sancte nobis spiritus. 
Rector potens verax Deus. 
Rerum Deus tenax vigor. 
Christe qui lux es et dies. 
Te lucis ante terminum. 

» * 

A solis ortus cardine. (Nativ. D.) 
Stephano primo martyri. (Stephanus.) 
Exsultet caelum laudibus. (Joh. Ev.) 
Salvete flores martyrum. (Innocentes.) 
Quod chorus vatum. (Purif. P. M. V.) 
Alleluia piis edite. (Septuagesima.) 
Ex more docti mystieo. (Quadrag.) 
Audi benigne conditor. (Quadrag.) 
Sic ter quaternis trahitur. (Quadrag.) 
Jesu quadragenariae. (Quadrag.) 
Vexilla regis prodeunt. (Passio D.) 
Ad cenam agni providi. (Pascha.) 
Festum nunc celebre. (Ascensio D.) 
Veni creator spiritus. (Pentecoste.) 
Ut queant laxis resonare. (Joh. Bapt.) 
Apostolorum passio. (Petrus et Paulus.) 
Aurea luce et decore. (Petrus et Paulus.) 
Deus tuorum militum. (Laurentius.) 



Quem terra pontus. (Assumptio B. M.) 
Gaude visceribus. (Nativitas B. M. V.) 
Christe caelorum decus angelorum. 

(Michael.) 
Christe qui virtus sator. (Omnes S. S.) 
Martine confessor Dei. (Martinus.) 
Diem sacrati hominis. (Andreas.) 
Veni redemptor gentium. (Ohne Titel.) 
Iesu red. saeculi | Verbum. (Ohne Titel.) 
Christe cunctorum dominator. (Dedi- 

catio.) 

* * 

* 

Iesu redemptor omnium ] Perpes. (Con- 
fessor.) 

Martyr Dei qui unicum. (Martyr.) 
Rex gloriose martyrum. (Martyres.) 
Aeterna Christe munera. (Martyres.) 
Virginis proles opifexque. (Virgines.) 
Schlielst nach Str. 1. 

* * 
* 

Alma virgo sponsa regis. (Juliana.) 
Surge sancta Juliana. (Juliana.) 
Ave virgo angelorum. (Juliana.) 
Conditor alme siderum. (Adventus D.) 
Psallat plebis sexus (Omnes SS.) 
Sanctorum meritis inclita. (Martyres.) 



Die Sonntdgs- und Ferialhymnen sind dera Schreiber des 
Kodex sichtlich in der Feder geblieben; vielleicht erachtete 
er sie, wie der Kopist des Hymnars von St, Martin zu Trier 
(vgl. S. XXIV), als zu bekannt, um auch nur gleich jenem die 
ersten Verse jedes Hymnus zu notieren. Er stellt, ganz wie 
jener, zunachst alle Sonntagshymnen zusammen , iibersieht 
aber dabei den Laudes- und Vesperhymnus. — Die Feste 
des Herrn und der HeUigen sind nach dem Kirchenjabre 
geordnet; aber die ^4<7ra?fchynraen sind an falsche Stelle 
geraten: Der eine. namlich „Veni redemptor gentium", ist vor 
dem Sonntag Septuagesima eingeschoben , und der andere, 
„Conditor alme siderum", wurde aufserhalb des Hymnars auf 
dem fol. 129 nachgetragen. Alle sechs am Schlusse an- 
gefiihrten Hymnen sind namlich auf den fol. 128 — 130 nach- 
traglich beigefiigt und bekunden , wie schon oben erwahnt 
wurde, die allmahliche Erweiterung der Hymnare im 10. Jahr- 



XXVI 



Einleitung. 



bondert. — Die Hymnen de Communi Sanctorum sind wieder- 
um (iie gleichen wie im Hymnar der irischen Kirche, aber 
um drei vermelirt; zwei derselben steben jedocb nicbt bei 
der Gruppe. sondern sind beim Feste des hl. Johannes (der 
hier zuerst auftretende Apostelhymnus „Rrsultet eaelum lau- 
dibus") und des hl. Laurentius („Deus tuorum militum") unter- 
gebracht. Wenn der Jungfrauenhymnus „Jesu corona vir- 
ginum" und jener de Confessoribus ..Summe confessor u fehlt. 
so diirfte das in der Unvollstaudigkeit des Kodex, der nach 
der 1. Strophe des Hymnus ..Virginis proles" abschliefst, 
seinen Grund haben. — Die drei Julianahymnen sind Ent- 
lehnungen; sie sind von der Gottesmutter , fiir welche sie 
urspriinglich gedichtet wurden, auf die bl. Juliana, die Patronin 
von Scheftlarn , adaptiert ; eigentlich sollte man auch einen 
Hymnus auf den Patron der Abtei, namlich auf den hl. 
Dionysius. erwarten , dessen Feblen vielleicht aucb dem de- 
fekten Zustande des Kodex auf die Rechnung kommt. — Die 
Hymnenzahl dieses Hymnars lafst sich somit nicht genau 
fe-tstellen, zumal die Sonntags- und Ferialhymnen summarisch 
behandelt bzw. nur teilweise aufgefiihrt wurden; von den 
28 Hymnen dieser Gruppe finden sich nur sieben vermerkt. 
Der tatsachliche Hymnenbestand von 45 Hymnen diirfte so- 
mit um 21 — 24 vermehrt angesehen Averden, so dafs also 
dieses Hymnar 66—69 Hymnen umschlofs. — Ob die Sonntags- 
und Ferialhymnen noch iu der aus der irischen Kirche iiber- 
nommenen . nur betreffs des Sonntags (wie im Hymnar von 
St. Martin zu Trier) modifizierten Ordnung waren eingetragen 
worden. dafiir fehlen sichere Anhaltspunkte. Bestimmtes 
melilet uns daruber das nunmehr zu besprechende Hymnar 
(Cod. 22 unseres Quellenverzeichnisses) : 

4. Die Hymnen des Hymnarium Rhenoviense saec. 10. 



Primo dierum omnium. (Dominica. 

Noct.) 

Somno refectis artulms. (Ker. II. Noct. ) 
Consors paterni luminis. (Fer.IlI.Noct.) 
Kerum creator optime. (Fer. IV. Noct.) 
Nox atra rerumeontegit. (Fer. V. Noct.) 
Tu trinitatis unitas. (Fer. VI. Noct.) 
Summae Deuselementiae. ISabb. Noct.) 
Aeterne rerum conditor. (Domin. Mat ) 
Splendor pateniaegloriae. (Fer.II.Mat.) 



Ales diei nuntius. (Fer. III. Mat.) 
Noxettenebrae etnubila. (Fer.IV.Mat.) 
Lux ecee surgit aurea. (Fer. V. Mat.) 
Aeterna caeli gloria. (Fer. VI. Mat.) 
Aurora iam spargit polum. (Sabb. Mat.) 
Iam lucis orto sidere. (Prima.) 
Nunc sancte nobis spiritus. (Tertia.) 
Rector potens verax Deus. (Sexta.) 
Rtrum Deus tenax vigor. (Nona.) 
Lucis creatoroptime. (Domiuica.Vesp.) 



Die altesten Quellen der Hvmnen. 



XXVII 



0 lux beata trinitas. (Dominica. Vesp.) 
Immense caeli conditor. (Fer. II. Vesp.) 
Telluris ingens conditor. (Fer.III.Vesp.) 
Caeli Deus sanctissime. (Fer.IV. Vesp.) 
Magnae Deus potentiae. (Fer. V. Vesp.) 
Plasmatorhominis Deus. (Fer.VI.Vesp.) 
Deus creator omnium. (sabb. Vesp.) 
Te lucis ante terminum. (Complet.) 

* * 

A solis ortus cardine. (Natale D.) 
Veni redemptor gentium. (Natale D.) 
Illuminans altissimus. (Epiphania D.) 
Ex more docti mystico. (Quadrag.) 
Audi benigne conditor. (Quadrag.) 
Aurora lucis rutilat. (Pascha.) 
Hic est dies verus Dei. (Pascha.) 
Ad cenam agni providi. (Pascha.) 
Festum nunc celebre. (Ascensio D.) 
Veni creator spiritus. (Pentecoste.) 
Almi prophetae progenies. (Ioh. I!apt.) 
Apostolorumpassio. (Petrus etPaulus.) 
Quem terra pontus. (Assumptio B. M.) 
Gaude visceribus mater. (Nativit. B. 

M. V. ?.) 

(Lucke in der Hs.) 

[Christe cunctorum dominator.] (Dedi- 

catio.) 

Martine confessor Dei. (Maitinus.) 



Salvete flores martyrurn. (Innocentes.) 
Christe sanctorum decus. (Benedictus.) , 

* * 

* 

Martyr Dei qui unicum. (Martyr.) 
Rex gloriose martyrum. (Martyres.) 
Aeterna Christi munera (Martyres.) 
Deus tuorum militum. (Martyres.) 
Summe confessor sacer. (Confessores.) 
[Rex] Christe splendor gloriae. (Con- 

fessores.) 
Iesu corona virginum. (Virgines.) 
Virginis proles opifexque. (Virgines.) 
Vita sanctorum via spes. (Gallus.) 
Christe qui virtus sator. (Omnes S. S.) 
Sanctorum meritis inclita. (Martyres.) 

* * 

Martyris Christi colimus triumph. 

(Laurent ) 
Martyrum festum colimus. (Ianuarius.) 
Vexilla regis prodeunt. (Passio D.) 
Tibi Christe splendor patris. (Michael.) 
Christe supreme dominator alnie. 
Nocte surgentes vigilemus. 
Ecee iam noctis tenuatur umbra. 
Exsultet caelum laudibus. 
Conditor alme siderum. 
Fit porta Christi verpia. 



Diese Hymnen sind auf S. 139 — 197 eingetragen; auf 
S. 199—210 wurden nachtraglich und zu verschiedenen Zeiten 
die zehn letzten Hymnen beigeftigt, kommen also fur den 
Hymnenbestand direkt nicht in Betracht. Es ist von Inter- 
esse, um das gleich hier zu erledigen, dafs unter diesen Nacli- 
ziiglern auch die beiden Nocturn- und Laudeshymnen fiir 
die Sommerzeit, niimlich ..Nocte surgentes" und ..Ecce iam 
noctis" , auftauchen, welche sich schon hierdurch als nicht 
ursprunglich zu dieser Hymnenserie gehorend dokumentieren. 
— An zwei Stellen ist das Hymnar liickenhaft: Am Schlusse 
der Ferialhymnen (zwischen S. 160 und 161) nach dem 
Complethymnus „Te lucis ante termmum" , wo wahrscheinlich 
der andere Complethymnus „Christe qui lux es et dies" und 
zwei Adventhymnen fehlen, und im Festivale (zwihchen S. 178 
und 179) , wo der Schlufs des Marien- und der Anfang tles 
Kirchweihhymnus und vielleicht noch eine bis zwei andere 
Hynmen in Verlust geraten sind. Sehen wir demnach von 
den 10 am Schlusse nachgetragenen Hymnen ab, so wiirde 



XXVIII 



Einleitung. 



sich der Bestand dieses Hymuars auf rund 60 Hymnen be- 
ziffern. eine Zahl. welche dem Hymnenbestande der fast gleich- 
alterigen eben besprochenen Hymnare entsprechend ware. — 
Die Hymnen dc Communi Sunctorum kennen wir aus der 
irischen Gruppe; zwei neue sind eingeschoben. Die Sonn- 
tags- und Feriaihymnen sind die alten Bekannten von den 
Iren her, und zwar wiederum zu Gruppen der Nocturn-, 
Laudes- und Vesperkymnen geordnet, gerade wie im irischen 
Hymnare. In allen jiingeren Hymnaren deutscher Provenienz 
findet sich spater diese ursprungliche und naturgeniafse 
Ordnung nicht mehr. sondern die Hymnenseries fiir die Vesper 
und die anderen Horen siud so auseinander gerissen und ver- 
teilt, dafs die einzelnen Wochentage sich folgen und bei jedem 
Wochentage die Hymnen zu der Nocturn , den Laudes , der 
Vesper aufgefiihrt sind. In den Hymnaren anderer Lander 
treffen wir nur die letztere Ordnung, nie die urspriingliche 
an; ob daraus gefolgert werden darf, dafs altere Hymnare 
vom Anfange des 10. Jahrhunderts aus jenen Landern un- 
bekannt und verloren sind , mag ich nicht behaupten , da es 
ja moglich ist. dafs dort die von den Iren iiberkommene 
Ordnung der Ferialhymnen aus irgeudeinem Grunde gleich ge- 
andert wurde. 

Im tibrigen zeigen die altesten Hymnare der anderen 
Lander , soweit sie dem beginnenden oder vollen 10. Jahr- 
hundert angehdren . so ziemlich den gleichen Charakter und 
auch Inhalt wie die eben skizzierten , wenn wir von den 
begreiflichen Differenzen im Festivale absehen. Leider aber 
ist es mir nicht gelungen . aus Italien, Frankreich und Eng- 
Jand in ahnlicher Anzahl so alte Hymnare ausfindig zu machen, 
wenn sie uberhaupt noch existieren, wie es ftir Deutschland 
geschehen konute. Die Gruppe der MaRandischen oder Am- 
brosianischen Hymnare (Gruppe c 1 in unserem Quellen- 
verzeichnis) hat namlich einen ganz verschiedenen. eigen- 
artigen Charakter und kommt fiir uns direkt hier iiberhaupt 
nicht in Betracht. Sonst ist aus Itdlien nur ein Hymnar sicher 
dem 10. Jahrhundert zuzuschreiben, namlich jenes aus Bobbio 
(Cod. Taurinen. G VII 18= Cod. 37 des Quellenregisters) ; 
alle uhrigen gehoren dem Schlufs des 10. Jahrhunderts 
oder dem 11. Jahrhundert an , unter anderen auch der Cod. 



Die altesten Quellen der Hymnen. 



XXIX 



Casinen. 500 (= Cod. 45 des Quellenregisters) — Aus 
Frankreich bietet der Cod. Parisin. 1240. (== Cod. 50 des 
Quelleniegisters) nur das Bruehstuek eines Hymnars, das 
nachtraglich, wenngleich noch im Laufe des 10. Jahrhunderts, 
beigefiigt ist. Aufser deraselben stehen von dort blofs das 
leider lilckenhafte Hymnar von March/ennes (Nr. 57) und das 
sehr reichhaltige von Moissac (Nr. 58) zu Gebote, wahrend 
das Hymnar im Cod. Bernen. 455 (Nr. 00) sichtlich um die 
uns sehr interessierenden Sonntags- und Ferialhymnen ge- 
kiirzt ist. — Englands alteste Quelle reicht nachweisbar nur 
bis zum Schlufs des 10. Jahrhunderts hiuauf, uud Spamen 
geht mit seinen mozarabischen Hymnareu eigene Wege, wenn- 
gleich das Hymnar von Toledo (Nr. 09 des Registers) einen 
sehr beachtenswerten Wink fiir die Hymnen der Woche gibt, 
wie sich uuten zeigen wird. — Zunachst nuu das alteste 
Hymnar Italiens (von den Hymnaren der Mailandischen Gruppe, 
welche durch fiinf sehr alte Quellen vertreten ist, mufs nam- 
lich einstweileu abgesehen werdeu). 

5. Die Hymnen des Hymnarium Bobiense saec. 10. 



Verbum supemum prodiens. (Adven- 
tus D.) 

Vox clara ecce intonat. (Adventus D.) 
Audi redemptor gentium. (Natale D.) 
Christe redemptor omnium. (Natale D.) 
Dei fide qua vivimus. (Quadrag. Tertia.) 
Meridie orandum est. (Quadrag. Sexta.) 
Perfecto trino numero. ( Quadrag.Nona.) 
Sic ter quaternis trahitur. (Quadrag. 
Vesp.) 

Ad cenam agni providi. (Pascha.) 
Aurora lucis rutilat. (Pascha.) 
Iam Christus astra ascenderat. (Pente- 
coste.) 

* * 

Primo dierum omnium. (Domin. Noct.) 
Aeterue rerum conditor. (Domin. Mat.) 
Iam lucis orto sidere. (Domin. Prima.) 
Nunc sancte nobis spiritus. (Domin. 
Tertia.) 



Kector potens verax Deus. (Domin. 
Sexta.) 

Rerum Deus tenax vigor. (Doinin.Noua.) 
Lucis creator optime. (Domin. Vesp.) 
Christe qui lux es et dies. (Complet.) 
Sol angelorum respice. (Complet.) 
Te lucis ante terminum. (Complet.) 
.^omno refeetis artubus. (Fer. II. Noct.) 
Splendor paternae gloriae.(Fer.II.Mat) 
lmmense caeli conditor. (Fer. II. Vesp.) 
Consors paterni luminis. (Fer.III.Noct.) 
Ales diei nuntius. (Fer. III. Mat.) 
Telluris ingens conditor. (Fer. III. Vesp.) 
Rerum creator optime. (Fer. IV. Noct.) 
Nox et tenebrae et nubila (Fer. IV. 
Mat.) 

Caeli Deus sanctissime. (Fer. IV. Vesp.) 
Nox atra rerum coutegit. (Fer. V. Noct.) 
Lux ecce surgit aurea. (Fer. V. Mat.) 
Magnae Deus potentiae. (Fer. V. Vesp.) 
Tu trinitatis unitas. (Fer. VI. Noct.) 



*) In den Analecta Hymn. ist dieser Kodex durchweg als saec. 10. be- 
zeichnet, auch in diesem Bande. Da ich aber aufmerksam wurde, dafs er 
im eigentlichen Corpus des Hymnars (auf fol. 21 a) den Hymnus ,,Ambrosi 
sidus aureum" von Petrus Damiani (11. Jahrh.) entbalt, mufs er gewifs 
ins 11. Jahrh. heruntergeriickt werden, es sei denn, dafs Petrus Damiani 
nicht als Verfasser des Hymnus gelten darf. 



XXX 



Einleituug. 



Aeterna caeli gloria. (Fer. VI. Mat.) 
Plasmator hominisDeus. (Fer.VI. Vesp.) 
Summae Deus clementiae. (Sabb. Noct.) 
Aurora iam spargit polum. (Sabb.Mat.) 
O lux beata trinitas. (Sabb. Vesp.) 

* * 
* 

Aeterna Christi munera. (Martyres.) 
Rex gloriose martyrum. (Martyres.) 
Deus tuorum militum. (Martyres.) 
Iesu corona virginum. (Virgiues.) 



Virginis proles opifexque. (Virgines.) 
Summe confessor sacer. (Confessores.) 
* * 

Vita sanctorum via spes. (Gallus.) 
Deus creator omnium. (Vesper. Sabb.) 
Nostris sollemnis saeculis. (Colum- 
banus.) 

Christe cunctorum dominator. (Dedi- 
catio.) 

Exsultet caelum laudibus. (Apostoli.) 
Ut queant laxis. (Joh. Bapt.) 



Das die Liste der Hynmen, wie sie im Cod. Taurinen. 
G VII 18 auf fol. 72—100 sich vorfinden, eingeleitet niit der 
Bemerkung: .Jncipiuut hymni vel cantici secundum regulam 
sancti Benedicti abbatis ; imprimis de Adventu Domini ad 
vesperum". Das Festivah (iu das noch kein Heiliger auf- 
genommeu ist), das Commune de Tempore (== Sonntags- 
und Ferialhymnen) und Commune Sanctorum folgen sich in 
fester Ordnung. Wir sehen hier zum ersteu Male die Hymnen 
der Woche nicht mehr nach den kirchlichen Tagzeiten, also 
in drei Serieu der Nocturn- , Laudes- und Vesperhymnen. 
sondern nach den siebeu Wochentagen geordnet. — Die sechs 
letzteu Hymnen der Liste stehen anorganisch aufserhalb des 
eigentlichen Hymnencorpus , beurkunden als solche die Er- 
weiterung des Hymnars, und die beiden allerletzten derselben 
sind von einer spateren Hand nachgetragen. Kach Abzug 
dieses Nachtrages bildeu somit 4-9 Hymnen dieses Hymnar, 
welches schou durch eine so relativ geringe Anzalil sich als 
alt dokunieutieit und fast auf gleicher Stufe mit dem Hymnar 
von St. Maximin zu Trier steht. 



•5 b. H y m n e n e i n e s H y m n a 

Cnnditor alme siderum. (Adventus D.) 
Sol astra terra aequora. (Adventus D.) 
Verbum supernum prodiens (Adven- 
tus D.) 

Summae Deus clementiae. iSabb. 
Noct.) 

Aurora iam spargit polum. (Sabb. 
Matut.) 

O lux beata trinitas. (Sabb. Vesp.) 

Deus creator omnium. (Vesp.) 

Aeterna Christi munera. (Martyres.) 
Audi redemptor gentium. (Natale D.) 
Christe red. omnium | Ex. (Natale D.) 



ium Benedictinum saec. 10. 

Intende qui regis Israel. (Natale D.) 
Dei fide qua vivimus. (Quadrag. 

in»). 

Meridie orandum est. (Quadrag. VI».) 
Perfecto trino numero. (Quadrag. IX a .) 
Sic ter quaternis trahitur. (Quadrag. 
Vesp.) 

Ad cenam agni providi. (Pascha.) 
Aurora lucis rutilat. (Pascha.) 
Ilic est dies verus Dei. (Pascha.) 
Iam Cliristus astra. (Pentec.) 

* 



Die altesten Quellen der Hj r mnen. 



XXXI 



Aeterne rerum conditor. (Dom. Noct.) 
Primo dierum omnium. (Dom. Noct.) 
Splendor paternae gloriae. (Dom. 
Matut.) 

Iam lucis orto sidere. (Prima.) 
[Nunc sancte nobis spiritus. (Tertia.) 
Eector Potens verax Deus]. (Sexta.) 
Rerum Deus tenax vigor. (Nona.) 
Lucis creator optime. (Dom. Vesp.) 
Te lucis ante terminum. (Complet.) 
[Christe qui lux es et dies.] (Complet.) 
Sol angelorum respice. (Complet.) 
Somno refectis artubus. (Fer. H. 
Noct.) 

Splendor patemae gloriae. (Fer. II. 
Matut.) 

Immense caeli conditor. (Fer. II. Vesp.) 
Consors paterni luminis. (Fer. III. 
Noct.) 

Ales diei nuntius. (Fer. III. Matut.) 
Telluris ingens conditor. (Fer. IDI. 
Vesp.) 

Rerum creator optime. (Fer. IV. Noct.) 
Nox et tenebrae et nubila. (Fer. IV. 
Matut.) 

Caeli Deus sanctissime. (Fer. IV. 
(Vesp.) 



Nox atra rerum contegit. (Fer. # V. 
Noct.) 

Lux ecce surgit aurea. (Fer. V. Matut.) 
Magnae Deus potentiae. (Fer. V. 
Vesp.) 

Tu trinitatis unitas. (Fer. VI. Noct.) 
Aeterna caeli gloria. (Fer. VI. Matut.) 
Plasmator hominis Deus. (Fer. VI. 
Vesp.) 

* 

Christe caelestis medicina. (Feria VI.) t 
Rex gloriose martyruni. (Martyres.) 
Deus duorum militum. (Matryres.) 
Summe confessor sacer. (Confessores.) 
Iste confessor Domini. (Confessor.) 
Quem terra pontus aethera. (B. V. 
Maria.) 

Iesu corona virginum. (Virgines.) 
Virginis proles opifexque. (Virgines.) 

* 

Urbs beata Hierusalem. (Dedicatio.) 
Pange lingua gloriosi. (Passio Domini.) 
Nocte surgentes. (Dom. Noct. aestate.) 
Ecce iam noctis. (Dom. Matut. aestate.) 



Vorstehendes Hyninenverzeichnis aus dem Cod. Bruxellen. 
479 (15111 — 28) verdanke ich der Gtite des Bibliothekars 
P. J. Van den Gheijn S. J. — Eingeleitet wird das Hymnar 
(fol. 54 — 67) mit der Rubrik: „Imni sec. regulam sancti Beue- 
dicti abbatis. Imnus de adventu Domini ad Vesperas." Das 
erinnert sehr an die fast gleichlautende Rubrik im Hymnar 
von Bobio. Auch der Hymnenbestand (hier sind es einschliefs- 
lich die drei Hymnen, welche mit dem abgerissenen oberen 
Teile eines Blattes in yVegfall geraten waren, aber sicher er- 
ganzt werden konnten, 56) ist ziemlich gleich. Nur sind hier 
statt cles Adventhymnus „ Vox clara ecce intonat" zwei andere 
eingetragen ; ferner hat man Weihnachten und Ostern nicht 
auf die zwei Hymnen des hl. Ambrosius („Intendc qui regis" 
und „Hic est clies verus u ) verzichten wollen, und am Schlufs 
tauchen die interessanten „Nachzugler" fur die Sommerzcit 
wieder auf. Besonders merkwurdig ist der Krankenhymnus 
n Christe caelestis medicina patris" (Anal. Hymn. XXVII, 284), 
der hier fur die „Feria VI" angesetzt erscheint. Die hll. 
Gallus und Columban gehen leer aus; dafilr ist der Venantius- 
hymnus „Pange lingua" nachgetragen. Die Kirchweih ist in 



XXXII 



Einleitung - . 



beiden Hymnaren bedacbt. aber mit verschiedenen Hymuen. 
Sonst stimmt vollig der Hymnenbestand. — Die Reihenfolge 
ist im wesentlicben aucb dieselbe: Festivale, Hymnen der 
Wocbe und de Communi Sauctorum mit Nachtragen; aber 
eine Unordnung ist dadurch entstanden, dafs die fiinf Hymnen, 
welche an die Ferialhymnen des Freitags sich anschliefsen 
sollteu, durch ein evidentes Versehen des Kopisten zwischen 
die Advents- und Weihnachtshymnen geschoben sind; ich habe 
sie deshalli durcb Kinziehen in der Linie kenntlich machen 
lassen. — Leider fehlen Anhaltspunkte , die Provenienz des 
Hymnars sicher zu bestimmen ; ich kann nur vermuten. dafs 
es aus Italien stammt. — Die folgenden Hymnare fiihren uns 
nach Frankreick. 

6. Die Hyninen des Hymnarium Martialense saec. 10. 



Christe redemptor omnium. (NataleD.) 
Ave maris stella. (Puriticatio B. M. V.'?) 
Audi benigne conditor. (Quadrag.) 
Iam Christe sol iustitiae. (Quadrag.) 
Dei fide qua vivimus. (Quadrag. Tertia.) 
Qua Christus hora sitiit. (Quadrag. 
Sexta.) 

Ternis ter horis numerus. (Quadrag. 
Nona.) 

Vexilla regis prodeunt. (Passio D.) 
Rex aeterne Domiue. (Pascha.) 
Aeterne rex altissime. (Asceusio D.) 
Iesu nostra redemptio | Amor. (As- 
censio.) 



Pastor bonus fons gratiae. (Petrus et 
Paulus.) 

Christe sanctorum decus atque. (Bene- 
dictus.) 

Christe sanctorum d. angelorum. (Mi- 
chael.) 

Kex Christe Martini decus. (Martinus.) 

* * 
* 

Aeterna Christi munera ] Et martyrum. 

(Martvres.) 
Deus tuorum militum. (Martyres.) 
Virginis proles opifexque. (Virgines. 



Vorstehendes Hymnar, welches dem altesten aller uus 
bekannten Tropare im Cod. Parisin. 1240 auf fol. 91—96 
nachtraglich, aber von eiuer Hand des 1<». Jahrhuuderts, ein- 
gefiigt ist, wird unschwer als Bruchstiick erkannt. Das 
Festtiale ist genau nach dem Kirchenjahr geordnet, aber es 
fehlt der Advent. Die Hymnen <1e Communi Sanctorum 
scheineu unvollstaudig zu sein. Gauzlich vermissen wir die 
Hvmnen des Sonntags und der Woche. Der gleiche Mangel 
ist beim folgenden Hymnar zu bedauern. 

7. Die Hymnen des Hymnarium S. Iohanuis 
Laudunensis saec. 10. 



Conditor alme siderum. (Adventus D.) Hostis Herodes impie. (Epiphania). 
Veui redemptor gentium. (AdventusD.I Quod chorus vatum. (Purificatio B. 
A solis ortus cardiue. (Natale D.) M. V.) 



Die altesten Quellen der Hymnen. 



XXXIII 



Fit porta Christi pervia. (Purincatio 
B. M. V.) 

Summe largitor praemii. (Quadrag.) 
Dei fide qua vivimus. (Quadrag.) 
Perfecto trino numero. (Quadrag.) 
Sic ter quaternis trahitur. (Quadrag.) 
Ad cenam agni providi. (Pascha). 
Aeterne rex altissime. (Ascensio D.) 
Ut queant laxis resonare. (Joh. Bapt.) 
Aurea luce etdecore. (Petrus et Paulus.) 
Iste confessor Domini. (Germanus.) 
Caeli cives adplaudite. (Dionysius.) 
Ave pater scandens polum. (Dio- 

nysius.) 
Virginis proles opifexque. (?) 
Apostolorum principem. (Petrus.) 
Apostolorum passio. (Petrus et Paulus.) 
Christe sanctorum d. atque. (Bene- 

dictus.) 

* * 

* 



Aeterna Christi munera. (Martyres.) 
Eex gloriose martyrum. (Martyres.) 
Martyr Dei qui unicum. (Martyr.) 
Deus tuorum militum. (Martyr.) 
Iesu redemptor omnium | Perpes. (Con- 
fessor.) 

Summe confessor sacer. (Confessor.) 

Sanctorum meritis inclita. (Martyres.) 

Iesu corona virginum. (Virgines.) 

* * 
* 

Tibi Christesplendorpatris. (Michael.) 
Christe sanctorum d. angelorum. (Mi- 
chael.) 

Christe cunctorum dominator. (Dedi- 
catio.) 

Nocte surgentes vigilemus. (Noct.) 
Ecce iam noctis tenuatur. (Mat.) 
Pange lingua gloriosi. (Crux Sancta.) 
Audi benigne conditor. (Quadrag.) 



Der Cod. Bernen. 455 (Cod. 60 unseres Quellenverzeich- 
nisses) bietet vorstehende Hymnen auf fol. 1 — 14. — Wahrend 
die Sonntags- unrf Ferialhymnen, die natiirlich sicher zum 
Hymnar gehorten , leider fehlen , finden sich die Hymnen de 
Communi Sanctorum vollstandig so vor wie im irischen Hymnar, 
noch vermehrt um den schon bekannten Zuwachs von „Deus 
tuoruwi militum", „Jesu rerfemptor omnium \ Perpes" und „Iste 
confessor Domini sacratus" (letzterer ins Festivale eingefugt 
fiir das Fest des hl. Germanus). — Die am Schlufs an- 
gefiihrten sieben Hymnen. welchevon gleicher Hand eingetragen 
sind , gehoren wohl zum Hymnar , aber sie fiigen sich nicht 
organisch in das eigentliche Corpus ein und illustrieren 
neuerdings das schon mehrmals betonte Wachstum in den 
Hymnaren. Beachtenswert ist namentlich , dafs hier aber- 
mals der Nocturn- und der Laudeshymnus fur den Sonntag in 
der Sommerzeit als Nachziigler einriicken (vgl. oben S. XXVII). 
Der Fastenhymnus „Aurfi benigne conrfitor" ist ganz getrennt 
vom Hymnar auf fol. 25 aufgezeichnet. Vor demselben finden 
sich drei Dichtungen , die als Reimgebete iiberhaupt nicht in 
ein Hymnar gehoren, namlich : ..Sume plectrum lingua metri" 
(Anal. Hymn. XLVI, 360), „ 0 mortalis homo" (in der Hs. als 
„Versus Eugenii" bezeichnet) und das Lehrgerficht „Qui signati 
estis Christo \ Mementote repromisso" . Das gleiche gilt von den 
Reimgebeten „Arf caeli clara non sum rfignus sirfera u (Anal. 
Hymn. L, 148) und „Apparebit repentina rfies magna Domini 1 '. 

Blume, Thesauri hymnologici Hymnarium. III 



XXXIV 



Einleitung. 



8. Die Hymnen des Hymnar 

O lux beata trinitas. (Sabb. Vesp.) 
Deus creator omnium. (Sabb. Vesp.) 
Primo dierum omnium. (Domin. Noct.) 
Aeterne rerum conditor. (Domin. Ma- 
tut.). 

Te lucis aute terminum. (Domin. 

Complet.) 
Christi qui lux es et dies. (Domiu. 

Complet.) 

Lucis creator optime. (Domin. Vesp.) 
Somno refectis artubus. (Fer II. Noct.) 
Splendor paternae gloriae. (Fer. Ma- 
tut.) 

Immense caeli conditor. (Fer. Vesp.) 
Consors paterni luminis. (Fer. III. 
Noct.) 

Ales diei nuntius. (Fer. III. Matut.) 
Telluris ingens conditor. (Fer. III. 
Vesp.) 

Rerum creator optime. (Fer. IV. Noct.) 
Nox et tenebrae et nubila. (Fer. IV. 
Matut.) 

Caeli Deus sanctissime. (Fer. IV. Vesp.) 
Nox atra rerum contegit. (fer. V. Noct.) 
Lux ecce surgit aurea. (Fer. V. Ma- 
tut.) 

Magnae Deus potentiae. (F er. V. Vesp.) 
Tu trinitatis unitas. (Fer. VI. Noct.) 
Aeterna caeli gloria. (Fer. VI. Matut.) 
Plasmator hominis Deus. (Fer. VI. 
Vesp.) 

Summae Deus clementiae. (Sabb. Noct.) 
Aurora iam spargit polum. (Sabb. Ma- 
tut.) 

Nocte surgentes. (Domin. Noct.) 
* * 



ium Marchianense saec. 10. 

(Liicke in der Handsehrift.) 

Aurea luce et decore. (Petrus et 
Paulus.) 

Tibi Christe splendor patris. (Michael.) 
Christe sanctorum d. angelorum. 

(Michael.) 
Christe red. omnium | Conserva. 

(Omnes SS) 
Iesu salvator saeculi. (Omnes SS.) 
Urbs beata Hierusalem. (Dedicatio.) 

* * 
* 

Exsultet caelum laudibus. (Apostoli.) 
Aeterna Christi munera. (Martyres.) 
Ortu Phoebi iam proximo. (Martyres.) 
Deus tuorum militum. (Martyres.) 
Martyr Dei qui unicnm. (Martyr.) 
Sanctorum meritis inclita. (Martyres.) 
Rex gloriose martyrum. (Martyres.) 
Iste contessor Domini. (Confessor.) 
Iesu redemptor omnium | Perpes.(Con- 
fessor.) 

Virginis proles opifexque. (Virgines.) 
Iesu corona virginum. (Virgines.) 

Christe salvator hominumque. (Ric- 
trudis.) 

Regi Christo salvatori. (Rictrudis.) 
Christe red. omnium | Infirma. (Eu- 

sebia.) 

Iesu benigne conditor. (Eusebia.) 
Plebs devota Deo. (Stephani Reve- 
latio.) 



Beim vorstehenden Register der Hymnen, welche in kleiner 
Schrift auf den grofien Folios 09 a — 72 a des Cod. Duacen. 170 
(Cod. 57 unseres Quellenverzeichnisses) von einer Hand des 
10. Jahrhunderts geschriehen sind (das Psalterium ist saec. 9), 
haben wir die grolse Liicke im Festivale zu bedauern. Wenn 
auch nur ein Blatt fehlt, so sind darlurch etwa 20 Hymnen 
in Wegfall geraten, da hier durchschnittlich 20 Hymnen auf 
je ein Folio kommen. Somit diirfte der Hymnenbestand sich auf 
rund 70 Nummern belaufen. — Die Hymnen der Woche oder 
de Tempore cointnunes sowie jene de Communi Sanctorum, 
welche das Festivale umschliefsen . bediirfen keines weiteren 
Konimentares ; es siuil ausnahmslos alle aus der Liturgie der 



Die altesten Quellen der Hymnen. 



XXXV 



irischen Kirche vorhanden, vermehrt um vier Hyranen auf 
die Apostel, Martyrer und Bekenner. Nur eine Unordnung 
ist zu bemerken, welche wohl der Nachlassigkeit des Kopisten 
ihren Ursprung verdankt : An den Anfang des Hymnars sind 
zwei Hyranen geraten , die an den Schlufs der Hymnenseries 
fiir die Woche gehoren , namlich nach ,,Aurora iam spargit 
polum u , dem Laudeshymnus des Samstags: und die vier 
Hymnen zu den kleinen Horen sind iibersehen worden. Dafs 
„Nocte surgentes", dem wahrscheinlich auf dem nachsten, jetzt 
nicbt mebr vorhandenen Blatte „Ecce iam noctis" folgte, auch 
hier abermals der zugehorigen Series angehangt und nicht 
in sie eingefugt ist, bestatigt unsere oben ausgesprochene 
Vermutung vom relativ spaten Ursprung dieser beiden Hymnen, 
welche vielfach irrig Gregor dem Grofsen zugeschrieben werden. 
— Die am Schlusse angefugten fiinf Hymnen berichten wieder- 
um vom Anwachsen der Hymnare. Im 12. u. 13. Jahrhunderte 
sind nachher noch neun weitere Hymnen hinzugefiigt, namlich : 



Rex Christe Martini decus. 
Felix per omnes festum. 
Martyris ecce dies Agathae. 
Tellus ac aethra iubilent. 
Iam Christe sol iustitiae. 



Dei fide qua vivimus. 
Qua Christus hora sitiit. 
Ternis ter horis numerus. 
Sidus solare revehit. 



9. Die Hymnen des Hymnarium Moissiacense saec. 10. 

Da alle Hymnen dieses Hymnars in der Reihenfolge, 
wie der Cod. Rossian. VIII 144 (Cod. 58 unseres Quellen- 
registers) sie bietet, im II. Bande der Analecta mitgeteilt 
sind, kann ich auf ein Verzeichnis der Hymnenanfange ver- 
zichten. Es geniigt, daran zu erinnern, dafs die Hymnen 
de Tempore communes auch hier das Hymnar eroffnen; es 
folgen , nach dem Kirchenjahr geordnet, die Hymnen des 
Festivale und schliefslich die bekannten de Communi Sanctorum. 
— Weil im Anfange des Kodex nicht nur ein Blatt, sondern 
eine ganze Lage fehlt, vermissen wir alle Sonntagshymnen, 
jene zu den kleinen Horen, die Complethymnen und den 
Nocturnhymnus des Montags, im ganzen also zwolf Hymnen. 
Im iibrigen ist die Anordnung der Ferialhymnen wie im 
Hymnar von Bobio (Hymnenverzeichnis 5). — Was am meisten 
bei diesem alten Hymnare des 10. Jahrhunderts im Gegen- 
satze zu den besprochenen gleichalterigen auffallt, ist die 

IH* 



XXXVI 



Eialeitung. 



grofse Anzahl der Hymnen irn Festivale, welche sieli auf nicht 
weniger als 76 beziffern. Dazu kommen elf Hymnen de 
Communi Sanctorum uud 17 bzw. (mit den zwolf im Anfange 
fortgefallenen) 29 Sonntags- und Ferialhymnen, was die statt- 
liche Zahl von 116 Hymnen ergibt, Damit nicht genug ist 
von gleicher Hand des 10. Jahrhunderts noch eine ziveite 
Serie von 22 Festhymnen auf fol. 59'»— 69 ] > angefugt und so 
ein Hymnar des 10. Jahrhunderts mit 138 Hymnen geschaffen, 
denen am Schlusse des 10. und Anfange des 11. Jahrhunderts 
noch sieben weitere zugesellt sind. Ein gleich oder nur 
ahnlich reichhaltiges Hymnar aus dieser Zeit lafst sich nicht 
vorweisen. In Frankreich scheint jedoch dieses Wachstum in 
den Hymnaren nicht andauernd und gleichmafsig gewesen zu 
seiu, da z. B. das Hymnar von Corbie und das Brevier von 
St. Germain-des-Pres (Nr. 64 u. 62 unseres Quellenregisters) 
sogar im 11. Jahrhundert nur 90 bzw. 98 Hymnen enthalten. 
— Auch Englaiid zeigt ein zwar stetes, aber relativ lang- 
sameres Tempo in dem Anwachsen des Hymnenbestandes 
seiner Hymnare. 

10. Die Hymnen des Hymnarium Cantuarieuse(?) saec. 10. ex. 



Primo dierum omnium. (Dom. Noct.) 
Aeterne rerum conditor. (Dom. Matut.) 
Nocte surgentes. (Dom. Noct. Aestate.) 
Ecce iam noctis. (Dom. Matut. Aestate.) 
Iam lucis orto sidere. (Dom. Prima.) 
Nunc sancte nobis spiritus. (Dom. 
Tertia.) 

Rector potens verax Deus. (Dom.Sexta.) 
Kerum Deus tenaxvigor. (Dom.Nona.) 
Lucis creator optime. (Dom. Vesp.) 
Te lucis ante terminum. (Dom. Com- 
plet.) 

Iesu red. saeeuli | Verbum. (Dom. 
Complet.) 

Christe qui lux es et dies. (Dom. 
Complet.) 

Cultor Dei memento. (Dom. Complet.) 
Somno refectis artubus. (Fer. II. Noct.) 
Splendor paternae gloriae. (Fer. II. 
Matut.) 

Immensecaeli conditor. (Fer. II. Vesp.) 
Consors patenii luminis. (Fer.III. Noct.) 
Ales diei nuntius. (Fer. III. Matut.) 
Telluris ingens conditor. (Fer.lII.Vesp.) 
Kerum creator optime. (Fer. IV. Noct.) 
Nox et tenebrae. (Fer. IV. Matut.) 
Caeli Deus sanctissime. (Fer.IV. Vesp.) 



Nox atra reruro contegit. (Fer. V.Noct.) 
Lux ecca surgit aurea. (Fer. V. Matut.) 
Magnae Deus poteutiae. (Fer. V. Vesp.) 
Tu trinitatis uuitas. (Fer. VI. Noct.) 
Aeterna caeli gloria. (Fer. VI. Matut.) 
Plasmator hominis Deus. (Fer. VI. 
Vesp.) 

Summae Deus clementiae. (Sabb. Noct.) 
Aurora iam spargit polum. (Sabb. 
Matut.) 

Deus creator omnium. (Sabb. Vesp.) 
O lux beata trinitas. (Sabb. Vesp.) 

* * 

Conditor alme siderum. (Adventus D.) 
Verbum supernum prodiens. (Ad- 

ventus D.) 
Vox clara ecce intonat. (Adventus D.) 
Nobis ecce dies ordine. (Andreas.) 
Christe red. omnium | Ex. (Natale D.) 
Surgentes ad te Domine. (Natale D.) 
Audi redemptor gentium. (Natale D.) 
Iam rutilat sacrata dies. (Stephanus.) 
A solis ortus cardine. (Epiphania.) 
Hostis Herodes impie. (Epiphania.) 
Qnod chorus vatum. (Purificatio 

B. M. V.) 



Die Sltesten Quellen der Hvmneu. 



XXXVII 



Alleluia dulce carmen. (Septuagesima.) 
Alleluia piis edite regibus. (Septua- 
gesima.) 

Almum sidereae iam patriae. (Septua- 
gesima.) 

Dei fide qua vivimus. (Quadrag.) 
Meridie orandum est. (Quadrag.) 
Perfecto trino numero. (Quadrag.) 
Sic ter quaternis trahitur. (Quadrag.) 
Audi benigne conditor. (Quadrag.) 
Ex more docti mystico. (Quadrag.) 
Iesu quadragenariae. (Quadrag.) 
Clarum decus ieiunii. (Quadrag.) 
Christe sanctorum decus atque. (Bene- 
dictus.) 

Quem terra pontus. (Annuntiat. 

B. M. V.) 
Ave maris stella. (Annuntiat. B. M. V.) 
Vexilla regis prodeunt. (Passio D.) 
Auctor salutis unicus. (Passio D.) 
Ad cenam agni providi. (Pascha.) 
Iesu nostra redemptio. (Pascha.i 
Aurora lucis rutilat. (Pascha.) 
Hymnum canamus Domino | Hymni. 

(Ascensio.) 
Optatus votis omnium. (Ascensio.) 
Iam Christus astra ascenderat. (As- 

censib.) 

Veni creator spiritus. (Peutecoste.) 
Beata nobis gaudia. (Pentecoste.) 
Anni peractis mensibus. (Pentecoste.) 
Ut queant laxis. (Joh. Bapt.) 



Aurea luce etdecore. (Petrus etPaulus.) 
Martyris Christi colimus. (Laurentius.) 
Mysteriorum signifer. (Michael.) 
Tibi Christe splendor patris. (Michael.) 
Christe sanctorum d. angelorum. 

(Michael.) 
Festiva saeclis colitur. (Omnes SS.) 
Christe red. omnium | Conserva. (Om- 

nes SS.) 

Omnium Chiiste pariter tuorum. (Om- 
nes SS.) 

Martine confessor Dei. (Martinus.) 

* * 
* 

Exsultet caelum laudibus. (Apostoli.) 
Aeterna Christi munera. (Apostoli.) 
Iam bone pastor Petre. (Apostoli.) 
Adnue Christe saeculorum. (Apostoli.) 
Martyr Dei qui unicum. (Martyr.) 
Deus tuorum militura. (Martyres.) 
Rex gloriose martyrum. (Martyres.) 
Sanctorum meritis. (Martyres.) 
Iste confessor Domini. (Confessor.) 
[Rex] Christe splendor gloriae. (Con- 
fessor.) 

Iesuredemptoromnium | Perpes. (Con- 
fessor.) 

Summe confessor sacer. (Confessor.) 
Virginis proles opifexque. (Virgines.) 
Iesu corona virginum. (Virgines.) 



Die Haadschrift, welche dieses Hymnar auf fol. 105 — 128 
enthalt (der erste Teil ist ein Psalterium), wurde vom Bri- 
tischen Museuoi letztes Jahr fiir 60000 Mark erworben und 
als Cod. Add. 37 517 den Manuskriptschatzen eingereiht. 
Mein Freund Bannister machte mich im September darauf 
aufmerksam und bezeichoete das Hymoar als aus Canterburg 
stammend und um das Jahr 1000 geschrieben. Dem Publikum 
war das Kleiood damals noch nicht zur Beoutzuog freigegebeD. 
Die Direktion der Manuskriptabteilung hatte jedoch die 
grofse Giite, fiir die Analecta Hymnica die Anfertigung eioes 
HymDeoverzeicoDisses zu gestatten , welches mit gewohnter 
Liebenswiirdigkeit Rev. James Mearns mir besorgte. Beideo, 
dem bekaooteo Hymnologen und dem Keeper of Manuscripts, 
sei dafur hier der verbindlichste Dank ausgesprocheo. Letzterer, 
Rev. F. Warne . teilte mir iiberdies gutigst mit, dafs oach 
seioer Schatzuog der Kodex gegeo Schlufs des 10. Jahr- 
hunderts, uod zwar sicher io EDglaod, wahrscheiDlich im 



XXXVIII 



Einleitung. 



sildlichen Teile des Landes, wozu also Canterbimj passen 
wiirde, geschrieben sei. Nach Mearns Ansicht ist die Hand 
des Schreibers die eines Iren. Schrift und Ausstattung wird 
als aufserst prachtvoll geschildert. — Das Hyranenregister 
zeigt, dafs alle Hymnen mit grofser Sorgfalt systematisch 
geordnet sind: 1. Hymni communes de tempore, 2. Hymnen 
des Festivale, 3. Hymni de Communi Sanctorum. Kein 
einziger Hymnus ist aufserhalb der Ordnung eingetragen, 
auch die mehrmals angezogenen Sonntagshymnen fur Nocturn 
und Laudes der Sommerzeit. namlich „Nocte surgentes" und 
„Ecce iam noctis" treffen wir hier nachweisbar zum ersten 
Male am richtigen Platze. Beachtenswert ist, dafs auch 
„Oultor Bei memento" von Prudentius hier zum ersten Male 
als Complethymnus angeordnet ist, wahrend in den Anal. 
Hymn. L, 29 als alteste Quelle fiir den liturgischen Gebrauch 
erst eine Handschrift des ausgeheuden 13. Jahrhunderts ge- 
nannt werden konnte. — Das Festivale zeigt Reichtum an 
manchen seltenen Hymnen; unter denselben ist namentlich 
der Andreas-Hymnus n Nobis ecce dies" (Anal. Hymn. L, 201) 
von Raban hervorzuheben , da bisher nur die Ausgabe von 
P. Browerus als Quelle zur Verfiigung stand 1 ). — Die 
Hymnen auf die Apostel, Martyrer, Bekenner und Jungfrauen 
sind von den 7 im irischen Hymnar, welche ausnahmslos auch 
hier wieder auftreten, auf 14 angewachsen. — Der gesamte 
Hymnenbestand beziffert sich auf 90 Nummern. Vergleicht 
man damit das Hymnarium Exoniense des 11. Jahrhunderts 
(Cod. 13 unseres Quellenregisters), auf dessen Inhaltsangabe 
ich hier verzichten mufs, so wird man darin ein Anwachsen 
auf 116 Hymnen wahrnehmeu konnen, wobei obendrein zu 
beachten ist, dafs letztere Handschrift an einer Stelle eine 
Liicke zeigt 2 ). 



') Im Bande der Epilegomena werde ich eine Kollation dieses Hymnus 
und der anderen selteneren Hymnen zu verwerten suchen. 

2 ) Ein cUteret Hymnar aus England scheint nicht bekannt zu sein. Wohl 
ist das sogenannte ..Rituale Dunelmense" (Cod. 11 unseres Quellenregisters ■ 
cfr. Ausgabe der Surtees Society vom Jahre 1^40) im 9., 10. u. 11. Jahrh. 
verfafst; aber die wenigen Hymneu sind bis auf einen alle am Schlufs des 
10. Jahrhunderts von verschiedener Haud eingetragen; und bilden nur ein 
Hruchstiick aus eiuem Hymnar: 



Die altesten Quellen der Hymnen. XXXIX 



Deragegenilber isj die interessante Beobachtung zu 
machen, dafs Spanien schon im vollen 10. Jahrhundert ein 
Hymnar aufweist, welches nicht weniger als 175 Hymnen 
umschliefst : 

11. Die Hymnen des Hymnariura Toletanum saec. 10. 

Das Verzeichnis dieser Hymnen, welches seinerzeit Breves 
in Madrid gefertigt hatte (s. Cod. 09 unseres Quellenregisters), 
habe ich bereits im Bd. XXVII der Analecta auf S. 21 ff. 
mitgeteilt. — Weil jenes Hymnar zum mozarabischen Ritus 
gehort, tragt es begreiflich ein von den anderen Hymnaren 
grundverschiedenes Geprage, sowohl was Inhalt als Anordnung 
betrifft. Von Bedeutung fiir uns ist, dafs alle Hyinnen des 
irischen Hymnars, namlich die Sonntags- uncl Ferialhymnen 
und jene de Commimi Sanctorum, sich auch hier wieder vor- 
tinden , und zwar ausnahmslos ; wenn „Iam lucis orto sidere" 
fehlt, so ist zu beachten, dafs gerade an jener Stelle des Kodex, 
wo der Hymnus zur Prim mitzuteilen war, eine Liicke ist. 
Ja , gerade diese Hymnen bilden , abgesehen von denen des 
hl. Arabrosius, den einzigen gemeinsamen Grundstock des in den 
iibrigen Hymnen sonst ganz verschiedenen mozarabischen und 
romischen Breviers. Auch jene Hymnen, was sehr beachtenswert 
erscheint, die allmahlich im Laufe des 10. Jahrhunderts die 
Liste der irischen Hymnen de Communi Sanctorum um zwei bis 
vier Nummern bereicherten, wie „Exsultet caelum laudibus", 



fol. 64. Auctor salutis unicus. saec. 9 /io. 

„ 65. Audi benigne conditor. saec. 10. ex. 

„ 65. Vexilla regis prodeunt. saec. 10. ex. 

„ 65. Ad cenam agni providi. saec. 10. ex. 

„ 77. Iam lucis orto sidere. saec. 10. ex. 

„ 77. Nunc sancte nobis spiritus. saec. 10. ex. 

„ 77. Eector potens verax Deus. saec. 10. ex. 

„ 77. Eerum Deus tenax vigor. saec. 10. ex. 

„ 77. Eex Christe clementissime. saec. 10. ex. 

„ 77. O lux beata trinitas. saec. 10. ex. 

„ 82. Te lucis aute terminum. saec. 10. ex. 
Die Hymnen auf fol. 65 sind von anderer Hand als jeue auf fol. 77, 
nnd wiederum von anderer Hand ist jener auf fol. 82. — Diese Mitteilungen 
vom Eev. Canon Fowler zu Uurham vermittelte mir giitigst Eev. James 
Mearns. 



XL 



Einleitung. 



Iesu redemptor omnium \ Perpes", „Iste confessor Domini" und 
„Rex Christe splendor 11 fehlen ini Hymnar von Toledo. Das ist 
eine neue gewichtvolle Bestatigung, dafs die Hymnen der 
irischen Gruppe durch ihren Urspruog und durch die Autoritat, 
welche sie fiir die Liturgie anordnete, ein aufserordentliches 
Ansehen genossen. Nur aus der Gruppe der Laudeshymnen 
fur die Wochentage fehlen im Hymnar von Toledo die 
Hymnen fur Mittwoch bis Freitag. Der Grund ist leicht zu 
ermitteln. Die Laudeshymnen bilden namlich im Gegensatz 
zu den Nocturn- und Vesjjerhymnen keine einheitliche Series' 
sind nicht von einem Dichter , am wenigsten von Gregor 
dem Grofsen, sondern sind das Ergebnis einer Zusammen- 
stellung von zwei Hymnen des hl. Ambrosius, von drei Centos 
aus den Dichtungen des Prudentius, einem Abecedar und einem 
gewohnlichen Hymnus unbekannter Herkunft. Die Hymnen des 
hl. Ambrosius aber waren bei den Mozarabern schon frtih in 
Brauch, insbesondere diente n Splendor paternae ghriae"' als 
„ad Matutinas cottidie l \ und Prudentius war so wie so durch 
nicht weniger als 37 Gedichte bzw. Centos vertreten (vgl. 
raeine Zusammenstellung in Anal. Hymn. XXVII, 37 ff.). 
So ist es begreiflich, dafs die kompilatorische Gruppe der 
Laudeshymnen als solche keine Aufnahme fand. — Die Ubrigen 
spanischen Quellen des 10. Jahrhunderts, deren Inhalt ubrigens 
im Band XXVII der Analecta genau angefuhrt ist, sind alle 
mehr oder minder llickenhaft und bieten als solche keine 
sicheren Anhaltspunkte fiir weitere Beobachtungen. 

Hiermit waren die Hymnare des 10. Jahrhunderts aus 
den verschiedenen Landern erledigt. Es erubrigt eigentlich 
noch die Mailandische oder Ambrosianische Gruppe (c 1 unseres 
Registers), in welcher der Cod. Capit. Veronen. XC (85) ein 
besonderes lnteresse beansprucht, sowohl wegen seines Alters 
(9. Jahrh.), als wegen seines eigentiimlichen Inhaltes. Es 
hat den Anschein . dafs in Mailand neben den Hymnen des 
hl. Amhrosius noch eine zweite uralte Serie von Hymnen in 
liturgischen Gebrauche kam auf Heilige oder Feste, welche 
Ambrosius selbst nicht besungen hatte. Alle diese sonst nicht 
vorkommendeu Hymneu haben einen eigenartigen Stil, der 
auf einen und denselben Dichter des (5. oder 7. Jahrhunderts 
hinzudeuten scheiut. In einem dieser Hymnen . namlich 



Die altesten Quellen der Hymnen. 



XLI 



^Miraculum laudabile^ (Nr. 138 dieses Bandes), verrat das 
Akrostichon den Namen dieses Dichters: „Maximianus. u — 
Weil jedoch die Mehrzahl dieser Hymneu in die spateren 
Cistercienser-Bre\iere ilberging, der Hymnengehalt der ver- 
schiedenen Ordensbreviere des 12. u. 13. Jahrhunderts aber 
im nachsten Bande zu besprechen, ist, schien es mir besser, 
die Untersuchung iiber die Mailandisch-Ambrosianischen 
Hymnare fiir eben diesen Band zuriickzustellen , um sie mit 
jener iiber die Cistercienser-Breviere zu verbinden. 

Ein kurzer Blick ist noch auf die Hymnare des be- 
ginnenden 11. Jahrhunderts zu werfen. Was sie uns 
namentlich zeigen konnen, ist das Anwachsen der Hymnen- 
sahl, und zwar im Festivale; denn der iibrige Grundstock ist 
und bleibt derselbe. Vor allen anderen Landern zeichnet sich 
hier Italien durch aufserst uppigen Hymnenreichtum aus. 
Die beiden St. Galler Breviere saec. 10 /n. (Cod. Sangallen. 
413 und 387 = Nr. 25 u. 26 unseres Quellenregisters, welche 
als Pars hiemalis und Pars aestivalis zusammen ein Brevier 
ausmachen) bieten zusammen 97 Hymnen; das Hymnar von 
Corbie und das Brevier von St. Germain- des- Pres , beide aus 
dem 11. Jahrhundert, enthalten 90 bzw. 98 Hymnen, wie oben 
erwahnt wurde; auch ist schon hingewiesen auf die 116 Hymnen 
des Hymnars von Exeter , denen wegen einer Liicke in der 
Handschrift vielleicht ein Dutzend beizuzahlen ist. — Anders 
in ltalien. Jene Hymnare , deren Ursprung noch auf der 
Schwelle vom 10. zum 11. Jahrhundert liegt, uberbieten dort 
alle anderen Hymnare an Reichhaltigkeit, oft um ein Be- 
deutendes. Das Hymnarium Casinense (Nr. 45 des Quellen- 
registers) enthalt 130 Hymnen, das Beneventanum (Nr. 44), 
welches im Anfange und an zwei weiteren Stellen defekt ist 
und in dem mindestens zwei Blatter fehlen, umschliefst auch 
so noch 155 Hymnen; die Zahl derselben belauft sich im 
Veronense (Nr. 43 des Registers) auf 196, und das Severinianum 
(Nr. 51) weist sogar 287 Hymnen auf. 

Das genaue Hymnenverzeichnis aus letzterer Quelle ist 
von Dreves im XIV. Bande der Analecta (S. 9 ff.) schon mit- 
geteilt. Dort war zu konstatieren , dafs der Cod. Vatican. 
7172, der dieses Hymnar enthalt, im Anfange defekt sei, so 
dafs beilaufig 25 Hymnen fehlten, was aus dem gleichalterigen 



XLII 



Einleitung. 



Doppelganger dieses Hymnars, dem Cod. Parisin. 1092, zu 
schliefsen war. Unlangst hat Bannisier diese fehlende erste 
Lage des Kodex glucklich wieder entdeckt, so dafs dieses 
Hymnar nun vollstaudig ist bis auf das erste Blatt, auf dem 
die sieben ersten Strophen des Hymnus „Primo dierum omnium" 
standen. Nach giitiger Mitteilung des Entdeckers sind die 
bisher fehlenden 27 ersten Hymnen, welche in der Reihen- 
folge sich mit jenen im Cod. Parisin. 1092 nicht decken, und 
unter denen ein ganz besonderer Hymnus zur Prim steht, 
die folgenden: 

fol. fol. 

2a. [Primo dierum omnium]: beginnt 5b. SplendorpaternaegIoriae.(Fer. II. 
mit der Str. 8 : Quo carnis actu. Laud.) 

(Dom. Noct.) 6 a. Immense caeli conditor. (Fer. II. 

2a. Aeterne remm conditor. (Dom. Vesp.) 

Laud.) 6 b. Consors paterni luminis (Fer. III. 

2b. Nocte surgentes. (Dom. Noct. Noct.) 

aestate.) 6b. Ales diei nuntius. (Fer. III. Laud.) 

2b. Ecce iam noctis. (Dom. Laud. 7a. Telluris ingens conditor. (Fer. III. 

aestate.) Vesp.) 
3a. Iam lucis orto sidere. (Prima.) 7 a. Rerum creator optime. (Fer. IV. 
3a. Post matutinas laudes. (Prima.) Noct.) 

3b. Nunc sancte nobis spiritus. 7b. Nox et tenebrae. (Fer. IV. Laud.) 

(Tertia.) 7b. Caeli Deus sanctissime. (Fer. IV. 

3b. Rector potens veraxDeus. (Sexta.) Vesp.) 

3b. Rerum Deus tenax vigor. (Nona.) 8a. Nox atra rerum contegit. (Fer. V. 
3b. Lucis creator optime. (Vesp.) Noct.) 

4a. Deus creator omnium. (Vesp.) 8a. Lux ecce surgit aurea. (Fer. V. 
4b. Te lucis ante terminum. (Complet.) Laud.) 

4b. Christequiluxesetdies.(Complet.) 8b. Magnae Deus potentiae. (Fer. V. 
5a. Cultor Dei memento. (Complet.) Vesp.) 

5b. Somno refectis artubus. (Fer. II. 8b. Tu trinitatis unitas. (Fer. VI. 
Noct.) Noct.) 

Lebhaft zu bedauern ist, dafs uns kein einziges Romisches 
Hymnar des 10. oder auch nur 11. Jahrhunderts erhalten blieb. 
Daraus zu schliefien , dafs es zn jener Zeit noch keines ge- 
geben habe , scheint mir angesichts der oben (S. XIV) vor- 
gebrachten Tatsachen durchaus unzulassig. — Ein Hymnar, 
das ich unter Nr. 55 im Quellenregister angab, entstammt 
wohl aus Rom, aber es ist entschieden monastisch. Von der 
Mitteilung seines Inhaltes sehe ich ab, um die Einleitung 
nicht allzu stark zu belasten , gedenke ihn aber im nachsten 
Band zugleich mit dem merkwurdigcn Hymnenbestande des 
Verowsrr-YlxmnSLrs (Nr. 43 des Registers) vorzulegen, um so 
einen Vergleich mit den jungeren Brevieren der verschiedenen 
Ordeu uud des Weltklerus anschaulicher zu gestalten. 



Die altesten Quellen der Hymnen. 



XLIII 



Der Inhalt der verschiedenen Hymnare aus den altesten 
und alten Zeiten bis zum Schlufs des 10. bzw. Anfange des 
11. Jahrhunderts dllrfte gezeigt haben, wie die liturgische 
Hymnodie allmahlich wuchs und namentlich seit Beginn des 
10. Jahrhunderts ausserst machtig und tippig sich entfaltete. 
Sie lassen erkennen, welches der feste, alte Kern und gleich- 
bleibende Stamm war und blieb, und welches die Aste und 
Zweige , die aus partikularen Bediirfnissen und Wtinschen 
einzelner Kloster und Kirchen hervorsprofsten ; sie lassen ein 
aufmerksames und kundiges Auge ablesen, wie allmahlich zu 
den alten Festen des Herrn und seiner Heiligen sich neue 
Feste und mit den Festen und durch die Festfeier neue Hymnen 
der Dichterbrust entlockten; und so liefern sie auch einen 
wertvollen Beitrag ftir die Geschichte der Liturgie. Die 
Hymnen , wie auch die Sequenzen und Tropen sind ja nicht 
nur aus dem religiosen Boden, sondern speziell aus dem Boden 
cler L/turgie, des feierlichen Gottesdienstes entsprossen, und 
ihre Geschichte und ihr Wert mufs und kann nur in Ver- 
bindung mit der Liturgie , mit den litwrgischen Hymnaren 
und Brevieren erkannt und verstanden werden. Aus der 
Liturgie kommt der Hymnodie ihr Licht, und umgekehrt 
entsendet die Hymnodie ein reiches Licht auf die Liturgie. 

* * 
* 

Es ertibrigt noch ein kurzes Wort tiber die Verwertung, 
welche einigen der aufgezahlten und skizzierten Hymnare 
und Breviere von frtiheren Hymnologen zu Teil wurde. Die 
unter Nr. 2, 35 und 31 (letzteres wahrscheinlich) im Quellen- 
register genannten Hymnare benutzte 1683 iTardinal Tommasi 
ftir die Ausgabe seines „Hymnarium", wortiber ich eingehend 
im Bd. XXVII, S. 13 ff. berichtet habe. — J. Stevenson 
gab im Jahre 1851 als Vol. XXIII von „The Publications of 
the Surtees Society" sein Buch „The Latin Hymns of the 
Anglo-Saxon Church with an Interlinear Anglo-Saxon Gloss" 
heraus. Als Grundlage diente ihm das Hymnar Nr. 10, und 
laut Vorwort leisteten ihm Hymn. 12 und 13 eine „additional 
assistance". Tatsachlich bietet er blofs den Text aus dem 
Hymnar 10, ohne je die Variauten der andereu Quellen zu 
bezeichnen; letztere dienten ihm sichtlich nur dazu, um ab 



XLIV 



Einleituug. 



und zu an scheinbar oder wirklich verderbten Stellen den 
Text seiner Hauptquelle zu verbessern . wobei alsdann die 
Lesart dieser, aber auch nur dieser Quelle in der Fufsnote 
angeinerkt wurde. Aufserdem bot er in einem Appendix 
23 Hymnen aus dem Hymnar 13, welche er im Hymnar 16 
nicht vorgefunden hatte. Schliefslich ist im Register bei jedem 
Incipit der Hymnen notiert, ob und wo der betreffende Hymnus 
in 16, 12, 13 und 14 steht. Dieses letztere Hymnar hat 
Stevenson sonst nicht benutzt. Die Lesarten aus dem Hymnar 16 
habe ich aus Stevensons Ausgabe entnommen; die anderen 
drei Hynmare (Nr. 12, 13 u. 14) hat in gewohnter Diensteifrig- 
keit mein Freund Rev. H. M. Bannister mir kollationiert. 

Das Murbacher Hymnar (Nr. 4) wurde nach der un- 
zulanglichen. weil auf einer unzuverlassigen Kopie basierenden 
Ausgabe durch Jacob Grimm, betitelt: „Hymnorum veteris 
ecclesiae XXVI Interpretatio theotisca nunc primum edita" 
(Gottingae 1830), von Eduard Sievers im Jahre 1874 neu 
herausgegeben unter dem Titel: „Die Murbacher Hymnen." 
So sorgfaltig die Textwiedergabe war , so ftihlbar macht sich 
der Mangel , dafs Sievers die eigentliche Bedeutung des 
Hymnars und seine Beziehung zu anderen Hymnaren, die er 
fiir die Ausgabe unberiicksichtigt liefs, verkannte. Auch 
diese Handschrift hat Bannister mir nochmals genau revidiert 
und kollationiert. 

Eine ganz vorzugliche Publikation erfuhren die Hymnen 
der Hymnare (bzw. Breviere) Nr. 5, 22, 23, 24, 28, 41 u. 42 
des Quellenverzeichuisses durch den derzeitigen Bibliothekar 
von Ziirich, Dr. Jacob Werner in dem Werke „Die altesten 
Hymnensammlungen von Rheinau." (Leipzig 1891). Sichtlich 
sind ganz disparate Hymnare hier vereinigt : drei aus Rheinmt, 
eins aus Bheinau oder wahrscheinlich aus St. GaUen, eins 
aus Kempten und zwei aus Farfa. Die Bestimmung der 
Provenienz dieser beiden letztgenannten Hymnensammlungen 
war damals dem Herausgeber noch nicht sicher gelungen. und 
er verwies nur betreffs des Breviers (Nr. 42) auf eine „Ver. 
mutung" Calmets, dafs es „aus dem spoletanischen Kloster 
Tarfa" (Druckfehler statt „Farfa") stamme , und betreffs des 
Hymnars (Nr. 41) begniigte er sich mit der Bemerkung, dafs 
gewisse Merkmale „auf Entstehung in einem Lande roma- 



Die iiltesten Quellen der Hymnen. 



XLV 



nischer Zunge a weisen. Das war schon viel deutlicher, als 
die Ansicht £77. Chevaliers, der nach Werners Ausgabe schrieb: 
„L'hymuaire de Rheinau ne parait special ni a un ordre 
religieux ni a une region" (Poesie liturgique du moyen age. 
Paris, 1893, pag. 141). — Was alle diese sieben Hymnare ver- 
bindet, ist lediglich der Umstand, dafs sie einst in der Bibliothek 
von Rheinau zusammen ruhten; dieses veranlafste Werner zu 
dem an sich ganz korrekten , aber vielleicht manchen irre- 
fuhrenden Titel. Aus dem Grunde hatte ich es lieber gesehen, 
wenn er entweder nur die wirklich aus Rheinau stammenden 
Hymnare publiziert und somit ein Bild geboten hatse, welche 
Hymnen und in welchem Wbrflaute die Monche von Rheinau 
sangen, oder wenn noch andere alte Handschriften herbeigezogen 
waren, um die mitgeteiltenTexte sicherer und im urspriinglichen 
Wortlaute vorlegen zu konnen. An manchen Stellen geben 
namlich die Rheinauer Handschriften, wie vorliegender Band 
zeigen wird, sichernicht den urspriinglichen Text. Dieser Wunsch 
soll jedoch keineswegs als Tadel der mit grofster Sorgfalt 
veranstalteten Ausgabe angesehen werden. Weil alle Lesarten 
mit peinlicher Genauigkeit verzeichnet erscheinen, habe ich 
es fur ganz uberriiissig erachtet, diese von Werner ausgenutzteu 
Handschriften nochmals selbst zu kollationieren, sondern habe 
ausnahmsweise hier mit Material zweiter Hand gearbeitet 
auf die Gefahr hin, dafs dieses oder jenes kleine Versehen 
unterlaufen ist, Im iibrigen waren diese Handschriften schon 
vorher fur die Inedita in den Analecta Hymnica von Dreves 
benutzt worden. Nur den wichtigsten. wenngleich im Hymnar 
so verstummelteu Cod. Rhenov. 34 (genauer XXXIV) habe 
ich nachtraglich revidiert und durch die Gute des Herrn 
Bibliothekars Werner hier in Miinchen selbst mit aller Mufse 
revidieren konuen ; Werner hat namlich — aus welchem Grunde, 
weifs ich nicht — den Inhalt desselben nicht vollstandig mit- 
geteilt und mich dadurch zu eiuigen irrigen Angaben veranlafst, 
woriiber die Berichtiguugen auf Seite 304 uaheres melden. 

Schliefslich ist das Hymnar von Moissac (Nr. 58 des 
Quellenregisters) bereits in den Analecta Hymnica durch 
den Bd. II von Dreres vollstandig der Offentlichkeit iiber- 
geben worden. Dafs trotzdem eine ganze Reihe, ja der 
grofsere Teil dieser Hymneu hier nochmals in den gleichen 



XLVI 



Einleitung. 



Analecta zur Ausgabe gelangt. wird jeder leicht begreifen 
und billigen, wer den Zweck des II. Bandes im Auge behii.lt. 
Derselbe sollte lediglich vermittela, tvelche Hymuen und in 
welchem Wortlautc dieselben einstens in Moissac und gerade 
dnrt im 10. Jahrhunderte in Brauch waren. Das Ziel der 
Analecta Hymnica aber, wie eingangs bemerkt wurde, ist in- 
zwischen weiter gesteckt, und so galt es jetzt, zu zeigen, welche 
Hymnen des Moissacer Hymuars eine weite und weiteste Ver- 
breitung eiiangten, welche Gestaltung der Text an anderen 
Orteu aufwies und was demnach (mehrmals im Gegensatz 
zum Moissacer Texte) der urspriingliche und bessere Text 
ist. Das Hymnar von Moissac wurde fiir diese Ausgabe noch- 
mals auf den Kodex Rossianus VIII 144 revidiert und 
korrigiert, und zwar gemeinsam von mir und Dr. G. M. Dreves. 

Auch die meisten der in Italien befindlichen Quellen siud 
von mir im Jahre 1899/1900 im Verein mit Dreves, einige 
derselben von ihm allein kollationiert worden. Er stellte mir 
diese wie mehrere andere Abschriften und Kollationen 
zur Verfiigung, wofiir hiermit der gebiihrende Dank aus- 
gesprochen sei. Ein gieicher Dank sei abgestattet aufser dem 
allzeit hilfbereiten Rev. H. M. Bannister, der die drei Se- 
quenzenbande gemeinsam mit mir edieren wird, den beiden 
anderen englischeu Hymnologen Rev. James Mcarns und 
Rev. Arthur S. Walpole, welche mich auf mehrere interessante 
Hymnare aufmerksam machten, die Inhaltsangabe derselben 
mir vermittelten und verschiedene Kollationen giitigst be- 
sorgten. Zuletzt und nicht zu mindest schliefse ich von Herzen 
in meine Dankesbezeugung ein die Vorstande der National- 
bibliothek zu Paris, der grofsherzoglichen Landesbibliothek 
in Karlsruhe, der Kapitelsbibliothek zu Verona, der Stifts- 
bibliothek zu St. Gallen, des Britischen Museums zu London, 
der Kantousbibliothek zu Zurich und der Stadtbiblio- 
theken von Colmar, Stuttgart und Gotha, ohne deren freund- 
liches Entgegenkommen ich auf manche Mittel und Mit- 
teilungen hatte verzichten miissen, die zu mogiichster Voll- 
stiindigkeit und Vollkommenheit dieses Bandes forderlich waren. 
Wenn ich die Direktion und die iibrigen Beamten der hiesigen 
Hof- und Staatsbibliothek nicht ausdriickiich nenne, so wird 
jeder. der aus eigener Erfahrung weifs, in welch hochherziger 



Die iiltesten Quellen der Hymnen. 



XLVII 



und weitherziger Weise von diesen Herrn jede wissenschaft- 
licbe Arbeit mit reicblichsten Hilfsmitteln unterstiitzt und 
liebevoll gefordert wird , es nur zu gut begreifen , dafs die 
rechten Worte fiir wiirdigen Dank schwer zu finden sind, 
und deshalb hier der Dank lieber als selbstverstandlich vor- 
ausgesetzt wird. 

Es wurde von kompetenter Seite mir der Wunsch geaufsert, 
dafs ein besonderes Verzeichnis ersichtlich machen moge, welche 
Nummer und welcher Band in den Analecta den Hymuen desThe- 
saurus Daniels entspreche. Es wird besser sein, diesem Wunsche 
erst dann zu entsprechen, wenn das ganze Material des The- 
saurus zu neuer Ausgabe gelangt ist. — Ebenso wird eih be- 
sonderes alphabetisches Register der Hymnenanfange aus 
dem jetzigen Brevier mit einem Hinweis, wie der Hymnus 
lirspriinglich lautete, und mit eventueller Angabe, ob und wann 
dieser und jener Hymnus erst in jtingerer und jlingster Zeit 
entstancl , besser dem nachsten Hymnenbande LII , der die 
Hymnen des 12. — 15. Jahrhunderts enthalt, beigegeben werdeu. 

Miinchen, 2. Juli 1908. 

Clemens Blume. 



* 



PARS PRIOR. 

Hymni antiquissimi saeculi V.- 

r. 

De Tempore. 



iJlume, Thesauri hymnologici Hymnariuru. 



A 1. Hymni de Tempore Communes. 



S e r i e s p r i o r. 



1. Die Doniinica ad Nocturnas. 



1. Mediae noctis tempus est; 
Prophetica vox admonet, 
Dicamus laudes ut Deo 
Patri semper ac filio 

2. Sancto quoque spiritui. 
Perfecta enim trinitas 
Uniusque substantiae 
Laudanda nobis semper est. 

3. Terrorem tempus hoc habet, 
Quo, cum vastator angelus 
Aegypto mortem intulit, 
Delevit primogenita. 

4. Haec iustis hora salus est 
Et, quos idem tunc angelus 
Ausus punire non erat 
Signum formidans sanguinis. 

5. Aegyptus flebat fortiter 
Tantorum dira funera, 
Solus gaudebat Israel 
Agni protectus sanguine. 

6. Nos vero Israel sumus, 
Laetamur in te, Domine, 
Hostem spernentes et malum 
Christi defensi sanguine. 

7. Ipsum profecto tempus est, 
Quo voce evangelica 
Venturus sponsus creditur, 
Regni caelestis conditor. 



8. Occurrunt sanctae virgines 
Obviam tunc adventui 
G-estantes claras lampadas 
Magno laetantes gaudio; 

9. Stultae vero remanent, quae 
Extinctas liabent lampadas, 
Frustra pulsantes ianuam 
Clausa iam regni regia. 

10. Quare vigilemus sobrie 
Gestantes mentes splendidas 
Advenienti ut Iesu 

Digni curramus obviam. 

11. Noctisque mediae tempore 
Paulus quoque et Sileas 
Christum vincti in carcere 
Collaudantes soluti sunt. 

12. Nobis hic mundus carcer est ; 
Te laudamus, Christe Deus, 
Solve vincla peccatorum 

In te, sancte, credentium. 

13. Dignos nos fac, rex hagie, 
Futuri regni gloria, 
Aeternis ut mereamur 

Te laudibus concinere. 

14. Gloria patri ingenito, 
Gloria unigenito 

Simul cum sancto spiritu 
In sempiterna saecula. 



4 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V.— XI. 



Antiphon. ms. Benchoriense anni 680 — 691. Cod. Arabrosian. C 5 inf. 

A. — Psalt. et Hymn. ms. incert. origin. saec. 8 /9. Cod. Vatican. Regin. 11. 

B. — Colleet et Hymn. ms. Murbacense (? Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. Iun. 25. C. ■ — Psalt. et Hymn. ms. Rhenoviense saec. 9. Cod. 
Turicen. Rhen. 34. D. — Hymn. ms. Severinianum saec. 10 /u. Cod. Vatican. 
7172. E. — Hymn. ms. Severinianum saec. 10 /u. Cod. Parisin. 1902. F. — 
Hymn. ras. Farfense saec. 10 /n. Cod. Turicen Rhen. 91. G. — Brev. ms. 
Farfeuse saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. H. 

1, 1 noctis tempore (ohne est) CD. — 1, 3 laudes Donrino BCD. — 
1, 4 ac hinzukorrigiert B. — 2, 3 Unius quoque B. — 3, 1 Terrorum BGH. 

— 3, 2 Quocumque D, Quod cum EF; vastatur AD. — 3, 3 mortes CD 2 EF. 

— 3, 4 Delet C 1 . — 4, 1 Haec hora iustis BCD. — 4, 2 Quos ibidem BCD, 
In quo H, In qua EFG; hisdem (st. idem) H. — 4, 3 ponire D 1 , puniri GH. 

— 5,1 Haegyptum H. — 5, 2 Natorum CDEFGH; aber „Na" in D iiber 
Rasur , also urspriinglich in D wohl ebenfalls „Tantorum" ; diro funere A. 

— 6, 1 verus B. — 6, 2 Laetemur BCDEFGH 2 (cfr. 12, 2 laudamus). — 
6 , 3 Hostes spernentes immanes EFG , Hostem sp. immanem H. — 6 , 4 
Christi redempti B. — 7, 3 creditor G. — 8,1 Occurrent EF; virginis G. 

— 8, 2 Obvia H. — 8, 3 clara G; lampades AGH 1 . — 9, 1 At stultae EF 
GH; zvvischen „vero" u. „reraanent" iiber der Zeile „quae" B. — 9, 1 sq. remanent 
quiastinctas B. — 9, 2 lampades AGH 1 . —9,3 ianuas AB'G. — 9, 4 
Clausae A. — 10, 1 Pervigilemus CD; sobrii A. — 10, 2 mentes fehlt, 
dafiir nach „splendidas" nacbgetragen : „manu" B. — 10, 3 Adventui A, 
Adveniente BG - Advenientes D 1 . — 10, 4 Digne A, Digni iiber der Linie 
D; occurramus BCD. — 11, 1 Mediae noctis korr. aus Media nocte B; 
medio A. — 11, 2 Sylas G, Silas H. — 12, 1 mundus hic A; carcerem (est 
fehlt H 1 . — 12, 3 vincula CDEFG , vinclia H. — 12, 4 Christe (st. sancte) 
BCDEF. — 13, 1 „nos" iiber der Linie D. — 13, 2 Venturi BCDEFGH: 
gloriae AD'GH (vielleicht das Urspriingliche). — 13, 3 Aeternas EFGH. — 
13, 4 Tibi laudes EFGH. — Str. 14 fehlt BCDEF; das Vorhandensein 
der Doxologie in der sehr alten Quelle A ist interessant. — 14, 3 Una 
cum GH. 

Titel in A : ,.Hymnus mediae noctis"; in B: „Hymnus ad Nocturn"; in 
CD: „Hymn. ad Noct. dominicis diebus"; in EFH: „In Quadragesima ad 
Nocturn." — Caesarius von Arles (f 542) zitiert den r Hvmnus mit den Worten: 
„alia nocte ad priraum nocturnum dicenduni est Medine noctis tempus est u . 
Man beachte, dafs dieses Zitat sowie die altesten Codices A u. B die Les- 
art „Mediae noctis tempus est 11 (st. tempore) als die urspriingliche be- 
zeugen. 

Aus mozarabisclien Quellen teilte ich vorstehenden Hymnus unter dem 
Incipit „Mediae noctis tempore" mit (Anal. Hymn. XXVII, 115); man vgl. 
indessen Hymnol. Beitr. III, S. 82. 

Daniel (IV, 28) weist hin auf die interessante Stelle beim hl. Ambrosius 
in Psalm. 118, wo es heifst: „Docet te iiropheta, quomodo teneas 
Dominum Iesum. Media nocte , inquit, surgebam etc. . .: tempns 
est poenae, quod ex lectione divina possumus edoceri. Non enim otiose 
Dominus Deus noster, cum posset quocumque momento pritnitiva 
Aegyptiorum extinguere, hoc tamen tempus dolori et luctui peccatoris op- 
portunius iudicavit . . . Non otiose Pauhis apostolus et Silas trusi in 
carcerem, cum in nervo pedes haberent. media tamen nocte surgebant mentis 
vestigio . . . .: | subito media nocte terrae motus factus est grandis, ita ut 
omnium rincula sohtta sint. Surgendum igitur nobis est. Solet s^wnsus 
media nocte venire : cave, ne te dormientem inveniat; cave, ne facem tuam 
non queas somnolentus accendere." Die gleichen Beispiele und Gedanken 
finden sich in unserem Hymnus wieder. Ware nicht aus anderen Griinden 
der hl. Ambrosius als Auctor ausgeschlossen , so konnte man allerdings in 
ihm den Verfasser vermuten. Wohl aber diirfte der Dichter dieses Hymnus 
die erwahnte Stelle beim hl. Ambrosius im Auge gehabt haben. 



A 1. Hymni de Tempore Communes. — Series I. 



5 



2. Die Domiiiica ad Nocturnas. 



1. Rex aeterne, Domine, 
Rerum creator omnium, 
Qui eras ante saecula 
Semper cum patre filius, 

2. Qui mundi in primordio 
Adam plasmasti hominem, 
Cui tuae imaginis 
Vultuni dedisti similem ; 

3. Quem diabolus deceperat, 
Hostis humani generis; 
Cuius tu formam corporis 
Assumere dignatus es, 



9. Tu hostis antiqui vires 

Per crucem mortis conterens, 
Qua nos signati frontibus 
Vexillum fidei ferimus. 

10. Tu illum a nobis semper 
Repellere dignaveris, 

Ne unquam possit laedere 
Redemptos tuo sanguine. 

11. Qui propter nos ad inferos 
Descendere dignatus es, 

Ut mortis debitoribus 
Vitae donares munera. 



4. Ut hominem redimeres, 
Quem ante iam plasmaveras, 
Et nos Deo coniungeres 
Per carnis contubernium. 



12. Tibi nocturno tempore 

Hymnum deflentes canimus : 
Ignosce nobis, Domine, 
Ignosce confitentibus, 



5. Quem editum ex virgine 
Pavescit omnis anima, 
Per quem nos resurgere 
Devota mente credimus ; 

6. Qui nobis per baptismum 
Donasti indulgentiam, 
Qui tenebamur vinculis 
Ligati conscientiae; 



13. Quia tu testis et iudex es, 
Quem nemo potest fallere, 
Secreta conscientiae 
Nostrae videns vestigia. 

14. Tu nostrorum pectorum 
Solus investigator es, 
Tu vulnerum latentium 
Bonus assistis medicus. 



7. Qui crucem propter hominem 
Suscipere dignatus es, 
Dedisti tuum sanguinem 
Nostrae salutis pretium. 

8. Nam velum templi scissum est 
Et omnis terra tremuit. 

Tu multos dormientium 
Resuscitasti, Domine. 



15. Tu es, qui certo tempore 
Daturus finem saeculi, 
Tu cunctorum meritis 
Iustus remunerator es. 

16. Te ergo, sancte, quaesumus, 
Ut nostra cures vulnera, 
Qui es cum patre, filius, 
Semper cum sancto spiritu. 



17. Gloria tibi, pater, 
Gloria unigenito 
Una cum sancto spiritu 
In sempiterna saecula. 



6 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



Psalt. et Collect. ms. S. Augustini Cantuariensis saec. 7 /s. Cod. Londinen. 
Vesp. A L A. — Collectan. ms. Sangallense saec. 8. Cod. Sangallen. 2. B. 
— Hymn. ms. Murbacense (? Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. Oxonien. Bodl. 
Iun. 25. C. ■ — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. 
B ni 32. D. 

Trop. ms. Martialense anni 933—36. Cod. Parisin. 1240. add. saec. 10. 
E. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. F. — 
Brev. ms. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. G. — 
Grad. et Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Xouv. acq. 1235. 
H. — Brev. ms. Benedictinum (Italiae septentrion. aut Galliae meridion.) 
saec. 10. ex. Cod. privat. Hiersemann). I. — Hymn. ms. Veronense saec. 
,0 /u. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). K. — Hymn. ms. Severinianum saec. 
,0 /u. Cod. Vatican. 7172. L. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. ,0 /n. 
Cod. Casanaten. 1907 (B II 1). M. — Brev. ms. S. Eutichii Xursini saec. 11. 
Cod. Vallicellan. B 79. X. — Hyinn. ms. Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 
5776. O. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. P. — 
Collect. ms. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. Cod. Treviren. 1245 
(1418). Q. 

Ferner in Brev. ms. Iotrense saec. 13. Cod. Parisin. 750. — Brev. ms. 
Sollemniacense saec. 13. Cod. Londinen. Harl. 2928. 

1 , 1 „0 rex u ist eine Korrektur Daniels, um gleiehmafsigen Rhythmus 
fiir alle Verse zu erzielen ; man vergleiche jedoch 5, 3 ; 6, 1 ; 14, 1 ; 15, 3 
u. 17, 1, in deuen ebenfalls Taktwechsel resp. eine fehlende Silbe, umgekehrt 
3. 1; 9, 4 u. 13, 1, in denen eine uberschiissige Silbe den gleichmiifsigen 
Rhythmus unterbricht. In den altesten Hymnen ist dieses keine seltene 
Erscheinung — Sievers (Murbacher Hymnen , S. 52) bemerkt: „0 rex die 
iibrigen Hss." : das Gegenteil ist der Fall. — 1.2 creatur B. — 1,3 Qui 
es ante CE-OQ; ante fehlt B. — 2, 2 plamasti I. — 2, 3 Cuius tu 
imagine B; tu imagine korrig. vou 2. Hand zu tuae imaginis C: Cui 
ei imagini K; imagini DEFIX. — 3,1 diabulus, das o von 2. Hand, A; 
diabulus C; von 2. Hand am Rande in P: satanas; deciperat BC. — 
3, 2 Hosti B ; humano generi CX. — 3, 3 Cui Q. — Zwischen 3, 2 u. 3, 3 
fiigen B u. D. ein: 

Per pomum ligni vetiti 
Mortis propinans poculum; 
Quique clausus in tenebris 
Gemebat in suppliciis. 

Dabei differieren B u. D iu folgendem : 1 pomi B; 3 Quem clausum B, Qui 
clausis D; 4 Gementem B. — 4, 1 redemeris AB, redemeres C. — 4, 3 
coniungeris B. — 4, 4 carnes contupernium B. — 5, 2 Paviscet omnes B; 
anima fehlt Q. ■ — 5, 3 quem et nos DXP; cfr. Xote zu 1, 1. — 6, 1 baptis- 
mata DP 2 : cfr. Xote zu 1, 1. — 6, 4 Legati B: conscientia ABQ. 

Mit Strophe 7 schliefsen die Hss. E — Q, indem sie noch die Osterstrophe : 

Quaesumus, auctor omnium, | In hoc paschali gaudio 
Ab omni mortis impetu | Tuum defende populum. 

und die Osterdoxologie: ,,Gloria tibi, Domine, I Qui surrexisti a mortuis etc.' : 
anhiingen; u. zwar bieten von ersterer Strophe I u. P nur den ersten Vers, 
von der Doxologie fast alle Quellen nur zwei bis ftinf Anfangsworte. 

7, 2 es fehlt B. — 7, 4 salutes B. — 8, 1 Nam et vellum templi scisum 
B. — 8,2 cmnes B. — 8, 3 Tu multorum B; Tunc multis C. — 8, 4 
Resuscetasti corpora B. — 9, 1 viris B. — 9, 2 crucis morte B; conteris 
BCD. — 10, 1 illum nobis, alsdann zwischen beiden „a" iiber der Zeile 
eingetragen C. — 10, 2 dignaberis D. — 11, 2 Discendere BC. — 11, 3 
mortem B. — 11, 4 donaris AC. — 12, 1 Tibi matutino tempore A. — 
13, 1 tu ipse testis BC; es fehlt C. — 13, 3 consciencia B. — 13, 4 vides 
D. — 14, 1 peccatorum B. — 14, 2 investigatus B. — 14, 4 assiste, alsdann 



A 1. Hymni de Tempore Communes. — Series I. 



7 



„ns" iiber der Zeile eingetragen C, adsistes B. — 15, 4 remuneratus B. — 
Doxologie fehlt C; nur der Anfang in B; dieselbe lautet in D: 

Gloria sit tibi, trinitas, I Aequalis una deitas 
Ante omnia saecula | Et nunc et in perpetuum. 

Vor der Doxologie finden sich in B die Verse : 

Non sis oblitus pauperum, | Exaudi preces supplicum 
In mundo tribulantium. 

Caesarius u. Aurelianus von Arles verordncn, diesen Hymnus „ad primos 
nocturnos" zu beten; ersterer gibt aufserdem au, dafs „alia nocte" mit dem 
Hymnus „Mediae noctis tempus est u (vorige Nummer) abzuwechseln sei. — 
Offenbar hatte er diese langere urspriingliche Forni vor Augen. Erst spater, 
etwa gegen Beginn des 10. Jahrh., kiirzte man den Hymnus und verwendete 
ihn fiir Ostern, wofur er eigentlich nichtpafst; er entha.lt nichts, was speziell 
das Geheimnis der Auferstehung beriihrt, umfafst vielmehr das ganze Er- 
losungswerk Jesu Christi. 

In der Quelle O ist der gekiirzte Hynmus (Str. 1 — 7) in zwei Teile zer- 
legt: Str. 1 — 4+ „Quaesumus auctor omniuni" etc. fiir die Oster-Nocturn ; 
Str. 5 — 7 (mit dem gleichen Abschlufs) fiir die Non am Ostertage ; ebendort 
ist der Osterhymnus „Aurora lucis rutilat" in mehrere Stiicke fiir die Laudes 
und die Sext zerstiickelt. Auf diese Weise ist der Hymnenanfang „Quem 
editum ex virgine" (Str. 5 sqq.) in die Hymnologie eingedrungen. 

Im jetzigen Sreviarium Ilomanum ist unser Hymnus in der kurzeren 
Fassung beibehalten worden mit den Anderungen der „Korrektoren" : Rex 
sempiterne caelitum | Rerum ereator omnium | Aequalis ante saecula | Semper 
parenti filius etc. In gleicher Weise ist in den iibrigen Strophen der Original- 
text geandert worden. 

Die Kollation von A verdanke ich dem Herrn A. T. Herbert, Kustos 
im Departeinent der Hss. im Britischen Museum , jene von B dem Stifts- 
archivar Jos. Miiller in St. Gallen. 



3. Ad Nocturuas. 



1. Tempus noctis surgentibus, 
Laudes Deo dicentibus 
Christo Iesuque Domino 

In trinitatis gloria, 

2. Choro sanctorum psallimus, 
Cervices nostras flectimus 
Vel genua prosternimus 
Peccata confitentibus. 



3. Oremus Deo iugiter, 
Vincamus in bono malum, 
Cum fructu paenitentiae 
Votum perenni reddere. 

4. Christum rogemus et patrem 
Sanctum patrisque spiritum, 
Ut det nobis auxilium, 
A"incamus hostem invidum. 



Collect. ms. Murbacense (Augiense?) saec. (8. et) 9. Cod. Oxonien. Bodl. 
Iunius 25. A. — Collect. ms. Corbeiense saec. 9. Cod. Parisin. 14088. B. 
— 1,2 Laudis B. — 1 , 3 Christi B. — 2, 1 Chorus A. — 3, 2 in bonis 
B. — 3, 4 Vota B. — A hat keine Uberschrift; B: „Ad Noctur." — In 1, 1 
ist „Tempus noctis" wohl als sogen. Accusativ. temporis zu interpretieren 
„surgentibus" (ebendort) wie auch „dicentibus" u. „confitentibus" (1 , 2 u. 
2, 4) als Ablativi absoluti sind in der alten Hymnodie nichts Ungewohnliches, 
wahrend unser Sprachgefiihl den Nominativ fordert. 



8 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



4. Hyninus Nocturnus. 

1. Magna et mirabilia opera tua sunt, Domine, Deus omnipotens. 

2. lustae et verae sunt viae tuae, Domine, rex gentium. 

3. Quis non timebit et magnificabit nomen tuum ? 

4. Quoniam tu solus sanctus et pius ; 

5. Et omnes gentes venient et adorabunt nomen tuum sub oculis tuis, 

6. Quoniam iustitiae tuae manifestatae sunt. 



Psalt. et Hymn. ms. iucert. orig. saec. 8 /9. Cod. Vatican. Regin. 11. — 
6 manifestati. — Der Hymnus ist fast wortlich entlehnt aus Apocal. 15, 3 
und 4. Aber, da ihn die alte Quelle als „Hymnus nocturnus" ausdriicklich 
bezeichnet und ihn sowohl Caesarius als Aurelianus von Arles unter den 
Hymnen zitieren, u. zw. als solchen, der „a secundo nocturno" zu beten 
sei, schieD es billig, auch diesem alten Hymnus trotz der ungebundenen Form 
hier einen Platz anzuweisen. 



5. Die Dominica ad Matutinas Laudes. 



1. Deus, qui caeli lumen es 
Satorque lucis, qui polum 
Paterno fultum brachio 
Praeclara pandis dextera; 

2. Aurora stellas iam tegit 
Rubrum sustollens gurgitem, 
Humectis namque fiatibus 
Terram baptizans roribus. 

3. Currus iam poscit Phosforus 
Radiis rotisque flammeis, 
Quod caeli scandens verticem 
Profectus moram nesciens. 

4. lam noctis umbra linquitur, 
Polum caligo deserit, 
Typusque Christi, lucifer, 
Diem sopitum suscitans. 



6. Te nunc, salvator, quaesumus 
Tibique genu flectimus, 
Patrem cum sancto spiritu 
Totis rogamus vocibus : 

7. Pater, qui caelos contines, 
Cantemus nunc nomen tuum, 
Adveniat regnum tuum 
Fiatque voluntas tua; 

8. Haec , inquam, voluntas tua 
Nobis agenda traditur ; 
Simus fideles spiritu 

Casto manentes corpore. 

9. Panem nostrum cottidie 
De te edendum tribue; 
Remitte nobis debita, 

Ut nos nostris remittimus. 



5. Dies dierum, aius, es, 
Lucisque lumen ipse es, 
Unum potens per omnia, 
Potens in unum trinitas. 



10. Tentatione subdola 
Induci nos ne siveris, 
Sed puro corde supplices 
Tu nos a malo libera. 



Collect. et Hymn. ms. Murbacense (? Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. Iun. 25. A. — Collect. et Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. 
Cod. Parisin. 14088. B. — Psalt. et Hymn. ms. Rhenoviense saec. 9. Cod. 
Turicen. Rhen. 34. C. — 1,1 Deus qui certe lumen est B. — 1, 3 phultus 



A 1. Hymni de Tempore Communes. — Series I. 



9 



brachio B. — 2, 1 Auroram B ; teget B. — 2, 2 substollens B. — 2, 4 Terra 
B. — 3, 1 bosforos B. — 3, 2 flammais B. — 3, 3 caelis candens, vom 
Glossator korrigiert in .,scandens" A; scadens vertice B. — 3, 4 moris 
nesciens B. — 4, 1 linquetur B. — 4, 2 Populum B. — 6, 1 salvatur B. — 
6, 2 ienu flectimus B. — 7, 1 caelum B; contenis AB. — 7, 4 Fiat B. — 
8 , 3 Sumus fidelis B. — 8, 4 manenstes B. — 9, 4 remittemus B. — 10, 1 
Temptatio B. — 10, 2 sineris AB. 

Uberschrift fehlt in A ; in B : „In dom. In matutin." — In C sind leider 
nur Bruchstiicke erhalten, namlich von 4, 2: deserit und 4, 3 Typusque 
Christi lucifer. — Zu „aius" = uyioz cfr. Anal. Hymn. XLVII, Nr. 140, 
Str. 3c, 3 und die Bemerkung K. Weymans in Lit. Eundsch. 1906, Nr. 10, 
Sp. 441 , Z. 23 fl*. — Daniel vermutet bei Str. 7 den Anfang eines neuen 
Hymnus, zumal Str. 6 eine Art Doxologie ist. Die Vermutung ist un- 
begriindet. Der Dichter will hier das „Pater noster" als Morgengebet 
einfiigen, gerade wie er in den Hymnus „Christe cacii Domine u Teile des 
r Te Deutn" verwebt (siehe Nr. 10). Um zu Gott Yater iiberzuleiten, an den 
das „Pater noster" gerichtet ist, beginnt Str. (j mit Christus: „Te, salvator, 
quaesumus" etc. UDd schliefst mit Gott dem Vater: „Patrem . . . rogamus." 

Zu 5, 1 u. 2 vergleiche man „Splendor patemae gloriae" (Anal. Hymn. 
L, 11) 1, 3 u. 4; femer „Christe qui lux es et dies a (Nr. 22) 1, 3 nebst 
Varianten. — Zu 5, 3 vergleiche Deus aeterni luminis (Nr. 9) 3 , 2 und 
den Hvmnus des hl. Ambrosius „Deus creator omnium" (An. Hymn. L, 13) 
8, 3. 



6. Feria secunda ad Matutinas Laudes. 

1. Lucis largitor splendide, 5. Tuoque plena spiritu 

Cuius sereno lumine Secum Deum gestantia 

Post lapsa noctis tempora Nil rapieutis perfidi 

Dies refusus panditur, Diris pateant fraudibus, 



2. Tu verus mundi lucifer, 
Non is, qui parvi sideris 
Venturae lucis nuntius 
Angusto fulget lumine, 

3. Sed toto sole clarior, 
Lux ipse totus et dies, 
Interna nostri pectoris 
llluminans praecordia. 

4. Adesto, rerum conditor, 
Paternae lucis gloria, 
Cuius amota gratia 
Nostra pavescunt corpora, 



6. Ut inter actus saeculi, 
Vitae quos usus exigit, 
Omni carentes crimine 
Tuis vivamus legibus. 

7. Probrosas mentis castitas 
Carnis vincat libidines, 
Sanctumque puri corporis 
Delubrum servet spiritus. 

8. Haec spes precantis animae, 
Haec sunt votiva munera, 
Ut matutina nobis sit 

Lux in noctis custodiam. 



Collect. ms. Cluniacense saec. 9 Cod. Parisin. Nouv. acq. 1455. add. 
saec. 11. A. — Collect. ms. S Lupi Trecensis saec. (10. et) 11. Cod. Trecen. 
1170. B. — Collect. ms. Gottwicense („S. Mariae in Kotwich") saec. 12. 
Cod. Vindobonen. 684. C. — Collect. ms. Zwettlense saec. 12. Cod. Zwettlen. 



10 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



33. D. — Collect. ms. Alrispacense saec. 12. Clm. Monacen. 2555. E. — 
Opera ms. S. Hilarii („S. Michaelis in Weihensteuem") saec. 12. Clm. 
Monacen. 21 528. F. — Passion. ms. S. Laurentii Leodiensis saec. 12. 
Cod. Bruxellen. 3223 (9290). G. — Pass. ms. S. Petri de Cultura saec. 12. 
Cod. Cenomanen. 214. H. — Collect. ms. incert. origin saec. 14. ex. Cod. 
Vatican. Ottob. 757. L — Brev. ms. S. Trinitatis Pictaviensis saec. 15. 
Cod. Semin. Pictavien. s. n. K. — Brev. ms. Curiense saec. 15. Cod. 
Archivii Sangallen. Fabar. IX. L. — GKL nicht kollationiert. 

1, 1 lar^itor optinie CDEF. — 1, 2 Cuius sermonis lumiue A (aber korr. 
in „sereno u ) CDEF. — 1, 3 lapsa mortis 1. — 1, 4 refulsus F. — 2, 2 qui 
par insideris(l) F. — 2, 4 fulgens B. — 3,2 ipsa I; ipse et totus E. — 
3, 3 Intemi B. — 4, 3 admota BFI, amata E — 4, 4 patescunt B. — Nach 
Str. 4 schiebt B ein: 



5, 1 Quoque plena CD. — 5, 3 Nihil ad repentis B. — 5, 4 Occultis pateant 
B. — 6, 2 Omnes D. — 6, 4 vivamus laudibus D. — 7, 1 Probosas, korr. 
Probrosas A. — 8, 2 sunt tua munera B. — 8, 3 sit fehlt B. — 8, 4 Duret 
in nocte B; custodia BCDI. — Als Doxologie folgt in AC — FI: 



Uberschrift in B: „Himnns sancti Hilarii episcopi." — In CDEFHI 
folgt der Hymnus dem unecMen Briefe, den Hilarius an seine Tochter 
Abra (so CE u. I), oder Afra (so D), oder Affra (so F), oder Apra (so H) 
geschrieben haben soll. — In K u. L ist der Hymnus fiir die Laudes am 
Feste des hl. Hilarhis verwendet, wohl ein Zeichen, dafs er damals als sein 
Werk galt. — Wie der Brief, so ist auch der Hymnus nicht von Hilarius 
verfafst (vgl. Hymnol. Beitr. III, S. 84 ff. i — Bemerkt sei noch, dafs Angelo 
Mai den Cod. Vatican. Ottob. 757 (unsere Quelle I) ins 9. Jahrh. setzte; fol. 
141 sqq. , welche die „Epistola sti. Hilarii", „Hymnus sti. Hilarii" u. „Vita 
sti. Hilarii" enthalten, sind indessen von einer Hand des ausgehenden 14. Jahrh. 
geschrieben. — Betreffs des ebenfalls dem hl. Hilarius zugeschriebenen „Abend- 
hymnus"; ^Ad caeli clara non sum dignus sidera u vergleiche Anal. 
Hymn. L , p. 4 u. 148 sq. — Die Kollation von A verdanke ich der Giite 
H. Omont's. 



Tuaque sancta dextera | Tuere nos per saecula, 
Post huius vitae terminum | Vitae perennem tribue. 



Gloria tibi, Domine | Gloria unigenito 

Cum spiritu paraclito | Xunc et per omne saeculum. 



Feria tertia ad Matutinas Laudes. 



1. Aeterne lucis conditor, 
Lux ipse totus et dies 



4. Te nunc, ne carnis gaudia 
Blandis subrepant aestibus, 
Dolis ne cedat saeculi 
Mens nostra, sancte, quaesumus ; 



Xoctem nec ullam seutiens 



Natura lucis perpetim, 



2. Iam cedit pallens proximo 
Diei nox adventui, 
Obtendens lumen siderum 
Adest et clarus lucifer. 



5. Ira ne rixas provocet, 



Gula ne ventrem incitet, 
Opum pervertat ne famis, 
Turpis ne luxus occupet, 



3. lam strato laeti surgimus 
Grates canentes et tuas, 
Quod caecam noctem vicerit 
Revectans rursus sol diem. 



6. Sed firma mente sobrii 
Casto manentes corpore 
Totum fideli spiritu 
Christo ducamus hunc diem. 



A 1. Hymni de Tempore Communes. — Series L 



11 



Psalt. et Hymn. ms. incert. origin. saec. 8 /9. Cod. Vatican. Regin. 11. 
A. — Collect. et Hymn. ms. Murbacense (? Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. Iun. 25. B. — Collect. et Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. 
Cod. Parisin. 14088. C. — Psalt. et Hymn. ms. Rhenoviense saec. 9. Cod. 
Turicen. Rhen. 34. D. — 1,1 conditur C. — 1, 4 Naturalis (st. Natura lucis) 
C; perpeti C, perpete B. — 2, 1 cedit A, cedet B; pollens A. — 2, 3 Ob- 
tundens BC. — 3, 1 strati C. — 3, 2 Gratis C; tuos B. — 3, 4 Revertat 

A. — 4, 1 u. ebenso 4, 3 u. 5, 1 bis 4 stets „nec" st. „ne" BC. — 4, 2 
subrepat A. — 4,3 cedant B. — 5, 1 sq. Iram nec rixa, Gulam nec venter 

B. — 5, 2 Golane A; Gula nec venter C. — 5, 3 Opus A, Opem C. — 5, 4 
fluxus A. — 6, 1 firmamento A; subrii B, siibrii A. — 6, 2 manente C. — 
6, 3 Toto AC ; fidele B. — 6,4 Christe A ; dicamus C. — Zu 6, 3 sq. ver- 
gleiche „Diei luce reddita" (Nr. 11) 10, 2 sqq. : „Totum ducamus iugiter | 
Christo placentes hunc diem | Sancto repleti spiritu." — Collation aus D 
habe ich iibersehen. 

In Anal. Hymn. XXVII, 77 teilte ich diesen Hymnus als mozarabisch 
mit. Mein jetziges Urteil ist, dafs nicht sein Ursprung, sondern nur sein 
Gebrauch auch mozarabiseh war , wofur das Brev. sec. regulam s. Isidori 
imp. 1502 Zeugnis ablegt. Die Lesarten aus letzterer Quelle sind dort ver- 
merkt. Eine neue Revision des Textes in B, der damals aus Grimm ent- 
nommen war , ermoglichte eine wesentlich bessere Gestaltung des Textes, 
namentlich der Str. 5. Die hier vorgelegte Textgestaltung nebst Varianten- 
verzeichnis mogen als die einzig richtige angesehen werden. Das Gleiche 
gilt fiir die 2 folgenden Hymnen. 

Titel inA: ,,Item ad tertia feria dicendus" ; in C: „Fer III ad matutin." : 
ohne Titel in B. 



8. Feria quarta ad Matutinas Laudes. 



1. Fulgentis auctor aetheris, 
Qui lunam lumen noctibus, 
Solera dierum cursibus 
Certo fuudasti tramite. 

2. Nox atra iam depellitur. 
Mundi nitor renascitur, 
Novusque iam mentis vigor 
Dulces in actus erigit. 



3. Laudes sonare iam tuas 
Dies relatus admonet, 
Yultusque caeli blandior 
Nostra serenat pectora. 

4. Vitemus omne lubricum, 
Declinet prava spiritus, 
Vitam facta non inquinent, 
Linguam culpa non implicet; 



5. Sed, sol diem dum conficit, 
Fides profunda ferveat, 
Spes ad promissa provocet, 
Christo couiungat caritas. 

Psalt. et Hymn. ms. incert. origin. saec. 8 fo. Cod. Vatiean. Regin. 11. 
A. — Collect. et Hymn. ms. Murbacense (? Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. Iun. 25. B. — Collect. et Hvmn. ms. Corbeiense saec. 9. Cod. 
Parisin. 14088. C. — 1, 1 Fulgentes A ; autur C. — 1, 3 Solem diei C. — 2, 4 
Dulcis in actis (dariiber o) C; eregit ABC, aber in A korr. erigit. — 3, 1 
Laudis C. — 4, 1 Vitemus ergo C. — 4, 2 Declinent A. — 4, 3 factam C 
— 4, 4 Lingua culpam AC ; implicent C. — 5, 1 confecit C. — 5, 3 promissa 
ad provocet C. — Als Anfang einer Doxologie in A : „Gloria Deo patri." 

Vergleiche die Note zum vorhergehenden Hymnus u. Anal. Hymn. XXVII, 
69. — Titel in A: „Item himnus quarta feria dicendus;" in C: „Fer. IV. ad 
matutin." — Caesarius von Arles zitiert diesen Hymnus als ,,ad primam." 



12 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V.— XI. 



9. Feria quinta ad Matutinas Landes. 



1. Deus, aeterni luminis 
CaDdor inenarrabilis, 
Yenturus diei iudex, 

Qui mentis occulta vides, 

2. Tu regnum caelorum tenes 
Et totus in verbo tu es, 
Per filium cuncta regis, 
Sancto spiritui fons es. 

3. Trinum nomen, alta fides, 
Unum per omnia potens, 
Mirumque per signum crucis 
Tu rector immense lucis. 



4. Tu mundi constitutor es, 
Tu septimo throno sedes 
Iudex, ex alto humilis 
Yenisti pati pro nobis. 

5. Tu sabaoth omnipotens, 
Hosanna summi culminis, 
Tibi laus est mirabilis, 
Tu rex primus, anastasis. 

6. Tu fidei auditor es 

Et humiles tu respicis, 
Tibi altae sedis thronus, 
Tibi divinus est honor. 



7. Christo aeternoque Deo 
Patri cum sancto spiritu 
Vitae solvamus munera 
A saeculis in saecula. 



Psalt. et Hymn. ms. incert. origin. saec. 8 /9. Cod. Vatican Regin. 11. 
A. — Collect. et Hymn. ms. Murbacense (? Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. Iun. 25. B. — Collect. et Hvmn. ms. Corbeiense saec. 9. 
Cod. Parisin. 14088. C. — 1, 1 aeterne BC. — 2, 1 tenens C. — 2, 3 reges 
A. — 2, 4 Sancti ABC: spiritus B, spiritu C. — 3, 1 alta vides A. — 3, 2 
potes A; vergleiche „Deus qui caeli luinen es u (Nr. 5) 5, 3 u. „Deus 
creator omnium" (Anal. Hymn. L, p. 13) 8, 3. — 3, 3 per fehlt C. — 4, 1 
constitor B. — 4, 2 Tu in septimo A; zu diesem merkwiirdigen Ausdrucke 
vergleiche die Fufsnote in Anal Hymn. XXVII, 70. — 4, 4 parti pro C. — 
5, 4 prima A. — 6, 3 alta sedes A, alta sedis C. — 7, 1 Tibique B. — 
7, 3 solva munera C. — Vergleiche die Note zum Hymnus „Aeterne lucis 
conditor" (Nr. 7) u. Aual. Hymn. XXVII, 70. — Titel in A: „Item himnus 
feria quinta dicendus;" in C: .,Fer. V ad. mat." 



10. Feria sexta ad Matntina.s Laudes. 



1. Christe, caeli Domine, 
Mundi salvator maxime. 
Qui nos crucis munere 
Mortis solvisti legibus. 

2. Te nunc orantes poscimus, 
Tua conserves munera, 
Quae per legem catholicam 
Cunctis donasti gentibus. 



3. Tu verbum patris aeterni. 
Ore divino editus, 

Deus ex Deo subsistens, 
Unigenitus filius. 

4. Te universa creatura 
Mundi fatetur Dominum, 
Iussu patris inchoata, 
Tuis perfecta viribus. 



A 1. Hymni de Tempore Communes. — Series I. 



13 



5. Tibi omnes angeli 

Caelestem praestant gloriam, 
Te chorus archangelorum 
Divinis laudant vocibus. 



9. Hosianna, fili David, 
Benedictus a patre, 
Qui in nomine Domini 
Venis de excelsis Deus. 



6. Te multitudo seniorum, 
Bis duodenus numerus 
Odoramentis plenas gestans 
Supplex adorant pateras. 



10. Tu agnus immaculatus, 
Datus terrae victima, 



Qui sanctorum vestimenta 



Tuo lavasti sanguine. 



7. Tibi Cherubin et Seraphin, 11. Te multitudo beatorum 



Psalt. et Hymn. ms. incert. origin. saec. 8 /9. Cod. Vatican. Regin. 11. 
A. — Collectan. ms. Murbacense (Augiense?) saec. (8. et) 9. Cod. Oxonien- 
Bodl. Iunius 25. B. — Collect. et Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. Cod. 
Parisin. 14 088. C. — 1,1 Nach „Christe" iiber der Zeile eingetragen „rex" 
A. — 1 , 3 Nach „nos" ebenso uber der Zeile eingetragen „hoc" A. — 1, 4 
solvisti crimine (st. legibus), „crimine" ist aber nacbgetragen A. — 2, 1 Te 
deprecantes poscimus (Nachtriigliche Korrektur iiber der Linie^statt "Te 
orantes") A. — 2, 2 conservas C. — 3, 1 aeterne C. — 3, 2 edit"s A. — 
3, 3 consistens A. — 4, 1 Tu C. — 4, 3 Iusso B. — 4, 4 perfectis B. — 
5, 1 Nach „omnes" iiber der Zeile eingetragen „et" A. — 5, 4 laudibus 
vocibus C. — 6, 1 seniorum multitudo A. — 6,2 duadenus korrigiert zu 
duodenus B. — 6, 3 adoramentis A; gestant ABC. — 6, 4 Zu adorant (st. 
adorat) cfr. 11, 4 sectantur; patheras B. — 7, 1 Cherubyn, alsdann „yn" 
durchstriehen A. — 7, 4 Clamori C. — 8, 3 caelo adque A. — 9, 1 Hosanna 
C. — 9, 2 Nach „Benedictus" iiber der Zeile „es" eingetragen A. — 9, 3 
nomiue Dei AB. — 9, 4 Venisti ABC ; excelsis Domine ABC. — 10, 2 Es 
agnus; „Es" iiber der Zeile eingetragen A. — 11, 3 insignis es et coronis 
(„es" nachgetragen iiber der Linie) A. — 12, 3 voce desonamus B; te 
sonemus C. — 12, 4 Uno AC; laudemus C. — In A hat sichtlich eine ver- 
bessernde Haud die Unebenheiten in der Silbenzahl der Verse auszugleichen 
gesucht, wozu die Flickworte nicht iiberall ausreichten. — Anlehnung an 
den Text des „Te Deum laudamus" ist unverkennbar ; man vergleiche den 
Hymnuss „Deus qui caeli lumen es" (Nr. 5), der das „Pater noster" para- 
phrasiert. — Titel in A: „Item himnus sexta feria dicendus" ; in C: 



Throni paterni luminis 
Senis alarum plausibus 
Clamore iugi personant 



Caelo locata martyrum 
Palmis, signis et coronis 
Ducem sectantur gloriae. 



8. Sanctus, Sanctus, Sanctus 
Dominus, Deus Sabaoth, 
Omne caelum atque terra 
Tua sunt plena gloria. 



12. Quorum nos addas numero 
Te deprecamur, Domine; 
Una voce te sonamus, 
TJnum laudamus carmine. 



Fer. VI. 



11. Feria septima ad Matutinas Laudes. 



1. Diei luce reddita 

Primis post somnum vocibus 
Dei canamus gloriam 
Christi favente gratia. 



2. Per quem creator omnium 
Diem noctemque condidit 
Aeterna lege sanciens, 



Ut semper succedant sibi. 



14 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



3. Tu vera lux fideliurn, 
Quem lex veterna non tenet, 
Noctem nec ortu succedens. 
Aeterno fulgens lumine, 

4. Christe, precamur adnue 
Orantibus servis tuis, 
Iniquitas haec saeculi 

Ne nostram captivet fidem. 

5. Non cogitemus impie, 
Invideamus nemini, 
Laesi ne reddamus vicem, 
Yincamus in bono malum. 

6. Absit nostris e cordibus 
Ira, dolus, superbia, 
Absistat avaritia, 
Malorum radix omnium. 



7. Vinum mentem non occupet 
Ebrietate perdita, 

Sed nostro sensui competens 
Tuum bibamus poculum. 

8. Conservet pacis foedera 
Non simulata caritas, 
Sed illibata castitas 
Credulitate perpeti. 

9. Addendis non iit praediis 
Malesuada semper famis, 
Si affluant divitiae, 
Prophetae nos psalmus regat. 

10. Praesta, pater ingenite, 
Toturn ducamus iugiter 
Christo placentes hunc diem 
Sancto repleti spiritu. 



Psalt. et Hyrnn. ms. incert. orginis saec. 8 /9. Cod. Vatican. Regin. 11. 
A. — Coll. ms. Murbacense (Augiense?) saec. (8. et) 9. Cod. Oxonien. Bodl. 
Iun. 25. B. — Collect. et Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. Cod. Parisin. 
14088. C. — Psalt. et Hymn. ms. Rhenoviense saec. 9. Cod. Turieen. Rhen. 
34. D. — 1, 4 Christi fatentes gratiam A, fatente gratia C. — 2, 2 condens, 
mit eingefiigtem „i" iiber der Linie zwischen d und e A, condedit C. — 2, 
3 Eterre C. — 3, 2 lex aeterna, A. — 3, 3 Noctis nec ortus occidens A; 
orto succedens B; ortu sucidis C. — 3, 4 fulgis C. — 4, 1 adnuas A, abnue 
C. — 4, 3 Iniquitas ne saeculi A. — 4, 4 Ne fehlt A. — 5, 1 Nach „Non 
co — " direkt iibergesprungen in die dritteZeile: reddamus vicem, und dann 
spater korrigiert : Non quo reddamus in (dieses iiher der Linie) vicem A. — 
5, 3 Laesi non vineamus (dariiber reddamus) C. — 5, 4 bonum malum C; 
cfr. Nr. 3, Str. 3, 2. — 6, 1 ex A. — 7. 2 Ebrietate (-atem C) perpeti (cfr. 
8, 4) BC. — 7, 3 Sit nostris sensibus competens , korrigiert in : Sit noster 
sensus competens A : nostro sensu C. — 7, 4 pocolum C. — 8, 3 Sit illibata 
A. — 9, 1 Adtendis C. — 9, 2 Mala suadat C. — 9, 3 Ut sefluant divitiae 
A; Divitiae si affluant C. — 9, 4 Prophetiae non(!) psalmus redgat(!) C. — 
10, 4 repletu C. — In D ist vom ganzen Hymnus nur ein winziges Bruch- 
stiick erhalten , namlich von 5 , 1 : cogitemus impie. — Am Schlusse noch 
„Gloria" A. — „Himnus die sabati dicendus" A; „VII. Fer." C. 



12. Ad 

1. Postmatutinis laudibus, 
Quas trinitati psallimus, 
Psallamus rursus, admonet 
Verus pater familias. 

2. Simus semper solliciti, 
Ne praetereat opus Dei, 
Sed oremus sedule, 
Sicut docet apostolus. 



Primam. 

3. Psallamus mente Domino, 
Psallamus simul et spiritu, 
Ne vaga mens in turpibus 
Inertes tegat animos, 

4. Sed septies in hac die 
Dicamus laudes Domino, 
Divinitati perpeti 
Debita demus gloriae. 



A 1. Hymni de Tempore Communes. — Series I. 



15 



Collect. et Hymn. ms. Murbacense (?Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. Iun. 25. A. — Psalt. et Hymn. ms. Rhenoviense saec. 9. 
Cod. Turicen. Rhenov. 34. B. — Collect. et Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. 
Cod. Parisin. 14 088. C. — 

Hymn. ms. Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. D. 
Hymn. ms. Severinianum saec. 10 /n. Cod. Vatican. 7172. E. — Hymn. ms. 
Severinianum saec. '°/ii. Cod. Parisin. 1092. F. — Hymn. ms. Veronense 
saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). G. — Hymn. ms. Farfense 
saec. 10 /n. Cod. Turiceu. Rhenov. 91. H. — 1 , 1 Post matutinas (-ina D) 
laudes DEFGH (offenbar jungere Korrektur. Die „po*tmatutinae laudes" 
sind die „Prim" ; durch „nachmatutinisehe Lobgesiinge" sollen wir aber- 
mals psallieren = „Postmatunis laudibus psallamus"); Post matitunis B. — 
1, 2 Quos korr. zu Quas A; trinitate C, trinitatis H. — 1, 3 Psalimus korr. 
zu Sallamus B, Psalmus C; Psallimus D. — 1, 4 familia B. — 2, 3 und 4 
fehlen B (Stuck des Blattes ist abgetrennt). — 2, 3 seduli G. — 2, 4 
decet CG; apostolos C, apostolos A. — 3, 2 et fehlt EFGH. — 4, 2 Laudes 
dicamus D; laudis C. — 4, 3 Divinitate B\ Deunitate C ; perpetim EFGH. — 
4, 4 Debitam demus gloriam EFGH; gloria D. — In DEFGH folgt als 
Doxologie : 

Gloria Deo patri | Gloria unigenito | 

Uua cum sancto spiritu | In sempiterna saecula. 

Aus EFG in Anal. Hymn. XIV, 68. — In A fehlt die Uberschrift; in B: 
„Hymnus ad Primam" ; in C: „Incipiunt hymni in anni circulo. Ad 
Primam." — Man begreift, wie nach Einfuhrung des Hymnus „Iam lucis 
ordo sid&re" in den jiingeren Quellen D — H der vorstehende Hymnus fiir 
die Fastenzeit angegeben werden konnte. 



13. Ad Tertiain. 



1. Certum tenentes ordinem 
Pio poscamus pectore 
Hora diei tertia 
Trinae virtutis gloriam, 



2. TJt simus habitaculum 
llli sancto spiritui, 
Qui quondam in apostolis 
Hac hora distributus est. 



3. Hoc gradientes ordine 
Ornavit cuncta splendide 
Regni caelestis conditor 
Aeternae vitae praemiis. 



Psalt. et Hymn. ms. incert. origin. saec. 8 h. Cod. Vatican. Regin. 11. 
A. — Collect. et Hymn. ms. Murbacense (? Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. Iun. 25. B. — Psalt. et Hymn. ms. Rhenoviense saec. 9. Cod. 
Turicen. Rhen. 34. C. — Collect. et Hymn. ms Corbeiense saec. 9. Cod. 
Parisin. 14 088. D. — 1, 1 Certo A; ordine D. — 1, 2 pascamus A, paschamus 
D. — 1, 4 gloriae BC, gloria D. — 2, 3 apostulis AD. — 2, 4 Haec D. — 
3, 1 Haec korr. zu Hoc C. — 3, 2 splendida B, splendide korr. zu splendida 
C. — 3, 3 caelesti D, conditur D. — 3, 4 praemia B, praemium D. — Es 
folgt in A als Anfang der Doxologie : Gloria. — In Anal. Hynin. XXVIL 
103 teilte ich den Hymnus irrig als mozarabiseh mit; man vgl. dort die 
Varianten aus den zwei mozarabischen Quellen. — Cfr. Werner, S. 41. — 
Titel in A: „Hymnus ad Tertia cotidianus" ; in B fehlt er; in C: ..Hymnus 
privatis diebus ad Tertiam" ; in D fehlt er. 



16 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



14. Ad Sextam. 



1. Dicamus laudes Domino 
Fervente prompti spiritu; 
Hora voluta sexies 
Nos ad orandum provocat, 



2. Quia in hac fidelibus 
Verae salutis gloria 
Beati agni hostia 
Crucis virtute redditur. 



3. Cuius luce clarissima 
Tenebricat meridies, 
Sumamus toto pectore 
Tanti splendoris gratiam. 

Psalt. et Hymn. ms. incert. origin. saec. Cod. Vatican. Regin. 11. 
A. — Collect. et Hymn. ms. Murbacense (?Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. Iun. 25. B. — Psalt. et Hymn. ms. Rhenoviense saec. 9. 
Cod. Turicen. Rhen. 34. C. — Collect. et Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. 
Cod. Parisin. 14088. D. — 1, 2 Ferventi A; rursus (st. prompti) A, prumptu 
BD. — 2, 2 gratia A, gloria B. — 2, 3 agnis D. — 2, 4 Crucem D ; virtutis 
BD. — 3, 1 lux D. — 3, 2 Tenebrecat A; meridiem D. — 3, 4 gratiae A, 
gratia D. — Titel in A : r Hymnus ad Sexta" ; in B fehlt er; inC: „Hymnus 
ad Sextam privatis diebus; in D: % AA Sexta". — Leider ist mir die Collation 
aus C nicht zur Hand. — Unter den mozarabischen Hymnen (Anal. Hymn. 
XXVII, 104; habe ich fruher zu Unrecht diesen Hymnus mitgeteilt; vgl. 
daselbst die Varianten aus der gedruckten mozarabischen Quelle. 



15. Ad Xonam. 



1. Perfectum trinum numerum ; 2. Sacrum Dei mysterium 
Ternis horarum terminis Puro tenentes pectore 

Laudes canentes debitas Petri magistri regula 

Nonam dicentes psallimus, Signo salutis prodita. 



3. Et nos psallamus spiritu 
Adhaerentes apostolis, 
Qui plantas adhuc debiles 
Christi virtute dirigant. 



Psalt. et Hymn. ms. incert. origin. saec. 8 /9. Cod. Vatican. Regin. 11. 
A. — Collect. et Hymn. ms. Murbacense (?Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. Iun. 25. B. Collect. et Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. Cod. 
Parisin. 14088. C. — 

Hymn. ms. Moissiacense saec 10. Cod. Rossian. VIII 144. D. — 
Hymn. ms. S. Iohannis Laudunensis saec 10. Cod Bernen. 455. E — 
Collect. ms. Sandionvsian. saec. 11. (et 12.) Cod. Parisin. Sangenovefian. 
1186. F. — Hymu. ms. Bobiense saec. 10. Cod. Taurinen. G. VII 18. G. — 
Hymn. ms. Beneventan. saec 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145 H. — Hymn. 
ms. Farfense saec. ,0 /n. Cod. Turicen. Rhenov. 91. I. — Brev. ms. Farfense 
saec. 11. Cod Turicen. Rheu. 82. K. — Hymn. ms. Severiniauum saec. '°/n. 
Cod. Vatican. 7172. L. — Hymn. ms. Campidunense saec. ,0 /n. Cod. Turicen. 
Rhenov. 83. M. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. 



A 1. Hymni de Tempore Communes. — Series I. 



17 



B III 32. N. — Hymn. ms. Cantuariense (?) saec. 10 /n. Cod. Londinen. Add. 
37517. O. 

1, 1 Perfecto trino numero D — O; sichtlich jiingere Korrektur; zu 
erganzen ist, wie ja oft in den alten Hymnen, ,,est". — 1, 2 horarum[term]inis 
I. — 1,4 Nota C; Nona dicente A. — 2, 2 Purum C. — 2, 3 regulam 
D — N, ausgenommen M, wo „regulae". — 2, 4 Signum C, Signo corrig. 
aus Signum B; proditam D — N, ausgenommen M, wo „proditum". — 3, 1 
Ut H, At N. — 3, 3 Qui mentes habent D ; plantas habent debiles B sqq. ; 
debilis C. — 3, 4 virtutem DI; diligant DM. — 

In D und den folgenden Quellen ist der Anfang der Doxologie „Gloria 
tibi trinitas" beigefiigt. — Auch diesen Hymnus habe ich zu Unrecht friiher 
der mozarabischen Hymnodie, allerdings mit Vorbehalt, zugewiesen (Anal. 
Hymn. XXVII, 105); man vgl. dort die Varianten aus der gedruckten 
mozarabischen Quelle. 

Dieser Hymnus hielt sich lange, wovon die gedruckten Breviere des 
16. Jahrhunderts Zeugnis geben; cfr. Chevalier, Repert. Hymnol., Nr. 14835. 
Da seit dem 10. Jahrh. fiir die gewohnliche Non ein Hymnus in Brauch war 
( v Berum Deus tenax vigor"), fiir die Fastenzeit aber wohl die Terz und Sext, 
aber nicht die Non einen eigenen Hymnus besafsen, erklart sich die spatere 
Verwendung des vorstehenden Hymnus fiir die Nona tempore Quadragesimae. 



16. Hymmis 

Tem pore 

1. Iam sexta sensim volvitur 
Ter binis hora cursibus, 
Diesque puncto aequabili 
Utramque noctem respicit, 

2. Venite, servi, supplices 
Mente, ore extollite 
Dignis beatum laudibus 
Nomen Dei cum cantico. 

3. Hoc namque tempus iilud est, 
Quod saeculorum iudicem 
Iniusta morti tradidit 
Mortalium sententia; 

4. Cum sol repente territus 
Horrore tanti criminis, 
Mortem minatus saeculis 
Diem refugit impium. 

5. Hoc et beatus tempore 
Abraham fideliter 
Reperitus in mysterio 
Tres vidit, unum credidit. 

Blume, Thesauri hymnologici Hym: 



ad Sextam. 

Paschali. 

6. Hanc ad precandum congruam 
Salvator horam tradidit, 
Cum diceret fidelibus 
Patrem rogandum servulis. 

7. Nec non et ille pertinax 
Hostis fidei gratiam, 
Quam praedicavit gentibus, 
Hoc est adeptus tempore. 

8. Et nos amore debito, 
Timore iusto subditi 
Adversus omnes impetus, 
Quos saevus hostis incutit, 

9. Unura rogemus [nunc] patrem 
Deum regemque filium 
Simulque sanctum spiritum, 
In trinitate Dominum, 

10. Ut, quos redemit passio 
Isto peracta tempore, 
Possit sub ipso tempore 
Servare deprecatio. 

irium. 2 



18 Pars L Hymni antiquissirai saec. V,— XI. 



Psalt. et Hymn. ms. incert. origin. saec. 8 /9. Cod. Vatican. Reg. 11. — 
1, 1 sinsim. — 1, 4 respicet, korrigiert respicit. — 2, 2 Zwischen „Mente" 
und „ore" iiber der Zeile „et" eingetragen. — 5, 3 Reperitus, von zweiter Hand 
korrigiert: Rei peritus. — 9,1 Statt „nunc" tiber der Zeile „et"; vielleicht 
bleibt auch „nunc" besser unerganzt, da dem Hymnus diese Unebenheit im 
Rhythmus urspriinglich eigen sein diirfte. — 7, 1 pertenax. — 7,2 Usus 
hostis. — Der „pertinax hostis" ist Saulus. — 10, 2 peracto. — Aufschrift: 
„Hymnus ad sexta" ; Caesarius und Aurelian von Arles geben dem Hymnus 
die nahere Determination fiir die Osterzeit. Fiir die Terz ist von diesen 
beiden liischofen der Hymnus des hl. Ambrosius „Iam surgit hora tertia" 
(Anal. Hymn. L, 12) angeordnet. Die Vermutung drangt sich auf, trotz ver- 
schiedener entgegen stehender Bedeuken, dafs auch dieser und besonders der 
folgende Hymnus den hl. Ambrosius zum Verfasser haben. — Man vgl. 
iibrigens betreffs des Stiles den Hymnus „Mediae noctis" (Nr. 1). 



17. Hymnus ad Nonam. 

Tempore Paschali. 



1. Ter hora trina volvitnr, 
Redire qua Christus solet 
Mercede largus vineam 
Locare mercenariis. 

2. Decet paratos sistere, 
Ne transeat merces Dei, 
Plantare quae vitem solet 
Christumque cordi adfigere. 

3. Haec hora, quae resplenduit 
Crucisque solvit nubila 
Mundum tenebris exuens, 
Reddens serena lumina. 

4. Haec hora, qua resuscitans 
Iesus sepulcris corpora 
Prodire mortis libera 
Iussit refuso spiritu. 



5. Redit favilla in sanguinem, 
Cinisque carnem reddidit, 
Mixtique vivis mortui 
Videre Christi gloriam, 

6. Novata saecla credere, 
Mortis solutis legibus 
Vitae beatae munere 
Cursum perennem currere. 

7. Dicamus ergo proximi 
Laudes Deo cum cantico; 
Confessus est latro fidem, 
Quo est redemptus tempore. 

8. Qua gratia ieunium 
Laeti solemus solvere ; 
Instar futuri muneris 
Famem probati nesciant. 



Psalt. et Hymn. ms. incert. origin. saec. s k. Cod. Vatican. Regin. 11. 
A. — Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican, 83. B. — 
Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. C. — Hymn. 
ms. S. Iacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. D. — 1, 2 Redire 
quia A. — 1 , 3 Mercedem largus vineae BCD. — 2, 1 sistire A. — 2, 2 
mercis A. — 3, 1 hora qua A. — 3, 2 solvit vincula A. — 4, 1 hora quae 
BC; resuscitat D. — 5, 4 Videre (ebenso 6, 1 credere und 6, 4 currere) 
sichtlich ein Infinitiv. histor. statt videbant etc. — 6, 4 perenne BD. — 
Als Anfang der Doxologie folgt in A: Gloria. — Titel in A: „Hymnus ad 
vesperum (! 1. Nonam) in die ieiunii"; BD : „Hymnus ad Nonam". Der „dies 
ieiunii" bezeiehnet nicht die Fastenzeit; Daniel (I, 41) bemerkt zur Str. 8: 
„Veteres christiani diebus stationum ieiunare solebant usque ad Nonam". — 
Nach Caesarius und Aurelian von Arles ist dieser Hymnus in der Osterzeit 
zu verwenden. — Vgl. die Schlufsbemerkungen zum vorigen Hvmnus. 



A 1. Hymni de Tempore Communes. — Series L 



19 



18. Ad Vespers 



1. Deus, qui certis legibus 
Noctem discernis ac diem, 
Ut fessa curis corpora 
Somnus relaxet otio, 

2. Te noctis inter horridae 
Tempus precamur, ut , sopor 
Mentem dum fessam detinet, 
Fidei lux illuminet, 



3. Hostis ne fallax incitet 
Lascivis crura gaudiis, 
Secreta noctis advocans 
Blandus in aestus corporis; 

4. Subrepat nullus sensui 
Horror timoris anxii, 
Illudat mentem nec vagam 
Fallax imago visuum •, 



5. Sed, cum profundus vinxerit 
Somnus curarum nescius, 
Fides nequaquam dormiat, 
Vigil te sensus somniet. 

Psalt. et Hymn. ms. incert. origin. saec. 8 /9. Cod. Vatican. Regin. 11. 
A. — Collect. et Hymn. ms. Murbacense ('? Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. Iun. 25. B. — Collect. et Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. 
Cod Parisin. 14088. C. — 1, 4 Somno A, Somnum BC. — 2, 3 declinet B, 
retinet C. — 3, 1 Hoste C. — 3, 2 Lascivis cura A, curis BC. — 3, 4 
Blandos A; in aestu C, in isto corpore B. — 4, 3 mente C; ne vagam 
BC. — 4,4 visui BC. — 5, 1 Secundum profundum C; profundos B. — 
5, 3 Fedis A, Fidem C; dorrniet C. — Titel in A: „Hymnus vespertinus" ; 
in B fehlt er; in C: „Ad Vesperas". — Caesarius und Aurelian von Arles 
ordnen deu Hymnus an als „ad Vesperam", in Abwechselung mit dem Hymnus 
des hl. Ambrosius „Deus creator omnium" (Anal. Hymn. L, 13); auch in 
A folgt letzterer Hymnus mit dem Titel : „Item hymnus vespertinus". — Zu 
Unrecht habe ich vorstehenden Hymnus friiher den Mozarabisclien Hymnen 
beigezahlt (Anal. Hymn. XXVII, 80); man vgl. dort die Lesarten aus der 
einen gedruckten mozarabischen Quelle. 



19. Ad Vesperas. 



1. Sator princepsque temporum, 
Clarum diem laboribus 
Noctemque qui soporibus 
Fixo distinguis ordine, 

2. Mentem tu castam dirige, 
Obscura ne silentia 

Ad dira cordis vulnera 
Telis patescant iuvidi. 



3. Somno non cedat spiritus 
Vigilque custos corporis 
Metus inanes arceat, 
Fallax depellat gaudium. 

4. Vacent ardore pectora 
Faces nec ullas sentiant, 
Adfixa ne praecordiis 
Mentis vigorem saucient ; 



5. Sed, cum defessa corpora 
Somni tenebunt gratiam, 
Caro quietis sit memor, 
Fides soporem nesciat. 



2* 



20 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



Psalt. et Hymn. ms. incert. originis saec. s /a. Cod. Vaticau. Regin. 
11. — 1, 3 laboribus (cfr. 1, 2). — 3, 3 inanis. — 5, 3 Solo quietis; man 
vgl. aus dem Complet-Hymnus „Iesu redemptor saeculi", die Verse 4, 3 sq: 
„Sic caro nostra dormiat | Ut mens soporem neaciat*. — 5,4 nesciant. — 
Titel: „Item hymnus vespertinus". — In vorstehendem Hymnus mocltte man 
fast eine Umdichtung des vorhergehenden vermuten ; oder umgekehrt? Nicht 
nur die Strophenzahl ist die gleiche, sondern, was wichtiger, die gleichen 
Gedanken kommen zum Ausdruck, am Frappantesten in der 1. und in der 
Schlufsstrophe. — Unser Hymnus ist nur durch die eine Quelle bekannt, 
wiihrend sein Doppelgiinger durch Caesarius und Aurelian von Arles bezeugt 
und in den alten Quellen iiberliefert ist. — Cfr. Anal. Hymn. XLIII, 14. — 



20. Ad Vesperas. 



1. Deus, qui claro luniine 
Diem fecisti, Domine, 
Tuam rogamus gloriam, 
Dum pronus volvitur dies. 

2. Iam sol urgente vespero 
Occasum suum graditur, 
Mundum concludens tenebris, 
Suum observans ordinem. 



3. Sed tu, excelse Domine, 
Precantes tuos famulos, 
Labore fesos diei 
Quietos nox suscipiat, 

4. Ut non fuscatis mentibus 
Dies abscedat saeculi, 
Sed tua tecti gratia 
Cernamus lucem prosperam. 



Collect. et Hymn. ms Murbacense (?Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. Iun. 25. A. — Collect. et Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. Cod. 
Parisin. 14 088. B. — Collect. ms. S. Maximini Trevirensis saec. 10. Cod. 
Treviren. 592 (1404). C. — Hymn ms. Severinianum saec. 10 /n. Cod. Vatican. 
7172. D. — 1,3 Tua r. gloria D. — 1, 4 Tu pronos solvitur D. — 2, 1 
urguente AB, urguento C, arguentes D; vespere B, vesperum D. — 2, 3 
tenebras ISD. — 3, 1 tu es celse C. — 3, 3 Labores AB; fessus ABD. — 
3, 4 Quieta D. (In 3, 2 diirfte dem Sinne nach aus 3, 4 zu ergiinzen sein: 
suscipias). — 4, 3 testi B, tecta C. — 4, 4 Carnamus B; luce prospera 
BC. — In D folgt noch der Anfang der Doxologie: Gloria tibi. — In B ist 
der Hymnus fiir die Vesper des Sonntags bestimmt. 



21. Ad Completorium. 

(„D uodecima m"). 



1. Christe, precamur, adnue 
Mixtasque voces fletibus 
Semper benignus et pius 
Venturarn in noctem suscipe. 

2. Te corda nostra somnient, 
Te per soporem sentiant 
Tuamque semper gloriam 
Vicina luce concinant. 



3. Vitam salubrem tribue, 
Nostrum calorem refice, 
Taetram noctis caliginem 
Claritas tua illuminet. 

4. Hynmis vota persolvimus 
Yesperque sacrum poscimus, 
Nostrum delens chirographum 
Tuumque praestans editum. 



Brev. ms. Toletanum saec. 11. Cod. Toletan. 35-2. A. — Brev. sec. 
regulam s. Isidori impr. Toleti 1502. B. — Zu 1 , 1 cfr. Nr. 11, Str. 4, 1. 



A 1. Hymni de Tempore Communes. — 



Series I. 



21 



1 , 4 in fehlt. — Anfaug der Doxohgie in A : Deo patri ; in B voll- 
standig. — Caesarius von Arles ordnet deu Hvmnus an mit den Worten: 
.,Et ad duodecimam . . . hymnus »Chri$te precamur adnue« , die alia ad 
duodecimam «Christe qui hix es et dies« hymnus dicatur; et sic omni tempore 
vicibus isti duo hymni dicantur " — Der Text wird uns nur in den zwei 
mozarabischen Quellen iiberliefert; daher reihte ich den Hymnus friiher 
unter die mozarabische Hymnodie ein (Anal. Hymn. XXVII, 78). Das 
Zeugnis des Caesarius aber mufs annehmen lassen , dafs die Mozaraber 
eine Anleihe beim Romischen (monastischen) Ordo machten. 



•22. Ad Coiiipletoriuin. 



1. Christe, qui lux es et dies, 
Noctis tenebras detegis, 
Lucifer, lucem praeferens, 
Lumen beatum praedicans, 

2. Precamur, sancte Domine, 
Defende nos in hac nocte, 
Sit nobis in te requies, 
Quietam noctem tribue, 

3. Ne gravis somnus irruat, 
Nec hostis nos subripiat, 
Nec caro illi consentiat, 
Nos tibi reos statuat. 



4. Oculi somnum capiant, 
Cor semper ad te vigilet; 
Dextera tua protegat 
Famulos, qui te diligunt. 

5. Defensor noster, aspice, 
Insidiantem reprime, 
Guberna tuos famulos, 
Quos sanguine mercatus es. 

6. Memento nostri, Domine, 
In gravi isto corpore 
Qui es defensor animae; 
Adesto nobis, Domine. 



7. Praesta, pater omnipotens, 
Per Iesum Christum Dominum, 
Qui tecum in perpetuum 
Regnat cum sancto spiritu. 

Hymn. ms. Hibernicum saec. 9. in. Cod. Paulan. 25. 2. 31. (Blas. memb. 
86). A. — Collect. ms. Hibernicum saec. 9. Cod. Capit. Colonien. 
106. B. — Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. in. Cod. Franciscan. Dublinen. 
s. n. C. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum saec. 10 /n. Cod. Londinen. Iul. 
A VI. D. (Ist Paraphrase). — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum (Monasticum) 
saec. 11. Cod. Londinen. Vesp. D XII. E. — Hymn. ms. "Wintoniense saec. 11. 
Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. F. — Collectar. et Hymu. ms. Wintoniense 
(? Vi^orniense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. G. — 
Collectar. et Hymn. ms. Exoniense (postea Episo. Leofric) saec 11. Cod. 
Londinen. Harl. 2961. H. — Hymn. ms. Cantuariense (?) saec. 10 /n. Cod. 
Londinen. Add. 37 517. 

Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 83. I. — 
Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. K. — 
Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. L. — Brev. ms. Casinense 
saec. 11. Cod. Vindobonen. 1106. M. — Hymn. ms. Bobiense saec. 10. 
Cod. Taurinen. G VII 18. N. — Hymn. ms. Bobiense saec. 11. Cod. 
Vatican. 5776. O. — Hymn. ms. Farfense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Ehen. 
91. P. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. Q. — Psalt. 
et Hymn. ms. Farfense saec. 11. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). 
R. — Hvmn. ms. Veronense saec. ln /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). 
S. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. ,0 /n. Cod. Casauaten. 1907 (B H 1). 



22 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



T. — Hymn. ms. Severinianum saec. 10 /n. Cod. Vatican. 7172. U. — Brev. 
ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 4928. X. — Psalt. et 
Hymn. ms. S. Iacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. Y. — Brev. 
ms. Strumense saec. 11. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. Z. — Brev. ms. 
Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Mediolanen. 155. a. — Brev. ms. 
Benedictinum saec. 11. Cod. Vallicelan. B 79. b. — Brev. ms. Benedictinum 
(Italiae septentr. aut Galliae merid.) saec. 10. ex. Cod. privat. (Hiersemann). C. 

Collect. et Hymn. ms. Murbacense (?Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. Iun. 25. d. — Collect. ms. Frisingense saec. 9 /io. Clm. 
Monacen. 6411. e. — Tract. ms. Erchamberti super Donatum (Frisingen.) 
saec. 9 /io. Clm. Monacen. 6414. add. saec. 10. f. — Rit. et Hymn. ms. 
Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen. 17027. g. — Hymn. ms. Campiduuense 
saec. 10 'ii. Cod. Turicen. Rhen. 83. h. — Trop. et Hymn ms. Rhenoviense 
(? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 97. i. — Hymn. ms. 
Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. VIII o 1. k. 

Psalt. et Hymn. ms. Marchianense saec. (9. et) 10. in. Cod. Duacen. 
170. 1. — Hymn ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. 111. — Brev. 
ms. St. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. n. — Collect. ms. 
Sandionysianum saec. 11. (et 12.) Cod. Sangenovefian. 1186. 0. — Grad. et 
Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. p. — 
Hymn. ms. Toletanum saec. 10. Cod. Matriten. Tolet. 1005 (35 — 1). q. — 
Hyinn. ms. Exsiliense saec. 11. Cod. Londinen. Add. 30851. r. — NTX 
k m n O sind nicht kollatioiiiert. 

1, 2 detegens IKa, detegens iiber detegis U, detege r, detigis C. — 

1 , 3 Lucifer lucis crederis A , Lucifer luci praeferens iY , Lux ipse lucem 
(lumen q) praeferens q r, Lucisque lumen crederis alle ubrigeu Quellen, aus- 
genommen B und a, welche die Lesart des als urspriinglieh befundenen 
Textes aufweisen. — 1, 4 Lumen beatis (cretis, 1. creatis C) praedicans 
AC d , Vitam beatam praedicans q, Vitam beatam tribue BIY a, Lumen 
beatum (beatis f) tribuens K f g (zu tribue und tribuens cfr. 2. 4). — 2, 2 
Defendas nocte ac die A , Defende nocte ac die d. — 2 , 3 Ut sit Y 2 . — 

2, 4 tribuas A, iiber „tribnas" geschrieben „tribue" U, tribuens R. — 3, 1 
Nec korrig. in Ne e; gravi IKY. — 3, 2 Ne FIKLPQUY a e O; Hostis ne 
C; Hostis nobis (ohne Ne) A r. — 3, 3 Nec fehlt AC r; Ne FIKLMOPRUY 
f g; caro fehlt d; consentiens EH'ILMQ 2 RZ b e g h i 1 1 p r, consentiens 
iiber consentiat U. — 3, 4 Nec tibi f, Et ne nos reos a, Et nos reos IKY 
Ne nos reos U. — 4, 1 somnium q. — 4, 2 ad te semper alle Quellen aufser 
AB d ; vigilat AB, vigelat C (vielleicht „vigilat" richtig als Lesart der zwei 
altesten Quellen). — 4, 3 protege A, protegas R. — 5, 2 Insidiantes 
BEFHKPQUZ a d e f g h i (Insidianfe?» = diabo/?o» ist sichtlich die 
bessere Lesart); reprimens U. — 5, 3 tuos filios IRSY b (weil 4, 4 schon 
„famulos", verdiente an sich ,,filios" den Vorzug). — 5, 4 Quod U; mercatus 
est h. — 6, 2 In isto gravi IKORUY a f h; In grabe isto O. — 6, 3 Tu 
es C. — 6, 4 Adesto sancti spiritus IKY h. — Doxologie-- In A: „Gloria 
patri", sonst nichts ; in EFHKS e f g h 1 p: „Deo patri sit gloria | Eiusque 
soli filio etc. ; in vielen anderen Quellen fehlt die Doxologie. 

Zwischen 6 und 7 fiigt O folgende zwei Strophen ein : 

6a Non sis oblitus, Domine, 6b Peccata nostra, Domine, 
Orationem pauperum, Quibns gravamur fortiter, 

Ad te clamamus, Domine, Dignare nos absolvere 

Noli nos derelinquere. Tuo sancto praesidio. 

Die erste dieser Strophen (6a) findet sich mit belanglosen Varianten auch 
in Q; darauf folgt dann in Q: „Tu, Deus Christe, salva nos, | Aeterne noster 
protector I In manu[sj tua/s], Domine \ Commendo spiritum meum Deo 
patri. — Von Interesse ist diese Zutat dadurch, dafs iu der jetzigen Complet 
nach dem Hymnus im Capitulum es heifst: „Ne derelinquas nos , Domine 



A l. Hymni de Tempore Communes. — Series L 



23 



Deus noster (cfr. 6a, 4 „Noli nos derelinquere") und das Respons. darauf 
anhebt: „ln manus tuas, Domine, commendo spiritum meum." (cfr. Schlufs- 
strophe in Q.) 

In q und r folgt nach Str. 6: 

Taetrae noctis insidias | Huius timoris libera 
Tuae lucis magnalibus | Totum chorum illumina. 

Alsdann die Doxologie, welche mit einigen Varianten auch in C sich 
vorrindet: 

Gloria patri ingenito, | Gloria unigenito 

Una cum sancto spiritu | In sempiterna saecula. 

In Bd. XXVII der Anal. Hymn. (p. 111) habe ich vorstehenden Hymnus 
aus drei mozarabischen Quellen (q r und Breviar. sec. regulam S. Isidori) 
mitgeteilt. — Zu 1 , 1 „lux es et dies" cfr. Nr. 6, Vers 3, 2. 

Betreffs des Gehrauches: A bezeichnet den Hymnus als „Hymnus ad 
Completorium", und unmittelbar nach ihm folgt „Te lucis ante terminum" 
als „Item". — B hat auf Fol. 46 beide Complethymnen in der Eeihenfolge 
wie A, aber ohne jede nahere Bezeichnung. — In der gleichfalls sehr alten 
Quelle f steht ohne nahere Angabe der letztere Complethymnus vor ,,Christe 
qui lux es". — Ahnlich in anderen Quellen. Schon dieser Umstand lafst mit 
Riicksicht auf analoge Falle (cfr. die z w e i Hymnen zur Noctum und zu den 
Laudes am Sonntage) vermuten, dafs der langere Complethymnus fiir die Winter- 
zeit, der kiirzere fiir die Sommerzeit bestimmt war. Uberdies heifst es ausdriick- 
lich bei unserem Hymnus in c: „Hymnus in hieme". — Andere Quellen hin- 
gegen, wie P und X, bestimmen ihn fiir die Fastenzeit, i fiir den Advent. 
Mone (I, p. 93) fand in einer Privathandschrift des 15. Jahrhunderts die 
Notiz : „Praecedens hymnus dicatur cottidie usque ad diem Cenae exclusive". 

Str. 5 (Defensor noster aspice) dient mancherorts jetzt noch als Gesang 
zum sakramentalen Segen. 

Wenn Mone (1. c. > p. 92) bemerkt, ,,das Lied ist ivolil nicht dlter als 
das 7. Jahrhundert" , so widerspricht dieser Schiitzung der Umstand, dafs 
schon der hl. Caesarius von Arles (f 542) in seiuer Regel fiir die Jungfrauen 
diesen Hymnus ausdriicklich anfiihrt (s. Hymnol. Beitr. III, S. 36). Somit 
ist der Hymnus mindestens aus dem Anfange des 6. Jahrhunderts. 

In unser Romisches Brevier ist der schone Hymnus nicht heriiberge- 
nommen; in franzosischen Brevieren hielt er sich bis ins 18. Jahrhundert. 



A 2. Hynmi de Tempore Communes. 

Series altera. 



23. Die Dominica ad Nocturnas. 

Hieme. 



1. Primo dierum omnium, 

Quo mundus exstat conditus, 
Vel quo resurgens conditor 
Nos morte victa liberat, 

2. Pulsis procul torporibus 
Surgamus omnes ocius 

Et nocte quaeramus pium, 
Sicut prophetam novimus, 

3. Nostras preces ut audiat 
Suamque dextram porrigat 
Et bic piatos sordibus 
Reddat polorum sedibus ; 

4. Ut, quique sacratissimo 
Huius diei tempore 
Horis quietis psallimus, 
Donis beatis muneret. 



5. Iam nunc, paterna claritas, 
Te postulamus adfatim, 
Absit libido sordidans 
Omnisque actus noxius, 

6. Ne foeda sit vel lubrica 
Compago nostri corporis, 
Per quam Averni ignibus 
Ipsi crememur acrius. 

7. Ob hoc, redemptor, quaesumus, 
Ut probra nostra diluas, 
Vitae perennis commoda 
Nobis benignus conferas, 

8. Quo carnis actu exsules 
Effecti ipsi caelibes, 

Ut praestolamur cernui, 
Melos canamus gloriae. 



9. Praesta, pater piissime 
Patrique compar unice 
Cum spiritu paraclito 
Reguans per omne saeculum. 

Hymnar. ms. Hibernicum saec. 9. in. Cod. Paulau. 25. 2. 31 (Blas. 
memb. 86). A. — Pontif. et Hymnar. ms. Anglicum saec. 10. ex. Cod. 
Vatican. Regin. 338. B. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicuni (Monasticum) saec. 11. 
in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. C. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum saec. 10 /n. 
Cod. Londinen. Jul. A VI. D. (Nur Paraphrase) — Hymn. ms. Wintoniense 
saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B IU 32. E. — Collectar et Hymn. ms. 



A 2. Hymni de Tempore Communes. — Series II. 



25 



Wintoniense ( '? Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 
391. F. — Collectar. et Hynin. ms. Exoniense (postea Episc. Leofric) saec. 11. 
Cod. Londinen. Harl. 2961. G. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. H. — Hymn. ms. 
Bobiense saec. 10. Cod. Taurinen. G. VII. 18. I. — Hymn. ms. Farfense 
saec. 10 /n. Cod. Turicen. Ehen. 91. K. — Brev. ms. Farfense saec. 11. 
Cod. Turicen. Ehen. 82. L. — Hymn. ms. Farfense saec. u 7n. Cod. Eoman. 
Vitt. Em. 175 (Farf. 4). M. — Hymn. ms. Veronense saec. 10 /n. Cod. Capit. 
Veronen. CIX (102). N. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. 10 /u. Cod. 
Casanaten. 1907 (B II 1) O. — Hymn. ms. Severinianum saec. 10 /n. Cod. 
Vatican. 7172. P. — Brev. ms. S. Sophiae Beneventanae saec. 11. Cod. 
Vatican. 4928. Q. — Brev. ms. Benedictinum (Italiae septentr. aut Galliae 
merid.) saec. 10. ex. Cod. privat. (Hiersemann). E. — 

Collect. ms. S. Martim Trevirensis saec. (9. et) 10. Cod. Treviren. 
1245 (1418). S. (Darin nur der Anfangsvers jeder Strophe). — Rit. et Hymn. 
ms. Scheftlariense saec. 10 Clm. Monacen. 17 027. T. — Hymn. ms. 
Ehenoviense saec. 10. Cod. Turicen. Ehen. 111. U. — Trop. et Hymn. ms. 
Ehenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Ehen. 97. V. — 
Hymn. ms. Campidunense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Bhen. 83. X. — Brev. 
ms. Sangallense saee. 10 /n. Cod. Sangallen. 413. Y. — Brev. ms. Sangallense 
saec. 10 /n. Cod. Sangallen. 387. Z. — Hymn. ms. Sangallense C?) saec. 11. 
Cod. Berolinen. 8°. 1. a. 

Psalt. et Hymn. ms. Marchianense saec. (9. et) 10. in. Cod. Duacen. 
170. b. — Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. C. — Brev. 
ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. d. — Collect. et 
Hymn. ms. Sandionysianum saec. 11. (et 12). Cod. Sangenovetian. 1186. 

e. — Brev. ms. Strumense saec. 11. ex. Cod Laurentian. Conv. suppr. 524. 

f. — Collect. et Hymn. ms. Moissiacense anni ca. 1025. Cod. Oxonien. 
16923 (d' Orvile 45). g. — Grad. et Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. 
Parisin. Nouv. acq. 1235. h. — 

Hymn. ms. Toletar.um saec. 10. Cod. Matriten. Tolet. 1005 (35—1) i. 

— Hyrnn. ms. Exsiliense saec. 11. Cod. Londinen. Add. 30851 k. — Psalt. 
ms. Ferdinandi I. Leaionensis anni 1050. Cod. Univ. Compostellan. 1. 1. 

1, 4 morte vitab h; liberet EKMXTXV b h. — 2, 4 propheta A. — 
3, 3 dexteram TX. — 3, 3 Ut expiatos E, Et expiatos alle iibrigen Quellen 
mit Ausnahme der 3 iiltesten AB b ; „bic" = auf Erden steht in passendem 
Gegensatz zu „poIorum sedibus" (3, 4). — 4, 1 Ut quicquid TX. — 4, 4 beatis 
munere K. — 5,2 postolamus A. — 6 , 1 Nec E. — 6 , 3 Per quod NT, 
Per quem H b. — 7, 2 deluas EH b. — 7, 4 Noctis H : benigne h. — 8, 1 
cami e. — Von der Doxologie nur der Anfang ,,Praesta pater" HKUVXY; 
sie fehlt vollstandig in A : in f u. h. statt dessen : Deo patri sit gloria etc. 

— 9, 2 Patrisque B. — 9, 4 Et nunc et in perpetuum E. — Die etvvaigen 
Varianten aus FIOQE a C— e g i — 1 habe ich iibergangen. — P bietet uur 
die beiden Schlufsstrophen, da Fol. 1 der Hs. fehlt. — Titel in A : „Hymnus 
dominicus ad Nocturnum" ; in B: „Hymnus die dominica ad noct." ; in b: 
„Hymnus ad nocturnos", und so ahnlich in den jiingeren Quellen. — 

Insgemein wird vorstehender Hymnus apodiktisch Gregor demGrofsen 
zugeschrieben , sichtlich nach dem Vorgange von Clichtoveus und Fabricius 
und der ihnen folgenden Benediktiner in ihrer Ausgabe der Opera s. Gregorii. 
Jede Spur eines Bevveises und jeder positive Anhaltspunkt, auch nur fiir die 
Wahrscheinlichkeit einer solchen These betreffs dieses und aller (gevvohnlich 
8) dem hl. Gregor zugeschriebenen Hvmnen fehlt bislang. (Vgl. Dreves in 
Tiibinger Qtlsch. 1907, Heft 3). 

Dieser Hymnus fand seit alters allgemeine Verbreitung und hat sich 
uoch erhalten im jetzigen Bomischen Brevier, allerdings in der Fassung der 
,,Correctoren" aus dem 17. Jahrhundert mit dem Anfange: 

Primo die, quo trinitas | Beata mundum condidit. 

Dieser Wortlaut iindert vollstandig den ursprunglichen Sinn. Nach ihm 



26 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



wiirde der Sonntag hier als erster Schopfungstag bezeichnet. Mone (I, 370) 
umschreibt denn auch den Inhalt der 1. Strophe: „Die Welt wurde am Sonn- 
tage erschaffen, und Christus erstand am Sonntage; der erste Sonntag war 
also der erste Schdpfungstag. " Und doch weist Mone hin auf den Text 
aus Gregor M. (Homil. in Ezech. II. 4, 2): ,.dies dominicus . . . a conditione 
dierum numeratus octavus , quia septimum sequitur" ; entsprechend dieser 
Auffassung heifst es im urspriingliehen Texte des Hymnus nicht, dafs Gott 
die Welt am Sonntag erschuf, sondern dafs der Sonntag der erste Tag war, 
an dem die Welt vollstandig erschaffen dastand , „exstat conditus." — Es 
hat fast den Anschein, als ob mit Str. 5 ein zxceiter vierstrophiger Hymnus 
beginne; jedenfalls ist Str. 1 — 4 nur an die Psallierenden gerichtet, mit Str. 5 
beginnt das Morgengebet an Gott. 

Da ich erst naehtraglieh das Psalt. et. Hymn. ms. Cantuariense 
saec. ,0 /u. Cod. Londinen. Add. 37 517 fiir diesen liand heranziehen konnte, 
(vgl. Vorwort), sei hier allgemein bemerkt, dafs vorstehender Hymnus und 
die unter den Nr. 24 - 41, 44, 47 — 50, 53 — 55 erwahnten sich ebenfalls darin 
vorfinden; bei den iibrigen Hymnen konnte ich dieses Hymnar in das be- 
treffende Quellenverzeichnis einfiigen. 



24. Die Domiuica ad Nocturnas. 

Aestate. 

1. Xocte surgentes vigilemus omnes, 
Semper in psalmis meditemur atque 
Viribus totis Domino canamus 

Dulciter hymnos, 

2. Ut pio regi pariter canentes 
Cum suis sanctis mereamur aulam 
Ingredi caeli simul et beatam 

Ducere vitam. 

3. Praestet hoc nobis deitas beata 
Patris et nati pariterque sancti 
Spiritus. cuius reboatur omni 

Gloria mundo. 

Pontif. et Hymn. ms. Anglicum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Eegin. 338. 
A. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum (Monasticum) saec 11. in. Cod. Londinen. 
Vesp. D XII. B. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum saec. ,0 /ii. Cod. Londinen. 
Iul. A VI. C. (Nur Paraphrase.) — Hj-mn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. 
Capit. Dunelmen. li III 32. D. — Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense 
(? Vigorniense) saec. 11 Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. E. — 
Collectar. et Hymn. ms. Exoniense (postea Episc. Leofric) saec. 11. Cod. 
Londinen. Harl. 2961. F. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. G. — Brev. ms. 
Casinense saec. 11. God. Vindobonen. 1106. H. — Hymn. ms. Farfense 
saec. 10 /n. Cod. Turicen. Ehenov. 91. I. — Brev. ms. Farfense saec. 11. 
Cod. Turicen. Ehenov. 82. K. — Psalt. et Hymn. ms. Farfense saec. ,0 'u. 
Cod. Eoman. 175 (Farf. 4). L. — Hymn. ms. Veronense saec. 10 /n. Cod. 
Capit. Veronen. CIX (102). M. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. 10 /n. Cod. 
Casanaten. 1907 (B II 1). N. — Hymn. ms. Severinianum saec. 10 /n. Cod. 
Vatican. 7172. O. — Brev. ms. S. Sophiae Beneventanae saec. 11. Cod. 



A 2. Hymni de Tempore Communes. — Series II. 



27 



Vatican. 4928. P. — Brev. ms. S. Eutychii Nursini saec. 11. Cod. Vallicellan. 
B 79. Q — 

Hymn. ms. Khenoviense saec. 10. Cod. Turicen. Ehenov. 111. R. — 
Trop. et Hymn. ms. Ehenoviense (Sangallense?) saec. 11 in. Cod. Turicen. 
Rhenov. 97. S. — Hymn. ms. Campidunense saec. 10 /n. Cod. Turicen. 
Rhenov. 83. T. — Brev. ms. gangallense saec. 10 /n. Cod. Sangallen. 387. 
U. — Hymn. ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. VIII 0 1. V. — 
Brev. ms. Secoviense (Monial.) saec. u ha. Cod. Graecen. 770. X. — Brev. 
ms. Secoviense (Monial.) saec. 12. Cod. Graecen. 864. Y. — Brev. ms. 
Gorziense saec. 14. in. Cod. Spinalien. 204 (97). Z. 

Psalt. et Hymn. ma. Marchianense saec. (9 et) 10. in. Cod. Duacen. 
170. a. — HymD. ms. S. Iohannis Laudunensis saec. 10. Cod. Bernen. 
45-5. b. — ■ Collect. et Hymn. ms. Moissiacense anni ca. 1025. Cod. Oxonien. 
Bodl. 16923 (d' Orvile 45). C. — Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. 
Ambianen. 131. d. — Brev. ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 
11560. e — Collect. et Hymn. ms. Sandionysianum saec. 11. (et 12). Cod. 
Sangenovefian. 1186. f. — Brev. ms. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. 
Conv. suppr. 524. g. — Grad. et Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. 
Parisin. Nouv. acq. 1235. h. — 

1, 1 vigilemus omni g. — 1, 4 Dulciter ignos b. — 2, 2 Bei „mereamur" 
schliefst Q (das folgende Blatt fehlt). — 2,2 aula b. — 2, 3 beata b; ad 
beatam F. — Mit 3, 1 schliefst a (ein oder mehrere Blatter fehlen). — 3, 2 
Patris ac MSTUY g; sanctus LN. — 3, 3 reboat (roboat h) in omni BDFHY 
g h renovatur I; cui reboamus b. — 3, 4 mundus H, mundi b. — Titel: 
..Item hymnus die dominica ad nocturn." A; „In aestate ad nocturn." K; 
„a dominica 1. post Pentec. usque ad Kal. Nov." O; ■ — ,,In dominica ad 
nocturnum R; „Dominicis diebus" a. — Varianten von CEVXZ C — f nicht 
eingetragen; in G ist der Hymnus unvollstiindig. 

Im jetzigen Bomisehen Brevier wird der Hymnus benutzt „ab Octava 
Pentecostes usque ad dominicam proximiorem Kalendis Octobris;" die 
Correcturen des Originaltextes beschriinken sich darin auf 1, 3 Voce concordi. 
— 2, 3 et perennem. — 3, 3 sq. resonat per omnem j Gloria mundum. — 
Irrig gilt Greijor d. GroJJe als Verfasser. — 



25. Feria secunda ad Xocturnas. 



1. Somno refectis artubus 
Spreto cubili surgimus; 
Nobis, pater, canentibus 
Adesse te deposcimus. 

2. Te lingua primum concinat, 
Te mentis ardor ambiat, 
Ut actuum sequentium 

Tu, sancte, sis exordium. 



3. Cedant tenebrae lumini 
Et nox diurno sideri, 

Ut culpa, quam nox intulit, 
Lucis labescat munere. 

4. Precamur idem supplices, 
Noxas ut omnes amputes 
Et ore te canentium 
Lauderis in perpetuum. 



5. Praesta, pater piissime. 

A— S (T fehlt) U— Z a— 1 = Quellen des Hymnus ..Primo dierum 
omnium" (Nr. 23); aufserdem : Hymn. ms. Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 
5776. m. — 

1, 1 artibus A. — 2, 1 conciuant H. — 2, 2 ambigat N. — 2, 3 Ut 
ad tuum C. — 2, 4 sancte scis N m. — 3, 1 Cedent H. — 3, 4 labascat 



2s 



Pars L Hymui antiquissimi saec. V.— -XI. 



EXYZ , lavascat H. — 4, 1 Precemur ergo h; item b (idem = iidem). — 
Doxologie fehlt AK; nur „Praesta" f; „Praesta pater" HYZ b m; voll- 
standige Doxologie (s. Nr. 1) N; Deo patri sit gloria etc. (vollstandig) h. — 
Etwaige Varianten aus FIOQR a C d e g i 1 sind nicht verzeiehnet; S 
bietet nur den ersten Vers jeder Strophe. 

Im Romischen Brevier ist der Hymnus fast unverandert beibehalten; 
nur ist 3 , 4 die Lesart der jiingc-en Handschriften „labascat" , die an sich 
correcter erscheint, bevorzugt; ferner ist 4, 1 „idem" aufgelost in „iidern" ; 
schliefslich wurde 4, 4 umgeandert in ..Lauderis omni tempore", wodurch der 
Reim (Assonanz) zerstort ist. 

Der Hymnus wurde und wird noch manchmal dem hl. Ambrosius irrig 
zugeschrieben. 



26. Feria tertia ad Nocturnas. 



1. Consors paterni luminis, 
Lux ipse lucis et dies, 
Noctem canendo rumpimus, 
Assiste postulantibus. 

2. Aufer tenebras mentium, 
Fuga catervas daemonum, 
Expelle somnolentiam, 
Ne pigritantes obruat. 



3. Sic, Cbriste, nobis omnibus 
Indulgeas credentibus, 

Ut prosit exorantibus, 
Quod praecinentes psallimus. 

4. Praesta. puter piissime, 
Patrique compar unice 
Cum spiritu paraclito 
Reguans per omne saeculum. 



A — I (K fehlt) L— S (T fehlt) U— Z a— g i k 1 = Quellen des Hymnus 
„Pritno dierum omnium u (Xr 23); aufserdem: Hymn. ms. Moissiacense saec. 
10. Cod. Rossian. VIII 144. m. 

1, 3 canendo sistimus A. — 1,4 postolantibus A. — 2, 2 Fugat P; 
caterva U 1 . — 2,3 somnolentia, somnolentium G. — 2, 4 pigritantis M; 
obruant f. — Doxologie fehlt A ; nur „Praesta'" Z, „Praesta pater" BHMNY, 
„Praesta pater piissime" CEGLUX m. — Etwaige Varianten aus FIOQR 
acdegikl sind nicht verzeichnet; S bietet nur den ersten Vers jeder 
Strophe. 

Im Romischen Brevier ist dieser Hymnus voilig unverandert beibehalten 
worden. — Auch er ging und geht oft falschlich unter der Flagge des 
hl. Ambrosius. 



27. Feria quarta ad Nocturnas. 



1. Rerum creator optime 
Rectorque noster, respice, 
Nos a quiete noxiu 
Mersos sopore libera. 

2. Te, sancte Cbriste, poscimus, 
Ignosce tu criminibus; 

Ad confitendum surgimus 
Morasque noctis rumpimus. 



3. Mentes manusque tollimus, 
Propheta sicut noctibus 
Nobis gerendum praecipit 
Paulusque gestis censuit. 

4. Vides malum, quod gessimus ; 
Occulta nostra pandimus, 
Preces gementes fundimus ; 
Dimitte, quod peccavimus. 



5. Praesta, pater piissime. 



A 2. Hymni de Tempore Communes. — Series II. 



29 



A— I (K fehlt) L— S (T fehlt) U— Z a— g i— 1 = Quellen des Hymnus 
„Primo dierum omnium (Nr 23); aufserdem: Hymn. ms. Moissiacense saec. 
10. Cod. Rossian. VIII. 144 m. 

1, 3 Merso N in. — 2, 1 possimus L. — 3, 2 sicut novimus AGNP f 
(vgl. im Hymnus „Primo dierum omnium" [Nr. 23] den Vers 2, 4). — 3, 3 
praecepit GU. — 3, 4 gestit censuit N. — 4, 1 Fides malum G, Videmus 
malum H, Videns mahim P. — 4, 3 gementis jinclimus f. — 4, 4 quod 
deliquimus A (beachtensvverte Lesart, weil in der iiltesten Quelle). — Et- 
waige Varianten aus FIOQK a C d e g i k 1 sind nicht verzeichnet; S 
bietet nur den ersten Vers jeder Strophe. 

Das Romische Previer hat den Hymnus ziemlich unverandert bei- 
behalten; 1, 2 ist „respice" durch .,aspice" ersetzt, und 2, 2 mufste „tu 
criminibus" der Wendung „culpis omnibus" weichen. — Man schwankt 
betreffs des Autors zwischen Ambrosius und Gregorius M; keiner der beiden 
Heiligen kann ernstlich in Frage kommen. 



28. Feria quinta ad Nocturnas. 



1. Nox atra rerum contegit 
Terrae colores omnium ; 
Nos confitentes poscimus 
Te, iuste iudex cordium, 

2. Ut auferas piacula 
Sordesque mentis abluas 
Donesque, Christe, gratiam, 
Ut arceantur crimina. 



3. Mens, ecce, torpet impia, 
Quam culpa mordet noxia; 
Obscura gestit tollere 

Et te, redemptor, quaerere. 

4. Repelle tu caliginem 
Intrinsecus quam maxime, 
Ut in beato gaudeat 

Se collocari lumine. 



5. Praesta, pater piissime. 

A— I (K fehlt) L— S (T fehlt), U— Z a— g (h— 1 fehlen) = Quellen des 
Hymnus „Primo dicrum omnium u (Nr. 23); aufserdem.- Hymn. ms. Moissia- 
cense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. m. — Hymn. ms. Beneventanum 
saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. n. 

1, 2 colores et omnium LMP. — 2, 2 mentes G. — 3, 2 culpam L. — 
3, 3 gestis BG n, gesti C ; tolleret L. — 4, 1 u. 2 umgestellt nach 4, 3 u. 4 
m. — 4, 1 caligine n. — 4, 2 Intrinsecusque maxime X. — 4, 4 collocare 
V. — Von der Doxologie durchweg nur das Anfangsvvort. — Etwaige 
Varianten aus FIOQR a C d e g sind nicht verzeichnet ; S hat immer nur 
den ersten Vers jeder Strophe. 

Das Bdmische Brevier hat diesen Hymnus in vollig unveranderter Form 
bewahrt. — Die Versuche, Ambrosius oder Gregor d. Gr. als Autor auf- 
zustellen, sind unbegriindet. 



29. Feria s 

1. Tu trinitatis unitas, 

Orbem potenter qui regis, 
Attende laudum cantica, 
Quae excubantes psallimus. 



ad Nocturnas. 

2. Nam lectulo consurgimus 
Noctis quieto tempore, 
Ut flagitemus vulnerum 
A te medelam omnium, 



30 



Pars L Hvmni antiquissimi saec. V.— XI. 



3. Qno,fraudequidquid daemonum 5. Ob hoc, redemptor, quaesumus, 
In noctibus deliquimus, Reple tuo nos lumine, 
Abstergat illud caelitus Per quod dierum circulis 
Tuae potestas gloriae, Nullis ruamus actibus. 

4. Ne corpus assit sordidum, 6. Praesta. pater piissime, 
Nec torpor instet cordium Patrique compar unice 
Et criminis contagio Cum spiritu paraclito 
Tepescat ardor spiritus. Regnans per omne saeculum. 

A— I (K fehlt) L— S (T fehlt) U— Z a— g i— 1 = Quellen des Hymnus 
^Primo dierum Otnnium" (Nr. 23); aufserdem: Hymn. ms. Moissiacense saec. 
10. Cod. Rossian. VIII 144. ni. — Hymn. ms. Beneventanum saec. 10. ex. Cod. 
Vatican. Ottob. 145. n. — Collect. et Hvmn. ms. S. Maximini Trevirensis 
saec. 10. Cod. Treviren. 592 (1404). o. 

1, 2 quae regis L. — 2, 4 Ad te CGV b; medellam o ( in O, weil eine 
Liicke in der Hs. , beginnt der Text erst mit diesem Verse). — 3, 2 delin- 
quimus VXYZ o. — 4, 1 Nec CEGNP b m ; absit (!) b. — 4, 2 Ne V. — 

4, 3 Nec MP m H. ; cremenis A. — 4, 4 Tabeseat A. — 5, 1 redemptor 
spiritus (quaesumus fehlt) Y. — 5, 2 nos tuo BCX. — 5, 3 Per quos L. — 

5, 4 ruamur BGLMNVXYZ b f 0. — ■ Doxologie fehlt A; in den iibrigen 
Quellen durchweg nur 1 — 3 Worte des Anfanges. — Etwaige Varianten aus 
FIOQR acdegikl sind iibergangen; S hat immer nur den ersten 
Vers jeder Strophe. 

Im Rdmischen Brevier ist der Hymnus ziemlich unverandert beibehalten; 
nur heifst es: 1,2 quae regis. — 1 , 3 sq. laudis canticum ] Quod. — 2, 3 
u. 2, 4 „vulnerum" und „omnium" umgestellt. — 4, 1 corpus astet. — 4, 3 
Ne criminis. 

Ferner ist ebendort seit der Revision im Jahre 1568 fiir das Fest 
SS. Trinitatis ein Hymnus ad Laudes gesehaffen , dessen 1 Strophe = der 

1. Strophe des vorstehenden Hymnus ist und dessen 2. Strophe aus dem unten 
(Nr. 32) folgenden Hymnus zu den Laudes r Aeterna caeli gloria" (Str 3: Ortus 
reftilget lucifer etc.) entlchnt wurde; die 3. Strophe ist die Doxologie: Deo 
patri sit gloria etc. Vgl. die Note zum folgenden Hymnus. 

Erwahnt sei auch hier ein Hymnus im Orationale ms. Carthusiae 
Pragensis (Scala caeli) saec. 14. ex. Cod. Pragen. XIII E 3; dessen 
L Strophe ist = der 1. Strophe des obigen Hymnus; die 2. Str. ist eine 
Umdichtung der Str. 5, der eine besondere Doxologie folgt, namlich: 

2. Te puro corde quaesumus, 3. Praesta, pater, per filium, 
Tuo nos reple lumine, Praesta per almum spiritum, 
Per quod dierum circulis Cum his per aevum triplici 
Nullis ruamur actibus. Unus Deus cognomine. 



30. Feria septima ad Socturnas. 



1. Summae Deus clementiae 
Mundique factor macbinae, 
Unus potentialiter 
Trinusque personaliter, 



2. Nostros, pius, cum canticis 
Fletus benigne susi-ipe, 
Quo corde puro sordibus 
Te perfruamur largius. 



A 2. Hymni de Tempore Communes. — Series II. 



31 



3. Lumbos iecurqae morbidum 
Adure igni congruo, 
Accincti ut sint perpetim 
Luxu remoto pessimo, 



4. Ut, quique horas noctium 
Nunc concinendo rumpimus, 
Donis beatae patriae 
Ditemur omnes affatim. 



5. Praesta, pater piissime. 

A — S (T fehlt) U— Z a— g i — 1 = Quellen des Hymnus „Primo dierum 
Otnnittm" (Nr. 23); aufserdem: Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. 
Rossian. VIII 144. m. — Collect. cum Hymn. ms. S. Maximini Trevirensis 
saec. 10. Cod. Treviren. 592 (1404;. n. 

1, 1 Mehrere Quellen haben falschlich : Summe. — 1, 3 potentiae aliter 
L. — 2, 1 Nostras pius A, Nostras preces N; pios m, piis B f . — 2, 2 
Laetus A. — 2, 3 corda pura ABK n; vielleicht richtig. — 2, 4 perfruantur B. 
— 3, 3 perpeti H m. — 4, 1 Ut quidquid (3 m. — 4, 2 concidendo L. — 4, 4 
Ditemus f. — Von der Doxologie durchweg nur der Anfaug. — Etwaige 
Varianten aus FIOQR acdegikl sind iibergangen; in S immer nur 
der erste Vers jeder Strophe. — Zu 4, 1 u. 2 cfr. Nocturnhymnus zur feria 
IH. 1,3; fer. IV. 2, 4. 

Im Romischen Brtvier zeigt dieser Hymnus starke Spuren von der 
Tatigkeit der „Correctoren". Str. 1 ist umgewandelt zu: Summae parens 
clementiae | Mundi regis qui machinam | Unius et substantiae ! Trinusque 
personis Deus. — Ferner heifst es : 2, 3 sordium. — 3, 2 sq. Flammis adure 
congruis | Accincti ut artus excubent. — 4 , 1 Quicumque ut horas. — 4, 3 
u. 4 umgestellt. — Ferner ist eben dort (seit der Revision im Jahre 1568) 
fiir das Fest ss. Trinitatis ein Cento als Hymnus ad Matutinum geschaffen, 
bestehend aus Strophe 1 des vorstehenden Hymnus, aber in der Redaktion 
der „Correctoren", und aus Strophe 2 des bei der vorigen Nummer erwahnten 
Hymnus „Aeterna caeli (jloria a , denen die Doxologie „Deo patri sit gloria" 
etc. sich anschliefst. Vgl. die Note zum vorhergehenden Hymnus. 

31. Die Dominica ad Matutinas Laudes. 

Aestate. 

1. Ecce, iam noctis tenuatur umbra, 
Lucis aurora rutilans coruscat; 
Nisibus totis rogitemus omnes 

Cunctipotentem, 

2. Ut Deus nostri miseratus omnem 
Pellat languorem, tribuat salutem 
Donet et patris pietate nobis 

Regna polorum. 

3. Praestet hoc nobis deitas beata 
Patris et nati pariterque sancti 
Spiritus, cuius reboatur omni 

Gloria mundo. 

Pontif. et. Hymn. ms. Anglicum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Regin. 33^. 
A. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. Londinen. 
Vesp. D XII. B. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum saec. 10 /n. Cod. Londinen. 
Iul. A. VI. C. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. 



32 



Pars L Hynini antiquissimi saec. V. — XI. 



B III 32. D. — Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense (? Vigorniense) saec. 
11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. E. — Colleclar. et Hymn. ms. 
Exoniense (postea Episc. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. F. 

Hymn. ms. Farfense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Rhen. 91. G. — Brev. 
ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Ehen. 82. H. — Psalt. et Hymn. ms. 
Farfense saec. 10 /n. Cod. Roman. 175 (Farf. 4). 1. — Hymn. ms. Veronense 
saec. 10 /ii. Cod. Capit. Veronen. CTX (102). K. — Brev. ms. Montis Amiatini 
saec. ,0 /u. Cod. Casanaten. 1907 (B II 1). L. — Hymn. ms. Severinianum 
saec. ,0 /n. Cod. Vatican. 7172. M. — Brev. ms. S. Eutychii Nursini saec. 11. 
Cod. Vallieellan. B 79. O. — Brev. ms. S. Sophiae Beneventanae saee. 11. 
Cod. Vatiean. 4928. P. — Brev. ms. Casinense saec. 11. Cod. Vindobonen. 



Hymn. ms. Rhenoviense saec. 10. Cod. Turicen. Rheh. 111. R. — 
Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. 
Rhen. 97. S. — Hymn. ms. Campidunense saec. 10 |n. Cod. Turicen. Rhen. 
83. T. — Brev. ms. Sangallense saec. lc "n. Cod. Sangallen. 387. U. — 
Hymn. ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. VIII 0 1. X. — Brev. 
ms. Secoviense (Monial.) saec. n /i2. Cod. Graecen. 770. T. — Brev. ms. 
Secoviense (Monial.) saec. 12. Cod. Graecen. 864. Z. 

Hymn. ms. S. Iohannis Laudunensis saec. 10. Cod. Bernen. 455. a. — 
Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. b". — Brev. ms. S. 
Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. c. — - Collect. et Hymn. 
ms. Sandionysianum saec. 11. (et 12). Cod. Sangenovefian. 1186. d. — Collect. 
et. Hymn. ms. Moissiacense anni ca 1025. Cod. Oxonien. 16923 (d^Orvile 45). 

e. — Brev. ms. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. 

f. — Grad. et Antiphon. ms. Nivernense .saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. g. 

1, 1 tenuatur fehlt Z. — 1, 3 rogitamus R. — 2, 1 Deus noster H s f g ; 
Deus nosmet a. — 2, 3 et nobis pietate patris BGH-KLS 2 UZ g. et nobis 
pietate sola CF. — Von der Doxologie durchweg nur 1 — 4 Worte des 
1. Verses; Praesta pater H. — Etwaige Varianten aus EPX b C d e sind 
iibergangen. 

Bau und Stil dieses Sommer-Hymnus zu den Laudes des Sonntags 
lassen bestimmt vermuten, dafs er und der Sommer-Hymnus zur Nocturn des 
Sonntags „Nocte surgentes u (Nr. 24) den gleicheti Verfasser haben; als solchen 
aber Gregor d. Gr. zu nennen, beruht auf Willkur. 

Das Komische Brevier hat diesen Hymnus fiir die Sommerzeit „ab Octav. 
Pentecost. usque ad Dominicam proxim. Kal. Octob." beibehalten, aber mit 
den Anderungen der „Correctoren" : 1, 2 Lux et aurorae. — 1,3 sq. Supplices 
rerum Dominum canora | Voce precemur. — 2, 1 Ut reos culpae miseratus. 
— 2,2 Pellat angorem. — 2, 3 sq. Donet et nobis bona sempiternae | 
Munera pacis. — 3, 3 sq. Spiritus, cuius resonat per omnem | Gloria mundum. 

Der Pendant dieses Sonntagshymnus ad Laudes ftir die Winterzeit ist: 
,,Aeterne remm conditor u , der als Dichtung des hl. Ambrosius unter 
dessen Hymnen (Aual. Hymn. L, S. 11) mitgeteilt ist. — Auch der Hymnus 
ad Laudes fiir die Feria II „Splendor jmternae gloria" (Anal. Hymn. L, 11) 
hat Ambrosius zum Verfasser. — Die Laudes-Hymnen fiir die Feria III., 
IV. u. V. hingegen, des Anfanges „Ales diei nuntius u , „Nox et tenebrae 
et nubila u u. „Lux ecce surgit aurea" (Anal. Hymu. L, 23 sq.) verdanken 
wir Prudentius. — So erubrigen von den Laudeshymnen an den Wochen- 
tagen nur folgende 2 fiir Freitag und Samstag, deren Autor unermittelt bleibt. 



1106. Q. 



32. Feria sexta ad Matutinas Laudes. 



1. Aeterna caeli gloria, 
Beata spes mortalium, 
Celsi tonantis unice 
Castaeque proles virginis, 



2. Da dexteram surgentibus; 
Exsurgat et mens sobria 



Flagransque in laudem Dei 



Grates rependat debitas. 



A 2. Hymni de Tempore Communes. — Series II. 



33 



3. (H)ortus refulget lucifer 
Ipsamque lucem nuntiat; 
Kadit caligo noctium. 



Lux sancta nos illuminet 



4. Manensque nostris sensibus 
Noctem repellat saeculi 
Omnique fine diei 
Purgata servet pectora. 



5. Quaesita iam primum fides 
Radicet altis sensibus, 



Secunda spes congaudeat; 
Tunc maior exstat caritas. 



Hymn. ms. Hibernicum saec. 9. in. Cod. Paulan. 25. 2. 31. (Blas. 
memb. 86). A. — Pontif. et Hymn. ms. Anglicum saec. 10. ex. Cod. Vatican. 
Regin. 338. B. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. 
Londinen. Vesp. D XII. C. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum saec. ,0 /n. Cod. 
Londinen. Iul. A VI. D. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. 
Dunelmen. B III 32. E. — Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense (? Vigorniense) 
saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. F. — Collectar. et 
Hymn. ms. Exoniense (postea Episc. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. 
Harl. 2961. G. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. H. — Hymn. ms. 
Bobiense saec. 10. Cod. Taurinen. G VII 18. I. — Hymn. ms. Beneventanum 
saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. K. — Hymn. ms. Farfense saec. 10 /n. 
Cod. Turicen. Rhen. 91. L. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. 
Rhen. 82. M. — Hymn. ms. Farfense saec. 10 /n. Cod. Roman. Vitt. Eman. 
175 (Farf. 4). N. — Hymn. ms. Veronense saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. 
CIX (102). O. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. 10 /n. Cod. Casanaten. 1907 
(B II 1.) P. — Hymn. ms. Severinianum saec. 10 /n. Cod. Vatican. 7172. Q. 

— Brev. ms. S. Sophiae Beneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 4928. R. 

— Brev. ms. Benedictinum (Italiae septentr. aut Galliae merid.) saec. 10. 
ex. Cod. privat. (Hiersemaim). T. 

Psalt. ms. Sangallense (Abbatis Vuolfcoz) saec. 9. Cod. Sangallen. 20. 
add. saec. 10. U. — Collect. et Hymn. ms. S. Martini Trevirensis saec. (9. 
et) 10. in. Cod. Treviren. 1245 (1418). X. — Collect. ms. S. Maximini 
Trevirensis. saee. 10. Cod. Treviren. 592. Y. — Ilymn. ms. Rhenoviense 
saec. 10. Cod. Turicen. Rhen. 111. Z. — Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense 
('? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 97. a. — Hymn. ms. 
Campidunense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Rhen. 83. b. — Brev. ms. 
Sangallense saec. 10 /n. Cod. Sangallen. 413. C. — Brev. ms. Sangallense 
saec. l0 /n. Cod. Sangallen. 387. d. — Hymn. ms. Sangallense (?) saec. 11. 
Cod. Berolinen. VIII 0 1. e. 

Psalt. et Hymn. ms. Marchianense saec. (9. et) 10. in. Cod. Duacen. 
170. f. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII. 144. g*. 

— Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. h. — Brev. ms. 
St. Germani Pratensis saec. 14. Cod. Parisin. 11550. i. — Collect. et 
Hymn. ms. Sandionysianum saec. 11. (et 12.) Cod. Sangenovefian. 1186. k. 

— Brev. ms. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. 1. 

— X enthalt nur den ersten Vers jeder Strophe; U beginnt mit Str. 5, da 
die vorhergehenden Bliitter fehlen. 

1, 4 virgines G. — 2, 3 Fraglansque KQ f, Fragransque OS g; in laude 
CDEKZ a. — 3, 1 Artus M. — 3, 2 Sparsamque lucem, so in allen Quellen, 
aber offenbar falsch, weil gegen den Abecedar; nutriat Y. — 3, 4 illuminat 
H; illunet (!) N. — 4, 3 fiuem Y. — 5, 1 primo fides B; fidem M. — 5, 2 
Radice L. — 5 , 3 Fecunda H g. — 5 , 4 Quo maior HLMNOY a d f g 1 
Qua maior CEGU C, Quod maior Q, Cum maior B, Et maior Z b; die 
alteste Quelle A nebst K bieten den urspriinglichen, dem Abecedar ent- 
sprechenden Text; exstet BE 2 HLMNQZ a b g. — Als Doxulogie , die in 
Blume, Thesauri hyninologici Hymnariuni 3 



34 



Pars L Hymni autiquissimi saec. V. — XI. 



AUY f fehlt, folgt: Deo patri sit gloria etc. , meist nur in den Anfangs- 
worten, BCEGKLMNO a; Praesta pater piissime, ebenfalls durchweg nur in 
den Anfangsworten, in den ubrigen Quellen. — Etwaige Varianten aus 
FIPKT e h i k sind iibergangen. — Dafs im Abecedar ein Buchstabe 
doppelt vorkommt (hier C), ist nichts Befremdliches (man vgl. z. B. Anal. 
Hymn. XXVII , Nr. 6. u. 16); aus 23 Buchstaben liefsen sich nicht 6 vier- 
versige Strophen (= 24 Verse) mit abecedarischem Charakter bilden. 
Vielleicht folgte urspriinglich noch eine 6. Strophe mit den Anfangsbuchstabeu 
UXYZ in den einzelnen Versen. 

Das Bdmische Brevier bietet den Hymnus mit folgenden Anderungen : 
1, 3 Summi tonantis. — 2, 3 Flagrans et in. — 3, 2 Praeitque solem nuntius. — 
3, 3 Cadunt tenebrae noctium. — 4, 3 fine temporis. — 5, 2 In corde 
radices agat. — 5,4 Qua maior. — Ubei die Venvendung der Str. 2 u. 3 
zu einem Cento vgl. die Anm. zu den Nocturn-Hymnen der Feria VI. u. VII. 



33. Feria septiina ad Matutinas Laudes. 



1. Aurora iam spargit polum, 
Terris dies illabitur, 
Lucis resultat spiculum ; 
Discedat omne lubricum. 



2. Pbantasma noctis decidat, 
Mentis reatus subruat, 
Quidquid tenebris horrida 
Nox attulit culpae, cadat, 



3. Ut raane illud ultimum, 
Quod praestolamur cernui, 
In luce nobis eftiuat, 
Dum hoc canore concrepat. 

A— Z a — I = Quellen des vorhergehenden Hymnus „Aeterna cael 
gloria" : aufserdem: Hymn. ms. Toletanum saec. 10. Cod. Matriten. 
Tolet. 1005 (35 — 1). m. — Hymn. ms. Exsiliense saec. 11. Cod. Londinen. 
Add. 30851. n. — X bietet nur den ersten Vers jeder Strophe; FIPRT 
e h i k m n nicht kollationiert. 

1, 3 resultans Y, resultet G; speculum AC 2 SU. — 1, 4 Recedat HK a. 
— 2, 2 reatu M e ; reatum OQ. — 2,3 U t quicquid U ; horridum in allen 
Quellen aufser in U. — 2, 4 culpa AOU b. — 3, 1 Ut manet M 1 e. — 3, 2 
cernuo e. — 3, 3 In fehlt 1>: Illucem M; In lucem alle iibrigen Quellen 
aufser AEGY 1; affluat H. — 3, 4 canora MXU f 1; concrepant N, concrepet 
korrigiert in concrepat KQ. — AIs DoxoJogie, die in AUY fehlt, folgt: Deo 
patri etc. BCEGHLMQ a f ; Praesta pater etc. in deu iibrigen Quellen. 

Das Bdmische Brevier behalt diesen Hymnus bei unter folgenden 
Auderungen : 2 , 1 noctis exsulet. — 2, 2 reatus corruat. — 2,3 horridum. 
3 , 1 sq. mane , quod nos ultimum | Hic deprecamur cernui. — 3,3 Cum 
luee. — 3, 4 Hoc dum canore. 



34. Die Domiuica ad Yesperas. 

1. Lucis creator optime, 2. Qui mane iunctum vesperi 
Lucem dierum proferens, Diem vocari praecipis, 

Primordiis lucis novae Taetrum chaos illabitur, 

Mundi parans originem, Audi preces cum fletibus, 



A 2. Hymni de Tempore Communes. — Series II. 



3. Ne mens gravata crimine 
Vitae sit exsul nranere, 
Dum nil perenne cogitat 
Seseque culpis illigat ; 



3:> 

4. Caelorum pulset intimum, 
Vitale tollat praemium. 
Yitemus omne noxium, 
Purgemus omne pessimum. 



5. Praesta, pater piissime. 

A — I (K fehlt) L— Z a— 1 = Quellen des Hymnus „Aeterna caeli gloria" 
(Nr. 32); aufserdem: Collect. ms. Hibernicum saec. 9. Cod. Capit. Colonien. 
106 (olim Darmstadien. 2106). m. — Hymn. ms. Toletanum saec. 10. Cod. 
Matriten. Tolet. 1005 (35 — 1). n. — X bietet nur den ersten Vers jeder 
Strophe; FIPKT e h i k m n sind nicht kollationiert. 

1, 2 properens H. — 1, 3 Primordia korrigiert in primordiis Y. — 1, 4 
parens TJ ; das n aus parans wegradiert M ; origine G e. — 2 , 1 vespere 
BY. — 2,3 Tetrum cahos U. — 3, 1 gravat a crimine A. — 3, 2 Vitae si 
M. — 3, 3 cogitans O. — 3, 4 adligat B. — 4, 1 Ne lorum pulset L ; [pul] 
set B, weil ein Loch im Folinm. — 4, 2 tollet a — Die Doxologie voll- 
stiindig in O; sonst 1 — 3 erste Worte. — Beachtenswert, dafs 2, 4 gleich- 
lautend ist mit 1, 2 des Fastenhymnus „Audi benigne condftor". — Titel in 
A: ^Hymnus dominico die ad vesperos." 

Das Somisrhe JBrecier hat den Hymnus beibehalten mit folgenden 
Anderungen: 2, 3 Illabitur taetrum chaos. — 4, 1 Caeleste pulset ostium. 

Dieser und die folgenden Hymnen zur Vesper haben zum Gegenstand 
das Sechstageicerk der Schopfung; je ein Hymnus gilt je einem Tage der 
Sehopfung. Vorvvurf des vorliegenden ist Genesis 1, 1 — 5. — Fiir den 
Samstag fehlt ein Hymnus, der die Sabbatruhe besingt; statt dessen riickt 
ein Hymnus ein, der nach allen inneren und aufseren Merkmalen nicht zum 
Cyklus pafst ; die Mozaraber hingegen besitzen einen entsprechenden Hymnus 
in ^Berum Deus fons omniutn* (Anal. Hymn. XXVII , 101). — Dafs alle 
Hymnen dieses Cyklus von einem u. demselben Dichter stammen und zwar 
aus der Zeit, als die Vesper aus einem jVac/tf-Ofticium in ein Tafl-Officium 
verwandelt war (durch Benedict von Nursia), ist im „Cursus s. Benedicti li 
(Hymn. Beitrage III, S. 77 f.) erortert: willkiirlich setzt Mone fiir zwei 
dieser Hymnen Gregor den Grofsen als Verfasser an.. 



35. Feria secunda ad Tesperas. 



1. Immense caeli conditor, 
Qui, mixta ne confunderent, 
Aquae fluenta dividens 
Caelum dedisti limitem, 

2. Firmans locum caelestibus 
Simulque terrae rivulis, 

Ut unda flammas temperet, 
Terrae solum ne dissipet, 



3. Iufunde nunc, piissime, 
Donum perennis gratiae, 
Fraudis novae ne casibus 
Nos error atterat vetus. 

4. Lucem fides inveniat, 
Sic luminis iubar ferat, 
Haec vana cuncta terreat, 
Hanc falsa nulla comprimant. 



5. Praesta pater piissime. 

A — I (K u. L fehlen) M — Z a— 1 = Quellen des Hymnus „Aeterna caeli 
gloria" (Nr. 32); aufserdem: Hymn. ms. Toletanum saec. 10. Cod. Matriten. 
Tolet. 1005 (35 — 1) m. — X hietet nur den ersten Vers jeder Strophe; 
FIRT e h i k m sind nicht kollationiert. 



3* 



36 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



1, 2 confunderet M 2 . — 1,4 limite N. — 2, 2 Simulque et Y. — 2, 3 
Ut unde G. — 2,4 dissipent BM 2 NP c. — 3, 3 Fraudis venene (novene g) 
casibus H g. — 4,3 tereat g, conterat Z. — 4, 4 comprimat HM'Y. — 
Doxologie fehlt U; gewohnlich nur 1 — 3 erste Worte. 

Das Bomische Brevier behielt den Hymnus bei mit den Anderungen : 
4, 1 fides adaugeat. — 4, 3 cuncta proterat. 

Vorwurf des Hymnus ist Genesis 1, 6 — 10 = zweiter Schopfungstag. 



3<>. Feria tertia ad Yesperas. 



1. Telluris ingens conditor, 
Mundi solum qui eruens 
Pulsis aquae molestiis 
Terram dedisti immobilem, 



3. Mentis perustae vulnera 
Munda vi roris gratiae, 
Ut facta fietu diluat 
Motusque pravos atterat, 



2. Ut germen aptum proferens, 
Fulvis decora floribus, 
Fecunda fructu sisteret 
Pastumque gratum redderet, 



4. Iussis tuis obtemperet, 
Nullis malis adproximet, 
Bonis repleri gaudeat 
Et mortis actum nesciat. 



5. Praesta pater piissime. 



A — K (L fehlt) M — Z a— 1 = Quellen des Hymnus „Aeterna caeli gloria" 
(Nr. 32); aufserdem: Hymn. ms. Toletanum saec. 10. Cod. Matriten. Tolet. 
1005 (35 — 1) m. — X bietet nur den ersten Vers jeder Strophe; FIKT e h 
i k IH sind nicht kollationiert. 

1, 2 Mundum U. — 1, 3 Pulsis atque mol. O. — 1, 4 dedisti mobilem 
A , dedisti limitem B. — 2 , 1 germen actum C. — 2,3 fructum M ; sistere 
Y. — 2,4 Partumque gradum B ; reddere Y. — 3 , 1 vulnere A Y, vulneret 
g. — 3, 2 Mundabit roris gratia A, Mundavit roris gratia BU a b, Mundavit 
roris gratiae g, Mundabit rore gratiae Y, Munda viroris gratia OZ c d f . 
Munda viroris gratiae H, Munda virore gratiae CEGKNPQ 1, Munda virorem 
gratiae M. Die in Vorschlag gebrachte Textgestaltuug ist also durch keine 
Quelle direkt bezeugt, diirfte aber die richtige sein. — 3, 3 deluat P f, deleat 
a b g. — 4,2 abproximet M. — 4, 4 actus QU a 2 b c d. — Doxologie 
fehlt UZ ; gewohnlich mir 1 — 3 erste Worte verzeichnet. 

Das Momische Brevier hat den Hymnus beibehalten mit folgenden 
Anderungen: 1, 1 Telluris alme. — 1, 2 qui separans. — 3, 2 Munda virore 
gratiae. — 4, 4 mortis ictum. 

Vorwurf des Hymnus ist Genesis 1, 11 — 13 = dritter Schopfungstag. 



37. Feria uuarta ad Yesperas. 



1. Caeli Deus sanctissime, 
Qui lucidum centrum poli 
Candore pingis igneo 
Augens decori lumina, 



2. Quarto die qui flammeam 
Solis rotam constituens, 
Lunae ministrans ordini 
Vagos recursus siderum, 



A 2. Hymni de Tempore Communes. — Series II. 



37 



3. Ut noctibus vel lumini 
Diremptionis terminum 
Primordiis et mensium 
Signum dares notissimum, 



4. Illumina cor hominum, 
Absterge sordes mentium, 
Resolve culpae vinculum, 
Everte moles criminum. 



5. Praesta, pater piissime. 

A — K (L fehlt) M — Z a— 1 = Quellen des Hymnus „Aeterna caeli 
gloria" (Nr. 32); aufserdem: Hvmn. ms. Toletanum saec. 10. Cod. Matriten. 
Toletan. 1005 (35 — 1. m. — X bietet nur den ersten Vers jeder Strophe; 
FIPRT e h i k ln sind nicht kollationiert. 

1 , 3 pinguis a. — 1,4 decora lumina EG , decoris lumine K, decorem 
lumine Q, decorem lumini MN. decorem luminis H, decore lumine C, decori 
lumine Y, decoro lumine DOUZ a b f g 1. — 2, 1 Quarta C; diei Q. — 
2, 3 Lunam a- b; ministras BE'-; ordinem CE^GKMOQYZ, ordine C 2 ; — 
2, 4 Vago recursu g. — 8, 1 luminis ACHKMOQY a 1. — 8, 2 Directionis 
M, Direptionis alle iibrigen Quellen, aufser CDEGU. — 3,4 sqq. fehlen U, 
da mehrere Blatter entfernt sind. — 3, 4 daret BCDEGKY f, dare HNO 1; 
noctissimum 1. — 4, 1 hominis H. — 4, 4 creminum A. — Doxologie: meist 
nur 1 — 8 Worte des Aufanges. 

Das Bdmische Brerier hat den Hymnus beibehalten mit folgenden 
Korrekturen: 1, 2 lucidas mundi plagas. — 1, 4 decoro lumine. — -2, 2 
Dum solis accendis rotam. — 2,3 ministras ordinem. — 2, 4 Vagosque 
cursus. — 4, 1 Expelle noctem cordium. 

Vorwurf des Hymnus ist Genesis 1, 14—19 = vierter Sehopfungstag. 



38. Feria quinta ad Yesperas. 



1. Magnae Deus potentiae, 
Qui ex aquis ortum genus 
Partim remittis gurgiti. 
Partim levas in aera, 

2. Dimersa lymphis imprimens, 
Subvecta caelis irrogans, 
Ut stirpe una prodita 
Diversa rapiant loca, 



3. Largire cunctis servulis, 
Quos mundat unda sanguinis, 
Nescire lapsum criminum 
Nec ferre mortis taedium, 

4. Ut culpa nullum deprimat. 
Nullum levet iactantia, 
Elisa mens ne concidat, 
Elata mens ne corruat. 



5. Praesta, pater piissime. 

A— K (L fehlt) M — T (U fehlt) X— Z a— 1 = Quellen des Hymnus 
„Aeterna caeli nloria" (Nr. 32); aufserdem: Hymn. ms. Toletanum saec. 10. 
Cod. Matriten. Tolet. 1005 (35 — 1). m. — X bietet nur den ersten Vers jeder 
Strophe; FIPRT e h i k in sind nicht kollationiert. 

1, 1 In vielen Quellen die Schreibweise : Magne; (cfr. Nr. 30. Str. 1, 1 : 
Summe statt Summae). — 1, 2 Qui es M. — 1, 3 Partem A; gurgitis a. — 
1, 4 Partem A, levans KOQ 1; in aere AY. — 2, 1 imprimis G. — 2, 2 
Subiecta f; caelo O g; irrogas Q. — 3, 3 lapsus CKM 2 NO a d f g, 
lapsis D ; crimiuis b. — 4, 1 deprimet G, comprimat a. — 4, 2 levat Y b- 
— 4, 3 nec concidat a 1. — 4, 4 nec corruat AQ g. — Doxologie fehlt Z; 
sonst durchweg 1 — 3 Anfangsworte. 



38 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



Das Romische Brevier hat den Hymnus beibehalten mit folgenden 
Korrekturen : 1 , 2 Qui fertili natos aqua. — 1 „ 3 relinquis gurgiti. — 2, 1 
Demersa. — 2, 2 caelis erigens. — 2,3 stirpe ab una. — 2,4 repleant 
loca. — 3, 3 lapsus. — 4, 2 Nullum efferat. 

Vorwurf des Hymnus ist Genesis 1, 20 — 23 = fiinfter Schopfungstag. 



39. Feria sexta ad Yesperas. 



1. Plasmator homiuis, Deus, 
Qui cuncta solus ordiuans 
Humum iubes producere 
Reptantis et ferae genus ; 

2. Qui magna rerum corpora, 
Dictu iubentis vivida, 

Ut serviant per ordinem, 
Subdens dedisti homini, 



3. Repelle a servis tuis, 
Quidquid per immunditiam 
Aut moribus se suggerit 
Aut actibus se interserit. 

4. Da gaudiorum praemia, 
I)a gratiarum munera, 
Dissolve litis vincula, 
Adstringe pacis foedera. 



5. Praesta, pater piissime. 

A — T (U fehlt) X — Z a— 1 = Quellen des Hymnus ^Aeterna caeli 
gloria" (Nr. 32), aufserdem: Hymn. ms. Toletanum saec. 10. Cod. Matriten. 
Tolet. 1005 (35 — 1 m. — X bietet nur den ersten Vers jeder Strophe; 
FIPRT e h i k m sind nicht kollationiert. 

1 , 2 cunctas 1 ; solis ordinans g. — 1,3 Unum iubes Y ; iubens O. — 

1, 4 et ferre MOQY, Reptantis efferre H. — 2, 2 dictum M ; iuuentis H. — 

2, 3 per hordinem g. — 2,4 hominem 01. — 3, 2 immunditia 1. — 3, 3 
Statt „moribus" mochte man ..mentibus" vermuten; se subderit O. — 4, 4 
Abstriuge ALMNO a f . — Doxologie durchweg 1 — 3 Anfangsvvorte. 

Das Bdmische Brtvier hat den Hymnus beibehalten mit folgenden 
Korrekturen: l, 1 Hominis superne conditor. — 2, 1 Et magna. — 2, 3 sq. 
Per temporum certas vices ] Obtemperare servulis. — 3, 1 sp. Repelle, quod 
cupidinis | Ciente vi nos impetit. 

Vorwurf des Hymnus ist Genesis 1 , 24 — 31 = sechster Schopfungstag. 



40. Feria septima ad Tesperas. 



1. O lux, beata trinitas 
Et principalis unitas, 
Iam sol recedit igneus, 
Infunde lumen cordibus. 



2. Te mane iaudum carmine, 
Te deprecemur vespere, 
Te nostra supplex gloria 
Per cuncta laudet saecula. 



A— C (D fehlt) E — N (P fehlt) Q— T (UXY fehlen) Z a b (c fehlt) d e 
f g h i (k fehlt) 1 = Quellen des Hymnus „Aeterna caeli gloria" (Nr. 32); 
aufserdem: Hymn. ms. Toletanum saec. 10. Cod. Matriten. Tolet. 1005 
(35 — 1) m. — Rit. ms. Dunelmense saec. 9. 10. 11. Cod. Capit. Dunelmen. 
A IV 19. add. saec, 10. ex. n. — FIRT e h i n nicht kollationiert. 

1, 4 lumen sensibus O b. — 2, 1 mane laudant B a 1 , laudent E a 2 : 
carmina BLMZ' 2 a b 1 —2,2 deprecamur BHKLMN in N korrigiert aus 



A 2. Hymni de Tempore Communes. — Series II. 



39 



„deprecemur") Z a b, praedicamus m; vesperi EL g l. — 2, 4 laudes KM, 
laudent E 2 d. — Als Doxologie, die in AHZ m fehlt, folgt : Deo patri sit 
gloria etc. und zwar vollstandig in EO a d, sonst die ersteu Anfangsworte : 
statt dessen in Q und g: 



Nach Strophe 1 schieben CL u. Q (u. zwar C ohne die den anderen 
Strophen dort eingefiigten Glossen) die folgende Strophe ein : 



In b folgen nach Str. 2 noch zwei weitere, die als spatere Zutat er- 
kenntlich sind : 



Beim Hymnus ..Litcis creator optime u (Nr. 34) wurde bereits bemerkt, 
dafs vorstehender Hymnus nicht zum iibrigen eiuheitlieh und gleichmafsig 
gebauten Cyklus der Vesperhymnen pafst. Schon der Umstand, dafs er nieht 
constant in allen Quellen , welche die anderen Vesperhymnen enthalten, und 
nicht mit gleicher Verwendung vorkommt, bekunden dieses. Im iibrigen 
vgl. man betreffs seiner Schicksale im Mozarabischen Anal. Hymn. XXVII, 
Nr. 17, u. S. 43 f. — Im Hymn. ms. S. Martini Trevirensis saec. 10. Cod. 
Treviren. 1245 (1418) fehlt dieser Vesperhvmnus und wird vertreten durch 
seinen Pendant fiir die Winterzeit, namlich den 8strophigen Hymnus des 
hl. Ambrosius „Deus creator omnium u (Anal. Hymn. L: 13). — Unsere 
alteste Hymnenquelle , namlich A, bezeichnet den vorstehenden Hymnus als 
„H]/mnus ad vesperos u aber mit dem Zusatz: „die dominico a : eben dort 
heifst es beim Hymnus „Deus creator omnium" : „Sabbato ad vesperos u 
also bei letzterem gerade so, wie im erwiihnten Cod. Treviren. 1245. Dabei 
ist jedoch zu beachteu , dafs der Hymnus „Lucis creator optime" in A als 
„Hymnus dominico die ad vesperos" bezeichnet ist. Dieses ist offenbar 
seine richtige Bestimmung. Die Angabe zum vorstehenden Hymnus als „ad 
vesperos die dominico" diirfte somit ein Irrtum sein und mufs richtig ge- 
stellt werden durch „die sabbato", fiir welchen Tag es zwei Vesperhymnen 
gab : Einen kurzen „0 lux bcata trinitas u im Sommer, und einen liingeren 
„Deus creator Omnium" im Winter. Im Cod. Ambianen. 131 saec. ll.folgen 
beide unmittelbar nach einander. — CEG betiteln diesen Hymnus als „In- 
rocatio ad s. Trinitatem u . Ahnlich ist er in d verwendet fiir „Dominica 
de s. trinitate ad fesjJ."; aber ein zweites Mal kehrt er dort wieder unter 
den Ferialhymnen ohne nahere Angabe. 

Im Romischcn Brevier ist der 3. Vers der 1. Strophe an den Anfang 
geriickt, und so beginnt dort der Vesperhymnus zum Samstag: 



Von der 2. Strophe blieben, abgesehen von „deprecamur", mir Vers 1 
u. 2 uuverandert, nach denen es heifst: Digneris, ut te supplices | Laudemus 
inter caelites. Darauf bildet den Absehlufs die Doxologie: Patri simulque 
iilio | Tibique , sancte spiritus , | Sicut fuit , sit iugiter | Saeclum per omne 



8it tibi virtus, gloria | Deo patri que tilio. 
Sancto simul paraclito | In sempiterna saecula. 



Iam noctis tempus advenit, | Noctem quietam tribue 
Diluculo nos respice, | Salvator unigenite. 



Nos angelorum gloriam, 
Apostolorum gratiam 



Laudemus, almas virgines 
In mente sacratissimas, 
Quod virgo Christum gigneret 
Mundoque vitam redderet. 



Et martyrum certamina 
Ac contitentum praemia 



Iam sol recedit igneus : 
Tu, lux perennis, unitas, 
Nostris, beata trinitas, 
Infunde lumen cordibus. 



40 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



gloria. — Eben dieser von den „Korrectoren" so umgeformte Hvmnus dient 
im Brev. Romanum noch jetzt auch als Vesperhymnus fiir das Trinitasfest , 
wobei in 1, 4 statt „lumen u die Lesart r .amorem a als besser befunden wurde. 



41. Ad Primain. 



1. Iam lucis orto sidere 
Deum precemur supplices, 
Ut in diurnis actibus 
Nos servet a nocentibus. 

2. Linguam refrenans temperet, 
Ne litis horror insonet, 
Visum fovendo contegat. 

Ne vanitates hauriat; 



3. Sint pura cordis intima. 
Absistat et vecordia, 
Carnis terat superbiam 
Potus cibique parcitas, 

4. Ut, cum dies abcesserit 
Noctemque sors reduxerit, 
Mundi per abstinentiam 
Ipsi canamus gloriam. 



5. Deo patri sit gloria 
Eiusque soli filio 
Cum spiritu paraclito 
Et nunc et in perpetuum. 

Hymn. ms. Hibernicum saec. 9. in. Cod. Paulan. 25. 2. 31. (Blas. memb. 
86.) A. — Collect. ms. Hibernicum saec. 9. Cod. Capit. Colonien. 
106. B. — Pontif. et Hymn. ms. Anglicum saec. 10. ex. Cod. Vatic. 
Regin. 338. C. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum (Monasticum) saec. 11. 
in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. D. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum 
saec. 10 /n. Cod. Londinen. Iul. A VI. (Ist Paraphrase) E. — Hymn. ms. 
Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. F. — Collectar. et 
Hymn. ms. Wintoniense (Vigorniense?) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi 
Cantabrigien. 391. G. — Collectar. et Hymn. ms. Exoniense (postea Episc. 
Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. H. — Rit. ms. Dunelmense 
saec. 9. 10. 11. Cod. Capit. Dunelmen. A IV 19. add. saec. 10. ex. (nicht 
verglichen). 

Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 83. I. — 
Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. K. — 
Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. L. — Brev. ms. Casinense 
saec. 11. Cod. Vindobonen. 1106. M. — Hymn. ms. Bobiense saec. 10. 
Cod. Taurinen. G VII 18. N. — Hymn. ms. Farfense saec. l0 /xi. Cod. 
Turicen. Rhen. 91. O. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 
82. P. — Psalt. et Hymn. ms. Farfense saec. 10 /n. Cod. Roman. Vitt. Eman. 
175 (Farf. 4). Q. — Hymn. ms. Veronense saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. 
CTX (102). R. — Brev. ms. Montis Amiatiui saec. 10 /n. Cod. Casanaten. 
1907 (B II 1). S. — Hymn. ms. Severinianum saec. 10 /ii. Cod. Vatican. 
7172. T. — Brev. ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 4928. 
U. — Psalt. et Hymn. ms. S. Iacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. 
X. — Brev. ms. Benedictinum (Italiae septentr. aut Galliae merid.) saec. 10. 
ex. Cod. privat. (Hiersemann). Z. 

Collect. et Hymn. ms. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. in. Cod. 
Treviren. 1245 (1418). a. — Collect. ms. S. Maximini Trevirensis saec. 10. 
Cod. Treviren. 592 (1404). b — Rit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec 10. Clm. 
Monacen. 17 027 C. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 10. Cod. Turicen. 
Rhen. 111. d. — Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense ( ? Sangallense) saec. 11. 
in. Cod. Turicen. Rhen. 97. e. — Hymn. ms. Campidunense saec. 10 /ll. 



A 2. Hymni de Tempore Communes. — Series. II. 41 



Cod. Turicen. Ehen. 83. f. — Brev. ms. Sangallense saec. 10 /n. Cod. 
Sangallen. 413. g. — Brev. ms. Sangallense saec. 10 /n. Cod. Sangallen. 
387. h. — Hymn. ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. VIII 0 1. i. 

Collect. et Hymn. ms. Moissiacen.se anni ca. 1025. Cod. Oxonien. Bodl. 
16923 (d'Orvile 45). k. — Hjmn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 
131. 1. — Brev. ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. 
m. — Collect. et Hymn. ms. Sandionysianum saec. 11. (et 12.) Cod. 
Sangenovefian. 1186. n. — Brev. ms. Strumense saec. 11. Cod. Laurentian. 
Conv. suppr. 524. o. 

a bietet nur den ersten Vers jeder Strophe ; BGNTUZ i sind nicht 
kollationiert. 

2, 1 refrenens Q. — 2,4 vanitatem LPQ , vanitatis b; auriat b 0. — 
3, 2 Abscedat A. — 3, 3 superbia F. — 4, 3 abstinentia 0. — 4, 4 gloria 
0. — Beigefiigt sei , dafs im Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. (Cod. 
Parisin. Nouv. acq. 1235) u. im Brev. ms. Coronense saec 14. (Cod. Vatican. 
4757) in 4, 2 es heifst: Noctemque sol reduxerit. — Von der Doxologie stets 
nur die Anfangsworte, meist blofs: Deo patri. — 

Aufschrift in A lautet: „Hymnus ad primam horam"; in C: „Hymnus 
ad Primam" ; in N : „Hymuum ad primam tempore ( !)." 

Im Bomischen Brerier ist der Hymnus unverandert beibehalten worden. 



42. Ad Primam. 



1. Christe. caelorum conditor, 
Deus dominator omnium, 
Placabilis nos aspice 
Precantes tuos famulos. 



2. Hora prima [nosj psalhmus, 
Laudes Deo referimus, 
Qui caecam noctem vicimus, 
Christum regem requirimus. 



3. Gloria [sit] tihi, pater, 
Gloria unigenito 
Una cum sancto spiritu 
In sempiterna saecula. 

Psalt. et Hymn. ms. S. lacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. 
— Vielleicht entspricht die Ergiinzung einer Silbe in 2,1 und 3, 1 nicht 
dem Originalliede; vgl. den gleiehen Mangel einer Silbe u. a. im Hymnen- 
anfange: Christe caeli Domine (Nr. 10). — Uberschrift: „Item aliut" (!); vor- 
aus geht ,,Hymnum ad Primam": Iam lucis orto sidere. Vielleicht ist dieser 
Hymnus (als ein kiirzerer) fiir die Sommerzeit berechnet gewesen. 

Die gewohnlichen Hymnen fiir Terz, Sext u. Non , welchen hier ein 
Platz anzuweisen ware (Nnnc sancte nobis spiritus; Rector jiotens verax 
Deus: Eerum Deus tenax vigor) , sind als — allerdings sehr fragliche — 
Hymnen des hl. Amhrosius im Bd. L bei den Dichtungen dieses Mailander 
Bischofes schon aus hinreichend vielen alten Quellen mitgeteilt, weshalb ich 
sie hier iibergehe. 



1. Bis ternas horas explicans 
Diei sol ingreditur, 
Ut sex idemque transigat, 
Iu noctis claudat aditu. 



43. Ad Sextam. 

2 



Kos ergo nunc, confamuli, 
Prophetae dicti memores 
Solvamus ora in canticis 
Prece mixta Davidicis, 



42 



Par.s I. Hymni antiquissimi saeculi. V. — XI. 



3. Ut septies diem vere 
Orantes cum psalterio 
Laudesque cantantes Deo 
Laeti solvamus debitum. 

4. Sic enim Christi gratia 
Peccantibus dat veniam, 
Saepeque confitentibus 
Non aderit mors impia. 



6. Cujus vox haec promeruit, 
Ut diceret idem Deo: 
Orabo mente Dominum, 
Orabo simul spiritu. 

7. Ne vox sola Deo canat, 
Sensusque noster alibi 
Ductus aberret fluctuans 
Vanis praeventus casibus. 



5. Memento non desit tamen 
Orantibus, servi Dei, 
Quod Pauli vox apostoli 
Servandum praedixit nobis: 



8. Tunc enim Deo accepta est 
Oratio canentium, 
Si pura mens idem gerat, 
Quod explicat vox cantici. 



Psalter. et Hymnar. ms. S. Iacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 
82. — Uberschrift: „Item aliut"(!); voraus geht: „Hymnum ad sexta: Sector 
■potens verax Deus. u — 1, 4 aditum. — 5, 1 Momente (!). — 5, 2 Die 
Hs. hat „servi", nicht „servis", wie Thomasius und seine Naehfolger glauben 
lassen ; die direkte Anrede „servi Dei" entsprieht ganz dem „confamuli" in 
2, 1. — 8, 1 Hunc; 1. vielleicht „Tunc enim accepta est Deo". — Warum 
Ambroxius nicht als Verfasser dieses Hymnus in Frage kommen kann trotz 
des Zeugnisses Cassiodors, sehe man bei Dreves, Aurelius Ambrosius, S. 42. 
Daselbst ist jedocb irrig bemerkt, dafs die Regel Aurelians von Arles diesen 
Hyninus kenne. 



44. Ad Completorium. 



1. Te lucis ante terminum, 
Rerum creator, poscimus, 
Ut solita clementia 
Sis praesul ad custodiam. 



2. Procul recedant somnia 
Et noctium phantasmata, 
Hostemque nostrum comprime, 
Ne polluantur corpora. 



3. Praesta, pater omnipotens, 
Per Iesum Christum Dominum, 
Qui tecum in perpetuum 
Regnat cum sancto spiritu. 

Hvmn. ms. Hibernicum saec. 9. in. Cod. Paulan. 25. 2. 31 (Blas. memb. 
86). A. — Collect. ms. Hibernicum saec. 9. Cod. Capit. Colonien. 106. B. 
— Psalt. et Hymn. ms. Anglicum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Regin. 338. 
C — Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense (?) saec. 10 /n. Cod. Londinen. Add. 
37 517. D. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. ,0 /n. Cod. Londinen. Iul. 
A VI. (Paraphrase). E — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 
11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. P. — Collectar. et Hymn. ms. Exoniense 
(postea Episc. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. G. — Hymn. 
ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B HI 32. H. — Collectar. 
et Hymn. ms. Wintoniense (? Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi 
Cantabrigien. 391 I. — Eit ms. Dunelmense saec. 9. 10. 11. Cod. Capit. 
Dunelmen. A IV 19. add. saec. 10. ex. 

Psalt. et Hymn. ms Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 83. K. — 



A 2. Hymni de Tempore Communes. — Series. II. 



43 



Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. L. — 
Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. M. — Brev. ms. Casinense 
saec. 11. Cod. Vindobonen. 1106. N. — Hymn. ms. Bobiense saec. 10. Cod. 
Taurinen. G VII 18. O — Psalt. et Hymn. ms. Farfense saec. 10 /u. Cod. 
Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). P. — Hymn. ms. Farfense saec. ,0 /n. 
Cod. Turicen. Rhen. 91. Q. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. 
Rhen. 82. R. — Hymn. ms. Veronense saec. 10 /u. Cod. Capit. Veronen. 
CIX (102). S. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. I0 /u. Cod. Casanaten. 
1907 (B H 1). T. — Hyron. ms. Severiniamim saec. 10 /u. Cod. Vatican. 
7172. U. — Brev. ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 4928. 
X. — Psalt. et Hymn. ms. S. Iacobi de Poutida saec. 11. Cod. Vatican. 82. 
Y. — Brev. ms. Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Mediolanen. 155. 
Z. — Brev. ms. S. Eutychii Nursini saec. 11. Cod. Vallicellan. B 79. a. — 
Brev. ms. Benedictinum (Italiae septentr. aut Galliae merid.) saec. 10. ex. Cod. 
privat. (Hiersemann). b. 

Tract. ms. Erchaniberti super Donatum (Frisingen.) saec. 9 /io. Clm. 
Monacen. 6414. add. saec. 10. C. — Rit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 
10. Clm. Monacen. 17 027. d. — Hymn. ms. Campidunense saec. 10 /u. Cod. 
Turicen. Rhen. 83. e. — Brev. ms. Sangallense saec. 10 /ii. Cod. Sangallen. 
387. f. — Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. 
Cod. Turicen. Rhen. 97. g. — Hymn. ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. 
Berolinen. theol. VIII 0 1. h. — 

Psalt. et Hymn. ms. Marchianense saec. (9. et) 10. in. Cod. Duacen. 
170. i. — Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. k. — Brev. 
ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550 1. — Collect. ms. 
Sandionysianum saec. 11. (et 12.) Cod. Sangenoverian. 1186. m. — Brev. 
ms. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. n. — Diurn. 
ms. Toletanum saec. 9 /io. Cod. Toletan. 33 — 3. 0. — Hyinn. ms. Toletanum. 
saec. 10. Cod. Matriten. Tolet. 1005 (35 — 1). p. — Brev. ms. Hispanicum 
saec. »/ia. Cod. Londinen. Add. 30848. q. — DOTX h k 1 m q sind nicht 
kollationiert. 

1, 2 possimus S. — 1, 3 Tu solita C. — 1, 4 ad ist ausradiert M; 
praesula custodia Z, ad custodia Q. (Von Interesse diirfte sein , dafs die im 
jetzigen Romischen Breviere gebriiuchliche Lesart „Sis praesul et custodia u 
bereits im Grad. et Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. 
acq. 1235 sich vortindet. Im Brev. ms. Coronense saec. 14. Cod. Vatican. 
4757 heifst es statt dessen „Sis praesens ac custodia"). — Die Doxologie 
mehrmals nur in den Anfangsworten ausgefiihrt, wie in MR e g ; meist aber 
vollstiindig. 

Im Antiphon. ms. S. Petri in Vaticano (Cod. Arehivii S. Petri B 79), das 
gewohnlich ins 12. Jahrh. gesetzt wird, aber nach Bannister's Schiitzung 
eher in den Anfang des 13. Jahrh. verwiesen werden mufs, ist als einziger 
Hymnus der vorstehende Fol. 48 mitgeteilt u. zwar samt Doxologie ohne 
jede Abweichung von obigem Texte. — Als Autor , der unbekannt, kann 
Ambrosius unmoglich gelten. 

Das JHomische Brevier hat diesen Hymnus beibehalten mit den 
Korrekturen: 1, 3 Ut pro tua clementia. — 1, 4 Sis praesul et custodia. — 
Die Doxologie ist dort die gewohnliche : Praesta pater piissime | Patrique etc. 
(wie bei Nr. 23 u. ff.) 



45. Ad Couipletoriuni. 



1. lesu, redemptor saeculi, 
Verbum patris altissimi, 
Lux lucis invisibilis, 



2. Tu fabricator omnium 



Discretor atque temporum. 



Fessa labore corpora 
Noetis quiete recrea. 



Custos tuorum pervigil, 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



44 

3. Te deprecamur supplices, 
Ut nos ab hoste liberes, 
Ne valeat seducere 
Tuo redemptos sauguine, 



4. Dt, dum gravi in corpore 
Brevi manemus tempore, 
Sic caro nostra dormiat, 
Ut mens soporem nesciat. 



5. Sit. Christe, rex piissime, 
Tibi patrique gloria 
Cum spiritu paraclito 
Et nunc et in perpetuum. 

Bit. et Hvmn. ms. Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen. 17027. A. — 
Martyrol. et Collectar. rns. S. Mariae Frisingensis saec. 10. C!m. Monacen. 
27305. B. — Trop. et Hymn. ms. Bhenoriense (? Sangallense) saec. 11. in. 
Cod. Turicen. Ehen. 97. C. — Hymn. ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. 
Berolinen. YIII 0 1. D. — Hymn. ms. Bobiense saec. ll. Cod. Vatican. 
5770. E. — Hymn. ms. Yeronense saec. 30 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX 
(102). F. — Psalt. ms. Veronense saec. 12. ex. Cod. Capit. Veronen. CVIII 
(101). G. — Collectar. et Hymn. ms. Exoniense (postea Episc. Leofric) saec. 
11. Cod. Londinen. Harl. 2961. H. — Grad. et Antiphon. ms. Nivernense 
saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. I. — Offic. et Vita ms. S. Barbarae 
(Caelestinor. Ambianensium) saec. 15. Cod. priv. (L. Bosenthal). K. — 
Brev. ms. Hispanicum saec. n /i2. Cod. Londinen. Add. 30848. L. 

1, 1 Iesu salvator 61. — 2, 3 laborum E. — 2, 4 recreas C. — Str. 3 
u. 4 umgestellt E. — 3,3 Nec. E. — 3, 4 Tuos K. — 4, 4 mens in te 
pervigilet. I, in Christo vigilet K. — 4, 1 ist wohl Anlehnuug an 6, 2 des 
Hymnus „<Jiriste qui lux es et dies" (Nr. 22); zu 4, 3 sq. vgl. Nr. 19, Str. 5, 
3 sq. I beniitzt den Hymnus fur die Complet der Osterzeit; daher in.I uach 
Str. 4 die Strophe: Quaesumus, auctor omnium | In hoc paschali etc; und die 
Doxologie: Gloria tibi Domine | Qui surrexisti a mortuis etc. — A u. B habeu 
die gewohnliche Doxologie : Praesta pater piissime | Patrique compar etc. — 
K hingegen wendet den Hynmus auf die hl. Barbara an und hat die 
Doxologie: 

Praesta, lesu piissime, | Mundi redemptor inclite, 
Ut Barbarae suffragiis | Caeli fruamur gaudiis. 

A ist ohne Titel; B: „Hymnus ad completorium Omnibus noctibus ; C: 
„item" = „in adventu Domini". — In Anal. Hymn. XXX, 177 ist ein 
Officium De/unctorum mitgeteilt, in dem der Hyuinus ad Vesperas die zwei 
ersten Strophen dem vorstehenden Hymnus eutlehnt hat unter Anderungen von 
2, 3 sq. zu: Fessas labore recipe | Tua pietate animas. Damit ist zu vergl. 
der Hymnus gleichen Anfanges bei Mone I, 399. 

Der Hymnus lebte fort bis ins 16. Jahrhundert in vielen gedruckten 
Brevieren; cfr. Chevalier, Bep. Hymn. Nr. 9649 u. 9680. 



4»>. Ad Couipletorium. 



1. Salvator mundi, Domine. 
Qui nos salvasti hodie, 
In hac nocte nos protege 
Et salva omui tempore. 



Adesto nunc propitius 
Et parce supplicantibus, 
Tu dele nostra crimina, 
Tu tenebras illumina. 



A 2. Hymni de Tempore Communes. — ■ Series. II. 



45 



Ne mentem somnus opprimat, 4. Te. reformator sensuum, 
Nec hostis nos subripiat, Votis precamur cordium, 

Nec ullis caro, petimus, Ut puri castis mentibus 

Commaculetur sordibus. Surgamus a cubilibus. 



5. Gloria tibi Domine. 



Brev. ms. Baiocense saec. 13. Cod. Capit. Baiocen. 73. A. — Brev. ms. 
Baiocense saec. 14. Cod. Capit. Baiocen. 75. B. — Brev. ms. Sollemniacense 
saec. 13. Cod. Londinen. Harl. 2928. C — Brev. ms. Constantiense (?) saec. 
15. Cod. Friburgen. Brisgov. 435 (olim 56). D. — Off. et Vita ms. S. Barbarae 
(Caelestinorum Ambianensium) saec. 15. Privatbesitz (L. Rosenthal). E. — ■ 
2, 2 Et prece B. — 3, 1 mentem sumpnus D. — 3, 2 Vel hostis B. — 3, 4 
Cum maculetur D. — Die Doxologie lautet in D: Sit laus, perennis gloria | 
Deo patri cum filio | Sancto simul paraclito | In sempiterna saeeula; in E, 
wo dieser Complethymnus auf die hl. Barbara angewandt wird: „Praesta 
Iesu piissime | Mundi redemptor inclite | Ut Barbarae suffragiis | Caeli 
fruamur gaudiis". Diese Doxologie wahrt den einsilbigen Reim, wie er in 
den anderen Strophen sich zeigt. — Obenstehende Doxologie kann fortgesetzt 
werden mit „Qui natus es de virgine" (Weihnachten), oder „Qui surrexisti a 
mortuis (Ostern); in D ist der Hymnus fur den Advent bestimmt. Der litur- 
gische Gebrauch wechselt sehr in den vielen gedruckten, vorwiegend franzo- 
sischen Brevieren (zitiert bei Chevalier, Rep. Hymn. Nr. 17 808). 

Mone (I, S. 47 f.) meint, dafs man den Hymnus „in das sechste oder 
siebente Jahrhundert setzen darf". Die Quellen, aus denen er sich schopfen 
liifst, sprechen nicht fiir diese Meinung; auch die Art des Reimes lafst kaum 
iiber das 10. Jahrh. zuriickgreifen , wenn wir iiberhaupt in so alte Zeit 
hinaufgehen diirfen. Die Heinistatte ist nach den Quellen und der liturg. 
Verbreitung zu schliefsen, wohl Frankreich. Die Str. 3 ist sichtlich eine 
Umdichtung der Str. 4 des Hymnus „(Jhriste qui lux es et dies." 



B. Hynmi de Tempore Proprii. 



47. In Adventu Domini. 

Ad Vesperas. 



1. Conditor alme siderum, 
Aeterna lux credentium, 
Christe, redemptor omnium, 
Exaudi preces supplicum. 

2. Qui condolens interitu 
Mortis perire saeculum 
Salvasti mundum languidum, 
Donans reis remedium, 

3. Vergente mundi vespere 
Uti sponsus de thalamo 
Egressus honestissima 
Virginis matris clausula. 



4. Cuius forti potentiae 
Genu carvantur omnia, 
Caelestia, terrestria 
Isutu fatentur subdita; 

5. Occasum sol custodiens, 
Luna pallorem retinens, 
Candor in astris relucens 
Certos observant limites. 

6. Te deprecamur, hagie, 
Venture iudex saeculi, 
Conserva nos in tempore 
Hostis a telo perfidi. 



7. Laus, honor, virtus, gloria 
Deo patri cum filio 
Una cum sancto spiritu 
In sempiterna saecula. 



Pontif. et Hymn. ms. Anglicum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Regin. 338. 
A. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum (Monasticuml saec. 11 in. Cod. Londinen. 
Vesp. D XII B. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum saec. I0 /n. Cod. Londinen. 
Jul. A VI. C (Paraphrase). — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. 
Dunelmen. B III 32. D. — Collectar. et Hyron. ms. Wintoniense [Vigorniense?) 
saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. E. — Collectar. et Hymn. 
ms. Exoniense (postea Episc. Leofric) saec 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. F. 
— Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense (?) saec. 10 /n. Cod. Londinen. Add. 
37 517 (nicht verglichen). 

Hymn. ms. Casineuse saec. 10. Cod. Casiuen. 506. G. — Hymn. ms. 
Farfense saec. ,0 /u. Cod. Turicen. Rhen. 91. H. - Brev ms. Farfense saec. 11. 
Cod. Turicen. Rhen. 82. I. — Psalt. et Hymn. ms. Farfense saec. ,0 /n. Cod. 
Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). K. — Hymn. ms. Veronense saec. ,0 /n. Cod. 
Capit. Veronen. CIX (102). L. — Hymn. ms. Beneventanum saec. 10. ex. 
Cod. Vatican. Ottob. 145. M. — Hymn. ms. Severiuianum saec. 10 /n. Cod. 
Vatican. 7172. N. — Brev. ms. S. Eutychii Nursini saec. 11. Cod. Vallicellan. 



B. Hvnmi de Tempore Proprii. 



47 



B 79. P. — Brev. ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 
4928. Q. 

Hymn. ms. Ehenoviense saec. 10. Cod. Turicen. Rhen. 111. R. — Trop. 
et Hvmn. ms. Rhenoviense ( Sangallense ?) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 
97. S. — Hj r mn. ms. Campidunense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Rhen. 83. T. 

— Brev. ms. Sangallense saec. 10 /ii. Cod. Sangallen. 413. U. — Hj-mn. ms. 
Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. VIII 0 1. X. — Rit. et Hj-mn. ms. 
Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen. 17 027. Y. 

Hjmn. ms S. Johannis Laudunensis saec. 10. Cod. Bernen. 455r Z. — 
Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. a. — Grad. et 
Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. b. — 
Hvmn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. C. — Brev. ms. S. 
Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. d — Collect. ms. San- 
dionvsianum saec. 11. (et 12.) Cod. Sangenovefian. 1186. e. — Brev. ms. 
Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. f. — Brev. ms. 
Hispanicum saec. n /i2. Cod. Londinen. Add. 30848. g. — Varianten aus E Q 
X C d e g sind iibergangen. 

2, 1 interitum L. — 2, 4 Donans eis G M, ei I K, regis (!) B. — 3, 1 
Vergenti f, Vergentem R: mundus M; vespera ARZ, vesperi I 2 ; durch „vespero" 
wiirde die Assonanz gewahrt. — 3, 2 Ut A, Velut Y, Sicut D. ■ — 3,3 
Ingressu R; honestissime HLMNST a, honestissimo RU. — 3, 4 clausulam 
AR. clausulo U. — 4,1 fortis B; potentia R. (richtig? Wahrt Assonauz !). 

— 4, 2 curbantur N, curvatur HKMP, curvantes AR: Genu flectuntur 
S (aber dariiber: curvantur) a b f , flectentes Z; omnium B. — 4, 4 Fatentur 
nutu BCDFGIKRSTUZ a b, Fatentur tibi N. — Str. 5 in a ausradiert und 
nur stellenweise noch lesbar ; 5, 1 u. 5, 3 in A teilweise verwischt. — 5, 2 
pallore M; rediens H. — 5,3 elucens R. — 5, 4 Certo D 1 ; observans 
ABCD^FRSTU, observat D 2 KLMN, observet Y limite D 1 . — 6, 1 aye S. — 

6, 3 nos hoc tempore G. — 6, 4 Xoctis AHI'PZ a, Notis R; R; Aelis D. 

— Doxologie in M : Gloria (sonst nichts i; in HIK nur die drei ersten Worte 

7 , 2 patri et DGLOPZ. — 7,3 Simul cnm D ; Sancto simul paraclito 
ALMPS-'TU a b f . 

Der Inhalt dieses Hymnus entspricht weniger der Adventzeit, wie jener 
der zwei folgenden ; vielleicht war er nicht urspriinglich fiir den Advent ge- 
dacht ; jedenfalls diirften diese drei Hymuen nieht der gleichen Zeit , noch 
weniger der gleichen Feder entstammen. 

Im jetzigen Brev. Bomannm ist der Hjminus fiir die erste Vesp. des Ad- 
ventsonntages beibehalten mit bedeutenden Auderungen : 1, 1 Creator. — 1, 3 
Iesu redemptor. — 1, 4 Intende votis. — Die iibrigen Strophen sind derartig 
umgearbeitet, dafs der alte Text vottig iwschtvunden erscheint; dabei wurde 
Str. 5 ganz unterdriickt. — Als Beispiel geniigt Str. 2 : 

Qui, daemonis ne fraudibus | Periret orbis, impetu 
Amoris actus languidi | Mundi medela factus es. 

Auch fiir das Fest Ss. Redemptoris (Dom. III. Iulii) ist der umgedichtete 
Hvmnus im Brev. Romamim zur Verwendung gelangt; dabei sah man sich 
veranlafst, Str. 2 hinter Str. 4 zu stellen. — Interessant ist, dafs Strophe 2 
schon in einigen handschriftl. Cisterzienser-Brevieren (von Ebrach und Lichten- 
thal) des 14. und 15. Jahrh. folgende Umgestaltung erfuhr (vgl. Mone I, S. 49 
u. Daniel 1, S. 75): 

Qui condolens hominibus I Mortis subiectis legibus 
Factus homo restituis | Vitam in tuo sanguine. 

Weitere Anderungen in den gleichen Brevieren sind unbedeutender und 
fiir uns belanglos; auch ist Str. 5 schon ausgemerzt. Mone (1. c ..) liefs sich 
verleiten, die letztere Fassung der Cisterzienser-Breviere als die urspriingliche 
aus dem 6. Jahrh. stammende, die vou uns aus den Quellen des 10. U. 11. Jahrh. 
vorgelegte als r friihe Uberarbeitung" anzusehen. Mit Recht erhob dagegen 
Daniel (IV. S. 118 f.) Einspruch. 



48 



Pars I. Hynini antiquissimi saec. V. — XI. 



4*. In Adventu Domini. 

Ad Nocturnas. 



1. Verbum supernum prodiens, 
A patre olim exiens, 

Qui natus orbi subvenis 
Cursu declivi temporis, 

2. Illumina nunc pectora 
Tuoque amore concrema, 
Audita ut praeconia 

Sint puisa tandem lubrica; 



3. Iudexque cum post aderis 
Rimari facta pectoris, 
Reddens vicem pro abditis 
Iustisque regnum pro bonis, 

4. Non demum artemur malis 
Pro qualitate criminis, 
Sed cum beatis compotes 
Simus perennes caelibes. 



5. Laus, honor, virtus, gloria. 



(A fehltj B— Q (R fehlt) S— X (Y Z fehlen) a— g = Quellen des Hymnus 
„Conditor altne siderum" (Nr. 47.); aufserdem: Hymn. ms. Bobiense saec. 10. 
Cod. Taurinen. G VII 18. h. — Collect. et Hymn. ms. S. Martini Trevirensis 
saec. (9. et) 10. Cod. Treviren. 1245 (1418). i — Collect. ins. S. Maximini 
Trevirensis saec. 10. Cod. Treviren. 592 (1404). k. — Hymn. ms. Toletanum 
saec. 10. Cod. Matriten. Tolet. 1005 (35—1). 1. — Hymn. ms. Exsiliense 
saec. 11. Cod. Londinen. Add. 30851. m. — Varianten aus ENQX C d e 
g h 1 m iibergangen; in C ist der Hymnus saec. 12. am Rande nachgetragen. 

1 , 1 Verbum supremum T. — 1 , 3 orbis I i k ; subveni F. — 1,4 
Cursum IM ; declivit I. — 2, 3 Audito ut praeconio DFIP b (Audito korr. 
aus Audita I ; sichtlich ist der ungewohnte Accus. absolut. nicht verstanden 
worden). — 3, 1 Iudexqui T, Iudex qui U; aderit H. — 3, 2 Eimare 
k; pectorum M. — 3, 3 vicem proadditis b. — 4, 1 Non dempnes(!) k, dapnis 
M, damnis I' J TU. — 4, 2 criminum M a. — 4, 3 cum beatis doppelt ge- 
schrieben H ; compotens P. — 4, 4 perenne HMPU a f, perenni k. — Doxo- 
logie: Deo patri T; Praesta pater piissime BDOP a; iu S: 

Gloria tibi, trinitas, | Aequalis una deitas 

Et ante omne saeculum | Et nunc et in perpetuum. 

Alle Doxologien lassen den Reim (resp. Endassonanz) vermissen, welche 
die iibrigen Strophen aufweisen. 

Im jetzigen JBrev. Romamtm (seit der Ausgabe von 1632) lautet der An- 
fang dieses Adventlrymnus „Verbum supernum prodiens | E patris aeterno 
sinu" ; wie der 2. Vers, so ist fast der ganze iibrige Text umgearbeitet. Wie 
Ul. Chevalier (Repert. Hymn. Nr. 21395) den hl. Ambrosius auch nur als 
in Frage kommenden Autor dieser Uberarbeitung aus dem 17. Jahrlt. beifugen 
konnte, ist unbegreiflich ; auch der urspriingliche Text ist nicht von Am- 
brosius. 



49. In Adyentu Doniini. 

Ad Matutinas Laudes. 



1. Vox clara, ecce, intonat, 
Obscura quaeque increpat; 
Pellantur eminus somnia, 
Ab aethre Christus promicat. 



2. Mens iam resurgat torpida, 
Quae sorde exstat saucia ; 
Sidus refulget iam novum, 
Ut tollat omne noxium. 



B. Hymni de Tenipore Proprii. 



49 



3. E sursum agnus mittitur 
Laxare gratis debitum ; 
Omnes pro indulgentia 
Vocem demus cum lacrimis, 



4. Secundo ut cum fulserit, 
Mundumque horror cinxerit, 
Non pro reatu puniat, 
Sed pius nos tunc protegat. 



5. Laus, honor. virtus, gloria. 

Die gleichen Quellen, wie beim vorhergehenden Hyrnnus; aufserdem : 
Brev. ms. Montis Amiatini saec. ,0 /n. Cod. Casanaten. 1907 (B H 1). n. — 
Auch hier sind etwaige Varianten aus ENQX c d e g h 1 m iibeigangen. 

1, 3 Pellat F, Ut pellat C: eminus omnia IM f (am Rande ist in I nach» 
getragen zu „omnia" : „scil. obscura". — 1)4 aethere DMS 3 i, aethra H' 2 . 
— 2, 1 turpida a b. — 3,1 Ex b. — 4, 1 Secundum M, Secundus k. — 
4, 2 orror (nicht error, wie Anal. Hymn. II, 35) a. — 4, 3 reatum k. — 4, 4 
Sed nos pius tunc HITU f, Sed pius tunc nos a b. — Doxologie : Deo patri 
sit gloria D a; Praesta pater P f i n; Gloria tibi trinitas etc. (wie im vor- 
hergehenden Hymnus) TU. — JSIone behauptet in einer Note zum Hymnus 
„Christe qai lnx es u (I, p. 93), Vers 1, 3 miisse notwendig heifsen: Pellat 
(scil. Vox) eminus - , nur F und iu etwa C bestatigen diese willkiirliche Be- 
hauptung. — Rev. W. A. ShouUs bemerkt treffend zum Inhalt des Hymnus : 
„It is an excellent summary of the leading ideas of Advent, and well fitted 
for use throughout the season" (Dict. of Hymnol., p. 1228). 

Im Brey. Ronumum (seit 1632) findet sich die stark vom Original ab- 
weichende Uberarbeitung mit dem Anfange „En clara vox redarguit". Man 
vgl. hierzu den Aufsatz „Der Brevierhymnus »En clara vox redarguit«" von 
I. B. Von Bebber (Theol. Quartalschrift, 1907, III, p. 373—384), in dem der 
Autor allen Emstes fiir Ambrosius als Verfasser der jiingeren Umarbeitung (!) 
die Lanze zu brechen sucht. 



50. In Nativitate Domini. 

Ad Nocturnas. 



1. Christe, redemptor omnium, 
Ex patre, patris unice, 
Solus ante principium 
Natus ineffabiliter, 

2. Tu lumen, tu splendor patris, 
Tu spes perennis dmnium, 
Intende, quas fundunt preces 
Tui per orbem servuli. 

3. Memento, salutis auctor, 
Quod nostri quondam corporis 
Ex illibata virgine 
Nascendo formam sumpseris. 



4. Hic praesens testatur dies 
Currens per anni circulum, 
Quod solus a sede patris 
Mundi salus adveneris; 

5. Hunc caelum, terra, hunc mare. 
Hunc omne , quod in eis est, 
Auctorem adventus tui 
Laudat exsultans cantico. 

6. Nos quoque, qui sancto tuo 
Redempti sanguine sumus, 
Ob diem natalis tui 
Hymnum novum conciuimus. 



Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Hymn. ms. 
Bobiense saec. 10. Cod. Taurinen. G VH 18. B. — Hymn. ms. Beneven- 
tanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. C. — Psalt. et Hymn. ms. 
Farfense saec. 10 /n. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). D. — Hymn. 
Blume, Thesauri hymnologici Hymnarium. 4 



50 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



ms. Farfense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Ehen. 91. E. — Brev. ms. Farfense 
saec. 11. Cod. Turicen. Ehen. 82. F. — Hymn. ms. Veronense saec. 10 /u. 
Cod. Capit. Veronen. CIX (102). G. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. 10 /u. 
Cod. Casanaten. 1907 (B II 1). H. — Hymn. ms. Severinianum saec. 10 /ii. 
Cod. Vatican. 7172. I. — Brev. ms. S. Sophiae Beneventanae saec. 11. Cod. 
Vatican. 4928. L. — Brev. ms. Benedictinum (Ital. septentrion. aut Galliae 
meridion.) saec. 10. ex. Cod. privat. (Hiersemann). M. 

Trop. ms. Martialense anni 933 — 936. Cod. Parisin. 1240. add. saec. 10. 
N. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Eossian. VIII 144. O. — Brev. 
ms. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. Pa. — Grad. 
et Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. Pb. 

Hymn. ms Campidunense saec. 10 /u. Cod. Turicen. Ehen. 83. Q. — 
Brev. ms. Sangallense saec. 10 /ii. Cod. Sangallen. 413. E. — Trop. et Hymn. 
ms. Ehenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turiceu. Ehen. 97. S. 

Hymn. ms. Anglo-Saxonicum (Monasticuin) saec. 11. in. Cod. Londinen. 
Vesp. D XII. T. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. 10 /n. Cod. Londinen. 
Iul. A VI. U. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. 
B III 32. X. — Collectar. et Hymnar. ms. Wintoniense (? Vigorniense) saec. 
11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. Y. — Collectar. et Hymn. 
ms. Exoniense (postea Episc. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. 
Z. — Ferner zitiere ich folgende Quellen: Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. 
Ambianen. 131. a. — Brev. ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 
11550 b — Collect. ms. Sandionysianum saec. 11. (et 12). Cod. Sangeno- 
vefian. 1186. C. — Brev. ms. Hispanicum saec. n /i2. Cod. Londinen. Add. 
30848. d. — BHLMY sind nicht kollationiert. 

2, 4 Tuis F; famulis EF 1 . — 3, 8 illabata E. — 3, 4 sumpseras E. — 
4. 1 Sic alle Quellen. aufser HiS^UZ; „Sic u scheint minder in den Zu- 
sammenhang zu passen. — Hoc praesens S 2 . — 4,3 Quo GPb. — 4, 4 
Mundo Pb : advenerit G , adveneras QES. — 5,1 sq. Te c. t. te m. | Te 
omne O; Hinc c. t. hine m. | Hinc ES. — 5, 3 Auctoris QES: adventum E; 
sui CDEFIES. — 5, 4 Laudans exsultat PaES, Collaudans canit ACDEFIPb: 
canticum CPaE 1 , cantica D. — 6, 2 sumus sanguine GS 2 TXZ. — 6, 3 Hoc 
die Pb. — Als Doxdlogie folgt: Laus honor virtus (vgl. Doxologie von 
„Conditor alme siderum") EPaNQET: in den andereu Quellen u. zw. meist 
nur mit den Anfaugsworten (vollstiindig z. B. in CFPbZ): 
Gloria tibi Domine, | Qui natus es de virgine, 
Cum patre et (et fehlt C) sancto spiritu | In sempiterna saecula. 

Im Brev. Bomanum blieb seit 1632 nur die iiberarbeitete u. sehr ver- 
anderte Fassung bestehen, des Anfanges: lesu redemptor omnium | Quem 
lucis ante orginem | Parem paternae gloriae | Pater supremus edidit. 

Angesichts der ziemlich vielen alten Quellen ist es interessant, dafs 
Daniel (I, p. 79) bemerkt: „Hymnus in vetustis non nisi raro obvius". 



51. In Nativitate Domini. 



1. Gaudete, Christo subditi 
Ecclesiarum filii, 
Instat natalis Domini, 
Gaudete. Christo subditi. 



3. 



Qnod fuit a principio 
Regnans caelesti solio 
Et tempore, quo voluit, 
Mortalem carnem vestiit, 



2. Eructat verbum pietas 
Paterna bonum generans, 
Quod imperet caelestibus, 
Iura dicet terrestribus. 



4. 



Ut protoplasti flebile 
Crimen deleret sanguine 
Et mortem morte viuceret, 
Yitam perennem redderet. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



51 



5. Haec sunt praeseotis annua 6. Sint haec tuis fidelibus 
Sollemnitatis gaudia, Salutis causa, poscimus, 

Quae mundus iunctis civium Festa, salvator unice, 

Choris colit caelestium. Praesentis et perpetuae. 

7. Praesta, pater, per genitum, 
Praesta per almum spiritum, 
Praesta. beata trinitas 
Et indivisa unitas. 

Collect. ms. Turonen.se (?) saec. 12. Cod. Vatiean. Reg. 586. — 2, 1 
paetas. — 4, 4 perennis. — Der Hymnus ist sichtlich alter als seine Quelle . 
— Abschrift von Eev. H. M. Bannister. 



52. Iu Epiphauia Domini. 



1. Iesus refulsit omuium 
Pius redemptor gentium- 
Totum genus fidelium 
Laudes celebret dragmatum. 

2. Quem stella natum fulgida 
Monstrat micans in aethera 
Magosque duxit praevia 
Ipsius ad cunabula. 

3. Illi cadentes parvulum 
Pannis adorant obsitum 
Verum fatentur et Deum 
Munus ferendo mysticum. 

4. Denum ter annorum cyclis 
Iam parte vivens corporis 
Lympham petit baptismatis 
Cunctis carens contagiis. 



5. Felix Iohannes mergere 
Illum tremescit flumine, 
Potest suo qui sanguine 
Peccata cosmi tergere. 

6. Vox ergo prolem de polis 
Testatur excelsi patris, 
Virtus adestque pneumatis 
Sancti datrix charismatis. 

7. Nos, Christe, supplici prece 
Precamur, omnes protege, 
Qui praecipis rubescere 
Potenter hydrias aquae. 

8. Praesta benignum sedulo 
Solamen adiutorio' 
Raptosque uos a tartaro 
Regnare fac tecum polo. 



9. Laus trinitati debita, 
Honor, potestas, gloria 
Perenniter sit omnia 
Per saeculorum saecula. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Hymn. ms. 
Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vaticau. Ottob. 145. B. — Hymn. ms. 
Farfense saec. l0 /ii, Cod. Turicen. Rhen. 91. C. — Brev. ms. Farfense saec. 
11. Cod. Turicen. Rhen. 82. D. — Hymn. ms. Farfense saec. I0 /n. Cod. 
Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). E. — Hymn. ms. Veronense saec. 10 /n. 
Cod. Capit. Veronen. CIX (102). F. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. 10 /n. 
Cod. Casanaten. 1907 (B II 1). G. — Hymn. ms. Severinianum saec. ,0 /n. 
Cod. Vatican. 7172. H. — Hymn. ms. Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 

4* 



52 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



5776. I. — Brev. ms. S. Sophiae Beneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 
4928. K. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. L. — Hymn. 
ms. Campidunense saec. 10 /u. Cod. Turicen. Rhen. 83. M. — Hymn. et Pros. 
ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Kesselan. theol. IV 25. N. — Hymn. 
ms. Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhen. 129. 0. 

Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in Cod. Londinen. 
Vesp. D XII. P. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. 10 /n. Cod. Londinen. 
Iul. A VI. Q. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. 
B III 32. R. — Collectar. et Hymnar. ms. Wintoniense ('? Vigorniense) saec. 
11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. S. — Collectar. et Hymn. 
ms. Exoniense (postea Episc. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. 
T. — Varianten aus K u. S sind nicht verzeichnet. 

1, 4 celebrat HIL; dramatum FHLMXPRT, drammatum DO, draehmatum 
B. — 2, 2 Monstrans ABEFGHLN; micat ABFHL; aethere BN. — 2, 4 
Illius FLN. — 3, 3 Dominum B. — 3. 4 Munus fehlt B. — 4, 1 Num ter 
(Das N als grofse InitialeJ I, Denis FPRT ; ciclus T. — 4, 2 vigens R. — 
4, 3 baptismate D. — 5, 2 tremiscit FO. — 5, 3 Potens PQR'T; Potest qui 
suo BF. — 6, 1 proles G. — 6,3 Virtus ad em que(!) F. — 6,4 chyris- 
matis M. — 7, 1 Nox C; subnixa prece MNO; prece fehlt P. — 7, 2 Omnes 
precamur D; protege omnes P. — 8, 1 benignus GH, benigne B. — 8, 3 e 
tartaro BDMOPRT, et tartaro C. — 9, 1 trinitatis DEGL. — 9, 3 Perennis 
P, sis G- — 9, 4 In saeculorum P. 

Die Anwendung wechselt zwischen Vesper und Hocturn ; inhaltlich lafst 
sich keine bestimmte Tagzeit festsetzen. — Irrig wird ofters Hilaritis als 
Verfasser genannt: Grund des Irrtums s. Anal. Hymn. XXVII, 49 f. — Mone 
(I, 78) vermutet wegen des oft vorkommenden Stabreimes u. der gleichartigen 
Assonanz aller 4 Verse je einer Strophe einen irischen oder (was wahr- 
scheinlicher klingt) einen angelsachsischen Dichter ; vgl. zum Reime bei den 
Iren Wilh. Meyer, Gesam. Abhdl. zur MA. Rhythmik. (Berlin 1905) I, 192 ff. 
— Uber das Vorkommen in gedruckten Brevieren. s. Chevalier, Rep. Hymn. 
Nr. 9738. 



53. In Septuagesinia. 

1. AUeluia, dulce carmen, * vox perennis gaudii, 
AUeluia laus suavis * est choris caelestibus, 

Quod canunt Dei manentes * in domo per saecula. 

2. Alleluia laeta, mater, * concinis. Ierusalem, 
Alleluia vox tuorum * civium gaudentium ; 
Exsules nos flere cogunt * Babylonis flumina. 

3. Alleluia non meremur * nunc perenne psallere; 
AJJeJuia nos reatus * cogit intermittere ; 
Tempus instat, quo peracta * lugeamus crimina. 

4. Unde laudando precamur * te, beata trinitas, 
Ut tuum nobis videre * Pascba des in aethere, 
Quo tibi laeti canamus * Alleluia perpetim. 

Hymn. ms. Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. A. 
— Hymn. ms. Veronense saec. 10 <'n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). B. — 
Hymn. ms. Severinianum saec. 10 /n. Cod. Vatican. 7172 C. — Hymn. ms. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



53 



Severiniauum saec. 10 /n. Cod. Parisin. 1092. D. — Hymn. ms. Farfense 
saec. 10 /n. Cod. Turicen. Ehen. 91. E. — Brev. ms. Fartense saec. 11. 
Cod. Turicen. Ehen. 82. F. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum (Monasticum) 
saec. 11. in. Cod. Londinen. Vesp. D. XII. G. — Collectar. et Hymn. ms. 
Exoniense (postea Episc. Leofric) saec. 11. Cod Londinen. Harl. 2961. H. 

— Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. I. 

— Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense (? Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. 
Corp. Christi Cantabrigien. 391. K. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. 
Cod. Rossian. VHI 144. L. — Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 
131. M. — Brev. ms. Sangallense saec. 10 /n. Cod. Sangallen. 413. N. — 
Trop. et Hymn. ms. Khenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. 
Ehen. 97. 0. — Psalt. et Hymn. ms. Walcidorense saec. n /i2. Clm. Monaceu. 
13067. P. — Brev. ms. Gorziense saec. 14 in. Cod. Spinalien. 204 (97). Q. 

— Offic. ms. Pragensia saec. 15. Cod. Florian. XI 419. E. — Collect. ms. 
Bohemicum saec. 15 (et 16). Cod. Vindobonen. 3480. S. — Diurn. ms. Lyra- 
num saec. 15. (Privatbesitz ). T. — Brev. ms. Hispanicum saec. ll l\2.. Cod. 
Londinen. Add. 30848. U. — Varianten aus K, M u. U nicht vermerkt. 

1 , 1 gaudia LE , gaudiis E. — 1 , 2 suavis es Q. ; chorus caelestium 
S. — 1, 3 Quam BEGHET, Qua F 2 S, Quem I, Que O, Qui AC; canunt et 
manentes S. — 2, 1 laeta mente F 1 ; conciuis GHIO ; concinit ACDEF. — 
2, 2 vox suorum CD; civium candentium B, canentium QES. — 2, 3 Qua 
(Quam B) flere modo nos cogunt BES; nos flore cogunt C; Exsules flere 
nos P. — -3,1 Alleluia nunc N; perenne colere ES. — 3, 2 cogit in- 
terrumpere CDF 2 . — ' 3, 3 Tempus istud quo C; quod peracta A; peracto 
HS ; in F ist spater korrigiert : Quo peracto lugeamus omnes nostra crimina. 

— Str. 4 lautet: in L: 



Hier ist der 3. Vers = l, 3, wodurch allein schon ersichtlich wird, dafs 
diese Strophe nicht den urspriinglichen Text bietet. — 4, llndeS; laudanda 
T ; te precamur o beata ES ; te o beata T. — 4, 2 Ut tu S ; aethera G. — 4, 3 
Ut tibi S; laete B; perpetim fehlt S. — Eine zweite Doxologie folgt noch 



Der schone Hymnus „in clausula Alleluia" (I)=„zur Verabschiedung 
des Alleluia" ist relativ selten, weshalb auch jiingere Quellen herbeigezogen 
wurden. — N bestimmt seinen Gebrauch fiir Sonntag Septuagesima als „m 
matutinis laudibus u , wonach also damals in St. Gallen nicht, wie jetzt, 
schon in der 1. Vesp. das Alleluia ausgeschaltet wurde. 



Unde supplices precamur * te, beata trinitas, 
Ut sinas nobis videre * paschale mysterium, 
Quod canunt Dei manentes * in domo"per saecula. 



in D: 



AlJeluia, Deo patri * sit aeterna gloria, 
Alleluia, honor, [virtus,] # decus et imperium, 
Qui maiestas fulget, manet * hic et in perpetuum. 



54. In Quadragesiiua. 

Ad Vesperas. 



1. Audi, benigne conditor, 
Nostras preces cam fletibus 
In boc sacro ieiunio 
Fusas quadragenario. 



2. Scrutator alme cordium, 
Infirma tu scis virium, 
Ad te reversis exbibe 
Remissionis gratiam. 



54 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



3. Mnltum quidem peccavimus, 
Sed parce confitentibus, 
Ad laudem tui nominis 
Confer medelam languidis. 



4. Sic corpus extra conteri 
Dona per abstinentiam, 
Ieiunet ut mens sobria 
A labe prorsus criminum. 



5. Praesta, beata trinitas, 
Concede, simplex unitas, 
Ut fructuosa sint tuis 
Ieiuniorum munera. 



Trop. ms. Martialense anni 933— 936. Cod. Parisin. 1240. add. saec. 

10. A. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. B. — 
Hymn. ms. S. Johannis Laudunensis saec. 10. Cod. Bernen. 455. C. — 
Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. D. — Brev. ms. S. 
Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. E. — Collect. et Hymn. 
ms. Sandionysianum (?) saec. 11. (et 12). Cod. Parisin. Sangenovetian. 1186. 
F. — Brev. ms. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 
524. G. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. H. — Hymn. ms. 
Farfense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Rhen. 91. I. — Brev. ms. Farfense saec. 

11. Cod. Turicen. Rhen. 82. K. — Hymn. ms. Farfense saec. ,0 /u. Cod. 
Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). L. — Hymn. ms. Veronense saec. 10 /n. 
Cod. Capit. Veronen. CIX. (102) M. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. 10 /u. 
Cod. Casanaten. 1907 (B II 1.) X. — Hymn. ms. Severinianum saec. 10 /n. 
Cod. Vatican. 7172. O. — Hymn. ms. Beneventanum saec. 10. ex. Cod. 
Vatican. Ottob. 145. P. — Brev. ms. Benedictinum (Italiae septentr. aut 
Galliae meridion.) saee. 10. ex. Cod. privat. (Hiersemann). Q. — Brev. ms. 
Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 5776. R. 

Rit. et Hymn. ms. Scheftlariense saee. 10. Clm. Monacen. 17027. S. — 
Hymn. ms. Rhenoviense saec. 10. Cod. Turicen. Rhen. 111. T. — Trop. et 
Hymn. ms. Rhenoviense ('? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 
97. U. — Brev. ms. Sangalleuse saec. ,0 /n. Cod. Sangallen. 413. V. — 
Hymn. ms. Sangallense (V) saec. 11. Cod. Berolinen. VIII 0 1. X. — Hymu. 
ms. Campidunense saec. 10, n. Cod. Turicen. Rhen. 83. Y. — Hymn. et 
Prosar. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Kasselan. theol. IV 0 25. Z. 

Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. 10 /n. Cod. Londinen. Iul. A VI. a. 
(Ist Paraphrase). — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in. 
Cod. Londinen. Vesp. D XII. b. — Collectar. et Hymn. ms. Exoniense (postea 
Episc. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl 2961. c- — Hymn. ms. 
Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. d. — Rit. ms. 
Dunelmense saec. 9. 10. 11. Cod. Capit. Dunelmen. A IV. 19. add saec. 10. 
ex. e. — Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense (? Vigorniense) saec. 11. 
Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. f. — Etwaige Varianten aus 
DEFNQX e f sind iibergangen. 

1, 2 cum laudibus ABGHOPR. — 1,3 sacro geguinio (!) B. — 2, 3 
adhibe U. — 2,3 gratiae G. — Str. 3 lautet in den deutschen Quellen 
S — Z und, was auffallend erscheint, in C: 

Multum quidem peccavimus | Poenasque comparavimus, 
Sed, cuneta qui solus potes, j Confer medelam languidis. 

3, 3 Et laude A. — 4, 1 Si corpus BGIM; conterit R, contere d. — 
4, 2 abstinentia I. — 4, 3 et mens AGO; mensobria K; sobriet Z. — Von 
der Doscologie nur „Praesta" UYZ, Praesta beata GL, Praesta beata trinitas 
H. — 5, 3 Ut sint aceeptabilia b d. — In der Regel ist dieser Hymnus fur 
die Vesper verwendet; in mehreren Quellen wird die Tagzeit nicht angegeben; 
ganz vereinzelt heifst es (wie z. B. in U) „ad matutinas laudes". 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



55 



Bei diesem uud den folgenden Fastenhymnen hat man versucht, Greijor 
d. Gr. als Verfasser aufzustellen , wobei die verschiedenen Gelehrten eine 
sehr verschiedene Liste herausfanden. Leider fehlt es an jedem Beweise bei 
diesen Versuchen. 

Im jetzigen Bdmischen Brevier ist die 4. Strophe umgedichtet worden; 
sonst ist nur in 3, 3 eine UmStelhmg vorgenommen: „Ad nominis laudem tui". 



55. In Quadragesima. 

Ad Nocturnas. 



1. Ex more docti mystico 
Servemus, en, ieiunium 
Denum dierum circulo 
Ducto quater notissimo. 

2. Lex et prophetae primitus 
Hoc praetulerunt. postmodum 
Christus sacravit, omnium 
Rex atque factor temporum. 

3. Utamur ergo parcius 
Verbis, cibis et potibus, 
Somno, iocis et artius 
Perstemus in custodia. 

4. Vitemus autem pessima, 
Quae subruunt mentes vagas, 
Nullumque demus callido 
Hosti locum tyrannidis. 



5. Dicamus omnes cernui 
Clamemus atque singuli, 
Ploremus ante iudicem, 
Flectamus iram vindicem : 

6. Nostris malis offendimus 
Tuam, Deus, clementiam; 
Effunde nobis desuper, 
Remissor, indulgentiam. 

7. Memento, quod sumus tui 
Licet caduci plasmatis ; 
Ne des honorem nominis 
Tui, precamur, alteri. 

8. Laxa malum , quod fecimus, 
Auge bonum, quod poscimus, 
Placere quo tandem tibi 
Possimus hic et perpetim. 



9. Praesta beata trinitas. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Hymn. ms. 
Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. B. — Hymn. ms. 
Farfense saec. ,0 /n. Cod. Turicen. Rhen. 91. C. — Brev. ms. Farfense saec. 
11. Cod. Turicen. Rhen. 82. D. — Hymn. ms. Farfense saec. 10 /n. Cod. 
Roman. Vitt. Eman. 175 (Tarf. 4). E. — Hymn. ms. Veronense saec. 10 /n. 
Cod. Capit. Veronen. CIX (102). F. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. ,0 /n. 
Cod. Casanaten. 1907 I B II 1) G. — Hymn ms. Severinianum saec. 10 /n. 
Cod. Vatican. 7172. H. — Hymn. ms. Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 
5776. I. — Brev. ms. S. Eutyehii Nursini saec. 11. Cod. Vallicellan. B 79. 
K. — Brev. ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 4928. L. — 
Psalt. ms. S. Sofioe Beneventanae saec. 11. Cod. Neapolitan. VI E 43. M. 

Rit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen. 17027. N. — 
Hymn. ms. Rhenoviense saec. 10. Cod. Turicen. Rhen. 111. O. — Trop. et 
Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 97. 
P. — Brev. ms. Sangallense saec. ,0 /n. Cod. Sangallen. 413. Q. — Hymn. 
ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. Beroliuen. VIII 0 1. R. — Hymn. ms. 
Campidunense saec. ,0 /n. Cod. Turicen. Rhen. 83. S. — Hymn. et Pros. 
ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Kasselan. theol. IV» 25. T. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII. 144. U. — Brev. 
ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550 X. — Brev. ms. 



56 



Pars L Hymn. antiquissimi saec. V. — XI. 



Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. Y. — Hymn. 
ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. Londinen. Vesp, D 
XII- Z. — Collectar. et Hymn. ms. Exoniense (postea Episc. Leofric) saec. 
11. Cod. Londinen. Harl. 2961. a. — Hvmn. ms. Wintoniense saec. 11. 
Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. b. — GHLMRX sind nicht kollationiert. 

1 , 2 Servamus NOS ; en korrig. zu hoc CN ; ieiunio U. — 1 , 3 Deno 
IKNP. — 1, 4 Ductu S, notissimum K. — 2, 2 protulerunt S a b. — 2, 3 
Christum I. — 2, 4 fator C. — 3 , 1 partius Z. — 3, 2 cibisque potibus Y, 
cibis ac S. — 3, 4 custodiam U Z a. — 4,3 callidi PKNU, in E ist der 
letzte Buchstabe (i oder o?) ausradiert. — 4, 4 Hostis DEKUY; tyrannidi 
EFIKU. — Nach Strophe 4 Divisio in K u. X; mit 5, 1 beginnt ein be- 
sonderer Hymnus in Z. — 5 , 1 Dicamus ergo (st. omnes) EU. — 6, 3 In- 
funde b 2 . — 6.4 iudulgentia I, indulgentiae U. — 7, 2 plasmati BDK. — 
7, 3 Nec des honore I. — 8, 1 quod gessimus PSZ. — 8,3 Placere quod 
IUZ. — 8 , 4 hinc PZ ; Possimus iu perpetuum a b. — Doxologie wie im 
vorhergehenden Hymnus; nur der erste Vers ACIUZ a b: fehlt ganz O. 

Die liturgische Verwendung, wenn sie iiberhaupt in den Quellen naher 
angegeben wird , ist betreffs der kanonischen Tagzeit verschieden ; in der 
Regel gilt die im Titel angegebene. 

In M heifst es „Ambrosii u , obgleich er nicht als Autor dieses Hymnus 
erwiesen werden kann, ebensowenig wie Gregor d. Gr., ffir den nicht einmal 
ein solches Zeugnis, wie jenes aus M fiir Ambrosius, zu erbringen ist. 

Im jetsigen Eduiischen Brevier ist der Hymnus fiir die Matutin der 
Fastenzeit beibehalten mit wenigen Anderungen ; nur Strophe 5 hat eine 
vollige Umstellung der Verse erdulden miissen. 



56. In (^uadragesinia. 

Ad Nocturnas. 



1. Nunc tempus acceptabile 
Fulget datum divinitus, 

Ut sanet orbem languidum 
Medela parcimoniae. 

2. Christi decoro lumine 
Dies salutis emicat, 
Dum corda culpis saucia 
Reformat abstinentia. 



3. Hanc mente nos et corpore, 
Deus, tenere perfice, 

Ut appetamus prospero 
Perenne pascha transitu. 

4. Praesta, pater, per filium, 
Praesta per almum spiritum, 
Cum his per aevum triplici 
Unus Deus cognomine. 



Hymn. ms. Veronense saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX. (102). A. 
— Hymn. ms. Campidunense saec. 10 /m. Cod. Turicen. Rhen. 83. B. — Trop. 
et Hyinn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 
97. C. — Brev. nis. Canon. s. Augustini (Augustanae dioecesis ?) saec. 14 in. 
Cod. Roman. Angelic. .982 (R V 23*). D. — Collect. et Hymn. ms. Geris- 
hemense saec. 14. (et 15). Cod. Archivii Dusseldorpien. A 67. E. — Brev. 
ms. Constantiense (?) saec. 15. Cod. Stuttgartien. Brev. 101. F. — Diurn. et 
Hymn. ms. Benedictinum Suecicum saec. 15. Cod. Upsalen. C 477. G. — 
Diurn. ms. Lyranum saec. 15. (Privatbesitz) H. 

1, 3 salvet AGH. — 1, 4 medelam F; parsimoniae die gewohnliche 
Schreibart. — 2, 1 Christe BC: decore B. — 2, 3 Cum A, Ut H. — 2 , 4 
Reformet BC: abstineutiam G. — 3, 1 Hac AB. — 3, 2 tenore F. — 3,3 
prospere F. — 3, 4 transitus A. — Doxologie in BC : Praesta beata trinitas 
(cfr. die zwei vorhergehenden Hymnen); inD: Praesta pater ; in F : Deo patri 
sit gloria. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



57 



Mone (I, 94) versichert von diesem relativ nieht weitverbreiteten Liede, 
das nur in einer italien. Quelle sich vorfand (vvenn A wirklich aus Verona 
stammt): „Es ist auch von Greejor d. Gr." , obwohl jeder Anhalt auch nur 
fiir Wahrscheinlichkeit mangelt. — Nack Ul. Chevalier (Rep. Hymnol. Nr. 12606; 
findet sich dieser Hymnus auch in einem Brev. ms. Cameracense saec. 11. 



57. [In Quadragesima. 

Ad Nocturnas. (?). 



1. Clarum decus ieiunii 
MoDStratur orbi caelitus, 
Quod Christus, altor omnium, 
Cibis dicavit abstinens. 

2. Hoc Moyses carus Deo 
Legisque lator factus est ; 
Hoc Eliam per aera 
Curru levavit igneo; 



3. Hinc Daniel mysterium 
Victor leonum viderat ; 
Per boc amicus intimus 
Sponsi, Iohannes, claruit. 

4. Haec nos sequi dona, l)eus, 
Exempla parcimoniae, 

Tu robur auge mentium 
Dans spiritale gaudium. 



5. Praesta, pater, per filium, 
Praesta per almum spiritum, 
Cum his per aevum triplici 
Unus Deus cognomine. 

Regula ms. S. Benedicti (Tegurin.) saec. 9. Clm. Monacen. 19408. add. 
saec. 10. in. A. — Trop. et Hymn. ras. Rhenoviense ('? Sangallense) saec. 11. 
in. Cod. Turicen. Rhen. 97. B. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 12. in. 
Cod. Turicen. Rhen. 129. C. — Hymn. ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. 
Berolinen. theol. VIII 0 1. D. — Hymn. et Sequent. ms. Fredeslariense saec. 
11. ex. Cod. Casselan. theol. IV 0 25. E. — Diurn. et Hymn. ras. Scheft- 
lariense saec. 12. Clm. Monacen. 17024. F. — Brev. ms. Zwifeldense saec. 12. 
Cod. Stuttgardien. Brev. 98. Fac. — Brev. ms. Wingartense (?) saec. 14. Cod. 
Stuttgardien. I. Asc. 76. G. — Brev. ms. Turicense saec. 15. Cod. San- 
gallen. 526. H. 

Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense (?) saec. 10 /n. Cod. Londinen. Add. 
37 517. I. — ■ Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. 
Londinen. Vesp. D XII. K. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. 
Dunelmen. B III 32. L. — Collectar. et Hymn. ms. Exoniense (postea Episc. 
Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. M. — Psalt. et Hymn. ms. 
Dunelmense saec. 12. Cod. Coll. Iesu Cantabrigien. 23. N. 

Hymn. ms. Veronense saec. ,0 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX. (102). O. 

— Hymn. ms. Severinianum saec. 10 /u. Cod. Vatican. 7172. P. — Hymn. 
ms. Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 5776. Q. — DHIN nicht kollationiert. 

1, 2 orbis FaK'OQ. — 1,3 Quo AG; auctor oranium ABCFaGOQ, salvator 
omnium P. — 1, 4 Cibi APQ; Cibi sacravit A. — 2, 1 Hic Q, Hinc AFO. 

— 2, 3 Helias P. - 2, 4 Cursu OQ; levatus P. — 3, 1 mysteria BLMP. 

— 3, 4 amicus claruit OQ. — 4, 1 Sponsis Iohannis Q, Sponsus O, Christi 
Iohannes LP, Christo Iohannes K; senserat (st. claruit) OQ. — 4, 2 par- 
simoniae (st parcimoniae) A — Q. — 4, 3 Ut robur A, Hoc robur Q, Co robur 
O. — 4, 4 Dat OQ; speciale (st. spiritale) OPQ. — Doxolojiv : Nur der 
Anfang in FKLMP. — 5, 3 In his Q. — 5, 4 Unum Deum Q. 

Auch dieser Hymnus wird ohne jeden Beweisgrund vielfach Gregor d. 
Gr. zugeschrieben. — Liturg. Gebrauch ist verschiedenartig: „Dominica de 



58 



Pars L Hymn. antiquissimi saec. V. — XI. 



Passione ad Nocturn." Q ; sonst durchweg in Quadragesima, aber bald zur 
Nocturn, bald zu den Laudes (wie in F); anderswo (wie in KLM) ohne Be- 
stimmung rler Tagzeit. — Man beachte, dafs Frankreich durch keine altere 
Quelle vertreten ist, Italien durch wenige. — Verschiedeue gedruckte Breviere 
des 15. u. 16. Jahrh. , in denen dieser Hymnus noch fortlebte, s. Kepert. 
Hymn. Nr. 3362. 

58. In Quadragesima. 

Ad Matutinas Laudes (?). 



1. Iesu, quadragenariae 
Dicator abstinentiae, 
Qui ob salutem reentium 
Hoc sanxeras ieiunium, 

2. Quo paradiso redderes 
Servata parcimonia, 
Quos inde gastrimargiae 
Huc illecebra depulit, 

3. Adesto nunc ecclesiae, 
Adesto paenitentiae, 
Qua pro suis excessibus 
Profusis orat precibus. 



4. Tu retroacta crimina 
Tua remitte gratia 
Et affuturis adbibe 
Custodiam mitissime, 

5. Ut expiati annuis 
Ieiuniorum victimis 
Tendamus ad paschalia 
Digne colenda gaudia. 

6. Praesta, pater, per filium 
Praesta per almum spiritum, 
Cum bis per aevum triplici 
Unus Deus cognomine. 



Eit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec 10 Clm. Monacen. 17027. A. — 
Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. 
Rhen. 97. B. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhen. 
129. C — Hymn. ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. theol. VIir> 

I. D. — Brev. ms. Sangallense saec. ,0 /ii. Cod. Sangallen. 413. add. saec. 
i:, /i4. E. — Hymn. et Sequent. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. 
theol. IV 11 25. F. — Diurn. et Hymn. ms. Scheftlariense. saec. 12. Clm. 
Monacen. 17 024. G. — Brev. ms. Superioris Althae saec. 12. Clm. Monacen. 
9633. H. — Brev. ms. Maguntinum saec. 12. Cod. Capit. Schaffnaburgen. 
54. I. — Brev. ms. Maguntinum saec. 14. Cod. Capit. Schaffnaburgen. 64. 
K. — Brev. ms. Emmeramense saec. 18 /i4. Clm. Monacen. 14741. L. — Brev. 
ms. Emmeramense saec. 14. Clm. Monacen. 14771. M. 

Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense (?) saec. 10 /u. Cod. Londinen. Add. 
37 517. N. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. 10 /ii. Cod. Londinen. Jul. 
A VI. O. (Ist Paraphrase). — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 

II. in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. P. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 
11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32 Q. — Collectar. et Hymn ms. Winto- 
niense (? Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. R. 

Hymn. ms. Veronense saec. 10 /u. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). S. — 
Hymn. ms. Severinianum saec. 10 |u. Cod. Vatican. 7172. T. — Hymn. ms. 
Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 5776. U. — DIKMNRT sind nicht 
kollationiert. 

2, 1 redderet CEGH. — 2, 2 parsimoniae PS; im iibrigen die Schreib- 
weise : parsimonia. — 2, 3 Quod U ; castimargiae B castrimargia U, gastri- 
margiae PQ (sonst die Schreibweise : castrimargiae.) — 2, 4 Hunc delutullit 
illecebra(!) U; Huc ille crebra depulit S; inlecebra FHPQ. — 3,3 Quae 
PQ. — 3, 4 Orat profusis BPQ ; ora U ; Betibus BPQ. — 4, 3 Ut ad futuram 
adhibe U ; afuturis die gewohnliche Schreibweise in den Hss. — 4, 4 Custudia 
S; Remissionis gratiam L. — 5, 1 expiatis U; animis EU. — 5, 4 colendo 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



59 



FS. — Nur Anfang der Doxologie BU; Praesta beata trinitas C. — „Dominica 
de passione ad Laudes" U; sonst durchweg fur Quadragesima, aber fiir ver- 
schiedene Tagzeiten oder ohne Determinierung der letzteren. — Auch hier ist 
trankreich wieder durch keine alte Quelle vertreten, wie beim vorhergehenden 
Hymnus. Ubrigens scheinen die Hymnen Nrr. 56 u. 57 und dieser Hymnus vom 
gleichen Verfasser zu seht. An Hilarius zu denken, geht nicht an. — Manche 
Quellen des 15. und 16. Jahrhunderts , die vom Fortleben dieses Hymnus 
Zeugnis ablegen, nennt Chevalier im Rep. Hymn. unter Nr. 9607. 



59. In (Juadragesima. 

A d M a t u t i n a s L a u d e s. 



1. Iam, Christe, sol iustitiae, 
Mentis dehiscant tenebrae, 
Virtutum ut lux redeat, 
Terris diem cum reparas. 

2. Dans tempus acceptabile 
Et paenitens cor tribue, 
Convertat ut benignitas, 
Quos longa suffert pietas ; 

3. Quiddamque paenitentiae 

Da ferre , quamvis grandium 

Maiore tuo munere 

Quod demptio sit criminum. 



4. Dies venit, dies tua, 

Per quam reflorent omnia, 
Laetemur in hac ut tuae 
Per hanc reducti gratiae. 

5. Te rerum universitas, 
Clemens, adoret, trinitas, 
Et nos novi per veniam 
Novum canamus canticum. 

6. Praesta, beata trinitas, 
Concede, simplex unitas, 
Ut fructuosa sint tuis 
Ieiuniorum munera. 



Trop. ms. Martialense anni 933—936. Cod. Parisin. 1240. add. saec. 

10. A. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. B. — 
Brev. ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. C. — Psalt. 
et Hymn. ms. Marchianense saec. (9. etj 10. in. Cod. Duacen. 170. add. saec. 

11. D. — Brev. ms. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 
524. E. — Grad. et Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. 
acq. 1235. F. 

Hymn. ms. Farfense saec. 10 /u. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). 
G. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. H. — Hymn. 
ms. Veronense saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). I. — Brev. ms. 
Montis Amiatini saec. 10 /n. Cod. Casanaten. 1907 (B II 1). K. — Hymn. 
ms. Severinianum saec. 10 /n. Cod. Vatican. 7172. L. — Hymn. ms. Bobi- 
ense saec. 11. Cod. Vatican. 5776. M. — Brev. ms. Benedictinum (Italiae 
septentrion. aut Galliae meridion.) saec. 10. ex. Cod. privat. (Hiersemann). N. 

Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticnm) saec. 11. in. Cod. Londinen. 
Vesp. D XII. add. saec. n /i2. O. — Brev. ms. Hispanicum saec n /i2. Cod. 
Londinen. Add. 30t>48. P. — CKLP sind nicht kollationiert. 

1, 2 sqq. lauten in den beiden altesten Quellen A u. B: Noctis recedunt 
tenebrae, | Nunc mentis eat caecitas, | Virtutum et lux redeat. Ob dieses 
die ursprunglichc Fassung oder eine partikulare siidtranzosische (Limoges 
u. Moissac) Redaktion ist, lafst sich schwer entscheiden; eher mochte ich 
ersteres glauben. — 1, 2 Mentis recedant I ; deiscant (nicht „diescant", wie 
Stevenson schreibt) O. — 1, 3 et lux GH. — 1,4 Terras (korrig. aus Terris) 
dies H ; dies I ; dum EMO. — 2, 1 Da BFI, Das DEGNO, Dans korrig. aus 
Das H. — 2, 3 sq. lauten A u. B: Ne nos vacuum transeat, | Hoc, quod 



60 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



benigne praerogas (prorogas B); cfr. Note zu 1, 2 sqq. — 2, 3 Evertat GM. 

— 3, 1 Quidam que B. — 3, 2 ferre licet grandium AB. — 3, 3 Maiora tui 
munera A, Maiorem GH (korrig. aus Maiore) IM, Maiori DO; tui AEFGH 
(korr. aus tuis) IM. — 3, 4 Quo EIO; einptio ABFGH (korrig. aus demptio) 
M. — Die geschraubte Konstruktion der Str. 3 wird klarer durch die Stellung: 
Da ferre quiddam paenitentiae, quod criminum quamvis grandium maiore tuo 
munere sit demptio. — 4, 1 veni H. — 4, 2 Iu qua DFINO; Per quem M. 

— 4, 3 ut tui AGH, ut tua BFM. — 4, 4 hanc redempti GH (korrig. aus 
reducti) I; gratiam AH (korrig. aus gratia), gratia BG. — Str. 5 fehlt B. — 
5, 2 adororet X. — 5, 3 At EI, Ac N; veniam korrig. aus venias H. — 
Doxologie meist nur in den Anfangsworten , fehlt ganz HO. — ,,In XL ad 
Matutinos" A, „in matutinis laudibus" B ; ebenso fur die Laudes N. — Die 
Verbreitung des Hymnus war relativ gering ; jiingere Quellen s. im Rep. Hymn. 

Das jetzige Romixehe Brevier behielt den Hymnus bei, aber in so weit- 
gehender Umarbeitung der Strophen 1 — 3, dafs vom urspriinglichen so gut 
wie niehts iibrig blieb: es lauten namlich Strophe 1 u. 2: 
1. O sol salutis, intimis, 2. Dans tempus acceptabile, 

Iesu, refulge mentibus, Da, lacrimarum rivulis 

Dum nocte pulsa gratior Lavare cordis victimam, 

Orbi dies renascitur. Quam laeta adurat caritas. 

Nur Str. 4 u. 5 fanden mehr Gnade bei den „Korrektoren". — Wenn 
Mone (I, 91) sagt „Die Quantitat ist in dem Liede nicht immer beobachtet, 
der Keim aber auch noch nicht vollkommen und gleichmafsig gebraueht, daher 
man es wohl nieht vor das 6. Jahrh. setzen darf u , so ist es eine unzulassige 
Folgerung, wenn man auf dieses hin einfach fest behauptet, es sei ein Hymnus 
saec. VI., wie im Kep. Hymnol. Nr. 9205 — 7. 



60. In Quadrajresima. 

Ad Matutinas Laudes. 

1. Surnme largitor praemii, 3. Si renuis, quis tribuet? 
Spes qui es unica mundi. Indulge, quia potens es. 
Preces intende servorum Te corde rogare mundo 

Ad te devote clamantum. Fac nos, precamur, Domine. 

2. Nostra te conscientia 4. Ergo acceptare, nostrum, 
Grave offendisse monstrat. Qui sacrasti ieiunium, 
Quam emundes , supplicamus, Quo mystice paschalia 
Ab omnibus piaculis. Capiamus sacramenta. 

5. Summa nobis haec conferat 
In deitate trinitas. 
In qua gloriatur unus 
Per cuncta saecula Deus. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. A. — Hymn. 
ms. S. Iohannis Laudunensis saec. 10. Cod. Bernen. 455. B. — Hymn. ms. 
Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. C. — Brev. ms. S. Germani 
Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. D. — Collect. et Hymn. ms. 
Sandionysianum saec. 11 (et 12.) Cod. Parisin. Sangenovefian. 1186. E. — 
Grad. et Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. 
F. — Psalt. et Antiphon. ms. Sangenovefian. saec. 13. ex. Cod. Sangenove- 
fian. 2641. G. — 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



61 



Opp. ms. Ambrosii ad Gratianum (Sangallen.) saec. 9. Cod. Sangallen. 
95. add. saec. 10 /n. H. — Brev. ms. Sangallense saec. 10 /n. Cod. Sangallen. 
413. I. — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. 
Londinen. Vesp. D XII. K. — Collectar. et Hymn. ms. Exoniense (postea 
Episc. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. L. — Hymn. ms. 
Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen B III 32. M. — ■ Hymn. ms. 
Veronense saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). N. — Hymn. ms. 
Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 5776. O. — Brev. ms. Farfense saec. 11. 
Cod. Turicen. Ehen. 82. P. — Brev. ms. Hispanicum saec. n /i2. Cod. 
Londinen. Add. 30848. Q. — CDEGQ sind nicht kollationiert. 

1, 1 Summi EGH. — 1,2 Spes quies unica A. — 1, 4 devota O» 
clamantium I, clamantum fehlt P. — 2, 2 Grave se offendisse P. — 2, 3 
Qua M : Quam in mundes O ; emunda I (aber auf Rasur) N. — 3, 3 rogari 
K. — 3, 3 u. 4 lauten in BHIMP: 

Si corde rogamus (rogaris P) mundo, 
Certe debes ex promisso. 

Der 2. dieser Verse ist auch in N als 3, 4 aufgenommen worden. 
4, 1 acceptato L. — 5, 1 haec conferat HKLM. — 5, 2 Et adoranda 
trinitas N. — Man beachte den ofteren Hiatus. 

In den CVsferae/iser-Brevieren des 13. und spaterer Jahrhunderte (z. B. 
Cod. Karolsruhan. Licht. 15 u. 34; Cod. Wirceburgen. Mp. th. IV 0 42) ist 
der Text stark verjindert, um besseren Rhythmus herzusiellen ; Str 1 lautet: 

Summi largitor praemii, | Spes una mundi perditi, 
Preces intende pauperum | Ad pedes tuos flentium. 

Viele gedruc.kte Breviere, namentlich franzosische des 15. u. 16. Jahrh. 
(vgl. Rep. Hymn. Nr. 19716) weisen diesen Fastenhymuus auf. — 
Willkurlich wird auch hier wieder Gregor d. Gr. als Verfasser aufgestellt. 
In H, woraus ich die Kollation der Gute des Stiftsbibliothekars Dr. Ad. Fah 
verdanke, steht unter dem Hymnus, von gleicher Hand geschrieben: „Kerhart". 
Derselbe war 990 — 1001 Abt von St. Gallen ; selbstredend ist er nicht Ver- 
fasser des Hymnus. — - Die liturgische Verwendung ist schwankend betreffs 
der Tagzeit (Laudes, Nocturn, Vesper); u. a. gibt A die Laudes an. 



61. In Quadragesinia. 

Ad Matutinas Laudes vel Vesperas. 

1. Aures ad nostras deitatis preces, 
Deus, inclina pietate sola, 
Supplicum vota suscipe, precamur 

Famuli tui. 

2. Kespice clemens solio de sancto 
"Vultu sereno, lampadas illustra 
Lumine tuo, tenebras depelle 

Pectore nostro. 

3. Crimina laxa pietate multa, 
Ablue sordes, vincula disrumpe, 
Parce peccatis, releva iacentes 

Dextera tua. 



62 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



4. Te sine taetro mergimur profundo, 
Labimur alta sceleris sub unda; 
Brachio tuo trahamur ad clara 

Sidera caeli. 

5. Christe, lux vera, bonitas et vita, 
Gaudium mundi, pietas immensa, 
Qui nos a morte roseo salvasti 

Sanguine tuo, 

6. Insere tuum, petimus, amorem 
Mentibus nostris, fidei refunde 
Lumen aeternum, caritatis auge 

Dilectionem. 

7. Tu nobis dona fontem lacrimarum, 
Ieiuniorum fortia ministra, 

Vitia carnis milia retunde 
Framea tua. 

8. Procul a nobis perfidus absistat 
Satan a tuis viribus confractus, 
Sanctus assistat spiritus a tua 

Sede dimissus. 

9. Gloria Deo sit aeterno patri, 
Sit tibi semper, genitoris nate, 

Cum quo aequalis spiritus per cuncta 
Saecula regnat. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Brev. ms." 
Casinense saec. 11. Cod. Vindobonen. 1106. B. — Hymn. ms. Beneventanum 
saec. 10. ex. Cod. Vatican Ottob. 145. C. — Hymn. ms. Veronense saec. 
10 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). D. — Hymn. ms. Severinianum saec. 
10 /n. Cod. Vatican. 7172. E. — Hymn. ms. Severinianum saec. 10 /n. Cod. 
Parisin 1092. F. — Hymn. ms. Farfense saec. ,0 /n. Cod. Roman. Vitt. Eman. 
175 (Farf. 4). G. — Hymn. ms. Farfense saec. ,0 /n. Cod. Turicen. Rhen. 
91. H. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. I. — Brev. 
ms. Montis Amiatini saec. I0 /n. Cod. Casanaten. 1907 (B II 1) K. — Hymn. 
ms. Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 5776. L. — Brev. ms. S. Sofiae 
Beneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 4928. M. — Psalter. ms. Monasticum 
saec. 12. in. Cod. Capit. S. Petri in Vatican. D. 156. N. — Psalt. ms. 
incert. origin. saec. 13. Cod. Rornan. Vitt. Eman. 471. O. — Psalt. et Hymn. 
ms. Paduanum (?) saec. 13. Cod. Oxonien. Misc. liturg. 370. P. — Brev. 
ms. Romanum saec. 13 /u. Cod. Archiv. Civitat. Venet. 122. Q. — Psalt. 
ms. Aipiilegiense saec. 15. Cod. Capit. Utinen. IX. R. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. S. — Brev. 
ms. Strumense saec. 11. Cod Laurentian. Conv. suppr. 524. T. — Hymn. 
ms. Salvatoris de Silva Lacus anni 1415. Cod. Loudinen. Add. 30014. U. — 



B. Hvmni de Tempore Proprii. 



63 



Brev. sec. usum insignis monasterii S. Crucis Colimbricensis impr. Colimbricae 
1531. X. — KMPQRUX sind nicht kollationiert. 

1, 1 Ad preces nostras deitatis aures U. Zu dieser Lesart vgl. man „Ad 
preces nostras aures pietatis | Tuae reclina" = 2, 3 sq. des Hymnus ^Deus 
qui mundum crimine iacentem" (Nr. 124). —2,2 lampades CEGHILNO; 
illustras L. — 2,3 expelle L. -2,4 Pectori CDE a XOT. — 3, 1 Crimine 
L; pietate sola F. — 3, 2 Abluens L; dirrumpe GH'I\ dirumpe H-T-. — 
4, 1 mergimus DI, mergitur L. — 4, 2 sceleri S; sub umbra CGI'N. • — 4, 
3 ad alta L. — ■ 5, 1 bonitasque vita O. — 6, 1 tuo S ; amore DS. — 6, 3 
claritatis G. — 6, 4 Dilectione C. — 7, 1 fonte C. — 8, 2 Satanas tuis D, 
Satanatuis H , Satanatuis I ; confractis S , constratus L. — 8 , 4 demissus 
A (vielleicht das Eichtige). — 9,2 ienitoris S- — 9, 3 quo fehlt N. — 9, 4 regnas S. 

In X die Eubrik : „Sequens hymnus dicitur post prandium in diebus 
ieiuniorum , nisi proprium (!) assignetur." S bestimmt den Hymnus fiir die 
„Matutinae Laudes" u. zwar, nach seiner Stellung zu schliefsen „Dominicis 
diebus in Quadragesima" ; im ubrigen ist sein Gebrauch betreffs der Gebets- 
stunden in den Quellen verschieden. — Angesichts der Quellen moehte man 
wohl ltalien als die Ursprungsstatte ansehen. — Einige jiingere Quellen s. 
im Eep. Hymnol. Nr. 1612; d.ifs letztere Nr. mit Nr. 234 identisch ist , hat 
Chevalier nicht bemerkt. — Im Brev. monachorum sacrae Congregationis 
Oliveti impr. Florentiae 1521 ist der Hymnus mit den Worten eingeleitet 
„Incipit hymnus sancti Gregorii papae" ; auf Glaubwiirdigkeit konnen dieselben 
keinen Anspruch erheben. — Interessant ist, welchen Anstofs dieser Hymnus 
vielfach im 16. u. 17. Jahrh. erregte; man vgl. dazu S. Delaporte in der 
Eassegna Gregoriana, VI (1907), col. 489 sq., 502, 504, 509. 



62. In Quadragesima. 

Ad Matutinas Laudes. 



1. lam lucis splendor rutilat 
Noctis fugatis tenebris; 
Reddamus laudes Domino, 
Qui manet ante saecula. 



2. Pellamus omne noxium, 
Poscamus omne prosperum ; 
Defendat suos famulos 
Virtus aeterna iugiter. 



3. Deo patri sit gloria. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Hyrnn. ms. 
Beneventanum. saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. B. — Psalt. et 
Hymn. ms. Farfense saec. M /n. Cod. Eoinan. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). C. 
— Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Ehen. 82. D. — Hymn. ms. 
Veronense saec. 10 /u. Cod. Cap. Veroneu. CIX. (102). E. — Hymn. ms. 
Severinianum saec. 10 u. Cod. Vatican. 7172. F. — Hymn. ms. Severinianum 
saec. u "u. Cod. Parisin. 1092. G. — Hymn. ms. S. Sofiae Beneventanae 
saec. 11. Cod. Neapolitan. VI E 43. H. — Brev. ms. S. Sofiae Beneventanae 
saec. 11. Cod. Vatican. 4928. I. — Psalt. et Hymn. ms. Italicum (Monasticum) 
saec. 12. in. Cod. Capit. S. Petri in Vaticano D 156. K. 

1, 2 tenebras K — 1, 4 manet aeternaliter B: Qui natus est in Bethle- 
hem E (weil angewandt auf Weihnachten». — Doxoloaie: nur 2 ersten 
Worte ACDGH ; in E (fiir Weihnachten): Gloria tibi Domine | Qui natus es 
de virgine etc. ; in K : Gloria tibi trinitas | Aequalis una deitas | Et ante 
omnia saecula (1. omne saeculum) | Et nunc et in perpetuum. 

Der Ursprunfi dieses relativ seltenen und nicht weit verbreiteten 
Hymnus ist laut Quellen offenbar in Italien und zwar wohl im Gebiete von 
Benevent resp. Monte Cassino zu suchen. 



04 



Pars I. Hymui antiquissimi saec. V. — XI. 



63. In (juadragesima. 

Ad Tertiam. 



1. Dei fide, qua vivimus, 
Spe perenni qua credimus, 
Per caritatis gratiam 
Christi canamus gloriam ; 



3. Precemur ergo subditi, 
Redemptione liberi, 
Ut eruat a saeculo, 
Quos solvit a chirographo. 



2. Qui ductus hora tertia 
Ad passionis hostiam 
Crucis ferens suspendia 
Ovem reduxit perditam. 



4. Gloria tibi, trinitas, 
Aequalis una deitas 
Et ante omne saeculum 
Et nunc et in perpetuum. 



Collect. et Hymn. ms. Murbacense (? Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. Iun. 25. A. — Collect. et Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. 
Cod. Parisin. 14088. B. 

Trop. ms. Martialense anni 933 — 936. Cod. Parisin. 1240. add. saec. 10. 
C. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. D. — 
Hymn. ms. S. Iohannis Laudunensis saec. 10. Cod. Bernen. 455. E. — 
Psalt. et Hymn. ms. Marchianense saec. (9 et) 10. in. Cod. Duacen. 170. 
add. saec. 11. F. — Brev. ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 
11550. G. — Collect. ms. Sandionysianum(?) saec. 11. (et 12.) Cod. Sangenove- 
fian. 1186. H. — Brev. ms. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. 
suppr. 524. I. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. K. — Hymn. ms. 
Bobiense saec. 10. Cod. Taurinen. G VII 18. L. — Hymn. ms. Bobiense 
saec. 11. Cod. Vatican. 5776. M. — Hymn. ms. Beneventanum saec. 10. ex. 
Cod. Vatiean. Ottob. 145. N. — Hymn. ms. Farfense saec. 10 /n. Cod. 
Turicen. Ehen. 91. O. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 
82. P. — Hymn. ms. Farfense saec. ,0 /u. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 
(Farf. 4) Q. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. 10 n. Cod. Casanaten. 1907 
(B II 1). R. — Hymn. ms. Severinianum saec. 10 /n. Cod. Vatican. 7172. S. 
— Hymn. ms. Veronense saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). T. — 
Brev. ms. S. Eutychii Nursini saec. 11. Cod. Vallicellan. B 79. U. — Brev. 
ms. Benedictinum (Italiae septentrion. aut Galliae meridion.) saec. 10. ex. 
Cod. privat. (K. W. Hiersemann). X. 

Collect. ms. S. Maximini Trevirensis saec. 10. Cod. Treviren. 592 
(1404). Y. — Hymn. ms. Campidunense saec. 10 /u. Cod. Turicen. Rhen. 83. 
Z. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. Londinen. 
Vesp. D XII. a. — Collectar. et Hymnar. ms. Exoniense (postea Episc. 
Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. b. — Hymn. ms. Wintouiense 
saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. c. — Collectar. et Hymn. ms. 
Wintoniense (? Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 
391. d. — Hymn. ms. Cantuariense saec. l0 /ii. Cod. Londinen. Add. 37517. 
e. -— Varianten aus GHLRS d e sind nicht verzeichnet. 

1, 1 fide quia B. — 1,2 perenne B; qua fehlt ABZ (vielleicht die ur- 
spriingliche Lesart). — 1,4 Christo alle Hss. aufser ABYZ. — 2 , 2 hostia 
B. — 3, 1 Precemur P. — 3,2 Redemptioni M. — 3, 4 Quod O; cyrografo 
DOXYZ C (die anderen Hss. durchweg cirografo), acyrofragraffo (!) B. — 
4, 3 Et fehlt c; omnia saecula BUY a b C. — 4, 2 uni Y. — 4, 4 perpetuo 
B. — In E fehit die Doxologie, in CDFKO nur die Anfangsworte. 

Titel fehlt in A ; in B : „In Quadragesima ; ad tertia" ; ahnlich in den 
meisten anderen Quellen. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



65 



64. In Quadragesiina. 

A d S e x t a m. 



1. Meridie orandura est, 
Christus deprecandus est, 
Ut iubeat nos edere 

De suo sancto corpore, 

2. Ut ille sit laudabilis 
In universo populo. 
Ipse caelorum dorainus, 
Qui sedet in altissimis, 



3. Det nobis auxiliurn 
Per angelos mirabiles, 
Qui semper nos custodiant 
In omni vita saeculi. 

4. Gloria tibi, trinitas, 
Aequalis una deitas 

Et ante omne saeculum 
Et nunc et in perpetuum. 



Collect. et Hymn. ms. Murbaeense (? Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. Iun. 25. A. — Collect. et Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. 
Cod. Parisin. 14088. B. — Hymn. ms. Bobiense saec. 10. Cod. Taurinen. 
G VII 18. C. — Hymn. ms. Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 5776. D. — 
Hy T mn. ms. Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. E. 
Hymn. ms. Farfense saec. 10 /n. Cod. Turiceu. Rhen. 91. F. — Brev. ms. 
Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. G. — Hymn. ms. Severiuianum 
saec. 10 /n. Cod. Vatican. 7172. H. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. 
Cod. Rossian. VIII 144. I. — Hymn. ms. S. Iohannis Laudunensis saec. 10. 
Cod. Bernen. 455. K. — Collect. ms. Sandionysianum saec. 11. (et 12.) Cod. 
Sangenovefian. 1186. L. — Collect. ms. S. Maximini Trevirensis saec. 10. 
Cod. Treviren. 592 (1404). M. — Hymn. ms. Campidunense saec. 10 /n. Cod. 
Turiceu. Rhen. 83. N. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum (Monasticum) saec. 
11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XH. O. — Collectar. et Hymn. ms. Exoniense 
(postea Episc. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. P. — Hymn. 
ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. Q. — Collectar. 
et Hymn. ms. Wintoniense (? Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi 
Cantabrigien. 391. R. — Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense saec. 10 /n. Cod. 
Londinen. Add. 37 517. S. — Varianten aus CHLRS nicht verzeichnet. 

1, 1 es B. — 1, 2 Christusque DIKOPQ. — 1 , 4 De fehlt E. — 2, 1 
Et D. — 2, 2 universis populis alle Hss. aufser ABMN. — 2, 3 Qui se 
caelorum K. —2,4 sedit B ; altissimi B. — 3, 1 Detque DIKOPQ (cfr. 
Variante zu 1, 2). — 3, 2 mirabilis B. — 3, 3 Qui nos semper N ; costodant 
B. — 3, 4 vita saecula BG. — Zur Doxologie vgl. vorhergehende Nummer. 

Titel fehlt in A; in B: „Ad sexta" und unter der Gruppe „In Quadra- 
gesimo" ; ahnlich in den anderen Quellen. — Der Hymnus scheint weniger 
Verbreitung gefunden zu haben als sein Pendant zur Terz. Sievers bemerkte 
sogar : „Nur in O (= A) erhalten" (1. c. pag. 45). 



65. In Quadragesima. 

Ad Sextam. 



1. Qua Christus hora sitiit, 
Crucem vel in qua subiit, 
Quos praestat in hac psallere, 
Ditet siti iustitiae. 

Blume, Thesauri hymnologici Hymnarium. 



Quibus sit et esuries, 
Quam ipse de se satiet. 
Crimen sit ut fastidiuin 
Virtusque desiderium. 



66 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



3. Charisma sancti spiritus 
Sic influat psallentibus, 
Ut carnis aestus frigeat 
Et mentis algor ferveat. 



4. Gloria tibi, trinitas. 
Aequalis una deitas 
Et ante omne saeculum 
Et nunc et in perpetuam. 



Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Hymn. ms. 
Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. B. — Hymn. ms. 
Farfense saec. 10 /n. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). C. — Brev. 
ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhenov. 82. D. — Hymn. ms. Veronense 
saec' ,0 /u. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). E. — Hymn. ms. Severinianum 
saec 10/ u. Cod. Vatican. 7172. F. (item Cod. Parisiu. 1092J. — Brev. ms. 
Montis Amiatini saec. I0 /ii. Cod. Casanaten. 1907. G. — Hymn. ms. 
Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 5776. H. — Brev. ms. S. Sofiae 
Beneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 4928. I. — Brev. ms. S. Eutychii 
Nursini saec. 11. Cod. Vallicellan. B 79. K. — Brev. ms. Benedictiuum 
(Italiae septentrion. aut Galliae meridion.) saec. 10. ex. Cod. privat. 
(K. W. Hiersemann). L. 

Trop. ms. Martialense anni 933 — 36. Cod. Parisin. 1240. add. saec. 10. 
M. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. N. — 
Psalt. et Hymn. ms. Marchianense saec. (9. et) 10. Cod. Duacen. 170. add. 
saec. 11. O. — Brev. ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 
11550. P. — Brev. ms. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. 
suppr. 524. Q. — Brev. ms. Sollemniacense saec. 12 /i3. Cod. Londinen. Harl. 



Hytnn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. Londinen. 
Vesp. D XII. add. saec. u /ia. S. — Brev. ms. Hispanicum saec. n /ia. Cod. 
Londinen. Add. 30848. T. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 12. in. Cod. 
Taricen. Rhen. 129. U. — Die Hss. FGIPRT sind nicht kollationiert. 

1, 2 in quam D s . — 1 , 8 Quod E; praestat inhic K. — 1. 4 iustitiam 
N. — 2, 1 esuriens AE. — 2, 2 De se quam ipse satiet ABD. — 2, 3 fastidio 
L. — 2, 4 desiderio LS. — 3,4 mentis ardor (!) N. — Von der Doxolopie 
durchweg nur 1 (A), 2 (MQU) oder 3 Anfangsworte ; fehlt ganz BD. — Titel : 
„Ad VI*™ in Quadragesima" ALN; ahnlich in den anderen Quellen. 

Bemerkenswert ist, dafs Deutsehland durch eine einzige Quelle und zwar 
erst aus dem Anfange des 12. Jahrh. vertreten ist. — Verhaltnismafsig viele 
jiingere gedruckte Breviere Frankreichs aus dem 15. u. 16. Jahrh. sind im 
Rep. Hymn. unter Nr. 15840 als Quellen angefiihrt. Ebendort wird Fortunatus 
als Auctor genannt ohne jedes Bedenken; diese Kenntnis ist sichtlich aus 
Daniel (1 , 169) geschopft , wo es heifst : „Fertur sub Fortunati nomine in 
Hymnario Thomasii," obgleich Thomasius mit keiner Silbe diesen Irrtum 
vertritt. Daniel verfing sich abermals in die von ihm selbst gestellte Schlinge. 



2928. R. 



66. In Quadragesiina. 

A d N o n a m. 



1. Ternis ter horis numerus 
Sacrae fldei panditur; 
Nunc trinitatis nomine 
Munus precemur veniae. 



3. Mors per crucem nunc interit, 
Et post tenebras lux redit ; 
Horror dehiscat criminum, 
Splendor nitescat mentium. 



2. Latronis, en, confessio 
Christi meretur gratiam, 
Laus nostra vel devotio 
Mercetur indulgentiam. 



4. Gloria tibi, trinitas, 
Aequalis una deitas 
Et ante omne saeculum 
Et nunc et in perpetuum. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



67 



A — U = Quellen des vorhergehenden Hymnus „(Jua Christus hora sitiit". 
— 1, 2 Fidei sacrae pangitur BD-. — 1, 3 Nunc korrig. aus Ut O. — 1, 4 
precamur BHMS; veniam N. — 2, 2 gratia BEM. — • 2, 4 meretur N (cfr. 
2, 2). — 3, 2 rediit CD'U — 3, 3 Orror N. — Boxologie wie bei der vor- 
hergehenden Nummer. — Durchweg ausdruckliche Bezeichnung „Ad IX am 
in XL a ." — Sichtlich stammen dieser und der vorausgehende Hymnus aus 
gleicher Feder; das legen nahe der Stil , der Reim, gleiche Strophenzahl, 
gleiche Verbreitung laut Quellen. Auffallend ist, dafs nicht auch hier Fortunat 
(natiirlich zu Unrecht) als Auctor aufgestellt wird, denn Thomasius teilt auf 
ganz gleiche Art diesen Hymnus mit unmittelbar nach ,,Qua Christus hora 
sitiit u \ nur Inkonsequenz hat die Hymnen Fortunats nicht um diese Nummer 
bereichert. 

6". In Quadragesima. 

Ad Vesperas. 



1. Sic ter quaternis trahitur 
Horis dies ad vesperum, 
Occasu sol praenuntians 
Noctem redire temporum. 

2. Nos ergo signo Doroini 
Tutemus casta pectora, 
Ne serpens ille callidus 
Intrandi temptet aditus; 



3. Sed armis pudicitiae 
Mens fulta vigil libere 
Sobrietate comite 

Hostem repellat improbum ; 

4. Sed nec ciborum crapula 
Tandem distendat corpora, 
Ne vi per somnura animam 
Ludificatam polluat. 



Collect. et Hymn. ms. Murbacense ('? Augiense) saec. (8 et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. Iun. 25. A. — Collect. Hymn. et ms. Corbeiense saec. 9. Cod. 
Parisin. 14088. B. — Collect. et Hymn. ms. S. Masiniini Trevirensis saec. 
10. Cod. Treviren. 592 (1404). C. — Rit. et. Hymn. Scheftlariense saec. 10. 
Clm. Monacen 17027. D. — Hymn. ms. Campiduuense saec. ,0 /ii. Cod. 
Turicen. Khen. 83. E. — Brev. ms. Sangallense saec. 10 'n. Cod. Sangallen. 
413. F. — Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. 
Cod. Turicen. Rnen. 97. G. — Hymn. et Prosar. ms. Fredeslariense saec. 11. 
Cod. Casselan. theol. IV 0 25. H. — 

Hymn. ms. S Iohannis Laudunensis saec. 10. Cod. Bernen. 455. I. — 
Hymn. ras. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. K. — Hymn. 
ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. L. — Collect. ms. Sandiony- 
sianum saec. 11. (et 12). Cod. Parisin. Sangeuovefian. 1186. M. — Hymn. 
ms. Bobiense saec. 10. Cod. Taurinen. G VII 18. N. — Hymn. ms. Bobiense 
saec. 11. Cod. Vatican. 5776. O. — Hymn. ms. Beneventanum saec. 10. ex. 
Cod. Vatiean. Ottob. 145. P. — Brev. ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 11. 
Cod. Vatican. 4928. Q. — Brev. ms. S. Eutychii Nursini saec. 11. Cod. 
Roman. Vallicell. B 79. R. — Hymn. ms. Severinianuin saec. ,0 /n. Cod. 
Vatican. 7172. S. — Hymn. ms. Farfense saec. I0 /n. Cod. Turicen. Rhen. 
91. T. — Brev. ms Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhenov. 82. — U. Hymn. 
ms. Veronense saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). V. — Hymn. ms. 
Anglo-Saxonicum !Monasticum) saec. 11. in Cod. Londinen. Vesp. D XII. 
X. — Collectar. et Hymn. ms. Exoniense (postea Episc. Leofric) saec 11. 
Cod. Londinen. Harl 2961. Y. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. 
Capit. Dunelmen B III 32. Z. — Hynin. ms. Cantuariense saec. ,0 /n. Cod. 
Londinen. Add. 37 517. a. 

1, 1 Jam ter KLR, Si ter O; Initiale fehlt B; traditur K. — 1, 3 Occasu 
A (in B uulesbar), Occasum CGHIRUXYZ; pronuntians BCEFGHOPTUXZ, 

5* 



68 



Pars I. Hymni antiquissimi saee. V. — XI. 



pronuntiatY, praenuntiatKR. — 1, 4Noctis r. tempora alle Quellenaufser ABT. — 
2, 2 Tundimus AB, Tundamus CEHT, Tutemur korrig. aus Tundamus D: nostra 
pectora I, claustra pectoris KR, claustra pectorum GOPXZ, claustra pecca- 
torum U. — 2, 4 adtemptet AEF; aditum KPRUXYZ, additos B. — 3, 1 
armis paenitentiae C. — 3, 2 liberis ABF, libera G, liberet Y. — 3, 3 Sobrie- 
tatem BCRY; comitem BC. — 4, 1 Si I; Sed ne ETU. — 4, 2 destentat B, 
distentat G, distentet PUXYZ, distendant O. — 4, 3 Nec I; vim BO; anima 
B, animas L — 4, 4 Glorifica B, Glorificata AY, Glorificatam CEGHOYZ, 
Ludificatas L — Doxologie fehlt ABC; Gloria tibi trinitas etc. OPRTUXYZ; 
Praesta beata trinitas GK; Gloria Deo sit patri i Gloria unigenito j Una cum 
sancto spiritu | In sempiterna saecula DEFH; Deo patri L — Yarianten aus 
LMNQSa nicht verzeichnet. 

Der unverrnittelte Anfang „Sic" mag Anlafs gewesen sein fiir die Um- 
iinderung in „Jam u (s. Varianten zu 1, 1); auf gleichem Grund diirfte die 
Erscheinung beruhen, dafs in FG u. V eine einleitende Strophe voraus- 
geschickt wurde (vgl. Anal. H. XI, Nr. 17): 

Ut nox tenebris obsita i Aequans per horas tempora 
Ternis quater successibus | Reddit diem mortalibus. 

In K sind zwischen Strophe 1 und 2 drei weitere eingesehoben, wo- 
durch die Beziehung zur Fastenzeit hervorgekehrt wird (s. Anal. Hymn. II, 
84). Fiir diese Zeit wurde namlich der Hymnus verwendet: „In Quadragesimo 
ad Nona" B; ,,Dom. II. in XL" G; „In XL ad Vesper." I; „Ad Vesp. in 
Quadrages." N; ,Sabbato ante domin. III. ad vesp." O; u. iihnliches. Der 
Inhalt der 1. Strophe weist deutlieh auf die Vesper. 



68. In Quadragesima. 

Ad Vesperas. 



1. Ecce, tempus idoneum 
Medicinae peccaminum, 
Quibus Deum offendimus 
Corde, verbis, operibus ; 

2. Q.ui pius ac propitius 
Nobis pepercit hactenus, 

Ne nos cum nostris perderet 
Tantis iniquitatibus. 



3. Hunc igitur ieiuniis 
Cum precibus et lacrimis 
Multisque bonis aliis 
Placemus devotissimi, 

4. Ut nos a cunctis sordibus 
Purgans ornet virtutibus 
Angelicis et coetibus 
Coniungat in caelestibus. 



5. Sit benedictus genitor 
Eiusque unigenitus 
Cum spiritu paraclito 
Trinus et unus Dominus. 

Collect. ms. S. Albini Andegavensis saec. 10. Cod. Andegaven. 278 
(269). add. saec. 10 /n. A. — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 
11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. add. saec. 12. ex. B. — Psalt. ms. 
Cantuariense saec. 13. Cod. Oxonien. Laud. lat. 95. C. — Psalt. ms. 
Anglicum (Monasticum; Wintoniense?) saec. 14. Cod. Sangallen. 26. D. — 
Fragment. ms. Hymnarii saec. 13/ i4 (illigatum Collect. ms. Rebdorfensi saec. 15). 
Clm. Monacen. 15222. E. — Brev. ms. Pragense saec. 14. Cod. Mus. Bohem. 
XIV E 13. F. — Brev. ms. Pragense saec. 14. (et 15). Cod. Pragen. VI F 



B. Hymni de Tempore Proprii 



09 



12 a. G. — Viat. ms. Johan. Noviforensis saec. 14. Cod. Mus. Bohem. 
XIII A 12. H. — Brev. ms. Trebonense saec. 15. Cod. Pragen. VI F 12 b. H. 
— Brev. ms. Pragense saec. 15. Cod. S. Danielis 167. I. — Brev. ms. Carmeli 
in Freistadt saec. 15. Cod. Wratislavien. I. O 72. K. — Brev. ms. Nurem- 
bergense anni 1412. Cod. ivit. Nurembergen. VII 43. L. 

1, 1 Ecce nunc tempus EHL. — 1, 2 Medicina E. — 1, 4 ore (st. ver- 
bis) E. — 2, 1 pius et A. — 2, 2 [Nobis pej percit. L. — 3, 1 Nunc. IL, 
Huic F — 3, 3 Cunctisque EFGIL. — 3, 4 Placeamus FI. — 4, 2 Purget 
D. — 4, 3 ac E. — 5, 2 Et eius A. — 5, 4 Qui es trinus et unus L. ; et 
fehlt E. — In F — I ist der Hymnus zur Noctum in der Fastenzeit ver- 
wendet. — Da alte Quellen fiir diesen Hymnus fast ganz versagen, mufste 
ich jiingere herbeiziehen ; einzelne gedruckte Breviere im Repert. Hymnol. 
Nr. 5195. 



69. In Quadragesima. 



1. Summe salvator oranium 
Indultor et peccaminum, 
Iesu, quadragenarii 
Consecrator ieiunii, 

2. Da pectoris munditiam, 
Corporis castimoniam, 
Ne valeat irrumpere 
Corruptor pudicitiae, 

3. Qui protoplastum vetito 
Illiciens edulio 

In huius vitae torridum 
Detruserat ergastulum. 



4. Nos filii ecclesiae 

Tuo redempti sanguine 
Voce precamur humili, 
Ne pereamus miseri. 

5. Sana languentum vulnera, 
Dum restringuntur corpora, 
Dele virus malitiae 
Medela parcimoniae, 

6. Sicut in sterquilinio 
Benignitatis oculo 
Dignatus es revisere 
Job in favilla et cinere. 



7. Praesta, pater, per filium, 
Praesta per almum spiritum, 
Cum his per aevum triplici 
Unus Deus cognomine. 



Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. — 
Zu 1, 3 sq. cfr. „Iesu quadragenariae | Dicator abstinentiae" (Nr. 58; eben- 
dort und in Nrr. 56 und 57 „parcimonia", wie hier 5, 4). — Titel nur: „Item 
ymnus", aber unter den Fastenhymnen. 



70. In Passione Domini. 

Ad 1. Vesperas. 



1. Rex angelorum praepotens, 
Qui sponte pauper factus es, 
Ut nos per aevum divites 
In aethre tecum poneres, 



2. Largire nobis prospera 
Crucis sacra sollemnia 
Gratesque da persolvere 
Magnae tuae clementiae. 



70 



Pars L Hymni antiquissimi saee. V. — XI. 



3. Qui sustinens opprobria, 
Fel, vincla, sputa, verbera 
Mortemque nobis perpetim 
Yitae parasti gloriam, 



5. Te cum patre piissimo 
Simulque sancto spiritu 
Inferna, terrae, sidera 
Tremunt , adorant, concinunt. 



4. Nunc clarus in regno tuo 
Nostri memento, quaesumus, 
Et cum latrone perfrui 
Da paradisi gaudiis. 



6. Laus sit tonanti Domino, 
Doxa sit tibi filio, 
Christo, cum sancto spiritu 
Et nunc et in perpetuum. 



Hymn. ms. Severinianum saec. ,0 /n. Cod. Vatiean. 7172. A. — Hymn. 
ms. Veronense saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). B. — Psalt. et 
Hymn. ms. Veronense saec. 12 /i3. Cod. Capit. Verouen. CVIII (101). C. — 
Psalt et Hymn. ms. Veronense saec. 12 /i3. Cod. Capit. Veronen. CIII (96 *). 
D. — Hymn. ms. Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 5776. E. — Collectar. 
et Hymn. ms. Exoniense (postea Ep. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. 
Harl. 2961. F. — Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Ambianen. 131. G. — 
Brev. ms. Canon. s. Augustini saec. 13. Cod. Vindobonen. 1717. H. — G 
ist nicht vergliehen. 

1, 3 in aevum CDEH. — 1, 4 In aethere componeres B, Tecum 
in aethere poneres H. — 3, 3 Morteque B; noli (statt nobis) H; perpetis 
CH. — 3, 4 parasti praemia D. — 4, 1 Hunc E. — 4, 2 Memento nostri 
A. — 4. 4 gaudii E. — 5, 1 sq. Tecum patrem piissimum | Simulque sanc- 
tum spiritum. B. — 5,2 Sancto simulque A. — 5, 3 terra E; sidera fehlt 
A. — 5, 4 Tremact adorent concinant A ; dies wiirde den Reim wahren, der 
jedoch auch 3, 3 nieht gewahrt ist. — Str. 6 nur in A; ist vielleicht ein 
Zusatz, da schon Str. 5 eine Art Doxologie ist. 

Wie die geringe Anzahl der Quellen nahelegt, ist der Hymnus wenig 
verbreitet gewesen: nur drei gedruckte Breviere Frankreichs zitiert das 
Kep. Hymn. Nr. 17 398. 



71. In Passione Domuii. 

Ad Xocturnas. 



1. Auctor salutis unicus, 
Mundi redemptor inclitus, 
Tu Christe, nobis adnue 
Crucis fecundae gloriam. 



Xunc in parentis dextera 
Sacrata fulgens victima, 
Audi, precamur, vivido 
Tuo redemptos sanguine, 



2. Tu sputa, colaphos, vincula 
Et dira passus verbera 
Crucem volens ascenderas 
Nostrae salutis gratia. 



5. Quo te sequentes omnibus 
Morum processu saeculis 
Adversus omne scandalum 
Crucis feramus labarum. 



3. Hinc morte mortcm diruens 
Vitamque vita largiens 
Mortis ministrum subdolum 
Deviceras diabolum. 



6. Te summa, Deus, trinitas 
Collaudat omnis spiritus, 
Quos per crucis mysterium 
Salvas, regis per saecula. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



71 



Brev. ms. Sangallense saec. 10 /n. Cod. Sangallen. 413. A. — Trop. et 
Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 
97. B. — Hymn. et Sequent. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Cassellan. 
theol. IV. 25. C. — Brev. ms. Secoviense saee. n /i2. Cod. Graecen. 770. 
D. — Brev. ms. Secoviense saec. 12. Cod. Graecen. 763. E. — Hymn. ms. 
Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhen. 129. P. — Brev. ms. Pruv- 
ningense saec. 12. Cod. Vindobonen. 1826. add. saec. 13. G. — Diurn. et 
Hymn. ms. Scheftlariense saec. 12. Clm. Monacen. 17 024. H. — Matutin. 
ms. Admontense anni 1180. Cod. Admonten. 18. I. — Brev. ms. Gengibacense 
saec. 13. Cod. Carolsruhan. Geo. 22. K. 

Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense saec. ,0 /n. Cod. Londinen. Add. 
37517. L. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. 10 /n. Cod. Londinen. Iul. 
A VI. (Paraphrase). M. — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. 
in. Cod. Londinen. Vesp. D. XII. N. — ■ Collectar. et Hymn. ms. Exoniense 
(postea Episc. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. O. — Hymn. 
ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. P. — Rit. ms. 
Dunelmense saec. 9. 10. 11. Cod. Capit. Dunelmen. A IV 19. add. saec. 9 /io. 
Q. — Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense (Vigorniense ?) saec. 11. Cod. 
Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. R. — Hymn. ms. Veronense saec. 10 /n. 
Cod. Capit. Veronen. CIX (102). S. — L Q u. R sind nicht kollationiert. 

1, 1 unice AB 1 . — 1,2 inclite AB^NO; (vielleicht ist 1, 1 u. 1, 2 die 
Form auf — e das Urspriingliche). — 1, 3 annua A, annuam B'NOP. — 1, 4 
secunda ACNOP, secundae F, secundam R, fecunda B 1 ; vielleicht ist die nicht 
schlecht verbiirgte Lesart „seeunda" (als Imperativ von secundare) als das 
Richtigere aufzunehmen und demnach zu lesen unter Wahrung des Reimes: 
Tu Christe nobis annuam | Crucis secunda gloriam. 

2, 1 colophos S, colaphas N, calofos O. — 2, 3 ascendere AB 2 I ; ascenderas 
fehlt G. — 2, 4 gratiam H. — 3, 1 mortem morte H. — 3, 2 Vitaque vitam 
AK. — 3, 4 De vinceras R. — 4, 2 fulges B 2 DEGHIKS — 4, 4 redempto 
S. — Str. 5 nur in ABNOP, d. i. in den altesten Quellen. — 5, 1 omnium 
A. — 5, 2 saeculi AO; man beachte, dafs hier der Reim nicht gewahrt ist, 
wie auch nicht in 1, 3 u. 4. — Doxologie in ANOP: Praesta beata trinitas. 
In CIIIK nur die Anfangsworte der Doxologie. — 6, 4 rege DG, regens E. 

Es fallt auf, dafs Frankreiclt durch keine, Itaiien nur durch eine Quelle 
vertreten ist (vgl. die iihnliche Erscheinung bei Nr. 73. Ob der Cod. Capit. 
Veronen. CIX also wohl sicher italienischen Ursprunges ist?) — Die liturg. 
Verwendung des Hymnus ist nicht nur „de Passione", sondern auch, wie in 
R, fiir Dominica in ramis palmarum". — In Anal. Hymn. IV (S. 22)istder 
Hymnus nur aus zwei Quellen des 15. Jahrh. mitgeteilt als „de corona 
spinea". 



72. In Passione Domini. 

Ad Matutinas Laudes. 



1. Rex , Christe, factor omnium 
Redemptor et eredentium, 
Placare votis supplicum 

Te laudibus colentium. 

2. Cuius benigna gratia 
Crucis per alma vulnera 
"Virtute solvit ardua 
Primi parentis vincula ; 



3. Qui es creator siderum, 
Tegmen subisti carneum 
Dignatus hanc vilissimam 
Pati doloris formulam. 

4. Ligatus es, ut solveres 
Mundi ruentis complices 
Per probra tergens crimina, 
Quae mundus auxit pluriraa. 



72 



Pars L Hymni antiquissimi saee V.— XI. 



5. Cruci, rcdemptor. figeris, 



Tradis potentem spiritum, 
Nigrescit atque saeculum. 



Terram sed omnem concutis, 



6. Mox in paternae gloriae 
Yictor resplendens culmine, 
Cum spiritus munimine 
Defende nos, rex optime. 



Rit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen. 17027. A. 

— Diurn. et Hymu. ms. Scheftlariense saec. 12. Clm. Monacen. 17024. B. 

— Brev. ms. Sangallense saec. ,0 /n. Cod. Sangallen. 387. C. — Brev. ms. 
Sangallense saec. 10 ii. Cod. Sangallen. 413. D. — Hymn. ms. Sangallense 
(?) saec. 11. Cod. Berolinen. VIII 0 1. E. — Hymn. et Sequent. ms. Fre- 
deslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. theol. IV 0 25. F. — Hymn. ms. 
Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhen. 129. G. — Brev. ms. Superioris 
Altahae saec. 12. Clm. Monacen. 9633. H. — Matutin. ms. Admontense anni 
1180. Cod. Admonten. 18. I. — Psalt ms. Turicense saec. ,2 /i3. Cod. Civ. 
Turicen. C 63. K. — Brev. ms. Gengibacense saec. 13. Cod. Carolsruhan. 
Geo. 22. L. — Brev. ms. Sehwarzacense saec. 13. Cod. Carolsruhan. Schw. 
2. M. — Diurn. ms. Schaffhusiense saec. 14. Cod. Turicen. Rhen. 133. N. 

Hymn. ms. Severinianum saec. 10 /ii. Cod. Vatican. 7172. O. — Hymn. 
ms. Veronense saee. 10 /u. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). P. — Collectar. 
et Hymn. ms. Exoniense (postea Ep. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 
2961. Q. — Varianten aus EKQ nicht verzeichnet. 

2, 1 Huius L. — 2, 3 solvit cordua (!) O. — Str. 2 und 3 umgestellt 
H. — 3, 3 Dignatus hoc CD. —4,2 ruenti O. — 6, 1 Vox P. — 6, 3 
spiritu P. — Titel: „In Palmis" H; „In Crucis inventione" C; sonst ver- 
wendet in Passione D' u. zwar durchweg ad Laudes, in D aber ad Vesperas. 

— Wie die handschriftlichen Quellen, so sind auch die gedruckten Kreviere 
des 15. u. 16. Jahrhuuderts , welche diesen Hymnus aufweisen, fast nur 
deutsche. — Als Verfasser gilt falschlich vielfach Gregor d. Gr. 



73. In Passione Domini. 



1. Amorem sensus erige 
Ad te, largitor veniae, 
Ut fias clemens cordibus 
Purgatis inde sordibus. 



5. 



Externi huc advenimus, 
In exsilio gemimus ; 



Tu portus es et patria, 
Duc nos ad vitae atria. 



2. Benigne, multum, Domine, 
Tu lapsum scis in homine ; 
Infirma est materia, 
Versamur in miseria. 



6. 



Felix, quae sitit, caritas, 
Te fontem vitae, veritas; 
Beati valde oculi 
Te speculantis populi. 



3. Causa tibi sat agnita, 
Nulla mens est incognita. 
Aufer a nobis omnia 
Fallentis mundi somnia. 



7. 



Grandis est tibi gloria 
Tuae laudis memoria, 
Quam sine fine celebrant, 
Qui cor ab imis elevant. 



4. Dives, pauper effectus es. 
Pro nobis crucifixus es, 
Lavans ex tuo latere 
Nos munda vita vetere. 



8. 



Praesta in tuo nomine 
Sine quo labor deficit 
Et digne nihil efficit. 



Hoc ut possimus, Dornine. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 73 



Hymn. ms. Veronense V saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). A. — 
Brev. ms. Secoviense iMonial.) saec. n /i2. Cod. Graecen. 770. B. — Brev. 
ms. Secoviense (Monial.) saec. 12. Cod. Graeceu. 1550. C. — Brev. ms. Se- 
coviense (Monial.) saec. 14. in. Cod. Graecen. 789. D. — Psalt. et Oration. 
ms. Secoviense saec. 12. Cod. Graecen 1202. E. — Diurn. et Hyinn. ms. 
Scheftlariense saec. 12. Clm. Monacen. 17 024. F. — Brev. ms. Sangallense saec. 
10 /n. Cod. Sangallen. 413. add. saec. 13 /i4. G. — Brev. ms. Emmeramense 
saec. 13 /u. Clm Monacen. 14741. H. — Hymn. ms. incert. origin. saec. 14. 
Cod. Londinen. Arund. 340. I. — Oration. ms. Erfordiense saec. 15. (Privat- 
besitz). K. J — Brev. ms. Turicense saec. 15. Cod. Sangallen. 526. L. — 
Diurn. et Hymn. ms. Benedictin. Suecicum saec. 15. Cod. Upsalen. C 477. 
M. — Varianten aus ILM nicht verzeichnet. 

2, 4 Versatur K. — 3, 1 tibi sit G. — 3, 2 est fehlt G. — 3, 3 noxia 
(statt omnia) G. — 4, 3 Lavans de F, Lavans a ACD. — 5, 2 In hoc ex- 
silio B. — 5,4 vitae gaudia G. — Str. 6 — 8 fehlen A. — 6, 2 Et fontem 
G. — 7 , 1 tibi Domine (statt gloria) BDE , unleserlich in C ; ist gegen den 
Reim. — 7, 2 laudi C. — 7, 3 fine praedicant K. — 8, 4 Quo digne BCDE ; 
Et nihil digne FG. In C und D folgt als Doxologie: 

Sit, Christe, rex piissime | Tibi patrique gloria, 
Cum spiritu paraclito | Et nunc et in perpetuum. 
Beachtenswert ist, dafs neben den manchen deutsehen Quellen nur eine 
aus einem anderen Lande und zwar eine italienische(?) auffindbar war, ah- 
gesehen von der jungen schwedischen. Mone (1 , 97) meint, der Hymnus sei 
„schwerlich in Teutschland gemacht, sondern in einem romanischen Lande 
und hochstens im 12. Jahrh." Gegen letzteres spricht schon das Alter der 
Quelle A. Das Repert. Hymn. (Nr. 1018) nennt zwei gedruckte Breviere von 
Konstanz und Havelberg (wieder zwei deutsche) als Quellen. — Vielleicht 
hatte der Abecedar urspriinglich noch eine Fortsetzung. 



74. In Dominica Palmaruin. 

A d P r o c e s s i o n e m. 



1. Magnum salutis gaudium, 
Laetetur omne saeculum ! 
Iesus, redemptor gentium, 
Sanavit orbem languidum. 

2. Sex ante Paschae ferias 
Advenit in Bethaniam, 
Ubi pie post triduum 
Resuscitavit Lazarum. 

3. Nardi Maria pistici 
Sumpsit libram mox optimi, 
TJnxit beatos Domini 
Pedes rigando lacrimis. 

4. Post haec iugalis asinae 
Iesus, supernus arbiter, 
Pullo sedebat, inclitam 
Pergebat Hierosolymam. 



5. 0 quam stupenda pietas, 
Mira Dei clementia! 
Sessor aselli tieri 
Dignatur auctor saeculi. 

6. Olim propheta praescius 
Praedixit almo spiritu : 
„Exsulta", dicens, „filia 

' Sion, satis et iubila ; 

7. Rex, ecce, tuus humilis, 
Noli timere, veniet 
Pullo iugalis residens, 
Tibi benignus patiens." 

8. Ramos virentes sumpserat 
Palma recisos tenera 
Turba, processit obviam 
Regi perenni plurima. 



74 



Para I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



9. Coetus sequens et praevius 
Sanctoque plenus spiritu 
Clamabat : „In altissimis 
Hosanna David tilio!" 

1 0. Quidam salutis propriis 
Viam tegebant vestibus, 
Pluresque flores candidum 
Iter parabant Domino, 



11. Ad cuius omnis civitas 
Commota ingressum tremuit, 
Hebraea proles aurea 
Laudes ferebat debitas. 

12. Nos ergo tanto iudici 
Curramus omnes obviam, 
Palmas gerentes gloriae 
Mente canamus sobria: 



13. Honor, decus, imperium 
Sit trinitati unicae, 
Patri, nato, paraclito 
Per infinita saecula. 

Martyrol. et Hymn. ms. Modoetinum (?) saec. 9. Cod. Capit. Veronen. 
XC (85). A. — Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. B. — 
Manuale ms. Mediolanense saec. 10. Cod. Ambrosiau. T 103 sup. C. — 
Manuale ms. Mediolanense anni 1188. Cod. Ambrosian. A 189 inf. D. — 
Hymn. ms. Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. E. — 
Hymn. ms. Severinianum saec. 10 /n. Cod. Vatican. 7172. F. — Hymn. ms. 
Farfense saec. 10 u. Cod. Turicen. Rhen. 91. G. — Brev. ms. Farfense saec. 
11. Cod. Turicen. Ehen. 82. H. — Trop. ms. Eporediense anni 1001—1011. 
Cod. Capit. Eporedien. 60. I. — Grad. ms. Comense saec. 11. Cod. Capit. 
Vercellen. 186. K. — Ordo ms. Romanus saec. 11. Cod. Vallicellan. D 5. 
L. — Hymn. ms. incert. origin. saec. 11. Cod. Capit. Lucen. s. n. M. — 
Psalt. et Hymn. ms. S. Sophiae Beneventanae saec. 11. Cod. Neapolitan. 
VI E 43. N. — Brev. ms. Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Medio- 
lanen. 155. O. — Miss. ms. Ticinensef?) saec. 11. Cod. Ambrosian. L 77 
sup. P. — Antiphon. ms. S. Victoris ad Theatrum saec. 12. Cod. Ambrosian. 
A 1 inf. Q. — Trop. ros. Vercellense saec. 11. Cod. Capit. Vercellen. 146. 
add. saec. 13. R. — Diurn. ms. Vallisumbrosanum(? Pulsanense) saec. 12 /is. 
Cod. Vatican. Palat. 30. S. — Grad. ms. Mosacense saec. 13. ex. Cod. 
Archiep. Utinen. VIII 0 2. T. — Trop. et Sequent. ms. Civitatense saec. 14. 
Cod. Civitaten. 56 (20). U. — Miss. ms. Comense anni 1401. Cod. Ambrosian. 
H 247 inf. X. 

Sacrament. ms. Andecense saec. 9. Clm. Monacen. 3005. Y. — Collect. 
ms. Hymnorum et Carminum Sangallense(?) saec. 10. in. Cod. Bruxellen. 
1351 (,8860 — 67). Z. — Trop. ms. Cremifanense saec. 12. Cod. Cremifanen. 
309. a. — Hymn. ms. Monasterii Parisiensis saec. 12. Cod. Colmarien. 442. 
b. — Collect. ms. Scheftlariense saec. 12. Clm. Monacen. 17 174. add. saec. 
13. C. — Brev. ms. Altovadense saec. 14. in. Cod. Altovaden. CV. d. — 
Antiphon. ms. Hilariense saec. 14. Cod. Hilarien. 1 (B I). e. — Antiphon. 
ms. Hilarieuse saec, 14. Cod. Hilarien. 3. f. — Collect. ms. Alrispacense 
saec. 15. Clm. Monacen. 2840. g. — Psalt. et Hymn. ms. S. Andreae de 
Bornholm (Norfolk) saec. 14. in. Cod. Oxonien. Ashm. 1523. h. — Hymn. 
ms. Neerlandicum saec. 15. ex. Cod. Univ. Cantabrigien. Nn IV 11. i. — 
Process. ms. incert. origin. saec. 16. ' Cod. Vatican. Palat. 553. k. 

1, 1 Magno salutis gaudio BEFGHMNSUX b. — 1, 3 redemptor omnium 
GILMRSZ k. — 1. 4 Salvavit X, Sauabat a. — 2, 1 Pascha G 2 a: feria T, 
feriae P. — 2, 2 Bethania MQ — TXY b ; Bethanie P. — Nach Str. 2 schiebt 
F ein: 

Si hic fuisses, Dominus, Currunt videre Lazarum, 

Lazarus adhuc viveret Qui fuerat iam mortuus, 

Quatriduanus iam foetet Sedentem cum discipulis, 

In monumento positus. Loquente[m] cum apostolis. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



75 



3, 1 Nardo L; pistice KLMX k. — 3, 2 libra RY; optimam A a. — 3, 3 
beato Domino Z. — ■ 3, 4 Sedes(!) Y. — Naeh 3, 4 fiigt P noch bei : Et de- 
tergendo crinibus. — In E ist nach Str. 3 eine nachtraglich wieder aus- 
radierte Strophe eingeschoben; aus den noch lesbaren Resten ist ersichtlich, 
dafs sie gleich ist der Strophe „Currunt videre Lazarum etc." (s. die Ein- 
schiebsel in F nach Str. 2). — 4, 1 pagalis asinae XMS k. — 4, 2 supernum 
Y, aeternus U a. — 4, 3 Pullum BEFGHNQRYZ a (diirfte die urspl. Lesart 
sein) , pullos K; inclite R, inclitus a, incliti k. — 4,4 Pergendo L k. — 
5, 2 Dei poteutia X. — 5, 4 Dignatus IX a, Dignator L. — Str. 7 und 8 
fehlen a. — 6, 1 propheta praesidis R, pristinus k. — 6, 2 almi A; spiri- 
tus Y. — 6, 4 iubilans k. — Nach Str. 6: Divisio N. — 7,2 veniens 
L. — 7, 3 Pullum CKR (cfr. 4, 3); iugali AIMPQT k; praesidens b. 

Nach Str. 7: Divisio MS; Str. 8—11 fehlen k. — 8, 1 sumpsere U a. 

— 8, 2 Palmos Y, Palmo K, Palmas L, Palmam T; recisa DR, recisas Y, 
recidit L; teneras L a, tenerat K. — 8, 3 praecessit Y, procedens L. — 

8, 4 perenni Domino (st plurima) MTU. — 8, 3 und 4 fehlen a; statt deren 
..Exsulta dicit Sion satis iubila" (cfr. 6, 3 sq). — Str. 9 — 11 fehlen U. — 

9, 1 Letus K; hic praevius T. — 9, 2 Sancto L, Sanctaque K, Sancto re- 
pletus E; pleno BSY; spiritus K. — 9, 3 Clamabant Y; altissimi Y, altissimo 
KS (wiirde den Reim wahren, der aber auch 10, 2 und 11, 2 fehlt). — 9, 4 
Dei filio X: filius I. — 10, 1 Quedam K; solutis B — FHLNOQS b, silitis;!) 
Z, salutem Y ; tropheis (st. propriis) ACDKMOPRTXZ, tropheus I, stropheis Q b. 

— 10, 2VitamL; tegebat GK. (Konstruktion von 10, 1 und 2: Viam salutis 
tegebant propriis vestibus. Die Lesart „tropaeis resp. tropheis" verstofst, 
abgesehen von der Schwierigkeit einer annehmbaren Interpretation , gegen 
den sonst gewahrten Rhvthmus). — 10, 3 Palmumque flores candidos Z; flores 
ALPRSYZ; die iibrigen Hss. „flore" ; condidos X. candida IP, candidum nur 
A. — 11, 2 Cuncta (st. Commota) Z: ingressu BKLMNPRX, ingressus OQ; 
lngressu mota tremuit T; Mota ingressum trumuit A. — 11, 3 prolis AIOP, 
prores(!) Y. — 11, 4 ferebant APY: Domino (st. debitas) C. — 12, 1 Nos ergo 
sui famuli IPZ a; tanti Y: iudicis AK. — 12, 2 Omnes curramus EHZ; 
Curramus omnem Y. — 12, 3 Palmam DFS ; gerendo L, regentes Y; gloriam 
U b, gloria A; Preces poscamus Domino IP a. — 12, 4 canemus X, canentes 
k ; canamus gloriam a — 13, 2 trinitatis EFKLPRY. — 13, 4 In sempiterna 
EKQ ; In infinita BEFN. 

In U dient Str. 1 nach jeder Strophe als Refrain; in K und L sind 
nach der 1. Strophe die Verse 1, 1 und 2, nach der 2. Strophe die Verse 
1, 3 und 4 als Refrain vermerkt. 

Die Kollation von IKLMPRSX k verdanke ich Rev. Bannister , jene 
von A dem Prafekten der Biblioteca Capitolare di Verona ; die Varianten 
aus C — i habe ich iibergangen. — K bezeichnet diesen Prozessionshymnus als 
„Versus domni Theodolfi"; sollte da nicht eine Verwechslung mit dem 
Prozessionshymnus ^Gloria laus et honor" (Anal. Hymn. L, 160) unter- 
laufen sein? An Theodulf, Bischof ron Orleans, kann man schon angesichts 
der Quellen, von denen keine nach Frankreich verweist, schwerlich denken. 

— Grundlos wird Gregor d. Gr. ab und zu als Verfasser genannt. — Daniels 
Behauptung (1 , 180), Tommasi schreibe Str. 1 — 7 Gregor dem Gr., den Rest 
Fortunatus zu, ist vollig unrichtig; es folgen bei Tommasi: „Maano sahttis 
gaudio"; „Ramos virentes sumjjserat" ; „Gloria laus ethonor"; zu ersterem 
bemerkt er: „Ambrosianum", zum zweiten ; „Divisio" ; zum dritten: „Theo- 
dulfi Aurelianen. Ep." — Titel in A: Verso de symbolo." 

In einem Brev. ms. Cisterciense saec. 15. Cod. Vatic. 6244 ist Str. 1 — 3 
f Doxologie auf Maria Magdalena angewendet. — Nur mit Str. 3 und Doxo- 
logie begniigte man sich fiir das gleiche Fest in anderen Brevieren, von 
denen mehrere Chevalier im Rep. Hymn. unter Nr. 11846 anfuhrt; daher der 
Hymnenanfang „Nardi Maria pistici". So noch im Brer. Bomanum imp. 
1478; die Ausgabe von 1632 an hat dafiir die durch die „Correctoren" ge- 
schaffene Form: Maria castis osculis \ Lambit Dei vestigia, | Fletu rigat 
tergit comis, Detersa nardo perlinit. — Aus diesen Resten erkennt man kaum 
noch das stattliehe Original. 



76 



Pars I. Hymni anti<]uissimi saec. V — XI. 



7."). In Cena Domini. 



1. Hymnum dicamus Domino, 
Laudes Deo cam cantico, 
Qui nos crucis patibulo 
Suo redemit sanguine. 

2. Die decursa ad vespernm, 
Qua Christus morti traditur, 
Ad cenam venit impius, 

Qui erat Christi proditor. 

3. Iesus futura nuntiat 
Cenantibus discipulis : 

.. Unus ex discumbentibus 
Ipse me traditurus est." 

4. Iudas, mercator pessimus, 
Osculo petit Dominum : 
Ille ut agnus innocens 
Isou negat Iudae osculum. 



( . 



Denariorum numero 
Christus Iudaeis traditur 
Innocens et innoxius, 
Quem Iudas tradit impius. 

Praeses Pilatus proclamat: 
„Nullam culpam invenio" ; 
Ablutis aqua manibus 
Christum Iudaeis tradidit. 

Fallaces Iudaei impii 
Latronem petunt vivere, 
Christum accusant graviter: 
„Crucifigatur, reus est." 

Barrabas dimittitur, 
Qui reus mortis fuerat ; 
Vita mundi suspenditur, 
Per quem resurgunt mortui. 



Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 83. A. — 
Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. B. — Ma- 
nuale ms. Mediolanense saec. 10. Cod. Ambrosian. T 103 sup. C. — Manuale 
ms. Mediolanense anni 1118. Cod. Ambrosian. A 189 inf. D. — Psalt. et 
Hymn. ms. S. lacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. E. — Brev. 
ms. Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Mediolanen. 155. F. — Antiphon. 
ms. S. Victoris ad Theatrum saec. 12. Cod. Ambrosian. A 1 inf. G. — Brev. 
ms. Ebraceuse saec. 12. Cod. Wirceburgen. Mp. th. Fol. 110. H. — Antiphon. 
ms. Lucidae Vallis saec. 13. Cod. Carolsruhan. Licht. 5. I. — Hymn. ms. 
Monasterii Parisiensis saec. 12. Cod. Colmarien. 442. J. — Eit. et Hymn. 
ms. Cisterciense saec. 14. in. Clm. Monacen. 3423. K. — Brev. ms. Cellae 
Principum saec. 14. Clm. Monacen. 7209. — Collect. ms. Alrispacensc saec. 
15. Clm. Monacen. 2840. M. 

Hymn. ms. Beueventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. N. — 
Hymn. ms. Severiuianum saec. 10 /n. Cod. Vatican. 7172. O. — Hymn. ms. 
Veronense saec. ]0 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). P. — Hymn. ms. 
Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 5776. Q. — Hymn. ms. Farfense saec. 
10 /n. Cod. Turieen. Rhen. 91. R. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Tu- 
ricen. Rhen. 82. S. — Psalt. et Hymn. ms. Tridentinum saec. (12. et) 13. 
(Privatbesitz) T. 

1. 2 Fratres Deo cum cantico NORS. — Nach Str. 1 schiebt O folgende 
ungeniefsbare Strophen, die vielleicht vom Schreiber entstellt sind, ein: 

a) Ex unius discipuli c) Iudaei dantes pretium 
Iudas vocatur nomine Triginta argenteos 

Cum Iudaeis consilium Pretium propter Dominum, 

Egisse contra Domiuum. Redemptorem omuium. 

b) Postulabat ille pretium d) Dicentes enim impium : 
Loi|uens ad eos taliter: Quid nobis erit in signum'? 
Quid enim mihi dabitis, Inter suos discipulos 

Ut eum vobis traderem? Non est a nobis agnitus. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



77 



e) Dicentes enim Scharioth 
Ergo tendentes: Vespero 
Quem ego osculavero, 
Ipse est Dei filius. 

2, 1 Diei cursu N, Diei cursus OPQRS; Die decurso HJKLMT; vespero 
(ohne ad) I; ad vesperam E. — 2, 2 Quia G, Quo HJKLMXOR.S. — 2, 3 
cena N. — 3, 1 nuntians NOPQRST. — 3, 2 apostolis (st. discipulis) R. — 

3, 4 Hic me C. — 4, 2 Osculum (-culo ORTI petit Domino NOPQRST. — 

4, 4 negavit IRS 1 . — Str. 5 und 6 umgestellt T. — 5,1 numerum Q. — 

5, 2 sq. Christum (Christus QRT) Iudaeis tradidit | Innoceutem (-cente N) 
pro noxiis NOPQRST. — 5. 4 Et Iudas tradit impio T: tradidit OPQS. — 
Nach Str. 5 schiebt O abermals folgendes Machwerk ein: 

a) Iudaei(s), qui venerant, b) Pro triginta denarios 
Eius videntes osculum Christum Iudaeis tradidit, 

Comprehenderunt Dominum Pilatum illum offerunt, 

Tenentes impraetorium (!). Ut eum crucifigerent. 

6 , 1 Praesens T. — 6 , 2 Nullas culpas T. — 7 , 1 Fallax (Falanx R) 
Iudaea impia NOPQRST. — 7, 3 und 4 petit . . . accusat OPQRST (N hat 
hier den Plural beibehalten). — 8, 1 Et Barrabas HJKLMNOPRST ; Barrabas 
latro Q; promittitur E. — 8, 2 morte BCLT, morti P. — 8, 4 Per quam 
NOPRST. — Als Doxologie folgt in RS: „Deo patri sit"; inQ: „Deo patri 
cum filio"; in P: Gloria tibi, Domine, | Gloria unigenito, | Una cum sancto 
spiritu | In saeculorum saecula; in N und O die sonst seltene Doxologie: 
Doxa sit patri Domino, | Gloria Iesu tradito, 
Sit gloria paraclito | Et nunc et (Et honor O) in perpetuum. 

Titel : „Ymnus in cena Domini" (In cena Domini hymnus RS); in T aber: 
„Dominica V. et VI. Quadragesimae." 

Es ist klar ersichtlich, wie stellenweise die Quellengruppe N — T gleich- 
miifsig von der Gruppe A — G, welche die dltesten Quellen und somit wohl 
den urspriinglichen Text enthalt, abweicht. Dazwischen liegen die Cistercienser- 
Breviere von Ebrach, Furstenzell, Lichtenthal, Pairis im ElsaiJ und Alderspaeh 
H — M, welche fast ganz den UTSprunglichen Text beibehielten und nur vereinzelt 
der jiingeren Gruppe sich anschlossen. Um dies zu veranschaulichen , habe 
ich die Quellen hier anders, als gewohnlieh, geordnet. — Daniel (I, 81) und 
Mone (I, 99) kennen nur Cistercienser-Quellen. Die Bemerkung Moues (I, 
100) zu seinen und Daniels Quellen: „sie geben also den Text der Cister- 
cienser" ist demnach richtig dahin zu interpretieren, dafs der Text der Cister- 
cienser hier nicht, wie sonst oft, ein besonderer resp. umgeanderter, sondern 
fast ganz der alte ursprungliche ist, der laut Quellen aus Italien stammen 
diirfte. — Jetzt wird man auch die beiden Nrr. 8265 und 8266 in Chevaliers 
Repert. Hymnol. recht beurteilen. Bei Nr. 8265 ist die Ursprungszeit „IX 
saec", bei Nr. 8266 aber „V saec". In Wahrheit bezeichnen beide ein und 
denselben Hymnus, der in 0 (saec. 10 /n.) durch Einschiebsel usw. entstellt ist. 



7G. In Cei 

V e r s u s F 1 a v i i 

1. Tellus ac aethra iubilent 
In magni cena principis, 
Quae protoplasti pectora 
Vitae purgavit ferculo. 



a Domini. 

ad Mandatum. 

2. Hac nocte factor omnium 
Potenti sat mysterio 
Carnem suam cum sanguine 
In escam transfert animae. 



78 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



3. A celsis surgens dapibus 
Praebet formam mortalibus 
Humilitatis gratia 
Petri petens vestigia. 



6. Lavator tboris accubat 
Verbique favos aggerat, 
Quos inter hostem denotat, 
Necis qui dolos ruminat. 



4. Pallet servus obsequio, 
Cum angelorum Dominum 
Ferendo lympham linteo 
Ceruit caeno procumbere. 



7. Trux lupe, luda, pessime 
Fers agno miti basia 
Dans membra loris regia, 
Quae sorde tergunt saecula. 



5. 



„Permitte, Simon, ablui; 
Acta figurant mystica, 



Dum summus ima baiulo, 
Quid cinis servet cineri." 



8. Nexi solvuntur hodie 
Carnis ac cordis carcere, 
Unguen sacratur chrismatis, 
Spes inde crescit miseris. 



9. Victori mortis inclitam 
Pangamus laude gloriam 
Cum patre et sancto spiritu, 
Qui nos redemit obitu. 



Pontific. ms. Pictaviense saec. 8 /9. Cod. Parisin. Arsen. 227. A. — 
Trop. ms. Martialense anni 933 — 936. Cod. Parisin. 1240. B. — Trop. ms. 
Martialense saec. 11. in. Cod. Parisin. 1121. C. — Trop. ms. Martialense 
saec. 11. Cod. Parisin. 909. D. — Trop. ms. Martialense saec. 11. Cod. 
Parisin. 1136. E. — Collect. ms. Martialense saec. 10. Cod. Parisin. 1154. 

F. — Trop. ms. S. Martini Lemovicensis saec. 11. in. Cod. Parisin. 1120. 

G. — Trop. ms. S. Martini(?) Lemovieensis saec. 11. Cod. Parisin. 877. add. 
saec. n 'i2. H. — Colleet. ms. Vedastinum(?) saec. 10. Cod. Parisin. 12052. 
I. — Psalt. et Hymn. ms. Marchianense saec. 9. et 10. Cod. Duacen. 170. 
add. saec. 10 /n. K. — Trop. ms. Cameraceuse saec. 11. Cod. Cameracen. 
79 (78). L. — Trop. ms. S. Aredii Lemovicensis saec 11. Cod. Parisin. 
903. M. — Grad. ms. Turonenense saec. 11. Cod. Laurentian. Ashburnh. 18 
(62 — 19). N. — Brev. ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550 
O. — Brev. ms. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. 
P. — Trop. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1285. Q. — 
Grad. ms. Tolosanum saec. 12. Cod. Londineu. Harl. 4951. R. — Grad. et 
Trop. ms. Fontisebraldense saec. 14. in. Cod. Lemovicen. 2 (17). Ra. 

Trop. ms. Maguntinum auni 955 — 962. Cod. Londinen. Add. 19768. S. 

— Eit. et Miss. ms. S. Albani Maguntini saec. 10. Cod. Viudobonen. 1888. 
T. — Trop. ms. Mindense auni 1024. Cod. Berolinen. theol. IV 0 11. U. — 
Grad. ms. Mindense saec. 11. Cod. Berolineu. theol. IV 0 15. X. — Trop. 
ms. Emmerameuse saec. n /ia. Clm. Monacen. 14083. Y. — Trop. et Pros. 
ms. Emmeramense anni 1106 — 25. Clm. Monacen. 14845. Z. — Collect. ms. 
Emmeramense saec. 15. Clm. Monacen. 14 703. a. — Brev. ms. Secoviense 
(Monial.) saec. l Va. Cod. Graecen. 770. b. — Brev. ms. Secoviense (Monial.) 
saec. 12. Cod. Graecen. 763. c. — Brev. ms. Secoviense saec. 12. Cod. 
Graecen. 778. d. — Trop. ms. Secoviense saec. 12. Cod. Vindobonen. 13314. 
e. — Miss. ms. S. Petri Salisburgensis (Monial.) saec. 12. Cod. Petrin. a 
IX 11. 1'. — Trop. ms. Inticense saec. 12. Cod. Oxonien. Misc. lit. 341. g. 

— Trop. ms. Sangallense saec. 12. Cod. Vindobonen. 1821. h. — Brev. ms. 
Augiense saec. 12. Cod. Carolsruhan. Aug. LX. lia. — Ordin. ms. Hirsau- 
giense saec. 13. Cod. Oxonien. Misc. lit. '3A5. i. — Grad. ms. Mellieense 
saec. I3 /i4. Cod. Mellicen. 1056. k. — Process. ms. S. Mariae Magdalenae 
Claustroneoburgensis saec. 14. Cod. Claustroneoburgen. 995. 1. — 



B. Hymni de Tempore. Proprii. 



79 



Hymn. ms. Severinianum saec. 10 /n. Cod. Vatican. 7172. m. — Trop. 
ms. Nonantulense saec. 11. in. Cod. Roman. Vitt. Eman. 1343 (Sessor. 62). 
n. — Trop. ms. Nonantulense saec. 11. Cod. Casanaten. 1741 (C IV 2). 0. 
— Antiphon. ms. Romanum saec. 11. Cod. Graecen. 211. p. — Miss. ms. 
Bobiense saec. 12. Cod, Taurinen. F IV 4. q. — Trop. ms. Civitatense saec. 
14. Cod. Civitaten. 56 (20). r. — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) 
saec. 11. in. Cod. Londinen. Yesp. D XII. 8. — Hymn. ms. Wintoniense 
saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. t. — Grad. ms. Tinmuthiense 
saec. 12. Cod. Oxonien. Laud. misc. 4. u. — Antiphon. ms. S. Petri Gloce- 
striensis saec. 1J /i3. Cod. Coll. Iesu Oxonien. E 10. X. — Grad. ms. Dubli- 
nense saec. 12. in. Cod. Oxonien. Rawl. C 892. y. — Opp. ms. Bedae (S. 
Viventii Verzeliacen.) saec. 11. Cod. Vatican. 637. add. saec. 11. z. — Kollation 
von INRS g" i q S U x y Z besorgte Bannister; Varianten aus O Ra a d 
ha k 1 sind nicht vermerkt. 

1 , 1 Tellus et ADKLM b C e f h 0 p ; aether ui II O t ; iubilant Y 
m n O t y. — 1, 2 in cena magni h; In magna K m; cene N. — 1, 3 Qui 
EFNSUYZ bcefghiruxz; Quo HMPT m n s; protopasti B;'pec- 
tore ni. — 1, 4 fercnlum P, fercula m. — 2, 1 fator omnium G. — -2, 2 
Potentis ac (ad A, at I, iam B) mysterio ABIOQR e f p ; Potentis ad (at P 
ac L) mysterium CDGLMNP S; Potenti ac mysterio q; Potenti sat mysterium 
t Z; Potentiae mysterio (-rium m) k m r : Petentis ad mysteria n 0. — Str. 3 
fehlt Z — 3, 1 Ac celsis N: Excelsis GM p, Ex celsis S: Accisis surgens 
P. — 3, 2 Forroam praebet b C f g"; Praebens F. — 3, 4 Petri petit F, 
Petri sequens q r. — Str. 3 und 4 umgestellt D — 4, 1 Pallens P ; Pallet 
Petrus p; obsequia GMX n 0: Debet servus obsequium m. — 4. 2 Dum 
ACDEGHMY, Ut i; Domino f p z. — 4, 3 Ferentem CEH i n O r U y; 
lympha P; linteam FT , lintea U b C O, linteum LYZ U, et linteum q. — 
4, 4 cena L s z; occumbere x. — 5, 1 Permittit n 0 r, Premitte Q. — 5, 2 
Data n 0 r , Apta HSY ; figura n 0 r , figuram P , fugautur h — 5 , 3 
summus hyma H, una h S, in hac n 0; baiuli H B 0, baiulat LPUX e g" 
h i p s t u x y, baiolat b c. — 5, 4 Quod Pl^YZ b c f i m p u Qui t; 
Quod eius servet R, Quod eius sanctus H ; servit LPZ S, serviat m : Servat 
quod (quid r) cinis cineri h r; cinere y. — Str. 6 fehlt UX. — 6, 1 Sal- 
vator L c p ; Lava tortoris I. — 6,2 aggregat KL f p. — 6, 3 Quos tra- 
ditorem denotat CDGM; hostes P. — 6, 4 Nescit MY, Nec his N, Nechis m : 
Necisque O p; Necis dolos qui b C f h ; numerat g - i. — Str. 7 und 8 um- 
gestellt K. — 7, 1 Trux Iuda lupe DFGR g m: Iudae Z, Iudas Y C. — 7, 2 
mitis m, mitti DHN: bassia t. — 7, 3 Das ADFGHKLRYZ m q; loris 
membra F: loro K; membra rigida m t 1 . — 7, 4 sordes tergunt ACDEHPSZ 
ininorsyz; saeculi ADEPSZ i m r z, ferculi N g h y, ferculis n o, 
fercula C. — Str. 8 und 9 fehlen B i. — 8, 1 Nexis S r, Nexus N h n O, 
Neci b C. — 8, 2 Cordis ac carnis DK, Cordis et caruis F, Carnes et cordes 
Q, Carnis et cordis HZ e f g", Carnis acordis P p. — 8, 3 Unguens DFHPT 
y, Ungens NQ, Iungens G, Tingens L t, Unguentum S f r, Unguento m, 
Anguis h n 0 , Unguentur q , Uuguem CIMRZ e g* S U X Z ; sacrato chris- 
mate h n O, sacri chrismatis ni; sacrantur P, sacratu CN, sacratus DGM, 
sacrati S y z, sacratum E r, sacra q. — 8, 4 Spes unde KLPU b c g h p 
q r: crescat FKPRU m n O S U z, redit DNUX q, datur S h q r: miseros 
M. — 9, 1 Victoris CFINQRSUXZ g h y y z: iuclito CFIQRSUXZ e g h 
mnprtuxyz, inclita T. — 9, 2 laudem IP u z , laudis m n O x, 
Christo (st. laude) CDFGMNR ; laude et p ; gloriae I u Z. — 9, 3 et fehlt p ; 
patre ac m t. — In q lautet die Doxologie (Str. 9); 

Praesta, beata trinitas, | Nostra relaxes crimina, 
Quo nimis sunius traditi | Neci perenni zabulo. 

Als Hefrain dient Str. 1 nach jeder Strophe; in e und u jedoch wird 
Str. 1, 1 und 2 abwechselnd mit Str. 1, 3 und 4 dazu benutzt; in T steht 
Str. 9 als Refrain iin Anfange; B und F weisen keinen Refrain auf. 

Titel inA: „Versus Flavii episcopi ad mandatum in cena Domini" ; 



80 



Pars L Hymui antiquissimi saec. V. — XI. 



ahnlich inT: „Yersus FJavii ad mandatum\ u in B: „ Versi de Mandatum" 
(die Bezeichnung „versi u auch in D uiid G); in ha: „In Cena Domini Yersus 
Flavii; in Y: „Versus in cena Domini ad refectorium canendi" ; in n und 
0: „In ceua Domini ad mandatum": in K und t: „Hymnus in cena Domini" 
(ebenso die Bezeichnung „hymnus u in CFHIMNPQ u). Man vgl. hierzu die 
Bemerkung des Priors Ulrich von Zell (im Schwarzwald) in seinen um 1087 
geschriebenen „Consuetudines Cluniacenses" (d'Achery, Spicileg. I. ed. 2 a p. 
644 — 703), wo es bei der Cena Domini heifst: „Praeter solitas antiphonas, 
quae sunt de Mandato, habetur hymnus Flavii, primi Cabilonensis 
episcopi »Telhis ac aethra iubilent* , qui in hoc die et ad hoc Mandatum 
post primam antiphonam eantatur et ita, ut per siugulos versus (= Strophen) 
primus eius versus repetatur." — Flavius, Bischof von Chalon-sur-Saone, 
starb 591. — Man beachte, dafs in manchen Strophen (2, 6, 8, 9) der Seim 
beobachtet wird, in Str. 3, wenngleich wohl zuiiiliig, sogar reiner weiblicher 
Beim. 



77. In Cena Domini. 

Versus ad Chrisma co nsecr andum. 

R. 0 redemptor, sume carmen 
temet concinentium. 



1. Audi, iudex mortuorum, 

una spes mortalium, 
Audi voces proferentum 
donum pacis praeviutn. 

2. Arbor feta alma luce 

hoc sacrandum protulit; 
Fert hoc prona praesens turba 
salvatori saeculi. 

3. Stans ad aram immo supplex 

infulatus pontifex 
Debitum persolvit omne 
consecrato cbrismate. 

4. Consecrare tu dignare, 

Rex perennis patriae 
Hoc olivum, signum vivum 
Iura contra daemonum, 



5. Ut novetur sexus omnis 

unctione chrismatis, 
Et medetur sauciata 
dignitatis gloria. 

6. Lota mente sacro fonte 

aufugantur crimina, 
Uncta fronte sacrosancta 
influunt cbarismata. 

7. Corde natus ex parentis, 

alvum implens virginis, 
Praesta lucem, claude mortem 
Chrismatis consortibus. 

8. Sit dies haec festa nobis 

saeculorum saeculis, 
Sit sacrata digna laude 
nec senescat tempore. 



Trop. ms. Maguntinum anni 955 — 862. Cod. Londinen. Add. 19768. A. 
— Grad. ms. Bambergense (? Emmeramense) saec. 10. Cod. Bambergen. 
Ed HI 7. B. — Trop. ms. Augiense saec. 10. Cod. Bambergen. Ed V 9. 
add. saec. 10 /n. C. — Trop ms. Mindense anni 1024. Cod. Berolinen. IV" 11. 
D. — Sacrament. ms. Mindense anni 1022 — 36. Cod. Berolinen. Fol. 2. Dd. — 
Grad. ms. Mindense saec. 11. Cod. Berolinen. VIH° 15. E. — Trop. ms. Mindense 
saec. 11. in. Cod. Guelfenbuteran. 1110 (Helm. 1008). F. — Pontif. ms. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



81 



Coloniense saec. 11. Cod. Vatican. Ottob. 167. G. — Pontif. ms. Argenti- 
nense saec. 12. Cod. Londinen. Add. 23922. H. — Sacrament. ms. Augustanum 
saec. 12. Clm. Monacen. 3909. I. — Trop. ms. Sangallense saec. 12. Cod. 
Vindobonen. 1821. K. — Pros. ms. Sangallense(?) saec. 12. Cod. Angelic. 
948. L. — Trop. ms. Secoviense saec. 12. Cod. Vindobonen. 13314. M. — 
Grad. ms. Cremifanense saec. 12. Cod. Stutgardien. Bib. Fol. 20. N. — 
Miss. ms. Wratislaviense saec. 14 /i5. Cod. Dresden. 45. 

Pontif. ms. Wintoniense (?) anni 1005 — 12. Cod. Londinen. Tib. C I. O. 
— Sacrament. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Londinen. Vitell. A XVIII. 
Oo. — Ordo ms. Romanus (Wintonien.) saec. 11. Cod. Londinen. Vitell. E 
XII. P. — Trop. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Canta- 
brigien. 473. Q. — Miss, ms. Exoniense (Leofric) saec. 11. Cod. Oxonien. 
Bodl. 579, add. saec. 11. R. — Grad. ms. Cantuariense saec. XI. ex. Cod. 
Londinen. Harl. 2892. S. — Pontific. ms. Cantuariense saec. 12. ex. Cod. 
Cantabrigien. Ll II 10. T. — Grad. ms. Dublinense saec. 12. in. Cod. 
Oxonien. Rawl. C 892. TJ. — Grad. ms. Tinemuthiense saec. 12. Cod. 
Oxonien. Laud. misc. 4. X. — Grad. ms. Sarisburiense saec. 13 /i4. Cod. 
Oxonien. Rawl. lit. d 3. Y. — Procession. ms. Sarisburiense (Dublinense) 
saec. 14. Cod. Oxonien. Ravvl. lit. d 4. Z. — Manuale ms. Sarisburiense 
saec. 15. Cod. Oxonien. Rawl. lit. d 5. a. — Grad. ms. Sarisburiense 
saec. 15. Cod. Oxonien. Hatton. 3. b. — Process. ms. Sarisburiense saec. 14. 
Cod. Vatican. Ottob. 308. C. — Miss. ms. Sarisburiense saec. u /i5. Cod. 
Vatican. Palatin. 501. d. 

Ordo ms. Romanus saec. 11. in. Cod. Vallicellan. D 5. e. — Ordo ms. 
Romanus saec. 11. Cod. Capit. Lucen. 607. f. — Trop. ms. Comense saec. 11. 
Cod. Capit. Vercellen. CLXXXVI. g. — Trop. ms. Ravennatense saec. u /i2. 
Cod. Mutinen. O I 7. h. — Pros. ms. Aretinum saec. ,a /is. Cod. Oxonien. 
Misc. lit. 319^. i. — Grad. et Trop. ms. Mosacense saec. 13. ex. Cod. Archiep. 
Utinen. VIII 0 2. k. — Grad. ms. Fratrum Miuorum Ronnn. saec. 14. Cod. 
Roman. Vitt. Eman. XX (Var. 290). 1. — Pontif. ms. Romanum saec. 15. 
Cod. Vatican. 6831. 11. 

Trop. ms. Cameracense saec. 11. Cod. Cameracen. 79 (78). m. — Grad. 
ms. Andegavense saec. 11. Cod. Andegaven. 88. iiie — Trop. ms. Narbo- 
nense saec. 12. Cod. Parisin. 778. n. — Prosar. ms. Parisieuse(? Remense) 
saec. 13. Cod. Commun. Assisien. 695. 0. — Pontif. ms. Auxitanum ca. 
ann. 1265. Cod. Vatican. 7114. p. — Miss. ms. Tolosanum saec. 14. Cod. 
Tolosan. 97. pp. — Trop. ms. Vicense saec. n /ia. Cod. Capit. Vicen. CXI. q. 

1, 2 spes unica T. — 1, 3 voce 11; preferentum I. — 1, 4 Domum H; 
pacis praemium X a b C d e g 11 n p. — 2, 1 feta olivarum R. — 2, 2 
contulit e. — 2 , 3 Hoc fert m ; frequens turba I. — 2 , 4 dignitatis gratia 
m (cfr. 5, 4). — 3, 1 Stat Oo 11. — 3,3 persolvat Z c d. — 3, 4 conse- 
crando chrismati (chrismate O) Oo n O p. — 4, 2 perennis gloriae RS. — 
4, 3 olivae n; Hoc signum olivum vivuin H; signum novum R, signum tuum 
p — 4,4 contra iura T X c d. — 5, 1 Et novetur B X; notetur O R; 
omnis sexus p. — 5, 3 medeatur H o ; offenbar Korrektur, um da« anstofsige 
„medetur" zu entfernen; man beachte , dafs ein Activum „medeo" u. a. bei 
Venantius vorkommt. — Str. 6 u. 7 fehlen i. — 6, 1 Tota IOT, Sola g, Vota 
B. — 6, 2 effugantur o. — 6, 3 fonte 1 11 ; sancta sacro B. — 6, 4 influant 
NR O ; crismata C, charismatis Oo. — 7, 1 Fronte natus O ; dieser Vers aus 
Prudentius entlehnt (s. Anal. Hymn. L, 25). — 7, 3 Pande vitam c ni n p; 
luce g ; lucem damna mortem NR i ; claude noctem TX ; claudis 11 — 7,4 
consortio HOo 11 p. — 8 , 1 Sit haee dies TX i 11. — 8 , 3 Sit referta S ; 
jaude digna SXZ a 1) d. 

Z und a schieben nach Str. 1 ein : 

Assit flamen sacrosanctum, | olim per (1. post) diluvium 
Qui ramum tulit olivae | ad archam ecclesiae. 

Diese gleiehe Str. ist hier auch in T und X eingeschoben (mit der 
Variante: Quod ramum); es geht aber dort noch voraus : 

Blume, Thesauri hymuologici Hymnarium. 6 



82 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



Assit nostris pater votis, | qui invisibiliter 
Prae consortibus unxit te (de X) | oleo laetitiae. 

Die weitere Strophenfolge ist alsdann in Z a b C und d: 2, 4, 5, 3, 8 
(Str. 6 u. 7 fehlen) und darauf die Doxologie: 

Laus perennis Deo patri | gloriaque filio, 
Honor, virtus et potestas | amborum paraclito. 

Titel inC: „In cena Domini, quando chrisma conficitur" : in D: „Versus 
in cena Doniini ad deferendum chrisma" ; in F: „ad referendum chrisma"; 
in H: „quando chrisma consecratur": in m: „ad oleum benedicendum" \ 
in 0: „ad sacrandum chrisma" ; inT: „hymnus", den zu singeu haben „duo 
cantores" ; in I ist die Kubrik; ,,De consecratione principalis chrismatis . . 
subsequantur pueri concinentes hos versus »Ai<fli iudex mortuorum-< . . . . 
et chorus respondet »0 redemptOT etc.s" Dieser Refrain kehrt naeh jeder 
Strophe wieder. — Im Pontific. Pii III 1 impr. Venetiis 1663 findet sich dieser 
tiefsinnige Hymnus noch vor; Ul. Chevalier (Rep. Hymn. Nr. 13618.) macht 
sogar ein Procession. Lexoviense vom Jahre 1778 als Quelle namhaft. 

Man beachte den Reim, der durchweg nur den einen Schlufsvokal der 
Verspaare trifft: dieser Reim zeigt sich als Biunenreim in Str. 2, 3 (prona- 
turba), Str. 6, 1 (mente-fonte). in Str. 7, 3 (lucem-mortem); in Str. 4, 1 u. 
3 ist dieser Binnenreim sogar ein gauz reiner, zwd Schlufssilben umfassender 
Reim (eonsecrare dignare : olivum-vivuiU;. Der gleiche zweisilbige reine 
Reim bindet die ersten Hiilften des 1. u. 3. Verses in Str. 5 (novetur-medetur). 
Ferner ist zu beachten, das zweimal ein nicht durch Elision ausgeglichener 
Hiatus sich vorfindet: 2, 1 foeta alma. u. 7, 2 Alvum implens. — Xach all 
diesem ist die Notiz in eineni Rituale Bisuntinum saec. 11. „in archivio 
Cathedr. Ecclesiae Veliternae , in quo legitur [hic hynmus] sub hoc titulo : 
»Versus Fortunati in Liudem chrismatis' " (Luchi, Venantii . . . Opera 
ovnnia. Romae 1786. p. 84) nicht glaubwiirdig. — Vers 7, -1 ist entlehnt 
aus Prudentius, Cathem. IX, 10 (cfr. Anal. Hymn. L, Nr. 26). 

Fast das ganze Quelleumaterial zu diesem Hymnus verdanke ich der 
Giite Bannisterst; von mir ist nur BCDI mm pp q. Die Varianten aus 
Dd UlUl pp q sind nicht verzeichnet. — Man vgl. Paleogr. Musicale III, pl. 
173, wo der Text aus dem Pontif. ms. S. Bertini saec. 13. (Cod. von St. 
Omer) mitgeteilt ist; dort fehlen die Str. 5 u. 6. 



7s l)e ..Lig 

Feria VI. in 

1. Ab ore verbum prolatum 

nuntiante angelo 
Alti genitoris sacrum 

illustravit uterum 
]\Iariae virginis almae 

ad salutem gentium. 

2. Beata virtus caelestis, 

quae suscepit fragile 
Corpus. ut ruentem sursum 

elevaret hominem, 
Quod male priscorum culpa 

parentum prostraverat. 



Donuni". 

a r a s c e v e. 

3. Caesus ictu flagellorum 

sustulit opprobria. 
Sputis vultum sordidatus, 

laureatus vepribus, 
Deputatus curn iniquis 

ad mortem crudeliter. 

4. Delicta tulit et cuncta 

diluit facinora 
Christus redemptorque pius. 

Dei patris uuicus, 
Per crucis almae tropaeum 

lavit omne saeculum. 



B. Hvmni de Tempore Proprii. 



83 



5. Exaltatus Iesus Christus 
in crucis patibulo 

Haustu fellis et aceti 
propinatus poculo; 

Lancea latus perfossum, 
profluit miraculum. 

•6. Fugiens sol obscuratur 

cernens mortem Domini 

Luctuosam, infert mundo 
tenebrae caliginem ; 

Monumenta patuerunt, 
velum templi scissum est. 

7. (Jaudium fessis laturus 

fregit portas inferi, 
Antra Erebi illustrans 

spoliavit tartara, 
Eruit victo serpente 

beatorum animas. 

8. Hebraei tunc a Pilato 

postulant custodiam 
Militum, qui ad sepulcrum 

excubarent vigiles. 
Quos terruit et fugavit 

visio angelica. 

9. Illico surgente Christo 

omnis terra tremuit. 
Mortuos olim sepultos 

tunc viventes reddidit; 
Nuntius caelestis inquit: 

resurrexit Dominus. 

10. Karorum discipulorum 

corda mulcens loquitur 
Hortans pie ac benigne 

sacris mulieribus, 
Ut irent in Galilaea 

viderentque Dominum. 

11. Laeti cernunt regem regum 

magistrum discipuli, 
Quos per dies quadragenos 

visitavit saepius, 
Demumque regna caelorum 

ascendit in gloriam. 



12. Munus inde mittens suis 

spiritus paracliti, 
Cuius accensi calore 

locuti discipuli 
Cunctis gentibus stupenda 

divina magnalia. 

13. Nostris ipse Iesus Christus 

finem ponat scandalis, 
Qui pro nobis dira probra 

sustulit ab impiis ; 
Omne facinus explodat 

hic a nobis miseris, 

14. Orrida procul remota 

Averni supplicia 
Adepturos nos assumat 

paradisi gaudia, 
Potiri ut mereamur 

caeli habitacula. 

15. Praeferentes signum crucis 

angelorum agmina, 
Cernui venturo regi 

praebentes obsequia, 
Terrore concussa ruet 

cuncta muudi machina. 

16. Quum terribili clangore 

tubarum vox caelitus 
Sonuerit, ut extinctos 

terra reddat mortuos, 
Reddituros rationem 

Christo, regi, Domino. 

17. Radii solis ad instar 

Christus iudex veniet 
Collaturus piis regnum, 

impiis supplicium. 
Crux nos tunc alma protegat 

et ab ira eruat, 

16. Sanctis ut simul uniti 
evadamus tartara 
Proculque laeva deserta 

teneamus dexteram, 
Ut cum Christo potiamur 
infinitam gloriam, 
6* 



84 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



19. Terram vivorum irjgressi 

cum choro angelico, 
Liberi a maledicto 

Erebi supplicio, 
Exsules effecti procul 

a mortis exitio, 

20. Ultra nec mortem passuri 

nec doloris stimulos. 
Nulla restabit mundana 

fragilis occasio 
Nec supererit antiqui 

hostis colluctatio. 



21. Xristus erit salus nostra. 

Christus gloriatio, 
Christus vita atque rejjnum 

dulcisque refectio, 
Qui pro nobis semetipsum 

tradidit supplicio. 

22. Ymnis, genibus prostrati, 

adoremus inclitam 
Crucem, quam ascendit oliro 

pro mundi nequitia, 
Ut contrita laederetur 

zabuli superbia. 



23." Zelo draconis subacto 
polorum fastigia 
Penetravit secam ferens 

electorum agmina, 
Cum quibus nobis concedat 
vivere per saecula. 

Ordinar. ms. S. Martini Albeldensis anni 1052. Cod. Exsilien. s. n. 
A. — Ordinar. ms. S. Aemiliani Cucullati saec. 11. Cod. Acad. Reg. Matriten 
56 (F 224). B. — 3, 2 oprobria A. — 4, 5 tropheum A, trofeum B. — 6, 6 
scisum A. — 7,3 Hereui A, Ereui B. — 8, 1 Mit „Hebraei" schliefst B, 
da ein Blatt entfernt ist. — 9,5 inquid A. — 10, 3 Ortans A. — 15, 1 
Praeferente A ; alle Attribute von „agmina" (15 , 2) sind gen. masc. als con- 
structio xcaa avvtacv: Praeferentes , cernui, praebentes. — 15, 3 regni A. 
— 15, 6 roacina ; auch „Cbristus" ist durchweg „Cristus" geschrieben. — 
16, 4 Reddituri A. — 17, 1 Radiis solis A. — 17, 2 veniat A. — 19, 2 cum 
coro A. (cfr. Note zu 15, 6). — 21, 5 semedipsum A. — 22, 1 Fixis genibus 
A, wodurch der Abecedar zerstort wird; eventuell ist zu schreiben : „fyxis 
genibus" nach Analogie von fydesque (cfr. A. H. XXVII, Nr. 9). — 22, 6 supe- 
ruia. — 23, 4 Penetrabit — A bietet auch die Melodie in Neumen. — 

Der interessante Hymnus war bestimmt fiir den Gesang wiihrend der 
Adoratio crucis am Karfreitag. Die Einleitung bilden folgende „Versus" 
in gleichem Versrnafs wie der Abecedar : 

Ecce. lignum gloriosum, * in quo dudum pensa sunt 
Christi salvatoris membra * mundum redimentia ; 
Fletu producentes omnes * preces hic prosternite. 

Daran schlofs sich die .Strophe „Crux fidelis" aus dem Kreuzeshymnus 
des Venantius Fortunatus r Fange lingua ghriosi proelium certaminis" 
(Axial. Hymn. L, 71), dem sich unmittelbar, wiederum im gleichen Versmafse, 
der vorstehende Abecedar anschlofs. Derselbe hiitte seinen Platz habeu 
miissen unter den Hymnen der „Hymnodia Gotica" (Anal. Hymn. XXVII). 
Sein Text und seine Quellen wurden mir aber erst bekannt durch Dom 
AfaritlS Ferotin , Le Liber Ordinum en usage dans Teglise Wisigothique 
et Mozarabe d'Espagne. (Paris 1904). p. 105 sqq. In der Redaktion des Textes 
usw. glaubte ich stellenweise von ihm abweichen zu miissen. Besonders ver- 
fehlt erscheint mir die Erklarung Ferotins zur Str. 22: „ . . . une strophe 
intercalee entre la lettre X et la lettre Z. La premiere lettre de cette strophe 
est une F (Fixis), par laquelle 1'auteur a voulu evidemmentf!) traduire 
le**/' grec, qui occupe cette place dans l'alphabet hellenique" (1. c. p. 195, 
Note 1). 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



85 



79. De sancta Cruce. 

In P arasceve. 



1 a. Triumphalis gloriae 

Diera plenum hodie 
Commendat ecclesiae 
Vexillum victoriae. 

2 a. In cuius imaginem 

Immissum in hominem 
Lignum in dulcedinem 
Convertit salsuginem. 

3 a. Ergo, signum 

Deo dignum, 
Forma cuius 
Orbis huius 

Designat effigiem, 

4 a. Istius mysterii 

Dei nutu praescii 

Synagogae filii 

Fiunt Christo praevii, 

5 a. Illi vocum modulis 

Cum palmarum patulis 
Et quibusdam ramulis, 
Nos cum votis sedulis 



lb. Prompsit Iacob visio 
Hoc scalae praesagio, 
Cuius caeli regio 
Tangebatur spatio, 

2b. Sareptae paupercula 
Duo legens lignula 
His crucis oracula 
Fert legis sub nebula. 

3 b. Christi sanguis 

Caput anguis 
In te fregit 
Et subegit 

Ad usque perniciem. 

4 b. Petenti patibulum 

Crucis, pascha paululum 
Quo per mortis pabulum 
Vitae daret saeculum. 

5 b. Procedamus obviam 

Sternentes lasciviam 
Et inanem gloriam 
Crucis in memoriam. 



Trop. ms. Casinense saec. 11. ex. Cod. Vatican. Urbin. 602. add. saec. 12. 
Mit Melodie. — lb, 1 Promisit. — 1, b, 2 [Hjo[c] scalae. — 2, b, 4 Fret. 
— 4a, 4 Staunt Christo. — 4b, 4 dare. — In der Hs. fehlt jeder Titel. 
Die Form ist jene einer Sequenz: der Inhalt lafst einen Processionshymnus 
fiir die Adoratio crucis (cfr. vorige Nummer) oder fiir Dominica palmarum 
vermuten, in dem Str. 3 vielleicht den Refrain bildet. 



80. De sancta Cruce. 



1. Signum crucis mirabile 
Olim per orbem praenitet, 
In qua pependit innocens 
Christus, redemptor omnium. 

2. Haec arbor est sublimior 
Cedris, habet quas Libanus, 
Quae poma nescit noxia 
Sed ferre vitae praemia. 



3. Tu, Christe, rex piissime, 
Huius crucis signaculo 
Horis, momentis omnibus 
Munire nos non abnuas, 

4. Ut ore tibi consono 
Et corde devotissimo 
Possimus omni tempore 
Laudes referre debitas. 



5. Praesta pater piissime. 



86 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



Trop. ms. Martialense anni 933 — 936. Cod. Parisin. 1240. add. saec. 10. 
A. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. B. — 
Brev. ms. Raigecuriense (Iacobi de Corcellis) saec. ,3 /n. Cod. Nanceian. 
241 C. 

Hymu. ms. Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. D. 

— Hymn. ms. Severinianum saec. l0 /n. Cod. Vatican. 7172. E. — Hymn. 
ms. Veronense saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). F. — Psalt. et 
Hymn. ms. Veronense saec. 12 /i3. Cod. Capit. Veronen. CIII (96*) 6. — 
Brev. ms. Hispanianum saec. *Vis. Cod. Londinen., Add. 30848. (nicbt kolla- 
tioniert). 

Brev. ms. Sangallense saec. 10 /n. Cod. Sangallen. 413. H. — Trop. et 
Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 
97. I. — Hymn. ms. Campidunense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Rhen. 83. K. 

— Hymn. et Sequent. ms. Fredeslariense saec. 11. Cod. Casselan. theol. 
IV° 25. L. — Brev. ms. Murbacense saec. 13. Cod. Colmarien. 36. M. — Brev. 
ms. Gorziense saec. 14. in. Cod. Spinalien. 204 (97). N. — Brev. ms. S. Georgii 
Pragensis saec. 14. in. Cod. Pragen. VII G 7. O. — Brev. ms. Pragense 
saec. 14. Cod. Pragen. XIV E 13. P. — Brev. ms. Adelbergense saee. 15. 
Cod. Plagen. 270. Q. 

I, 1 Lignum crucis P; otfenbar laut Quellen (auch im bezeichneten Brev. 
Hispan. saec. u li2 ist der Anfaug „Signum crucis") eine sehr junge Lesart 

— 1, 2 Holim B: renitet AP, renitens B. praenitens I. — 1, 3 In quo H. — 

2, 1 arbore sublimior A, arbor et sublimior B. — 2, 2 Cedrus A, Cedros 
D; quas habet KP; habet quasi E. — 2, 3 Quae novis nescit P, Poma 
quae nescit X'. — 2, 4 vita B; praemio HL. — 3, 1 Tu rex Christe P. — 

3, 2 Cuius E. — 3, 4 non fehlt D. — 4, 1 Et ore EN; consonet B. — 

4, 3 Poscimus BE. — Doxologie vollstiindig in F: lautet in KP: 

Te summa, Deus, trinitas, | Collaudat omnis spiritus; 

Quos per crucis mysterium | Salvas, rege per saecula; 
in G statt dessen: Sit, Christe, rex piissime, | Tibi patrique gloria etc; in 
M : Gloria tibi Domine (nur dieses). 

Titel in B : „De sancta cruce" (wird verschiedentlich verwendet fiir In- 
ventio oder Exaltatio crucis), in H: „Dominica de passione Christi. In 
matutinis laudibus" ; in K: „Item de passione". — Ziemlich viele gedruckte 
Breviere im Repert. Hymn. Nr. 10622. 



81. De saucta Cruce. 



1. Da, Christe, nobis prospera 
Huius diei gaudia 

Dicata per mundum sacro 
Crucis tuae mysterio, 

2. Per quam salus credentibus 
Est facta victis bostibus 

Et innovata gloriae 
Rursus tuae miracula. 



3. Crax, paridisi ianua 
Et inferni destructio, 
Crux angelorum coetibus 
Coniungit bumanum genus. 

4. Quam qui sacrasti proprio, 
Iesu benigne, sanguine, 

Tu nos per ipsam, qaaesumus r 
Salva, tuere, protege. 



■ >. Deum patrem cum filio 
Et spiritu paraclito 
Honoris hymno perpetis 
Collaudet omnis spiritus. 

Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (Sangallense ?) saec. 11. in. — Morel, 
Nr. 4>>; Werner, Nr. 51. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



87 



s-2. Sabbato Sancto. 



Ad Fontem. 



Gloria victori sit Christo laude perenni, 

Qui super astra manet, cuius victoria pollet. 

Pro mundi vita persolvitur hostia viva, 

Quam mors cum mordet, necis in se tela retorquet. 
5 Per mortis pretium Pharaonem vicit iniquum 

Et spolians Erebum nobis dedit astra polorum. 

Ecce, preces nostras, quas fundimus, audiat istas, 

Cunctos qui proprii nos sanguinis abluit undis. 

Moribus ornatum, Salomonis fonte repletum, 
10 Poscimus Anglorum nostrum salvet basileum. 

Poscimus et nostram salvet Christus basileam 

Nobilem atque piam gestantis dogmatis ydram. 

Praesulibus nostris subiectis cum sibi totis 

Angligenis cunctis concedat dona salutis. 
15 Nostro pontifici, cuius sumus in dioecesi, 

Det regnum vitae. qua scandit et ipse, supernae. 

Pontif. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Londinen. Vitell. E XII. — 
Abschrift von H. M. Bannister. — Die Uberschrift beruht mangels jeder An- 
gabe in der Hs. auf Vermutung. 



83. In Besnrrectioue Domini. 

A d V e s p e r a s. 



1. Ad cenam agni providi, 
Stolis albis candidi, 
Post transitum maris rubri 
Christo canamus principi. 



4. Iam pascha nostrum Christus est, 
Qui immolatus agnus est, 
Sinceritatis azyma 
Caro eius oblata est. 



2. Cuius sacrum corpusculum 
In ara crucis torridum, 
Cruore eius roseo 
Gustando vivimus Deo, 



5. 0 vere digna hostia, 

Per quam fracta sunt tartara, 
Redempta plebs captivata, 
Reddita vitae praemia. 



3. Protecti paschae vespero 
A devastante angelo, 
Erepti de durissimo 
Pharaonis imperio. 



6. Cum surgit Christus tumulo, 
Victor redit de barathro, 
Tyrannum trudens vinculo 
Et reserans paradisum. 



7. Quaesumus, auctor omnium, 
In hoc paschali gaudio 
Ab omni mortis impetu 
Tuum defendas populum. 



88 



Pars L Hymni antiquissinii saec. V. — XI. 



Hymn. ms. Hiljernicum saec. 9. in. Cod. Paulan. 25. 2. 31. (Blas. memb. 
86). A. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. 
Londinen. Vesp. D XII. B. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum saec. l0 /ll. Cod. 
Londinen. Iul. A VI. (Paraphrase) C. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. 
Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. D. — Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense 
(Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. E. — 
Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense saec. 10 /n. Cod. Londinen. Add. 37 517. — 
Eituale ms. Dunelmense saec. 9 — 11. Cod. Capit. Dunelmen. A IV 19. add. 
saec. 10. ex. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. F. — Hymn. ms. 
Bobiense saec. 10. Cod. Taurineu. G VII 18. G. — Hymn. ms. Bobiense 
saec. 11. Cod. Vatican. 5776. H. — Hymn. ms. Farfense saec. 10 'u. Cod. 
Turicen. Rhen. 91. I. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 
82. K. — Hymn. ms. Veronense saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). 
L. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. 10 u. Cod. Casanaten. 1907 (B II 1). 
M. — Hymn. ms. Severinianum saec. ,0 /n. Cod. Vatican. 7172. N. — Brev. 
ms. S. Eutyehii Nursini saec. 11. Cod. Vallicellan. B 79. P. — Manuale 
ms. Mediolanense saec. 10. Cod. Ambrosian. T 103 sup. Q. — Brev. ms. 
Benedictinum (Italiae septentr. aut Galliae merid.) saec. 10. ex. Cod. privat. 
(Hiersemanu 1 . R. 

Hymn. ms. Murbacense (? Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. Oxonien. Bodl. 
Iun. 25. S. — Hymn. ms. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. Cod. Tre- 
viren. 1245 (1418). T. — Collect. ms. S. Maximini Trevirensis saec. 10. Cod. 
Treviren. 592 (1404). L~. — Rit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 10. Clm. 
Monacen. 17027. V. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 10. Cod. Turicen. Rhen. 
111. X. — Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense ('? Sangallense) saec. 11. in. Cod. 
Turicen. Rhen. 97. Y. — Hymn. ms. Campidunense saec. 10 /ii. Cod. Turiceu. 
Rhen. 83. Z. — Brev. ms. Sangallense saec. 10 /n. Cod. Sangallen. 387. a. 

— Hymn. ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. VIII 0 . b. — Hymn. 
et Prosar. ms. Fredeslarieu.se saec. 11. Cod. Casselan. IV" 25. C. 

Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. Cod. Parisin. 14088. d. — Hymn. ms. 
Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. e. — Hvmn. ms. S. Iohannis 
Laudunensis saec. 10. Cod. Bernen. 455. f. — Brev. ms. S. Germani Pra- 
tensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. g. — Collect. ms. Sandionysiauum 
saec. 11. (et 12.) Cod. Sangeuovefian. 1186. li. — Brev. ms. Strumense saec. 
11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. i. — Grad. et Antiph. ms. Ni- 
vernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. k. — Hymn. ms. Ex- 
siliense saec. 11. Cod. Londinen. Add. 30851. 1. — Varianteu aus EGMX 
b gr h nieht eingetragen. 

1, 2 Et stolis BCDFLPRYZ e k, Stolisque HQ C, Extolis K, Ex stolis 
f; in I ist von zweiter Hand iiber der Zeile nacbgetragen „Et" und iiber „albis" 
geschrieben: „amieti" dementsprechend „candidi" korrigiert zu: „candidis": 
ebenso candidis F : stolis alvi 1. — 1, 3 Postransitum KT ; mari K. — 1, 4 cauemus 
principem d. — 2, 1 Cuius corpus sanctissimum FHIKLPQ i k 1. — 2, 3 
Cruorem roseum KG. — 3. 1 Profectio d; pascha S; vesperum SU (,in U aber 
korrigiert zu vespero) d, vesperi T, vespere in allen ubrigen Quellen, aus- 
genommen a. — 3, 2 devastando d. — 4, 1 Im (korrig. zu Iam) d. — 4, 3 
azymo Y. — 4, 4 oblatus est FX (in X aber korrigiert zu oblata). — 5, 1 
O vera T d f , O vera et digna HQR i. — 5, 2 Per quem AQR e f : facta 
sunt A k f. — 5 , 4 Redit ad vitae V e f k : Reddito 1 ; praemio DL a 1. 

— 6, 1 Consurgit AD' 2 FU- k. — 6, 2 paratro VZ, uaruero(!) 1. — 6, 3 
tradens 1. — 6, 4 reserens SV d: reserant H; paradiso H d; 6. 4 fehlt e. 

— Von Str. 7 nur die Anfangsworte P i. — 7, 2 paschale S. — 7, 3 im- 
petum U. — 7,4 defende FHIKAQRUV c f 1. — Als 8. Strophe folgt in 
allen Quellen, ausgenommen AISU, die Doxologie der Osterzeit: Gloria tibi 
Domine | Qui surrexisti a mortuis etc, in vielen davon nur der Aufang; in 
X a: Deo patri sit gloria. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



89 



Der uralte Hymnus (vgl. SchluGbemerkung zur folgenden Nr.) lebt noch 
fort im jetzigen Romischen Breviere, aber in vollig verandertem Gewande : 
Ad regias agni dapes | Stolis amicti candidis etc, u. zwar fiir Dominica in 
Albis. — Vgl. Anal. Hymn. XXVII, 88. 



84. In Resurrectione Domini. 

Ad Matutinas Laudes. 



1. Aurora lucis rutilat, 
Caelum laudibus intonat, 
Mundus exsultans iubilat, 
Gemens infernus ululat, 

2. Cum rex ille fortissimus 
Mortis confractis viribus 
Pede conculcans tartara 
Solvit catena miseros. 

3. Ille, qui clausus lapide 
Custoditur sub milite, 
Triumphans pompa nobili 
Victor surgit de funere. 

4. Solutis iam gemitibus 
Et inferni doloribus 
„Quia surrexit Dominus" 
Splendens clamat angelus. 

5. Tristes erant apostoli 
De nece sui Domini, 
Quem poena mortis crudeli 
Saevi damnarunt impii. 



6. Sermone blando angelus 
Praedixit mulieribus : 
„In Galilaea Dorninus 
Videndus est quantocius." 

7. 111 ae dum pergunt concite 
Apostolis hoc dicere, 
Videntes eum vivere. 
Osculant pedes Domini. 

8 . Quo agnito discipuli 
In Galilaea propere 
Pergunt videre faciem 
Desideratam Domini. 

9. Claro paschali gaudio 
Sol mundo nitet radio, 
Cum Christum iam apostoli 
Visu cernunt corporeo. 

10. Ostensa sibi vulnera 
In Christi carne fulgida 
Resurrexisse Dominum 
Voce fatentur publica. 



11. Rex, Christe, clementissime, 
Tu corda nostra posside, 
Ut tibi laudes debitas 
Reddamus omni tempore. 



Quellen sind die gleichen wie beim vorhergehenden Hymnus „Ad cenam 
agni u ; nur riickt fiir A ein: Hymn. ms. Hibernicum saec. 9. in. Cod. Carols- 
ruhan. Aug. CXCV. A. — Es kommen in Wegfall das „Eituale ms. Dunel- 
mense" sowie QV f und 1. — Umgekehrt dient hier als Quelle : Martyrol. 
et Hymn. ms. Modoetinum (?) saec. 9. Cod. Capit. Veronen. XC (85). m. — 
Somit ist Irland, Italien, Deutschland und Frankreich bei diesem Hymnus 
durch eine Quelle des 9. Jahrh. vertreten. — Nicht kollationiert sind EGMN 

b §r h. 

1, 1 rutulat A, rutilans K. — 1, 2 laudabilis intonat d. — 1, 3 exsultat 
iubilat FP e i , exsulta m. — 2, 3 conculta K 1 , concultat K- , tartaros T d 
(wiirde allerdings den Reim wahren ; aber der fehlt auch 9, 3; 10, 3; 11, 3). 
— 2,4 Solvit a poena FHIKLPRY a (iiber Rasur) C e i k. — 3", 1 qui 



90 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



claus sus(!) lapide d — 3, 2 sub limite K. — 3, 3 pompam RU; nobile S d. 
— 3,4 Victur d; a funere k. — 4, 1 Solutus iam gemiti[busj d. — 4, 4 
Resplendens CD 2 FHIKLKUY e i m, Rependens D l ; clamabat P a 2 C — 
5 , 1 Tristi d. — 5,3 cmdelis H e, korrigiert aus crudelis zu crudeli AKS 
a. — 5, 4 Servi HPKU e, saevi, dariiber „vel servi" I, saeve K: Fervidain 
narrant(!j F; damnarant J 2 K'PTUX e k, damnaverunt d m; impie 
IU. — 6, 2 Praedicit SXZ a. — 6, 3 Galilia A. — 7,2 Apostolis edieere 
m. — 7,3 Dicentes m. — 7, 4 Adorant CD, alle anderen Quellen (aufser 
den zwei altesten A und d): Osculantur. — 8, 1 discipulis L. — 8, 2 Galilia 
A, Galilea PSTU d m, sonst Galileam. — 9, 1 paschale S d. — 9, 2 mundum 
nitens d, mundo nitens T C; mittit radios A. — 9, 3 Dum X: Christo RTU d; 
iam discipuli m, discipulis L. — 9, 4 Viso m. — 10, 1 ibi vulnera m. — 
10, 2 fulda(!) m. — 10, 3 Resurrecsixse ( !) d, Resurrexisset m. — 10, 4 fa- 
temur A, fatetur S. — Str. 11 fehlt RS, ist nachgetragen K. — 11, 3 debita 
L m. — Nach Str. 11 folgt in KR i k: Quaesumus auctor omnium etc. 
(cfr. vorhergehende Xnmmer). — Doxologie fehlt AUX d; Deo patri sit 
gloria | Eiusque soli filio | Cum spiritu paraclito | Et nunc et in perpetuum 
(Regnans per omne saeculum m) S m: Deo patri a; Gloria tibi Domine ] Qui 
surrexisti a mortuis etc. die ubrigen Quellen, aber meist nur der erste Vers. 

Nach Str. 5 ist Divisio in HY und c ; H benutzt Str. 6 — 8 als Hymnus 
ad Tertiam, Str. 9 etc. als ad Sextam. — lm jetzigen Romischen Brevier 
ist Str. 1 — 4 beibehalten als Laudeshymnus fur die Osterzeit, aber mit be- 
deutenden Umanderungen (seit 1632): Aurora caeJum purpurat | Aether re- 
sultat laudibus | Mundus triumphans iubilat | Horrens Avernus intremit etc. ; 
ahnlich sind die iibrigen Strophen von den „Correctoren" zugerichtet. — 
Str. 5 ff. dienen ebendort als Hymnus de Communi Apostolorum in der 
Osterzeit, und zwar (seit Pius V.) Str. 5 — 8 inkl. fiir Vesper und Matutin, 
Str. 9 ■ff. fiir die Laudes, wiederum im veranderten Texte der Revisoren. 
So beginnt die Vesper: PaschaJe mundo gaudium | Sol nuntiat formosior etc. 

Dieser und der vorhergehende Osterhymnus sind nebst dem Complet- 
hymnus Christe , qui lux es et dies (Nr. 22) die einzigen Hymnen (aufser 
jenen des hl. Ambrosius), welche in den Sltesten Hymnaren irischer und 
nicht-irischer Provenienz sich vorfinden (cfr. Hymnol. Beitrage III); sie 
diirften demnach ein sehr altes Gemeingut sein, aber Ambrosius wird zu 
Unrecht als Verfasser angenommen. 

Betreffs des hier fehlenden Osterhymnus ad Nocturnas vgl. Eex aeterne 
Domine (Nr. 2 u. Anmerk*ung). 

85. In Eesnrrectione Domini. 

Ad Vesperas. 

1. Vita sanctorum, Deus, angelorum, 
Vita cunctorum pariter piorum, 
Christe, qui mortis moriens ministrum 

Exsuperasti, 

2. Tu tuo laetos famulos tropaeo 
Nunc in his serva placidus diebus, 
In quibus sanctum celebratur omnem 

Pascha per orbem, 

3. Pascha. quo victor rediens ab imo 
Atque cum multis aliis resurgens 
Ipse susceptam super alta carnem 

Astra levasti. 



I 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



91 



4. Nunc in excelsis Dominus refulgens 
Et supra caelos Deus elevatus, 
Iude venturus homo iudicatus 

Denuo iudex, 

5. Corda tu sursum modo nostra tolle, 
Quo patri dexter residens in alto. 
Ne resurgentes facias in ima 

Praecipitari. 

6. Hoc pater tecum, hoc idem sacratus 
Praestet amborum, pie Christe, flatus, 
Cum quibus regnas Deus unus omni 



Hymn. ms. Campidunense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Khen. 88. A. — 
Trop. et Hyran. ms. Khenoviense ( '? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. 
Rhen. 97. B. — Hyran. ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. VIII" 
1. C. — Brev. ms. Sangallense saec. 10 /n. Cod. Sangallen. 387. add. saec. 12. 
D. — Hymn. et Pros. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. theol. 
IV 0 25. E. — Brev. ms. Secoviense (Monialium) saec. n 'i2. Cod. Graecen. 
770. F. — ■ Brev. ms. Secoviense (Monialium) saec. 12. Cod. Graecen. 864. 
G. — Matutin. ms. Admontense anni 1180. Cod. Admonten. 18. H. — Brev. 
ms. Superioris Althae saee. 12. Clm. Monacen. 9633. I. — Hymn. ms. Ger- 
manicum saec. 12. Cod. Londinen. Add. 18301. K. — Brev. ms. Pataviense(?) 
saec. 13. Cod. Hilarien. 111. L. — Brev. ms. Murbacense saec. 13. Cod. 
Colmarien. 36. La. — Antiphon. ms. Xantense saec. 13. Cod. Xanten. s. n. 
add. saec. 13 /i4. M. — Brev. ms. S. Georgii Pragensis saec. 14. in. Cod. 
Pragen. VII G 7. N. — Brev. ms. S. Floriani saec. 13. et 14. Cod. Florian. 
XI 384. O. — Brev. ms. Lambacense saec. 14. Cod. Lambacen. CLXXI. P. 

Hymn. ms. Veronense saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). Q. — 
Hymn. ms. Severinianum saec. ,0 /n. Cod. Vatican. 7172. R. — Hymn. ms. 
Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 5776. S. — Brev. ms. Aquilegiense saec. 
ls /i4. Cod. Sancti Danielis 166. T. — Hj-mn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. 
Ambianen. 131. U. — Etwaige Varianten ans CKOPRU sind iibergangen. 

1 , 1 sanctorum decus angelorum KMX ; ist sichtlich Anlehnung an 
Cliriste sanctorum decus angelorum (Anal. Hymn. L, 197). — 1, 2 piorum pa- 
riter A. — 1,3 Tempore qui mortis M. — 2, 1 Tu tuos BM; laeto MQS. 

— 2, 2 servat L ; placitus D, placidis ANT. — 2, 3 u. 4 fehlen D. — 2, 3 
celebrat per orbem (dafiir fehlt 2, 4 per) L; omne B'-'N. — 3, 1 Casca(!) M. 

— 3, 3 suscepta S. — 4, 1 Tunc A ; resurgens M. — 4, 2 Et super QS. — 

4, 3 Unde N. — 5, 1 tollens S. — 5, 2 patris L; dextrae S; resides G. — 

5, 3 Nec resurgente S; resurgentem Q; in imo D. — 6, 1 sacrator I.; sacra- 
tnm S. — 6, 2 flamen S. — • 6, 4 regnat S, regnans Q. 

Titel in A : „In Pascha Domini" ; in B : „Dominicis diebus ad vesperum" ; 
in I: „De sanctis infra Pascha" ; in La : „In paschali teinpore"; in S: .,In 
Resurrectione ad vesperum". In der Regel ahnlich, wie an letzterer Stelle : 
allerdings legt Str. 4 nahe, an Ascensio Domini zu denken. — Der Hymnus 
wxirde in vielen gedruckten Brevieren, besonders detitscher Diozeseu, bis 
ins 16. Jahrh. beibehalten (cfr. Rep. Hymn. Nr. 21977). 



Iugiter aevo. 



86. In Kesurrectione Domini. 



1. Sol. luna, caelum, sidera, 
Mons, vallis, alta, concava, 
Fons, stagna. flumen, aequora, 
Quicquid volat, repit, natat, 



2. Qua voce quisque praevalet, 
In laude Christi plaudite ; 
Redemptor orbis hac die 
. Ab inferis victor redit. 



92 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



3. Cui latro mox ut credidit, 
Sedem beatam percipit ; 
Cunctis sacram spem contulit, 
Dum latro poenas effugit. 

4. Vita ante per lignum periit, 
Nunc vita per lignum viget; 
Hoc per crucem Deus refert, 
Per pomum Adam quod per- 

didit. 



6. Gavisa Christum accipit, 
Deum vorando se necat, 
Quaerendo praedam praeda fit, 
Glutivit ipsum, quo perit; 

7. Escam putavit, mors fuit, 
Dum plus cupit, se perdidit; 
Vult unde praedam sumere, 
Clauso necatur gutture. 



5. Decepta mors est optime, 
Ars arte victa corruit, 
Quae, si solebat tollere, 
A se ligata reddidit; 



8. Captiva plorant tartara, 
Erepta gaudent milia. 
Qui nostra solvis vincula, 
Dextra, quaesumus, libera. 



Collect. et Hjmn. ms. S. Maximini Trevirensis saec. 10. Cod. Treviren. 
592. A. — Hymn. ms. Severinianum *aec. 10 /u. Cod. Vatican. 7172. B. — 
Hymn. ms. Farfense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Ehen. 91. C. — 2, 2 laudem 
C. — 3. 1 Qui B; credit C. — 3, 2 beata B; percepit A. — 3, 3 sacrum 
spiritum contulit B. — 4, 4 Per poma quod Adam A. — 6, 3 praedam fehlt 
C. — 6, 4 ipsum coperit C. — 8, 3 Quo AC. — 8,4 Dextraque sumus B, 
Dextra favemus A. — In B folgt: „Quaesumus" (cfr. Nr. 83, Str. 7) und 
„Gloria tibi Domine" (Osterdoxologie); in C die Doxologie: 
Gloria patri ingenito | Semperque unigenito 
Simul cum sancto spiritu | In sempiterna saecula. 

Vgl. Aual. Hymn. XII, 29, wo die bedeutend kiirzere Form dieses Hymnus 
(nur 2 Strophen) mitgeteilt ist. — Zu 1, 4 cfr. Anal. Hvmn. XLIX, Nr. 550, 
Str. 2a. 



87. In Ascensione Doniini. 

Ad Vesperas. 



1. Optatus votis omnium 
Sacratus illuxit dies, 
Quo Cbristus, mundi spes, Deus, 
Conscendit caelos arduos, 



4. Est elevatus nubibus 

Et spem fecit credentibus, 

Aperiens paradisum, 

Quem protoplasti clauserant. 



2. Ascendens in altum Dominus, 
Propriam ad sedem remeans; 
Gavisa sunt caeli regna 
Reditu unigeniti. 



5. 0 grande cunctis gaudium, 
Quod partus nostrae virginis 
Post sputa, flagra, post crucem 
Paternae sedi iungitur! 



3. Magno triumpho proelii 
Mundi perempto principe, 
Patris praesentans vultibus 
Victricis carnis gloriam 



6. Agamus ergo gratias 
Nostrae salutis vindici, 
Nostrum quod corpus vexerit 
Sublimem ad caeli regiam. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



93 



7. Sit nobis curn caelestibus 
Commune manens gaudium, 
Illis, quod se praesentavit, 
Nobis, quod se non abstulit. 



8. Nunc provocatis actibus 

Christum exspectare nos decet 

Vitaque tali vivere, 

Quae possit caelos scandere. 



9. Gloria tibi, Domine, 
Qui scandis super sidera, 
Cum patre et sancto spiritu 
In sempiterna saecula. 

Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatiean. 83. A. — 
Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. B. — Manuale 
ms. Mediolanense anni 1118. Cod. Ambrosian. A 189 inf. C. — Hymn. ms. 
Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. D. — Hymn. ms. Beneventanum 
saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. E. — Hymn. ms. Severinianum saec. 
10 /n. Cod. Vatican. 7172. F. — Hymn. ms. Farfense saec. 10 /u. Cod. Koman. 
Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). G. — Hymn. ms. Farfense saec. 10 /u. (Cod. Turicen. 
Rhen. 91. H. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turieen. Ehen. 82. I. — 
Hymn. ms. S. Iacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. K. — Antiphon. 
ms. S Victoris ad Theatrum saec. 12. Cod. Ambrosian. A I inf. L. 

Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. 10 'n. Cod. Londinen. Iul. A VI. (Ist 
Paraphrase). — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monastieum) saec. 11. in. Cod. 
Londinen. Vesp. D XII. M. — Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense(?) saec. l0 /n. 
Cod. Londinen. Add. 37517. N. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. 
Capit. Dunelmen. B III 32. O. — Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense (? Vi- 
gorniense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. P. — Hymn. 
ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianeu. 131. Q. — Brev. ms. Strumense 
saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. R. 

Hymn. ms. Monasterii Parisiensis saec. 12. Cod. Oolinarien. 442. S. — 
Brev. ms. Cisterciense saec. 13. Cod. Labacen. 35. T. — Brev. ms. Hi- 
lariense saec. 13. Cod. Hilarien. 114. U. — Brev. ms. Cellae Principum saec. 
14. Clm. Monacen. 7209. X. — NPQU sind nicht kollationiert. 

1 , 3 Quo mundi Christus GHI, Quo mundi spes Christus Deus O. — 
2, 1 Scandens R ; altum Deus MO. — 2, 2 ad fehlt CKSTX; remeat DLMO. — 
2, 4 Redita M. — 3, 1 Magni triumphi proelium AB (vielleicht das Richtige ; 
man vgl. Magnum salutis gaudium = 1, 1 von Nr. 74), Magni triumphum 
proelii CKLSTX , Magni triumpho proelii MO. — 3, 2 Muudi redemptor M. 

— 3,3 Patri praesentis H , praesentat K. — 4 , 1 in nubibus alle Quellen 
aufser ABLST : I fiigt bei: alii „in nube". — 4. 2 spem dedit R. — 4, 3- 
QuiE; protoplasto EFGMR, protoplausto (u ausradiert) I, protoplastus STX, 
protoplausti H, protoplaustri CL ; clauserat CEFGH'ILMR8TX. — Nach Str. 4 
Divisio STX. — 5,3 fragra C. — 5, 4 Paterno H: sedis FI. — 6, 4 Sub- 
lime DGI 2 R; regia GR, regnum I-, gloriam MO (aber in O am Rande: regiamt. 

— 7, 2 mane I 2 . — 8, 1 pervocatis O. — 8, 3 A T itamque talem DFGHIM^O. 

— 8, 4 caelo H. — Nach Str. 8 schieben FGHI ein: 

Nunc, Christe, scandens aethera | Cor nostrum ad te subleva, 
Tuus patrisque spiritus i Descendat in nos caelitus. 

Str. 9 (Doxologie) fehlt ABCF: nur die Anfangsworte in den meisten 
Quellen: vollstiindig in DEH. — Die Doxologte lautet in X: Gloria tibi 
Domine | Gloria unigenito etc. ; in M: 

Sit laus perpes sit gloria | Christo regi, qui culmina 
Caeli transcendit ardua, | Qua sancta exsultant agmina. 

Die Tagzeit, fiir welche der Hymnus diente, ist in verschiedenen Quellen 
verschieden. 



94 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



88. In Ascensione Domini. 

Ad Nocturnas. 



1. Aeterne rex, altissime, 
Redemptor et fidelium. 
Quo mors soluta deperit, 
Datur triumphus gratiae, 

2. Scandens tribunal dexterae 
Fatris, potestas omnium 
Collata est, Iesu, caelitus, 
Quae non erat humanitus, 

3. Ut trina rerum machina, 
Caelestium, terrestrium 
Et infernorum, condita 
Flectat genu iam subdita. 

4. Tremunt videntes angeli 
Versam vicem mortalium : 
Culpat caro, purgat caro, 
Regnat Deus Dei cai'o. 



5. Tu, Christe, nostrum gaudium, 
Manens Otympo praeditum, 
Mundi regis qui fabricam, 
Mundana vincens gaudia. 

6. Hinc te precantes quaesumus, 
Ignosce culpis omnibus 

Et corda sursum subleva 
Ad te superna gratia, 

7. Ut cum rubente coeperis 
Clarere nube iudicis, 
Poenas repellas debitas, 
Reddas coronas perditas. 

8. Gloria tibi, Domine, 

Qui scandis super sidera, 
Cum patre et sancto spiritu 
In sempiterna saecula. 



Trop. ms. Martialense auni 933 — 936. Cod. Parisin. 1240. add. saec. 10. 
A. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Ood. Rossian. VIII 144; bis: fol. 16 a. 
Ba; fol. 66 a. Bb. — Hymn. ms. S. Iohannis Laudunensis saec. 10. Cod. 
Bernen. 455. C. — Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. 
D. — Brev. ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. E. — 
Collect. et Hymn. ms. Sandionysianum(?) saec. 11. (et 12.) Cod. Sangetio- 
vefian. 1186. F. — Brev. ms. Strumense isaee. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. 
suppr. 524. G. — Grad. et Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. 
Nouv. acq. 1235. H. 

Hymn. ms. Farfense saec. 10 /n. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). 

I. — Hymn. ms. Farfense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Rhen. 91. K. — Brev. 
m.s. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. L. — Hymn. ms. Veronense 
saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). M. — "Brev. ms. Montis Amia- 
tini saec. 10 /n. Cod. Casanaten. 1907 (B II 1). N. — Hymn. ms. Severinianum 
saec. 10 /n. Cod. Vatican. 7172. O. — Brev. ms. S. Eutychii Nursini saec. 

II. in. Cod. Vallicellan. B 79. P. — Hymn. ms. Bobiense saec. 11. Cod. 
Vatican. 5776. Q. 

Hymn. ms. Campidunense saec. lc 7n. Cod. Turicen. Rhen. 83. R. — 
Brev. ms. Sangallense saec. 10 /n. Cod. Sangallen. 387. S. — • Trop. et Hymn. 
ms. Rhenoviense(? Sangallense) saec. 11, in. Cod. Turicen. Rhen. 97. T. — 
Hvmn. et Prosar. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. theol. 
IV° 25. U. 

Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. 10 /n. Cod. Londinen. Iul. A VI. (Ist 
Paraphrase). X. — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in. 
Cod. Londinen. Vesp. D XII. Y. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. 
Capit. Dunelmen. B III 32. Z. — Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense(? Vi- 
gorniense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. a. — 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



95 



Mozarabische Quellen und den im Mozarabischen ertveiterten Text s. 
Anal. Hymn. XXVII, 96. — Varianten aus DEFN a siud nieht eingetragen. 

1, 1; 2, 1; 3, 1 und 3, 4 folgen in A und Bb sich unmittelbar uud 
bilden so die Strophe: 

Aeterne rex, altissime, | Scandens tribunal dexterae 
Patris, cui rerum machina j Flectat genu iam subdita. 

Es ist keineswegs ausgeschlossen, dafs diese Strophe als die ursprimgliche 
naehtraglich. wenngleich friih, erweitert wurde; ebenso diirfte Str. 4, die in 
A und Bb fehlt, ein Einschiebsel sein. Aufser dem Alter der beiden Quellen 
und der geringereu Wahrscheinlichkeit, dafs eine sonst selten vorkommende 
Reduzierung des Urtextes vorgenommen sei, spricht fnr diese Annahme der 
Umstand, dafs die Textform in A und Bb in allen Strophen, abgesehen von 
der Doxologie, die Assonanz regelmafsig wahrt. — 1, 3 deperiit T. — 1,4 gratia 
M, gloriae GO. — 2, 3 est getilgt L-; est et caelitus O. — 2,4 umanitus 
Ba. — 3, 1 At R. — 3, 2 frestrium(!) L. — 3, 4 Flectet Ba PQ, Flectant 
H; iam fehlt T; genua O. — 4, 2 Versa vice HIL'PQSY. —4,4 Deus 
homo (auf Rasur) caro L. — Str. 4 fehlt ABb. — Nach Str. 4 Divisio in 
H. — 5, 1 Te Christe CKMNSTU, Es Christe O. — 5, 2 Manet S ; praemium 
(statt praeditum) RIJ, proditum T. — 5, 3 qui fehlt R; fabrica A, fabricant 
Bb. — 5, 4 vicens gaudia G. — 6, 1 Hic O; Hinc deprecantes S. — 6, 2 
Igno[sce] L; omnium R. — 6, 3 sublevet U. — 6, 4 gratiam Ba. — 7,1 
Et O: cum repente HIKLOQR; coeperit HK. — 7, 2 nubes BbH, nubem iu- 
dicii L; nube iudicans G. — 7, 3 repellat K. — Zwischen Str. 7 und 8 
schiebt I ein : Nunc Christe scandens aethera etc. wie zwischen Str. 8 und 9 
im Hymnus „ Optatus vbtis omnium" (Nr. 87); K hingegen hat die Inter- 
polation : 

Sponsor, Deus, verissime, | Donum patris nunc ingere 
Munusque nos paracliti | Aptet suo receptui. 

Z schliefst nach Str. 7: „Tu esto nostrum gaudium(= Str. 5 von „Iesu 
-nostra redemptio" ; Nr. 89) so auch in Q; „Gloria tibi Domine". — Von der 
Doxologie nur die Anfangsworte BaCGLPTUYZ. — 8, 2 supra sidera H; 
Qui ascendisti ad aethera S. — 8, 3 et almo OR. — Doxologie in K : Praesta 
pater. — Im jetzigen Edmischen Brevier zeigt der Hymnus verschiedene 
Aenderungen : 1, 3 sq. Cui mors perempta detulit | Summae triumphum gratiae. 
Str. 2 Ascendis orbes siderum | Quo te vocabat caelitus | Collata non huma- 
nitus | Rerum potestas omnium — 4,3 Peccat caro , mundat caro. — 5, 1 
Sis ipse nostrum. — 7, 1 cum repente. 



89. In Asceasioae Doaiini. 

Ad Matutinas Laudes. 



1. Iesu, uostra redemptio, 
Araor et desiderium, 
Deus, ereator omnium, 
Homo in fine temporum, 

2. Quae te vicit clementia, 
Ut ferres nostra crimina 
Crudelem mortem patiens, 
Ut nos a morte tolleres? 



3. Inferni claustra penetrans, 
Tuos captivos redimens, 
Yictor triumpho nobili 

Ad dextram patris residens, 

4. Ipsa te cogat pietas, 
Ut mala nostra superes 
Parcendo et voti compotes 
^yos tuo vultu saties. 



00 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



5. Tu esto nostrum gaudiura, 
Qui es futurus praemium ; 
Sit nostra in te gloria 
Per cuncta semper saecula. 



6. Gloria tibi. Domine, 
Qui scandis super sidera, 
Cum patre et sancto spiritu 
In sempiterna saecula. 



AB (C fehlt) D — I (K fehlt) LM (N fehlt) OPQ (N fehlt) S— a = Quellen 
des vorhergehenden Hymnus „ Aeterne rex altissime". — DEFa sind nicht 
kollationiert. 

2, 1 vincit H. — 2, 2 Ut nostra ferres S. — 3, 1 penetras T. — 3, 2 
redimes Q. — 3, 4 dexteram SU; resides GLPZ 2 . — 4, 2 sufferas A, superas 
S. — 4, 3 Parcendo votis IL; et votis S; compotens Q. — 4,4 satias S. 
— Nach Str. 4 hat A die interessanten Strophen eingefiigt: 
Iube, redemptor omnium, Discordes ad concordiam 

Hungrorum mala conteri [Tu] revocare digneris, 

Et laude tui nominis Ut pax per omne saeculum 

Nos solve a periculis. Sit laus in ore pauperum. 

Str. 5 fehlt SYZ. — 5, 2 futurum GILMPT. — 5, 4 cuncta tibi saecula 
A , cuncta laus et saecula IL. — Doxologie fehlt BILMQ: in den anderen 
Quellen nur der 1. Vers, aber in H vollstandig. — A hat nach Str. 5 die 
Rubrik: „In hymno Pentecosten (konnte also auch fiir Pfingsten verwendet 
werden) : 

Hic, Christe, nunc paraclitus | Per te pius nos visitet 

Terrae novansque faciem | Culpis aborsos (1. absorptos) recreet. 

Die liturgische Verwendung des Hymnus betreffs der Tagzeit ist sehr 
verschieden. — Im jetzigen Bdmischen Brevier dient er fiir die Vesper und 
die Laudes, hat aber eiu fast vollig verandertes Aussehen erhalten ; so lautet 
die 1. Strophe: 

Salutis humanae sator, | Iesu, voluptas cordium, 
Orbis redempti conditor j Et casta lux amantium. 

Die iibrigen Strophen lassen noch etwas besser das Original wieder- 
erkennen. 



90. In Ascensione Domini. 

1. Astra polorum * super ascendit 
Christus, ad patris * dexteram sedens, 
Victor et auctor * noster ubique. 

2. Idcirco, fratres, * pangite melos 
Huic Deo nostro, * ut mereamur 
Scandere mente, * quo raanet ipse. 

3. Gloria simul * patri perenni 
Sit, filio [sit] * spirituique 

Almo Deoque * semper in aevum. 



Trop. et Hymn. ms. Ehenoviense ('? Sangallense) saec. 11. in. Cod. 
Turicen. Kheu. 97. A. — Hymn. ms. Sangallense(V) saec. 11. Cod. Berolinen. 
VIII" 1. B. — Brev. ms. Altahense saec. u /ia. Clm. Monacen. 9633. add. 
saec. 12. C. — Brev. ms. Pruvningense saec. 12. Clm. Monacen. 27037. D. 
— Diurn. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 12. Clm. Monacen. 17024. E. — 
Brev. ms. S. Petri Salisburgensis saec. 12. Cod. Petrin. a V 24. F. — 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



97 



Psalt. ms. Wingartense saec. 12. Cod. Fulden. Aa 57. G. — Hymn. ms. 
Germanicum saec. 12. Cod. Londinen. Add. 18801. H. — Brev. ms. Zwi- 
feldense saec. 12. Cod. Stuttgardien. Brev. 98. I. — Brev. ms. Murbacense 
saec. 13. Cod. Colmarien. 36. K. — Brev. ms. Gengibacense saec. 13. Cod. 
Carolsruhan. Geo. 22. L. — Brev. ms. Emmeramense saec. 13 /u. Clm. Monacen. 
14 741. M. — Brev. ms. Schaffhusiense saec. 14. Cod. Turicen. Rhen. 133. 
N. — Brev. ms. Zwifeldense saec. 15. Cod. Carolsruhan. Ang. CCLXH. O. 
— Brev. ms. Augustanum saec. 15. Cod. Augustan. VIII 27. P. — Brev. 
ms. S. Bonifatii Fuldensis saec. 15. Cod. Fulden. Aa 81. Q. 

1, 1 ascendens 10. — 1, 2 dextram L. — 2, 1 Idcirco patres O. — -2, 3 
Hinc D, Nunc F. — 3, 3 Deo almoque L, Sancto Deo O. — Man vgl. die 
Dichtung gleichen Anfanges von Walahfrid (Anal. Hymn. L, 170). — Ur- 
sprung wohl in Deutschland zu suchen. 



91. In Pentecoste. 

Ad Nocturnas. 

1. Beata nobis gaudia 4. Patrata sunt haec mystice 
Anni reduxit orbita, Paschae peracto tempore 
Cum spiritus paraclitus Sacro dierum numero, 
Effulsit in discipulos. Quo lege fit remissio. 

2. Ignis vibrante lumine 5. Te nunc, Deus piissime, 
Linguae figuram detulit, Vultu precamur cernuo, 
Verbis ut essent proflui Illapsa nobis caelitus 
Et caritate fervidi. Largire dona spiritus. 

'6. Linguis loquuntur omnium, 6. Dudum sacrata pectora 
Turbae pavent gentilium, Tua replesti gratia, 

Musto madere deputant, Dimitte nunc peccamina 

Quos spiritus repleverat. Et da quieta tempora. 

7. Sit laus patri cum filio, 
Sancto simul paraclito, 
Nobisque mittat filius 
Charisma sancti spiritus. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Hymn. ms. 
Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. B. — Hymn. ms. 
Farfense saec. 10 /n. Cod. Eoman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). C. — Hymn. 
ms. Farfense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Rhen. 91. D. — Brev. ms. Farfense 
saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. E. — Hymn. ms. Severinianum saec. 10 n. 
Cod. Vatican. 7172. F. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. 10 /n. Cod. Ca- 
sanaten. 1907 (B II 1). G. — Brev. ms. S. Eutychii Nursini saec. 11. in. 
Cod. Vallicellan. B 79. H. — Brev. ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 11. 
Cod. Vatican. 4928. I. — Hymn. ms. Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 
5776. K. — 

Collect. et Hymn. ms. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. Cod. 
Treviren. 1245 (1418) L. — Hymn. ms. Campidunense saec. 10 /n. Cod. Tu- 
ricen. Rhen. 83. M. — Brev. ms. Sangallense saec. 10 /n. Cod. Sangallen. 
387. N. — Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense(? Sangallense) saec. 11. in. 
Cod. Turicen. Rhen. 97. O. — Pros. et Hymn. ms. Fredeslariense saec. 11. 
ex. Cod. Casselan. theol. IV» 25. P. — Hymn. ms. Anglosaxonicuin saec. 10 /n. 
Blume, Thesauri hymnologici Hymnarium. 7 



98 



Pars^ I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



Cod. Londinen. lul. A VI. (Paraphrase) Q. — Psalt. et Hymn. ms. Cantua- 
riense(?) saec. 10 /n. Cod. Londinen. Add. 37517. R. — Hynm. ms. Anglo- 
saxonicum (Monasticum, saec. 11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. S. — 
Hymn. ms. Wintoniense saec. II. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. T. — 
Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense (? Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. 
Corp. Christi Cantabrigien. 391. U. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Eossian. VIII 144. X. — Hynin. 
ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. Y. — Brev. nis. S. Germani 
Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. Z. — Brev. ms. Strumense saec. 
11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. a. — Trop. et Antiphon. ms. 
Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. b. — Hymn. ms. Tole- 
tanum saec. 10. Cod. Matriten. Tol. 1005 (35 — 1). C — Miss. et Brev. ms. 
Exiliense saec. 10. Cod. Londinen. Add. 30846. d. — Brev. ms. Hispanicum 
saec. n /i2. Cod. Londinen. Add. 30848. e. — Varianten aus GIRUYZ e sind 
iibergangen. 

1, 4 Effulxit b. — 2, 1 luminis D. — 2, 2 figuras B, figura D. — 3, 1 
omnibus NP b. — 3, 2 pabet d. — 3,4 Quo A, Quod D. — 4, 1 mystica 
HKLMS-TX a b. — 4, 2 Paschale M. — 4, 4 Quo longe M, Quo legis T. 
— 5, 2 cernui MN c d (wiirde den Reim wahren). — 5, 3 Illapsi HX, lllapse 
C — 5, 4 Largiri E 2 . — 6, 2 Tua remitte M. —6,4 quiete O. — Nach 
Str. 6 fiigen BCDE (mit belanglosen Varianten) ein: 

Hinc, Christe, nunc paraclitus | Per te pius nos visitet 
Novansque terrae faciem | Culpis solutos recreet. 

Als Doxologie (Str. 7): Praesta pater L C: Gloria tibi Domine MP; 
Deo patri d: in N steht „Sit laus patri cum filio" iiber Rasur; D und T: 
Sit laus patri cum genito | Amborum et paraclito, 
Proles ut hunc promiserat, | Nobis modoque tribuat. 

BCE hingegen bieten die Doxologie (vollstandig nur C): 
Gloria patri Domino | Natoque, qui a mortuis 
Surrexit ac paraclito | In saeculorum saecula. 

Im Homischen Brevier fast unveriindert beibehalten : 1,4 Illapsus est 
apostolis. — 4, 3 dierum circulo. — 6,3 Dimitte uostra crimina. — Doxo- 
logie: Deo patri sit gloria | Et filio etc. 



92. In Peutecoste. 

Ad Matutinas Laudes. 



1. lam Christus astra ascenderat, 
Regressus, unde venerat, 
Promisso patris munere 
Sanctum daturus spiritum ; 

2 . Solemnis urgebat dies, 
Quo mystico septemplici 
Orbis volutus septies 
Signat beata tempora, 

o. Cum hora cunctis tertia 
Repente mundus intonat 
Apostolis orantibus 
I)eum venisse nuntians. 



4. De patris ergo lumine 
Decorus ignis almus est, 
Qui fida Christi pectora 
Calore verbi compleat. 

5. Impleta gaudent viscera. 
Adflata sancto lumine; 
Voces diversae consonant, 
Fantur Dei magnalia. 

6. Ex omni gente cogitur 
Graecus, Latinus, Barbarus. 
Cunctisque admirantibus 
Linguis loquuntur omnium. 



B. Hyinni de Tempore Proprii. 



99 



7. Iudaea tunc incredula, 
Vesano turba spiritu, 
Ructare musti crapulam 
Alumnos Christi concrepat. 



8 



Sed signis et virtutibus 
Occurrit et docet Petrus 
Falso profari perfidos 
Ioele teste coraprobans. 



Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 83. A. — 
Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. B. — Hymn. 
ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. C. — Hymu. ms. Beneventanum 
saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. D. — Hymn. ms. Bobiense saec. 10. 
Cod. Taurinen. G VII 18. E. — Hymn. ms. Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 
5776. F. — Hymn. ms. Farfense saec. 10 /n. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 
(Farf. 4). G. — Hymn. ms. Farfense saec. 10 n. Cod. Turicen. Khen. 91. 
H. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. I. — 
Hynin. ms. Veronense saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). K. — 
Hymn. ms. Severinianum. saec. 10 /n. Cod. Vatican. 7172. L. — Brev. ms. 
8. Eutychii Nursini saec. 11. in. Cod. Vallicellan. B 79. M. — Brev. ms. 
Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Mediolanen. 155. N. — Brev. ms. 
S. Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 4928. O. — Psalt. et Hymn. 
ms. S. Iacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. P. 

Collect. et Hymn. ms. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. Cod. 
Treviren. 1245 (1418). Q. — Brev. ms. Sangallense saec. 10 n. Cod. San- 
gallen. 387. R. — Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense(? Sangallense) saec. 11. 
in. Cod. Turicen. Rhen. 97. S. — Pros. et Hymn. ms. Fredeslariense saec. 
11. ex. Cod. Casselan. theol. IV° 25. T. — Hymn. Anglosaxonieum saec. 10 /n. 
Cod. Londinen. Iul. A VI. (Paraphrase) U. — Psalt. et Hymn. ms. Cantu- 
ariense(?) saec. 10 /n. Cod. Londineu. Add. 37 517. X. — Hymn. ms. Anglo- 
saxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. Y. — 
Hynin. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. Z. — 
Collectar. et Hvmn. ms. Wintoniense(? Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. 
Corp. Christi Cautabrigien. 391. a. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. b. — Hynm. 
ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. C. — Brev. ms. S. Germaui 
Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. d. — - Collect. et Hymn. ms. San- 
dionysianum saec. 11. (et 12.) Cod. Sangenovefian. 1186. e. — Brev. ms. 
Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. f. — Trop. et 
Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. g. — 
Brev. ms. Hispanicum saec. 11 12. Cod. Londinen. Add. 30848. h. — Varianten 
aus LOX a C d e h sind nicht verzeichnet. 

1, 1 astra fehlt Q. — 1, 3 Promissa patris munera CKQRST b g; Pro- 
missum GHI. — 1,4 daturum EFI. — 2, 1 surgebat AN (ob ursprunglieh 
so ?). — 2, 2 Qui Q; mystice M; septimplici A. — 2, 3 Orbe voluto GHIUYZ 1 , 
Orbi voluto M f, Orbe volutus QR , Orbem volutor D. — 2, 4 Signa g. — 
3, 1 Dum GHKRT g, Tum f, Tunc DF. — 3, 2 mundo AB (vielleicht die 
urspr. Lesart). — 3, 3 Orantibus apostolis KMPQRSTUYZ b f g. - 3, 4 
nuntiat KMQRSTZ 2 b f g, nuntiant EF. — 4, 2 Dequorus A, Demissus Q: 
ignis advenit P. — 4, 3 Quo CDGHIQRST f; Christi fida D; fida Christo 
f. — 4, 4 Verbi calore DGI; complevit EFY'Z b g. — 5, 1 Adflatu QR, 
Adflato Y f; sancto spiritu CEFKMSTY b f g, saneti spiritus QR , sancto 
flamine U. — 5, 3 Voces fehlt F; diversas intonant (intonat Y) CEFKMQRSTY 
b f g, diverse intonant Z, diverso consono D ; consona I, insonant S. — 6, 1 
coitur Z-, coitus G, cognitus P, cogniti EFKMQRTYZ 1 b f g. — 6, 2 
Graeeus etc. ABCDINP , sonst Graecis ete. — 6, 4 omnibus EFKMQRSTY 
b f g. — 7, 2 Vesana CEFSY b f g, Vesani D; torvo CP b f g, turuo F, 
torva M, tunc R, turbo DGK; turba korrig. zu tacta S. — 7, 3 crapula 
D— KMQRSY b g. — 7, 4 cnncrepant Q, concrepet Z\ — 8, 2 Pe trum f. — 
8, 3 Falso DEFUY, Falsas H, Falsa ABMX (gegen das Metrum); so nst Falsos; 



7* 



100 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



probariCDKTb, probavit QRST Z f g\ prophariUY; perfidamD. — 8, 4Ioeleteste 
comprobans ABCG 2 FNP, Ioele testes comprobant D ; sonst: Ioelis testimonio. 

Xach Strophe 8 fiigen FKMNYZ b f g noch bei: Hic (Hinc oder Sic) 
Christe nunc paraclitus etc. (Vgl. Anmerkung zu Str. 5 bei Nr. 89 und zu 
Str. 6 bei Nr. 91). — 

Als Doxologie, die in den alteren Quellen fehlt, ist angemerkt: „Gloria 
patri Domino" CG f (vgl. Nr. 91, Anm. zu Str. 7.); „Gloria pa[tri]" D; 
„Gloria tibi Domine" , so gewohnlich. — In g ist nach Str. 4 Divisio mit 
der Doxologie: „Sit laus patri cum tilio etc"; diese gleiche Doxologie (vgl. 
Str 7 in Nr. 91) beschliefst ebendort den 2. Teil des Hymnus, der „in Laudibus" 
verwendet wird. — In Y und Z ist der Hymnus in 3 Teile zerlegt: Str. 1 — 3 
„ad Tertiam", Str. 4—6 „ad Sextam", Str. 7 und 8 „ad Nonam" Jeder 
Teil schliefst in Z mit „Dudum sacrata pectora" (vgl. Str. 6 in Nr. 91) und 
„Sit laus patri cum genito" (cfr. Nr. 91, Anm. zu Str. 7); in Y schliefst nur 
die Doxologie „Gloria tibi Domine" ab. 

Die liturgische Bestimmung betreffs der Tagzeit am Ptingstfeste ist ver- 
schieden. — Der Text selbst verrat in seiner zersungenen Form auch die 
„voces diversas" des Pfingsttages. Weil Rhythmus und Strophenzahl den 
Hymnus als echten „Ambrosianus" kennzeichnen , schien es ratsam, den 
Text der beiden alten Ambrosianischen Hymnare, dem iiberdiefs die italienischen 
Quellen folgen, als den urspriinglichen zugrunde zu legen. — Daniel (I, 65) 
meint : „Hymnus in perpaucis breviariis vetustioribus legitur". 

Unser Rdmisches Brevier hat noch den Hymnus mit folgenden Anderungen : 
1, '2 Reversus. — 1, 3 Patris fruendum munere. — 3, 1 Cum lucis hora tertia. 
— 3,4 venire nuntiat. — 5,2 sancto spiritu. — 5,3 Vocesque diversas 
sonant. — 6, 1 sq. Notique cunctis gentibus | Graecis, Latinis, Barbaris [ Si- 
mulque demirantibus. — 7, 2 Vesana torvo spiritu | Madere musto sobrios | 
Christi fideles increpat. — 8, 1 Sed editis miraculis. — 8, 3 Falsum. 



93. In Pentecoste. 



Ad Processionem. 



R. Pneumatis aeterni, Deus, assit gratia nobis 
Et tibi devotos sanctificet famulos. 



1. Exornet mundando nostra 
Clementissime pectora, 
Mansor ut ipse cordium 
Esse velit fidelium. 



4. Spirando suave sensibus 
Infunde lumen caelitus, 



Contemplari principium. 



Possint ut mere splendidum 



2. Purgator idem sordium 
Discretor et ornatuum 
Cunctis in se fidentibus 
Assit protector sedulus. 



5. Ex priscis quondam vatibus 
Diversis aenigmatibus 
Clausurum matris uterum 
Prompsisti Dei filium. 



3. Sanctorum cogitatuum 
Suasor et meditatuum, 
Unguento tuo, quaesumus, 
Ungue nos, sancte spiritu 




6. Electi gregis principes 
Et bellatores milites 
Donasti forti pectore 
Nescire poenis cedere. 



B. Hymni de Tenipore Proprii. 



101 



7. Intende votis snpplicum 8. Dignatus idera hodie 
Tibi nunc suspirantiurn, Terrestria invisere, 

Per quem devoti gemitus Formasti mores hominum 

Parantur Dei auribus. Exemplar ad caelestium. 

9. Splendor, laus virtus tibi sit, 
Cum patre par et filio, 
Sacrator, sancte spiritus, 
Per saeculorum saecula. 

Procession. ms. Sangallense saec. 12. Cod. Sangallen. 360. A. — Trop. 
ms. Sangallense saec. 10 /n. Cod. Sangallen. 382. add. saec. 13. (mit Neumen). 
B. — cfr. Canisius, Lect. Antiq. V, 766 und 759. 



94. De sanctissinia Trinitate. 

A d Vesperas. 



1. 0 sacrosancta trinitas. 

Quae cuncta condens ordinas. 
Diem labori deputans 
Noctem quieti dedicas, 



2. Te mane simul vespere, 
Te nocte et die canimus ; 
Tu in tua nos gloria 
Per cuncta serva tempora. 



3. Praesta, parens piissime, 
Praesta, parentis unice, 
Cum spiritu paraclito 
Aevo vivens intermino. 

Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 97 
A. — Brev. ms. Emmeramense saec. ls /u. Clm. Monacen. 14741. B. — 
Diurn. ms. Benedictinum (Bavariae) saec. 14. Cod. Altovaden. X. C. — 1, 1 
sacra sancta A. — -1,3 Uiem vocari B. — 1, 4 quiete A: dedicans BC. — 
2, 1 vesperi A. — 2, 2 Et nocte BC. — 3, 1 Praesta pater BC. — 3, 2 
Parens parentis A. — 3, 4 vigens BC. — 



95. De sanctissima Trinitate. 

1. 0 pater sancte, mitis atque pie, 
0 Iesu Christe, fili venerande, 
Paraclitusque spiritus o alme, 

Deus aeterne. 

2. Trinitas sancta unitasque firma, 
Deitas vcra. bonitas immensa. 
Lux angelorum, salus orphanorum 

Spesque cunctorum. 



102 



Pars I. Hymiii antiquissimi saec. V. — XI. 



3. Serviunt tibi cuncta, quae creasti, 
Te tuae cunctae laudant creaturae; 
Nos quoque tibi psallimus devoti, 

Tu nos exaudi. 

4. Gloria tibi, Deus omnipotens, 
Trinus et unus, magnus et aeternus. 
Te decet hymnus, honor, laus et decus 

Nunc et in aevum. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506 A. — Hymn. ms. 
Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. B. — Hymn. ms. 
Severinianum saec. I0 /n. Cod. Vatican. 7172. C. — Hymn. ms. Veronense 
saec. 10 n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). D. — Hyinn. ms. Bobiense 
saec. 11. Cod. Vatican. 5776. E. — Hymn. ms. S. Sofiae Beneventanae 
saec. 11. Cod. Neapolitan. VI E 43. F. — Psalt. ms. S. Sofiae Beneventanae 
saec. 12. Cod. Neapolitan. VI F 2. G. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. 
Turicen. Rhen. 82. H. — Offic. ms. BMV. sec. usum Soranum(?) saec. 11. 
Cod. Oxonien. Misc. liturg. 277. I. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. K. — Hymn. 
ms. Anglosaxonicum saec. 10 /n. Cod. Londinen. Iul. A VI. (Paraphrase). L. 

— Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. Londinen. 
Vesp. D XII. add. saec. "/is. M. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. 
Dimelmen. B III 32. N. — Psalt. et Oration. ins. Secoviense saec. 12. Cod. 
Graecen. 1202. O. — Offic. ms. Trinitatis et BMV. saec. 12. Cod. Petrin. 
a 18. P. — Diurn. ms. Altovadense saec. 13. Cod. Altovaden. III. Q. — Antiphon. 
et Hymn. ms. Scarense saec. 14. (et 15 ) Cod. Upsalen. C 422. R. — Brev. 
ms. Eberspergense saec. 15. Clm. Monacen. 5974. S. — Brev. Lascurense 
imp. Lascurris 1541 (reimpr. 1891). T. 

1, 1 pater alme E; atque pius C, et pie S. — 1, 3 Paracliteque ENOPQT ; 
ot alme MRST sonst: et alme. — 2, 1 qne fehlt OP. — 2, 3 solus orpha- 
norum C. — 3, 1 und 2 umgestellt K. — 3, 1 Serviant BCDK: quae tu 
creas S. — 3 , 2 Te simul cunctae N; laudent BCEK; creaturae laudant O. 

— 3, 3 sq. Nos quoque tibi agimus, benignus | O Deus, laudes D ; Nos quo- 
que tibi benignas agamus (agimus P) | Deo gratias OP. — Statt Str. 4 hat 
O, uuter Aufgeben des Versmafses: 

Et nos iam, alma trinitas, | Attende pio munere, 
Ut angelorum laudibus | Admittas, quod persolvimus. 
Deo patri sit gloria etc. 

4, 1 omnipotens Deus BCDMPRT (zerstort den Binnenreim), Gloria patri 
omnipotenti S. — 4, 2 Trinus et unus fehlt N; Trino et uno S, Trine et 
une , aeterne et magne C; magnus et excelsus CR, magno et excelso S. — 
4, 3 sq. in K: Laus tibi, Christe, honor, lux decus hic ] Et in aeternum. — 
4, 3 laus decus (et fehlt) P. 

Interessant ist bei diesem alten Hymnus der Binnenreim, der iibrigens 
hier in ganz derselben Weise durchgefiihrt ist, wie bei dem strophisch gleich- 
gebauten Hymnus des Notkerus Physicus ^Rector aeterni" (Nr. 186). 



5J6. De sanctissima Trinitate. 



1. Adesto, sancta trinitas, 
Par splendor, una deitas, 
Qui exstas rerum omnium 
Sine fine principium. 



2. Te caelorum militia 

Laudat, adorat, praedicat, 
Triplexque mundi machina 
Benedicit per singula. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



103 



3. Assumus et nos cernui 
Te adorantes famuli ; 
Vota precesque supplicnm 
Hymnis iunge caelestium. 



4. Unum te lumen credimus, 
Quod et ter idem colimus, 
Alpha et 0 quem dicimus ; 
Te laudet omnis spiritus. 



5. Laus patri sit ingenito, 
Laus eius unigenito, 
Laus sit sancto spiritai, 
Trino Deo et simplici. 

Hvmn. ms. Veronense saee. 10 u. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). A. 

— Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. Londinen. 
Vesp. D XII. B. — Antiphon. et Hymn. ms. Scarense saec. 14 (et 15). Cod. 
Upsalen. C 422. C. — Diurn. et Hymn. ms. Benedictinum Suecicum saec. 15. 
Cod. Upsalen. C 477. D. — Brev. ms. Autissiodorense saec. 15. (Privatbesitz). 
E. — Psalt. et Hvmn. ms. Praedicatorum saec. 15. Cod. Vatican. 7791. F. 

— Psalt. et Hymn. ms. Augustinum Memmingense saec. 15. Clm. Monacen. 
8171. G. — Psalt. ms. Basileense saec. ,6 /ie. Cod. Paulan. 25. 2. 33. (olim 
Sanbl. memb. 57). H. — Brev. ad usum FF. ord. SS. Trinitatis de redemptione 
Captivorum impr. Parisiis 1515. I. 

1, 3 Te triplex mundi GH. — 2, 4 Benedicat G : per saecula BCEG. — 
3, 2 Te feblt H. — 3, 4 iunge fidelium A; caelestibus G. — 4, 2 et te idem 
D. — 4, 4 laudat DG. — E bezeichnet den Hymnus fiir: „In Transfiguratione 
ad Vesp. et Noct." — Anal. Hymn. IV, 14 ist Vorstehendes nur aus einer 
Hs. des 15. Jahrh. publiziert. — Im Repert. Hymnol. Nr. 487 sind mehrere 
gedruckte Breviere als Quellen verzeichnet. 



i>7. Ad sanctissimam Trinitatem. 

De Operibus sex dierum et Donis Spiritus sancti. 



I. 

1. Mundi creator optime, 3. 
Quo luce lux est reddita 
Luxque divisa tenebris 
Primo dierum saeculi, 



Lux, Christe, nostras tenebras 
Luce timoris effuga, 
Ut, qui eramus tenebrae, 
Lux simus in te, Domine. 



2. Aetate prima saeculi 
Te luce viget ratio, 
Qua Deo docti homines 
Artes excercent varias. 



1. Verbi patris imperio 
Caeli convexa firmitas 
Aquas ab aquis dividit 
Secundo die saeculi. 



4. Sit trinitati gloria. 
Virtus, honor, victoria, 
Quam sua laudant opera 
In saeculorum saecula. 

II. 

2. Secuuda aetate saeculi 
Archae compacta firmitas 
Locatur inter caerula 
Fidos infidis segregans. 



104 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



3. Rex, Christe, nostra firnntas, 
Tu motus carnis cohibe 
Nosque in honis robora 
Daus pietatis spiritum. 



4. Sit trinitati gloria, 
Virtus, honor, victoria, 
Quam sua laudant opera 
In saeculorum saecula. 



1. Sub caelis aquae confluunt, 
Virens apparet arida. 
Fit paradisus Domini 
Saecli dierum tertio. 



•3. Fons vitae, nobis influens 
Virtutum quadro tramitej 
Tibi nos hortum perfice 
Sanctae dono scientiae. 



2. Aetate saecli tertia 
Gentes in ritu coeunt, 
Sancta surgit plantatio 
Hebraea gens in patribus. 



4. Sit trinitati gloria, 
Virtus, honor, victoria, 
Quam sua laudant opera 
ln saeculorum saecula. 



1. Caeli perornant cameram 
Mundum calore temperans 
Sol, luna cum sideribus 
Quarto dierum saeculi. 



IV. 

3. Sol, Christe, nos irradia 
Dans dona foditudinis, 
Tuusque candor faciat 
Ministros verbi splendidos. 



2. Aetate quarta saeculi 
Regni virtus Davidici 
Cum synagoga splenduit, 
Sancti prophetae radiant. 



4. Sit trinitati gloria, 
Virtus, honor. victona, 
Quam sua laudant opera 
In saeculorum saecula. 



1. Iussae producunt reptile 
Aquae viventis animae, 
Quae colos, aquas permeant 
Quinto dierum saeculi. 



3. Christe, verbum volatile, 
Piscis, bomo sub tempore. 
Verbo sacrisque promove 
Alto tuos consilio. 



2. Aetate quinta saeculi, 
Iudaea qua gens exsulat, 
Partim se miscet gentibus, 
Partim spe caelos habitat. 



4. Sit trinitati gloria. 
Virtus, honor, victoria. 
Quam sua laudant opera 
In saeculorum saecula. 



1. Homo facturae conditae 
Plasmatur decus nobile 
Divinam ad imaginem 
Sexto dierum saeculi. 



VI. 

2. Aetate sexta saeculi 
Christus, decus ecclesiae, 
Iure praefertur omnibus 
Patris imago genitus. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



105 



3. Consigna, bone Domine, 
Nos tui vultus lumine, 
Sic intellectus splendeat, 
Ut te cor viso gaudeat. 



4. Emanuel, nos perfice 
Tu patris ad imaginem 
Quin et similitudinem 
Donis inteJligentiae. 



5. Sit trinitati gloria. 



VII. 

1. Complevit opus septimo 3. 
Die Deus, quod fecerat, 
Quo requiescens sabbato 
Benedicit, sanctificat. 



Tu, Christe, nostra requies, 
Mites et corde humiles 
Nos in te taudem compleas 
Spiritu sapientiae. 



2. Aetate saecli septima 
In animarum requie 
Quiescit sanctarum Deus, 
Quarum laborem tulerat. 



4. Sit trinitati gloria, 
Virtus, honor, victoria, 
Quam sua laudant opera 
In saeculorum saecula. 



VIII. 



1. Dies aetasque ceteris 
Octara splendet sanctior, 

In te quam, Iesu, consecras, 
Primitiae surgentium. 

2. Tu tibi nostras animas 
Nunc primo conresuscita, 
Tibi consurgant corpora 
Secunda morte libera. 

3. Tibique mox in nubibus, 
Christe, feramur obviam 
Tecum victuri perpetim, 
Tu vita, resurrectio. 



4. Cuius videntes faciem 
Configuremur gloriae ; 

Te cognoscamus, sicut es, 
0 vera lux et suavitas. 

5. Regnum, cum patri traditos 
Plenos septeno ehrismate 

In temet nos laetificas, 
Consummes, sancta triuitas. 

6. Sit trinitati gloria, 
Virtus, honor, victoria, 
Quam sua laudant opera 
In saeculorum saecula. 



Hexaemeron ms. Aronis(!) saec. 12. Cod. Claustroneoburgen. 336. — I. 
2, 3 Quo. — H. 1, 4 Secunda. — VI. 4, 2 Te patris. — VII. 1, 2 Deo Deus. 
— VIII. 5, 3 laetificans. — In der Hs. schliefst sich an das Hexaemeron, 
noch dazu gehorend, eine Expositio des Pater Noster, alsdann dieser Hymnen- 
zyklus, der also wohl vom gleicheu Verfasser ist wie das Hexaemeron : aber 
wer ist „Aron" ? — Es heben sich deutlich acht verschiedene Hymnen ab, 
in denen je ein Tag der Schopfung, eine „aetas saeculi'" und eiii Donum 
Spiritus saucti resp. das ganze „septenum ch[a]risma" den Vorwurf der Diclitung' 
bildet. In der Quelle sind die acht Hymnen nicht als getrennt merklich gemacht 
und die Doxologie steht nur am Schlusse. — Ein Vergleich dieses Hymnenzyklus 
mit ienem zur Vesper an den gewohnlichen YVochentagen (Nr. 34 — 39) liegt nahe. 



106 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



98. 1« Transfiguratione Domini. 

A d N o c . t u r n a s. 

1. 0 sator rerum, reparator aevi, 
Christe, rex regum, metuende censor, 
Tu preces nostras pariterque laudes 

Suscipe gratus. 

2. Noctis, en, cursu tibi vota laudum 
Pangimus ; praesta, tibi sint ut apta, 
Nosque concentu refove perenni, 

Luminis auctor. 

3. Inter Eliam Moysenque vates 
Ut iubar solis facie refulgens 
Candidas vestes nivis instar almis 

Tu reserasti. 

4. Tu Dei patris patre teste proles 
Tuque sanctorum decus angelorum, 
Tu salus mundi, via, vita, virtus 

Crederis esse. 

5. Da dies nobis probitate faustos 
Mortis ignaram tribuendo vitam, 
Semper ut nostros tua sit per actus 

Gloria perpes. 

6. Ure cor nostrum, iecur atque lumbos 
Igne divino vigilesque nos fac, 
Semper ardentes manibus lucernas 

Ut teneamus. 

7. Esto tu noster cibus atque potus, 
Tu labor, virtus, requies, amictus ; 
Livor absistat, tumor, ira, luxus 

Maeror et omnis. 

8. Lumen infundens tenebras repelle, 
Aufer infesti laqueos celydri, 
Vincla dissolvens scelerum fer astra 

Scandere nobis. 

9. Gloria, virtus, tibi sit, creator, 
Cuncta qui solus retinens gubernas, 
In throno regni sine fine regnans 

Trinus et unus. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



107 



Hymn. ms. Casinense saee. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Hymn. ms. Bene- 
ventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. B. — Hymn. ms. Farfense 
saec. 10 /u. Cod. Eoman. Vitt Eman. 175 (Farf. 4). C. — Hymn. ms. Far- 
fense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Rhen. 91. D. — Brev. ms. Farfense saec. 11. 
Cod. Turicen. Rhen. 82. E. — Hymn. ms. Severinianum saec. ,0 /n. Cod. 
Vatican. 7172. F. — Hymn. ms. Severinianum saec. I0 /n. Cod. Parisin. 1092. 
G. — Brev. ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 4928. H. 
— Psalt. ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 12. Cod. Neapolitan. VI F 2. I. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. K. — Brev. 
ms. Arelatense saec. 15. Cod. Parisin. 1284. L. — Brev. ms. Caelestinorum 
saec. 15. Cod. Parisin. 1277. M. — Collect. ms. Scheftlariense saec. 12. 
Clra. Monacen. 17 177. N. — Brev. ms. Piperacense anni 1440. Cod. Capit. 
Anicien. s. n. O. — Brev. ms. Diense saec. 15. Cod. Gratianopolitan. 134. 
P. — Brev. Cavallicense imp. Avenione 1513. Q. — OPQ sind nicht kollationiert. 

1, 3 laude D. — 1,4 grates E'GKL. — 1, 3 sq. Ad preces n. p. 1. | 
Aspice gratis. N. — 2, 1 Noctis in cursu N. — 2, 2 aptas K, acta M. — - 

2, 3 concensu B ; renove perenni K ; refove superni N. — 3, 2 facies K. — 

3, 3 Candida vestes nivis ad instar albae F; albae D, albis CG, „almis, alii: 
albis" E. — 3, 3 sq. Candida veste nivis instar albae I Tu micuisti. N. — 
3, 4 recreasti korrig. zu reserasti G, separasti D. — 4, 1 Tu Deus E ; Dei 
prae his patre(!) K. — Zu 4, 2 cfr. Nr. 85, Str. 1, 1 und Note. — Str. 5 sqq. 
fehlen N. — 5, 2 Morti ignara K. — 5, 3 ut fehlt C. — 6, 2 Digne divino 
D; vigilesque noctes (st. nos fac) BCE , vigiles affectos G. — 6, 3 lucernis 
D. — 7, 2 Laboris virtus B. —7, 3 Libor DE. — 8, 1 infunde BDKL. — 
8, 3 dissolve celorum fer K. — Vgl. Anal. Hymn. XXIII, 18. 



99. In Transfiguratione Domini. 

A d M a t u t i n a s L a u d e s. 



1. 0 nata lux de lumine, 
Iesu, redemptor saeculi, 
Dignare clemens supplicum 
Laudes precesque sumere. 

2. Qui carne quondam contegi 
Dignatus es pro perditis, 
Nos membra confer effici 
Tui beati corporis. 

3. Prae sole vultu fiammeus, 
Ut nix amictu candidus, 
In monte dignis testibus 
Tu paruisti conditor. 



4. Yates alumnis abditos 
Novis vetustos conferens 
Utrisque te divinitus 
Deum dedisti credere. 

5. Te vox paterna caelitus 
Suum vocavit filium, 
Quem nos fideli pectore 
Regem fatemur caelitum. 

6. Concede nobis, quaesumus, 
Almis micare moribus, 

Ut ad polorum gaudia 
Bonis vehamur actibus. 



7. Laudes tibi nos pangimus, 
Aeterne regum rex, Deus. 
Qui trinus unus rector, es 
Per cuncta regnans saecula. 

A — K — Quellen des vorhergehenden Hymnus ; aufserdem : Collect. ms. Scheft- 
lariense saec. 12. Clm. Monacen. 17 177. L. — Antiphon. ms. Secoviense saec. 
15. Cod. Graecen. 2. (nicht kollationiert). — 1, 1 de luminum K. — 2, 1 Qui 
carnem DF. — 2, 2 est E. — 2, 3 conferre facis F. — 2, 4 Tui sacrati L . 



108 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



— 3, 1 vultus K ; flammeo CE. — 3, 2 amietus BCEK. — 3, 3 dignus D. — 
Apparuisti L. — 4, 1 abditis D- — 4, 2 Nobis vetustos ABCK, Novus D. — 
Str. 5 fehlt L. — 5, 4 Reiem K ; caelicum BCEFK. — 6, 4 veamur hactibus 
K. — 7, 1 Laus E. — 7, 2 Aeterne rerum EF. — 7, 3 Qui fehlt F; Qui es 
trinus et unus L. — 7, 4 reguans fehlt F. 

Petrus Venerabilis , der manchmal als Autor dieses Hymnus aufgestellt 
wird, ist schon durch das Alter der Quellen AB und K ausgeschlossen. 



100. In Christo Domiuo. 



1. Canamus omnes laudes Dei filio, 
Caelorum regi, patris unigenito, 
Vero et magno Iesu Christo Domino. 

2. Verbum qui verum et verum principium 
Ex patre natum et ante luciferum, 
Virgo Maria verum concepit hominem. 

3. Agnus hic Dei et vera sapientia, 

Per quem noscuntur esse creata omnia 
Caelum que terra et cuncta moventia. 

4. Qui caelos tegit angelis et imperat, 
Venit in mundum, ut salvaret populum, 
Mitis et fortis ad conterendum zabulum. 

5. De tribu Iuda regalique progenie 
Corpus induit, ut leonis catulus 

A mortis somno resurgeret velocius. 

6. Multa et magna fecit mirabilia, 
Sanavit plures a saevis doloribus, 
Depulitr morbos et suscitavit mortuos. 

7. Via et vita ac propheta optimus 
Deique agnus pollens septem cornibus, 
Ut legislator praedixit egregius. 

8. Occisus demum perfido a populo 
Et sine culpa traditus patibulo 
Uuus pro multis suscepit opprobrium. 

9. Redemit suos iam peccato mortuos. 
Pro quibus fudit suum pius sanguinem, 
Mortem suscepit, at nos ad vitam duceret. 

10. Morte contrita sub pede Dominico 

Praedam perduxit ad caeleste gaudium, 
Fortis ascendit cum choris angelicis. 



.B. Hymni de Tempore Proprii. 



109 



11. Celsa praesedit sede, praeclarissimam 
Quam collocavit sui ad patris dexteram, 
Inde venturus iudex cum potentia. 

12. Timeant mali iudicis sententiarn, 
Exsultent boni de caelesti praemio, 
Reddit quod cunctis sua iuxta opera. 

13. Canente tuba, adveniente Deo, 
Resurgent omnes mortui de tumulo, 
Volabunt sancti Christo certe obviam. 

14. Regnabunt iusti laeti in paradiso 
Deum videntes facie ad faciem 

Et coronati laudabunt semper Deum. 

15. Gloria trino et uno vero Deo, 
Patri, coaevo et coaequali filio, 

Simul cum patre sancto quoque spiritu. 



'. Collect. ms. Hymnorum et Carminum Sangallense(?) saec. 10. Cod. 
Bruxellen. 1351 (8860-67). — 1, 2 patri. — 2, 1 Verbumque verum. — 3, 3 
terram. — 4, 1 et angelos. — 5, 1 regalemque progeniem. — 5, 3 Quae a^ 
— 8, 1 a perfido. — 10, 2 caelestem gaudio. — 11, 1 sedem. — 11, 2 dex- 
tera. — 12, 3 Eedditque. — 13, 1 Domino. — Cfr. E. Duemmler , Rhvthm. 
ecclesiast. aevi Carolini specimen. Halis 1881. p. 18. 



101. In laudem Christi. 

Hymnus Eugenii Vulgarii. 

1. Laudes pange Deo, redempta lingua, 
Quo coram Seraphim tremunt beati 
Laudantes Sabaoth, Deum tonantem. 

2. Lauda glorificans patrem potentem 
Et Christum genitum polos regentem 
Cum sancto iuge spiritu manentem. 

3. Hic prorsus Deus omnium patrator, 
Hic sanctus Dominus patrum sacrator, 
Qui custos animae est beatus auctor. 

4. Hic solus bonus, aequus et benignus, 
Clemens ac pius arbiter supernus, 
Mentis principium, refusa virtus. 



110 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



5. Infectum hominem dolens ab angue, 
Xe servum male perderet subactum, 
Campuni congreditur potens in armis. 

6. Senis pugnat homo Deusque lustris; 
Miratur legio chorusque caelebs 
Pro servo Dominum pati stupentes. 

7. Ast hostem superans ligansque verbo 
Victor celsa redit sedens in astra, 
Regum subsidium satorque regum. 

8. Cui semper decus et honor sit omnis, 
Virtus, imperium, salus perennis, 

Sit perpes iubilum manens per aevum. 

Sylloga ms. Eugenii Vulgarii (Casinen.) saec. 10. ex. Cod. Bambergen. 
P III 20. — 1, 2 Qui coram. — 8, 1 sit per onmis. — Vgl. Winterfeld, 
Paul v., Poet. lat. med. aevi tom. I, pars I, pag. 433; ebendort (p. 406 sq.) 
die sparlich fliefsenden Notizen iiber den wenig bekannten Dichter Eugenius 
Vulgarius grammaticus , der wahrend des 10. Jahrh. in der Gegend von 
Neapel und zeitweilig auch in Monte Cassino lebte, und nahere Beschreibung 
-des Codex. 



102. In Dedicatione Ecclesiae. 

1. Urbs beata Hierusalem, dicta pacis visio, 
Quae construitur in caelis vivis ex lapidibus, 
Et angelis coornata ut sponsata comite! 

2. Nova veniens e caelo, nuptiali tbalamo 
Praeparata ut sponsata, copulatur Domino. 
Plateae et muri eius ex auro purissimo; 

3. Portae nitent margaritis, adytis patentibus 
Et virtute meritorum illuc introducitur 

Omnis, qui pro Christi nomine bic in mundo premitur. 

4. Tunsionibus, pressuris expoliti lapides 
Suis coaptantur locis per manum artificis, 
Disponuntur permansuri sacris aedificiis. 

5. Angularis fundamentum lapis Christus missus est, 
Qui compage parietis in utroque neetitur, 

Quem Sion sancta suscepit, in quo credens permanet. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



111 



6. Omnis illa Deo sacra et dilecta civitas 
Plena modulis in laude et canore iubilo 
Trinum Deum unicumque cum favore praedicat. 

7. Hoc in templo. summe Deus. exoratus adveni 
Et clementi bonitate precum vota suscipe, 
Largam benedictionem bic infunde iugiter. 

8. Hic promereantur omnes petita adquirere 
Et adepta possidere cum sanctis perenniter, 
Paradisum introire translati in requieni. 

9. Gloria et bonor Deo usquequo altissimo, 
Una patri filioque, inclito paraclito, 

Cuius laus est et potestas per aeterna saecula. 

Pontif. ms. Pictaviense saec. 8 /9. Cod. Parisin. Arsen. 227. A. — Psalt. 
et Hymn. ms. Marchianense saec. (9. et) 10. Cod. Duacen. 170. B. — Hymn. 
ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144 C. — Brev. ms. Strumense 
saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. D. — Brev. ms. S. Germani 
Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. E. — Grad. et Antiphon. ms. Niver- 
nense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. F. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. G. — Hymn. ms. 
Farfense saec. 10 /n. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175. (Farf. 4). H. — Brev. 
ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. add. saec. 11. I. — Hymn. 
ms. Severinianum. saec. 10 /n. Cod. Parisin. 1092. K. — Hymn. ms. Severi- 
nianum. saec. 10 /n. Cod. Vatican. 7172. L. — Hymn. ms. Veronense saec. 
10 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). M. — Brev. ms. S. Eutychii Nursini 
saec. 11. in. Cod. Vallicellan. B 79. N. — Hymn. ms. Anglosaxonicum 
(Monasticum) saec. 11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. add. saec. n /i2- O. 

— Pros. et Hymn. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. theol. 
IV° 25. P. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhen. 
129. Q. — Hymn. ms. Exsiliense saec. 11. Cod. Londinen. Add. 30851. R. 

— EFLR sind nicht kollationiert. — Im Brev. ms. Sangallense saec. 10 /n. 
Cod. Sangallen. 387. ist dieser Hymnus erst im 14. Jahrh. nachgetragen. 

1, 1 Ihrusalem C. — 1,3 angelico ornata MP , ac sponsata AH , velut 
sponsa nobilis Q. — 2, 1 de caelo M, a caelo N. — 2, 2 copulata Domino 
BMP, copuletur Domino CDGHINQ. — 2. 3 Portae et murique eius C; et 
auro O. — Str. 3 und 4 umgestellt DGMN: der Rest des Hymnus fehlt in 
N, weil entfernt. — 3, 1 abditis BD. — 3, 2 illic H. — 3, 3 pro Christo nomine 
O . pro Christi nomen CG , pro Christo Deo PQ (so allerdings keine iiber- 
schiissige Silbe; um sie zu entfernen, ist vielleicht „nomine hic" mittelst 
Elisiou dreisilbig zu lesen; oder ist „pro nomen" das Ursprungliche ?) ; hoc 
imitando geritur K. — 4, 1 Tonsionibus A, Tonsioribus O. — 4, 2 Suis 
coaptantur AG, sonst iiberall Suisque aptantur; per manus O. — 4, 3 perraen- 
suris C, permansura A, permansuris BDHIK; sacri M. — Str. 5 und 6 um- 
gestellt C; fehlen K. — Nach Str. 4 Divisio DMO. — 5, 1 Angulare M; 
fundamento H; Christus lapis CG. — 5, 2 pariete P, parietum Q. — 6, 1 
Deo sancta A, sacrata M. — 6, 3 Trinumque I; Deum unum quoque O; 
praedicans I, praedicant BO. — Zwischen Str. 6 und 7 schiebt C eine Strophe 
ein, welche sich auch im Brev. ms. Grasseuse saec. 14. Cod. Carpentoracten. 
43 und im Brev. Agathense imp. Valentiae 1510 vorfindet: 
Fundatores templi huius, Christe, tua dextera 
Protege, conserva clemens et in bonis amplia 
E praemia sempiterna dita tua dextera. 
Str. 7 und 8 fehlen A; statt deren dort, wo der Hymnus am CJtarsamstag 
beim Taafbrunnen gesungen wurde: 



112 



Pars L Hymni antiquissimi saec. Y. — XI. 



Fonte prolem salutari chrismatis et unguine 
Candidatam et ornatam, virgo mater. afferens. 
Quam superna proles patris Christus caelo accipit. 
7, 1 in templum P; summe Dei O. — 7. 2 preces B. — 7, 3 Larga D. 
— Str. 8 fehlt K. — 8, 1 Sic I; promereamur M: Nbfl promereamur P 1 . — 
8, 2 adeptam C. — 8, 3 Paradiso D; (nos translati M. — Nach Str. 8 hat 
C abermals ein Einschiebsel : 

Quaesuraus tuam petentes aeternam clementiam, 
Annaa[eJ recursionis per longinqua tempora 
Ut hunc diem celebremus eum summa laetitia. 
Auch die Doxologie (Str. 9: fuhrt C in eigentumlicher Weise weiter: 
Gloria et honor Deo. laus et benedictio 
Genitoque Xazareno simul et paraclito, 
Qui supernum tenet regnum, permaneCin saecula. 
DGHI geben nur den Anfang der Doxologie, weshalb unentschieden bleibt, 
ob sie vielleicht wie C fortfahren wurden. — 9, 3 in aeterna A. 

Titel inA: _Sabbato sancto. Benedicuntur post hoc fontes et bapti- 
zantur parvuli." Somit ein Prozessionshymnus sum Taufbrunnen: vielleicht 
dies die ursprungliche Bestimmung. So erkliiren sich die spateren. w,-nn 
auch fruh vorgenommenen Anderungen und Eiiitugungen. zu welchen letzteren 
wohl auch die in A fehlenden Strophen 7 und 8 zu rechnen sind. und nian 
versteht, warum dieser herrliehe und gedankenreiche. wenngleich im Rhvthmus 
manchmal ungelenke Hymnus verhaltnismafsig wenig in alter Zeit als Kirch- 
weihhvmnus verbreitet war. Spater verdrangte er immer mehr den ietzt tranz 
verschwundenen Hyninus _Christe cunctorum" (Nr. 103). 

Im Bdmischen Brerier ist das prachtvolle Original — .rugged but fine 
old bymn" (Trench) — dank den _Correctoren u in kanm noch erkennbarer 
Gestalt beibehalten: auch der feierliche Trochaus mufste dem leiehter hin- 
eilenden Iambus weichen: 

Caelestis urbs IerusaJem ' Beata pacis visio, 
Quae celsa de viventibus | Saxis ad astra tolleris 
Sponsaeque ritu cingeris | Mille angelorum milibus etc. 
So Str. 1 — 4 und Doxologie zur 1. Vesp. und Nocturn; der 2. Teil 
(Str. 5 sqq.) dient fiir die Laudes und hebt an, statt mit den machtvolleu 
Worten des Originals: „Angularis fundamentum lapis Christus missus est etc.", 
mit den humanistisch getarbten: 

Alto ex OJttmpi vertice, \ Summi parentis filius 
Seu monte desectus lapis | Terras in imas decidens etc. 
In die GaUicanischen Breviere ist jene Bearbeitung gedrungen, welche 
vom Abbe Besnault in Sens stammt: sie steht dem Original naher: 
Urbs beata, vera pacis visio Ierusalem, 
Quanta surgit! Celsa saxis conditur viventibus: 
Quae polivit, haec coaptat | sedibus suis Deus etc. 

Man vgl. zn letzterem Julians Diction. of Hymnology, 1199 und Rep. 
Hyuin. Nr. 20920. - Vgl. aufserdem: H. A. Daniel. Die Kirchweih-Hymnen 
etc. Halle, 1868. — I. Linke. In honorem festi dedicationis novae aedis 
Petrinae Lipsiensis Specimen Hymnologicum etc. Lipsiae 1885. 

103. In Dedicatione Eeclesiae. 

A d So c t u r n a s. 

1. Christe. cunetorurn dominator alme, 
Patris aeterni genitus ab ore, 
Supplicum vota pariterque hymnum 
Cerne benignus. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



113 



2. Cerne, quod puro, Deus, in honore 
Plebs tua supplex resonat in aula, 
ADnua cuius redeunt colenda 

Tempora festa. 

3. Haec domus rite tibi dedicata 
Noscitur, in qua populus sacratum 
Corpus assumit bibit et beati 

Sanguinis haustum. 

4. Hic sacrosancti latices veternas 
Diluunt culpas perimuntque noxas, 
Chrismate vero genus ut creetur 

Christicolarum. 

5. Hic salus aegris, medicina fessis, 
Lumen orbatis, veniaque nostris 
Fertur offensis, timor atque maeror 

Pellitur omnis. 

6. Daemonis saeva perit hic rapina, 
Pervicax monstrum pavet et retenta 
Corpora linquens fugit in remotas 

Ocius umbras. 

7. Hic locus nempe vocitatur aula 
Regis immensi niveaque caeli 
Porta, quae vitae patriam petentes 

Accipit omnes ; 

8. Turbo quam nullus quatit aut vagantes 
Diruunt venti penetrantque nimbi, 

Non taetris laedit piceus tenebris 
Tartarus horrens. 



9. Quaesumus ergo, Deus, ut sereno 
Adnuas vultu famulos gubernans, 
Qui tui summo celebrant amore 
Gaudia templi. 

10. Nulla nos vitae cruciet molestas, 
Sint dies laeti placidaeque noctes, 
Nullus ex nobis pereunte mundo 
Sentiat ignes. 

Blume, Thesauri hyninologici Hymnarium. 8 



1U 



Pars I. Hymui antiquissimi saec. V. — XI. 



11. Hic dics, in quo tibi consecratam 
Conspicis aram, tribuat pcrenne 
Gaudium nobis vigeatque longo 

Temporis usu. 

12. Gloria summum resonet parentem. 
Gloria natum pariterque sanclum 
Spiritum. dulci moduletur hymno 

Omne per aevum. 

Collect. ms. litargicum Cellense (dioec. Maguntin.) saec. 10. Cod. Vatiean. 
Palat. 489. A. — Collect. et Hymn. ms. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 
10. Cod. Treviren. 1245 (1418). B. — Martyr. et Collectar. ms. S. Mariae 
Frisingensis saee. 10. Clm. Monacen. 27 805. C. — Rit. et Hymn. ms. Scheft- 
lariense saec. 10. Clm. Monacen. 17027. D. — Hymn. ms. Rhenoviense 
saec. 10. Cod. Turicen. Hhen. 111. E. — Hymn. ms. Campidunense saec. 10 /n. 
Cod. Turicen. Rhen. 83. F. — Brev. ms. Sangallense saec. 10 /n. Cod. 
Sangallen. 413. G. — Brev. ms. Sangallense saec. 10 /n. Cod. Sangallen. 387. 
H. — Hymn. ms. Sangallense(?) saec. 11. Cod. Berolinen. VHI° 1. I. — 
Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense(? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. 
Rhen. 97. K. — Pros. et Hymn. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. 
Casselan. theol. IV 0 25. L. 

Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. A T atican. 83. M. — 
Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. N. — 
Mauuale ms. Mediolanense saec. 10. Cod. Ambrosian. HS rv 43. O. — 
Manuale ms. Mediolanense anni 1181. Cod. Ambrosian. A 189 inf. P. — 
Brev. ms. Vallis Travagliae saec. 11. <^od. Capit. Mediolanen. 155. Q. — ■ 
Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. R. — Hymn. ms. Bobiense 
saec. 10. Cod. Taurinen. G VII 18. S. — Hynrm. ms. Severinianum saec. 10 /n. 
Cod. Vatican. 7172. T. — Hymn. ms. Veronense saec. I0 /n. Cod. Capit. 
Veronen. CIX (102). U. — Hyran. ms. Farfense saec. ,0 /n. Cod. Turicen. 
Rhen. 91. X. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. V. 
— Brev. ms. S. Eutychii Nursini saec. 11. in. Cod. Vallicellan. B 79. Z. — 
Hymn. ms. S. Iacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. a. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. b. — Hymn. 
ms. S. Iohannis Laudunensis saec. 10. Cod. Bernen. 455. C. — Hymn. ms. 
Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. d. — Brev. ms. S. Germani Pra- 
tensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. e. — Collect. et Hymn. ms. Sandiony- 
sianum saec. 11. (et 12.) Cod. Sangenovefian. 1186. f. — Grad. et Antiphon. 
ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. g. — Hymn. ms. 
Anglosaxonieum saec. ,0 /n. Cod. Londinen. IuL A VI. (Paraphrase). h. — 
Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. 11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. i. ■ — 
Collectar. et Hymn. ms. Exoniense (Ep. Leofrict saec. 11. Cod. Lon- 
dinen. Harl. 2961. k. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Du- 
nelmen. B HI 32. 1. — Hymn. ms. Toletanum saec. 10. Cod. Matriten. Tol. 
1005 (35 — 1). m. — Hynin. ms. Exsiliense saec. 11. Cod. Londinen. Add. 
30846. n. — E beginnt erst, weil ein Blatt entfernt ist, mit 5, 2. — T bietet 
nur die 2 ersten Strophen, dann fehlt ein Blatt und folgt Schlufs von Clirisfe 
eaelorum \ habitator alme (s. nachste Nummer). — ISZ a d e f n sind nicht 
kollationiert. 

1, 1 almae H. — 1, 2 aeterne P. — 1, 3 pariter et hymnum L. — 2, 1 
Cerno T. — 2, 2 tua simplex b; resonet ABFQ b C m. — 2,3 Annuo 
CGHKTX: revehunt BMNOPQ m, redolent b; colendo F. — 2, 4 Tempore 
CGHR b g k ; festo b g k ; Tempora festum BMXOPQ h i m. — 3, 2 Nas- 
citur AXY k 1; in quo populos 111 ; sacratus GXY g. — 3, 3 assumens XY: 
uiuit c ; beatum CDFGHKXY , sacratum b C g. — 4,1 veteras 1, veternos 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



115 



m. — 4, 2 Deluunt h i k 1; peremuntque C b. — 4, 3 Chrismata X. — 
4, 4 Christocolarum 1. — Naeh Str. 4 Dicisio h i k 1. — 5,2 veniamque 
XY b h i 111. — Nach Str. 5 Diri*io A g. — 6, 1 Demnis saeva ni; perit 
et rapina CD, perit hac rapina X. — 6, 2 monstre b ; monstrum patet CEFGHK- ; 
retentat X. — 6, 3 Corpore D: liquens P b: fugit hic remotus m. — Nach 
Str. 6 Divisio GH. — 7, 1 Sic locus X. — T, 2 Regis aeterni g i h ; niveique 
RXY, ianuaque caeli k 1. — 8, 1 quatit ac vagautes CDGH. — 8, 3 taetrus 
m; picea C. — Nach Str. 8 Dicisio R h i k 1. — 9, 1 Deus ut sermo C, 
in sereno D, ut serenum | Adnuas vultum MNOPQ h k. — 9, 2 gubernes 
LE g h, gubernas U. — 9, 3 tuis m: summi U; celebrant honore H (iiber 
Rasur) 1, celebrant amando k. — 10, 1 crucient molesta KUXY h i k 1. — 
10, 2 placidesque X; noctis i. — 10, 3 pereuntque i. — 10, 4 Sentiant k; 
ignis D, ignem Q. — 11, 1 Sic k, Haec KLX; in qua DL b k; conseerato 
k, consecratum m. — 11, 2 Conspicit R; tribuas OQXY, tribue BEK b. — 
12, 1 und 2 Gloriam Y; summe A; parentum b; summo resonet parenti m. 
— 11, 2 pariterque nostrum A; Christo pariterque sancto m. — 11, 3 Spiritu 
m; dulcis PQ: modulemus BY b, modulemur ADETRU C g 1 m; hymnum 
BPQ b i, hymnus O. — 12, 4 Omui per aevo m. 

In h i k 1 dient Str. 1 — 4 als Hymnus zur 1. Vesper, Str. 5 — 8 zur 
Nocturn, 9 — 12 zu den Laudes ; auch sonst wechselt die liturg. Bestimmung 
der Tagzeit. — Im Brey. Salisburgense impr. Venetiis 1518 ist aus Str. 1, 
4, 5, 6, 12 ein Hymnus auf das Fest der hll. Kupertus und Virgilius ge- 
bildet. — Jiingere Quellen des 16. Jahrh. im Rep. Hymn. Nr. 2854. — Im 
iibrigen vgl. die Bemerkungen zum vorhergehenden Hymnus. 



104. In Dedicatione Ecclesiae. 

Ad Matutinas Laudes. 

1. Christe, caelorum babitator alme, 
Haec domus fulget sub honore cuius, 
Hostiam clemens, tibi quam litamus. 

Suscipe laudis. 

2. Omnium semper chorus angelorum 
In polo temet benedicit alto, 
Atque te sancti simul universi 

Sedulo laudant : 

3. Quaesumus quorum precibus sacratis 
Nos in hoc templo tibi dedicato, 
Cernuis votis petimus canentes, 

Cerne benignus. 

4. Virginis sanctae meritis Mariae 
Atque cunctorum pariter piorura 
Contine poenam pie, quam meremur, 

Daque medelam. 



8* 



11(3 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



5. Hic tuam praesta celebrare laudem 
Flebilera vitam miseratus istam, 
Fiat ut nobis licitum videre 
Te sine fine. 

(5. Doxa sublimi maneat parenti 
Eius ac nato simul atque sancto 
Pneumati, trino Domino et uno 
Semper in aevum. 



Hyran. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Brev. ms. 
Casiuense saec. 11. Cod. Vindobonen. 1106. B. — Hyran. ms. Veronense 
saec. 10 ;'n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). C. — Hynin. ms. Farfense saec. 
10 /ii. Cod. Eoman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). D. — Brev. ms. Farfense saec. 
11. Cod. Turicen. Rhen. 8*2. E. — Hymn. ms. Severinianum saec. 10 /n. 
Cod. Vatican. 7172. F. — Hymn. ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. 
Neapolitan. VI G 31. Fa. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. 
Dunelmen. B III 32. G. — Hymn. ms. Campidunense saec. 10 ii. Cod. 
Turicen. Rhen. 83. H. — Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) 
saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 97. 1. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 12. 
in. Cod. Turicen. Rhen. 129. K. — Hymn. et Pros. ms. Fredeslariense 
saec. 11. ex. Cod. Casselan. theol. IV 0 25. L. — Brev. ms. Pruvningense 
saec. 12. Clm. Monacen. 23037. M. — Matut. ms. Admontense anni 1180. 
Cod. Admouten. 18. N. — Brev. ms. Zwifeldense saec. 15. Cod. Carolsruhan. 
Aug. CCLXII. O. — Brev. ms. S. Thiofridi saec. 15. Cod. Luxemburgen. 
24 (117). P. — In F sind nur die Str. 5 und 6 vorhanden, weil das voraus- 
gehende Blatt entfernt ist. O und P sind nicht kollationiert. 

1, 4 laudes B 1 DEK. — 2, 2 benedicit almo HIK. — 2, 3 te fehlt G. 
— 2,4 Sedule G. — Str. 3 fehlt G. — 3, 1 Dominus quorum E: horum 
H. — 3, 3 Cernuis votis petimus canentes ABFa; Cernua vota precum D, 
Cernua vota precumque E 1 ; die iibrigen Quellen: Cernuarum vota precum. — 
3, 4 benigne DFa (cfr. 1 , 4 in Nr. 103). — 4, 1 Praesulis almi meritis 
Augustini G. — 4, 2 istorum p. sanctorum G. — 5, 1 Sic DE-GKLN; 
tua CD: praestes D. — 6, 2 Et eius nato I; Eius et DEGHK; nato pari- 
terque sancto GIKLM. — 6, 3 Pneumate HI ; uni K. — 6, 4 in aevo M. 

Dieser Hymnus hatte eine weit geringere Verbreitung als die beiden 
vorhergehenden. 



105. In Dedicatione Ecclesiae. 

0 sidereae conditor aulae. 
Rex atque Deus, qui tam nitido 
Fretus solio vis et in istis 
Sedem tibimet ponere terris, 



2. Laudes, petimus, suscipe clemens, 
Quas deferimus huius in aedis 
Tibi sacratae luce celebri. 
Nostrosque simul cerne precatus. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



117 



3. Hanc tu famulis more benigno 
Aulam dederas, qua tibi vota 
Sua reddentes promereantur 
Laxo veniam crimine cuncto. 

4. Istis humiles sub tegumentis 
Plebes reficis corpore sancto 
Necnon salubri sanguinis haustu, 
Vitam capiant sic ut amoenam. 

5. His, te petimus, nos quoque tectis 
Sentire tuam quo pietatem 

Fore praesentem semper in isto 
Templo famuli sic valeamus, 

6. Clemens bonitas ut tua nostras 
Placata preces audiat atque 
Veniam nobis porrigat illam, 
Quae nos patriam ducat in altam, 

7. In qua tibi sit gloria perpes, 
Laus atque decus, qui Deus unus 
Per cuncta manens, cuncta gubernans, 
Vivens Dominus saecula saecli. 

Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. 
Turicen. Rhen. 97. — 2, 4 Nostroque. — 4, 4 sicut amoenam. — 5, 4 famulis 
sic. — Die Ciisur ist stets nach der 5. Silbe eingehalten. — Cfr. Werner, p. 40. 



106. In Dedicatione Teinpli. 

1. Cuncta qui nutu regit, orbis conditor, 
Moderans vices volubili tempore 
Aram sacrandam principi sanctissimo 
Sanxerat olim triumphali gloria. 

2. Procerum summus, propagator optimus, 
Salomon, pacis templum Deo dedicat 
Gaudio summo, largitate patria 

Sacro dierum bis septeno numero. 

3. Ergo votivum modulemur canticum, 
Festum devoti celebremus mysticum, 
Corde sinceri, caritate fervidi, 
Augustam sedem ut possimus scandere. 



118 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



4. Gaudia templi celebremus annua ; 
Clarior sole, fons, origo, Dominus 
Lustret obscura, infracta consolidet 
Portuque fido tueatur miseros. 

5. Quaesumus ergo. Deus pater, supplices, 
Sontes absolvas pietate solita. 
Largitor boni meutibus, corporibus. 
Largiens nobis fontem boni lucidum. 

6 . Gloria summae trinitati debita. 
Simplici Deo bonor, iubilatio 
Patri prolique sanctoque spiritui. 
Qui totum subdit suis orbem legib,us. 

Collect. et Hymn. ms. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. Cod. 
Treviren. 1245 (olim 1418). — 6, 1 trinitati deitas. — Dieser Hymnus war bisher 
nicht ediert; er diirfte vom gleichen Verfasser sein, wie der unter Nr. 111 
mitzuteilende: beide haben gleichen Strophenbau, Metrum, Stiel und Doxologie 
und entstammen der gleichen Trierer Quelle. 



I 



II. 

De Sanctis. 



A. Hynmi de Sanctis Communes. 



107. In sanctorum Apostolorum. 



R. 1. Adnue Christe, saeculorum Domine, 
Nobis per horum tibi cara merita, 
Ut qui te coram graviter deliquimus, 
Horum solvamur gloriosis precibus. 

2. Salva, redemptor, plasma tuum nobile, 
Signatum sancto vultus tui lumine, 

Ne lacerari sinas fraude daemonum, 
Propter quod mortis exsolvisti pretium. 

3. Dole captivos esse tuos servulos, 
Absolve reos, compeditos erige 
Et, quos cruore redemisti proprio, 
Rex bone, tecum fac gaudere perpetim. 

4. Sit tibi, lesu, benedicte Domine, 
Gloria, virtus, honor et imperium 
Una cum patre sanctoque paraclito, 
Cum quibus regnas Deus ante saecula. 



1. Andrea pie, 



2. Bina caelestis 



sanctorum mitissime, 



aulae luminaria, 



Obtine nostris 
erratibus veniam 



Iacobe necnon 



Iohannes theologe, 
Poscite nobis 



Et, qui gravamur 
sarcina peccaminum, 



veniam rogantibus, 
Quam venit Christus 



Subleva tuis 
intercessionibus. 



gratis dare miseris. 



Pars L Hymni autiquissimi saec. V. — XI. 



0 Thoma, Christi 

perlustrator lateris, 
Per illa saucta 

te rogamus vulnera, 
Quae mundi cuncta 

diluerunt crimina, 
Nostros reatus 

terge tuis precibus 

Iacobe iuste, 

Iesu frater Domini, 
Sit tibi pia 

super nos compassio, 
Quos reos fecit 

superba iactantia 
Atque foedavit 

mundi petulantia. 

Proni rogamus, 

Philippe, os lampadis, 
Pias caelestis 

aures pulsa iudicis, 
Ut, quae meremur, 

repellat supplicia 
Et, quae precamur, 

det superna gaudia. 



6. Bartholomae, 

caeli sidus aureum, 
Milies supra 

solis iubar radians, 
Erige mentes 

nostras polo turbidas 
Aegrasque nostras 

sana conscientias. 

7. Matthaee sancte, 

bino pollens munere, 
Sedulis Iesum 

interpella questibus, 
Ut nos in mundi 

gubernet turbinibus, 
Ne post aeternus 

sorbeat interitus. 

8. Beate Simon 

et Thaddaee inclite, 
Cernite nostros 

gemitus cum lacrimis, 
Quique per lapsum 

promeremur barathrum, 
Per vos caelorum 

mereamur aditum. 

* 



9. Mathia iuste, duodeno solio 

Residens sorte, nos a cunctis nexibus 
Solve peccati, verae lucis gaudiis 
Quo perfruamur tuis sanctis precibus. 

10. Praeco benigne et decus ecclesiae, 
Barnaba sancte, cernat ut miserias, 
Supplica Christum, patimur quas merito, 
Releva sanctis nosque tuis precibus. 

11. Luca, fidelis lator Christi dogmatis, 
Spretor carnalis integer cupidinis, 
Medice docte corporis et animae, 
Sana veterna aegri cordis vulnera." 

12. Marce, sacerdos levitici ordinis, 
Precibus tuis nos a cunctis vinculis 
Solve reatus, hoc ut pius Dominus 
Nobis concedat, quod sana mens obsecrat. 



II. De Sanctis. — A. Hymni de Sanctis Communes. 



123 



Hymn. ms. Veronense saec. 10 /n. Cod. Capit. Veroneu. CLX (102.) A. 

— Hymn. ms. Anglosaxonieum saec. 10 /n. Cod. Londinen. Iul. A VI. (Para- 
phrase). B. — Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense (?) saec. 10 /u. Cod. Londinen. 
Add. 37517. C. -- Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in. 
Cod. Londineu. Vesp. D XII. D. — Collectar. et Hymn. ms. Exoniense 
(Ep. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. E. — Hymn. ms. Win- 
toniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. F. — Collectar. et Hymn. 
ms. Wintoniense (? Vigoruiense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Canta- 
brigien. 391. G. — Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense(? Sangallense) saec. 11. 
in. Cod. Turiceu. Khen. 97. H. — Hymn. et Sequent. ms. Fredeslariense 
saec. 11. Cod. Casselan. theol. IV 0 25. I. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 
12. in. Cod. Turicen. Rhen. 129. K. — Brev. ms. Pruvningense saec. 12. 
Cod. Vindobonen. 1826. L. — Brev. ms. Secoviense saec. 12 /i3. Cod. Graecen. 
1257. M. — Viat. ms. Iohannis Noviforensis saec. 14. Cod. Mus. Bohem. 
XIII A 12. X. — Diurn. ms. Altovadense saec. 13. Cod. Altovaden. III. O. 

— Brev. ms. Pragense saec. 14. Cod. Posonien. 32. P. — Antiph. et Hymn. 
ms. Suecicum saec. (14. et) 15. Cod. L*psalen. C 477. Q. — Varianten aus 
OGL sind iibergangeu. 

Andere nieht kollationierte Quellen: Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. 
Cod. Ambianen. 131. — Brev. ms. S. Germani Praten. saec. 11. Cod. Parisin. 
11550. — Brev. ms. S. Sepulchri anni 1340. Cod. Posonien. 88. — Brev. ms. 
Wratislaviense saec. 14. Cod. Posonien. 159. — Brev. ms. S. Georgii 
Pragensis saec. 14. in. Cod. Pragen. VII G 7. — Brev. ms. Pragense saec. 
14. Cod. Mus. Bohem. XIII F 14. — Brev. ms. Trebonense saec. 15. Cod. 
Pragen. VI F 12 b. — Hymn. ms. S. Mariae Claustroneoburgensis anni 1336. 
Cod. Claustroneoburgen. 1000. — Brev. ms. Lexoviense saec. 15. Cod. Cadomen. 
24 (IVo 19). 

Vorab sei bemerkt, dafs die Reihenfolge der Strophen in den Hs. recht 
verschieden ist; am Schlufs lafst sich diese Ordnung leichter angeben. — 

Refrain: Die vier ersten, den Refrain bildenden Strophen nebst der 
1. Strophe auf Andreas finden sich auch im Hymn. ms. Moissiacense saec. 
10. R. — 1,1 Aunua R. — 1,2 per huius AHI (korrig. in horum) KN ; 
per eum R. - 1,3 Ut quae FR. — 1,4 Huius AHPKN; solvantur DR, 
salvemur AIKN: gloriosis meritis R. — 2, 1 tuum plasma IO. — 2, 2 tui 
vultus O. — 2, 3 Nec FHN. — 2, 4 Propter quos AMNO; exsolvisti praemium 
O. — 3, 1 Solve R; tuos famulos HKN. — 4, 2 honor virtus R. — Dieser 
Refrain wurde in durchweg allen Quellen nach jeder Strophe wiederholt. 
wahrscheinlich aber nur Str. 1, und nach der Schlufsstrophe alle vier; in 
A heifst es nach jeder Strophe: „Adnue cum reliquis' - , inH: Adnue Christe 
ut supra" und so anderswo ahnlich. 

Eigentlicher Rymnus (Str. 1 — 8): 1, 1 Andreas EFR, Paule (st. Andrea) 
A. — 1,3 Optine DEF. — 1,4 errantibus R, reatibus N. — 1 , 5 Et qua 
N. — 1,6 peccamina A. — 1, 7 Sublevatus R. — 2, 3 sq. Iacobe iuste et 
os lampadis Philippe K (cfr. 4, 1 und 5, 2). — 2, 7 Christus gratis venit M. — 
3, 2 perscrutator lateris MNO. — 3, 3 illa sacra AN. — 3, 6 deluerunt DEF. 

— 3,7 Nostris A. — 3, 8 tuis terge AM. — 4, 3 Sit pia tibi N. — 4,5 
reos facit AKMN. — 4, 6 iacentia F. — 4, 7 foedamur E. — 5, 3 fehlt DO : 
Pia E. — 5, 7 sq. Detque superna, quae precamur gaudia N. — 5, 8 gratia 
K. — 6, 2 sidus inclitum AIKN. — 6,3 Miles HN. — 6, 4 radiens E. — 
6, 5 sq. nostras mentes O. — 6, 8 sana fehlt. K. — 7, 3 Sedulus D. — 7, 4 
precibus O. — 7,5 Ut et nos mundi A. — 7, 6 gubernet fehlt O. — 7, 7 
Ne nos aeternus H. — 8, 4 cum fletibus H, precibus O. — 8, 6 meruimus 
BDEHO, mereamur F. 

Zusatzstrophen (Str. 9-12): Str. 9 fehlt CIKL: Str. 10 ist nur in BDEF: 
Str. 11 nur in AIKMXP; Str. 12 nur in M. — 9 , 2 Residens forte A. — 
9, 3 Solve reatus O; lucis gaudia H. — 11, 1 dator Christi K ; latorlesuN; 
Christi dignatus P. — 11, 2 carnalis nites cupidinis P. — 11, 4 Sana in- 
terna P. — Man beachte, dafs die 11. Str. Binnenreim aufweist. 



124 



Par.s I. Hymni antiquissimi saec. V. — Xl. 



Jacobus und Johannes sind mit einer gemeinsamen Strophe (2.) bedacht; 
man erkennt es als Zutat, wenn AIKLM den Liebesjiinger durch eine be- 
sondere Strophe auszeichnen: 

13. Iohannes, virgo dilecte a Domino, 
Ipsum pro nobis deprecare sedulo, 
Quo expiemur ab omni corruptela 
Et angelorum perfruamur gloria. 

In Q ist ein Gleiches fiir Jacobus geleistet (mit Entlehnungen aus Str. 2). 

14. Iacobe, caeli luminare maximum, 
Exaudi tuos deprecantes famulos 
Et posce nobis veniam precantibus, 
Quam Christus venit dare gratis miseris. 

In M wird Barnabas durch eine andere, als die sonst gebrauchliche 
(10.) Strophe besungen: 

15. Barnaba, doctor gentium eximius, 
Absolve nostras animas criminibus 
Et, quos de mortis eruisti tenebris, 
Tecum laetari fac. in regno luminis. 

Fiir Lucas hat A aufser der gewohnlichen (11.) Strophe noch zwei weitere 
folgen lassen, die nichts anderes sind, als die Str. auf Johannes (13.) und 
Andreas (1.), wobei jedesmal der 1. Vers ganz unrhythmisch adaptiert wurde, 
namlich: Luca sancte, evangelista Domini I Ipsum pro nobis etc. (wie 13, 2 
sqq.) und: Sancte Luca, evangelista Domini | Obtine nostris etc. (wie 1, 3 
sc m ) — I m Brev. Gneznense imp. Venetiis 1540 ist im Hymnus „Adnue 
Christe" fiir Lucas folgende Strophe gemacht: 

16. Praeclare Luca, Christi evangelista, 
Qui veridicum scribens evangelium 
Omnibus sanam protulisti doctrinam, 
Suppliea Deo pro nostris excessibus. 

Die Str ophenfolge ist in BCDEFH im wesentlichen die gleiche, 
namlich: 1; 2; 4; 6; 7; 5; 8; 3: 9: 10. Hierbei ist zu bemerken, dafs 9 
und 10 in C fehlen und dafs E und F nach 10 noch eine Strophe auf Gre- 
gorius folgen lassen, woriiber gleich Naheres. G kenne ich nicht weiter; 
aus C ist mir nur die Strophenfolge bekannt; im iibrigen sind C und G nicht 
verwertet. — In IKLMNP ist hingegen die Strophenfolge: 1; 2; 3; 4; 5; 
6; 7; 8; 9. In IKL fehlt aber Str. 9. Zwiscben Str. 2 und 3 schiebt M die 
Str. 13 ein und fiigt nach 9 hinzu: 11; 12: 15; N und P fiigen die Str. 13 
und 11 zwischen 8 und 9; L die Str. 13 zwischen 7 und 8; I und K eben- 
falls Str. 13 zwischen 7 und 8 und nach Str. 8 die Str. 11. In P fehlt Str. 
5. — Die Strophenfolge der Gruppe IKLMNP habe ich deshalb gewahlt, weil 
hier die Apostel in der gleichen Ordnnng folgen, wie in der Allerheiligen- 
Litanei. — Ganz eigeuartig ist die Strophenfolge in AO und Q; namlich in 
A: 1; 3: 13; 4; 2; 6; 7: 11 (darauf die eben besprochenen Zutaten: Luca 
sancte etc." und .,San<te Luea etc."); 8; 9. In O: 8; 6; 7; 3; 2; 9; 4; 1; 
5. In Q: 1; 3'; 9; 5; 4; 10; 6; 7; 8; 14 (2 fehlt). 

Der Befrain (R 1 — 4) eroffnet entweder den Hymnus (so in MO), oder 
steht nach der Str. 1 (so in ABCFHNR). oder bildet den Schlufs (so in IKLQ); 
in D steht er getrennt an anderer Stelle des Hvmnars; in E fehlt er. 

Schliefslich ist zu bemerken, dafs in CEFMOQ die 3. und 4. Strophe 
aus dem Hymnus „Aurea luce et decore roseo", namlich „Iam bone pastor 
Petre clemens accipe" und „Dottor egregie Fanle mores instrue" den Hymnus 
eroffnen , offenbar. um die Zwolfzahl der Apostel zu vervollstandigen. Dafs 
die genannten zwei Strophen unserem Apostelhymnus urspriinglich eigen waren 
und dann fiir „Aurea luce" entlehnt wurden, ist in keinem Falle anzunehmen. 
Umgekehrt regte der aus alteren Quellen nachweisbare und friih weit ver- 
breitete Petrus- und Paulus-Hymnus an, in gleichem Versmafs die iibrigen 
Apostel zu besingen. Fiir Andreas (ob fiir ihn allein?) geschah dies 
mindestens schon im 10. Jahrh. (cfr. = Hymn. Moissiacense saec. 10,); fiir 



II. De Sanctis. — A. Hymni de Sanctis Communes. 



125 



alle Apostel lag der Hymuus am Schlusse des 10. Jahrh. laut unseren Quelleu 
vor; der zuerwahlte Apostel Mathias und Barnabas folgten bald ; schlielslich 
die zwei Evangelisten , welche nicht zugleich Apostel waren. Da Str. 1 — 8 
in alltn Quellen , 9 — 12 aber nur in einzelnen und dort vereinzelt sich vor- 
finden, sind 9 — 12 als spatere wenn auch friihe Zutat zu betrachten. 

In E und F ging man weiter; es wurde doch am Schlusse eine Strophe 
auf Gregorius angefiigt: 

17. Alme Gregori, meritis praecipue, 
Pater Anglorum, doctor et apostole, 
Nos semper tuis adiuva suffragiis, 
Ut tecum vitae perfruamur bravio. 

Jede einzehie Strophe mit Beifugung der vier Bcfrain-Strophen konnte 
als eigener Hymnus fiir das Fest eines einzelnen Apostels benutzt werden 
und wurde es nach dem Muster von „Andrea pie" (im Hymn. v. Moissac). 
In DEF sind iibrigens alle Strophen als besondere Hvmnen angefiihrt. — 
Eine Nachdichtung dieser Art ist u. a. der Hymnus: 

Caelestes gemmae, confessione nitidae, 
Cernite nostros gemitus cum lacrimis etc. 
Das ist Str. 8 unseres Hymnus mit Anderung des Kopfes , dem als 
2. — 5. Str. K. 1 — 4 folgen. So im Brev. ms. Sitanstettense saec. 15. Cod. 
Sitanstetten. LXXXV (als „de pluribus confessoribus u ) und im Brev. ms. 
Novacellense anni 1501. Cod. Oenipontan. 405 [als „de ss. Ingenuino et Albino"). 
— Auf iihnlieher Naehbildung beruht die ganze Hymuenreihe, welche. beginnt 
niit: Sancte N. N. plebi tuae subveni etc, woriiber im Bd. LII. — Besonders 
lehrreich ist ein Vergleich mit dem altirischen Apostelhvmnus des 7. Jahrh. 
„Celebra Iuda" (Nr. 225). 



10<. Iu sanctoruni Apostolorum. 

Ad Vesperas. 



1 . Exsultet caelum laudibus, 
Resultet terra gaudiis, 
Apostolorum gloriam 
Sacra canant sollemnia. 

2. Vos, saecli iusti iudices 
Et vera mundi lumina, 
Votis precamur cordium, 
Audite preces supplicum. 

3. Qui caelum verbo clauditis 
Serasque eius solvitis, 

Xos a peccatis omnibus 
Solvite iussu, quaesumus. 



4. Quorum praecepto subditur 
Salus et languor omnium, 
Sanate aegros moribus 
Nos reddentes virtutibus, 

5. Ut, cum iudex advenerit 
Christus in fine saeculi, 
Nos sempiterni gaudii 
Faciat esse compotes. 

6. Deo patri sit gloria 
Eiusque soli filio 
Cum spiritu paraclito 

Nunc et per omne saeculum. 



Martyr. et Collectar. ms. S. Mariae Frisingensis saec. 10. Clm. Monacen. 
27305. A. — Kit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen. 
17 027. B. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 10. Cod. Turicen. Rhen. 111. 
add. saec. 10. C. — Hymn. ms. Campiduuense saec. I0 /n. Cod. Turicen. 
Rhen. 83. D. — Brev. ms. Sangallense saec. 10 /n. Cod. Sangallen. 413. E. 
— Brev. ms. Sangallense saec. ,0 /n. Cod. Sangallen. 387. F. — Trop. et 
Hymn. ms. Rhenoviense ('? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 
79. G. — Hymn. ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. VIII 0 1. H. 



126 



Pars L Hymni antiquissimi saee. V. — XI. 



— Hymn. et Sequent. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. theol. 
IV» 25. I. — Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense(?) saec. ,0 /n. Cod. Londinen. 
Add. 37 517. K. — Hymn. ms. Anglosaxonieum saec. l0 /n. Cod. Londinen. 
Jul. A VI. (Paraphrase). L. — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) 
saec. 11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. M. — Hymn. ms. Wintoniense 
saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. X. — Collectar. et Hymn. ms. 
Wintoniense(? Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 
•"'.91. O. — Collectar et Hvmn. ms. Exoniense (Episc. Leofric) saec. 11. Cod. 
Londinen. Harl. 2961. P. 

Psalt. et Hymn. ms. Marchianense saec. (9. et) 10. Cod. Duacen. 170. 
Q. — Hymn. ms. Moissiacense saec 10. Cod. Rossian. VIII 144. E. — 
Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. S. — Brev. ms. S. 
Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. T. — Collect. et Hymn. 
ms. Sandionysianum saec. 11. (et 12.) Cod. Sangenovefian. 1186. U. — 
Brev. ms. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. X. 

— Grad. et Antiphon. ms. Xivernense saec. 12. Cod. Parisin. Xouv. acq. 
1235 Y. — Brev. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506 Z. — Hynin. 
ms. Bobiense saec. 10. Cod. Taurinen. G VII 18. add. saec. 10. a. — Hymn. 
ms. Veronense saec. 10 n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). b. — Hynm. 
ms. Severinianum saec. 10 n. Cod. Vatican. 7172. C. — Hymn. ms. Farfense 
saec. 10 /u. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). d. — Hymn. ms. Farfense 
saec. 10 /n. Cod. Turicen. Rhen. 91. e. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. 
Turicen. Rhen. 82. f. — Hymn. ms. Exiliense saec. 11. Cod. Londinen. 
Add. 30851. g. — HKO.STlTg sind nicht kollationiert. 

1, 3 gloria BCQY b e. — 1, 4 canunt DGILMXPRXYZ b C, canent C. 

— 3, 2 Seras et X. — 3, 4 iussum e. — 4, 1 praeceptis d f . — 4, 2 languor 
liominum BCEFI. — 4, 4 Xos redeptes(!) Q. — 5, 2 in fiuem DRY. — 5, 3 
sempiternis gaudiis XY d e. — 5, 4 esse consortes Z d f 2 . ' — Von dcr 
Moxologie durchweg nur der Anfang; A hat: Praesta pater piissime: B: 
1'raesta pater omnipotens; DEF: Praesta pater. 

Im itomischen Brevitr lebt der Hymnus fort im „Commune Apostolorum" 1 
niit dem geanderten Anfange: Exsultet orbis guudiis \ Caelum resultet laudibus 
etc; Shnlicher Art sind die iibrigen ziemlich zahlreichen Anderungen. 



109. In sanctoruni Apostolorum. 

Ad Laudes. 



1. Ortu phoebi iam proximo 
Hymuum dicamus Domino 
Apostolis condebitam 
Ferentes reverentiam, 

2. Ut mereamur effici 
Horura semper pedissequi, 
Spernentes transitoria, 
Tendentes ad perennia. 



3. Iudex Christus cum venerit 
Referre cunctis propria. 
Xobis non ut supplicia 
Proveniant. sed praemia. 

4. Hoc summa praestet deitas 
Patris natique uuici 
Sanctoque cum spiramine 
Iu sempiterno tempore. 



Psalt. et Hymn. ms. Marchianense saec. (9. et) 10. Cod. Duacen. 170. 

A. — Hymn. ms. Veronense saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). 

B. — Psalt. et Hymn. ms. Veronense saec. 12 13. Cod. Capit. Veronen. CVIH 
( 101 1. C. — Psalt. et Hymn. ms. Veronense saec. 12 /i3. Cod. Capit. Veronen. 
CIH (96*). D. — Psalt. et Hymn. ms. Mosacense saec. 13. Cod. Archiep. 
Utinen. Fol. 13. E. — Brev. ms. Aquilegiense saec. la /i4. Cod. S. Danielis 
166. F. 



II. De Sanctis. — A. Hymni de Sanetis Commnnes. 127 



Brev. ms. Sangalleuse saec. ,0 /u. Cod. Sangallen. 413. G. — Psalt. et 
Hymn. ms. Walcidoreuse saec. u /is. Clm. Monacen. 13067. H. — Brev. ms. 
Moguntinum saec. 12. Cod. Capit. Schaffnaburgen. 54. I. — Brev. ms. Se- 
coviense (Monial.) saec. 12. Cod. Graecen. 763. K. — Brev. ms. Secoviense 
(Monial.) saec. ,2 /i3. Cod. Graecen. 1257. L. — Brev. ms. Secoviense saec. 

14. in. Cod. Graecen. 789. M. — Brev. ms. S. Vitoni saec. 12 /is. Cod. 
Virdunen. 109. N. — Psalt. et Hymn. ms. Portae Mariae V. in Axpach 
saec. 14. Cod. Vindobonen. 1877. O. — Brev. ms. Florianum saec. 14. (et 

15. ) Cod. Florian. 384. P. — Brev. ms. Trebonense saec. 15. Cod. Pragen. 
VII C 3. Q. 

1, 1 Apostolorum die festo L (sichtlich war hier der „phoebus" anstofsig). 
— 1,3 Cum apostolis debitam G. — 2, 1 Quo mereamur FGKL. — 2,2 
Eorum NQ. — 2, 4 Redeuntes NQ; ad caelestia BCDG. — 3, 1 Iudex cum 
Christus NQ. — 3, 3 sq. ad supplicia | Perveniat NQ. — 4, 2 natique bonitas 
G. — 4, 3 Cum sancto sit spiramine F; Sanetoque eonspiramine G. — 4, 4 
sempiterno foedere H. — Statt 4 in Q: Deo patri sit gloria etc. 

Dieser Hymnus machte laut Quellen sichtlich einen eigenen Weg; von 
wo ausgehendV — Weitere Quellen, meist jiingere, nennt Rep. Hymn. Nr. 
14303; unter denselben interessiert am meisten das „Brev. ms. Cameracense 
saec. 12". 



110. In sanctorum Apostolorum. 



1. Summi tonantis unice, 
Cbriste, lumen de lumine, 
Qui mundum totum subigis 
Apostolorum pedibus, 

2. Quos tuo dono deditos 
Caelestibusque praeditos 
Misisti evangelica 
Ubique ferre semina, 

3. Horum placatus precibus 
Esto nobis propitius, 
Quorum laetantes annua 
Prosequimur sollemnia. 



4. Illorum sanctis meritis 
Erue nos ab inferis, 

Per quorum sacra dogmata 
Fida gestamus pectora. 

5. Sereno vultu respice 
Et nos tuendo protege, 
Qui cuncta mundi noxia 
Tua vincamus gratia. 

6. Laus, honor, virtus, gloria 
Deo patri cum filio 
Sancto simul paraclito 

In sempiterna saecula. 



Milchsack, Hymni et Sequentiae, I, 7. — Mir ist der Hymnus in keiner 
Hs. untergekommen, weshalb ieh lediglich auf Milchsaek verweisen mufs, 
der keine Quelle angibt. Sichtlich gehort die Dichtung zu den alteren. — 
Zu 1, 1 cfr. Nr. 32; 1, 3: „Celsi tonantis unice" und Anal. Hymn. XXIII, 253. 



111. „In Natali plurimornm Martyruni." 

1. Sanctorum chorus, Christe, tuo munere 
Florifer campus, pace, bello fertilis: 
Lilia pace rosaeque militia 
Matura messe conduntur manipulis. 



12S 



Pars I. Hymni antiquissinii saec. V. — XI. 



2. Legio sacra beatorum agminum 
Martyres Christi fulgent in caelestibus, 
Stolis amicti sanguine candidatis, 
Agni sequaces, rutilus exercitus. 

3. Hi nempe viri bellatores fulgidi, 
Improbus praedo quibus non praevaluit, 
Secuti Christum candido vestigio 
Ipsoque duce adepti felicia. 

4. Agmina sancta, vinculatos corpore 
Supplices vestro precum adiutorio 
Spiritus iusti solvite compedibus, 
Finem felicem ut possimus cernere. 

5. Gloria summae trinitati debita, 
Simplici Deo honor, iubilatio 
Patri prolique sanctoque spiritui, 
Qui totum subdit suis orbem legibus. 

Collect. et Hymnar, ms. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. Cod. 
Treviren. 1245 (olim 1418). — 1 , 3 rosasque mititiae. — 2, 3 amictis. — 
3, 3 Christo. — 4, 2 vestros. — 5, 1 trinitati deitas. — Vgl. Nr. 106. 



112. ,,In Natale Sanctorum sive Martyrum.' 



1. Rex gloriose martyvum, 
Corona contitentium, 
Qui respuentes terrea 
Perducis ad caelestia. 



Tu vincis in martyribus, 
Parcendo confessoribus, 
Tu vince nostra crimina 
Donando indulgentiam. 



2. Aurem benignam protinus 
Adpone nostris vocibus. 
Tropaea sacra pangimus, 
Ignosce, quod delinquimus. 



4. Praesta, pater piissime 
Patrique compar unice, 
Cum spiritu paraclito 
Regnans per omne saeculum. 



Collect. ms. Hibernicum saec. 9. in. Cod. Carolsruhan. Augien. CXCV. 
A. — Psalt. et Hymn. ms. Anglicum. saec. 10. ex. Cod. Vatican. Regin. 
338. B. — Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense(?) saec. 10 /n. Cod. Londinen. 
Add. 37517. C. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. 10 /n. Cod. Londinen. 
Iul. A VI. (Paraphrase). D. — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) 
saec. 11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. E. — Collectar. et Hymn. ms. 
Exoniense (Ep. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. F. — Hymn. 
ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. G. — Collectar. 
et Hymn. ms. Wintoniense(? Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi 
Cantabrigien. 391. H. 

Collect. et Hymn. ms. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. in. Cod. 
Treviren. 1245 (1418) I. — Martyr. et Collectar. ms. S. Mariae Frisingensis 
saec. 10. Clm. Monacen. 27305. K. — Eit. et Hymn. ms. Scheftlariense 



II. De Sanctis. — 



A. Hymni de Sanctis Communes. 



12!» 



saee. 10. Clm. Monacen. 17 027. L. — Collect. et Hymn. ms. S. Maximini 
Trevirensis saec. 10. Cod. Treviren. 592 (1404). M. — Hymn. ms. Khenoviense 
saec. 10. Cod. Turicen. Rben. 111. N. — Hynin. ms. Campidunense saec. 
30 /n. Cod. Turicen. Rhen. 83. O. — Brev. ms. Sangallense saec. I0 /n. Cod. 
Sangallen. 387. P. — Trop et Hymn. ms. Rheuoviense (? Sangallense) saec. 
11. in. Cod. Turicen. Rhen. 97. Q. — Hymn. et Pros. ms. Fredeslariense 
saec. 11. Cod. Casselan. theol. IV° 25. R. 

Psalt. et Hymn. ms. Marchianense saec. (9. et) 10. Cod. Duacen. 170. 
S. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. T. — Hymn. 
ms. S. Iohannis Laudunensis saec. 10. Cod. Bernen. 455. U. — Hymn. ms. 
Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. X. — Brev. ms. S. Germani 
Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. Y. — Hymn. ms. Casinense saec. 

10. Cod. Casinen. 506. Z. — Hymn. ms. Beneventanum saec. 10. ex. Cod. 
Vaticau. Ottob. 145. a. — Hymn. ms. Bobiense saec. 10. Cod. Taurinen. 
G VII. 18. b. — Hymn. ms. Veronense saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. 
CIX (102). c. ■ — Hymn. ms. Severinianum saec. ,0 /n. Cod. Vatican. 7172. 

d. — Hymn. ms. Farfense saec. "Vu. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). 

e. — Hymn. ms. Farfense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Rhen. 91. f. — Brev. 
ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. g. — Hymn. ms. Toletanum 
saec. 10. Cod. Matriten. Tol. 1005 (35— 1) ll. — Hymn. ms. Exiliense saec. 

11. Cod. Londinen. Add. 30851. i. — CHXY b d ll i nicht kollationiert. 
1 gloriosiose(!)A; gloriose praesulum, aber dariibergeschrieben „martyrum" 

T. — 1, 2 Coronas T f; confidentium Q. — 1, 3 dispuentes AIMfJ; terrea 
ILMRZ e f g; sonst „terrena". — 1, 4 Perducit a. — 2, 1 benigne K'LOR 
C, benigna f. — 2, 4 dilinquimua A, delinquimus LOPQS C, sonst alle: deli- 
quimus. — 3,3 vincis e. — 3, 4 indulgentia f. — Doxotogie fehlt AENU; 
Deo patri FGRZ e f g; ,Te nunc redemptor quaesumus (Schlufsstrophe aus 
„Aeterna Christi munera")I; sonst meist nur die Anfangsworte : Praesta pater 
piissime. — Titel ist aus A; derselbe erinnert an die Zeit , in der „Sancti" 
und „Martyres" identisch waren. 

Jm Romischen Brevier lebt dieser Hymnus in ziemlich unveranderter 
Form fort: 2, 2 Intende. — 2, 4 deliquimus. — 3, 1 sq. vincis inter martyres | 
Parcisque. — 3, 4 Largitor indulgeutiae. 



113. „In Xatale nnius Martyris". 

A d N o c t u r n a s. 



1. Martyr Dei, qui unicum 
Patris sequendo filium 
Victis triumphaus hostibus, 
Victor fruens caelestibus, 

2. Tui precatus munere 
Nostrum reatum dilue 
Arcens mali contagium, 
Vitae removens taedium. 



3. Soluta sunt iam vincula 
Tui sacrati corporis ; 
Nos solve vinclis saeculi 
Amore filii Dei. 

4. Praesta, pater piissime, 
Patrique compar unice 
Cum spiritu paraclito 
Regnans per omne saeculum. 



Gleiche Quellen A — i, wie beim vorhergehenden Hj-mnus; nur fehlen 
M und d. — Eiue weitere alte Quelle ist: Tractatus ms. de Virtutibus et 
Vitiis saec. 10. Cod. Capit. Veronen. XXXII (30). add. saec. 10. — CHXY 
I) h i sind nicht kollationiert. 

1, 1 Confessor vel Martyr Dei P; neben „Martyr" am Rande : vel Con- 
fessor Q a — 1 , 3 triumphas BLNQSZ a e g 2 . — 1 , 4 Donis fruens I. — 
2, 1 precatu T. — 2, 2 delue FGSTZ e. — 2, 3 contagio T, contagia LS a. — 
2, 4 taedia T, scandalum B, taedium korrig. von 1. Hand aus gaudium A. 
Bluiue, Thesauri hymnologici Hymnarium. 9 



130 



Pars L Hymni .mtiquissimi saec. V. — XI. 



— Doxologie fehlt AU; Deo patri BDEFGBSZ; Sit laus perennis gloria I; 
sonst meist nur die Anfangsworte: Praesta pater. — Titel ist aus A ent- 
nommen. 

Im jetzigen Bdmischetl Breriere lautet der veriinderte Anfang: ,,Invicte 
martyr, unicum | Patris secutus filium. Die weiteren Ditferenzen: 1, 3 
triumphas. — 2, 4 Vitae repellens. — 3, 4 Dono superni numinis. — Doxo- 
logie : Deo patri etc. 



114 a. In unius Martyris. 

1. Deus, tuoium militum 3. Pocnas cncurrit fortiter 
Sors et eorona, praemium, Et sustulit viriliter, 
Laudes canentes martyris Pro te effundens sanguinem 
Absolve nexu criminis. Aeterna dona possidet. 

2. Hic nempe mundi gaudia 4. Ob boc precatu supplici 
Et blandimenta noxia Te poseimus, piissime, 
Caduea rite deputans In boc triumpbo martyris 
Pervenit ad caelestia. Dimitte noxam servulis. 

5. Sit laus perennis, gloria 
Deo patri cum filio, 
Sancto simul paraclito 
In saeculorum saecula. 

Gleiche Quellen A — i, wie fiir „Itex gloriose martijrum" (Nr. 112).; nur A 
felilt hier. U ist stellenweise stark besehiidigt uud unlesbar. Weitere alte 
Quelle: Trop. ms. Martialense auni 933 — 36. Cod. Parisin. 1240. add. saec. 
10. k. — CHXY I) d h i sind nicht kollationiert. 

1 , 2 Sors corona et P ; et corona et a. — 1,3 martyres FL. — 1,4 
Nos solve N ; nexum M C; criminum a g 2 . — 2, 2 plandimenta L; noxiam 
f. — 2, 3 duputans F; deputat f. — 3, 3 refundens BGTU k, effundans M, 
etfundit I; Pro te ustus craticula L (dort namlieh „In natali s. Laurentii"), 
P hat die Kandglosse: vel „ustus craticula". — 3, 4 possidens O, possident 
E. — 4, 1 Ab hoc g; supplices KL. — 4, 2 Deposcimus Q. — 4, 3 In hoc 
festo Laurentii L (cfr. Note zu 3, 3). — 4, 4 Dimittet e; noxa K. — 5, 1 
Sit laus perennis IKLNOU; dagegen „Laus et perennis" alle anderen, aber 
durchweg jiingeren Quellen; gloriae KLN (vielleicht richtig). — 5, 2 patri 
et BDEFGOPQTZ e f g k. — 5, 3 Una cum sancto spiritu PT a e. — 
5, 4 In sempiterna OPQT a e k. — S hat die Doxologie: „Sit Christe rex 
piissime (= Doxologie von „lesu reflemptor omnivm" Nr. 117). 

Das Romische Brevier besitzt noch diesen Hymnus mit nur wenigen 
Anderungen: 2, 2 sq. Et blanda fraudum pabula | Imbuta felle deputans. — 

3. 3 Fundensque pro te. — 5, 1 sq. Laus et perennis gloria | Patri sit 
atque filio. . • 

114 b. In uuius Martyris. 

M e d i o 1 a n e n s i s f o r m a. 

1. Deus, tuorum militum 2. Hic testis ore protulit, 
Sors et corona, praemium, Quod cordis arca credidit, 

Luudes cauentes martyris Cbristum sequendo repperit 

Absolve nexu criminis. Effusione sanguinis. 



II. De Sanctis. — A. Hymni de Sanctis Communes. 



131 



3. Hic nempe mundi gaudia 
Et blandimeuta noxia 
Caduca rite deputans 
Pervenit ad caelestia. 



6. Ex hoc furor vesaniae 
Iussit perimi martyrem 
Iustumque terris obrui, 



Quem regna caeli continent. 



4. Tempsit tyranni vincula, 
Diras catenas, verbera 
Et voce clara nuntiat 
Deum creasse omnia. 



7. Hic nos precantes supplices 
Te poscimus, piissime, 
In hoc triumpho martyris 
Dimitte noxam servulis, 



5. Poenas cucurrit fortiter 
Et sustulit viriliter, 
Pro te effundens sanguinem 
Aeterna dona possidet. 



8. Ut partem eius muneris 
Hereditemur congrui, 
Laetemur in perpetuum 
Iuncti polorum atriis. 



Brev. ms. Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Mediolanen. 155. A. 
— Manuale ms. Mediolanense saec. 13. Cod. Ambrosian. C 23 inf. B. — 
Psalt. et Hymn. ms. S. Georgii in Palatio saec. 13. Cod. Ambrosian. E 71 
b inf. C. — Hymn. ms. Monasterii Parisiensis saec. 12. Cod. Colmarien. 
442. D. — Brev. ms. Altovadense saec. 14. in. Cod. Altovaden. CV. E. 

1, 3 martyrum C. — 2, 4 Effusionem B. — 4, 3 nuntians C. — 6, 2 
martyres C. — 6, 3 Iustusque A; obruens ABC (wiire eventuell auf „furor" 
zu beziehen). — 6, 4 continens A. — 7, 1 Hinc E. — 8, 1 partem huius 
DE. — 8, 2 Haereditemus ADE. — Als Doxolngie fiigen BCDE bei: Gloria tibi, 
Domine, | Gloria unigenito. — Durch Einfiigung je einer Strophe nach jeder 
Strophe des Originalliedes wurde die AchtzsM der Hymnen des hl. Ambrosius 
erzielt. — Wie schon einige Male, sehen wir auch hier die Cistercienser 
die Mailandische (Ambrosianische) Form aufnehmen (vgl. Nr. 75 und 87). 



1. Martyr egregie, Deo dilecte, 
Ad te clamantium voces tuorum 
Propitius audi, sancte Georgi. 

2. Tu per innumera mortis tormenta 
Triumpho nobili promeruisti, 
Martyr, militiae signifer esse. 

3. Vana iudicasti gaudia mundi 
Et transitoriae dulcia vitae 
Memor Christi tui mente liquisti. 

4. Unde pro meritis fulges in caelis 
Ut inter sidera sol atque luna, 
Certns iam praemii. pro quo certasti. 



115. Iu unius Martyris. 



9* 



132 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



5. Ora pro famulis tibi devotis 
Et coram iudice veniam posce, 
Ne nos iudicio damnet extremo. 

6. Trinitati decus, honor et virtus, 
Inseparabili laus unitati, 

Consors imperium omne per aevum. 



Hymn, ms. Veronense saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102) A. 
— Collect. ms. Cremifanense saec. 12. Cod. Cremifanen. 114. add. saec. 12. 
B. — Matut. ms. Admontense anni 1180. Cod. Admonten. 18. C. — Brev. 
ms. S. Georgii Pragensis saec. 12. (et 13.) Cod. Pragen. VI E 13. D. — 
Brev. nis. S. Georgii Pragensis saec. 14. in. Cod. Pragen. VII G 7. E. — 
Brev. ms. Pruvningense saec. 12. Clm. Monacen. 23027. F. — Brev. ms. 
Lambacense saec. ,8 /u. Cod. Lambacen. CLXXXV. G. — Brev. ms. Lam- 
bacense saec. I3 /i4. Cod. Lambacen. CLXXVII. H. — Psalt. et Hymn. ms. 
Ostroviense anni 1174. Cod. Capit. Pragen. A 57. add. saec. 14. in. I. — 
Hymn. ms. Germanicum saec. 14. Cod. Londinen. Arund. 340. K. — Hymn. 
ms. Mosacense(?) saec. 14. Cod. Archiep. Utinen. Fol. 21. L. — Brev. ms. 
Emmeramense saec. 14. Clm. Monacen. 14 771. add. saec. 15. M. — Antiphon. 
ms. Bocholtense saec. 15. Cod. Bocholten. L 8. N. — Brev. ms. Curiense 
saec. 15. Cod. Scotor. Vindobonen. 54. h. 15. 0. — Hymn. ms. S. Petri 
Martyris saec. 16. Cod. Commun. Utinen. s. n. P. — Brev. Paderbornense 
imp. Lipsiae 1513. Q. 

Uiesen Hymnus verwenden CGHK fiir Blasius, 0 fiir Florinus, Q fiir 
Henricus , ein Brev. saec. 15. in. Herzogenburg (Signatur verloren) fiir 
Laurerttius, die ubrigen fiir Georgius. Wegen des Binnenreimes , den in 
Str. 1 der Fettdruck kenntlich macht, pafst an sich nur der viersilbige, auf 
-ius endende Name eines Martyres in den Vers. 

1, 1 Confessor inclite O, Caesar egregie Q. ■ — 1, 2 tuorum fehlt H. — 

1, 3 sancte Blasi CGHK, sancte Florine O, sancte Henrice Q. — 2, 3 
Martyrum militiae alle Hss. ; vielleicht ist „militiae" rfrasilbig zu lesen. — 3, 2 
transitoria FH. — 3, 3 Christi cui H. — 4, 1 promeruisti H. — 6, 2 Insepara- 
bilis AL. — 6, 3 Concors N ; nunc et in aevum A. 

Vgl. Neues Archiv fiir iilt. deutsche Gesch. XV, 349; dort dieser Hymnus 
mitgeteilt von L. Weiland aus ,.Hs. Patres n. 59 der ehemaligeu kgl. Hdbibl. 
in Stuttgart" saec. 12. Der Titel lautet daselbst „Versus sancto Georgio". 

2, 3 soll lauten: „Martyria militiae". 



116. In uatali Confessorum. 



1. Iesu, corona celsior 
Et veritas sublimior, 
Qui confitenti servulo 
Reddis perenue praemium, 



3. 



Anni recurso tempore 
Dies reluxit lumine, 
Quo sanctus bic de corpore 
Polum migravit praepotens. 



2. Da supplicanti coetui 
Obtentu buius optimi 
Remissionem criminum 



4. 



Hic vana terrae gaudia 
Et luculenta praedia 
Polluta sorde deputans 
Ovans tenet caelestia. 



Rumpendo ucxum vinculi. 



II. De Sanctis. — A. Hymni de Sanetis Communes. 



133 



5. Te, Christe, rex piisime, 
Hic confitendo iugiter 



7. Plus currit in certamine 
Confessor ipse sustinens, 
Quam martyr ictum sufferens, 
Mucrone fundens sanguinem. 



Calcavit hostem fortiter 
Superbum ac satellitem. 



6. Virtutum actu et fide, 
Confessionis ordine 



8. Proinde te, piissime, 



Precamur omnes supplices, 



Ieiuna membra deferens 
Dapes supernas obtinet. 



Ut huius almi gratia 
Nobis remittas debita 



Manuale ms. Mediolanense saec. 10. Cod. Ambrosian. SH IV 43. A. — 
Manuale ms. Mediolanense saec. 10. Cod. Ambrosian. T 103 sup. B. — 
Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 83. C. ■ — Psalt. 
et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. D. — Hymn. 
ms. Veronense saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. ClX (102). E. — Brev. ms. 
Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Mediolanen. 155. P. — Psalt. et 
Ilymn. ms. S. Iacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. G. — Antiphon. 
ms. S. Victoris ad Theatrum saec. 12. Cod. Ambrosian. A 1 inf. H. — 
Psalt. et Hymn. ms. S. Georgii in Palatio saec. 13. Cod. Ambrosian. E 71 
b inf. I. — Hymn. ms. Monasterii Parisiensis saec. 12. Cod. Colmarien. 442. K. 

2, 4 Rumpendum CDFI ; nexu AB (vielleicht das Ursprungliehe); vinculis 
F. — 3, 3 Quo Silvester episcopus E ; Quo sanctos A. — 4, 1 terra gaudia 
F. — 4, 2 proelia C. — 4, 3 sorte deputas H; cuncta deputans K. — 4, 4 
tenens A. — 5, 1 Te nunc rex B. — 7, 2 Confessor iste K. — 7, 3 ictu sufferens 
AFI. — 7, 4 Mucronem I ; fundens fehlt H ; sanguine F. — Als Doxologie : 
Gloria A : Gloria tibi Domine IK ; Gloria patri Domino | Gloria unigenito 
Una cum sancto spiritu | In saeculorum saecula E. 

Der Hymnus, dessen Ursprungsstatte nicht schwer erkennbar, hat sich 
(durck die C/stera'e»iSer-Breviere) bis ins Bomische Brevier unserer Tage er- 
halten als zu den Laudes de Conf. non Pontif. ; Anderungen: 2, 2 sq. Huius 
rogatu noxii | Remissionem criminis. — 3, 1 reverso t. — 3, 2 refulsit. — 3, 4 
Migravit inter sidera. — 5,^3 sq. Calcavit artes daemonum | Saevumque Averni 
principem. — 6, 1 sq. Virtute clarus et tide | Confessione sedulus. — Str. 7 
ist ausgemerzt. — 8, 3 sq. Nobis ut huius gratia | Poenas remittas debitas. — 

Einzelue Verse haben Anklange au solche aus „Deus tuorum militum" 
(Nr. 114a); man vgl. hier und dort : 1, 1 und 4 mit 1, 2; Str. 4 mit Str. 2; 
5, 3 mit 3, 1 ; 6, 4 mit 3, 4. — Ebenso sind Anklange da an „Iesn redemptor 
omniwm" (Nr. 117). 



117. In unius Confessoris. 



1. Iesu, redemptor omnium, 
Perpes corona praesulum 
In hac die clementius 
Nostris faveto vocibus, 



3. 



Qui rite mundi gaudia 
Huius caduca respuens 
Cum angelis caelestibus 
Laetis potitur praemiis, 



2. Tui sacri qua nominis 
Confessor alraus claruit, 
Cuius celebrat annua 
Devota plebs sollerania. 



4. 



Huius beniguus adnue 
Nobis sequi vestigia, 
Huius precatu servulis 
Dimitte noxam criminis 



5. Sit, Christe, rex piissime, 
Tibi patrique gloria 
Cura spiritu paraclito 
Et nunc et in perpetuum. 



134 



Pars L Hjmni antiqaissimi saec V. — XI. 



MarijT. ei CoUectar. ms. Mariae Frismgensis saec 10. Clm. Monaeen. 
.7 A — E;: e: Hj=:. r - ^Lrrili.-:?- — sa-r.. Iv^ «; M ::•£:*'. 

17027. B. — liymn. ms. Campidnoen** saec ** n- Cod. Tnrieen. Kben «3. 
C. — Trop. et Hnu. m?. Bhenoriense (? SangaDenee) saec 1L in. Cod. 
Taricen. Bheru 97. D. — Hjmn. ei Pros. ms. Fredeslariense saec 11. Cod. 
Casselan. theol. IV* 25. E. — Psalt. et Hjmn- ms. Angticam saec 10. ei. 
Cod. Vatican. Begin. 33*. F. — Psalt. et Hjmn. ms. Cantnariense (?) saec 
'* n. Cod- Londinen. Add. oTolT. Fa. — Hjmn. ms. A aghMifiw saec 
19 li. Cod. Londinen. InL A VI. iParapbrasea G. — Hjnaa. ■»■ Aagto- 
saxonicnm lMonasticnm ! saec. 1L in. Cod. Londinen- Vesp. D XII. H. — 
Hjmn. m«. Wintooiense saec 11. Cod. Capit. Dwri—. B III 32. L — 
Collectar. et Hnaa. ■&. Wintoaieaae (? V lgutaa caae) saec 11. Cod. CoU. 
Corp. Christa Cantabrigien- 391. K. — CoDeetar. et H jmn ms. Exoniease 
(Ep. Leofrie) saec 11. Cod. Londinen. HarL 2961. L. — Psalt. et Hymn. 
ms. Dnntlmtnse saec. 12- Cc«L ColL Iesa Cantabrigien. 23. M. 

Psalt. et Hjmn. ms. Marchiaziense saec j9. et) 10. C od. D naeen. 170- 
X. — Hjmn. B!n Moissiacense saec 10. Cod- Bossian. \ 111 144. O. — 
Psalt. ms. & Iohannis La-cdon-nsis saec- 10. Cod. Bernen. 455. P. — Hvmn. 
ms. Corbeiense saec 11. Cod. \ mhi »w ■ 131. Q. — Brer. ms. S. Germani 
Pratensis saec 11- CnL Parisin 11550- B. — Hjmn. ms. Veronense saec 
**ii. Cod. CapiL Veronen. CIX <102) 8. — Hjmn. ms. Fartense saec *• u. 
Cod. Turicen Bhen. 91. T. — Brev. ms. Farfense saec 1L Cod. Taricen. 
Bhen. ^"2. L". — Brev. ms. Montis Anr.atini saec "ii. Cod. Casanaten. 
19<;«7 [B H 1 . X. — Hjmn. ms. Severiniamom saec '* n. Cod. Vatiean. 
7172. T. — Hjmn. ms. fc^ai»— «. ^aec 10. Cod. Londinen. Add. 30?46. Z. 

— FaKQRXYZ «:lc l::1: • '_>n: P j.w'Jrawfis< bcaeha digt nnd nn- 
lesbar. 

1 , 2 Salus in te eredentiom M ("Wie JHmntf nrir mitteih. steht ia M 
dieser Hjmnos an anderer SfeUe mit dem ^ewobnlkhen Texte: ein zweites 
Mal tancbt ec auf mit dieser Teranderten Lesart. daranf 1, 3 nnd die Be- 
merktiiur -nt ?npra~.i — 1, 4 fareto O- — 2, 1 Tni sacriqne AXOPT . Tni 
(Coi C) sacrati nominis CI»E<jHIL. <fni saeri tni nominis L" r : qna fehlt S- 

— 3, 1 gtoziaa GDEGH: — 3. 2 cadaeaw CT'EGH: i i ^p al a a a L depotans 
FTL" (efr. Xr. 114a- Str. 2. 3: Cadnca rite depntansL — 3. 4 Laetis L — 
4. 1 Cuius CX»L"; benigne I: annna O. — 4. 2 Xobisqne lN-.4jis A) seqai 
gandia AB. — 4,3 Hnins preearar S. — 4, 4 aoxa AB- — 5, 2 gloriam 
I. — 5. 4 Ll 5.i^:c7.raiB sai<T3la X. In sesnpiiterna saeeola O. 

Im jeliigea Bdmd*Aem Brcriere dieat dieser Hjmnus noch arn den T iwii n 
de Confessore Pontifice aut den Andenmgen: 1, 4 aanmlgeaa precantibas. — 
•:l o sq. A.~~*r^ : .- praemio ] Potitor ialer aagetos. — 5-4 Xnnc et per omae 

!ir: ^llLT.. 



11*. Ln ttnia> f onfe«*ori». 

1. Iste confessor Domini saoraros. 
Festa plebs eoias celebrat per orbem, 
Hodie laetas merait secreta 

Scandere catli. 

2. Qui pius. prodens. humilis. pndicns, 
Sobrius. castos fnit et qmetas. 
Vita dam praegens vegetavit eios 

Corporis artos. 



II. De Sanctis. — A. Hymui de Sanctis Communes. 



135 



3. Ad sacrum cuius tumulum frcquenter 
Membra languentum modo sanitati, 
Quolibet modo fuerint gravati, 

Restituuntur. 

4. Unde nunc noster chorus in honore 
Ipsius hymnum canit lmnc libenter, 
Ut piis eius meritis iuvemur 

Omne per aevum. 

5. Sit salus illi, dccus atque virtus, 
Qui supra caeli residens cacumen 
Totius mundi machinam gubernat 

Trinus et unus. 

Gleiche Quellen A — Z vvie beim vorhergehenden Hymnus; es fehlen aber 
BXZ, wofur hier eintreten: Collect. et Hymn. ms. S. Martini Trevirensis 
saec. (9. et) 10. in. Cod. Treviren. 1245 (1418). B. — Brev. ms. Sangallense 
saec. 10 /ii. Cod. Sangallen. 413. X. — Brev. ms. Strumense saec. 11. ex. 
Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. Z. — FaKQRY sind nicht kollatiouiert. 

1, 2 celebret I; in orbe AX. — 1, 3 Hoc die F; secrata D, sacratum X. 
— 1,4 Scaudere regna A, caelum X. — 2, 1 prius(!) prudens U. — 2, 3 
vegitavit B. — 3, 3 Quolibet modo EOS; fueritT; gravata GHILX. — 4, 1 
Inde CT. — 4, 2 canat hymnum P; hymnum canat U. — 5, 1 Sit laus illi 
CTUZ. — 5', 2 residet O. — 5, 3 machina DTU 2 ; gubernans CD, gubernet 
F, guberna T. — 5, 4 et hunus O. 

Die altklassische Strophenforin war wohl Anlafs, dafs der Hymims 
vielen ..Korrekturen" unterzogen wurde, die ihm das stark geanderte Aussehen 
im jetzigen Romischen Breriere gaben: Iste confessor Domini, colentes | Quem 
pie laudant populi per orbem etc. 



119. In nnius Confessoris. 

1. Christe, salvator, pietatis auctor, 
Iure laudaris famulorum odis, 
Laeta quos praestas celebrare festa 

Temporis huius. 

2. Instat, en, solis revolutus orbis, 
Quo petit caelos Nicolaus heros 
Atque sanctoruin numero locatus 

Gaudet abunde. 

3. Huius obtentu, rogitans benignum 
Si quis accedit prece cum fideli, 
Sentit effectum retinere votum 

Dante beato. 



13(3 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



4. Ergo submissi, Nicolae sancte, 
Quaesumus, nobis veniam preceris, 
Ut pio tecum liceat per aevum 

Vivere Christo. 

5. Praestet hoc nobis deitas beata 
Patris ac nati pariterque sancti 
Spiritus, cuius reboat in omni 



Brev. ms. Secoviense saec. n /i2. Cod. Graecen. 770. A. — Brev. ms. 
Secoviense saec. 14. Diurn. et Hymn. ms. Seheftlariense saec. 12. Clm. 
Monacen. 17024. C. — Brev. ms. Eremitense saec. ,2 /i3. Cod. Eremiten. 83. 
add. saec. 13. D. — Psalt. et Hymn. ms. Mosaeense saec. 18 'i3. Cod. Archiep. 
Utiuen. Fol. 18. E. — - Hymu. ms. Benedietinum saec. 13. Cod. Capit. Mediolanen. 
s. n. F. — Brev. ms. S. Mariae Magdal. Claustroneoburgensis saec. 14. in. 
Cod. Claustroneoburgeu. 1200. G. — Hymn. nis. S. Mariae Magdalenae 
Claustroneob. anni 1336. Cod. Claustroneoburgen. 1000. H. — Brev. ms. 
S. Nicolai Pataviensis saec. 14. Clm. Monaceu. 16 147. I. — Hymn. ms. 
Germanicum saee. 14. Cod. Londinen. Arund. 340. K. — Brev. ms. Augustanum 
saec. 15. Cod. Augustan. VIII 0 27. L. — Offic. ms. S. Petri Salisburgensis 
saec. 15. Cod. Petrin. a VI 52. M. — Brev. ms. Basileense saec. 15. Cod. 
Basileen. E II 4. N. — Psalt. ms. Basileense saec. 15 /i6. Cod. Paulan. 25. 
2. 33. (ol. Sanbl. memb. 57). N. — Brev. Lundense imp. Parisiis 1517. O. 

Der Hymnus ist angewendet iu AB auf Nicolaus, in C auf Augustinus, 
Nicolaus oder Gregor, in D auf Meinrad (Meginradus), in F auf Ganqolf, 
in NO auf Fridoiin, in P auf Augustin, in den iibrigen Quellen anf Nicolaus, 
weshalb ich 2, 2 und 4, 1 den Namen Nicolaus als Paradigma belassen habe. 
Natiirlich steht dort sonst, je nach der Quelle, Augustinus resp. Meginradus 
etc. — D ist stark beschiidigt, so dafs dort 1, 4 und die Schlufsverse der 
Str. 3, 4 und 5 fehlen. 

1, 4 Tempora C. — 2, 1 Instant N. — 2, 2 herus NO — 3, 1 Cuius 
DNO, Eius B; obtentum AN; rogitemus N. — 3, 2 fidele F. — 3, 3 affectum 
F; voto ADL (gegen den Binnenreim). — 3,4 benigno C. — 4, 2 precare 
D. — 5, 3 reboatur omni L. 

Mone, der (III, 309) nur aus Quellen des 15. Jahrh. diesen Hymnus 
mitteilt, hat richtig geurteilt: „Der Sprache und dem Versmafs nach ist dies 
Lied viel alter als die Handschrift (er meint N)". — Der Binnenreim, den 
in der 1. Str. der Druck hervorhebt, geht durch alle Strophen mit Ausnahme 
der Doxologie. 



Gloria mundo. 



120. Ih nnins Confessoris vel Martyris. 



1. Audi, Deus, hymnizantum 
Preces tuorum supplicum, 
Sancti confessoris tui 
Sollemnia colentium. 



o 

o. 



Fundans in Christo plurima 



Monachorum coenobia 
Muros erexit caelitus 
Vivis utens lapidibus. 



2. Insignis miris actibus 
Hic fulsit et virtutibus, 
Lucerna lucens omnibus 
Domo Dei manentibus. 



4. 



Hic fuit vivens hostia 
Per cuncta vitae spatia, 
Mactavit in se vitia 
Crucis ferendo stigmata. 



II. De Sanctis. 



— A. Hymni tle Sanctis Communes. 



137 



5. Huius, o Christe, gloria 
lara factus et victoria, 
Ipsius per suffragia 
Da nobis vitae gaudia. 



6. Laudamus te, patrem Deum, 
Unicum simul filium 
Spiritumque paraclitum 
Nunc et per omne saeculum. 



Collect. ms. Admontense saec. 12. Cod. Admonten. 712. — Nach 1, 3 
steht ad libitum : „vel praeclari martyris tui." Vor dem Hymnus die Be- 
merkung': ,,H3'muus de quolibet confessore vel martyre, excepto tertio versu, 
[hier = Strophe], qui solis fundatoribus coenobiorum congruit, sicut sancto 
Pirminio, Annoni, Willehelmo. Constat iambico dimetro, unde Iam lucis et 
minor(!) pars hymnorum; unde et melodiis cani potest." — Der Hymnus folgt 
auf die Vita s. Guilelmi abbatis Hirsaugiensis; vielleicht also ist auch er von 
Haimo, Prior von Hirschau, (saec. n /i2.), der bekanntlich jene Vita schrieb. 



121. In Xatale Virginum. 

Ad Matutinas sive ad Vesperas. 

1. Virginis proles opifexque matris, 
Virgo quem gessit peperitque virgo, 
Virginis festum canimus tropaeum, 

Accipe votum. 

2. Haec tua virgo, duplici beata 
Sorte, dum gestit fragilem domare 
Corporis sexum, domuit cruentum 

Corpore saeclum. 

3. Inde nec mortem nec amica mortis 
Saeva poenarum genera pavescens 
Sanguine fuso meruit sacratum 

Scandere caelum. 

4. Huius obtentu, Deus alme, nostris 
Parce iam culpis vitia remittens, 
Quo tibi puri resonemus almum 

Pectoris hymnum. 

Quellen: A — Z a — i = jene des Hymnus n Rex /iloriose martyrutn" 
(Nr. 112). Es kommen hinzu: Trop. ms. Martialeuse anni 933 — 936. Cod. 
Parisin. 1240. add. saec. 10. k. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. 10 /n. 
Cod. Casanaten. 1907 (B II 1). 1. — CHXYZ a b d II i sind nicht kolla- 
tioniert. — M beginnt erst mit Str. 3, 1, weil Liicke in der Hs. 

1, 1 prolis I; opifex quae N. — • Str. 2 sqq. fehlen L. — 2, 2 Sorde I; 
gestit BDEFGP e k, sonst in allen Quellen: gessit (cfr. 1,2); fragilendo 
mare(!) S. — 2, 3 domui S C; cruento U. — 2, 4 saeculum A, saecli T 1. 
— 3, 1 Unde EGKRT k; Inde nunc c; morte S. — 3, 3 sacratus 1, secretum 
Q. — 3, 3 sq. secreta | Scandere caeli DEFGORT c (gegen den Reim). — 
4, 1 Cuius F 1: obtentum K; nostri f, noster f-. — 4, 3 Quod tibi A; puro 
T e f g. — 4, 4 Pectore T. 



138 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



Mit Ausuahme von A bieten alle Quellen eine Duxolof/ie: 
Gloria patri genitaeque proli 
Et tibi, compar utriusque semper 
Spiritus alnie, Deus unus, omni 
Tempore saecli. 

Varianten der Doxologie: 1 Gloriam 1; genitoque BKMNRTU e f g k 
1. — 5, 3 omnis M. — 5, 4 saeculi U. — Da in allen Strophen Vers 3 und 
4 durch den stumpfen Reim auf -nm gebunden sind (in der 1. und 2. Strophe 
zeigt obendrein der 3. Vers Binnenreim), in der Doxologie aber nicht, so 
ist letztere wohl eine Zutat. — Kollation von A besorgte gutigst Dr. Alf. Holder. 

Titel aus A entnommen. — Der Inhalt weist auf Virgines, die zugleich 
Marttjrcs sind. Im jetzigen Eomischen Brecier (zur Matutin) werden daher 
Str. 2 und 3 liach Umstandeu ausgelassen. Im iibrigen zeigt dort der Text 
folgende Anderungen: 1, 3 sq. Virginis partos canimus decora | Morte triumphos 
(so, wenn eine Martyrerinl; oder: Virginis festum canimus beatae | Accipe 
votum (so, wenn nur Jungfrau). — 2, 1 Ilaec enim palmae duplicis beata. 
— 2, 4 Caede tyrannum. — 3, 1 Unde. — 3, 2 genera expavescens. — 3, 3 
Sanguine effuso meruit serenum. — 4, 1 sq. Huius oratu D. a. nobis | Debitas 
poenas scelerum remitte. — 4, 3 Ut tibi puro. — 4, 4 Pectore carmen. 

In Brevieren des 15. und 16. Jahrh. (vgL Rep. Hymn. Nr. 8102) findet 
sich die eiuzige Strophe 4 und Doxologie als Hymnus auf hl. Frauen , die 
weder Jungfraueu noeh Martyrer waren. Interessaut sind die Klagen, welche 
iiber diesen Torso „Hnius obteittu" vielfach im 16. Jahrh. erhoben wurden : 
„In communi nec virginum nec martyrum deceret habere hymnos plures, cum 
unicus versiculus uuius hymni in tribus locis repetatur" (Bericht des Nuntius 
aus Krakau im Jahre 1588; cfr. Delaporte in Rassegna Gregoriana VI, col. 
504.). 



B. Hymni de Sanctis Proprii. 

I. De Beata Maria V. 



122. In NatiTitate B. 31. V. 



1. 0 sancta mundi domina, 
Regina caeli inclita, 
0 stella maris, Maria, 
Virgo mater deifica, 



3. Natalis tui annua, 
En, colimus sollemnia, 
Quo stirpe allectissima 
Mundo fulsisti genita. 



2. Emerge, dulcis filia, 
Nitesce iam, virguncula, 
Florem latura nobilem, 
Christum, Deum et hominem. 



4. Per te sumus terrigenae 
Simulque iam caeligenae 
Pacati pace nobili 
More inaestimabili. 



5. Sit trinitati gloria, 
Sit semper ac victoria 
In uuitate solida 
Per saeculorum saecula. 

Hymn. ms. Veronense saec. ,0 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). A. 
— Brev. ms. Secoviense saec. n /ia. Cod. Graecen. 770. B. — Hymn. et Se- 
quent. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. Theol. IV 0 25. add. 
saec. n /i2. C. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhen. 
129. D. — Brev. ms. Superioris Altae saec. 12. Clm. Monacen. 9633. E. — 
Brev. ms. Scheftlariense saec. 12. Clm. Monacen. 17024. F. — Matutin. 
ms. Admontense anni 1180. Cod. Admonten. 18. G. — Hymn. ms. Ger- 
manicum saec. 12. Cod. Londinen. Add. 18301. H. — Psalt. et Hymn. ms. 
Mosacense saec. 12 /i3. Cod. Archiep. Utinen. Fol. 18. 1. — Psalt. et Hymn. 
ms. Mosacense saec. 13. Cod. Archiep. Utinen. VIII 0 20.*K. — Brev. ms. 
Gengibacense saec. 13. Cod. Carolsruhan. Geo. 22. L. — Brev. ms. Emmera- 
mense saec. I3 /i4. Clm. Monacen. 14741. M. — Psalt. et Hymn. ms. Ostro- 
viense anni 1174. Cod. Capit. Pragen. A 57. add. saec. 14. in. N. — Brev. 
ms. S. Georgii Pragensis saec. 14. in. Cod. Pragen. VII G 7. O. — Brev. 
ms. Pragense saec. 14. Cod. Mus. Bohem. XIII F 14. P. — Brev. ms. Tep- 
lense anni 1353. Cod. Pragen. VII F 23. Q. — Brev. ms. S. Nicolai Pata- 
viensis saec. 14. Clm. Monacen. 16 147. R. — Hymn. ms. Germanicum saec. 
14. Cod. Londinen. Arund. 340. S. — Diurn. ms. Benedictinum Bavaricum 
saec. 14. Cod. Altovaden. X. T. — Brev. ms. Iohannis plebani in Richnow 
Bohemicali anni 1485. Cod. Altovaden. 98. U. — Brev. ms. Trebonense saec. 



140 



Pars I. Hymn. autiquissinii saec. V. — XI. 



15. Cod. Pragen. VI F 12 b. X. — Diurn. et Hymn. ms. Benedictinum 
Suecicum saec. 15. Cod. Upsalen. C 477. Y. — Brev. ms. Civitatense saee. 
15. Cod. Archiep. Utinen. VIII 0 10. Z. — Brev. ms. Senoniense (Claudii 
Iacquot de Chamainoniis) anni 1577 — 80. Cod. Spinalien. 161 (76). a. — 
Brev. nis. Romarici Montis anni 1585. Cod. Spinalien. 164 (77). b. 

Mone (II, 26) benutzte u. a. als Quelle: „Hs. zu Schaftliausen, Minist.- 
Biblioth. Nr. 9 des 10. Jahrh." Die Varianten aus dieser alten Hs. ver- 
zeichne ich (nach Mone) im Folgenden unter C. — Die jiingeren Quellen von 
L an sind nicht kollationiert, ausgenommen U und Z. 

2, 2 Nitisce U. — 2, 3 Flore K. — 3, 3 Quo virgo C; electissima U, 
sonst ist nur die Lesart „allectissima" verbiirgt , wofiir Mone „a lectissima" 
empfiehlt. — 4, 1 summus c. — 5, 1 Hinc trinitati CFIKU. — 5, 2 Sit honor 
ac c; semper et BG. — 5, 3 unitate usia B. 

Der Ursprung des Hymnus diirfte wohl in DeutScMand sein. Ob A 
wirklich veronesischer Provenienz ist, bezweifle ich immer mehr, da ofters 
fiir in Deutschland weitverbreitete Hymnen sich keine italienisehe Quelle 
anfiihren lafst, wohl aber diese Veroneser Hs. — In B steht der Hymnus 
beim Officium Conceptionis B. M. V.; dazu pafst wenig 3, 1 sq. — Tagzeit 
gewiihnlich die Laudes. 



123. In Anmintiatione B. M. V. 



1. Ave, maris stella, 
Dei raater alma 
Atque semper virgo, 
Felix caeli porta. 

2. Sumens illud Avc 
Gabrielis ore, 
Funda nos in pace 
Mutans nomen Evae. 

3. Solve vincla reis, 
Profer lumen caecis, 
Mala nostra pelle, 
Bona cuncta posce. 



4. Monstra te esse matrem, 
Sumat per te precem, 
Qui pro nobis natus 
Tulit esse tuus. 

5. Virgo singularis, 
Inter omnes mitis, 
Nos culpis solutos 
Mites fac et castos. 

6. Vitam praesta puram, 
Iter para tutum, 

Ut videntes Iesum 
Semper collaetemur. 



7. Sit laus Deo patri, 
Summum Christo decus, 
Spiritui sancto 
Honor, tribus unus. 

Opp. ms. Ambrosii ad Gratianum (Sangallen.) saec. 9. Cod. Sangallen. 
95. add. saec. 9. A. — ■ Brev. ms. Sangallense saec. 10 /n. Cod. Sangallen. 
413. B. — Hymn. ms. Sangallense saec. 11. Cod. Berolinen. theol. VIII 0 1. 
C. — Trop. et Hymn. ms. Bhenoviense ('? Sangallense) saec. 11. in. Cod. 
Turicen. Khen. 97. D. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. 
Rhen. 129. E. — Hymn. et Pros. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. C'od 
Casselan. theol. IV° 25. F. — Brev. ms. Zwifeldense saec. 12. in. Cod. 
Stuttgardien. Brev. 98. Fa. — Hymn. ms. Monasterii Parisiensis saec. 12. 
Cod. Colmarien. 442. Fb. — Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense (?) saec. 10 /n. 
Cod. Londinen. Add. 37517. G. — Hymn. ms. Anglosaxonieum saec. 10 /u. 
Cod. Londinen. Iul. A VI (Paraphrase). H. — Hymn. ms. Anglosaxonicum 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. I. De Beata. 141 



(Monasticum) saec. 11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. I. — Collectar. et 
Hymn. ms. Exoniense (Ep. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. K. — 

— Hymn. ms. Wintoniense saee. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. L. — 
Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense (? Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. 
Corp. Christi Cantabrigien. 391. M. — Psalt. et Collect. ms. liturgicum S. 
Mariae Wintoniensis saec. (10. et) 11. Cod. Londinen. Reg. 2 B V (uur 
Str. 1, 3, 4, 6, 7). Ma. — Cotlect. ms. Christi Ecclesiae Cantuariensis saec. 11. 
Cod. Londinen. Tib. A III. Mb. 

Hymn. nis. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. N. — Hymn. ms. 
Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. 0. — Brev. ms. 
Montis Amiatini saec. l0 /n. Cod. Casanaten. 1907 (B II 1). P. — Hymn. 
ms. Severinianum saec. ,0 /n. Cod. Vatican. 7172. Q. — Hymn. ms. Veronense 
saec. ,0 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). R. — Brev. ms. S. Eutychii 
Nursini saec. 11. in. Cod. Vallicellan. B 79. S. — Hymn. ms. Bobiense 
saec. 11. Cod. Vatican. 5776. T. — Brev. ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 
11. Cod. Vatican. 4928. U. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. 
Rhen. 82. X. — Brev. ms. Benedictinum (Italiae septent. aut Galliae meridion.) 
saec. 10. ex. Cod. priv. (Hiersemann) Y. — Psalt. et Hymn. ms. Monasticum 
(S. Laurentii in Verano '?) saec. 12. in. Cod. Capit. Vaticani D 156. Z. — 

Trop. ms. Martialense anni 933 — 36. Cod. Parisin. 1240. add. saec. 10. 
(mit Neumen). a. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 
144. b — Brev. ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. 
C. — Hynin. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianeu. 131. d. — Collect. 
ms. Sandionysianum saec. 11 (et 12.) Cod. Sangenovefian. 1186. e. — Prosar. 
et Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. f. — 
Hymn. ms. Exsiliense saec. 11. Cod. Londinen. Add. 30851. g. — CGMPUZ 
C d e sind nicht kollationiert ; die Kollation von A besorgte mir giitigst der 
St. Galler Stiftsbibliothekar Dr. Adolf Fah. 

1, 2 allma Mb. — 2, 3 Funde OT. — 2, 4 Mutans nomen Evae ABDEFaFbK ; 
die anderen Quellen: Evae nomen. — Str. 3 und 2 umgestellt F. — 3, 1 
vincola R; vincla egris OQX, vincla regis I. — 3, 2 Profertf!) DMbNY. — 
3, 4 posse R. -- Str. 4 und 5 umgestellt D. — 4, 2 Sumat quo ipse precem 
F, Sumatque ipse precem L; preces STXY (jiingere Quellen in der italien. 
Gruppe). — 4,3 natum QX. — -4,4 tuum X 1 . — Str. 5 und 6 umgestellt 
IL. — 5, 3 Nos solve polutos D; solutis Mb 1 . — 6, 1 Vita O; praestam A. 

— 6,2 paratum (st. para tutum) b. — 7 , 1 Deo fehlt T. — 7 , 2 Summo 
FaFbHIKLMaNOSTX a. - 7, 4 Honor trinus unus BFFa 2 KL, Honor unus 
omni OQ, Tribus honor unus Fb^NS a g, Trinus honor unus DFb 2 IRTXY 
b g". Die Auswahl fallt schwer: Fiir „tribus" sprechen die drei Sltesten Hss. 
des 9. und 10. Jahrh.; fiir „trinus" nur eins des 10. Jahrh , aber die Mehr- 
zahl der iibrigen. Ahnliches gilt von der Stellung, ob „tribus" an erster oder 
zweiter Stelle. — Jedenfalls ist der Text der Doxologie in A und mehreren 
anderen Quellen, dem ich folgte, ein sehr empfehlenswerter. 

Leichter fiele die Entscheidung, ob die Lesarten der germanischen oder 
romanischen Gruppe vorzuziehen sind , wenn wenigstens das Land des Ur- 
spmnges bekannt wiire. Die Quellen (bei jenen deutscher Provenieuz ver- 
sagen die alteren Hymnare des 10. Jahrh. von Rheinau, Trier, Freising, Scheftlarn ; 
auch bei den franzbsischen fehlen jene von Marchiennes und Laon) geben keinen 
Fingerzeig. — Robert II. von Frankreich (996 — 1031), den Plaine als Auctor 
aufzustellen versuchte (Stud. u. Mitt. aus d. Benedictiner- u. Cisterc.-Orden XIV, 
244 ff.) und noch mehr der hl. Beruhard sind schon durch das Alter der Quelle 
A (auch der Hymnus ist dort im 1). Jahrh. eingetragen), vollig ausgeschlossen. 

— Venantius Fortunatus gilt vielfach als Auctor nur infolge eines Irrtums 
M. A. Luchi's, welcher behauptet (Venantii opera etc. Romae, 1786, p. 265), 
in Tommasis Hymnar stehe dieser Hymnus unter des Venantius Namen. 
Letzterer Umstand wiirde wenig beweisen; aber er trifft obendrein durchaus 
nicht zu. Tommasi nennt namlieh Fortunatus nicht als Verfasser des „Ace 
maris stella" , sonderu nur bei dem umnittelbar vorhergehenden Hymnus 



142 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



.Quetn terro potltus" sagt er „Fortunati". Luchi verfiel also dem gleichen Irr- 
tunie wie spaterDaniel undfastalleseineNaehfolgerfcfr.Bemerkungzu Nr. 65and 
Anal. XXVII, 49sqq.) — Im Cod. 98 derBibl. Alexandrina zu Rom, einem Collectan. 
ms. Constantini Gaietani saec. 17., steht dieser Hymnus auf fol. 659amitder 
Bemerkung: „Hymnus in laudem I!. M. V. Pauli diaconi, monacbi Casinensis 
et S. R. E. diac. card." Als unglaubwiirdig lafst sich dieses Zeugnis nicht 
einfacbhin abweisen , zumal , da viele alte Quellen aus Monte Cassino und 
Umgebung (Neapel und Benevent) den Hymnus enthalten ; aber ebensowenig 
kann es ungepriift als zuverlassig angenommen werden. — Wenn Mone (II, 
p. 217) sagt: „Die Sequenz (sic!) steht bei Daniel thes. I, 204, der sie in 
das 6. bis 9. Jahrh. setzt , die aber nicht so alt ist , da sie mehreres aus 
der Antiphone »Alma redemptoris mater« entlehnt hat", so ist der Hinweis 
auf diese Antiphon (s. Anal. Bymn. L, 317) sehr treffend und lehrreich. Man 
vgl. namlich Str. 1 und 2 mit: 

Alma redemptoris mater, quae pervia caeli 

Porta manes et stella maris 

Virgo prius ac posterius, Gabrielis ab ore 
Sumens illud Ave 

Aber nicht aus dieser Antiphon wurde entlehnt, sonderu Hermaimus 
Contractus (f 1054) entlehnte aus unserem Hymnus ftir seine metrische An- 
tiphon. 

Spater fand der Hymnus allgemeinste Verbreitung, und fast unverandert 
ist er in unserem jetzigen Bomischen Sreviere beibehalten Es hat nur 
folgende, jedoch durch alte Quellen belegbare Variauten : 2, 4 Evae nomen. — 
4, 2 preces. — 7, 2 Summo. — 7, 4 Tribus honor. — Die besser verbiirgte 
Lesart „precem" (4, 2) findet sich noch in manchen Hss. des 15. Jahrh. 

Die ursprungliche Verwendung ist durchweg in allen Quellen fiir das 
Fest Annuntiatio B. M. V.; in Y jedoch fiir Purificatio, in g fiir Assumptio, 
in a ganz allgemeint .,De sancta Maria". 



124. In Aununtiatione B. M. V. 

1. Deus, qui ruundum crimine iacentem 
Filii tui carne relevasti, 

Et veternosa perfidi serpentis 
Noxa delesti, 

2. Mortem, quam dudura Eva' propinavit, 
Ventre beato virginis fugasti, 

Ad preces nostras aures pietatis 
Tuae reclina. 

3. Caelo dimissus Gabriel salutem 
In Galilaea virgini detulit ; 
Gaudium certum nuntiare venit 

Mundo venturum. 

4. Dudum iam virgo desponsata erat 
Proco famoso aunulo pudoris, 
Iosepb, qui nunquam copulam iugalem 

Corpore gessit. 



II. De Sanctis. — B. Hynini de Sanctis Proprii. T. De Beata. 143 



5. Haec casta degens pectore puella, 
Quam sic ingressus angelus salutat : 
„Ave, Maria, gratia plena, 
Dominus tecum". 

Festinus dehinc nuntius adiunxit : 
„Beata eris inter mulieres, 
Et benedictus fructus ventris tui, 
Quae credidisti. 

7. Gaudens in verbo, sed turbata virgo 
Cogitans, cur sit ita salutata, 
Quomodo possit fieri, quae dixit 

Angelus Dei. 

8. Quam adsecutus Gabriel adfatur : 
„Noli timere, gratia repleta; 
Numinis alti filium gestabis 

Ventre beato." 

9. Inquiens virgo nuntium perquirit : 
„Unde hoc mihi? Yirum non cognovi. 
Quomodo possit fieri, quae dicis, 

Unde hoc sciam V" 

10. Cui repente angelus respondit : 
„Spiritus sanctus super te descenrlit; 
Ideo, sanctum quod erit, vocatur 

Filius Dei." 

11. Mox sacra virgo angelo i'espondit : 
„Ecce, ancilla Domini sum ego ; 
Contingat mihi iuxta verbum tuum, 

Sicut dixisti." 

12. Statim discessit angelus ab ea; 
Yirgo festinans abiit montana, 
Domum ingressa Zachariae vatis 

Cum caritate. 

13. Gloria summo referamus patri, 
Cui congaudet filius dilectus 
Sanctns simulque spiritus creator 

In sempiternum. 



6. 



144 



Pars L Hymni aivtiquissimi saec. V. — XI. 



Hyron. ms. Casinen.se saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Brev. ms. 
Casinense saee. 11. Cod. Vindobonen. 1106. B — Brev. nis. Casineuse saec. 
11. ex. Cod. Vatican. Urbin. 585. C. — Hymn. ms. Beneventanum saec. 10. 
ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. D. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. ,0 /u. 
Cod. Casanaten. 1907 (B II 1). E. — Hymn. ms. Veronense saec. 10 /n. Cod. 
Capit. Veronen. CIX (102). F. — Hymn. ms. Severinianum saec. ,0 /n. Cod. 
Vatican. 7172. G. — Hymn. ms. Severinianum saec. 10 /n. Cod. Parisin. 
1092. H. — Hymn. ras. Farfense saec. 10 /u. Cod. Tnricen. Rhen. 91. L — 
Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. K. — Brev. ms. S. 
Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 4923. L. — Psalt. et Hymn. 
ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 12. Cod. Neapolitan. VI F 2. M. — Hymn. 
ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. N. — Diurn. ms. incert. 
origin. anni 1245. Cod. Parisin. 10479. O. — CLM sind nicht kollationiert. 

1, 1 crimina FK. — 1, 3 veternosam BGHO; perfidis I. — 1, 4 Noxam 
ABO. — 2, 1 Morte KO; qua O. — 2, 3 aure N. — Zu 2, 3 sq. ist zu vgl. 
der Hymnus des Anfanges: Aures ud nostras deitatis preees \ Deus inclina. 
(Nr. 61.) und dessen spiitere Umanderung: Ad preces nostras deitatis aures 
Deus inclina. — 2, 4 inclina B. — 3, 2 Galilaeam BDIKO; virginis N. — 4, 1 
disponsata DIK. — 4, 2 Pro quo famoso ADEFGHINO, Pro qua K (B gibt die 
riehtige Lesart; Perquam famoso bei Dreves und Werner ist nur Coniectur). — 
4, 3 copula iugali (iugalis E) EFGHKNO. — 5, 1 casto N; pectoris N, corpore 

I. — 5, 3 ^ratia repleta DO; offenbar Korrektur, um die felilende Silbe zu 
erganzen ; aber bei Einfiigung von Schrifttexten wird oft das Ebenmafs im 
Rhythmus geopfert. — Nach Str. C: Divisio FO. — 7, 1 turbatur H; tur- 
bata erat (ohne ,,virgo") I. — 7, 2 Cogitat B; ista salutatio D. — 7, 3 fieri 
quod K; dicis ENO. — 7, 4 Angele EINO. — 8, 1 adfatus N. — 8, 3 No- 
rainis BEFGHINO. — 8, 4 beata I. — 9, 1 nuntius IK 1 ; perquirens FGHINO. 

— 9,2 cognosco DEFGHIO. — 9,3 possunt BO; quod K (cfr. 7, 3). — 
10, 2 descendet BFGHINO (cfr. vocatur 10, 3). — 10, 3 sanctusE; sanctum 
quod de te nascetur O; vocatum F, vocabitur D. — 10, 4 Filium E. — 

II, 1 angelus(!) DF. — 11, 3 iusta verbum F. — 12, 4 Cum claritate ABF. 

— 13, 1 Gloriam GIK. 

Der Ursprung des Hymnus , der scheinbar in kein einziges gedrucktes 
Brevier iiberging, diirfte im Beneventanischen Gebiete (Monte Cassiuo?) zu 
suchen sein. 



125. In Assumptione B. M. V. 

1. Gaude visceribus, mater, in intimis, 
Felix ecclesia, quae sacra replicas 

Sanctae festa Mariae; 

Plaudant astra, solum, mare. 

2. Cuius magnifica est generatio, 
Cuius vita sacris claruit actibus, 

Cuius finis bonorem 

Summum fine tenet sine. 

3. Quae virgo peperit virgoque permanet, 
Lactavit propriis uberibus Deum 

Portantemque gerebat 
Ulnis prona trementibus. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. I. De Beata. 145 



4. Felix multiplici laude puerpera, 
Regis porta sui clausa perenniter, 

Mundi stella fluentis, 
Floris virgula regia. 

5. Te nunc suppliciter, sancta theotocos 
Regis perpetui sponsaque, poscimus, 

Ut nos semper ubique 
Miti munere protegas. 

6. Sanctis obtineas, virgo, precatibus 
Pacis praesidium dulce diutinae 

Nobis atque beati 
Regni dona perennia. 

7. Praesta, summe pater patris et unice, 
Amborumque simul spiritus adnue, 

Qui regnas Deus unus 
Omni tempore saeculi. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A, — Hymn. ms. 
Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. B. — Hymn. ms. S. 
Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. Neapolitan. VI E 43. C. — Hymn. ms. 
S. Sophiae Beneventanae saec. 11. Cod. Neapolitan. VI. G 31. D. — Hymn. 
ms. Severinianum saec. 10 /n. Cod. Vatican. 7172. E. — Hymn. ms. Vero- 
nense saec. l0 /ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). F. — Brev. ms. Farfense 
saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. G. — Hymn. ms. Mosacense saec. 13. 
Cod. Archiep. Utinen. VIII° 20. H. 

Eit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 10. Clm. Monaceu. 17027.1. — 
Collectar. et Hymn. ms. S. Mariae Frisingensis saec. 10. Clm. Monacen. 
27305. K. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 10. Cod. Turicen. Rhen. 111. 
L (nur bis 1, 2: fehlt ein Blatt). — Hymn. ms. Campidunense saec. 10 /n. 
Cod. Turicen. Rhen. 83. M. — Brev. ms. Sangallense saec. 10 /n. Cod. San- 
gallen. 387. N. (unvollstiindig ; das Blatt zerrissen). — Trop. et Hymn. ms. 
Rhenoviense (*? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 97. O. — Hymn. 
et Sequent. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. theol. IV 0 25. 
P. — Brev. ms. Secoviense saec. n /i2. Cod. Graecen. 770. Q. — Brev. ms. 
Altahense saec. 12. in. Clm. Monacen. 9633. R — Collect. ms. Cremi- 
fanense saec. 12. Cod. Cremifanen. 114. S. — Psalt. ms. Wingartense saec. 
12. Cod. Fulden. Aa 57. T. — Brev. ms. Pruvningense saec. 12. Clm. 
Monacen. 27037. TJ. — ■ Brev. ms. Pruvningense saec. 12. Cod. Vindobonen. 
1826. X. — Brev. ms. Secoviense saee. 12. Cod. Graecen. 1549. Y. — Brev. 
ms. S. Petri Salisburgensis saec. 12. Cod. Petrin. a V 24. Z. — Matutin. 
ms. Admontense anni 1180. Cod. Admonten. 18. a. — Brev. ms. Pataviense (?) 
saec. 13. Cod. Hilarien. 111. b. — Brev. ms. Emmeramense saec. 13 /i4. 
Clm. Monacen. 14 741. c. — Psalt. et Hymn. ms. S. Mariae in Axpach saec. 
14. Cod. Viudobouen. 1877. (1. — Brev. ms. Pataviense anni 1333. Cod. 
Lambacen. CLXXI. e. — Psalt. et Hymn. ms. Buribergense anni 1395. 
Clm. Monacen. 23101. f. — Brev. ms. Brigittinum saec. 14 /i5. Cod. Roman. 
Coll. German. 53. 73. g. — Hymn. ms. Zagrabiense saec. 15. Cod. Cathed. 
Zagrabien. LXHI. h. 

Collectar. et Hymn. ms. Exoniense (Episc. Leofric) saec. 11. Cod. 
Londinen. Harl. 2961. i. — Grad. et Antiphou ms. Nivernense saec. 12. 

ftlume, Thesauri hymnologici Hymnariura. 10 



14G 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. k. Diurn. et Hymn. ms. Benedictin. Sue- 
cicum saec. 15. Cod. Upsalen. C 477. 1. 

1, 1 in fehlt g. — 1, 3 Sancta G, Sanctac festae F, Festa sanctae g. 

— 1, 4 Plaudent BCEFGHJKMOPESY f, Landent U. — 2, 2 sacraC; floruit 
actibus a. — 2, 3 Finia cuius A. — 2, 4 sine fine tenet BG, finem tenet 
sine F, tenet fine sine O, sine tenet tine f. — 8, 1 Quem virgo FS k; per- 
manens k. — 3, 3 Portemque B; regebat H. — 3, 4 Ulnis pro matre 
mentibus F. — 4, 3 Mundi stellaque fulgens AC. — 4, 4 regii CES. — 5, 1 
Et nunc g; sancta Dei genetrix k. — 5. 2 sponsamque G, sponsa te k; 
petimus g. — 5, 4 Mitis E; proteges B. — 6, 1 Sancti S; precantibus g. 

— 6, 2 praesidium luce F: diutinu B, diutinum G k. — 6,3 atque beatis 
FK. — 6, 4 perenuiter B. — 7, 1 pater summe I k; et patris unice O, patrisque 
unice S. — 7, 3 sq. Deus omni | Unus tempore BGKO. — 7, 4 saecli E g, 
saecula a. — DQT e h i 1 sind nicht kollationiert. 

Auch die gedruckten Breviere des 15. und 16. Jahrh., welche vorstehen- 
den Hymnus enthalten (cfr. Bep. Hymnol. Nr. 7042), sind, wie die hand- 
schriftlichen Quellen vorwiegend, fast ausschliefslich Breviere deutscher Dio- 
zesen. Dadurch ist indessen nicht die Moglichkeit ausgeschlossen, dafs Italien, 
insbesondere das Gebiet des Monte Cassino, die Urstiitte des Hymnus sei. 



126. In Assumptioiie B. M. V. 

1. 0, quam glorifica luce coruscas, 
Stirpis Davidicae regia proles, 
Sublimis resideus, virgo Maria, 
Supra caeligenas aetheris omnes ! 

2. Tu cum virgineo, mater, bonore 
Angelorum domino pectoris aulam 
Sacris visceribus casta parasti ; 
Natus hinc Deus est corpore Christus. 

3. Quem cunctus venerans orbis adorat. 
Cui nunc rite genu flectitur omne, 

A quo nos petimus te veniente 
Abiectis tenebris gaudia lucis. 

4. Hoc largire, pater luminis omnis, 
Natum per propriuni flamine sancto, 
Qui tecum nitida vivit in aethra 
Regnans ac moderans saecula cuncta. 

Opp. ms. Effremi (Sangallen.) saec. 9. Cod. Sangallen. 92. add. saec. 9. 
Mit Neumen. A. — Brev. ms. Sangallense saec. l0 /n. Cod. Sangallen. 413. 
B. — Brev. ms. Sangallense saec. 10 /ii. Cod. Sangallen. 387. C. — Hymn. 
ms. Campidunense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Khen. 83. D. — Trop. et Hymn. 
ms. Rhenoviense ('? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 97. E. — 
llymn. et Sequent. ms. Fredeslariense saee. 11. Cod. Casselan. theol. rV" 25. 
F. — Brev. ms. Altahense saec. n /i2. Clm. Monacen. 9633. G. — Hymn. ms. 
Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhenov. 129. H. — Brev. ms. Pruv- 
ningense saec. 12. Clm. Monacen. 23037. L — Brev. ms. Zwifeldense saec. 
12. Cod. Stuttgardien. Brev. 98. K. — Brev. ms. Gluniceuse s.iec. 12. Cod. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. I. De Beata. 147 



Lincen. r p 19. — Brev. ms. Campoliliense saec. 13. Cod. Campolilien. 7. 
L. — Antiphon. et Grad. ms. Campense saec. 13. Cod. Dusseldorpien. D 6. M. 

Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. 10 /n. Cod. Londinen. Iul. A VI 
(Paraphrase). N. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. 11. in. Cod. Londinen. 
Vesp. D XII. O. — Collectar. et Hvmn. ms. Exoniense (Episc. Leofric) saec. 
11. Cod. Londinen. Harl. 2961. P. — Hyinn. ms. Wintoniense saec. 11. 
Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. Q. — Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense 
(? Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. — Psalt. 
et Collect. ms. S. Mariae Wintoniensis saec. (10 et) 11. Cod. Londinen. Reg. 
2 B V. R. — Collect. ms. Christi Ecclesiae Cantuariensis saec. 11. Cod. 
Londinen. Tib. A III. Ra. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. S. — Hymn. 
ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. T. — Brev. ms. S. Germani 
Prateusis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. U. — Collect. et Hymn. ms. San- 
dionysianum saec. 11. (et 12.) Cod. Sangenovefian. 1186. X. — Grad. et 
Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. Y. — 
Brev. ms. Rotomagense saec. 13. Cod. Veneten. Cicogna 220 (51). Z. — 
Brev. ms. Tullense saec. ,3 /u. Cod. Seminarii Nancein. 2. a. — Brev. ms. 
Baiscense saec. 13. Cod. Capit. Baiocen. 73. b. — ■ Brev. ms. Baiocense 
saec. 14. Cod. Capit. Baiocen. 75. C. — Brev. ms. Baiocense saec. 15. Cod. 
Capit. Baiocen. 76. d. — Brev. ms. abbatiae de Longis (Longues) saec. 15. 
Cod. Capit. Baiocen. 78. e. — Brev. ms. Lexovieuse saec. 15. Cod. Cadomen. 
24 (IV° 19). f. 

Hymn. ms. Severiuianum saec. 10 /n. Cod. Vatican. 7172. g. — Hyinn. 
ms. Severinianum saec. ,0 /n. Cod. Parisin. 1092. h. — Hymn. ms. Vero- 
nense saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). i. — Brev. ms. S. Sofiae 
Beneventanae saec. 11. Cod. Neapolitan. VI G 31. k. — Brev. ms. Farfense 
saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. 1. — Brev. ms. Hispanicum. saec. n /ia. 
Cod. Londinen. Add. 30848. m. 

1 , 1 coruscat Sbgfil. — 1, 2 Stirpi Davidici g. — 1 , 3 resides g. 

— 1, 4 Super C C i; et aetheris O. — 2, 1 Te cum L, Ut cum D; matris 
honore BDEGHIK i. — 2, 2 Anglorum S g, das e von Angelorum ausradiert 
F; domina OQ' ; aula 1; pectoris hymnum OQ — 3, 1 Quae 1; cunctis AO. 

— 3, 2 Cui et rite g. — 3, 3 Ad quos f; nos fehlt C f; te (statt nos) L; 
petimus adveniente SY, subveniente L, petimus mente devota g h. — 4, 1 
largire luminis pater D ; pater luminum nobis g. — 4, 2 Natum fehlt g. — 
4, 3 in aethera CE^OQ g h i. — 4, 4 Hegnans hac S. - MPTUXZ 
a 111 sind nicht kollationiert; Kollation von A besorgte giitigst Dr. Ad. Fah. 

Im 15. uud 16. Jahrhunderte erfreute sich dieser Hymnus noch einer 
weiten Verbreitung , besonders in Brevieren franzosisclier Diozesen : von 
letzteren weisen ihn einige noch im 18. Jahrh. auf. Vgl. Rep. Hymn. 
Nr. 13516. — Statt am Feste der Assumptio wurde er mancherorts fiir 
andere Marienfeste verwendet. 

Es erscheint von Belang zu sein, dafs der Hymnus auf den hl. Lantbertus 
„Fuh/et salvifko" (unten Nr. 171.), der vielleicht von Hucbald stammt, mit 
dem vorstehenden in Stiel , Metrum , Strophenbau und Strophenzahl und in 
der Doxologie ganz gleich ist. 



127. In Assumptione B. M. V. 

1. Omnipotens Deus et genitor 
Altitonans, famulis . . . 



. . . ut tibi propitio 

Promere carmcn ab ore queant. 



10* 



148 



Pars L Hymni antiquissinii saee. V. XI. 



2. Te petimus, pictatc tua 
Intima cordis ut irradies, 
Qui renitescere . . . a 
Tempora das diadematibus, 
Christe, redemptor, in arce poli. 

3. Ex patre qui prius es genitus, 
Quam mare, terra, polus fieret, 
Ipse refusus es ex sinibus 
Virgineis, ut homo valeat 
Nascier arcibus aethereis. 

4. Hunc, bone Christe, diem tribue 
Supplicibus celebrare tuis, 

Quo meruit sacra virgo polos 
Scandere. c . . ovans populi 
Contio festa dicata colit. 

5. Sit honor inclitus ingenito, 
Sit pia laus etiam genito, 
Sit pariter sine fine manens 
Magnificentia spiritui, 
Omnia qui refovendo regit. 

Bedae Computus ms. saec. 9. Cod. Vatican. 645. add. saec. n /i2. — 
3, 2 mar[e]. — 3, 3 refus[us]. — 5, 2 Sit pie. — 5, 3 Si[t pari]ter. — Ab- 
schrift von Rev. H. M. Bannister. 



121. De B( 

1. Mysterium ecclesiae 
Hymnum Christo referimus, 
Quem genuit puerpera 
Yerbum patris in filio. 

2. Sola in sexu femina 
Electa es in saecula 
Et meruisti Dominum 
Sauctum portare in utero. 

3. Yates antiqui temporis 
Praedixerat, quod factum est, 
Quia virgo conciperet 

Et pareret Emanuel. 

4. Mysterium hoc magnum est, 
Mariae quod concessum est, 
Ut Deum, per quem omnia, 
Ex se videre proderet. 



a Maria Y. 

5. Vere gratia plena es 
Et gloriosa permanes, 
Quia ex te nobis Christus, 
Per quem facta sunt omnio. 

6. Pastores, qui audierunt, 
Gloriam Deo cantarunt, 
Cucurrerunt in Bethlehem 
Natum videre Dominum. 

7. Sic Magi ab ortu solis 
Per stellae indicium 
Poriantes typum gentium 
Primi offerunt munera. 

8. Rogemus ergo, populi, 
Dei matrcm et virginem, 
Ut ipsa nobis impetret 
Pacem et indulgentiam. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. I. De Beata. 14 9 



Martyrolog. et Hymn. ms. Modoetinum saec. 9. Cod. Capit. Veronen. XC 
(85). A. — Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 83. 

B. — Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. 

C. — Psalt. et Hymn. ms. S. Iacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 
82. D. — Brev. ms. Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Mediolanen. 
155. E. — Manuale ms. Mediolanense anni 1188. Cod. Ambrosian. A 189 
inf. F. — Antiphon. ms. Mediolanense saec. 12. Cod. Ambrosian. A 1 inf. G. 

— Manuale ms. Brippiense anni 1193. Cod. Ambrosian. I 27 sup. Ga. 

Brev. ms. Ebracense saec. 12. Cod. Wirceburgen. Mp. th. f. 110. H. — 
Hymn. ms. Monasterii Parisiensis saec. 12. Cod. Colmarien. 442. Ha. — 
Collectar. et Hymn. ms. Cisterciense saec. 13. Cod. Casanaten. A VI 25 
(1696). I. — Brev. ms. Cisterciense saec. ,8 /u. Cod. Vatican. 6244. K. — Brev. 
ms. Hilariense saec. 14. Cod. Hilarien. 115. L. — Ga und L nicht kollationiert. 

1, 1 Mysterium ist wohl als Objekt von „referimus" aufzufassen und 
daher 1, 1 nicht, wie bei Mone uud Daniel, durch ein Komma von 1, 2 zu 
trennen: „Ein Geheimnis der Kirche berichten wir als Hymnus an Christus". 

— 1, 4 in filium HK; „filius" hier praegnant = Menschensolm : „Das Wort 
des Vaters (Gott) im Menschensohn (Mensch)". — 2,1 Solo F. — 2,2 Et« 
leta(!) est E; in saeculo alle Quellen aufser A. — 2, 3 Quae meruisti EF; 
Quem G ; domina A. — 2, 4 Sancto BCDFHIK. — 3, 1 antiquis A. — 3, 2 
Praedixerant CFGHalK. — 4, 4 Esse (st Ex se) E; videret prodere alle 
Quellen aufser AFG; letztere bieten sichtlich das Richtige: „Mariae wurde 
es gegeben, Gott zum Sehen (videre) aus sich ans Licht zu bringen." — 5, 3 
Aufser A haben alle Quellen nach „nobis" das Einschiebsel „uatus est" : 
Quia ex te nobis natus est Christus. — nobis fehlt BCFK. — 6, 2 canerunt(!) 
A, cantaverunt HHalK. — 7, 1 ab orto A. — 7, 4 Primis A. — Als Doxologie 
ist angefiigt in FHHalK: Gloria tibi Domine etc. 

Interessant ist es, hier abermals, wie schon ofters, (vgl. Nr. 75, 87, 114 b.) 
beobachten zu kdnnen, dals die Cistercienser alte „Ambrosianische'' Hymnen 
beibehielten, die andersvvo nicht lange fortlebten; wir begegnen dem Hymnus 
noch in gedruckten Cistercienser- und Karthauser-Brevieren des 15., 16. und 
17. Jahrhunderts. — Mit Str. 5 beginnt Ha und K ein Divisio. — Titel in AB: 
„Hymnus sanctae Mariae". 



B. Hymni de Sanctis Proprii. 

II. D e S a n c t i s. 



121). Iu Oinuiuin Sauctoruui. 

Ad Vesperas vel Nocturnas. 



1. Christe, redemptor omnium, 
Conserva tuos famulos 
Beatae semper virginis 
Placatus sanctis precibus. 



4. Martyres Dei incliti 
Confessoresque lucidi, 
Vestris orationibus 
Nos ferte in caelestibus. 



2. Beata quoque agmina 
Caelestium spirituum, 
Praeterita, praesentia, 
Futura mala pellite. 



5. Chorus sanctarum virginum 
Monachorumque omnium 
Simul cum sanctis omnibus, 
Consortes Christi facite. 



3. Yates aeterni iudicis 
Apostolique Domini, 
Suppliciter exposcinius 
Salvari vestris precibus. 



6. Gentem auferte pertidam 
Credentium de finibus, 
Ut Christi laudes debitas 
Persolvamus alacriter. 



7. Gloria patri ingenito 
Eiusque unigenito 
Una cum sancto spiritu 
In sempiterna saecula. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casiuen. 506. A. — Hymn. ms. 
Severinianum saec. ,0 /n. Cod. Vatican. 7172. B. — Hymn. nis. Veronense 
saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). C. — Hymn. ms. Farfense saec. 
I0 /n. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). D. — Hymn. ms. Farfense 
saec. 10 /n. Cod. Turicen. Rhenov. 91. E. — Brev. ms. Farfense saec. 11. 
Cod. Turicen. Rhenov. 82. F. — Brev. ms. S. Eutychii Nursini saec. 11. 
Cod. Vallicellan. B 79. G. — Hymn. ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 11. 
Cod. Neapolitan. VI E 43. H. 



II. De Sanctis. — B Hynmi de Sanctis Proprii. De omnibus Sanctis. 151 



Hymn. ms. M«>issiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. I. — Psalt. 
et Hymn. ms. Marchianense saec. (9. et) 10. Cod. Duacen. 170. K. — Hyinn. 
ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. L. — Brev. ms. S. Germani 
Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. M. — Collect. et Hymn. ms. Sau- 
dionysianum saec. 11. (et 12.) Cod. Sangenovefian. 1186. N. — Brev. ms. 
Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. O. — Grad. et 
Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. P. 

Psalt. et Hynui. ms. Cantuariense(?) saec. 10 /u. Cod. Londinen. Add. 
37 517. Q. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. 10 /u. Cod. Londinen. Iul. 
A VI (Paraphrase). R. — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. 
in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. S. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. 
Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. T. — Collectar. et Hymn. nis. Wintoniense 
(? Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. U. 

Hymn. ms. Campidunense saee. ,0 /ii. Cod. Turicen. Rhenov. 83. X. - 
Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. 
Rhenov. 97. Y. — Hymn. et Prosar. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. 
Casselan. theol. IV 0 25. Z. — Hymn. ms. Exsiliense saec. 11. Cod. Londinen. 
Add. 30851. a. — Brev. ms. Hispanicum saec. n /is. Cod. Londinen. Add. 
30848. b. — LMNQU a b sind nicht kollationiert. 

1, 4 sanctis actibus X. — 5, 1 Choris E ; sacrarum virginum BCKXVZ, 
sacratus Y 2 , sanctarum iiber Rasur T. — 6, 1 Meutem K. — 6, 3 Christo 
O. — Nach 7 , 1 schliefst E. — 7 , 2 Gloria unigenito F. — 7 , 3 Sancto 
simul paraclit" I. 

Titel in K allgemein : „Hymnus de oranibus sanctis" ; in G : ., Ad Vesperas 
de Sanctis" ; in H: ,,Iu oinnium Sanctorum ad Vesperas" : in T und X : „Ad 
Nocturn"; in F: „ad Vesperum" ; in I: „in Matutinis Jaudibus". 

Seit der Revision des Rbmixchen Breviers (1632) hat dieser Hyranus e ine 
Fassung, aus der man kaum noch das Original erkennt: 

Placare, Christe, servulis, I Quibus patris clemeutiam 
Tuae ad tribunal gratiae | Patrona virgo postulat. 

Die iibrigen Strophen sind in iihnlich bedeutender Weise urngestaltet, 
am wenigsteu noch die interessante Strophe 6. — Daniel (I, 257) macht die 
Bemerkung: „Hic hymnus , in antiquis rarus(!), nunc eantatur in festo OO. 
SS. ad Vesperas." 

Die Entstchung des Allerheiligen-Festes gibt die Altersgrenze fiir die 
Entstehung dieses und des folgenden Hynmus. „Monente Gregorio papa 
Gregor IV. 827 — 844] et omnibus episcopis assistentibus Ludovicus iinperator 
Ludwig d. Fromme] statuit, ut in Gallia et Germania festivitas omnium 
Sanctorum in Kal. Nov. celebraretur, quam Homani ex iustitutioue Bonifatii 
papae [Bonifatius IV., 608 — 615] celebrant". So Sigebert von Gembloux in 
seinem Chronicon zum Jahre S3o. (Migne, PP. lat. 160, col. 159). Boni- 
fatius IV. hatte das Pantheon zur „ecclesia b. Mariae semper virginis et 
omnium martyrum" umgestaltet , und der Tag dieser Kirchweihe war der 
13. Mai 609 oder 610. Dieses war das erste Allerheiligen-Fest ; das Ursprungs- 
jahr der aUgemeinen Feier aber war 835, (vgl. Kellner, Heortologie 2 , S. 230 f.) 
Nicht lange nachher diirfte, schon nach Ausweis der Quellen, der Hymnus ent- 
standen und rasch iiber Italien, Frankreich, Deutschland, England uud Spanien 
verbreitet worden sein. Die dltesten deutschen Hymnenquellen des 10. Jahr- 
hunderts enthalten diesen und den folgenden Hymnus noch nicht, wohl ein 
Fingerzeig , i dafs er nicht in Darfschland (Rhalian wird manchmal als Ver- 
fasser genannt), sondern in Frankreieh oder vielmehr in Italien entstanden 
ist. Die Sarazenen trieben um jene Zeit ihr Unwesen in Siiditalien und 
iiberfielen dabei das Kloster Monte Cassino. So erkliirt sich die Bitte in 
Strophe 6: „Gentem auferte perfidam I Credentium de finibus". Die gleiehe 
Bitte lag der Kirche Frankreichs nahe, wo die Normannen gegen Schlufs des 
9. Jahrh. verheerende Einfalle machten. (Vgl. Biiumer, Geschichte des Breviers, 
S. 255.) 



152 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



130. Ih Oinnium Saiictorum. 



A d M a t u t i n a s L a u d e s. 



1. Iesu, salvator saeculi, 
Redemptis ope subveni. 
Et, pia Dei genetrix, 
Salutem posce miseris. 



4. 



Chorns sacratus martyrnm, 
Confessio sacerdotum 
Et virginalis castitas 
N6s a peccatis abluant. 



2. Coetus omnes angelici, 
Patriarcbarum cunei 
Ac prophetarum merita 
Nobis precentur veniam. 



5. 



Monachorum suffragia 
Omnesque cives caelici 
Adnuant votis supplicum 
Et vitae poscant praemium. 



3. Baptista Christi praevius 
Et claviger aethereus 
Cum ceteris apostolis 
Kos solvant nexu criminis. 



6. 



Laus, honor, virtus, gloria 
Deo patri et filio 
Una cum sancto spiritu 
In sempiterna saecula. 



Martyr. et Hymn. ms. Modoetinum saec. 9. Cod. Capit. Verouen. XC 
(85). A. — Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. B. — Hymn. 
ms. Farfense saec. 10 /n. Cod. Koman. Yitt. Eman. 175 (Farf. 4). C. — Hymn. 
ms. Farfense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Rhenov. 91. D. — Brev. ms. Farfense 
saec. 11. Cod. Turicen. Rhenov. 82. E. — Hymn. ms. Severinianum saec. 
10 /n Cod. Vatican. 7172. F. — Hymn. ms. Veronense saec. 10 /n. Cod. 
Capit. Veronen. CIX (102j. G. — Hymn. ms. Campidunense saec. 10 n. Cod. 
Turicen. Rheuov. 83. H. — Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense(? Sangalleuse) 
saec. 11. in. Cod. Turicen Rhenov. 97. I. — Hymn. ms. Rheuoviense saec. 
12. in. Cod. Turicen. Rbenov. 129. K. — Hymn. et Prosar. ms. Fredes- 
lariense saec. 11. Cod. Casselan. theol. IV 0 25. L. — Psalt. et Hymn. ms. 
Marchianense saec. (9. et) 10. Cod. Duacen. 170. M. — Hymn. ms. Cor- 
beiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. N. — Brev. ms. S. Germani Pratensis 
saec. 11. Cod. Parisin. 11550. O. — Brev. ms. Sollemniacense saec. 13. 
Cod. Londinen. Harl. 2928. P. — Hymn. ms. Exsiliense saec. 11. Cod. 
Londinen. Add. 30851. Q. — Brev. ms. Hispanicum saec. n /i2. Cod. Londinen. 
Add. 30848. R. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. S. — Collect. 
ms. Martialense saec. 10. Cod. Parisiu. 1154. T. — Grad. et Antiphon. ms. 
Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. U. — Psalt. et 
Hymn. ms. Cantuariense saec. 10 /n. Cod. Londinen. Add. 37 517. X. — 
Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. 10 /n. Cod. Londinen. Iul. A. VI (Para- 
phrase). Y. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. 11. in. Cod. Londinen. 
Vesp. D XII. Z. — Collectar. et Hymn. ms. Exoniense (episc. Leofric) saec. 
11. Cod. Londinen. Harl. 2961. a. — Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense 
('? Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. b. — 
Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. C. 

Die Quellengruppe S — c, also ein Teil der aus Frahlreich und alle aus 
Evgland stammenden Quellen dieses Hymnus, hat als einleitende Strophen: 
1. Festiva saeclis colitur 2. Hos invocamus cernui 

Dies sanctorum omnium, Teque, redemptor omnium; 

Qui regnant in caelestibus, Illis tibique supplices 

Iesu, tecum feliciter. Preces gementes fundimus. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De oinnibus Sanctis. 153 

Dabei zeigen sich folgende Varianten : 1, 1 saecli S. — 2, 3 lllisque 
tibi c. — Hieran schliefsen sich die Strophen: Iesu scdrator saeculi etc, 
womit die Quellen A — R, also ein Teil der aus Frankreich und alle aus 
Italien, Deutschland und Spanien stammenden , den Hymnus beginnen. — 
Was nun die ursprungliche Fassung ist, vermag ich nicht zu entscheiden. 
Die Analogie mit dem Anfange des andereu Allerheiligen-Hymnus „Christe 
redcmptor Otnnium" und der Wortlaut in der iiltesten uns bekannten Quelle 
legt die Vermutung nahe, dafs die einleitenden Strophen in S — C eine spatere, 
wenngleich sehr alte Zutat sind. Auch ist die Assonanz dort oftmals nicht 
beachtet, wahrend in den anderen Strophen, abgesehen von der Doxologie, 
nur 5, 2 einen Verstofs gegen dieselbe zeigt. — ■ Im iibrigen sind NOQRTXYZ 
a b sind nicht kollationiert. 

1, 2 opem FS. — 2, 1 omnis angelici A, omnis angelieus BGLSU. — 
2, 2 Patriarcharumque H z . — 2, 3 Et GHILMSU C: prophetarum numerus 
II. — 3, 2 clavuger A. — 3,4 Nos solve I, solvite H; criminum CE 2 . — 
4, 1 sacrorum martyrum H. — 4, 2 Sacerdotum confessio BCDEF. — 4, 3 
Ac M. — 4, 4 abluat IKLMP C, abluiat H. — 5, 2 Omnisque A; mit diesem 
Vers endet der Codex A. — 5,3 adnuunt H. — 6, 2 patri cum filio U. — 
6, 3 Simul cum c; Sancto simul paraclito U. — Doxologie in D und E : 
Honor, virtus et gloria, | Potestas et iinperium 
Sit trinitati unicae | In sempiterna saecula. 

Ebenso iu F, aber mit dem Anfange : Laus honor virtus gloria. — In 
B nur die zwei Anfangsworte: Laus honor. — H hat die Doxologie: Gloria 
patri ingenito etc. (wie bei Christe redemptor omnium; vorige Nummer). 

Die liturgische Bestimmung ist durchweg fiir die Laudes; in A fehlt 
jeder Titel ; in der Gruppe S — C folgen sieh gewohnlich „Festiva saeclis 
CoUtur" und „Christe redemptor omnium 11 , so dafs ersterer Hymnus fiir die 
1. Vesper bezw. die Nocturn, letzterer fiir die Laudes bestimmt war. 

Seit der Revision des Romischen JBreviers (1632) besteht der Hynmus 
fort in dem stark veranderten Gewande : Sahitis aeternaedator, | Iesu, redemptis 
subveni; | Virgo parens clementiae, | Dona salutem servulis. Ahnlich bedeudend 
sind die iibrigen Anderungen. — Man vgl. betreffs des Ursprunges die Schlufs- 
note zum vorhergehenden Hymnus. 

131. Hyunius iu Omues Sanctos. 

Hymnus Wandalberti Prumiensis. 

1 . Christe, caelorum modulans caterva 
Quem canit, laudat sitiens cupitquc 
Consonans, laudes, petimus, clientum 

Cerne favendo. 

2. Te cliori regem celebrant superni 
Civium turmae et recinunt piorum, 
Celsa quos caeli retinens corouat 

Aula fovetque. 

3. Patriarcharum veneranda teque 
Turba conlaudans iugiter beata 
Tcrcipit vitae sitiens perennis 

Munera semper. 



154 



Par.s I. Hymni autiquissirai saec. V. — XI. 



4. Te prophetarum resonant loquentum 
Spiritus, missi quoque te per orbem 
Praedicant verbi pariter ministri 

Voce manuque. 

5. Martyrum sanguis simul et triumphans 
Cum sacerdotum tonat ore, casta 
Virgines iungunt viduae et canoris 

Tympana sistris. 

6. Omnis ostendit Dominum docetque 
Te poli summo radians in axe 
Ordo, te servi caniraus fideli 

Cordis honore. 

7. Tu libens nostrum, petimus, reatum 
Solve, tu castam famulis piamque 
Mentis aspirans cumula benigno 

Munere laudem. 

8. Gloriam caeli tibi vox perennem 
Reddat exsultans, pater atque nate, 
Spiritus, regno quibus alme compar 

Vivis eodem. 



Collect. ms. carminum Flori , Drepani , Waudalberti etc. saec. 9. Cod. 
Parisin. 2832. A. — Carmina ms. Waudalberti saec. 10. Cod. Parisin. 18558. 
B. — Collect. ms. Cusanum saec. 12. Cod. Bruxellen. 10615—729. C. 

1, 1 modulans externa C. — 1,2 scitiens A. — 1.3 Consonas C; es 
ist kein Grund, die altere Lesart „consonans" , die mit „modulans" und 
„sitiens* harmoniert, der jiingeren Lesart von C zu opfern, wie es Diimmler 
(Poet. lat. II, 603) getan hat: clyentum C. — 2, 3 retinens coruscat A. — 
5, 2 casto C. — 6, 3 orde C. 

Die Lesarten von C entnahm ich Diimmler 1. c. — Ebendort (p. 577) 
Naheres iiber Wan/lalbert, der 813 geboren wurde und sicfa in der Benediktiner- 
abtei Priim dem Orden Beuedikts anschlofs. — Ob Waudaibert auch Reim- 
officien dichtete, lafst sich eiustweilen nur vermuten. — In die Liturgie fand 
vorstehender Hymnus nachweisbar keine Aufnahme. — Titel ist aus A. 



R. Psallat plebis sexus omnis * voce, corde carmina. 
1. Christe, nostra nunc et semper 2. Audi fietus, rector alme, 



132. In Oiunes Sanctos. 

Letania rhythmica. 



vota clemens suscipe 
Atque noxae solve vinclis 
nos, precamur supplices. 



ac singultus cernuae 
Plebis temet deprecantis 
pro commisso crimine. 



II. De Sanctis. — 13. Hymni de Sanctis Proprii. De omnibus Sanctis. 155 



3. Tc devota mente semper 
exorantes psallimus 



Imploramus ac benignam 
nos tuam clementiam, 



6. Coetns omnis e supernis 
nos conservet, protegat, 
Vinclis culpae solvat atque 
aulae caeli claviger. 



4. Quo, scrutator cordis alti, 
purges omne abditum 
Nosque tecum in poloium 
sacra sede colloces. 



Sit perennis laus parenti 
eius atque inclito 

Nato semper cuin beato 
spiritu paraclito. 



5. Hoc, Maria, virgo sancta, 
ut preceris, supplices 
Exoramas te, benigna 
mater Christi inclita. 



8. 



Rex perennis, rector orbis, 
nostram serva turmulam 
Tuque clemens ac benigne 



nos tuere perpetim. 



Rit. et Hymu. ms. Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen 17027. add. 
saec. 10. ex. A. — Trop. ms. Cremifanense saec. 12. Cod. Cremifanen. 309. 
B. — 2, 3 temet supplicantis B. — 5, 2 Et B. — 5, 3 Exorantes B. — In 
B ist der Rundreim (R) nach jeder Strophe wiederholt. Dieser Umstand sowie 
der Versbau und die Uberschrift in B („In letania maiora(!)") lassen den 
Hymnus als einen Pi^ozessionshymnus erkennen. — Auffallend ist, dafs auf 
die Doxologie noch eine Strophe folgt. 



Kyrie, sancte pater, nobis miserere, precamur, 

Christe, Deo uatus. tu miserere pius. 
Spiritus amborum, coucordia parque voluntas, 
Te nostris, petimus, insere pectoribus. 
5 Personis trinus, simplex deitate pereunis, 
Esto, Deus, nobis propitius miseris. 
Virgo Maria, tuis precibus succurre misellis 

Nobis et cunctis christicolis populis. 
Angelici proceres, Michael Gabrielque iugatis 
10 Cum Raphael meritis nos sociate polis. 
Virtutes Dominum laudantes vocibus almis, 

Poscimus et nobis ferte iuvamen opis. 
Quaesumus, o sancti patriarchae, vosque prophetae, 
Natorum caro iungite nos numero. 
15 Tuque pia prece nos, petimus, Baptista Iohannes, 
[Fac nos a gravibus] ablui criminibus. 
Petre cum Paulo, Andrea, Iacoboque Iohanne, 

[Auxiliumj tribuens semper ubique iuves. 
Coetus apostolicus Dominum[que sequens] chorus omnis, 
20 [Festina] laqueos solvere mortiferos. 

[Protomarlyr celebris] Stephane, Clemens, Dionysi, 
Auxilium nobis ferte piis meritis. 



133. Iu Oinnes Sauctos. 

Letania metrica. 



156 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V.— XI. 



Omnes martyrii palmam qui fertis alacrem, 
Vos nobis Dominum conciliate pium. 
25 Gregori, Martine, Leo, Silvester, Amande, 
Vosque sacerdotes, continuate preces. 

Agncs atque Agathes, Caecilia. Prisca, Lucia, 
Poscite pro nobis cum reliquis sociis. 

Cunctorum pariter sanctorum sancta caterva, 
30 Pro nobis ora nos fragilesque iuva. 

Propitiare tuis famulis, tu sancte redemptor. 

A cunctis, o Christe, malis nos protege mitis. 

Atque tua cruce salvifica, salvator, ab ipsis 

Eripe, custodi, fer opem, defende, tuere. 
35 0 Dee, nos miserans miseros audi, te rogamus. 

Tu removens iram pacem largire benigne. 

Optatam nobis, Iesu concede salutem ; 

Temperiem nostro . . . aeris .... 

Da terrae fructus nostrae, commercia, victus ; 
40 Grando procul fugiat, tempestas nulla fatiget; 

Tu mala cuncta fuga, tu prospera cuncta ministra. 

Pontificem [pie illum nostrum] tu, Christe, tuere. 

Ecclesia per te, de te laetetur, ut inde 

Gaudeat empta tuo plebs sanguine, Christe benigne. 

Collect. ms. incert. origin. saec. 10 /n. Cod. Berolinen. VIII 0 155. — 4 
Tu nostris. — 12 iuvamen opes (gegen den Binnenreim). — 24 Ut nobis. — 
40 Grana. — 42 Porticipem. — Der Schlufs der ohnehin stark beschadiglen 
Dichtung ist nur noch stellenweise lesbar: „. . . largire perennem . . . ro- 
gamus . . . et parce redemptis . . . audi, iam parcito nostri. Christe exaudi 
nos. Kyrie eleison." 

Soweit die Distichen reichen (bis Vers 30), zeigt der Pentameter stets 
Binnenreim. — Die Dichtung ist eine bisher unedierte. 



134. In sanctae Agathae. 

1. Martyris, ecce, dies Agathae 
Virginis emicat eximiae, 
Qua sibi Christus eam sociat 
Et diadema duplex decorat. 

2. Stirpe decens, elegans specie, 
Sed magis actibus atque fide, 
Terrea prospera nil reputans, 
Iussa Dei sibi corde ligans, 

3. Fortior haec trucibusque viris 
Exposuit sua membra flagris; 
Pectore quam fuerat valido, 
Torta mamilla docet patulo. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Ap-atha. 157 



4. Deliciae cui carcer erat, 
Pastor ovem Petrus hic recreat ; 
Inde gavisa magisque flagrans 
Cuncta flagella cucurrit ovans. 

5. Iam renitens quasi sponsa polo 
Pro miseris supplicet Domino, 
Sic sua festa coli faciat, 

Se celebrantibus ut faveat. 

6. Ethnica turba rogum fugiens 
Huius et ipsa meretur opem ; 
Quos fidei titulus decorat, 

His Venerem magis ergo premat. 

7. Gloria cum patre sit genito 
Spirituique perinde sacro ; 
Nunc Deus unus et omnipoterfs 
Hanc memorum faciat memorem. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Brev. ms. Ca- 
sinense saec. 11. Cod. Vindobonen. 1106. B. — Hymn. ms. Beneventauum 
saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. C. — Brev. ms. S. Sofiae Beneventanae 
saec. 11. Cod. Vatican. 4928. D. — Hymn ms. Severinianum saec. 10 /u. 
Cod. Vatican. 7172. E. — Hymn. ms. Severinianum saec. 10 /n. Cod. Parisin. 
1092. F. — Hymn. ms. Farfense saec. 10 /u. Cod. Turicen. Rhenov. 91. G. 
— Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Bbenov. 82. H. — Hymn. 
ms. Veronense saec. 10 /u. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). I. — Psalt. ms. 
Veronense saec. 12. ex. Cod. Capit. Veronen. CVIII (101). K. — Psalt. et 
Hymn. ms. Monasticum (Italicum) saec. 12. in. Cod. Capit. S. Petri in Vati- 
cano D 156. L. — Brev. ms. Ianuense saee. 15. Cod. Parisin. 10486. M. 

Brev. ms. Benedictinum (Italiae septentr. aut Galliae meridion.) saec. 10. 
ex. Cod. privat. (Hiersemann). N. — Psalt. et Hymn. ms. Marchianense saec. 
(9. et) 10. Cod. Duacen 170. add. saec. 11. ex. O. — Hymn. ms. Moissia- 
cense saec. 10. Cod. Eossian. VIII 144. add. saec. n /i2. P. — Hymn. ms. 
Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. add. saec. 13. Q. — Grad. et 
Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod Parisin. Nouv. acq. 1235. E. — 
Brev. ms. Sollemniacense saec. 13. Cod. Londinen. Harl. 2928. S. 

Brev. ms. Hispauicuni saec. n /is. Cod. Londinen. Add. 30848. T. — 
Hymn. et Sequent. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. theol. 
rV° 25. U. — DKMNQST sind nicht kollationiert. 

1 , 2 emicans EF. — 1,3 Quam FHL , Qui E. — 2 , 1 elegans facie 
EGHILOE. — 2, 3TerrenaEF; prosperandi(l) reputans E. — 2, 4 Et iussa 
I. — 3, 1 Fortiter LPU. — 3, 3 fuerit CHE. — 4, 2 Petrus hanc CHP, hinc 
OE, ac L; recreans CEF. — 5, 1 Nam E; renitet G; polum I. — 5, 2 Pro- 
miserit supplices Dominus C; Dominum EFH^L, Dominus H a . — 5, 3 Si 
H 8 . — 5, 4 foveat BG. — 6, 2 Cuius U; mereatur H; ope G. — 6, 3 titulum 
AG. — 6, 4 Venere L; magis quoque H. — 7, 1 cum fehlt II. — 7, 2 
proinde P. — 7, 3 fehlt P. — 7, 3 Qui Deus B. — 7, 4 Hac B, Ha . . C; 
memorum fehlt P. 

Das schon von Prudentius fiir zwei seiner Hyranen angewendete Alk- 
manische Versmafs — ww-ww-ww- zeigt in vorstehendem Hymnus nur an zwei 
Stellen (4, 3 und 5, 2) einen „Verstofs" : gavisa und supplicet. Beide wunde 



158 



Pars I. Hymni antiquissimi sa*c. V. — XI. 



Stellen hat Clichtoreus zu heilen versucht. richtiger. dnrch eine Koujektur 
eine Art der Heilung in Vorschlag gebracht: fur die erstere: -Servatum 
tuisset legitimum carmen. si sic auctor posui*set: *Jjaetior inde magisque 
flagransr", fur die letztere: s Dicere potuisset auctor: »Pro miseris rogita 
Dominvmi. nisi maluisset consonantiam finalem illius carminis cum prae- 
cedente servare." — Xicht lange nach Clichtoveus nahm Georgius Fabricius 
in seine Sammlung .Poetarum veterum ecclesiast. opera" iBasileae 1572 aueh 
den Agathahymnus als Dichrung des Papstes Bamasus auf und ffigte die 
Contcctur des Clichtoveus einfachhin dem Teite ein. hatte aber dabei die 
Kfihnheit. zur Wahrung der -Consonantia finalis" Vers 5, 2 noch weiter 
umzumodeln: «Pro nii»ero rogita DamasO". Da> der Ursprung jener Mysto- 
tikation. auf die nicht wenige . wie die Herausgeber der Opera Damasi, 
Sarazanius und Sirinus. nnd andere dreinfielen. Man lese z. B . wie Kauser 
(Beitr. zur Gesch. nnd Erklarung der altesten Kirchenhymnen^ . p. 103 ff.) 
den willkurlich von Fabricius in Umlanf gesetzten Vers zu verteidigen nnd 
aus ihm Kapital zn schlagen sucht. — Wie dieser Vers, so ist fiberhaupt 
die Autorschaft de> Papstes Damasus . welche ffir diesen und den Andreas- 
Hymnu? JDeau sacrati nominis' (Anal. Hvmn. XXVII, 132) beanspracht 
wird, eine haMose Erfindung. 

Beachtenswert ist. dafs die dltesten franzosisehen Quellen (OPQ) den 
Hymnus als nachtragliche Zuschrift aus dem Schlufs des flL Jahrh. oder 
noch sp>ateren Datums enthalten. wahrend alle alten itnlienischen Quellen, 
unter denen iene von Monte Cassino, Benevent und Xeapel hervorragen, ihn 
schon im Korpus aufweisen. SQditalieu und Sizilien ist ja auch das ur- 
sprfingliche Hauptrevier des Kultus un>erer Heiligtn. Dort dfirfte auch die 
Urstatte des Hymnus zu suchen sein. — Man vgl. weiter unten den im 
gleichen Versmafs gebauten Hymnns auf Gregorius .Praesuiis egregii merita" 
iXr. 157l dcr gleiehfalls aus ltalien stammt und .Emicat alma dies Domiuo IL 
(Xr. 193;. 



135. In «anctae Asathae. 



1. Agathae. saerae virginis. 
Biem festum colimus. 

In quo devicto tyranno 
Psalmam snmit martyrii. 

2. Quintianus tyrannus. 
Consularis Sieiliae. 
Audiens famam virginis 
Fremere coepit invidus ; 



5. Sisti iubet martyram 
Suis tribunalibus 

Et eam sic adloquitur, 
Ut diis cervicem flecteret. 

6. Sed dum nil valet insania. 
In mammam torquet virginem 
Et testas acutissimas 

Igni succensas adbibet. 



3. Vitiorum affmibus 

Mentem vesabat invidam. 
Ct Deo dicatam virginem 
Rabido ore perimeret. 



7. Cuius mendendis artubus 
Sanctus adest apostolus. 
Qui verbo curat vulnera. 
Quae tyrannus infixerat. 



4. Statim assunt miseri. 
Eius qui vellent pandere 
Religionem sanctissimam. 
Quam tenet ab infantia. 



S. Dehinc ad sepulcrum veniens 
Iuvenis splendidissimus 
Mentem sanctam praedieat 
Patriaeque salutem plurimam. 



II. De Sanctis. — B. Hymni tle Sanctis Proprii. De s. Agilo. J59 



Psalt. et Hjmu. nis. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 83. A. — 
Psalt. et Hymn nis. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. B. — Ma- 
nuale ms. Mediolanense saec. 10. Cod. Ambrosian. T 103 sup. C. — 
Maimale ms. Mediolanense anni 1188. Cod. Ambrosian. A 189 inf. D. — 
Antiphon. ms. Mediolanense saec. 12. Cod. Ambrosian. A 1 int". E. — Brev. 
ms. Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Mediolanen. 155. F. — Psalt. 
et Hymn. ms. S. Iacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. G. 

Hymn. ms. Monasteiii Parisiensis saec. 12. Cod. Colmarien. 442. H. — 
Hymn. ms. S. Coronae saec. 14. in. Cod. Pragen. I G 17. I. — Diurn. ms. 
Cisterciense saec. 14. Cod. Admonten. 876 a. K. — Antiphon. ms. Hilariense 
saec. 14. Cod. Hilarien. 1 (1). L. — Brev. ms. Speciosae Vallis saec. 14. 
Cod. Stuttgardien. I Asc. 150. M. — Brev. ms. Lucidae Vallis saec. 14. 
Cod. Carolsruhan. Licht. 34. N. — Von diesen Cistercienser-H&ndschriften 
(H — M) schien es hinreichend, vergleichshalber nur H u. N zur Kollation 
heranzuziehen. 

1, 4 sumpsit D; martyrium AE, martyrio F. — 3, 3 sacratam H 2 . — 
4, 1 assunt ministri HN. — 5, 1 martyraem E, martyrem HN; hic 
(Korrektur) martyram D; zur Form „martyram" cfr. Nr. 144, Str. 11, 2: 
„martyra", das der Keim sichert. — 5, 2 Suis pro D (Korrektur). — 5, 4 
Ut dis G. — 6, 2 mamma CDHN. — <7, 4 infiixerat CHN. — 8, 3 praedicans 
AD. — Als Doxologie fiigen FHN bei: Gloria tibi Domine. — Mit Str. 5 
beginnen H etc. eine Divisio. 

Abermals die Erscheinung, dafs ein alter „Mailiinder" bei den Cister- 
ciensern lange fortlebt; auch im gedruckten Cistercienserbrevier (anni 1494 
und spateren Datums) fiudet sich noch vorstehender Hymnus. 



136. In sancti Agili Resbacensis. 



1. Anni revolvens circulus 
Festum reducit militis, 
Qui est ob agiles motus 
Vocatus iure Agilus. 

2. Quem tulit sanguis nobilis, 
Sed fAdes auxit meritis; 
Omittens fastum saeculi 
Christo adhaesit principi. 

3. Attingens annos puberes, 
Actus exercens celebres, 
Qualis exstabat pectore, 
Mox patefecit opere. 

4. Furenti in se iuveni 
Signum crucis opposuit, 
Cui statim manus aruit, 
Quam sanam sanctus reddidit. 

5. Christum in forma pauperis 
Suis subvexit umeris; 

Tali donatus munere 
Christo portatur baiulo. 



6. Astitit Christus famulo 
Fesso iam longo senio, 
Quera pius pater Agilus 
Voce precatur supplici : 

7. „Memento mei, Domine, 
Quem redemisti sanguine, 
Fac me tuorum concivem 
Gaudiorumque consortera. 

8. Tu, vere pastor ovium, 
Gregem istum continue, 
Pro quo affixus es ligno, 
Restitue paradiso." 

9. Iam nunc coniunctus intimis 
Sacer sanctorum gaudiis, 
Nostri memor assidue 
Esto, pater sanctissime. 

10. 0 alma, Deus, trinitas 
Vcnerandaqae unitas, 
Largire tuis servulis 
Aeternis frui praemiis. 



lfiO 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



Collect. uis. Cluniacense(?) saec. 10. (11. et 12.) Cod. Vatican. Kegin. 
493. — 2,2 fides hausit. —2,3 Obmittens (b iiber O) fastu. — 3,2 
caelebres. — 4,1 Furente. — 8, 4 Restituae. — 9, 3 assiduae. — Die Ab- 
schrift dieses bisher unedierten Hymnus besorgte giitigst Bannister. 

137. In sancti Agnelli Neapolitani. 

Hymnus Petri Subdiaconi. 

Plaude, beate Pater, caelesti munere saeptus, 

Plausibus angelicis, plaude, beate pater. 
Sit tibi sumraus bonor, caelestis gloria perpes, 

Sat quia mira patras, sit tibi summus honor. 
5 Ergo, beate nimis, precibus deposce tonantem 

Pro gregis offensis, ergo, beate nimis, 
Funde preces placidas, devote, funde, precamur, 

Moxia pellendo funde preces placidas. 
Parthenopes populura defende ab hoste maligno, 
10 Protege, conserva Parthenopes populum. 
Pessimus ille draco fugiat nec saeva propinet 

Fraudibus haud noceat pessiraus ille draco. 
Coetus et angelicus caelestia sceptra ministret, 

Signa salutis, opem, coetus et angelicus 
15 Intus et exterius tueatur munere Christi. 

Gaudeat, exsultet intus et exterius, 
Quo valeant famuli famulari cunctipotenti 

Cantica dando Deo, quo valeant famuli. 
Gloria, Christe, tibi qui patras tanta potenter, 
20 Qui bona cuncta facis, gloria, Christe, tibi. 

Ughelli, Italia sacra, VI (Romae, 1659), p. 80. Aus dem Liber mira- 
culorum s. Agnelli des n Petrus Hypodiaconus s. Parthenopen sis eccJesiae a , 
der um 890 schrieb; mit der Quellenangabe : „Ex codice Card. S. Severinae 
exscriptum." — Unmittelbar voraus geht eine metrische Beschreibung der 
Miracula, beginnend mit „Laudem Christe tibi persolrat terra. polusque" 
(Ughelli 1. c. , col. 77 sqq.). Am Schlufs derselbeu neunt sich der Dichter : 



Haud ego iam Petrus dubito percommoda lucis 
A Domini famulo, cuius miracula sacra 
Versibus ac prosis deprompsi famine digno. 
Sed tua plwra loqui veniam da, sancte, precamur, 

Sit quoque sic (Ughelli: sit) finis, sed taa plura loqui. 



Dieses Distichon nach Art jener, die u. a. Wolstan von Winchester (vgl. 
Nr. 142) liebt, fuhrt iiber zum obigen Hymnus, den Ughelli nicht getrennt 
liervorhebt. Man vgl. den Hymnus auf Martinus Martius (Xr. 177). 



13s. In sancti Ambrosii. 



1. Miraculum laudabile 
Canite omnes populi, 



2. Ambrosium, vatem magnura, 



Praedestinatum a Deo 
Tempore, quo diabolus 
Foedaverat templa Dei 



Quod datum est ecclesiae 



Fluctuanti in saeculo, 



II. De Sanctis. — 



B. Hymni de Sanetis Proprii. De s. Ambrosio. 161 



->• Xristus, qui nunquam deserit, 7. Arrii perfidia 

Quos suo redemit sanguine, Purgatur de ecclesia; 

Direxit virum inclitum, Cuncta concrepant agmina, 

Ut Arrium destrueret. Nec desunt Christi munera: 



l. Infulas dum gerit saecli, 
Adquisivit paradisi; 
Ius dum portat gladii, 
Suscepit evangelii. 



8. Nox taetra cedat lumini, 
Confundantur haeretici. 
Adest tantum piissimus, 
Qui purget mentes infidas. 



5. Mysterium incognitum : 
Altissimus quem noverat, 
Nondum ablutus lavacro 
Pontifex eligitur. 



9. Uirtus ex alto data est 
Ambrosio in baptismo ; 
Statim, ut renatus est, 
Coepit fugare daemones. 



3. Ingressus est ecclesiam 
Plebem sedare turbidam; 
Cunctorum ora conclamant 
Ambrosium episcopum. 



10. Suscepit ecclesiam, 
Gubernavit intrepidus, 
Confessor esse meruit, 
Dum Arrianis non cedit. 



Martyrol. et Hywin. ms. Modoetinumi?) saec. 9. Cod. Capit. Veronen. 
XC (85). A. — Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 
83. B. — Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. 

C. — Manuale ms. Mediolanense saec. 10. Cod. Ambrosian. T 103 sup. 

D. — Manuale ms. Mediolanense anni 1188. Cod. Ambrosian. A 189 inf. 

E. — Antiphon. ms. Mediolanense saec. 12. Cod. Ambrosian. A 1 inf. F. — 
Psalt. et Hymn. ms. S. Iacobi de Pontida saec. II. Cod. Vatican. 82. G. — 
Brev. ms. Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Mediolanen. 155. H. — 
Hymn. ms. Ambrosianum saec. 14 /i5. Cod. Vatican. 4754. I. 

1, 1 laudabilem A. — 1, 3 est fehlt I. — 1, 4 a saeculo I. — 2, 1 Am- 
brosius vadis A. — 2, 2 Praedestinato A. — 2, 3 quod A. — 2, 4 Feta- 
verat A. — 3,2 Quod suum redimit sanguinern A. — 3, 3 inclidum A. — 
4, 1 saeculi A. — 4, 2 paradisum A. — 4,3 Iustum portant A. — 4, 4 
evangelium A. — 5, 2 quod BCEGHI, quo noverat F. — 5, 4 
Pontifex erigitur A; Et pontifex C (Korrektur, „Et" iiber der Zeile nach- 
getragen). — 6, 1 ecclesia A. — ■ 7, 3 concrepunt A. — 8, 2 heredici A. — 
8, 3 Adstantes piissimus A. — 8, 4 purgit mentis infida A. — 9, 2 Ambro- 
sium in baptismum A. — 10, 1 ecclesia A. — 10, 2 Governavit A. — Als 
Doxologie fiigt D bei : Gloria tibi Domine. — Titel in B : „Hymnus sancti 
Ambrosii" ; in A: „Himnum sancti Ambrosii." 

Dieser Hymnus scheint nicht in die Oistercienser-Bresviere gewandert zu 
sein (vgl. Bemerkung zu Nr. 135). Wohl aber begegnen wir ihm im Brev. 
ms. Franciscanum saec. 15. Cod. Parisin. 760. Ebenso enthalt ihn das Brev. 
sec. ritum patriarchalem Comensis ecclesiae imp. Comi 1519 fet 1523). Das 
Rep. Hymn. (Nr. 11578) nennt ferner ein Brev. Foroiuliense imp. 1495 und 
Brev. Humiliatorum imp. 1483. (In letzterem nach Str. 5 Divisio.) 

Das Akrostichon gibt den Namen „Maximianus". Man mochte ver- 
muteu, es sei der Name des Dichters. Aber, welcher Maximian? Da mehrere 
Hyninen der alten Mailander Hynmare (BCD etc.) im Stile sich auffallend 
gleichen (ungewohnte Redewendungen , Unebenheit der Silbenzahl in vielen 
Versen, iiberhaupt lingua rustica), so ist Maximianus vielleicht der Dichter 
inancher dieser Hymnen. Darum wiire es doppelt wertvoll, Naheres iiber 
diesen Mann in Erfahrung zu bringen. — Man vgl. in der Einleitung dieses 
Bd. die Bemerkungen zum Cod. Veronen. XC. 

Blume, Thesauri hymnologici Hymnarium 11 



1(32 



Pars I. Hymni antiqnissimi saec. V. — XI. 



135). In sancti Andreae Apostoli. 



1. PostPetrum, primumprincipem, 5. 
Andreas est apostolus 
Salutis verbum praedicans 
In Achaia provincia. 



Fallax ad patibulum 
Quasi ad solvendum properat. 
Devotus martyr in poenis 
Orat, ne artioribus 



2. Captus in Patra oppido 6. 



Loris resolvat impius; 
Divinis indeptus muniis 
Frater instigat iurgiis 
Iustisque querimoniis : 



Traditur diro carceri, 
Ferali poena caeditur ; 
Tortor callet vesania. 



3. Dflaniatus ictibus 



n 



„Eant tecum, quae tua sunt, 



Ligno crucis suspenditur, 
Biduo vivens non cessat 
Fidem docere populum. 



Aegea, tu durissime ! " 
Completa eius passio 
Devicto hoste callido. 



4. Clamor plebis attollitur, 
Carus Deo exposcitur, 
Reddi iustus et innocens 
Sanctus et bonus poscitur. 



8. 



Imploret ergo meritis 
Suis pro nostris actibus, 
Ut mereamur consequi 
Sancta in fine praemia. 



Martyrol. et Hymn. ms. Modoetinum (?) saec. 9. Cod. Capit. Veroneu. 
XC (85). A. — Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 
83. B. — Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. 

C. — Manuale ms. Mediolanense anni 1188. Cod. Ambrosian. A 189 inf. 

D. — Antiphon. ms. Mediolanense saec. 12. Cod. Ambrosian. A 1 inf. E. 
— Brev. ms. Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Mediolanen. 155. 
F. — Psalt. et Hymn. ms. S. Iacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 
82. G. — Brev. ms. Ambrosianum saec. 11. Cod. Modoetin. C 14/121. H. 

Hymn. ms. Casinense saec. 17. Cod. Casinen. 506. I. — Hymn. ms. 
Veronense saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). K. — Hymn. ms. 
Severinianum saec. 30 /n. Cod. Vatican. 7172. L. — Hymn. ms. Farfense saec. 
10 /n. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). M. — Hymn. ms. Farfense 
saec. 10 /n. Cod. Turicen. Ehen. 91. N. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. 
Turicen. Rhen. 82. O. — Hymn. ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. 
Neapolitan. VI E 43. P. 

Hymn. ms. Monasterii Parisiensis saec. 12. Cod. Colmarien. 442. Q. — 
Antiphon. ms. S. Coronae saec. 13. Cod. Pragen. XII C 7 a. add. saec. 
14. in. — Diurn. ms. Cisterciense saec. 14. Cod. Admonten. 876 a. R. — 
Antiphon. ms. Hilariense saec. 14. Cod. Hilarien. 3. S. — Collectar. et 
Capitular. ms. Hilariense saec. 14. Cod. Hilarien. 48. T. — Antiphon. ms. 
Lucidae Vallis saec. 13. Cod. Carolsruhan. Licht. 5. U. — Brev. ms. Cister- 
ciense saec. 13. Cod. Darmstadien. 1012. X. — Aus dieser Gruppe der 
Cistercienser-Quellen (Q— X) habe ich nur Q u. U kollationiert; ferner sind H 
und L nicht verglichen. 

1 , 2 Andreas exstat MNO. — 1,3 verbo N. — 1,4 Agaia A. — 2, 1 
Patras AIKMNOP. — 2, 2 Truditur KMNOP; carcere AIKMNOP. — 2, 3 
Foerali BCDEF. — 2, 4 Turtur calit vesanior A; calet DEGINP. — 3, 1 
Dilaniatur A, Dilaniatis F. — 3,2 Lignum A. — 3, 3 Biduum A. — 3, 4 
Fide A. — 4, 1 plevis A. — 4, 2 Caro A. — 4, 3 Reddens A, Reddit O 2 . — 
4, 4 quaeritur O. — 5, 1 Falanx O; Subiekt ist hier Aegeas , Prokonsul 
von Achaia, der auf das dringende Bitten des Volkes hin (Str. 4) zum Scheine 



II. De Sanetis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Andrea. 163 



(„fallax") dem Kreuze sich nahert, als ob er die Fesseln losen wolle; — 
Crudelis ad pativolum A, Fallax tunc ad IKMOP. — 5, 2 ad fehlt AIKMOP. 
— 5, 3 pena A. — 5, 4 Ora A. — 6,1 Lores A. — 6,2 intemptis mo- 
neis A; Divinum indeptum IP, Divinis deptus nominis K; in deptus BCEFM 
(zu „indeptus" = „adeptus" cfr. Forcellini s. v.). Ob „muniis" oder „munus" 
in den Hss. zu lesen war, vermag ich nicht zu entscheiden ; ich habe regel- 
mafsig „munus" gelesen, aber der Kontext verlangt wohl „muniis" : „Durch 
gottlichen Beistand erlangte er (Andreas) es," dafs namlich die Fesseln nicht 
gelost werden konnten. — 6, 2 „Frater" ist der Bruder des Prokonsuls Ae- 
geas ; Fratres A ; gurgeis A. — 6, 4 querunt moneis A. — 7, 2 Aegeatha (tu 
fehlt) ABCDEFGQ; Egeati U; Aegea crudelissime I; durissima BCE , di- 
rissime ADGQU. —7,3 Impleta IKMNO, Impletur P. — 8, 3 Mit „Ut 
me . . ." schliefst N (Text ist nicht ausgeschrieben). — 8, 4 finem AK. — 
Als Doxologie folgt in IKOP: Deo patri; in M: Praesta pater; in Q.: Gloria 
tibi. — In Q nach Str. 4 Divisio. 

Es tritt deutlich hervor, wie vom Text der Mailandischen Quellengruppe 
(B — H) und der Cisterciensischen (Q— X) jener der allgemein-italienischen 
Gruppe (I — P) stellenweise gleichmafsig abweicht. — Im Rep. Hymn. sind 
unter Nr. 15 179 auch einige gedruckte Breviere des 15. und 16. Jahrh. als 
Quellen namhaft gemacht. 



140. Iu sancti Andreae Apostoli. 



1. Laus angelorum iuclita, 
Spes conditorum unica, 
Lumen, Deus, de lumine, 
Tu nos ab alto respice, 

2. Nobis secundans hunc diem. 
Apostoli sollemnia 
Andreae, cuius per orbem 
Clara micat confessio, 

3. Qua te redemptorem saecli 
Verbo probavit lidei 

Pro te trusus ab Aegea 
Taetri carceris in ima. 



4. Dehinc caesus scorpioue 
Sub septeno ternione, 
Nexus cruci per biduum 
Pendens docuit populum. 

5. Sic eius aeterno, Christe, 
Clariticatum lumine 
Spiritum sumens in pace 
Caeli locasti in aethere. 

6. Cuncti cui proclamemus: 
Andrea, succurre pius. 
Quo pro nobis exorante 
Memento nostri, Domine. 



7. Laus et honor tibi, Christe, 
Una cum regnante patre 
Almoque simul flamini, 
Uni sub trino nomine. 

Hymn. ms. Veronense saec. I0 |n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). A. — 
Matutin. ms. Adniontense anni 1080. Cod. Admonten. 18. B. — - Hymn. et 
Pros. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. theol. IV° 25. C. — 
Hymn. ms. Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhen. 129. D. — Brev. 
ms. S. Petri Salisburgensis saec. 12. Cod. Petrin. a V 24. E. — Brev. ms. 
Pruvningense saec. 12. Cod. Vindobonen. 1826. F. — Brev. ms. Pruvningense 
saec. 12. Clm. Monacen. 23037. G. — Hymn. ms. Germanicum saec. 12. 
Cod. Londinen. Add. 18301. H. — Psalt. et Hymn. ms. Aquilegiense saec. 
12 /is. Cod. Archiep. Utinen. fol. 18. I. — Psalt. et Hymn. ms. Mosacense 
saec. 13. Cod. Archiep. Utiuen. fol. 13. K. — Brev. ms. Hospitalense saec. 



164 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



13. Cod. Paulau. 27. 5. 1. (ol. Hosp. memb. 320 a). L. — Brev. ms. Gengi- 
hacense saec. 13. Cod. Carolsruhan. Geo. 22. M. — Trop. et Hymn. ms. 
Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turiceu. Kheu. 97. add. saec. 
13 /i4. N. — Brev. ms. S. Georgii Pragensis saec. 14. in. Cod. Pragen. I G 
17. O. — Hymn. et Antiphon. ms. S. Georgii Pragensis saec. 14. Cod. Pragen. 
XII E 15. P. — Brev. ms. Sanhlasianum saec. 14. Cod. Paulan. 25. 2. 34. 
(ol. Sanblas. memb. 50). Q. — Hymn. ms. Germanicum saec. 14. Cod. 
Londinen. Ariind. 340. R. — Brev. ms. Emmeramense saec. 13 /i4. Clm. 
Monacen. 14741. S. — Brev. ms. Emmeramense saec. 14. Clm. Monacen. 
14771. T. — Brev. ms. Emmeramense(?) saec. 15. Cod. Lambacen. CLXIX. 
U. — Brev. ms. Turicense saec 15. Cod. Sangallen. 526. X. — Hymn. ms. 
Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. Y. — E — Y sind nicht kollationiert. 

2, 1 scandens(?) O; hac die C. — 2, 2 sollemnio D. — 2, 4 Clara mica 
O. — 3, 1 te fehlt AL (in L ausradiert); saeculi AFLQ. — 3, 2 Verbum 
Q. — 3, 3 Per te E. — 3, 4 Tretri N. — 4, 3 pro biduum(!) Q. — 5, 1 
Hic LQ; aeterne C. — 5, 3 Spiritum fundens L. — 5, 4 in aethra A, aethera 
DLMN. — 6 , 3 exorante fehlt Q. — 6, 4 nostri fehlt N. — 7, 1 tibi sit 
Christe AL. — 7, 2 Sit cum M. — 7, 3 flamine L. — 7, 4 nomini M. 

WShrend in allen Strophen Yers 1 mit 2 und Vers 3 mit 4 durch Asso- 
nanz verbunden ist, weicht Str. 2 von dieser Regel ab. In iilteren Hymnen 
ist ofters eine solche Unregelmafsigkeit zu beobachten. — Scheinbar ging 
dieser Hymnus nicht in gedruckte Breviere iiber. Sein Ursprung diirfte 
Deutschland und zwar Suddetltschlcmd sein; dort war jedenfalls vorwiegend 
das Gebiet seines liturgischen Lebens. Dem gegeniiber sind Quelle A und Y 
beachtenswert. — Die erste Strophe ist in einem Stundenliede des 15. Jahrh. 
auf die Engel fiir die Non verwendet worden (Anal. Hymn. XXX, 88). 



141. In s. Augnstini Cantuariensis. 

Ad Vesperas. 

Hymnus Wolstani Wintoniensis. 



1. Caelestis aulae nobiles 
Mundique recti principes 
Concorditer ferant Deo 
Laudum tropaea procluo, 



4. Non de carnali semine, 
Sed spiritali vimine 



Emisit, ut Christi decus 
Conferret acris plebibus. 



2. Qui maxima clementia 
Genus humanum "tartara 
Terendo vitae reddidit 
Et, ut hanc sciret, indidit. 



5. Quod at peregit omnibus 
Deo iuvante nisibus, 
Yocatur ex tholis, poli 
Ut collocetur angelis. 



3. Apostolos nam colligit, 
Gregorius de quis venit, 
Qui filium dat Anglicis 
Augustinum fanaticis. 



6. Hinc te precamur, artifex 
Optime rerum, supplices, 
Ut huius ore militis 
Tuis tuum des servulis. 



7. Sit gloriae nitor patri, 
Sit filio lux et iugis, 
Sit procedenti flamini 
Ab his venustas luminis. 



II. De Sanctis. — B. Hyrani de Sanetis Proprii. De s. Augustino Cant. 1(35 



Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. — 
1 , 2 principis. — Diesem und den beiden folgenden Hymnen ist in der Hs. 
keine anglosiichsische Interlinear-Version beigeffigt. — Die Sprache dieses 
schwungvollen Hymnus ist charakteristisch; liest man die beiden folgenden, 
so leuchtet ein, dafs alle drei aus gleicher Feder stammen. Wessen Dichters? 
Wegen der Provenienz des Hymnars vermuten wir ihn in Winchester, wo 
allein dem Anschein nach dieser Hymnus liturgisch verwertet wurde. Die 
Vermutung wird zur moralischen Gewifsheit, wenn wir den folgenden Hymnus 
naher priifen und ihn mit den Hymnen Wolstans von Winchester ver- 
gleichen (s. dieselben Anal. Hymn. XLVIII , S. 9 ff.). Die Griinde , welche 
jene dort mitgeteilten Hvmnen dem Wolstan als Dichter zusiehern (ausfiihrlich 
habe ich dieselben erbracht im Sitzungsberichte der ks. Akademie der 
Wissensch. in Wien, Phil. Hist. Kl., Bd. CXLVI, Heft III), gelten in mancher 
Hinsicht auch fiir diese drei Hymnen. 

142. In s. Angustini Cantuariensis. 

Ad Nocturnam. 

Hymnus Wolstani Wintoniensis. 

1. Sumraa Dei bonitas, caeli quae saepta gubernas 

Quaeque solum firmas, summa Dei bonitas, 

2. Laudibus eximiis da Augustinum resonemus, 

Quem pie sanxisti laudibus eximiis. 

3. Iure salutifero Romae qui nascitur arci, 

Nascimur et quo nos iure salutifero. 

4. Clarus in orbe viget; quod contulit ille, dicasti, 

Quoque polis renitet, clarus in orbe viget. 

5. Huius ob alloquium nobis miserere, precamur, 

Commoda quaeque para huius ob alloquium. 

6. Imperet ista dies, mundemur ut actibus iinis, 

Deinde salutis opes imperet ista dies. 

7. Gloria magna patri, semper tibi gloria, nate, 

Cum sancto spiritu gloria magna patri. 

Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. — 
Vgl. die Note zum vorhergehenden Hymnus. 

143. In s. Angnstini Cantuariensis. 

Ad Matutinas. 

Hymnus Wolstani Wintoniensis. 

1. Aveto, placidis praesul amabilis, 
Aveto, celebri laude notabilis, 
Aveto, salubri luce capabilis, 
Augustine placabilis. 



1(30 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



2. Nobis ista dies sumptibus innuit, 
Quid tu, quts opibus florueris situs, 
Cum terris redolens intima presseris, 

Augustine placabilis. 

3. Tu factis renitens voceque praeminens, 
Tu donis rutilans atque Deo placens, 
Tu mundum retinens astrave possidens, 

Augustine placabilis. 

4. Non horror nivei tramitis obstitit, 
Non gressu tepuit aequoreum iecur 
Te, quem forma boni ediderat sibi, 



5. Iam pastor superis indite gazulis, 
Flexis poplitibas cum prece poscimus, 
Assis quo clipeus noster in omnibus, 

Augustine placabilis. 

6. Exbinc subveniat digna precatio 
In sublime tuis perpete servulis, 
Quos nutrire studes fastibus aetheris, 

Augustine placabilis. 

7. Assit his genitor atque potens Deus, 
Aptet Christus et haec patre Deo Deus, 
Cum flatu patrio, quo regimur Deo, 

Augustine placabilis. 

Hynrm. rris. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. — 
7, 1 Assis. — Stevenson (p. 101) hat das Versmafs verkannt. — Vgl. die Note 
zum Hymnus Nr. 141. 



Augustine placabilis. 



144. In sanctae Barbarae. 

Hymnus Petri [Sub]diaconi(?). 



1. Exsultet orbis machina, 
Surgant ubique gaudia ; 
En, virgo vicit proelium 
Cepitque regni praemium 



3. 



Est orta claro sanguine 
De barbara propagine, 
Ad hoc vocata „Barbara li , 
Sed plena Christi gratia. 



2. Dei sortita filium 
Fert virginale lilium 
Rosisque vernat raartyris 
Cruore tincta sanguinis. 



4. 



Hoc namque sursum proflua 
Signabat undae copia 
Oborta siccis balneis 
Ad gratiam baptismatis. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Barbara. 1(37 



5. Fidem fenestra prodidit, 
Quam propter ipsam condidit, 
Divina sit quod trinitas 
Et una sit divinitas. 



9. Per urbem nuda volvitur, 
Sed nuditas mox tollitur; 
Ab aethre palla mittitur, 
Qua virgo circumcingitur. 



6. Oves m saxa verterat 



Nec proditorem laeserat; 



Cucurrit ad certamina 
Ad multa sicut gaudia 



10. Ad haec, ut mente corruit, 
Extrema iudex protulit ; 
Parens, mactator unicae, 
Perit superno fulmine. 



7. Jn latomis et stipite 



11. Precamur, virgo Barbara, 
Deo dilecta martyra, 
Tuis laetos sollemnibus 
Polorum iunge sedibus. 



Confligitur cum virgine 
Item squalente carcere 
Et ungularum carmine. 



8. Sed vis virilis pectoris 
Illata ridet deforis 
Nec damna curat verberum 
Vicem retractans munerum. 



12. Deo patri sit gloria 
Eiusque soli filio 
Cum spiritu paraclito 
Nunc et per omne saeculum. 



Hymn. ms. Farfense saec. ,0 /n. Cod. Turicen. Rhen. 91. — 1, 2 Surgat. 
— 4, 2 Signabat inde. — 5, 1 prodiit. — 6, 1 Tues (falsche Initiale). — 
7, 4 Carmen = „Instrumeutum ferreum acutum, quo lana carpitur" v. For- 
cellini. — 8, 3 verberum fehlt. — 10, 3 mactator? kaum lesbar. — Von der 
Doxologie nur Anfang: Deo patri. Titel: „Hymnus in s. Barbarae editus a 
Petro Diacono". Ist diese Angabe glaubwiirdig, so erhebt sich die Frage, 
wdcher Petrus Diaconus gemeint sein kann. Das Alter der Handschrift 
schliefst den Petrus diaconus von Monte Cassino (12. Jahrh.) aus; Petrus 
diaconus, der 605 zu Eom starb, kann schwerlich in Frage kommen : Petrus 
diaconus von Pisa (f ca. 799), der w^ohl eher Petrus Grammaticus zubenannt 
ware, ebensowenig. Ob wir an Petrus subdiaconus von Neapel (saec. 9 /io.) 
denken diirfen '? Der Hymnus auf Agnellus (Nr. 137) und vorstehender zeigen 
beide eine schwungvolle, rhythmisch und metrisch durchweg gleich korrekte 
Sprache, so dafs beide vom gleichen Dichter sein konnten. 



145. In sanctae Barbarae. 

Hymnus Petri [S ubJdiaconi(?). 

1. Virginum virtus, decus et corona, 
Virginis, Christe, tribue tropaeum 
Barbarae nobis reboare sacrum 

Voce sonora. 

2. Germine claro sata, pulchra vultu, 
Puichra sed sancto magis exstat actu, 
Fixa persistens in utrisque rebus, 

Quas rota volvit. 



168 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



3. Hanc in supremo penetrali turris 
Degentem sumpto fidei lavacro 
Christus in sponsam sibimet perenni 

Foedere iunxit. 

4. Audiit Christum pater ut fatentem, 
Mox taetri cordis rabie coactus 
Hanc metu lapsam sequitur cupitque 

Ense ferire. 

5. Mons cui vadenti Dominique iussu 
Se patens amplas tribuit latebras, 
Quam ferus captam genitor in taetro 

Carcere trudit. 

6. Inde millenis lacerata poenis 
Virgo persistit in amore Christi 
Gaudet et duros fidei tenore 

Ferre labores. 

7. Praesidis cassus labor ut recessit, 
Caesa crudelis manibus parentis 
Virgo sacrata duplici triumpho 

Scandit ad astra. 

8. Cuius oratu, Deus alme, dele 
Criminum culpas scelerumque sordes 
Terge, possimus tibi quo devotas 

Promere laudes. 

9. Gloria summo iugiter parenti 
Eius et nato resonemus atque 
Pneumati sacro; manet idem semper 

Trinus et unus. 



Hymn. ms. Farfense saee. 10 lu. Cod. Turicen. Khenov. 91. — 1, 3 roboare. 

— 1, 4 Voces honora. — 3, 1 penetrale. — 3, 4 iunxisset. — 5, 1 Mons eui. 

— 5, 3 feru captam. — 8, 3 tibique devotas. — Dtirfte vom gleichen Dichter 
sein, wie der vorhergehende Hymnus. 



146. In sancti Benedicti. 

Hymnus Pauli Diaconi mutilus. 



1. Magno canentes annua 
Nunc Benedicto cantica 
Fruamur huius inclitae 
Festivitatis gaudiis; 



2. Qui fulsit ut sidus novum 
Mundana pellens nubila, 
Aetatis ipso limine 
Despexit aevi florida. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Benedicto. I(j9 



3. Miraculorum praepotens, 
Adflatus alto flamine 
Resplenduit prodigiis 
Ventura saeclo praecinens. 



4. Non ante saeclis cognitum 
Noctu iubar effulgurat, 
Quo totus orbis cernitur 
Flammisque subvehi pius. 



5. Sit trinitati gloria, 

Sit perpes et sublimitas, 
Hanc quae lucernam fulgidam 
Donavit nostro saeculo. 



Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Brev. ms. 
Casinense saec. 11. Cod. Vindobonen. 1106. B. — Hymn. ms. Beneventanum 
saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. C. — - Brev. ms. S. Sofiae Beneven- 
tanae saec. 11. Cod. Vatican. 4928. D. — Hymn. ms. S. Sofiae Beneventanae 
saec. 11. Cod. Neapolitan. VI E 43. E. — Hymn. ms. Severinianum saec. 
10 /n. Cod. Vatican. 7172. F. — Hymn. ms. Farfense. saec. 10 /n. Cod. 
Turicen. Rlien. 91. G. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 



Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. 10 /n. Cod. Londinen. Iul. A VI. (Para- 
phrase) I. — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. 
Londinen. Vesp. D XII. K. — Collectar. et Hymn. ms. Exoniense (episc. 
Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. L. — Hymn. ms. Wintoniense 
saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. M. — Collectar. et Hymn. ms. 
Wintoniense(? Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 



Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. O. — Brev. 
ms. Montis s. Michaelis „in periculo maris" saec. 13 in. Cod. Abrincen. 
39. P. — Dinrn. ms. Caelestinorum Parisien. saec. 15. Cod. Vindobonen. 
2019. Q. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 12. in. Cod.' Turicen. Rhen. 129. 
R. — Brev. ms. S. Petri Salisburgensis saec. 12. Cod. Petrin. a V 24. S. 

— Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense ('? Sangallense) saec. 11. in Cod. Turicen. 
Rhen. 97. add. saec. 12 /i3. T. — Brev. ms. Baigradense anni 1343. Cod. 
Raigraden. D/K I a 17. U. — Hymn. ms. Cellae S. Mariae in Austria saec. 15. 
Cod. Campolilien. 15. X. — DNPQSX sind nicht kollationiert. 

1, 2 Benedicto nunc U. — 1, 3 inclito M. — 1, 4 gaudium M 1 , gaudio 
M 2 . - 2, 1 Quo O ; Sic U. — 2, 3 lumine O, limite FGHIKLMRU- — 2, 4 
aevum floride U. — 3, 1 Oraculorum C. — 3, 2 Adtactus ACHRTU, Ac 
tactus B , A tacto alto M 1 , Atactus sancto M 2 ; sacro flamine U. — 3 , 4 
saeela B, saecli O. — 4, 1 cognitu O. — 4, 2 effulgerat O, effulgorat 
CFGHT 1 , effulserat EIKLMRU. — 4, 3 Quod totus O. — 4, 4 Et aethera 
conspicitur B, Et etera conspicitur O, Aether atque conficitur C, Hac terra 
conspicitur H , Aether et conspicitur F, Hac sancto flatu vehitur M 2 , in den 
iibrigen Quellen aufser A : Et haec terra conspicitur. — 5 , 1 trinitatis HO. 

— 5,3 Hac qui lucerna fulgida C , Hacque (Acque H , Atque G) lucerna 
fulgida FGH, Quae tam lucernam fulgidam RTU; Hanc qui AO; lucerna 
fulgida O. — 5, 4 Nostro donavit R; nostrum saeculum C, nostra saecula H. 

Der ganze Hymnus ist ein Cento aus dem Hymnus „Fratres alacri 2)ectore u 
des Paulus Diaconus (Anal. Hymn. L, 118), der aus 16 Strophen besteht. 
Nur die zwei Anfangsverse sind hier geandert; es folgen alsdann aus dem 
genannten langen Gedichte Str. 1, 3 und 4, Str. 3, Str. 4 und Str. 14; die 
Doxohfiie ist keine Entlehnung. Fiir liturgische Zwecke erschien wohl das 
Originallied zu lang; es findet sich aber letzteres, wie aus Anal. Hymn. L, 
118 ersichtlich ist, in mehreren der angefuhrten Quellen zugleich mit der 
kiirzeren Redaktion. 



82. H. 



391. N. 



170 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V.— XI. 



147. Ih saneti Bonedicti. 



1. Cbriste fili Iesu summi, 

mentes nostras visita, 
Coaequalis patri atque 

nato, alme spiritus, 
Una virtus, lumen unum, 

Deus perpes ex Deo. 

2. Auge fidem puram nostris 

semper clemens sensibus, 
Quo beati Benedicti 

colamus sollemnia, 
Ut exemplum pii patris 

ne desit discipulis; 



3. Quem donasti tuo, Christe, 

caelesti cum munere, 
Ut honorem mundi omnem 

mente floccipenderet 
Teque solum, fontem vitae, 

diligeret perpetis. 

4. Alme Christi sempiterni, 

Benedicte, confessor, 
Cum ceteris Dei sanctis 

nunc pro nobis supplica 
Christo, quo dignetur esse 

peccatis propitius. 



5. Doxa Deo patri trinam 

sit regenti machinam, 
Eiusque proli laus perpes 

necnon sancto pneumati, 
Trinis quibus in personis 

regnat una deitas. 

Brev. ms. Zwifeldense saec. 12. Cod. Stuttgardien. Brev. 98. A. — 
Brev. ms. Zwifeldense saec. u /ib. Cod. Carolsruhan. Aug. CCLXII. B. — 
Brev. ms. S. Petri Salisburgensis saec. 12. Cod. Petrin. a V 24. C. — Brev. 
ms. Superioris Althae saec. 12. Clm. Monacen. 9633. D. — Matutin. ms. 
Admontense anni 1180. Cod. Admonten. 18. E. — Hymn. ms. Germanicum 
saec. 12. Cod. Londinen. Add. 18301. P. — Trop. et Hymn. ms. Kheno- 
viense(? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 97. add. saec. ,z /i3. 

G. — Psalt. et Hymn. ms. Mosacense saec. ,2 /i3. Cod. Archiep. Utinen. fol. 
18. H. — Psalt. et Hymn. ms. Mosacense saec. 14. Cod. Arehiep. Utinen. IV 0 
32. I. — Brev. ms. Wingartense saec. 13. Cod. Fulden. Aa 56. K. — Brev. 
ms. Wingartense (?) saec. 14. Cod. Stuttgardien. I Asc. 76. L. — Brev. ms. 
Wingartense saec. 15. Cod. Fulden. Aa 116. M. — Brev. ms. Gengibacense 
saec. 13. Cod. Carolsruhan. Geo. 22. N. — Brev. ms. Pruvningense saec. 12. 
Cod. Vindobonen. 1826. add. saec. 13 /u. O. — Brev. ms. Lambacense saec. 
13 /i4. Cod. Lambacen. CLXXVII. P. — Psalt. et Hymn. ms. Ostroviense 
anni 1174. Cod. Capit. Pragen. A 57. add. saec. 14. in. Q. — Hymn. ms. 
Benedictinum saec. 14. Cod. Archiep. Utinen. fol. 21. R. — Brev. ms. 
Emmeramense saec. 14. Clm. Monacen. 14771. S. — Brev. ms. S. Aegidii 
Brunswicensis saec. 14. (Privatbesitz). T. — Hymn. ms. Germanicum saec. 14. 
Cod. Londinen. Arund. 340. U. — Sanctor. ms. Aquilegiense saec. 15. Cod. 
Labacen. 71; bis: 1° loco Xa; 2° loco Xb. ■ — Diurn. et Hymn. ms. Bene- 
dictinum Suecicum saec. 15. Cod. Upsalen. C 477. Y. — Hymn. ms. San- 
blasianum anni 1504. Cod. Paulan. 25. 1. 34 (olim Sanbl. cart. 12). Z. — 
Brev. ms. Lunaelacense saec. 15. Cod. Vindobonen. 4005. a. — FQSTUZ 
a sind nicht kollationiert. 

1, 1 Christe Iesu fili EXb. — 1, 3 sq. patri nato | atque Y. — 1, 4 nati 

H, nate Xb. — Die erste Strophe ist inhaltlich befremdend: Die zweite und 
dritte Ferson der hl. Dreifaltigkeit werden angeredet, nicht die erste Person, 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Blasio. 171 



die nur nebenbei ( n 8WflHU s und „coaequalis jmtri u ) erwahnt wird. Wort- 
stellung in 1 , 1 ist gesucht und sichtlich deshalb in E und Xb geiindert. 
Auf Christus und hl. Geist gemeinsam bezieht sich 1, 5 und 6; „Deus ex 
(de) Deo" ist bei Christus eine gewohnliche, beim hl. Geist aber ungewohnliche 
Apposition. — 2, 2 meis (statt semper) Xb. — 2, 6 non desit DKMNOY. — 
3, 2 cum fehlt P. — 3, 4 mundi (st. mente) L; fioccipenderent Y, flectipenderet 
MXaXb. — 3, 5 vitae fontem B. — 3, 6 perpetim DMOXaXb. — 4, 1 Christe 
NPXa; sempiterne CEKLNXaXbY. — 4, 3 sanctis Dei XaXb. — 4, 5 quod 
dignetur M. — 4, 6 peccatis nostris prop. XaXb. — 5, 1 Laxa Deo P: trina 
Y. — 5 , 3 perpes und der folgende Vers fehlen Xb. — 5,4 sancto spiritu 
G. — 5, 5 Trinus BGOXaXbY. 

Der Hymnus stammt sichtlich aus einem deutsehen Benediktinerstift; 
ihn als ,,wahrseheinlich aus dem 6. Jahrh." herriihrend zu bezeichnen (Mone 
III, 226), geht schwerlich an. Man beachte, dafs mehrere alte Quellen, wie 
GOQ, ihn als Zuschrift des ausgehenden 12. oder noch spiiteren Jahrhunderts 
entbalten. 

In den Studien u. Mitt. aus d. Benediktinerorden (Jahrg. II. 1881) ist 
im HI. Heft, S. 128 dieser Hymnus aus dem Brev. ms. Raigradense anni 
1343 (vgl. Nr. 146, Quelle U) mitgeteilt mit dem Anfange: Christe fili Dei 
summi. 



148. In sancti Blasii. 

1. Christe, rex regum, Deus angelorum. 
Lumen e summo, decus omne mundo, 
Norma virtutum, moderamen rerum, 

Vita piorum, 

2. Mira, quae saeclis dederas vetustis, 
Innovas rursum deitatis nutum 
Semper ostendens in aperto nobis 

Munere pacis. 

3. Iuclitum testem Blasium tuendo 
Seminum fructus fidei gementis 
Messis aeternae renovans reservas 

Rite maniplis. 

4. Civis hic urbis celebris Sebastae 
Ferculum veri Salomonis ornans 
In gradu mentem rubei coloris 

Fixit amantem. 

5. Ungulas acres patiens ferendo 
Feminas septem titulo cruoris 
Adnotat secum specialem patris 

Cernere vultum. 



172 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



6. Iu lacum missus superat triumphans, 
Impios damnat comitis ministros 
Hinc tibi caras aries sacratus 

Imbuit aras. 

7. Perpetis vitae dator, rex colendc, 
Supplicum vocis miserere gratis, 
Cernui vultus Blasio precante 

Suscipe cantus. 



Hymn. ms. Campidunense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Khenov. 83. — 
7 , 1 dator excolende. — Auffallend , dafs Str. 1 , 2 und 7 Binnenreim auf- 
weisen, die iibrigen Strophen nieht ; vielleicht sind erstere Strophen entlehnt 
und die auf den hl. Blasius beziiglichen hinzugedichtet. 



149. In ss. Chrysanthi et Dariae. 

Hymnus Wandalberti Prumiensis ('?). 



1. Unam duorum gloriam 
Simulque adeptam lauream 
Sancti Chrysanthi et Dariae, 
Christi fideles. pangite. 



4. Quas inter addit Dariam 
Vultus decore fulgidam; 
Sed virginem doctissimam 
Trahit monendo ad gratiam. 



2. Vir ipse liberalihus 
Doctus libris et legibus 
Purgatus a Carpophoro 
Imbutus est mysterio. 

3. Polemius quem nobilis 
Pater ligavit vinculis, 
Et post puellas intulit 

Nec meute fractum subdidit. 



5. Nervis Chrysanthus asperis 
Nexus, catenis ferreis 
Cippo retrusus horrido 
Solutus est ergastulo. 

6. Missam in lupanar Dariam 
Leo fidelis vindicat, 

Et inter ampla incendia 
Ab igne mansit integra. 



7. Quos inde utrosque carnifex 
Tellure vivos infodit, 
Et subter hymnum, dum canunt, 
Efflant beatum spiritum. 



Collect. et Hymn. ms. 8. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. in. Cod. 
Treviren. 1245 (olim 1418). — 3, 4 fractus. — Durch den ganzen Hymnus 
ist die Endassonanz gewahrt, welche je den 1. Vers mit dem 2., den 3. mit 
dem 4. bindet, und zwar schliefsen die reimenden Verse (mit Ausnahme von 
6, 2; 7, 2; und 7, 4) auch mit dem gleichen Konsonanten. — Bekauntlich 
liefs Abt Markward v. Priim im Jahre 844 die Gebeine der hll. Chrysanthus 
und Daria nach Miinstereife], welches damals zur Abtei Prtim gehorte, feierlich 
iibertragen. Nimmt man Broveuienz und Alter der Handschrift hinzu , so 



II. De Sanctis. — B. Hynini de Sanctis Proprii. De s. Cornelio. 173 



erscheint es wahrscheinlich, dafs um jene Zeit der Hymnus gedichtet wurde, 
vielleicht in Vriim selbst. Ob von dem im 9. Jahrh. dort lebenden Dichter 
Wandalbert? iVgl. den Hyinnus Nr. 131.) Stiel und Metrik fauch Elision, 
die hier allerdings haufig vorkommt) schliefsen ihn nicht aus. — Mone (III, 
250) meint zum Gedicht: „da es seiner klassischen Metrik nach aus dem 
5. Jahrhundert ist, so gehort es zu den altesten Kirchenliedern Teutschlands". 
Chevalier hat recht daran getan, dafs er (Rep. Hymn. 20832) zu dieser 
Altersbestimmung „V. saec." wenigstens ein „?" gesetzt hat. 



150. In Translatioue 

Hymnus Monachi 

1. Redi, papa, iam, Corneli, 

ad ovile proprium, 
Quod tibi Deus dicavit 

novo in coenobio, 
Ut maerentem diu gregem 

in Christo laetifices. 



s. Cornelii Papae. 

Compendiensis. 

6. Te senes anusque simul, 
iuvenes et parvuli, 
Clerus sacer et plebs omnis 

invitando clamitant, 
Caeci quoque atque claudi 
cum turba debilium. 



2. Nam sicut absente patre 

cari lugent filii 
Et magistro discedente 

dubitant discipuli, 
Ita te absente maeror 

nos involvit nimius. 

3. Lupi enim nos rapaces 

invaserunt undique, 
Postquam tua corporalis 

abscessit praesentia, 
Caedibus vastantes plebem 

et domos incendio. 

4. Sed nos Deus atque tuum 

protexit coenobium 
Nec permisit illud gentem 

barbarorum tangere, 
Ne gauderet inimicus 

eius in excidio. 

5. Surge, pastor, veni, doctor, 

noli moram facere 
Et errantes sicut oves 

collige discipulos; 
Decet enim babitare 

in domo unanimes. 



7. Solve nostra, orant omnes, 

peccatorum vincula 
Et post strages miserorum 

pacem redde populo, 
Quam Christus ascendeus caelos 

reliquit discipulis. 

8. Impios ad pietatem 

exorando revoca 
Et rapaces doce sua 

largiri pauperibus, 
Ne se invicem mordendo 

consumantur ocius. 

9. Caritatis ignem nobis 

tuis auge precibus, 
Qui flammam cupiditatis 

suis pellat radiis, 
Qua depulsa nobis cuncta 

semper erunt prospera. 

10. Civitatem istam tuo 

muni patrocinio, 
Quae te proprio suscepit 

gaudenter hospitio, 
Ne gentilis unquam ei 

gladius praevaleat. 



174 



Pars L Hymni antiquissinii saec. V. — XI. 



11. Eius quoque cives tuo 12. Gloria sit Deo patri, 
interventu protege, laus et iubilatio 

Tuo eos benediceus Filioque eius vero 

ore apostolico ante saecla genito 

Cum colonis atque agris, Spiritu cum consolante 

qui ad eos pertinent. semperque vivifico. 

Collect. ms. S. Cornelii Compendiensis saec. 9. ex. Cod. Parisin. 2373. 
— 1,5 merentem. — 4, 1 Set. — 7, 6 reliquid. — 9, 5 cunta. — 12, 4 
saecula. — P. v. Winterfeld publizierte diesen und den folgenden Hymnus 
uach einer Abschrift C. Hampes (Poet. lat. med. aevi IV. L, p. 239 sqq.); 
diesen Text habe auch ich benutzt. — Winterfeld hat (1. c. p. 237) iiber- 
zeugend dargetan, dafs die Translation nach Compiegne, speziell der Ur- 
sprung dieses und des folgenden Gedichtes, worin Kaiser Karl III. als „Karlus 
Cae*ar u genannt wird, in die Schlufsmonate des Jahres 886 oder in die 
ersten des folgenden Jahres gefallen sein niufs. Weiteres sehe man in der 
Note zum nachsten Hymnus. 



151. In Translatione s. Cornelii Papae. 

Hymnus monachi Compendiensis ad Processionem. 

R. Christi oves, exsultate * spiritali iubilo ; 
Ad ovile redit suum, * en, papa Cornelius. 



1. Nos pagani compulerunt 

ob nostra facinora 
Corpus eius ab boc templo 

Silvanectis agere; 
Sed iam pace per divinam 

reflorente gratiam 
Ad sacratam sibi sedem 

illud nunc referimus. 

2. Inde sacer gaudet clerus 

ac tidelis populus, 
Tresque fructus revirescunt. 

quos parit ecclesia: 
Tricenus et sexagenus 

cum centeno pariter 
Ex caelesti consurgentes 

verbi Dei semine. 

3. Nam chorus coniugatorum 

hinc exsistit mundior, 
Castitasque viduarum 

multo fit devotior, 
Et corona virginalis 

suos spargit radios, 
Quam Maria, Dei mater, 

clara lustrat lampade. 



4. Ergo cuncti supplicemus 

corde, ore, opere, 
Ut nostra solvat delicta 

cum Petro apostolo 
Hostiumque sic nostrorum 

elidat superbiam, 
Ut in pace serviamus 

Deo nostro iugiter. 

5. Oret quoque pro sereno 

Karlo nostro Caesare 
Adiuncto sibi beato 

Cypriano martyre 
Omnibusque sanctis, quorum 

veneramur lypsana, 
Ut substernat ei Deus 

nationes barbaras. 

6. Necnon et Francorum servet 

benignus exercitum, 
Quo sit ei fortitudo 

sano cum consilio. 
Nostri quoque memor fiat, 

servorum fidelium, 
Ut defendat nos et nostram 

potenter familiam, 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Cornelio. 175 



7. Ne raptores et praedcmes * nostras res diripiant, 
Quae servire nobis debent * in necessitatibus. 
Cunctis vero in commune * caeli pandat ianuam, 
Ut possimus contemplari * summi regis faciem. 

8. Gloria sit Deo patri * eius atque filio 

Spiritu cum procedente * per aeterna saecula. 

Collect. ms. Compendiense saec. 9. ex. Cod. Parisin. 2373. — 1, 4 st. 
agere 1. tradere? oder: Silvanectas agere? — 5,2 Karlom . . Caesare. — 
6, 7 defendet. — 7, 4 fatiem. — Nach 8, 2 sind einige Verse ausradiert. — 
WinterfeJd (vgl. Note zum vorhergehenden Hymnus) zerlegt den Text in 
16 Strophen zu je 2 Langzeilen. Ich vermute jedoch, es handelt sich um 
einen Processionshymnns, bei dem „Christi oves etc." als Kefrain (R) diente. 
Alsdann bilden je 4 Langzeilen (in vorstehendem nach der Casur gebrochen) 
eine Strophe ; Str. 1 — 5 bilden namlich immer je einen in sich abgeschlossenen 
Satz. Bei Str. 6 und 7 ist das allerdings nicht der Fall: 6, 1—4 schliefsen 
einen Gedanken ab; 6, 5 — 8 gehoren mit 7, 1 und 2 zusammen. Auch die 
DoxoJogie spricht fiir 2 Langzeilen, falls nicht der Eefrain zur Komplettierung 
dienen darf. 

Aufser diesen zwei Hymnen (Nr. 150 und 151) besitzen wir eine dritte 
alte Dichtung auf die Translatio s. Cornelii, des Anfanges „Est Jocus beatus 
iJJe^ , welche als Heimgebet einem spateren Bande zuzuweisen ist. Lebeuf 
hat diese letztere aus dem Cod. Parisin. 18297 schon ira Jahre 1738 ediert 
(Migne, PP. lat. 129, 1371) und Winterfeld (1. c. pag. 237) publizierte sie in 
Verbindung mit den zwei Hymnen an erster Stelle. 

Wenn Winterfeld beifiigt: „Monachi patroni merita gratis animis colentes 
inter se sive sponte sive abbatis iussu tetrametris trochaicis certasse videntur, 
alius metrice strophis tqixwIois [so das erwiihnte Reimgebet], aiius rhythmice 
strophis dixio).oig [so Hymnus Nr. 151], alius rhythmice strophis tqixuiXois 
[so Hymnus Nr. 150]", so diirfte das nicht ganz das Richtige treffen. Das 
Reimgebet schildert ausfuhrlick in lebendigen Ziigen die Translatio selbst mit 
allen Details, ohne mit nur einer Silbe zu erwahnen oder anzudeuten die 
Gefahr, welche von den Normannen dem Kloster drohte, und oline von einer 
Riickkehr der Reliquien aus Senlis, wohin sie wahrend des Normanneneinfalles 
gefliichtet waren , irgend etwas zu berichten. Ganz anders in den beiden 
Hymnen; man lese in Nr. 150 die Strophen 1—4; 7, 2 und 3; 10, 5 und 6 
und in Nr. 151 den Refrain (Ad ovile redit) und Str. 1 und 5. Das zeigt 
klar, dafs im Reimgebet die erste TransJation aus Lyon, welche Kaiser KarJ 
der Kahle um das Jahr 877 veranlafst hatte [„Qua pius rex aede facta | trans- 
tulit te Karolus" (Reimgebet Str. 3)], besungen wird , die beiden Hymnen 
aber anlafslich der ziveiten TransJation aus Senlis, die unter Kaiser KarJ III. 
nach dem Waffenstillstand mit den Normannen resp. nach deren Abzug aus 
Frankreich (November 886 resp. Anfang 887) stattfand, gedichtet wurden. 
Zwischen der Abfassung des Reimgebetes und jener der zwei Hymnen liegen 
somit zirka zehn Jahre, und ein Dichterwettstreit zwischen drei Monchen ist 
ausgeschlossen. Es mag aber wohl sein, dafs ein zweiter Dichter die beiden 
Hymnen verfafste. Trotz Gleichheit der iiufseren Form (trochaische Tetra- 
meter) liegt doch ein Unterschied darin, dafs das Reimgebet metrisch gehalten 
ist mit Elisionen und Vermeidung des Hiatus, wiihrend beide Hynmen rhythmisch 
sind und viele Hiate (keine Elisionen) aufweisen. 

Beide Ilymnen aber scheinen von einem und demselben Dichter, einem 
Monche von St. Corneille zu Compiegne, zu sein. Der erstere (Nr. 150) ist 
an den Heiligen gewendet als den „pastor u (5, 1), der gebeten wird, heim- 
zukehren zu seiner Hiirde („Hedi ad oviJe proprium" 1, 1 und 2) und seine 
„grex" (1, 5) zu trosten usw.; der zvveite (Nr. 151) au die „Christi ores" 



176 



Pars L Hymni antiquissimi saee. V. — XI. 



(K , 1), die jubeln sollen, weil der Hirte heimgekehrt ist zu seiner Hiirde: 
„ad ovile redit suum" (K, 2) usw. Der gleiche Grundi)edanke von Hirt und 
Herde wird ini zweiten Hymnus weiter fortgefiihrt in gleiebem Stile und fast 
gleichem Versbau Inur Xerszahl der Str. verschieden), gleichmafsig rhythmisch, 
mit Hiaten und ohue Elision, und dabei oline Wiederholung des Inhaltes 
des ersten Hymnus. Der zweite prasentiert sich als Fortsetzung des ersten. 
Das alles ist bei Annahme von zwei verschiedenen Dichtern nicht gut er- 
klarlich. — Resultat: Das Heimgebet um S77 gedichtet, Sehilderung der 
ersten Translatio •, die beiden Hymnen um S86 anlafslich der zweiten Trans- 
latio, und zwar beide von einem und demselben Monche zu St. C orneille 
in Compiegne, das Reimgebet vielleicht von einem anderen Monche der 
gleichen Abtei. 



l.">2. In s. Dionysii Areopagitae. 



1. Fortem, fidelem militem, 
Caeli secutum principem, 
Dionysium martyrem 
Plebs corde, voce personet. 

2. Clemente Roma praesule 
Ab urbe missus adfuit, 
Verbi superni seminis 
Ut fructus esset Galliae. 

3. Opus sacratum construit, 
Fidem docet baptismatis, 
Sed audientum caecitas 
Munus repellit luminis. 

4. Instante sancto antistite 
Errore plebem solvere, 
Dum spem salutis ingerit, 
Tormenta mortis incidit. 



5. Tenetur a gentilibus 
Christi placens altaribus, 
Amore tantae gloriae 
Poenas libenter excipit. 

6. Unum, quod illi defuit, 
Pro rege colla tradidit, 
Dilectionem pectoris 
Cervice caesa prodidit. 

7. Magnus sacerdos, qui dabat 
Templi sacrata munera, 
Fuso beato sanguine 

Est factus ipse victima. 

8. Felix pio de vulnere. 

Quo poena palmam praebuit, 
Qui morte mortem conterit, 
Nunc regna caeli possidet. 



9. Gloria sit Deo patri, 
Gloria unigentio, 
Una cum sancto spiritu 
In sempiterna saecnla. 

Krev. ms. Sandionysianum(?) saec. 11. ex. Cod. Parisin. 103. A. — 
Expos. ms. Haimonis in Epist. s. Pauli saec. 10. in. Cod. Carnoten. 44. 
add. saec. 11. B. — Brev. ms. Sandionysianum saec. u /i5. Cod. Oxouien. 
Misc. Liturg. 192. C. — Brev. S. Dionysii impr. Parisiis 1550. D. — Doublet, 
Iacques. Histoire de 1'Abbaye de s. Denys en France, contenant les antiquitez 
d'icelle, les Fondations, Prerogatives et Privileges. Paris 1625. I, p. 488. E. 
— 1, 3 Dionysium martyrem, korrig. saec. 13. zu : Dionysium nobilem A. — 
2, 1 Komae A. — 2, 2 affuit A. — 8,1 Quae A. — 8, 3 conteris A. — 
8, 4 possides A. — Von B fehlt mir die Collation. Dort beginnt der Hymnus : 
,,Fortem ririlem militem." 



II. De Sanctis. — B. Hymui de Sanctis Proprii. De s. Dionysio. 177 



Doublet bemerkt (1. c. pag. 436): „Ensuivent les deux Hymues com- 
posees , eu la louange de S. Denys 1'Areopagite Apostre de France, la 
premiere par S. Eugene, son disciple, premier Archeuesque de Tolede, [s. 
diesen Hymnus „Caeli cives adplaudite | Mundi iucundo lumine" Anal. 
Hymn. XIX, 119 und die Anmerkung daselbstj et la seconde par S. Venantius 
Fortunatus Euesque de Poictiers, tirees d'un tres-ancien manuscrit 
ou elles sont escrites en lettres d'or, sur un champ de pourpre enrichy de 
peinctures de diverses couleurs etc." An einer anderen Stelle (lib. I, cap. 5, 
p. 76) bezeichnet Doublet diese Handschrift naher als eine sich daraals in 
St. Denis befindliche und das Leben des hl. Dionysius enthaltende. Ebendort 
verweist er auf einen Brief des Abtes Hilduin an Ludwig den Frommen 
[s. Migne, PP. lat. 106, 20J, worin derselbe gegen das Zeugnis Gregors von 
Tours, der einen vom Areopagiten verschiedenen Dionysius als ersten Bischof 
von Paris angibt, sich auf das Zeugnis Fortunats beruft mit den Worten: 
„Contemporalis Gregorii Turonensis et scholasticissimus Fortunatus , qui 
plura et frequenter ad eundem scripserat, hymnum rhythmicae compositionis 
pulcherrimum de isto gloriosissimo martyre composuit, in quo commemorat 
eum a b. Clemente huc destinatum , sicut in latinorum paginis didicit. De 
natione autem eius et ordinatione episcopatus mentionem non facit, quia 
linguae graecae penitus expers fuit." 

Hilduin von St. Denis ist somit der Kronzeuge , da(5 Fortunat diesen 
Hymnus gedichtet habe. — Sein Ordensgenosse Doublet stimmt ihm bei; 
aber etwas Bedenken schien letzterem doch der Umstand zu bereiten , daB 
sich der Hymnus gar nicht in den Ausgaben resp. den handsehriftl. Opera 
Fortunats vorfinde. Seine naive Antwort lautet: Hilduin habe ihn sicher 
*,tres-certain et tres-veritable" unter den Werken Fortunats gesehen, und man 
habe ihn dann wieder daraus entfernt, wie ja oft Haretiker religiose Biicher 
geandert und deren Inhalt vermindert hatten (1. c. pag. 77). 

Laurentius Cozza (Vinditiae Areopagiticae, Roniae 1702, p. XXXVI sq.) 
gibt den Hymnus wieder mit folgenden Varianten: 3, 3 audientium. — 
3, 4 repellit seminis. — 4, 1 Instante sacro. — 8, 2 Quae. — 8, 3 conteris. 
— 8,4 possides. Wem er diese Lesarten verdanke , gibt Cozza nicht an. 
Im ubrigen glaubt er Hilduin und Doublet, worauf er sich beruft, betreffs 
der Autorschaft des Hymnus bedingungslos. 

Ioannes Launoius (Opera omnia. tom. II., pars I. Coloniae Allobrogum 
1731, p. 530; im Cap. XVIII. der Varia de duobus Dionysiis Atheniensi et 
Parisiensi opuscula.) bezeichnet hingegen diesen Hymnus ebenso wie den 
anderen Dionysius-Hymnus „Caeli cives applaudite" (Anal. Hymn. XIX, 119), 
der Eugenius von Toledo zugeschrieben wurde , als eine Mache aus der 
Schmiede von St. Denis und die Zuschreibung an Fortunatus resp. Eugenius 
als eine „fraus", um alte Zeugen fiir die Identitat des hl. Dionysius Areopagita 
und des hl. Dionysius von Paris zu gewinnen. „Huius autem carminis 
/Fortem fidelem militemj primus meminit auctor suspectissimus , id est 
Hilduinus .... Qui profecto nionachus hymnum sub nomine Fortunati 
supposuit, valde culpandus est, quod linguam graecam non didicerat in gratiam 
Monasterii et Hilduini." (Launoius, 1. c.) — 

M. A. Luchi (Venantii opera etc. Romae 1786) meint: „[Launoius] rem 
non evincit, quocirca non dnbitavi , illum edere sub Fortunati nomine, 
praesertim, cum et stylus , optimus testis, id suadeat." (1. c. p. 49). Im all- 
gemeinen entnimmt Luchi seine Texte Vaticanischen Hss. I5ei unserem 
Hymnus gibt er tcei/ne Quelle an; sein Text stimmt vollstandig genau mit 
jenem Cozzas iiberein, differiert also in bezeichneter Weise von Doublet und 
unserem Texte. Ob Luchi nicht den Text aus Cozza abschrieb, den er sonst 
aueh zitiert? 

Aus Luchi entnahm Leo (Mon. Germ., Auet. antiq. IV. I, pag. 383) den 
Text, verweist aber den Hymnus unter die „Spuria" des Venantius und zwar 
nach dem Vorgange des Launoius mit vollem Rechte. 



Blume, Tnesauii hynmologiui Hymuarium. 



12 



178 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



153. In s. Dionysii Areopagitae. 



1. Alma lux sideram, 
Robur martyrum, 

Te deceut omnia 
Laudum carmina ; 

Te sancti, Domine, 
Laudant hodie, 



3. Qui portans proprium 
Caput abscisum 
Cantu angelico 
Venit subito 
Ductus ad tumulum 
In Parisium. 



2. Quia sanctissimum 

Dionysium 
Ariopagitam 

Iam caelicolam 
Ulis sociasti 

Sede perenni. 



4. Martyr tu Domini, 

0 Dionysi, 
Cum tuis sociis 

Ora pro nobis 
Et plebi Dominum 

Fac propitium. 



5. Yirtus triuitati, 

Laus unitati, 
Honor et gloria 

Sit per tempora 
Priora, futura 

Et praesentia. 

Brev. ms. Zwifeldense saec. 12. Cod. Stuttgardien. Brev. 98. A. — Brev. 
ms. Zwifeldense saec. 14 /i5. Cod. Carolsruhan. Aug. CCLXH. B. — Brev. 
ms. S. Petri Salisburgensis saec. 12. Cod. Petrin. a V 24. C. — Diurn. 
ms. S. Petri Salisburgensis saec. 14. Cod. Petrin. a IV 11. D. — Hymn. 
ms. Ehenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Bhen. 129. E. — Diurn. et 
Hymn. ms. Scheftlariense saec. 12. Clm. Monacen. 17024. F. — Brev. ms. 
Pruvningense saec. 12. Clm. Monacen. 23087. G. — Hymn. ms. Germanicum 
saec. 12. Cod. Londinen. Add. 18301. H. — Matutin. m.s. Admontense 
anni. 1180. Cod. Admonten. 18. I. — Psalt. ms. Benedictinum saec. 12 /i3. 
Cod. Vindobonen. 2682. K. — Psalt. et Hymn. ms. Mosacense saec. 12 /i3. 
Cod. Archiep. Utinen. fol. 18. L. — Psalt. et Hymn. ms. Mosacense saec. 13. 
Cod. Archiep. Utinen. IV" 20. M. — Brev. ms. Gengibacense saec. 13. Cod. 
Carolsruhan. Geo. 22. N. — Brev. ms. Lambacense saec. 13 /u. Cod. Lam- 
bacen. CLXXVH. O. — Brev. ms. Lambacense saec. 14. (et 15.) Cod. 
Lambacen. CLXXIII. P. — Brev. ms. Emmeramense saec. 13 /i4. Clm Mo- 
nacen. 14741. Q. — Brev. ms. Emmeramense saec. 14. Clm. Monacen. 
14 771. B. — Brev. ms. S. Georgii Pragensis saec. 14. in. Cod. Pragen. I 
G 17. S. — Hymn. ms. S. Georgii Pragensis saec. 14. in. Cod. Pragen. 
XII E 15 c. T. — Psalt. et Hymn. ms. Ostroviense anni 1174. Cod. Capir. 
Pragen. A 57. add. saec. 14. in. U. — Hymn. ms. Germanicum saec. 14. 
Cod. Londinen. Arund. 340. X. — Hymn. ms. Benedictinum saec. 14. Cod. 
Archiep. Utinen. fol. 21. Y. — Brev. ms. Sanblasianum saec. 14. Cod. 
Paulan. 25. 2. 34 (olim Sanbl. memb. 50). Z. — Brev. ms. Schwarzacense 
saec. 13. Cod. Carolsruhan. Schw. 2. add. saec. 15. a. — Brev. ms. Turicense 
saec. 15. Cod. Sangallen. 526. b. — Brev. ms. Ilminense anni 1437. Clm. 
Monacen. 7391. c. — Hymn. ms. Hermetisvillanum anni 1553. Cod. Griesen. 
23. d. — Brev. et Hvmn. ms. Benedictinum Snecicum saec 15. Cod. Upsalen. 
C 477. e. — HPRUX a b e sind nicht kollationiert. 



TL De Sanctis. — B. llymni de Sanctia Proprii. De s. Findano. 179 



1, 2 Et robur c. — 1, 3 decent fehlt K. — 1, 5 Te caeli ST. — 1,6 
laudent Y. — 2, 1 sanctura Q. — 2, 3 Areopagitam KST C d. — 2, 4 Iam 
caelico iam(!) D. — 2, 6 Laude perenni N. — 3, 2 abscissum KQST c. — 
3, 4 fehlt C. - 3, 6 Parisius QST, paradisum d. — Nach Str. 3 fiigt in 
Q eine Hand saec. 15. am Rande bei : 

Cuius ossa sacra | Inde translata 
Apud Emmeramum | Martyrem almum 
Sunt nunc tumulata | In Ratispona. 
4, 1 Martyr angelice tu Deum C; tu Domino D. — 5, 3 Honorque gloria 
T. — 5, 3 sq. Decus honor unitati et gloria G. 

Die Quellen sind vielfach die gleichen, wie fiir den Benediktushymnus 
„Christe fdi Iesu u (Nr. 147), und zwar durchweg nur aus Deutsehland 
stammende. — Wenn Mone (III, 266) bemerkt: „Nach dem Strophenbau von 
einem framdsischen Dichter" so geben die Quellen ihm wenig Recht. 



154. In sancti Findani. 

1. Eia, nunc, socii * fratres et Domini, 
Voce dulcisona * pangite cantica, 
Anni cum orbita * refert dieculam 

Findani patris fulgidam. 

2. Quem natum Scotia * confovet Suevia 
Thesauro nobili * Rhenaugiae soli 
Dato divinitus, * quam cingens undique 

Decorat amnis circumfluus. 

3. Ergo, quem canimus * variis laudibus, 
Dignum per omnia * discat ecclesia 
Eiusque hymnidica * prece iam concinens 

Imploret patrocinia. 

4. Hic nam barbaricis * venditus populis 
Pacis sub osculo * more dominico 
Proles ingenua * praeda piratica 

Per maris vadit invia. 

5. Sed prece prospera * missa per aethera 
Evasis hostibus * miratur pelagus 
Fideli lembulo * subvectum navitam 

Petentem tractu aridam. 

6. Sic Israelita * quasi per avia 

Maris rubri saevos * fugiens Aegyptios 
Transit, Rhenaugiae * fixit tentoria 
Ducente Christo perpetua. 

7. Unde laus debita, * virtus, potentia, 
Honor sit unicae * trinaeque gloriae, 
Quae huic tam nobile * voluit domui 

Lucere suae lampade. 



12* 



180 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



Direct. ms. Rhenovieuse saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 74 b. — 2, 2 
Renaugiae; ebenso 6, 3. — 2, 4 eine Silbe zu viel. — 5, 3 Fidei. — 5, 4 
tractu veranlafst einen Hiatus; Werner (p. 184) las : „Petentem terr . . ." 
und gibt den Text: terram tum aridam. — 7, 3 Konstruktion : Quae (sc. 
Trinitas) huic domui suae voluit lucere tam nobile (statt uobili, ablat. instrum.) 
lampade. — In der Hs. sind verschiedene Buchstaben arg abgerieben ; daher 
las Mone (III, 300) wieder anders , als nach ihm Werner. — Jeder 1. und 
2. Vers zeigt Binnenreim; der 4. Vers ist mit dem 3. so durch den Reim 
gebunden , dafs er entweder mit der Schlufssilbe des 3. Verses oder mit der 
letzten Silbe vor der 1. Caesur im 3. Verse reimt. 



165. In sancti Georgii. 



1. Ad festum tanti martyris 
Concurrat plebs amabilis 
Sollemnitare Domino 
Odas canendo rhythmicas. 

2. Hic est ille Georgius 
Athleta Christi strenuus, 
Cuius praeclara merita 
Probat mater ecclesia. 

3. Ecce, post prima proelia 
Stephanique certamina 
Agonistarum maximus 
Inventus est Georgius. 



5. Cuius sacrata lipsana 
Felix fovet Germania 
In Duellensi vertice 
Monachili certamine. 

6. Hunc omnes flexiles simul 
Rogemus atque supplices, 
Ut devotis clientulis 

Sit patronus propitius. 

7. Hunc in commune Dominum 
Regem laudemus martyrum, 
Qui coronatum militem 
Laureavit Georgium. 



4. In tribus mundi partibus 
Et quaternis climatibus 
Ad caelum usque laudibus 
Est promotus Georgius. 



8. Sit laus patri principio 
Eiusque nato unico 
Cum spiritu paraclito 
Per saeculorum saecula. 



Hymn. ms. Campidunense saec. 10 /ii. Cod. Turicen. Rhenov. 83. — 
3, 1 Een(!); Mone (III, 315) korrigiert „Ecce", Werner (p. 97) „En"; beides 
befriedigt nicht. 



156. In s. Gerniaui Parisiensis Ep. 



1. Germane, sidus aureum, 
Christi repletus gratia, 
Praesul sacer Lutetiae. 
Audi preces psallentium. 

2. Te rector orbis omnium 
Miraculorum dotibus 
Vestivit et potentia, 
Morbis ovans ut imperes. 



3. Nostris saluber languidis 
Esto placatus moribus 
Curis remotis anxiis, 
Sanctis datis virtutibus. 

4. Hinc sempiterna gaudia 
Nobis tuis precatibus 
Concedat unicus patris, 
Proles Mariae virginis. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Gregorio. 1gJ 



5. Sit laus perennis gloriae 
Patri Deo cum tilio, 
Sancto simul paraclito 
Manens honor per saecula. 

Collectan. ms. saec. 10. Cod. Univ. Bononien. 1702. — Aus dieser 
Quelle ediert von Aug. Gandenzi. La vita e i miracoli di s. Germano, 
vescovo di Parigi etc. Bologna 1886. — Wiederholt von P. v. Winterfeld 
(Poet. lat. medii aevi, IV. I., 136) aus der Ausgabe Gaudenzis, der aucli ich 
hier folge. — 1,3 sacer laetitiae (Gaudenzi) korrigiert von Winterfeld in 
sacer Lutetiae. — Der Dichter des Hymnus , wie auch der rhythmisch ab- 
gefafsten Translatio s. Germani , welche beide wohl den gleichen Verfasser 
haben , ist bislang unermittelt. Auf den Monch Ayrnon von St. Germaiu- 
des-Pres (f889) kann man wohl raten, aber festere Anhaltspunkte fehlen. 



157. In sancti Gfregorii Magni. 

1. Praesulis egregii merita 
Gregorii rutilant titulis, 
Caelicolas quibus irradiat 
Terrigenas et ad astra levat. 

2. Germine praecluis et sophia 
Nobilior nituit studiis, 
Sedis apostolicae regimen 
Dogmate mellirluo moderans. 

3. Mente superna petens crucifer 
Pauperibus sua cuncta dedit, 
Vocibus angelicis meruit 
Unde cliens Domini bravia. 

4. Quis fuerit pater eximius, 
Spiritus ille docet Domini, 
Corda patrum bene qui docuit, 
Munera cuius et hunc decorant. 

5. Semina dulcia praeco Dei 
Spargitat in populis monitis ; 
De grege ne pereat aliquis, 
Multiplici pietate studet. 

6. Agmina dum peregrina fovet, 
In medio pone Christi sedes 
Inspicit et varia specie 
Horama valde sui simile; 



182 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



7. Serviat ut humilis domino, 
Urceus accipitur et aquae; 
Tollere hanc faciem famulo, 
Sicque repente Deus se levaus. 

8. Nocte sequenti videt Dominum; 
Alloquio sui cum fruitur, 
Percipit, hospite quo fuerit 
Glorificatus, ut astra petat. 

9. Gesta tua monachos relevent 
Ecclesiaeque decus teneant, 
Fortibus auxiliis, Gregori, 
Nos solide Domino socians. 

10. Britannicos populos Domino 
Ut precibus potuisti dare, 
Sic tua gratia nos provehat 
Ad solium patris altithroni. 

11. Coenobii memorare nostri, *** 
Hoc supplices petimus, domine, 
Pastor adesto tuis monachis, 
Pastor ut altius nos recreet. 

12. Gloria cum patre sit genito 
Spirituique perinde sacro; 
Nunc Deus unus et omnipotens 
Hunc memorum faciat memorem. 

Hymn. ms. Farfense saec. ,0 /n. Cod. Turicen. Rbenov. 91. — 1, '3 
irradia. — 1, 4 ad fehlt. — 2, 1 praeclarus. — 4, 4 decorat. — 6, 1 peri- 
grina. — 6, 2 bone st. pone = post. — 6, 4 Orama= oqu^u. — 7, 3 Repente 
tollere (repente sichtlich aus 7, 4 heraufgenommen). — 7, 4 Deus celerans 
— Str. 7 ist dunkel in der Konstruktion ; der Sinn ist zu erraten aus der 
bekannten Vision. — 8,1 Non te sequenti video. — 8, 2 cum fehlt. — 
11, 4 altius eos. — Die Doxologie ist gleieh jener des Agatha Hymnus 
„Martyris ecce dies Agathae" (Nr. 1-34); wahrscheinlich diente letzterer 
Hymnus als Vorlage. — Der Text ist offenbar vielfach entstellt; andere 
Heilungsversuche bei Werner (p. 99). 



158. In ss. Iacobi, Philippi, Sigismnndi. 



Apostolorum splendido 
Philippus ex collegio 
Fraterque Iesu Iacobus 
Summis micant virtutibus. 



2. Natalis horum gratia 
Festiva sunt haec gaudia, 
Et iste coetus gratulans 
Laudes canit nunc euphonas. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De ss. Iacobo etc. ]83 



3. Hac et Sigismundus die, 
Vir dignitatis regiae, 
Sed gloriosus postea 
Martyr, petebat aethera. 



5. His nempe, quos praediximus, 
Simul patrocinantibus, 
Quidquid mali contraximus, 
Christus remittat protinus. 



4. Nec solus illo tempore 
Emit coronam sanguine, 
Sed cum parente liberi 
Palmam capessunt incliti 



6. Pro posse semper caelicas 
Odas et hymnos aemulans 
Te nostra laudet vilitas, 
Rerum creatrix, trinitas 



Lection. et Collectar. ms. Eremitense saec. 10 /u. Cod. Eremiten. 88. 
add. saec. 11. A. — Brev. ms. Agauneiise saec. J ?/i3. Cod. Eremiten. 83. 
B. — Bekanntlich ist das Fest des hl. Konigs Sigismwid v. Burgund am 
1. Mai, dem Feste der Apostel Jakobus und Philippus; daher die Verbindung 
der drei Heiligen. — Morel (S. 167) hat wohl Kecht, vveun er den Ursprung 
dieses und namentlich des folgenden Hymnus in Agaunnm , dem jetzigen 
St. Maurice (Wallis) sucht. 



159. In 88. Iacobi, Philippi, Sigismundi. 



1. Qui christiano nomini 
Communicamus creduli, 
Ipsi canamus gloriam, 
Qui contulit hanc gratiam. 

2. Qui vera lux fidelibus, 
llluminandis omnibus 
Apostolorum lumina 
Direxit emicantia. 



4. Et iure nos plus omnibus 
Laetamur hic festivius, 
Regis Sigismundi sacra 
Amplectimur qui pignora. 

5. Hic namque, sicut literae 
Tradunt, necatus hoc die 
Conscendit una cum suis 
Secreta caeli filiis. 



3. Ex hoc senatu fulgido, 
Philippe, te cum Iaeobo 
Lauduin piis pro viribus 
Nunc canticis extollimus. 



6. Horum precatu cernui 
Malis rogamus eximi 
Bonisque veris inseri 
Et absque fine perfrui. 



7. Quod summa praestet trinitas, 
Quae simplex claret unitas, 
Cui sit perennis gloria 
In saeculorum saecula. 



Lection. et Collectar. lns. Eremitense saec. 10 /ii. Cod. Eremiten. 88. 
add. saec. 11. A. — Brev. nis. Agaunense saec. 18 /i8. Cod. Eremiten. 83. 
B. — 7, 2 simpla B. 



184 



Pars L Hymni antiqulssimi saec. V. — XI. 



1(50. Iu s„ Iohaunis Evangelistae. 



1. Sollemnis dies advenit, 
Quo virgo caelum petiit, 
Evangelista maximus 
Iohannes et apostolus. 



4. 



Cui matrem tali foedere 
Mortis coniungis tempore, 
Ut noverint se colere 



Matris ac prolis nomine. 



2. Hinc vota laudis solvere 
Et hymnum gestit promere 
Caterva nostri ordinis 
Honore tanti caelibis. 



5. 



Qui carne solo positus, 
Mente polo contiguus 
Yerbum inedicibile 
Cordis conspexit lumine. 



3. Quem sacro super pectore 
Tuo facis recumbere 
Ultima in cena, Domine, 
Quam patereris, pridie. 



6. 



Cuius prece assidua 
Ut nostra solvas crimina 
Et caelo dones praemia, 
Voce precamur cernua. 



7. Sursum erectis cordibus, 
Versis in terram vultibus 
In trinitatis nomiue 
Te adoraraus, Kyrie. 



Collect. ms. Khenoviense saec. 9 /io. Cod. Turicen. Rhen. 50. A. — Trop. 
et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rheu. 
97. B. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhen. 129. 
C. — Brev. ms. Sangallense saec. l0 /n. Cod. .Sangallen. 413. D. — Hymn. 
ms. Campidunense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Rhen. 83. E. — Hymn. et 
Prosar. ms. Fredeslariense saec 11. ex. Cod. Casselan. theol. IV<> 25. F. 
— Brev. ms. Zwifeldense saec. 12. in. Cod. Stuttgardien. Brev. 98. G. — ■ 
Psalt. et Hymn. ms. Walcidorense saec. n /i2. Clm. Monacen. 13067. H. — 
Brev. ms. S. Petri Salisburgensis saec. 12. Cod. Petrin. a V 24. I. — Brev. 
ms. Superioris Althae saec. 12. Clm. Monacen. 9633. K. — Diurn. et Hymn. 
ms. Scheftlariense saec. 12. Clm. Monacen. 17024. L — Brev. ms. Pruv- 
ningense saec. 12. Cod. Viudobouen. 1826. M. — Hymn. ms. Germanicum 
saec. 12. Cod. Londinen. Add. 18301. N. — Matutin. ms. Admonteuse anni 
1180. Cod. Admonten. 18. O. — Brev. ms. Secoviense (Monialium) saec. 12. 
Cod. Graecen. 864. P. — Brev. ms. Florianum saec. 13. Cod. Florian. XI ' 
477. Q. — Brev. ms. Florianum saec. (13. et) 14. Cod. Florian. XI 384. 
R. — Brev. ms. S. Georgii Pragensis saec. ( ,2 /i3. et) 13. Cod. Pragen. XII 
E 5. S. — Brev. ms. S. Georgii Pragensis saec. 14. in. Cod. Pragen. VII G 
7. T. — Brev. ms. Pataviense (?) saec. 13. Cod. Hilarien. 111. U. — Brev. 
ms. Pataviense anni 1429. Cod. Ducumburgen. 183. X. — Brev. ms. Lamba- 
cense saec. I3 /u. Cod. Lambacen. CLXXVII. Y. — Brev. ms. Sanblasianum 
saec. w /w. Cod. Paulan. 25. 1. 20. (olim Sanbl. memb. 33) Z. — Brev. ms. 
Emmeramense saec. ,8 /i4. Clm. Monacen. 14741. a. — Brev. ms. Emmera- 
mense saec. 14. Clm. Monacen. 14771. b. — Psalt. et Hymn. ms. Ostroviense 
anni 1174. Cod. Capit. Pragen. A 57. add. saec. 14. in. c. — Brev. ms. 
Teplense anni 1353. Cod. Pragen. VII F 23. d. — Brev. ms. Pragense 
saec. 14. Cod. Mus. Bohem. XJTI F 14. e. — Psalt. et Hymn. ms. Portae 
Mariae V. in Axpach saec. 14. Cod. Vindobonen. 1877. f. — Brev. ms. 
S. Aegidii Brunswicensis saec. 14. (Privatbesitz.) g. — Brev. ms. Trebonense 
saec. 15. Cod. Pragen. VI F 12 b. h. — Brev. ms. Hanussii de Colowrat 
anni 1470. Cod. Capit. Pragen. P 11. i. — Psalt. et Hymn. S. Petri 
Erfordiensis anni 1481. Cod. Rosenbergen. 62. k. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. lohanne Ev. 185 



Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. 1. — Hymn. ms. 
Casineuse saec. 11. Cod. Vindobonen. 1106. m. — Hymn. ms. Beneventanum 
saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. n. — Hymn. ms. Severinianum 
saec. ,0 /n. Cod. Vatican. 7172. O. — Hymn. ms. Veronense saec. 10 /ii. 
Cod. Capit. Veronen. CIX (102). p. — Psalt. et Hymn. ms. S. Sophiae 
Beneventauae saec. 1 1. Cod. Neapolitan. VI E 43. q. — Hymn. ms. S. Sophiae 
Beneventanae saec. 12. Cod. Neapolitan. VI F 2. r. — Psalt et Hymn. 
ms. Mosacense saec. 12 /i3. Cod. Archiep. Utinen. fol. 18. 8. — Hymn. ms. 
Benedictinum saec. 14. Cod. Archiep. Utinen. fol. 21. t. — 

Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. U. — Antiph. et 
Hymn. ms. Scarense saec. 14. (et 15.) Cod. Upsalen. C 422 x. — Diurn. 
et Hymn. ms. Benedictinum Suecicum saec. 15. Cod. Upsalen. C 477. y. — 
IQ— Y a— k q r u X y sind nicht kollationiert. 

1, 2 Qua CDGHKLZ 3 t; caelum adiit A. — 2, 4 caelibi 0. — 3, 1 
sacra P. — 3, 2 Tuos 0. — 3, 3 Ultime n O; Domiuus n, Doinini o. — 
3, 4 Quem Z p; prae die LP lu n p; (vgl. „Qui pridie, quam pateretur 1 ' 
im Canon der Messe). — 4, 1 Qui EPmnopst. — 4, 3 noverit P; 
se colerent 0. — 4, 4 et prolis m n. — 5, 1 carnis 1 n; positi 0. — 5, 2 
Mente fehlt E 1 ; polo fehlt L; contiguis p. — 5, 3 inediscibile EL. — 5, 4 
Mentis G. — 6, 1 Huius CFHLO 0 p S t; preces Z o. — 6, 2 solvat O, 
laxes AE, solvas B 2 C- (tiber Rasur); vielleicht ist „solvas" eine jiingere 
Korrektur des ursprtinglichen „laxes". — 6, 3 E caelo CGHKLPZ s t, De 
caelo 1; Et fehit O; donas D. — 7, 3 trinitate t. — 7, 4 adoremus t; 
Domine (statt Kyrie) 1 m n O. — Als 2. Doxologie, die schon durch Str. 7 
gebildet ist, wird angehiingt in 1 m n O: Gloria tibi Domine. 

Im Hymn. ms. Cellae s. Mariae in Austria (olim Stephani de Hachenberg) 
saec. 15. Cod. Campolilien. 15 lautet der Anfang dieses Hymnus: Iohanms 
dies advenit. — Durch die altesten und meisten Quellen ist Deutschland 
vertreten, ltalien ziemlich, wahrend Eugland uud Frankreich (abgesehen von 
Corbie im frankischen Reiche) ganz fehlen. Im Repert. Hymn. (Nr. 19153) 
werden zwei gedruckte Breviere von Marseille (1503) und Reims (1544) neben 
einigen Brevieren deutscher Kloster resp. Diozeseu als Quellen namhaft 
gemacht. — Nach dem Quellenbestande also mochte man Deutschland als 
Urspruugsstatte ansehen. — Beachtung verdieut, dafs ein Hymnus frauzosi- 
schen Ursprunges „Gaude sacrata meritis a (Anal. Hymu. XII, p. 155) die 
gleiche, sonst ungewohnliche Doxologie hat. 



161. In b. Ioliannis Evangelistae. 



1. De patre verbum prodiens, 
Corpus de matre induens, 
Iohannis testimouio 
Hoc erat in priucipio. 



4 



Ascendeus crucis arborem 
Commendat matrem virginem 
Iesus huic discipulo 
Ut suimet vicario, 



2. Iobannes, virgo ceteris 
Dilectior apostolis, 



5. 



Ut virgo viri nescia 
Et castitatis conscia 
Solamen viri providi 
Haberet dies saeculi. 



Rogatus apud Ephesum 
Conscripsit evangelium, 



3. Eructans almo pectore 
Fluenta evangelica, 



6. 



Accepit virgo virginem 
Corruptionis insciam 
Et par post Christum filius 
Deservit integerrimus. 



Quae hausit in convivio 
Passuro mundi Domino. 



186 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



7. Sanctc Iobannes optime, 
Absolve nostra vincula, 
Ut mereamur liberi 
Servire summo principi. 



8. Praesta, beata trinit:>s, 
Indulge, clemens unitas, 
Ut tibi casto corpore 
Laetemur omni tempore. 



Hymn. ms. Veronense saec. ,0 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). A. 
— Brev. ms. Secoviense (Monialium) saec. 12. Cod. Graecen. 864. B. — 
Diurn. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 12. Clm. Monacen. 17024. C. — 
Brev. ms. S. Floriani. saec. 13. Cod. Florian. XI 477. D. — Brev. ms. 

5. Floriani saec. (13. et) 14. Cod. Floriau. XI 384. E. — Brev. ms. 
Emmeramense saec. 14. Clm. Monacen. 14771. F. — Hymn. ms. Germanicum 
saec. 14. Cod. Londinen. Arund. 340. G. — Brev. ms. Teplense anni 1353. 
Cod. Pragen. VII F 23. H. — Collectan. ms. Burttense saec. I4 /i5. Clm. 
Monacen. 17645. I. — Brev. ms. Turicense saec. 15. Cod. Sangallen. 526. 
K. — Brev. ms. Constantiense (?) saec. 15. Cod. Stuttgardien. Brev. 101. 
L. — Antiphon. et Hvmn. ms. Scarense saec. 14. (et 15.) Cod. Upsalen 
C 422. M. — Diurn. et Hymn. ms. Benedictinum (Suecicum) saec. 15. Cod. 
Upsalen. C 477. N. 

1, 2 De matre corpus CN; induit M. — 2, 1 ergo (statt virgo) BM. — 
3, 4 Passuro suo Domino C. — 4, 1 Ascendit A. — 4, 3 Jesus fehlt L. — 

6, 1 Accipit L. — 7, 2 nostra crimina LMN. — 8, 2 clemens deitas B. — 
8, 4 Servemur(!) DE. 

Auch die gedruckten Breviere, worin dieser Hymnus (cfr. Repert. Hymnol. 
4234), stammen aus DeutxeMand (uud Skandinavien); dort also wohl sein 
Ursprung , falls nicht die alteste Quelle (wenn wirklich aus Verona her- 
riihrend), dagegen Einspruch erheben kann. 



162. In 8. Iohannis Evangelistae. 



1. Rex Cbriste, servi laudibus 
Dignare laudari tui, 
Ex ore cuius discimus 
Te patre natum servuli. 



3. Hoc ex Iohannis flumine 
Donante te percepimus, 
Hoc corde lingua pandimus, 
Aequum patri quod natus es. 



2. Te confitemur filium 

Nec lege vinctum temporis ; 
Tu lumen es ex lumine, 
Verus Deus, verus homo. 



4. Tu spiritus porro pie, 
Maior minor laudi credens, 
Quorum potestas una est 
Nec temporis distantia. 



Fragment. ms. Hymnarii incert. origin. saec. 10. Cod. Bernen. AA 90 
(pars 19). — 4, 4 patri qui. — Bei 3, 1 bin ich im Zweifel , ob in der Hs. 
„Iohannis" oder „Iordanis" steht. — 4, 1 und 2 ist dunkel. — Aus gleicher 
Quelle publizierte diesen Hymnus Hagen (S. 107.) mit der Nota : „Inter versum 
16 et 17 unius stichi lacuna, ut alterum hymnum illinc incepisse credibile 
sit." Sehr wahr! Hagen hat trotzdem diesen Hymnus zusammengeschweifst 
mit dem folgenden : Deo quod ortus sit Deus. Im Repert. Hymnol. 
(Nr. 17418) sind beide Hymnen, unter eincr Nuinmer vereinigt, als „de trini- 
tate"(!) bezeichnet; Hagen hat keine Aufschrift. 



II. De Sanctis. — H. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Iohanne Ev. 1§7 



1. Deo quod ortus sit Deus, 
Caro idem ex alma virgine 
Creator atque conditor, 
Sacer Iohannes indicat. 

2. Fides hoc hausit omnium 
Tenetque lucem gentium, 
Vices nec ullas accipit 
Eius diei gratia. 

3. Minora tres cum ceteri 
Colenda esse praenuntient, 
Avis hic instar evolans 
Moratur in maioribus. 

4. Stuperet istud quispiam, 
Quod esse perscrutantium 
Solet Deus, ni in pectore 
Parasset ille lectulum. 



163. In s. Iohannis Eyangelistae. 
5. 



Ut haec valeret scribere 
Perenni hora saeculo, 
Quiete discit, rarior 
Meretur eam castitas. 



6. Verendus aeternum bonis 
Citra cruorem creditur 
Cacumen altum martyrum 
Cepisse sanctis moribus. 

7. Precamur illum supplices, 
Eius potens oratio 
Nobis ut assit servulis 
Tuis, creator omnium. 

8. Beata patri gloria, 
Beata soli filio 
Utrique compar spiritus 
Aequis cluat honoribus. 



Fragment. ms. Hyninarii incert. origin. saec. 10. Cod. Bernen. AA 90 
(pars 19). — 1, 2 idein et. (Iu diesem Verse doppelte Elision ; cfr. 3, 2 und 
4, 3.) — 1, 3 conditus. — 2, 4 Eis diei. — 3, 1 Die „tres ceteri" sind 
natiirlich die Evangelisten. — 3, 2 Colenda sed praenuntient. — Man vgl. 
die Note zum vorhergehenden Hymnus. 



164. In s. Iohaunis Evangelistae. 



1. Hic, festa cuius pangimus, 
Edoctus est largissime 
Illo recumbens pectore, 
Quo summa est scientia. 

2. Hegina sicut avium 
Transscendit ista nubila, 
Sic cuncta felix transiens 
Invisa vidit saeculo. 

3. Tum verba ructat optima 
De patris alto filio, 
Quod exstet ante tempora, 
Qui natus est in tempore. 



4. Hoc egit alma castitas, 
Qua fulget omnis sanctitas, 
Qua sic Iohannes claruit, 
Ut nemo plus fidelium. 

5. Rogandus est a servuflis] 
Hic servus admirabilis, 
Ut voce clementissima 
Mali releget vincula, 

6. Ut vota nostra iudici 
Iesu libenter offerat 
Poscentibus et gratiam 
Nobis benignus conferat. 



7. Deus pater cum filio 
Paraclitus et spiritus, 
Est par quibus sublimitas, 
Nos adiuvent in saecula. 



188 



Pars I. Hyrrmi antiquissimi saec. V. —XI. 



Fragm. ms. Hymnarii incert. origin. saec. 10. Cod. Bernen AA 90. 
(pars 19). — Es folgen am Schlusse noch folgende Verse: 

Cursim peregi carmina, 
Quae vestra cernunt lumina, 
Horum patricior (1. patrator) postulat 
Valere te per saecula. 

Diese Verse sind aber vom Hymuus durch ein f getrennt und mit 
Reeht. — Der Stil dieses Hymnus sticht von jenem der Hymnen Nr. 162 
und 163 merklieh ab ; also wohl ein anderer Auktor. 



165. In s. Iohannis Evangelistae. 



1. Caeli cives in gaudio 
Manentes coram Domino, 
Voces suaves fundite 
Et Deo laudes canite. 



4. De quorum dicendus nobis 
Est nunc unus consortio 
Nomine Iohannes dictus, 
Gratia Dei vocatus. 



2. Laetetur et ecclesia 
Per sanctorum sollemnia 
Et in sonoris cantibus 
Laudes dicat summi regis, 



5. Hunc salvator castitatis 
Clarum pro privilegio 
De pectoris sui sancti 
Claro fonte repleverat, 



3. Qui caeli terraeque rector 
Ad terrestria descendens 
Inter homines electos 
Sibi iunxit apostolos. 



6. Unde multa satiatus 
Secretorum dulcedine 
Et in caelis et in terris 
Multa visa eruetavit. 



7. Inde Deo laus sit semper 
Patri necnon et filio 
Una cum spiritu sancto 
In sempiterna saecula. 



Collect. ms. Monasterii ss. Petri et Pauli Wissenburgensis saec. 9. 
Cod. Guelfenbyteran. 4150 (66 Weifsenburg) add. saec. 11. — Aus gleicher 
Quelle bei Milchsack I, 2. — Inhalt und Form stehen weit hinter jenen der 
vorhergehenden Johanneshymnen ziiriick. 



166. In ss. Iohanuis et Pauli 5DI. 



1. Gloria dignos colimus triumphos 
Sacrosanctorum venerando fratrum, 
Festa Iohannis pariterque Pauli 
Laude sonora. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De ss. Iolianne etPaulo. 189 



2. Qui beatorum probitate morum 
Orbe primatum retinendo summum 
Ambo praeclari micuere mundi 
Lumina cuncti. 



3. Voce iucundi, pietate magni, 
Spiritu casti, meritis probati, 
Pro fide passi meruere iungi 

Omnipotenti. 

4. Ante conspectum deitatis almum 
Nunc serenatae rutilant lucernae 
Nubibus caelum validi serenum 

Claudere totum. 



5. Hic potestatis vigor exstat illis, 
Ut poli celsas aperire portas 
Clavibus Hnguae valeant sacratae 

Perpeti iure. 

6. Mente devoti petimus fideli, 
Qui tibi tales placuere testes, 

Per preces horum miserere nostrum, 
Christe, per aevum. 

7. Gaudium vitae tribuas futurae 
Atque mansurum sine fine regnum 
Dando praesentis simul et perennis 

Xenia pacis. 

8. Gloriam pacis tibi pangat orbis, 
Ambitus caeli tibi psallat omnis, 
Qui Deus mundum regis universum 

Trinus et unus. 



Hymn. ms. Veronense(V) saec. 10 /n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). 
A. — Brev. ms. Schwarzacense saec. 13. Cod. Carolsruhan. Schw. 2. B. — 
Diurn. ms. Constantiense saec. 14. in. Cod. Turicen. Rhenov. 133. C. — 
Psalt. Diurn. et Hymn. ms. WormatienseO?) saec. (12. et) 14. Cod. Vindobonen. 
1226. D. — Diurn. ms. Murense saec. 14. Cod. Griesen. 49. E. — Antiphon. 
ms. Murense saec. 15. Cod. Griesen. 155. F. — Brev. ms. Sanblasianum 
saec. 14. Cod. Paulan. 25. 2. 34. (olim Sanblas. memb. 50). G. — Hymn. 
ms. Sanblasiannrn anni 1504. Cod. Paulan. 25. 1. 34. (olim Sanblas cart. 12). 
H. — Brev. ms. Augustanum sacc. 15. Cod. Augustan. VIII 0 27. I. — 
Brev. ms. SS. Udalrici et Afrae saec. 15. Cod. Augustan. fol. 45. K. — 
Brev. Wormatiense imps. s. 1. et a. L. — H und K sind nicht kollationiert. 

1, 1 triumphum A. — 1, 2 Sacra sanctorum F; veneranda D. — 1, 4 
Voee A; canora DGL. — 2, 2 Orbe privatum EF. — 2, 3 munere (statt 
micuere) B; cuncti (statt mundi) DL. — 2, 4 Limina D: mundi (statt cuncti) 
DL. — 3, 2 meritis probitati I. — 4, 2 Nunc serenae E, serinitate B, 



190 



Par.s I. llynmi antiqiiissimi saec. V.— XI. 



serenitatis F. — 4, 3 validum D, validis GL. — 5, 1 Hinc DL; pietatis 

A, protestatis F. —5,2 Ut illi poli celsas F. — 5, 3 valeant satagaref!) 

B. — 5, 4 Perpete EFI; vita (st. iure) B. — 6, 2 tibi fehlt B. — 6, 3 
miserere nostri I. — 7, 2 Atque fehlt B; mansuram E, mensurum D. — 
7, 3 simulque C. — 8, 1 Gloria D; Gloriam totus alle Quellen aufser B; ist 
gegen den Binnenreim. — 8, 2 Ambitu A; psallat omnis tibi I. — 

Wie in der 1. Strophe, so ist in allen folgenden der Binnenreim (Assonauz) 
gewahrt; aufserdem reimt in allen Strophen mit Ausnahme der 1. Str. jeder 
4. Vers mit dem dritten. — Ursprung scheinbar in Deutschland. — Ob nicht 
vielleicht von Notker Physicus, dessen Hymnus (Xr. 186) ganz deu gleichen 
Bau, Reimart, Strophenzahl usw. aufweist? Allerdings sollte man dann den 
Hymnus nicht in St. Galler Quellen vermissen, wenngleich zu beachten ist, 
dafs in St. Gallen Quellen waren, die jetzt nicht mehr fliefsen. 



167. In sanctae Iulianae Yirg. et Mart. 

Ad P r o ce s s io n e m. 

R. lubilemus Christo regi et Iulianae virgini. 



Alma virgo, sponsa regis, 

Iuliana, nobilis, 
Te elegit, qui plasmavit, 

quando mundum condidit. 

Tota pulchra es, amica, 

sine naevi macula 
Et decora ac praeclara 

summi regis famula. 



4. 



Sunt pollutae manus nostrae 
omni prorsus crimine; 

His, precamur, ut preceris 
nos absolvi vinculis, 

Quo sanctorum sancta simus 
digni puris sensibus 

Introire et tractare 
membra sacratissima. 



Rit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 10. Chu. Monacen. 17027. — 
Nach jeder Strophe wird der Rundreini (R) wiederholt. — Zu vergleichen ist 
der Hymnus gleichen Anfangs in Anal. Hymn. IV, 69 ; dort angewendet auf 
Agapitus. Ebendort heifst es im Rundreim : „et 31ariae virgini" ; ebenso 
1, 2 „0 Maria nobilis"; nnd als 5. Strophe folgt noch die 1. Strophe des 
gleich folgenden Hymnus. — Jedenfalls pafst „Mariae" besser in den Rund- 

reim als das viersilbige „Iulianae", es sei denn, dafs man „Iuljanae" (drei- 

silbig) lese, in welchem Falle 1, 2 „0 Iuliana" zu lesen ware (Elision bei 

„regi et" ist nicht anzunehmen, da Sfters (l, 3; 2, 1; 2, 3; 4, 3) ein Hiatus 
vorkommt. — Auch der Inhalt pafst ungleich mehr auf die Gottesmutter. — 
Vgl. die beiden folgenden Hymnen und besonders die Schlufsnote zu dem 
zweiten. — Uberschrift : „Versus de saucta Iuliana". 



168. In sanctae Iulianae Virg. et Mart. 

Ad Processionem. 

R. Iubilemus Christo regi et Iulianae virgini. 



1. Surge, sancta Iuliana, 
mansione propria 
Et praecede coram plebe 
iter mirne gloriae. 



2. Libens perge sacrans loca 
plebem atque protege 
Sisque nobis et benigna 
ac oratrix optima. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Iuliana. 101 



Gratulentur contiuentes 
omnis sexus ordines, 

Concinentes una voce 
canticum laetitiae. 



4. Esto fortis fautrix cunctis, 
sanis atque languidis, 
Ut laudetur nomen Christi 
aevo cuncto saeculi. 



Rit. et Hynin. ms. Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen. 17027. — 
1, 3 procede. — Der Rundreim (R) nach jeder Strophe wiederholt. — Uber- 
schrift ,,Alii" sc. „Versus de sancta Iuliana"; vgl. vorhergehenden Hymnus 
und Bemerkung zum folgenden. — Dieser und der vorausgehende Prozessions- 
hymnus sind in der Hs. ohne Melodie eingetragen. Mone (III, 345) hat beide 
zu einem verbunden. 



165). In sanctae Iulianae Virg. et Mart. 

Ad Processionem. 

R. Eia, fratres, celebremus 
purae mentis vocibus 
Caelos supra exaltatae 
virginis praeconia. 



1. Ave, virgo, angelorum 

consors mille milium 
Sociata et bis senis 
viris apostolicis. 

2. Tu concivis prophetarum 

et coheres martyrum, 
Grata choris confessorum 
sanctarumque virginum. 

3. His coniuncta semper fave 

sancto sublevamine 
Intercedens pro commisso 
omnium piaculo. 



4. Te precante regem regum 

sentiamus placidum 
Iudicemque saeculorum 
indultorem criminum. 

5. Quando venis praeparatum 

locum ad sanctissimum, 
Sis precatrix prompta cunctis 
temporum curriculis. 

6. Per te summae trinitati 

sit perennis gloria 
Nunc et semper et per cuncta 
saeculorum saecula. 



Rit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen. 17027. — ■ 
Mit Melodie. — Refrain (R) nach jeder Strophe. — Titel: „Alii" sc. Versus 
de s. Iuliana". — Es liifst sich schwer die Vermutung zuruckweisen, dafs 
nicht nur die beiden vorausgehenden Hymnen, sondern auch dieser ursprunglich 
auf die Gottesmutter Maria, vorliegender speziell fiir das Fest ihrer Himmel- 
fahrt gedichtet waren und dann auf Iuliana angewendet wurden. Mone 
(III, 345) meint, „dieses Lied ist fiir eine Kirche gemacht , deren Patronin 
Juliana war u ; er hatte den Namen der Kirche beifiigen konnen, wenn er 
die Eintragung in Clm. Monacen. 17072 gefunden hatte: „Iste liber est 
sanctorum martyrum Dionysii episcopi et Iulianae virginis, patronorum 
monasterii Scheftlarn." 



192 



Pars I. Hynnii aatiqaissimi saec. V. — XI. 



170. In sancti Iuliani Brivatensis. 



1. Christe, corona martyrum, 
Victoria credentium, 
Ante mundi principium 
Atque post finem teraporum, 

2. Te Iulianus coluit, 
Morte vitam promeruit, 
Lictoribus fit obvius, 
Caput subdit intrepidus. 

3. Cervix secta per frameam 
Donat gloriae palmulam, 
Unda subfusus sanguiuis 
Semper regnat cum angelis. 

4. Mulier paralytica, 
Contractus in dominica, 
Caecus, surdus, mutus quoque 
Tanto curantur martyre. 



5. Per te, Christe. quom plurima 
Hic fecit mirabilia; 

Laus per orbem effloruit, 
Spes multa crevit miseris. 

6. Hic Vienna progenitus, 
Arvernis martyr inclitus, 
Aedem quam gratam monachis 
Translatus habet Turonis. 

7. Ibi quoque mirificus 
Miraculis comprobatur 
Cotidieque cernitur 
Civis esse angelicus. 

8. Sit gloria Deo patri 
Eiusque soli filio 

Et sancto laus spiritui 
In saeculorum saecula. 



Collect. ms. diversae originis saec. 9 — 16. Cod. Vatican. Eeg. 314. add. 
saec. 10. — 4, 2 Vielleicht : Contractus, daemoniaca? Oder „in dominica" 
zu verbinden mit „curantur"? — Aus gleicher Quelle bei Mai, Novae PP. 
bibliothecae I. II, 206. Mai liest 7, 2: Comprobatur miraculis, wodurch 
der Reim zerstort wird. — Kev. H. M. Bannister besorgte giitigst die 
Kollation. 

171. Iu sancti Laudberti. 

Hymnus Hucbaldi(?). 

1. Fulges salvifico nomine, martyr, 
Custos ecclesiae pastor et alme, 
Munis atque regis quam vice Petri, 
0 Landberte, gerens proelia Christi. 

2. Defensor patriam climatis huius 
Compsisti rosei sanguinis undis, 
Hanc ut caeligenis iungere possis, 
Tempus cum fuerit currere caelis. 

3. Tu nos a vitiis carne coactis 
Ac vinclis pariter solve malignis 
Deposcens Dominum, quo regat aptos 
Nos et laetificet pace potitos. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Laurentio. 193 



4. Hoc largire, pater luminis omnis, 
Natum per proprium, tiamine sancto, 
Qui tecum nitida vivit in aethra 
Regnans ac moderans saecula cuncta. 

Sanctor. ms. incert. origin. saec. 10. Cod. Bruxellen. 14650 — 659 (3236). 
A. — Cod. Londinen. Add. 18627 (olim Stabulensis) saec. ,0 /n. B. — 1, 2 
almae B. — 3, 3 qui A 1 . — 4, 1 sqq. fehlen A (ein Blatt ausgeschnitten). 

— 4, 3 vivida vivit B ; „vivida" verstofst gegen das Metrum, weshalb Winter- 
feJd (Poet. lat. med. aevi IV. I, 157) „liquida" empfiehlt; die richtige Lesart 
„nitida" bietet indessen die ganz gleichlautende Doxologie zum Marien- 
Hymnus „0 quam glorifica Juce coruscas" (Nr. 126). — Titel: „Hymnum 
sancti Landberti" AB. — Die Lesarten beider Hss. entnahm ich der 
Publikation Winterfelds. (1. c.) — Vgl. Jos. Demarteau , Vie de saint 
Lambert . . . Liege 1878; derselbe sucht Hucbald von St. Amand als 
Verfasser der Vita metrica des hl. Lambert (mitgeteilt auch von Winterfeld 
1. c. pag. 143 sqq.) zu erweisen. Stimmt man ihm bei , dann ist Hucbald 
wohl auch Verfasser des vorstehenden Hymnus. Man braucht iiberdies 
letzteren nur mit dem Hyninus „ExsuJtet Domino mente serena u (Anal. Hymn. 
XIX, 260), der Hucbald zugeschrieben wird, zu vergleichen, um beide Hymnen 
als das Werk des qjeiclien Dichters zu erkennen. Eines stiitzt So das andere. 

— Dann aber aucli fallt ein neues Licht auf den Marien-Hymnus „0 quam 
glorifica luce coruscas" (Nr. 126); er hat gleichen metrischen Bau, gleichen 
Stil, gleiche Strophenzahl wie der vorstehende Lambertus-Hymnus , und die 
Doxologie ist beiden gemeinsam. Aucli das Alter der Quellen verweist 
seine Entstehung in die Zeit Hucbalds. — ■ Hier miissen einstweilen diese 
Andeutungen geniigen. 

Das „salvificum nomen" (1, 1) und der Titel „defensor patriae" (2, 1) 
erhalten ihre Erkliirung durch Vers 58 sqq. der Vita metrica, wo es heifst, 
der Heilige sei Dandbert genannt „praesaga voce", niimlich „patriae defensor 
ut esset". Land-Berd bedeutet namlich eine Lanze, Stange (berd) zur Ver- 
teidigung des Landes. 



172. In saucti Laurentii. 

1. Martyris Christi colimus triumphum, 
Annuum tempus venerando cuius 
Cernua vocis prece iam rotundus 

Orbis adorat. 

2. Pontifex Xystus monuit ministrum 
Fixus in ligno crucis : „Exsequeris 
Me cito, poenam patiendo magnam 

Ibis ad astra". 

3. Tortor iratus petit ut talenti 
Pondus ignoti manifestct omne 
Mente vesana cupiens vorare 

Aurea lucra. 

Blume, Thesauri hymnologici Hymnarium, 13 



194 



Pars L Hymni antiriuissimi saec. V. — XI. 



4. Sprevit hic mundi peritura dona, 
Fert opem nudis, alimenta claudis, 
Dividit nummos miseris catervis 

Corde flagranti. 

5. Igne torquetur, stabili tenore 
Cordis accensus superat minaces 
Ignium flammas in amore vitae 

Semper opimae. 

G. Uritur postquam latus omne testis, 
„Verte" praefecto loquitur iocando 
„Corporis partem laniaudo coctam 
Dentibus atris." 

7. Spiritum sumpsit cborus angelorum, 
Intulit caelo pie laureandum, 

Ut scelus lavet hominum, precando 
Omnipotentem. 

8. Supplici voto rogitamus omnes, 
Sancte Laurenti, veniam preceris, 
Qui tuum festum celebrant ubique 

Voce vel actu. 

9. Gloriam patri resonemus omnes 
Eius et nato iubilemus apte, 

Cum quibus regnat simul et creator 
Spiritus almus. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Hymn. ms. 
Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. B. — Hymn. ms. 
Severinianum saec. ,0 /n. Cod. Vatican. 7172. C. — Psalt. et Hymn. ms. 
Farfense saec. ,0 /n. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). D. — Hymn. 
ms. Farfense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Rhenov. 91. E. — Brev. ms. Farfense 
saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. F. — Hymn. ms. Veronense saec. 10 /u. 
Cod. Capit. Veronen. CIX (102). G. — Psalt. et Hymn. ms. S. Sophiae 
Beneventanae saec. 11. Cod. Neapolit. VI E 43. H. — Psalt. et Hymn. ms. 
Monasticum saec. 12. in. Cod. Capit. S. Petri in Vaticano D 156. I. — 
Psalt. et Hymn. ms. Mosacense saec. 12 /is. Cod. Archiep. Utinen. fol. 18. 
K. — Diurn. ms. Sublacense saec. 15. Cod. Roman. Alexandrin. 234. L. 

Hymn. ms. Campidunense saec. 10 /u. Cod. Turicen. Rhen. 83. M. — 
Hymn. ms. Rhenoviense saec. 10. Cod. Turicen. Rhen. 111. add. saec. M /i«. 
N. — Hymn. et Sequent. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. 
theol. IV» 25. O. — Brev. ms. Zwifeldense saec. 12. in. Cod. Stuttgardien. 
Brev. 98. P. — Brev. ms. Glunicense saec. 12. Cod. Lincen. r p 19. Pa. — 
Psalt. et Hymn. ms. Wingartense saec. 12. Cod. Fulden. Aa 57. — Brev. 
ms. Schaffhusiense saec. 14. Cod. Turicen. Rhen. 133. R. — Brev. ms. S. 
Nicolai Pataviensis saec. 14 /i5. Clm. Monacen. 16146. Ra. — Hymn. ms. 
Cellae s. Mariae in Austria saec. 15. Cod. Campolilien. 15. S. — Brev. ms. 



II. De Sanetis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Marco. 195 



Lunaelacense saec. 15. Cod. Vindobonen. 1918. T. — Brev. ms. Constantiense 
saec. 15. Cod. Stuttgardien. Brev. 101. U. 

Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense (?) saec. ,0 /n. Cod. Londinen. Add. 
37 517. X. — Hymn. ms. Anglosaxonicum fMonasticum) saec. 11. in. Cod. 
Londinen. Vesp. D XII. Y. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. 
Dunelmen. B HI 32. Z. — HKPaQRaSX sind nicht kollationiert.. 

1 , 1 canimus triumphum T. — 1,2 veneranda E. — 1,3 Cernua voce 
BDFLTU, votis AR; precem B. — 1, 4 adoret MN. — 2, 1 Sixtus EILTU, 
Xixtus O, Syxtus PRYZ. — 2,2 Fixum B; si sequeris DFI, hoc sequeris 
L. — 2, 3 poena E; magna E. — 3, 1 Doctor R. — 3, 2 manifestat F'M 
N. — 4, 2 clausis E. — 4, 4 fraglanti F 2 . — 5, 2 supera B ; micantis T. — 
5, 3 sqq. bis Schlufs fehlt (Blatt ausgerissen) O. — 5, 3 in amore vitae 
fehlt B. — 5, 4 opi[mae] B. — 6, 1 Oritur R; Uritur post haec YZ. — 6, 2 
Vera B, Ferte GMN ; iocunde FUYZ iucundo G, iucunde ABCDILO. — 6, 3 
laniendo MN. — 6, 4 acris T. — 7, 2 laureando MN, laureatum R. — 7, 3 
laxet PR. — 7, 4 Omne per aevum B. — 8, 1 vota C; rogitemus MNPRIUYZ. — 
8, 4 Corde vel T. — 9, 1 Glori.i BCMN. — 9, 3 regnas MNU ; quibus sanctus 
simul T. — 9, 4 alme EMN 2 ; Spiritus regnat T. 

Beachtenswert ist, dafs Frankreich durch keine Quelle vertreten er- 
scheint; auch im Repert. Hymnol. (Nr. 11268) sind, abgesehen von C u. G, 
nur deutsche Quellen des 15. u. 16. Jahrh. vermerkt. — Der Hymnus stammt 
wohl aus Italien. 



173. In Nativitate sancti Marci. 



1. Festum beati martyris, 
Evangelistae nobilis, 



Dignis colentes laudibus 
Laetis canamus vocibus. 



5. Spargens anhelanter sacra 
Verbi salubris spermata 
Christi libens pro nomine 
Fuso necatur sanguine. 



2. Hunc in quaternis vultibus 
Propheta quondam providus 
Signavit, hunc notarium 
Mysteriarches inclitum. 



6. Cuius benignus et potens, 
Nostrae saluti consulens, 
Christus sacrato corpore 
Compsit solum Germaniae 



3. Missus superno numine 
Fines in Alexandriae 
Christum revelans incolis 
Ligatur antro carceris. 



7. Laetare, felix Augia, 
Honore tanto praedita, 
Sinu locatum confovens, 
Caelo patronum quem tenes. 



4. Salvator optatissimum 
Hic visitans apostolum 
Evangelistam dulcius 
Dictis salutat mitibus. 



8. 0 Marce, martyr fulgide, 
Dei potens apostole, 
Nos Suevienses incolas 
Pio favore protegas. 



9. Summo patri sit gloria 
Eiusque proli maxima, 
Laudetur et paraclitus 
In sempiterna saecula. 



Hymn. ms. Campidunense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Rhen. 83. A. — 
Brev. ms. Zwifeldense saec. 15. Cod. Carolsruhan. Aug. CCLXII. B. — 

13* 



196 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



Scheinbar eine wenngleich alte Uberarbeitung des Hymnus gleichen Anfanges 
(Anal. Hymn. XIV, 77). — 1,4 sonemus B. — 3, 1 munere B. — 4 , 3 
Evangelista A. — 5, 2 salubris dogmata B. — 6, 3 Christi A. — 7, 3 sq. 
Vor „Sinu" ist der Schlufs von 7, 4 „quem tenes" gestellt; also: Quem 
tenes simi locatum confovens caelo patronum. A. — Str. 9 lautet in B: 
Gloria tibi Domine | Qui surrexisti. 



174. In s. Mariae Magdalenae. 



1. lesu Christe, auctor vitae, 
qui iu tuo sanguine 
Peccatnm lavisti Adae, 
Mariae Magdalenae 
Tribuisti salutarem 
fructum paenitentiae. 



2. Pretiosam margaritam 

stellamque clarissimam 
Eam locasti in arce 

uranicae curiae. 
Ut esset evidens tuae 
exemplum clementiae. 



3. Interventu ergo eius 
sis nobis propitius 

Ac nostra dele peccata 
et da vitae gaudia, 

Qui regnas cum Deo patre 
et spiritu compare. 



Hymn. ms. Veronense (?) saec. u '/n. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). 
A. — Brev. ms. Secovien.se (Monial.) saec. u /ig. Cod. Graecen. 770. B. — 
Hymn. ms. Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhen. 129. C. — Trop. 
et Hymn. ms. Rhenoviense ('? Sangallense) .saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 
97. add. saec. 12. ex. D. — Psalt. et Hymn. ms. Benedictinum saec. 12. Cod. 
Archiep. Utiuen. fol. 14. E. — Brev. ms. Pruvningense saec. 12. Clm. 
Monacen. 23 037. F. — Diurn. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 12. Clm. 
Monacen. 17 024. G. — Trop. ms. Tegurinum saec. 11 Cod. Londinen. Add. 
19 768 (Pars II.) add. sacc. n /i2. H. — Brev. ms. Zwifeldense saec. 12. C<>d. 
Stuttgardien. Brev. 98. I. — Hymn. ms. Germanicum saec. 12. Cod. Londinen. 
Add. 18301 K. — Matutin. ms. Admontense anni 1180. Cod. Admonten. 18. 
L. — Hymn. et Sepent. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. 
theol. IV 0 25. add. saec. 13. M. — Brev. ms. Gengibacense saec. 13. Cod. 
Carolsruhan. Geo. 22. N. — Brev. ms. Schwarzacense saec. 13. Cod. 
Carolsruhan. Schw. 2. O. — Brev. ms. Lambacense saec. 13 /i4. Cod. Lambacen. 
CLXXVII. P. — Collectan. ms. Aspacense saec. (13. et) 14. in. Clm. 
Monacen. 3215. Q. — Brev. ms. Emmeramense saec. ,3 /i4. Clm. Monacen. 
14741. R. — Brev. ms. S. Georgii Pragensis saec. 14. in. Cod. Pragen. 
VII G 7. S. — Collectan. ms. Sermonum et Hymnorum Pataviense saec. 14. 
Cod. Gottwicen. 161. T. — Brev. ms. Teplense anni 1353. Cod. Pragen. 
VII F 23. U. — Brev. ms. Florianum saec. (13. et) 14. Cod. Florian. 384. 
X. — Brev. ms. Ilminense anni 1437. Clm. Monacen. 7391. Y. — Brev. ms. 
Iohannis plebani in Richnow Bohemicali anni 1485. Z. 

Ferner in folgenden Quelleu: Brev. ms. Murbacense saec. 13. Cod. 
Colmarien. 36. — Psalt. et Hymn. ms. Ostroviense anni 1174. Cod. Capit. 
Pragen. A 57. add. saec 14. in. — Viat. ms. Iohannis Noviforensis saec. 14. 
Cod. Mus. Bohem. XIII A 12. — Brev. ms. Pragense saec. 14. Cod. Mus. 
Bohem. XIII F XIV. — Diurn. ms. Benedictinum Bavaricum saec. 14. Cod. 
Altovaden. X. — Psalt. et Hymn. ms. Portae Mariae V. in Axpach saec. 14. 
Cod. Vindobonen. 1877. — Brev. ms. Maguntinum saec. 14. Cod. Capit. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanetis Proprii. De s. Magdalena. 197 



Schaffuaburgen. 64. — Brev. ms. Ducumburgense anni 1451. Cod. 
Ducumburgen. 67. — Brev. ms. Trebonense saec. 15. Cod. Pragen. VI F 
12. — Dium. ms. S. Mariae Magdalenae Vindobonensis saec. 15. Cod. 
Vindobonen. 2035. — Psalt. ms. Thirnsteinense saec. 15. Cod. Florian. XI 
407. — Brev. ms. S. Michaelis Hildeshemensis saec. 15. (Privatbesitz). — 
Brev. ms. S. Thiofridi saec. 15. Cod. Luxemburgen. 24 (117). — Diurn. ms. 
Benedictinum Suecicum saec. 15. Cod. Upsalen. C 477. — Auch die ge- 
druckten Breviere des 15. u. 16. Jahrhunderts, welche im Repert. Hymnol. 
(Nr. 9469) namhaft gemacht sind, verweisen auf deutsche Diozesen , unter 
ihnen Strafsburg, Worms u. Speier; dazu kommen Brev. Arosiense impr. 1513 
und Brev. Lundense impr. 1517. 

1, 3 lavasti CD. — 1,4 Mariae Aegyptiacae MY, Martyri hiae Afrae 
I 2 , Afrae beatissimae G 2 ; im Brev. Augustense impr. Augustae Vindelic. 
1493 heifst es: „vel «EJisabeth viduae» vel «Anastasiae viduae>". (Danach 
erklaren sich die Nummeru 9466 — 9469 im Repert. Hymnol.). — 1,5 salu- 
tare DM. — 3, 1 sit M. — 3, 4 vitae praemia M. 

M. Pellechet (Eibliogr. Liturgique [1883], 342) teilt einen Hymnus 
gleichen Anfanges aus Cod. Sangallen. 415 (= Officia ms. Constantiensia 
saec. 15.) mit : der Hymnus ist eine weitlaufige Paraphrase unseres Hymnus 
in Prosa, ahnlich den Paraphrasen im Cod. Londinen. Iul. A 6. 

Angesichts der Quellen ist wohl Deidschland die Ursprungsstatte uuseres 
Hymnus zu nennen. 



17.). In s. Mariae Magdalenae. 



1. Votiva cunctis orbita 
Lucis triumphat gratia, 
Qua scandit astra vernula, 
Maria, Christi fulgida. 

2. Calcans beata luridam 
Saecli ruentis macbinam 
Ardore sancti spiritus 
Ignes subegit lubricos. 



3. Haec sacras Iesu lacrimis 
Plantas rigavit intimis, 
Tersit capillis osculans, 
Mentis tenebras expians. 

4. Te quaesumus, gratissimam 
Deposce nobis veniam, 
Caelestis aulae tinnulis 
Quo perfruamur organis. 



5. Salve, beata trinitas, 
Perenni manens gaudio, 
Iuva, creatrix, saeculum 
Quae regnas in perpetuum. 

A — GILNPRSUXZ = Quellen des vorhergehenden Hymnus. — Aufserdem: 
Psalter. et Hymn. ms. Walcidorense saec. u /i2. Clm. Monacen. 13067. a. 
— Brev. ms. S. Petri Salisburgensis saec. 12. Cod. Petrin. a V 24. b- — 
Brev. ms. Secoviense saec. 12. Cod. Graeeen. 1550. c. — Psalt. et Oration. 
ms. Secoviense saec. 12. Cod. Graecen. 1202. d. — Brev. ms. Secoviense 
saec. 14. in. Cod. Graecen. 789. e. — Brev. ms. Aquilegiense saec. 12 /i3. 
Cod. Civitaten. XCI (36) f. — Brev. ms. Aquilegiense saec. 13 /u. Cod. S. 
Danielis 166. g. — Brev. ms. Pataviense (?) saec. 13. Cod. Hilarien. 111. h. 

Antiphon. ms. Eduense saec. 13. in. Cod. Semin. Eduen. 151 *. i. — 
Antiphon. ms. Eduense saec. 13 /i4. Cod. Semin. Eduen. s. n. k. — Brev. 
ms. Eduense saec. 15. Cod. Carpentoracten. 78. 1. — Brev. ms. Iotrense 



"198 Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

(Meldenae) saec. 13. Cod. Parisin. 750. m. — Brev. ms. Sollemniaeense 
saec. 13. Cod. Londinen. Harl. 2928. n. — Brev. ms. Catalaunense saec. 
14. (et 15.) Cod. Spinalien. 170 (80). 0. — Brev. ms. Belneuse saec. 15. 
Cod. Divionen. 112. p. — Brev. ms. Aniciense saec. 15. Cod. Parisin. 
Arsen. 277. (|. — Brev. ms. Ebroicense saec. 15. Cod. Ebroicen. 12. r. — 
Brev. Vapincense imp. s. L 1499. s. — Brev. ms. Eomaxici Montis anni 1585. 
Cod. Spinalien. 164. (77). t. 

1, 3 venulaf!) S. — 1, 4 Maria rel Afra Christi G, Barbara Christi S. 

— 2, 1 beatam A ; lurida h ni, beatam lucidam q, beata lueida 8. — 2, 2 
Tecli tuentes maximal!) S; ruentis gloriatn q; machina D. — 2, 4 Igne s. 

— Str. 3 u. 4 fehlen C. — 3, 1 sacros a f g; Iesus h. — 3, 2 Pedes a f g. 

— Statt Str. 3 in s: 

Iam Christus, sponsus virginum I Hanc admisit ad gloriam, 
Quia deceptu daemonum | Obtinuit victoriam. 

4, 1 gratissima C h S. — 4, 2 Exposce m; clemens (statt nobis) DFI a d 
f g h 1 m p q S — 4, 3 Caelestis aure g; aulae stimulis m, aulae gaudiis 
q, aulae famulis s. — 4, 4 Quae Z; perfruamur splendidis q, perftnamur 
largius g. — 5, 1 Salva DZ; Perenne manens gaudium a. — 5, 3 creatrix 
unitas g, creatrix omnium a, creatrix saeculi AEFGZ; saeculum fehlt D. — 

5, 4 Qui AE; Nunc et per omne saeculum g. — In f lautet die Doxologie : 
Praesta pater piissime; in 1 p q S: 

Regi superno gloria | Deo patri cum filio etc. 

Letzteres ist die Doxologie zum Magdalena-Hymnus „PIaudat polorwm 
laudibus" (Anal. Hyrnn. XII, 172). Die Anfangsstrophe „Plaudat polorum" 
ist in m zwischen die 4. u. 5. Strophe eingeschoben. — i n O r t sind 
nicht kollationiert. 

Im Breviar. Havelsbergense imp. Lipsiae 1518 ist nach Auslassung der 

I. Strophe der vorstehende Hymnus auf „Conversio b. Magdalenae" an- 
gewendet, beginnt also mit „Calcans beata htridam". — In den Offic. ms. 
Constantien. saec. 15. Cod. Sangallen. 415 (die Texte, wie beim vorher- 
gehenden Hymnus schon bemerkt wurde, sind durchweg unbrauchbar) wurde 
der Hyninus auf Martlia adaptiert und dabei Str. 2 u. 3 unterdriickt. — 
Die Adaptierung nebst Erweiterung (durch zwei Strophen) auf Marius s. 
Anal. Hymn. XIX, 202. — Hiernach beurteile man die Nr. 22176—22182 
in Chevaliers Repert. Hymnol. 

Im ubrigen bekundet die Quellenliste des Repert. Hymnol. (Nr. 22180) 
und die ungleich grofsere Zahl der hier verwendeten oder bezeichneten 
handschriftlichen Quellen, dafs dieser Magdalenen-Hymnus im Gegensatz 
zum vorhergehenden ein Gemeingut der verschiedensten Liinder wurde. — 
M. Pellechet (1. c, pag. 372) nennt als alte Quelle ein Passionale ms. saec. 

II. Cod. Parisin. Mazarine 1319, das ich nicht eingesehen habe. 



176. In s. Martini Turonensis Ep. 



1. Bcllator armis inclitus, 
Martinus, actu nobilis 
Quae gesserit miraculis, 
Hymnis canamus debitis. 

2. Qui frigoris sub tempore 
l)um chlamyde nudum tegit, 
Mox Christus ipsa. quam dedit, 
Se veste tectum prodidit. 



3. Tres arte sancta pallidos 
Resuscitavit mortuos. 

De febre cathecuminum 
Et alterum suspendio. 

4. Orationis ambitu 

Latro sepultus proditur; 
Qua non cadebat inipetu, 
Pinus reflexa ducitur. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Martino. 190 



5. Profana dum succenderet, 
Aere fiammam reppulit, 
Quo extincta suut incendia, 
Imbris fuit praesentia. 



7. Pacem leproso dans viro 
Sordes fugavit ulcerum 



Et, quod lavaret morbidum 



Iordanis, est in osculo. 



6. Humore de paralysi 



Curat puellam debilem, 
Morbique rasit fomitem 
Sancti liquoris unguine. 



8. Hisdem per orbem cognitis 
Ingentibus miraculis 
Possessor alti spiritus 
Nunc regnat in caelestibus. 



Martyrol. et Hymn. ms. Modoetinum(?) saec. 9. Cod. Capit. Veronen. 
XC (85). A. — Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 
83. B. — Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. 
C. — Brev. ms. Ambrosianum saec. 11. Cod. Modoetin. C 14/121. D. — Brev. 
ms. Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Mediolanen. 155. E. — Psalt. 
et Hymn. ms. S. Iacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. F. — Hymn. 
ms. Farfense saec. 10 /u. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). G. — Hymn. 
ms. Farfense saec. 10 /u. Cod. Turicen. Rhen. 91. H. — Brev. ms. Farfense 
saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. I. 

Hymn. ms. Monasterii Parisiensis saec. 12. Cod. Colmarien. 442. K. — 
Brev. ms. Hilariense saec. 13. Cod. Hilarien. 114. L. — Brev. ms. Alris- 
pacense saec. 13 /u. Clm. Monacen. 2642. M. — Rit. et Hymn. ms. Cister- 
ciense saec. 14. in. Clm. Monacen. 4323. N. — Hymn. ms. Altovadense 
saec. 13 /i4. Cod. Altovaden. LXVII. O. — Antiphon. ms. Sanctae Coronae 
saec. 13. Cod. Pragen. XII C 7 a. add. saec. 14. P. — Diurn. ms. Cister- 
ciense saec. 14. Cod. Admonten. 876 a. Q. — Brev. ms. Monasteriense Vallis 
Gregorianae saec. 13. Cod. Colmarien. 377. R. — DFOPQ sind nicht kolia- 
tioniert. 

1, 1 inclidus A, inclitis I 2 . — 1,2 actum novile A, actus H, actis I 1 . 

— 1, 3 Quos HI 1 ; iesseris A, gesseris H, gesserat G; miracula EG. — 1, 4 
debitas H. — 2, 1 frigore A. — 2, 2 clamidem A, chlamidem HI 1 . — 2, 3 
Christi ipsa concidit A, Christo ipsam concidit BCE, Christo ipsam (ipsa I 1 .) 
concedit HI 1 , quam scidit I 2 KLMNR; (scidit und concedit ist gegen das 
Metrum , da die vorletzte Silbe jeden Verses immer kurz ist; die iibrigen 
Lesarten ergeben meines Erachtens keinen Sinn ; daher erschien die Lesart 
von G als die richtigere anzunehmen). — 2, 4 tecta prodedit A. — 3, 1 artis 
A. — 3, 3 catecuminus A. — 4, 3 Quam A, Quae non HI 1 , Quae iam GI 2 ; 
Qna nunc R ; „Wohin (Qua) die Pinie nicht auf den Hieb fiel, dorthin [durch 
das Gebet] zuriickgedrangt etc." ; impetum A. — Nach Str. 4 Divisio KLMNR. 

— 5,1 Profana tum A, cum H; suecenderat HL, succendere A. — 5, 2 
Aerem flamma A, Ad esse G, Adesse HI, In aera KLMNR; flamma GI; viel- 
leicht ist „Adesse" (= Das „Anwesend sein", die Anwesenheit des Heiligen) 
das Richtige; sonst „Aere" wohl = „Durch einen Lufthauch" '? — - 5, 3 Quod 
AI, Quos H; sunt fehlt GI. — 5, 4 Imber A, Imbri E, Irnbre GHI. — 6, 1 
Tumore M; paralysis GHI. — 6, 2 Curam puellam debile A; puellam nobilem 
GI 2 . — 6, 3 Morbisque BC; Morbi querat sit I; formidem A. — 6, 4 ligore 
sanguinem A, liquore sanguinis GI, loquore spiritus H. — 7, 1 lebrosus dans 
vero(!) A. — 7,2 Surdi A, Sordis GI a , Statim fugavit HI 1 ; ulcera GHI. — 
7, 3 Et quasi lavans HI l , Et quos lavabat GI 2 ; lavare A ; morbidos GHI 2 KLMNR. 

— Zum Verstandnis von 7 , 3 u. 4 vgl. Venantius Fortunatus in seiner 
metrischen Vita Martini : „Quod Iordanes habet, sanctus ab ore dedit" ; also : 
[Illud] Iordanis, quod lavaret morbidum, est in osculo [Martini]." — 8, 1 
Iste A, Hisce G, His et EHIKLMNR; orbem conditus A. — 8, 3 actu spiritu 
A, ahni spiritus KL. — • 8, 4 caelestia A. — Als Doxologie fiigen GHI bei : 



200 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



Deo patri sit |gloria]; K: Gloria; E vollstiindig : Gloria tibi Domine j Gloria 
unigenito | Una cum sancto spiritu | In sempiterna saecula. — Titel in A : 
„Hymnum sancti Martini" , in BC „Hymnus sancti Martini." 

Auch liier, wie schon ofter, ist die interessante Beobachtung zu machen, 
wie ein Alt-Mailandischer Hymnus iu die Cistercienser Breviere Aufnahme 
fand. — Die Kollation von A, welclie ich bei meinem Aufenthalt in Verona 
iibersehen hatte, besorgte giitigst Msg. A. Spagnolo, Praefect der Bibl. Capi- 
tolare. 



177. In s. Martini Martii Ereniitae. 

Hymnus Petri Diaconi. 

Vocibus organicis Martino psallite patri, 
Hunc laudate, chori, vocibus organicis. 
Practica despiciens hic vitara duxit honestam, 
Hic fuit et prudens, practica despiciens. 
5 Carnea membra nimis spiratus mente domavit, 
Affligebat enim carnea membra nimis. 
Montis erat loculus loculo felicior omni, 
Quo fuit inclusus ; montis erat loculus. 
„Alter amicus erit" tunc sic diviuitus audit; 
10 „His tu parce locis. alter amicus erit. 

Sedibus atque locis maneat Benedictus in istis, 

Se retinebit in his sedibus atque locis. 
Marsicus est quoque mons, quo tu prnperare iuberis, 
Quo figes gressum, Marsicus est quoque mons." 
15 Marsica iuga subit Martinus sic quoque montis, 
Angelicis monitis Marsica iuga subit. 
Rupis in exiguo sic demum se locat antro 

Coniunctus Domino rupis in exiguo. 
Tumque pedem religans ferro duraque catena, 
20 Ut se constringat tumque pedem religans. 
Ire catena vetat; sic te, Martine coerces 

Igne Dei fervens ; ire catena vetat. 
Sed pater ipse pius dum percipit haec Benedictus, 
Solvere vincla iubet sed pater ipse pius. 
25 „Vincula iunge tibi non ferri, sed mage Chrisli, 
Constantis fidei vincula iunge tibi." 
Tum patris imperio Benedicti vincula sohit, 

Se solvit ferro tum patris imperio. 
0 pie vir Domini, solvisti vincula ferri, 
30 Vincla Dei iungis, o pie vir Domini. 

Vipera te refugit, dum dextram porrigis ori. 

Stas, oras, psallis, vipera te refugit. 
Tu, decus eximiura. vincis, Martine, colubrum 
Et vincis zabulum, tu decus eximium. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Martino Martio. 201 



35 Spiritus ipse Dei sed per iuga Marsica montis 
Tale malum deicit spiritus ipse Dei. 
Suscipe, magne pater, pro tantis suscipe laudes, 

Psallimus has voces, suscipe, magne pater. 
Noxia cuncta tuis precibus depelle famellis, 
40 Absistant famulis noxia cuncta tuis. 
Dives in angelicis nos dites coetibus ipsis, 

Turmis laetaris, dives in angelicis. 
Pauper in orbe Deo meruisti iungier ipse, 
Regnans cum Christo pauper in orbe Deo. 
45 Nos quoque tu facias conscendere caelica regna, 
Vivere mente pia nos quoque tu facias. 
Fers specimen generis pulchrum. Martine beate, 
Practica dum spernis, fers specimen generis. 
Dulce decus nimium nobis, Martine, supremum 
50 Adquiras regnura, dulce decus nimium. 

En, tibi, sancte, chorus monachorum concrepat almus, 

Concinit hos cantus, en, tibi, sancte, chorus. 
Vocibus et modulis tibi clerus hic quoque psallit, 
Proclamant pueri vocibus et modulis. 
55 Tuque Deum rogita cunctis his parcere culpis, 
Ut nobis parcat, tuque Deum rogita. 
Cum genitore Deo sit honor, cum flamine sancto, 
Lausque Deo genito cum genitore Deo. 

Acta SS- Bolland. Octobr. X, 841. Ex Cod. canonicorum regul. Monasterii 
Kodekenensis (A) et Cod. Carinulano (B). — '6 despiciens Casini vixit koneste 

A. — Uberschrift lautet: „Hymnus seu Vita B. Martiui Solitarii et Confessoris 
auctore Petro diacono Casinensi." Ob wortlich genau in den heiden Hss. 
so die Zuschrift lautet, ist nicht gauz ersichtlich ; jedenfalls ist nach Angabe 
der Bollandisten „in Codicibus" als Auctor „Petrus diaconus" bezeicbnet. 
An Petrus diaconus Casinensis (saec. 12.) ist wohl nicht zu denken; daher 
vermuteten die Bollandisten als Dichter den Paulus diaconus Casinensis (f 799) 
und zwar deshalb, weil letzterer in ganz gleicher Art (namlich in Distichen 
mit sogen. versus repercussivi oder paracterici , serpentini , catenati) die hl. 
Scholastica besungen habe. Abgesehen davon, dafs der Scholastica-Hymnus 
„Sponsa decora l)ei petit alta Scholastica caeW nicht von Paulus diaconas 
ist (cfr. Poetae lat. modii aevi III, 392), haben auch andere Dichter jener 
Zeit aus dem Revier von Monte Cassino in solchem Versmafs gedichtet, z. 

B. Petrus [ sub j diaeonus NeapoUtanus (saec. 9.); man vgl. den Agnellus- 
Hymnus (Nr. 137). Aufserdem krinnen wir mit Recht an n Petrus diaconus, 
natione Pisamts" den poetisch tatigen Zeitgenossen und Freund des Paulus 
diaconus denken ; (vgl. „Pauli et Petri diaconorum carmina", herausg. v. 
Duemmler, Poet. lat. aevi Carolini , I, p. 27 sqq.). — Der Auktor „Petrtts 
diaconus" ist somit nicht zu beanstanden; ob Petrus Pisanus oder Neaputi- 
tanus gemeint sei, will ieh nicht entscheiden. Wohl aber ist aus sehr nahe 
liegenden Griinden eher an den Subdiakon von Neapel (im Neapolitanischen 
Gebiet liegt Carinola) zu denken; dies um so mehr, da der erwahnte Agnellus- 
Hymnus von Petrus Subdiaconus die gleicbe Sprache in den gleichen Versus 
repercussivi aufweist. 



202 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



178. In sancti Mauritii. 



1. Alma Cbristi quando fides 

mundo passim traditur 
Et per latos orbis fines 

igne flagrans floruit, 
Tunc elegit gratum sibi 

militem Mauritium. 

2. Qui loricam fide textam 

forti gestans pectore. 
Qua beata Thebaeorum 

induebat agmina, 
Ad caelorum ut consortes 

incitaret praemia. 

3. Martyr sacer quo vocavit 

inclitus Mauritius, 
Omnes simul quasi unus 

vir, dictu mirabile, 
Ad coronam promerendam 

properabant caelitus. 



4. Tunc armati spiritali 

ense Cbristi milites, 
Submittentes velut agnus 

pia colla iugulo, 
Triumphabant trucidati 

spreto mundi principe. 

5. Contemnentes blandimenta 

tyrannorum noxia 
Floccipendunt mundi poenas 

sub momento vincere, 
Ut ditentur sempiterno 

sine fine munere. 

6. Diem festum revolutum 

anni monstrat orbita, 
Quo beatam Thebaeorum 

legionem colimus, 
Aegris salus quo praestatur, 

caecis visus funditur. 



7. Nunc quapropter supplicantes 
illi preces fundimus, 
Ut dignetur nobis Christum 

facere propitium, 
Quem amavit, cum quo regnat 
nunc et in perpetuum. 

Brev. ms. Sangallense saec. 10 /u. Cod. S.angallen. 387. A. — Hymn. 
ms. Sangallense(?) saec. 11. Cod. Berolinen. VIII 0 1. B. — Hymn. ms. 
Campidunense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Rhenov. 83. C. — Hymn. ms. 
Ehenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhen. 129. D. — Brev. ms. Pruv- 
ningense saec. 12. Cod. Vindobonen. 1826. E. — Brev. ms. Pruvningense 
saec. 12. Clm. Monacen. 23037. F. — ■ Brev. ms. Superioris Althae saec. 12. 
Clm. Monacen. 9633. G. — Hymn. et Pros. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. 
Cod. Casselan. theol. IV 0 25. H. — Hyiiin. ms. Germanicum saec. 12. Cod. 
Londinen. Add. 18301. I. — Brev. ms. Zwifeldense saec. 12. Cod. Stutt- 
gardien. Brev. 98. K. — Psalt. et Hymn. ms. Aquilegiense saec. 12 /i3. Cod. 
Archiep. Utinen. fol. 18. L. — Psalt. et Hymn. ms. Mosacense saec. 13. Cod. 
Archiep. Utinen. fol. 13. M. — Collect. ms. Gemblacense saec. 13. Cod. 
Bruxellen. 5527 — 34. N. — Brev. ms. Gengibacense saec. 13. Cod. Carols- 
ruhan. Geo. 22. O. — Brev. ms. Agaunense (Moutis lovis?) saec. 13 lu. Cod. 
Roman. Angelic. 440. (D V 9). P. — Brev. ms. Lambacense saec. ls /u. Cod. 
Lambacen. CLXXVII. Q. — Brev. ms. Lambacense saec. 13 /i4. Cod. Lam- 
bacen. CLXXXV. R. — Brev. ms. Emmeramense saec. 13 /u. Clm. Monacen. 
14 741. S. — Hymn. ms. Benedictinum saec. 14. Cod. Archiep. Utinen. fol. 
21. T. — Brev. ms. Sanblasianum saec. 14. Cod. Paulan. 25. 2. 34. (olim 
Sanblas. memb. 50). U. — Collect. ms. Admontense saec. 14. Cod. Admon- 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanetis Proprii. De s. Medardo. 203 



ten. 717. X. — Psalt. et Hymn. ms. Ostroviense anni 1174. Cod. Capit. 
Pragen. A 57. add. saec. 14. in. Y. — Brev. ms. Turicense saec. 15. Cod. 
Sangallen. 526. Z. — Diurn. et Hymn. ms. Benedictiuum Suecicum saec. 15. 
Cod. Upsalen. C 477 a. — Brev. Magdeburgense impr. Lipsiae (Lotter) 1513. 
b. — Brev. Augustense imp. Taurini (Ant. Ranotus) 1533. c. — BIORSZY 
a b C sind nicht kollationiert. 

1 , 5 sibi gratum FHKLMNT. — >Str. 2 u. ff. fehlen H ; der Rest ist 
weggeschnitten. — 2, 1 fide tectam CFNPU. — 2,2 gestabat MT, gestat 
FKL, portans PU. — 2, 5 et consortes MP. — 2, 6 invitaret P; praemium 
MTQUX. — 3, 1 quos vocavit FS. — 3, 3 omnes simus N. — 3, 4 mirabili 
K. — 3, 6 properabat N. — 4, 1 spiritales FP. — 4, 2 Christi martyres N. 

— 4, 3 quasi agnus DFKNQTUX. — 4, 5 Triumphavit P, Triumphabat U: 
iugulati P. — 4, 6 mundi stipite PQU. — 5, 2 promissorum noxia P. — 
5, 3 Floccipendent A. - — 5, 4 submittendo vincere P. — 6,1 evolutum K. 

— 6, 2 monstrant Q. — 6, 3 Qua ACDG, Qui PT. — 6,6 visus redditur 
CDFKU, penditur L, refunditur Q. — Nach Str. 6 fiigt G ein: 

His et festo sociatum, fratres, melo carminum 

Pangamus Christi fidelem (Hs. pium) Emmeramum martyrem, 

Qui per membra cuncta caesus scandit astra lucidus. 

7 , 1 Tunc P. — 7 , 5 Quem amavit quem cognovit DX ; in quo regnat N. 

— 7, 6 Cum quo regnat perpetim X : et in saecula Q. 

Vgl. Catal. Codd. Hagiogr. Bibl. Bruxellencis (Appendix Anal. Bolland. 
V.), p. 544, wo der Hymnus aus N mitgeteilt ist. — Die Quellen weisen 
sichtlich auf Deutschland als die Ursprungsstiitte dieses Hymnus. 



179. In sancti Medardi. 

Hymnus Chilperici regis. 



1. Deus mirandae virtutis 
Almae in sanctis proceribus, 
Armatus saltim currit ^aulis 
Undique coetus gentium. 

2. Crispantibus bausisti nimpbis 
Fontem ex undis turgidis, 
Ab gente sensu rudente 
Segregasti antistitem. 

3. Profugus ad sacra petit prolis 
Peccata linquere imaginis, 

Ut coprum respuit oruas 
Gentiles, mulos, bucolas. 

4. Cuius caro namque fessa 
Crebris est ieiuniis, 

Per cultum artus igne mundi 
Iugibus prae vigiliis. 



5. Probatus est ut metallum 
Auri per incendium — 
Haec species scandit argenti — 
Rituque trino nitidus. 

G. Iam calcatis prunis saeculi 
Imbreae perfusus frigido, 
Cui praemium illa praestat, 
Requiem post supplicium. 

7. Hunc relinquent tristia laetum, 
Suscipiunt prospera mitem, 
Mundus caret ut naufragum, 
Caeli recondent accolam. 

8. Felix militiae devotae 
Sumpsit hinc incola culmen, 
Obtinuit atbleta castris 
Bravium in saecula nomen. 



204 



Pars I. Hymni antiquissimi saec V. — XI. 



9. Noctis obumbrat, vultibus 
Serenum staurat speculum 
Et priscam surdis auribus 
011 i clarescit exedram. 



12. ®&uqt6s, quem mundum renovat 
lam cesso tartarieola, 
Immensas agere, Ohriste, 
Laudes te patrante cogitur. 



10. Claudis pedatum, itumque 
Reddet ovanti artbritico, 
Torpentibus nervis per artus 
Squatit cruor egelidus. 



13. Duplum reddit hic talentum. 
Adeptus arcem possidet, 
Iugis salus est aegrorum 
Et sanis praesidium. 



11. Solutis cunctis nexibus 
Vincla confringit ferrea ; 
Quae sacris parent iussibus, 
Laeta patent ergastula. 



14. Gloria sit Deo patri 
Et Christo unigenito 
Una cum sancto spiritu 
In sempiterna saecula. 



Sanctor. ms. Sangallense saec. 11. Cod. Civit. Turicen. C 11. — Daraus 
P. von VViuterfeld in Ztschr. f. deutsch. Altertum. XLVII (1903/04), 74, dessen 
Ausgabe and Bemerkungen ich beniitzte, ohne immer beipflichten zu konnen. 

— 1 , 1 mirande virtus. — 1,2 Alma. — 2 , 1 auristi. — 2,3 rudentem 
(viell. ab cum accus. , alsdann: Ab gentem sensu rudentem). — 2, 4 Segre- 
gasti Medardum antistitem. — 3, 3 U[t] copreum. — 3, 4 mulus bucola. — 
4, 4 Iugis. — o. 1 quasi metallum, von gleicher Hand korrig. zu „ut me- 
tallum". — 5, 3 speties. — 5, 4 Ritoque. — 6, 1 pronis saeculi. — 6, 2 
Inbreae, korrig. zn „Imbre" (YVinterfeld verweist mit Recht auf „imbrea verna'* 
bei Eugenius Vulgarius; 1. c. pag. 78). — (3, 3 in illa; (illa, scilc. imbrea, 
wohl Subjekt); prestit. — 7, 1 „relinquent" und 7, 4 „recondent" sind nacli 
Winterfeld Praesentia. — 7, 3 „naufragus" hier aktivisch = „der sein Schitf 
zerbrochen hat" ; vgl. unsere Ausdruckswei.se „die Briicken hinter sich ab- 
brechen". — 8, 1 devota. — 8, 2 Sumsit. — 8, 4 Bradium, korr. von gleieher 
Hand zu „Bravium" (zu bradium cfr. Winterfeld 1. c. , pag. 78). — 9, 1 
Noctis eine Nominativbildung, wie urbis statt urbs, wozu man Winterfeld 1. 

c. vergleiche. — 9,3 sordis auribus. — 9,4 Olli (= Olim) zu verbinden 
mit surdis: „den damals tauben Ohren; exetram (exedra = l&Jga, Aufsen- 
sitz an den Siiulengangen , der beliebte „Lehrsitz' der alten Philosophen ; 
Winterfeld erklart es fiir dunkel, „was hinter ixetram steckt", und meint, 
es konnte = „Hjdra" resp. „plena malitia" sein , was aber keinen Sinn er- 
gebe,. weshalb er in der Cbersetzung „Gehorgang (?)" wahlt!). — 10, 1 sp. 
Clodis pedatum rituque recipere | redde tonantis attico (vgl. Winterfeld's u. 
W. Meyer's Koniekturen zu dieser sichtlich verderbten Stelle ; 1. c, pag. 79). 

— 10, 4 Squalit cruore gelidus; ist vortrefflich von W. Meyer (1. c.) re- 
konstruiert und so von mir in den Text aufgenommen; egelidus = entkaltet. 

d. h. warm. — 11, 1 Solutis mox. — 12, 1 Ftartus = qdufjToq, ein Be- 
sessener; quem fehlt. — 12, 2 tartarecola. — 12, 3 Immenses ave Christi. 

— 13, 1 reddidit haec. — 14, 1 sit steht nach Christo (14, 2). 

Am Schlufs folgt noch der wichtige, weil iiber den Verfasser des Hymnus 
belehrende Zusatz: „Chilbericus rex composuit istud ymnum." Daran 
schliefsen sich verschiedene Sinnspruche, die (entgegen der Meiuung Winter- 
feld's) mit dem Hymnus nichts zu schatfen haben; zunachst ein entstelltes 
Distiehon : 

Ingenium quaerit, qui viribus non potuit, [sed] 
Desperata salus certior (1. dulcior) esse solet. 

Dieser Pentameter ist = Venant. Fortunatus II. 16, 114. — Alsdann: Deus 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Medardo. 205 



omnibus paratus est dare, sed pauci digni sunt accipere. Da potestatem et 
proba(s) personafs]. Humilitas falsa ingeniosa famosis tendit miseros(!) artes. 
De comedente exivit cibus et de forte est egressa dulcedo." Winterfeld (1. 
c. pag. 76) hat sich bemiiht, aus diesen Spriichen und der Auktorenangabe 
zwei Strophen (15 u. 16) des Hymnus zusammen zu flicken. 

Dafs Kdnig Chilperieh I. (f584), der ein hochbegabter , gewalttatiger 
Wiistling war, auch lateinische Gedichte machte, ist durch seinen Zeit- 
genossen Gregor v. Tours (Hist. Franeorum V , 44 und VI , 46) bekannt : 
„confecitque duos libros quasi Sedulium meditatus , quorum versiculi debiles 
nullis pedibus subsistere possunt . . . et alia opuscula vel ymnos sive 
missas, quae nulla ratione suscipi possunt." Nach Leyser (Hist. poetarum 
et poematum m. ae., p. 175) u. a. soll von ihm das „Epitaphium S. Germani" 
sein, des Anfanges „Ecclesiae speeulum, patriae vir/or, ara reorum" (mitgeteilt 
als Hymnus aus einem Brevier von St. Germain des Pres saec. 14. in. Anal. 
Hymn. XI, 146, mit der verderbten Lesart „veniae vigor" ; in einem Breviere 
gleicher Provenienz saec. 11. Cod. Parisin. 11550 ist die richtige Lesart 
„patriae vigor"); aber darin finden sich keine „rersiculi debiles", wahrend 
vorstehender und der folgende Hymnus ganz zur Schilderung Gregors passen. 
So rauh die Form, so tiefsinnig ist der Inhalt und so treffend sind durchweg 
die Bilder. Ausnahmsweise mag nach dem Vorgange Winterfelds hier eine 
wortgetreue Ubersetzung des oft schwer verstandlichen Textes folgen : 

1. Gott, voll wundersamer, fruchtbarer Kraft in deinen heiligen Recken, 
in Waffen eilt hupfend zu [deinen] Gehoften von allen Seiten die Schar der 
Volker. 

2. Einen Born hell sprudelnder Gewasser hast du abgesckopft von den 
sturmisch wogenden Fluten ; voni Volke , das [echten] Verstandnisses bar ist, 
hast du abgesondert den Bischof [Medardus]. 

3. Fliichtend zum Heiligtum begehrte er als Kind zu verlassen den 
siindigeu Bilderdienst ; wie Unrat verachtete er die heidnischen Eschen und 
Maultiere und Rinder. 

4. Er, dessen Fleisch ermattete durch haufige Fasten, ward durch den 
Gottesdienst ferngehalten vom Feuer der Welt bei standigem Wachen. 

5. Erprobt ist er wie Gold-Metall im Feuer, — diese Schonheit iibersteigt 
jene des Silbers — , und gliinzend weifs ist er durch Verehrung des Drei- 
einigen. 

6. Schon ist er, nachdem er iiber die Kohlen der Welt hinweggeschritten, 
durchnetzt von der Kiihle des [Gnaden]regens , der als Lohn ihm bringt 
Ruhe nach der Pein. 

7. Ihn lafst Betriibendes frohlich , das Gliick trifft ihn demiitig an; die 
Welt hat mit ihm , der sein Schiff zerbrach, nichts zu schaffen ; der Himmel 
heimst ihn ein als neuen Biirger. 

8. Gliicklich ob des frommen Kriegsdienstes erreichte der Himmels- 
biirger so den Hohepunkt; der Streiter im Heerlager erlangte als Lohn einen 
Namen in Ewigkeit. 

9. Die Nacht umhiillt; er schafft den Blicken wieder einen heiteren 
Spiegel , und den altehrwiirdigen Lehrstuhl lafst er wieder helle Lehren er- 
giefsen in die damals tauben Ohren. 

10. Den Lahmen gibt er das Gehen wieder, den Schrittdem Gichtbriichigen, 
der nun aufhiipft; den erstarrten Sehnen pulsiert wieder durch die Glieder 
warmes Blut. 

11. Den von allen Fesseln Befreiten zerbricht er die eisernen Bande ; die 
Gefangnisse , welche deu heiligen Befehlen gehorchen , tun sieh freudig auf. 

12. Der Besessene, den er nach Vertreibung des Hollenbewohners zu 
einem reinen Menschen erneuert, wird durch dein Wirken, Christus, gedriingt, 
ungemessenes Lob zu erstatten. 



206 



Pars L Hymni autiquissimi saec. V. — XI. 



13. Doppelt gibt er zuruck sein Pfund und nimmt Besitz von der er- 
langten Himmelsburg; stetes Heil ist er den Kranken und den Gesunden ein 
Schutz. 

14. Ehre sei Gott dem Vater und Christo dem Eingebornen zugleich mit 
dem hl. Geiste in alle Ewigkeit. 

1S0. In sancti Medardi. 

H y m n u s C h i 1 p e r i c i r e g i s. 



1 . Hymnum laudis, Medarde, tibi 

chorda canamus ac voce ; 
Decet enim semper rectis 
pia collaudatio. 

2. Opus nempe nanctus bonuni 

episcopus effectus es, 
Pastoralem curam agens 
irreprehensibiliter, 

3. Forma commissi gregis factus, 

pastor pius inopum, 
Viduas pupillos atque 
non pigre sollicitans, 

4. Praecipuus sanctitate, 

largus elemosinis, 
Doctrinae divinae verbis 
claruisti populis. 

5. Magnam parvi pectore gestans 

fidem grani sinapis 
Magnarum, sancte, virtutum 
fulsisti miraculis. 

6. Clarum lumen reddens caecis, 

gressum claudis sospitem, 
Debiles manus restaurasti 
per tua oramina. 

7. Daemonia ab obsessis 

procul fugans corporibus 
Medelam dedisti aegris 
invocato Christi nomine. 

8. Pellens varios languores. 

vincla resolvens febrium 
Usuque in redivivo 
membra reddis omnia. 



9. Mundo licet crucitixus, 
poilens tamen corpore, 
His et aliis virtutibus 
insignis es habitus. 

10. Modo caelesti beatus 

frueris angelica 
Potiori datus vita, 
assides convivio. 

11. Tibi vox a Deo data est 

geminae dulcedinis: 
„Euge, euge, serve bone, 
prende celsa gaudia; 

12. Supra pauca fideli cultu 

egisti quia servitium, 
Constitueris super magna 
perenniter et ingentia." 

13. Spiritu pauper, corde mitis 

fuisti in saeculo, 
In viventium terra celsum 
regnum promereberis. 

14. Angelicos choros inter 

laetaris dum in Olympo, 
Pro nobis tibi subiectis 
deprecare sedule. 

15. Nega menti tuae piae 

paradisi epulas ; 
Nosmet hymnis te laudantes 
se dicant memoriae. 

16. Nostrum semper recordare 

et pro nobis iugibus 
Dominum, qui sanctos audit, 
interpella vocibus. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Michaele. 207 



17. Gloria patri, filio 

atque sancto spiritu, 
Deo pio, qui ita sanctos 
coronat in perpetuo. 

Sanctor. ms. Sangallense saec. 11. Cod. Civit. Turicen. C 11. — Daraus 
Winterfeld 1. c. (vgl. den vorigen Hymnus), p. 80 sq. — 1, 2 corda canamus 
habitu. — 2,1 Opere nimphe nanctus bonus. — 3, 1 commissis. — 3, 4 
pigri. — 4, 1 sanctitate utique mit Zeichen der Umstellung. — 4, 3 Doctrina 
divina. — 5,1 Magna parvae. — 5, 2 granae. — 5, 3 sancti (cfr. Variante 
zu 3, 4 und 14, 41. — 6, 3 Debilis manibus. — 6,4 tua ora moena. — 
8, 4 reddibas. — 9,4 habetus. — 10, 1 sqq. Modo scilicet beata | fretus et 
angelica | Potioribus daret vita | assiduae insinuos. Ist so ganz unverstiindlich. 
Zur Koniektur „assides convivio" vgl. 15, 2 „epulas". — 11, 4 pene celsa. 

— 13, 2 In fehlt. — 13, 3 possessa regnum p. — 14, 1 Angelicus ergo 
chorus inter. — 14, 2 Olimpho. — 14, 4 seduli (cfr. Variante etc. zu 5, 3). 

— 15, 1 Nega scheint verderbt zu sein; mente. — 15, 4 sedicant. — 16, 3 
Qui sanctus Dominum exaudit. — 17 , 4 coronat et in perpetuo. — Vgl. 
Bemerkungen zum vorhergehenden Hymnus. 



181. In sancti Michaelis archangeli. 

1. Lumen aeterno ratians nitore, 
Sermo viventis resonans ab ore 
Alma coniuncti subolesque iuris, 

Adnue votis. 

2. Lege qui certa moderaris alte 
Cuncta caelorum dominans ubique, 
Quo tibi prompta pietate mentis 

Serviat orbis, 

3. Te chorus claro celebrat honore, 
Quem locat dextris tua dextra fortis; 
Inter bos princeps mediante summo 

Michael astat. 

4. Hic tui praedux populi sacrati 
Bella congressu superat secuudo, 
Quem pavet caeli revolutus axe 

Lividus hostis. 

5. Gloriam cuius meruit triumpho 
Miles invictus Dominoque fidus, 
Quo iacet pestis, similis tonanti 

Quae cupit esse. 



208 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V.— XI. 



6. Michael summus quis ut est alumnus, 
Hoc Deus vincit reprimens superbos, 
Roborans alte stabili vigore 

Agmina eaeli. 

7. Consulem votis precibusque sacris 
Hunc colit casto pietas amore, 
Vota qui summi genitoris offert 

Visibus almis. 

8. Tu libens festis animos cboreis 
Carne migrantes sociato sanctas, 
Quo salus perpes fideique merces 

Regnat in aevum. 

Collect. et Hymn. ms. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. Cod. 
Treviren. 1245 (olim 1418). — 6, 1 Die versehrobene Wortfolge wird wohl 
so aufzulosen sein: Michael , summus alumnus, ,Quis est ut Deus' (letzteres 
der bekannte Name Micbaels). — Ab und zu bindet Assonanz die Schlufssilben 
der Verse (1, 1 u. 2; 1, 3 u. 4: 2, 1 u. 2; 2, 3 u. 4), bzw. die Scblufssilbe 
eines Verses und die Schlufssilbe vor der Casur (1, 3; 3, 2; 5, 2; 5, 3; 
6, 1; 6, 3; 7, 1; 8, 1; 8, 3). 



182. in 88. Nazarii et Celsi. 



1. Sacri triumpbale tui. 
Christi bellator inclite. 
Quo arma fides et crucis 
Tropaeum vernat proelii. 

2. Mysticis canora modis 
Turba laudem concinit, 
Nazari, lux vitae, decus, 
Apostolorum particeps. 

3. Petri coronaris fide 
Paulique dogma nobili ; 
Lino unguente praesule 
Sancto muniris spiritu. 

4. Celsum, heredem sanguinis, 
Heredem tanti nominis, 
Pari coronatum fide 
Christo libasti victimam. 



5. Caelo locans subslantiam, 
Aerugo quam non devorat, 
Gentes trahens ad gratiam 
Sacra talenta duplicas. 

6. Tu elementum liquidum 
Fixis calcans vestigiis 
Liberos reddis patriae 
Aequoris morti deditos. 

7. His ita gestis. inclite, 
Sancto recisus vertice 
Insignem coronam ferens 
Vitae nitescis praemio. 

8. Suscipe vota precantum, 
Precator egregie, 
Verbi caelestis amator 
Et doctor evangelice. 



Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 83. A. — 

Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. B. — 

Manuale ms. Mediolanense saec. 10. Cod. Ambrosian. SH IV 43. C. 

Brev. ms. Vallis Travagliae saec 11. Cod. Capit. Mediolanen. 155. D. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Nicolao. 209 



Psalt. et Hymn. ms. Iacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. E. — 
Antiphon. ms. S. Victoris ad Theatrum saec. 12. Cod. Ambrosian. A 1 inf. 
p. — Psalt. ms. Mediolanense saec. 14. Cod. Berolinen. Ham. 544. G. 

Antiphon. ms. Eduense saec. 13. in. Cod. Semin. Editen. 151 *. H. — 
Antiplion- ms. Eduense saec. I3 /i4. Cod. Semin Eduen. s. n. I. — Brev. ms. 
Eduense saec. 15. Cod. Carpentoracten. 78. K. — Brev. ms. Eduense saec. 
15. Cod. Parisin. Sangenovetian. BBl IV 0 18. L. — Brev. Belnense impr. 
absque M. — Brev. Aptense impr. Lugduni 1532. N. 

1 , 2 ist sichtlich Entlehnung von 1, 1 des Martinus-Hymnus „Bc1lator 
armis inclitus" (N. 176), oder verrat vielmehr, dafs beide Hymnen vom 
gleichen Dichter stammen. — 1,3 alma fides HIKL. — 1,4 Trotheum D. 
— 2,2 Haec turba HM , turba laudesque N ; sichtlich Korrektur , um 
gleichmiifsige Silbenzahl zu erzielen (cfr. 8, 2). — 2, 3 vita ABLN. — 3, 1 
coronari F. — 3, 2 Pauli dogmate M. — 3, 3 Lino vigente L. — 3, 4 Sancti 
muneris AB. — 5,2 non fehlt C. — 5, 4 duplicans ABF. — 6, 2 Siccis 
H — N (Korrektur). — 6, 3 reddens L. • — 7, 1 inclitus AB, incliti 0. — 8, 2 
Praedicator H — N (cfr. Variante zu 2, 2). — In G — N ist eine Doxologie 
angehangt: Gloria tibi Domine etc. — In N ist der Hymnus adaptiert auf 
Marius; daher 2, 3 O Mari. — 3, 3 Sacro unguentis unguine. — Sti. 4 ist 
ganz umgedichtet; man s. dieselbe iu Anal. Hymn. XIX, 202, wo die Adap- 
tierung auf Marius aus dem Brev. Sistaricense impr. 1513 vollstandig mit- 
geteilt ist. 

In den Brevieren der Cistercioiscr, die ihr Hymnar sichtlich aus Mailand 
entlehnt haben, traf ich bisher diesen Hymnus uicht an; im Repert. Hymnol. 
ist jedoch ein Brev. „Cisterciense (ms. 1132), XLIII a "(!) als Quelle zitiert. 



183. Iii saucti Nicolai Myrensis Ep. 



1. Plaudat laetitia 

Lux hodierna, 
Vox caeli iubilet, 

Terra resultet, 
Promant laude pia 

Gaudia digna, 

2. Praesul praecipuus 

Qua Nicolaus 
Defert ad Dominum 

Vota rogantum 
Pellens ipse prece 

Noxia quaeque. 



4. Servans militiae 

Castra supernae 
Praedones cohibet, 

Daemones arcet, 
Astans exiguis 

Causa salutis. 

5. Rerum summe Deus, 

Yernula fidus 
A te promeruit, 

Filius ut sit, 
Terrae progenies 

Caelicus heres. 



3. Hic agnis Domini 
Pabula verbi 
Donat corporeae 
Tempore vitae 
Dispensando fide 
Pondus herile. 

Blume, Thesaun hymnologici Hymnarium. 



Virtutis validae 
Tu, Nicolae, 
Promptos servitio 
Semper ab alto 
Nos orando fove 
Nocte dieque. 



14 



210 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



7. Laus uni Doroino. * Nomine trino, 

Laudent hunc hodie * Condita quaeque; 
Decantemus eum * Nunc et in aevum. 



Consuetudines ms. Cluniacenses Udalrici Cellensis saec. 11. Cod. 
Viudobonen. 1671. add. saec. 11. A. — Bibl. ms. S. Petri Salisburgeusis 
saec. 11. Cod. Petrin. a VIII 27. add. saec. xl /i2. B. — Brev. ms. S. Petri 
Salisburgensis saec. 12. Cod. Petrin. a V 24. C. — Brev. ms. Secoviense 
(Monial.) saec. u /i2. Cod. Graecen. 770. D. — Brev. ms. Secoviense 
(Monial.) saec. 12. Cod. Graecen. 778. E. — Matutin. ms. Admontense anui 
1180. Cod. Admonten. 18. F. — Collect. ms. Cremifanense saec. 12. Cod. 
Cremifanen. 1 14. add. saec. 12. G. — Diurn. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 

12. Clm. Monacen. 17 024. H. — Brev. ms. S. Georgii Pragensis saec. (12. et) 

13. Cod. Pragen. VI E 13. L — Psalt. et Hymn. ms. Mosacense saec. 13. 
Cod. Archiep. Utinen. Fol. 13. K. — Brev. ms. Mellicense saec. 13. Cod. 
Mellicen. 1677. L. — Brev. ms. Lambacense saec. 13 /i4. Cod. Lambacen. 
CLXXVH. M. — Brev. ms. S. Floriani saec. 14. Cod. Florian. XI 416. N. 

— Brev. ms. Emmeramense saec. 14. ex. Clm. Monacen. 14771. O. — Brev. 
ms. S. Iacobi Vindoboneusis saec. 15. Cod. Praedicatt. Vindoboneu. 22. P. 

— Hymn. ms. Cellae S. Mariae saec. 15. Cod. Campolilien. 15. Q. — 

Ferner in: Brev. ms. Murbacense saec. 13. Cod. Colmarien. 36. — Brev. 
ms. S. Georgii Pragensis saec. ( 12 /i3. et) 13. Cod. Pragen. XII E 5. — Brev. 
ms. S. Georgii Pragensis saec. 14. in. Cod. Pragen. VII G 7. — Psalt. et 
Hymn. ms. Ostroviense anni 1174. Cod. Capit. Pragen. A 57. add. saec. 14. 
in. — Sermon. ms. cum Hymn. ms. Pataviensi saec. 14. Cod. Gottwicen. 
161. — Brev. ms. Pataviense(?) saec. 13. Cod. Hilarien. 111. — Brev. ms. 
Pataviense anni 1333. Cod. Lambacen. CLXXI. — Brev. ms. Pataviense 
saec. 15. Cod. Admonten. 874. — Psalt. et Hymn. ms. Portae Mariae V. in 
Axpach saec. 14. Cod. Viudobonen. 1877. — Brev. ms. Ilminense anni 1437. 
Clm. Monacen. 7391. — Brev. ms. Civitatense saec. 15. Cod. Archiep. 
Utinen. VIII 0 10. — Brev. ms. Salisburgense saec. 15. Cod. Salisburgen. 
V 1 J 259. — Brev. ms. Hodingense saec. 15. Clm. Monacen. 2972. — 
Brev. ms. Pollingense saec. 15. Clni. Monacen. 11771. — Hymn. ms. San- 
blasianum anni 1504. Cod. Panlan. 25. 1. 34 (olim Sanblas. cart. 12). 

1, 1 Pangat H; Plaudat ecclesia Q. — 1, 3 Nox A. — 2, 4 vota pre- 
cantum DEP. — 3, 1 Hac G; agnus DEFP. — 3, 2 Papula F. — 3, 4 Tem- 
pora A. — 4, 4 daemonas BH. — 4, 5 Astrans F. — Str. 4 u. 5 umgestellt 
L. — Str. 5 u. folgende fehlen G. — 6, 3 Prompto AP. — 7, 3 eum fehlt H. 

Die Quellen verraten wohl geniigend Deutseltland als die Ursprungsstatte 
dieses Hymnus; auch die im Eep. Hymn. (Nr. 15000) als Quellen angefiihrten 
gedruckten Breviere sind ausnahmslos Breviere deutsclier Diozesen. — Das 
Versscbema : — — | -ww | - |j | z — verlangt eigentlich, zwei Verse zu einer 
Langzeile zu vereinen ; um den Reim deutlieher hervortreten zu lassen, habe 
ich jedoch jede Langzeile gebrochen. 



1*1. In s. Xicolai Myrensis Ep. 



1. Exsultet aula caelica, 
Laetetur mundi machina, 
Dum refert solis orbita 
Nncolai sollemnia. 



2. Qui vagitus infantiae 
Decoravit mirifice 
Dans virtutum primordia 
Inter ortus crepundia. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Nicolao. 211 



3. Quarta et sexta feria 
Semel sugebat ubera 
Iam in aetate tenera 
Hac usus abstinentia. 

4. Cuius tumba fert oleum 
Matris olivae nescium, 
Quod natura non protulit, 
Sudando marmor parturit. 



5. 0 venerande pontifex, 
Pius nec tardus opifex 
Cunctis, qui corde credulo 
Te quaerunt in periculo. 

6. Aufer mortis dispendia, 
Confer vitae subsidia, 
Ut post carnis exsilia 
Tecum simus in gloria. 



7. Praesta, pater ingenite, 
Iesu cum sancto flamine, 
Ut Nicolai precibus 
Iungamur caeli civibus. 

Brev. ms. Secoviense saec. n /i2. Cod. Graecen. 770. A. — Brev. ms. 
Secoviense saec. 12. Cod. Graecen. 778. B. — Offic. ms. S. Petri Salis- 
burgensis saec. 15. Cod. Petrin. a VI 52. C. — Brev. ms. Turicense saec. 15. 
Cod. Sangallen. 526. D. — Brev. ms. Leodiense (Tungrense) saec. 15. Cod. 
Darnistadien. 394. E. — Antiphou. et Hymn. ms. Scarense saec. 14. et 15. 
Cod. Upsalen. C 422. F. — Diurn. et Hymn. ms. Benedictinum Suecicum 
saec. 15. Cod. Upsalen. C 477. G. — Brev. Aarhusiense impr. Aarhusiae 
1519. H. 

Collectan. ms. Lirense saec. 12. Cod. Ebroicen. 17. add. saec. ,2 'i3. I. — 
Brev. ms. S. Michaelis in periculo maris saec. 13. in. Cod. Abrincen. 39. 
K. — Brev. ms. Sollemniacense saec. 13. Cod. Londinen. Harl. 2928. L. — 
Brev. ms. Gorziense saec. 14. in. Cod. Spinalien. 204 (97). M. — Brev. ms. 
Grassense saec. 14. Cod. Carpentoracten. 43. N. — Brev. Ebredunense impr. 
Lugduni 1520. 0. — Brev. Coenobii S. Mariae Suessionen. impr. Parisiis 
1533. P. — Brev. Casalis Benedicti inipr. Parisiis 1586. Q. 

Str. 2 fehlt H. — 2 , 4 Inter artus E ; tripudia DN, crepudia O. — 
3, 1 Quarta cum sexta DIMQ. — 3,3 Hac in D. — 3, 4 Iam D. — 4, 1 
Huius H. — 4, 3 pertulit FOP, detulit G, parturit E. — 4, 4 Marmor su- 
dando DEIMOQ; protulit EO. — Nach Str. 4 Divisio N. — 5, 2 Summus 
nec M. — 5, 3 sq. Succurre nobis miseris | Ne damnemur cum impiis M. — 
5, 4 Requirunt O. — 6, 1 dispendium D. — 6,2 vitae stipendia FIMOQ, 
stipendium D, compendia HN. — 6, 3 Quo DFIOQ, carnis post suspiria D, 
Ut in caelesti patria M. — 6, 4 fruamur gloria E. — Nach Str. 6 fiigt D 
ein: 

Qui laetaris cum angelis, | Exsultas cum archangelis, 
Triumphas cum apostolis | In saeculorum saeculis. 

7, 1 sq. pater et genite | Una cum sancto flamine P. — 7, 2 cum sacro 
DGHP; pneumate MNQ. - 7, 3 Quo HN, Quod F. — 7, 4 Caeli iungamur 
OQ; Iungamur m caelestibus M. — Statt Str. 7 haben ABE die Doxoloqie: 
Deo patri sit gloria j Eiuscjue soli filio | Cum spiritu paraclito | Et nunc et 
in perpe.tuum. 

In I heifst es nach Strophe 6: „Divisio acl laudes u und es folgt der 
Hymnus n Veneranda sollctnnitas" (Anal. Hymn. XII, 202). 

Die 1. Strophe dieses Hymnus ist fiir viele Hymnen auf andere Heiligen 
mit den notigen Adaptierungen entlehnt. — Umgekehrt scheint Str. 3 teil- 
weise aus dem Hymnus v Adest dies sanctissimus 11 (Anal. Hymn. IV, 216) 
entlehnt zu sein, falls letzterer nieht jiinger ist, als der vorstehende. — Die 
zahlreichen gedruckten Breviere, namentlich Frankreichs, bekunden, dafs der 
Hymnus im 16. Jahrh. weit verbreitet war (cfr. Rep. Hymn. 5b07). 

14* 



2 1 2 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



W>. Hymuus saucti Nyniae episcopi. 

Arbiter altithronus. solus Deus omnicreator, 

Maiestate potens. arbiter altithronus, 
Blandus in arce poli genuit de lumine lumen, 

Principium et finis, blandus in arce poli. 
5 Crescit ubique patens aeterni gloria regis, 

Kex dominusque pius crescit ubique patens. 
Debita poena reos tenuit pro crimine prisco, 

Linquerat in Domino debita poena reos. 
Error ab orbe ruit medico veniente superno, 
10 Dum patitur Christus, error ab orbe ruit. 
Florida quem genuit mater sine patre fecunda, 

Virginitas felix fiorida quem genuit. 
Gaudia longa tenet cum virginitatis honore; 

Quae genuit Dominum, gaudia longa tenet. 
15 Hostia summa patris mundum de morte redemit, 

Caeli sceptra petit hostia summa patris. 
Iure micat rutilo sanctorum gloria caelo, 

Lux venerando polo iure micat rutilo. 
Karus in arce nitet coniunctus civibus illis, 
20 Antistes Nynia carus in arce nitet. 

Lumina cordis habens terras lucebit in omnes, 

Iam super astra nitet lumina cordis habens. 
Mitis in orbe pater multa miracula gessit, 

Foedera firma tenet mitis in orbe pater. 
25 Noster in orbe decor, squamoso corpore lepram 

De tumulo purgat, noster in orbe decor. 
Omnia posse dedit benedictio larga tonantis, 

Intemerata fides omnia posse dedit. 
Pausat in aula sacer tumulatus corpore praesul, 
30 Culmine sub templi pausat in aula sacer. 
Quem Deus aethereis ornatum iure triumphis 

Vexit ad astra poli, quem Deus aethereis. 
Regna beata manet, qui castis moribus istic 

Vixerat in Domiuo, regna beata manet. 
35 Spiritus astra petit casto de corpore laetus, 

Angelicis manibus spiritus astra petit. 
Te medicante, Deus, hominum tot vulnera curat, 

Morbi diffugiunt te medicante, Deus. 
Viscera casta vomant firmissime cauta salute, 
4u Virtutum pocula viscera casta vomant. 
Xristus in aula poli claro redimivit honore 

Pontificem Nyniam, Christus in aula poli. 
Ydrus in orbe gemit Christo dominante per orbem, 

Lumen adesse Dei ydrus in orbe gemit. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Othmaro. 213 



45 Zemma parata manet nigridis cummulata tenebris, 
Quo redeunt miseri, zemma parata manet. 

* 

Alma quiete boni pausant per saecula cuncta 

Laudantes Dominum alma quiete boni. 
Mystica verba canunt ad regia vota fideles, 
50 Agmina sancta polo mystica vcrba canunt, 
Et tibi perpetuo modulantur carmina rei 

Nocte dieque simul et tibi perpetuo. 
^Nolnlitasque poli sanctis concentibus illic 

Excubat obsequio nobilitasque poli. 

Collectan. ms. S. Michaelis Bamhergensis saec. 10 /n. Cod. Bambergen. 
B II 10. — 19 coniunctis. — 25 decus (ebenso 26). — 39 caute. — 54 Exeubuit. 
— Der bisher uuedierte Hymnus folgt der Vita metrica des Bischofs Nynia, 
der gewohnlich Niniamis genannt wurde. Beide Teile gehoren zum 
Tractate Alcuins, von dem der betreffende Abschnitt des Codex eine Abschrift 
ist. Demnach diirften Vita metrica und Hymnus eben jene sein, von denen 
Alcuin versiehert, dafs er sie erhalten hahe „per fideles no?tros discipulos, 
Eboracensis ecelesiae scholasticos" (cfr. Migne, PP. lat. 100, 510: ferner die 
Bemerkung Fischers im Katalog der Hss. der Kgl. Bibl. zu Bamberg. I. Bd. 
III. Lieferung, S. 365). 

Der Hymnus wiire somit in England mindestens im S. Jahrh. gedichtet; 
andernfalls konnte man auf Wulstan von Winchester als den Verfasser ver- 
fallen, dessen Art im ganzen aufseren Aufbau (auch das „Amen" akrostichisch) 
nns entgegentritt. So aber miissen wir sagen, dafs Wulstan (cfr. Anal. 
Hymn. XLVIII , 9 rf.) bewufst oder unbewufst die Teehnik dieses Hymnus 
sich zu eigen machte. 

186. In sancti Otlnnari Abbatis. 

Hymnus Notkeri Pbysici. 

1. Rcctor aeterni metuende saecli 
Auctor et summae bonitatis ipse, 
Quas tibi laudes ferimus canentes, 

Accipe clemens. 

2. Festa, quae sanctis colimus tropaeis, 
Nomen Othmari resonant beati. 

( uius optandis meritis, creator, 
llla dicasti. 

3. Qui patrum norinas imitando sacras 
^ ictor in duro validus duello 
Hostis atrocis rabiem subegit 

Belliger audax. 



214 



Pars. L Hymni antiquissimi saec V. — XI. 



4. Principum saevas doluit rapinas, 
Inde raptorum studiis gravatus 
Martyris palma meruit superna 

Scandere regna. 

5. Eius ad sanctum tumulum patescit, 
Quanta splendoris teneat perennis 
Dona, cum semper capiant ibidem 

Lassa vigorem. 

6. Cassus auditu, vacuus loquela 
Captus et gressu capiunt salutis 
Munus optatum relevante sancto 

Languida quaeque. 

7. Quaesumus, nobis, dominator orbis 
Huius obtentu veniam misertus 
Confer indignis, tribuens manentis 

Gaudia lueis. 

8. Hoc pater summus patris atque natus 
Praestet et clemens utriusque flatus, 
Trinitas simplex et ubique princeps 

Omne per aevum. 

Brev. ms. Sangallense saec. 10 /n. Cod. Sangallen. 387. A. — Hymn. 
ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. VIII 0 1. B. — Collect ms. 
Sangallense saec. 11. in. Cod. Sangallen 679 C. — Hymn. et Pros. ms. 
Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. theol. IV 0 25. D. — Collect. ms. 
Cremifanense saec. 11. (et 14.). Cod. Cremifanen. 126. E. — Brev. ms. 
Emmeramense saec. 15. Clm. Monacen. 14757. F. — Brev. ms. Constantiense 
(?) saec. 15. Cod. Stuttgardien. Brev. 101 G. — Steht auch im Cod. Londinen. 
Add. 21170. saec. 10 /n, aber unvollstandig; B u. C sind nicht kollationiert. 

1, 1 Vector F; metuendi DG. — 1, 2 Auctorque F; summe AG. — 1, 3 
laudes canimus cantantes EF. — 2, 1 quae sacris DEF. — 2,3 obtaiulis 
E, obtatis D. — 2, 4 dictasti F. — 5, 3 Donatum semper G. — 6, 1 Passus 
FG ; auditus fatuus loquela G. — 6, 2 gressum F. — 6, 3 revelante DG. — 

7 , 1 dominator alme D. — 7 , 2 Huius optatu D ; veniam placatus DE. — 

8, 3 simplex ut E. 

Durchweg ist Binnenreim; wenn derselbe nicht gewahrt ist, dann zeigt 
auffallender Weise jedesmal die Endsilbe des Wortes nach der Ciisur Asso- 
nanz mit der Schlufssilbe vor der Ciisur (2, 3 ; 5, 1 ; 6, 1 ; 6, 2 ; 8, 2). Man 
vgl. hiermit den Bau von Nr 166: iihnlich ist jener der Nrr. 95; 115; 119; 154. 

Schiibiger bemerkt in seiner „S:ingerschule St. Gallens" (S. 76, Anm. 4), 
dieser Hymnus stehe „mit Neumen in der sanktgallischen Handschrift Nr. 
347" ; ich meinerseits habe ihn darin nicht vorgefunden bezw. ihn vielleicht 
iibersehen. Jedenfalls ist Mayer von Knonau (Ekkeharti Casus S. Galli, St. 
Gallen 1877, S. 399) im Irrtum, wenn er behauptet, Schubiger habe den Text 
naeh Cod. Sangallen. 387 (unsere Quelle A) mitgeteilt; der von Schubiger 
(Exempla, Nr. 44) vorgelegte Text differiert namlich an verschiedenen Stellen 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Othmaro. 215 



stark und in sinnstorender Weise vom Texte in A (= Cod. Sangallen. 387), 
stimmt hingegen auffallend iiberein mit dem fehlerhaften Texte in G. — 
Melodie gleich jener von „Vita sanctorum" (Nr. 85). 

Den Verfasser nennt uns Ekkehart IV. in seinen Casus (cap. 123): „Fecit 
enim 'Notkerus doctor, pictor et medicus] Otmaro decoras illas antiphonas 
et ymnum, ,Rector aetcrne metuende saecli\ et quaedam susceptacula regum, 
et ymnum de una virgine non martyre, id est , Ymnum beatae virgitll' (s. 
Anal. Hymn. XXIII, 92)." — Bekannter ist dieser Notker als „Notkerus 
Phisicus", wohl auch „Piperis Granum", „Pfefferkorn" zubenannt; Fabricius 
gibt ihm u. a. ferner den Titel „artis Theoricae Magister". — Welche „Sus- 
ceptacula" oder „Versus ad regem suscipiendum" er gedichtet habe, ist un- 
ermittelt. Wahrscheinlich aber stammt von ihm das folgende Begriifsungs- 
lied, das nicht zur Hymnodie im strengen Sinne des Wortes gehort: 



„Versus ad regem suscipiendum." 



Ave, beati germinis 
Invicte rex et inclite, 
Omnis tibi militia 
Occurrat ovans caelitum. 

Intacta Christi genetrix, 
Mater honora virginum, 
Chorum pudicum socians 
Tibi procedat obviam. 



Agonithetae apostoli, 
Victoriosi matryres 
Omnesque sancti ordines 
Semper vocent te laudibus. 

Nos pro statu parvi loci 
Beisque modo pauperis 
Laetantes pio domino 
Occurrimus in omnibus. 



5. Haec ipsa gaudent tempora 
Floreque veruo germinant, 
Adventus omni gaudio 
Quando venit optatior. 

Trop. ms. Sangallense saec. 11. in. Cod. Sangallen. 381. A. — Grad. 
ms. Mindense saec. 11. Cod. Guelfenbyteran. 1110 (Helmst. 1008). B. — 
„Unde supra. Notkeri magistfi". A; „Versus Notkeri" B. — Diimmler 
(Mitth. d. Antiquar. Gesellsch. in Ziirich, XII, S. 255) meint: „Als Verfasser 
. . . . ist zweifelsohne Notker der Stammler anzusehen, der als Lehrer .... 
wolil der beriihmteste unter seinen Mitbriidern war." Diese im tibrigen durcli 
niehts weiter begriindete Interpretation des „Notkeri magistri" ist doch kaum 
ohne allen Zweifel sicher. Dem „Notkerus doctor , pictor et medieus sive 
phvsicus et artis theoricae magister" diirfte an sich schon der Zusatz 
„magister" mindestens eben so gut zukommen. Ferner weist Schubiger 
(a. a. O. , S. 76 f.) mit Becht darauf hin, dafs „besonders prunkvoll der 
Empfang Kaisers Otto des Grofsen im Jahre 972" war. Ihm ward ein „sus- 
ceptaculum" gesungen. Notker Physicus |975, Notker Balbtilus f912. So- 
mit ist viel Wahrscheinlichkeit fiir Schubigers Ansicht, dafs Notker 
P h y s i c u s im Jahre 972 dieses Begriifsungslied dichtete. 



187. In Festivitate s. Otlmiari. 

Ad Processionem. 



1. Festum sacratum psallimus 
Christo canentes laudibus ; 
Qui dat coronam testibus, 
Nobis det in dulgentiam. 



2. Othmarus abbas vocibus 
Orandus est concordibus, 
Quem factor ipse caelitus 
Donavit hic virtutibus. 



216 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



3. Hunc esse patrem patriae 
Laetetur omnis Suevia, 
His natus hos nunc confovet 
Placando Christum plebibus. 



Nunc gaudet in regno Dei 
Functus corona praemii, 
Quam Christus illi reddidit, 
Pro quo labores sustulit. 



4. Hic dona sancti spiritus 
Accepit annis parvulis, 
Ipsum datorem munerum 
Spargens in oras exteras. 



9. Gallo. patri laudabili, 
Othmarus abbas iungitur, 
Istum locum qui iugiter 
Tutentur et nos supplices. 



5. Omnes gradus hic presbyter 
Ornat beatis moribus, 
Patri preces caelestium 
Votis litando munerum. 



10. Virtute semet vivere 

Demonstrat hinc credentibus, 
Certum, fide quod quaerimus. 
Praebet pater piissimus. 



6. Communis hic vitae sator 
Et magnus exstat conditor, 
Praelatus abbas incolis 
Huius loci praenobilis. 



11. Effuride voces, plebs Dei, 
Commissa defle noxia, 
Astat rogator gratiae, 
Reddens aequum, quod suscipit. 



7. Fit pauper hic pro paupere 
Cunctos egentes confovens, 
Dum, quod dat eius parvulis, 
( hristum respectet, fratribus. 



12. Absolve, clementissime, 
Noxu ligatos criminis, 
Delens malum, quod respuis, 
Addens bonum, quod respicis. 



13. Laus sempiterno sit patri 
Nec non perenni filio 
Sanctoque sit spiramini 
Per saeculorum saecula. 



Procession. ms. Sangallense saec. 12. Cod. Sangallen. 360. — Vielleiclit 
ist Str. 1 als Kundivim anzusehen. — Fiir Rntpert als Verfasser sind keine 
Griinde vnrlianden. 



188. In ss. Petii et Pauli. 



1. Aurea luce et decore rosco, 

Lux lucis. omne perfudisti saeculum 
Decorans caelos inclito martyrio 
Hac sacra die, quae dat reis veniam. 



2. Ianitor caeli, doctor orbis pariter, 
Iudices saecli, vera mundi lumina, 
Per crucem alter, alter ense triumphans 
Vitae senatum laureati possident. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De ss. Petro et Paulo. 217 



3. Iam, bone pastor, Petre, clemens accipe 
Vota precantum et peccati vincula 
Resolve tibi potestate tradita, 
Qua cunctis caelum verbo claudis, aperis. 

1. Doctor egregie, Paule, mores instrue 
Et mente polum nos transferre satage, 
Donec perfectum largiatur plenius 
Evacuato, qu/>d ex parte gerimus. 

5. Olivae binae pietatis unicae, 

Fide devotos, spe robustos maxime, 
Fonte repletos caritatis geminae 
Post mortem carnis impetrate vivere. 

6. Sit trinitati sempiterna gloria, 
Honor, potestas atque iubilatio, 
In unitate cui manet imperium 

Ex tunc et modo per aeterna saecula. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Hymn. ms. 
Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. B. — Hymn. ms. 
Veronense saec. 10 /u. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). C. — Hymn. ms. 
Severinianum saec. 10 /ti. Cod. Vatican. 7172. D. — Brev. ms. Montis 
Amiatini saec. 10 /ii. Cod. Casanaten. 1907 (B II 1). E. — Hymn. ms. Far- 
fense saec. ,0 /n. Cod. Bomau. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4) F. — Hymn. ms. 
Farfense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Rhen. 91. G. — Brev. ms. Farfense saec. 
11. Cod. Turicen. Rhen. 82. H. — Brev. ms. S. Eutychii Nursini saee. 11. 
in. Cod. Roman. Vallicellan. B 79. I. — Brev. ms. S. Sofiae Beneventanae 
saec. 11. Cod. Vatican. 4928. K. — Hymn. ms. Bobiense saec. 11. Cod. 
Vatican. 5776. L. 

Psalt. et Hymu. ms. Marchianense saec. (9 et) 10. Cod. Duacen. 170. 
M. — Hymn. ms. Moissiacen.se saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. N. — 
Hymn. ms. S. Iohannis Lauduuensis saec. 10. Cod Bernen 455. O. — Brev. 
ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. P. — Collect. ms. 
Sandyonisianum saec. 11. (et 12). Cod. Parisin. Sangenovefian. 1186. Q. — 
Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. R. — Brev. ms. 
Strumeuse saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. S. — Grad. et 
Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. T. 

Rit. et Hymn. ms Scheftlariense saec. lU. Clm. Monacen. 17027. U. 
— Collect. et Hymn. ms. S. Martini Trevireusis saec. (9. et) 10. Cod. Tre- 
viren. 1245 (1418). X. — Brev. ms. Sangallense saec. I0 /u. Cod. Sangallen. 
387. Y. — Hymn. ms. Campidunense saec. 10 /ii. Cod. Turicen. Rhen. 83. 
Z. — Trop. et Hy:nn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. 
Turicen. Khen. 97 a. — Hymn. ms. Sangallense(V) saec. 11. Cod. Berolinen. 
VIII" 1. b — Hymn. et Prosar. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. 
Casselan. theol. IV 0 25. c. — Psalt. et Hymn. ms. Walcidorense saec n /i2. 
Clm. Monacen. 13067. d. — 

Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense(?) saec. 10. ex. Cod. Londinen. Add. 
37 517. e. — Hymu. ms. Anglosaxonicum saec. 10 /n. Cod. Londinen. lul. 
A VI. (Paraphrase). f. — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. 
in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. g. — Hymu. ms. Wintoniense saec. 11- 
Cod. Capit. Dunelinen. B III 32. h. — Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense 



218 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



(? Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. i. — 
DEPQR e i sind niclit kollationiert. 

1, 1—3 fehlen M; beginnt mit [marjtyro. — 1, 3 caelo FH, caelum C. 

— 1 , 4 A sacra GL. — 2, 1 Ianua caeli X. — 2, 3 alter hense N; trium- 
phat U h. - 2, 4 senatu GN h. — 3, 2 peccatum X. — 3, 4 Qui Z, Quam 
G 1 ; et aperis C; asperis Z 1 . — Nach Str. 3 Divisio DFIS. — 4, 1 mentes 
GIDIT; paulum (statt polum) L; nnstras ferre GH'IT. — 4, 3 perfecte GI, 
perfectus h ; perfecto laureatur L. — 4, 4 ex parte gemimus BLOTUXY a d, 
geminus CFI ; bei beiden Lesarten ,,gerimus" und „gemimus" ersc.heint dieser 
Vers dunkel; vielleicht: nachdem aufgehoben (= getilgt, annulliert) ist, was 
wir teilweise (= halb und halb, unvollkommen und deshalb siindhaft) tun. 

— 5, 2 devoti spe robusti I ; maxima HUXY d. 5, 2 sq. spe-caritatis fehlt 
L. — 5, 3 caritate H 1 . — 6, 1 sempiternae Z C — 6, 3 lu hunitate N. — 
6, 4 et modo et per B. — Str. 6 lautet in T: 

Sit tibi, Iesu, benedicte Domine, 
Gloria, virtus, honor et imperium 
Una cum patre sanctoque paraclito, 
Cum quibus regnas Deus ante saecula. 

In a ist der Hymnus in folgende drei Hymnen zerlegt: Str 1 — 3 + 6 
(Doxologie) „In sancti Petri"; Str. 4 „De sancto Paulo"; Str. 5 + Anfang 
der Doxologie „De ambobus apostolis". — Im Brev. ms. Benedictinum (Italiae 
septentr. aut Galliae merid.) saec. 10. ex. Cod. privat. (Hiersereann) s. n. 
fenlen Str. 1 u. 2; auf fol. 96 finden sich Str. 4 — 6 als Hymnus auf Pauli 
Conversio; auf fol. 113 nur der Anfang der Str. 3 auf den hl. Petrus. — 
Wie Str. 3 u. Str. 4 einzeln verwendet oder in den Apostelhymnus „Adwu( 
Christe" resp. „Andreas sancte" verwoben wurden, ist in der Anmerkung 
zu letzterem Hymnus (Nr. 107) schon hervorgehoben. — Uber das Fortleben 
dieses herrlichen alten Hymnus in vielen gedruckten Brevieren gibt in etwa 
ein Bild Nr. 1596 des Kepert. Hymnol. 

Bei der Hymnenrevision unseres Bbmischen Breviers (1632) wurde das 
Original fast vollig umgeandert, zerstiickelt und mit Fremdartigem zersetzt. 
Der Hymnus fiir die 1. Vesper de* Festes der Apostelfursten ist gebildet aus 
den Strophen 1 u. 2 , denen als dritte die verstiimmelte Str. 7 aus dem 
Hymnus „Felix per omnes festum mnndi cardines 11 (Anal. Hymn. L, 141) und 
schliefslich die Doxologie (Str. 6 des vorstelienden Hymnus) angefiigt ist. 
Dabei sind alle diese Strophen in eine ganz neue Form gegossen; so lautet 
Strophe 1 des Vesperhymnus : 

Decora lux aeternitatis auream 
Diem beatis irrigavit ignibus, 
Apostolorum quae coronat principes 
Reisque in astra liberam pandit viam. 

Der Hymnus ad Laudes besteht aus Str. 3 u. 4 + Doxologie; jener fiir 
das Fest Commemorationis S. Pauli aus Str. 4 + Doxologie, alles wieder in 
einer Form, aus welcher das Original kaum noch erkannt wird. So beginnt 
der Hymnus ad Laudes: 

Beate pastor, Petre, clemens accipe 
Voces peccantum criminureque vincula 
Verbo resolve, cui postestas tradita 
Aperire terris caelum, apertum claudere. 

Und der Hymnus auf den hl. Paulus : 

Egregie doctor, Paule, mores instrue 
Et nostra tecum pectora in caelum trahe, 
Velata dum meridiem cernat fides, 
Et solis instar sola regnet caritas. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De ss. Petro et Paulo. 219 



Ais Verfasserin des Original-Hymnus gilt Elpis (Helpis). Ein metrisches 
Epitaph des 7. Jalirhunderts auf eine Ueljjis aus Sicilien (cfr. Grisar, Aua- 
lecta Romana I [1899J, 105) fiihrte scheinbar diesen Namen durch die In- 
schriftensainmlungen in die Literatur ein. Sie wurde als Gemahlin des 
Boethius ausgegeben, und, weil dessen Gemahlin Busticiana hiefs, ward der 
Name Elpis bald als Beiname der Rusticiana gedeutet, bald als Beweis be- 
nutzt, dafs Boetius zuerst mit Elpis , dann nach deren Tode mit Rusticiana 
vermahlt gewesen sei. Ein in etwa fester historischer Boden liefs sich nicht 
gewinnen. Vielfach wird der gleichen Elpis auch der andere Hymnus auf 
die Apostelfiirsten „Felix j)er omnes festum mundi cardines" (Anal. Hymn. 
L, 141) zugeschrieben, der in gleichem Versmafs, aber in fiiufzeiligen Stropheu 
abgefafst ist. Letzterer ist jedoch wahrscheinlich ein Werk des Patriarchen 
Paulinus H. von Aquileja. — Nahere Literaturangaben bei A. Mongitore, 
Bibliotheca Sicula (Panormi 1708. I, 172 sqq.); ebendort heifst es: „Hymni 
in ss. Petri et Pauli app. laudem , quorum primus incipit Aurea luce, alter 
Doctor egregie, quos leges eo modo, quo fuerunt ab Elpide scripti, in antiquis 
Breviariis . . . ." (1. c. pag. 174). — Tiraboschi, Storia della Letteratura 
Italiana (Firenze 1806. UI. I, p. 60) verhalt sich ablehnend gegen die 
Dichtungen der Elpis und gegen ihre Identifizierung mit der Gemahlin des 
Boethius. — Vgl. aufserdem Al. Baumgartner, Gesch. der Weltliteratur IV 
(1905), 217. 



189. In ss. Petri et Pauli. 

1. 0 Roma nobilis, orbis et domina, 
Cunctarum urbium excellentissima, 
Roseo martyrum sanguine rubea 
Albis et virginum liliis candida, 
Salutem dicimus tibi per omnia, 
Te benedicimus, salve per saecula. 

2. Petre, tu praepoteus caelorum claviger, 
Vota precantium exaudi iugiter : 

Cum bis sex tribuum sederis arbiter, 
Factus placabilis iudica leniter 
Teque petentibus nunc temporaliter 
Ferto suffragia misericorditer. 

3. 0 Paule, suscipe nostra precamina, 
Cuius philosophos vicit industiia ; 
Factus oeconomus in domo regia 
Divini muneris adpone fercula, 

Ut, quae repleverit te, sapientia 
Ipsa nos repleat tua per dogmata. 

Ciceronis Pliilippiearum liber ms. (olim Farfen. ?) saec. 11. Cod. Vatican. 
3227. add. saec. 12. Mit Melodie. — ^B"^ $ ichuliv (Kliein. Museum , Jaliro;'. 
III [1828], 1—8), der die Hs. irrig ins 10. Jahrh. setzt; L. Traube, ,0 
Roma nobilis - , Philol. Untersuch. aus d. M. A. (Miinchen 1891). Traube sucht 
glaubhaft zu machen, dafs dieser Hymnus, der scheinbar nie in die Liturgie 
aufgenommen wurde, wahrend des 10. Jahrh. im Gebiete von Verona ge- 
dichtet ist. Diese Ansicht ist jedenfalls annehmbarer, als Niebuhrs Meinung. — 



22<i 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



— Obgleich „0 lioma nohilis" an den Anfang der 7. Strophe („0 Roma 
ftHue") des Hymnus Felix per omnes festum (Anal. Hymn. L , 141) erinnert, 
haben beide Hymnen sonst nichts gemeinsam. 

Als Curiosum sei uebenbei die luterpretation von 1 , 3 u. 4 durch 
Ad. Stahr (Ein Jahr in Italien I, 195) verzeichnet: „Das alte latein. 
Kirchenlied des 8. Jahrh. preist neben dem rosenroten Blute der Miirtyrer, 
das auf dem heiligen Boden der Weltherrin geflossen , auch die marmorne 
Schonheit der bliihenden Fraueuleiber der hocherhabenen Stadt aller Stiidte." 
Scharf aber treffend hat auf diese Torheit schon Daniel mit dem modifizierten 
Dictum Goethes erwidert: „Das ist am Ende nur des Herren eigner Geist, | 
Erj dem die Hymnen sich bespiegelu." (Daniel, 1. c, 101). 

I. F. H. Schlosser hat im Jahre 1839 eine Umdichtung des Anfanges 
dieses Hymnus gemacht und zwei Strophen auf Johannes Evangelista und 
die Gottesmutter hinzugefiigt. Die iiberarbeitete 1. Strophe begiimt: 

Ahna credentium mater, ecclesia, 
Divini filii sponsa purissima, 
Superna spiritus afflata gratia, 
Roseo martyrum sanguinea rubea etc. 

Es folgt Vers 4 u. 6 des Originalliedes, danu unverandert Str. 2 (zu der- 
selben erfand Schlosser nachtraglich eine Variation) u. 3; schliefslich die 
zwei erwahnten neuen Strophen, welche hier fiir uns belanglos sind (vgl. 
Schlosser, Die Kirche in ihren Liedern, 2. Aufl. [1863] I, 144 u. 429). 
Danach ist Nr. 832 im Repert. Hymn zu rektifizieren. 



15)0. In sancti Petri Cathedra. 



1. Petre, pontifex inclite, 
Christi athleta splendide, 
Adesto nostris precibus, 
Quas pie tibi fundimus. 

2. 0 gloriose patrone, 
Nostrae salutis opifex, 
Ut digne demus cantica, 
Nostra disrumpe vincula. 

3. Adesse tuis famulis 
Dignare, dux amabilis, 
Sentiant nostra pectora 
Semper tua munimina. 



4. Tu es nostrum refugium, 
Tu robur potentissimum, 
Tu salus et protectio 
Nostraque iubilatio. 

5. 0 pastor pie et clare, 
Nobis benigne succurre 
Nosque supplices respice, 
Vota servorum suscipe. 

6. Deo patri sit gloria 
Eiusque soli filio 
Cum spiritu paraclito 

Et nunc et in perpetuum. 



Hymn. ms. Farfense saec. 10 /ji. God. Turicen. Khen. 91. A. — Trop. et 
Hymn ms. Khenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Khen. 
97. B. — Hymn. et Sequent. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. 
theol. IV 0 25. C. — Brev. et Oration. ms. Secoviense saec. 12. Cod. 
Graecen. 1611. D. — Brev. ms. Germanicum saec. 12. Cod. Bruxellen. 510 
(353). E. — Brev. ms. S. Georgii Pragensis saec. ( ,2 /i3 et) 13. Cod. Pragen. 
XII E 5. F. — Brev. ms. S. Georgii Pragensis saec. 14. in. Cod. Pragen. 
VII G 7. G. — Brev. ms. Sccoviense saec. 14. in. Cod. Graecen. 789. H. 
— Urev. ms. Benedictinum Bobemicum saec. 13. in. Cod. Pragen. XII F 5. 
add. saec. ,3 /i4. 1. — Diurn. ms. Benedictinum Bavaricum saec. 14. Cod. 



II. De Sanetis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. 1'etri Cathedra. 221 

Altovaden. X. K. — Brev. ms. Chimense saec. 14. Cod. Vindobonen. 1893. 
L. — Collect. ms. Gerishemense saec. 14. (et 15.) Cod. Archivii Dusseldorpien. 
A 67. M. — Hymn. ms. Cellae s. Mariae in Austriae saec. 15. Cod. Cam- 
polilien. 15. N. — Diurn. et Hymn. ms. Benedictinum Suecieum saec. 15. 
Cod. Upsalen. C. 477. O. — Brev. ms. Komarici Montis anni 1585. Cod. 
Spinalien. 164 (77). P. — I — P sind nicht kollationiert. 

1, 3 nostris vocibus CDH. — 2, 4 Nostras A. — 3, 1 Adesto C. — 3, 4 
Tua semper CFG. — Von der Doxologie nur „Deo patri" ABCG. — Titel 
in L: „Ad vincula s. Petri. 1 ' — ■ Es ist auffallend, dafs von den alten 
italienischen Quellen nur eine den Hymnus aufvveist. Das Repi rt. Hyinn. 
(Nr. 14866) fiihrt abgesehen von einem Breviere von Briigge (imp. 1520) nur 
Breviere dentscher Diozesen aus dem 15. u. 16. Jahrh. als Quellen an. 



191. In s. Remacli Traiectensis Ep. 

1. Clara praecelso redeunt honore 

Festa, quae comptis celebramus odis, 
Teque laudamus, dominator alme, 
Pectore toto. 



2. Tu fave nostris precibus libenter, 
Quem dies terris referens amanter 
Haec sacris caeli pariterque donat, 
Sancte Reraacle. 



3. Te sibi caro socians Amando 
Praesulem Christus voluit haberi, 
Dives et tandem populo coruscans 
Culmine caeli. 



4. Ortus, occasus referet sed orbi, 
Qui vides lumen speciale solis, 
Quod fide recta sequeris honeste 
Semper ubique. 



5. Aula te regis veneratur ampla, 
Sed places regi dominoque summo 
lnter festivas reuitens coronas 
Miles honestus. 



6. Posce, ieiunans, precibus anhelis, 
Posce patroni regimen beati, 
Namque votorum capies opimi 
Munera verbi. 



222 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



7. Tuque, Tungrensis diocesis, almum 
Praesulem primo venerare cursu, 
Parta ne sumat prior aut reportet 

Gaudia mentis. 

8. Praesul effulget solioque praestans 
Pascit indoctos, refovet misellos 
Mentis effundens pietate larga 

Viscera plena. 

9. Spiritu sancto reserans futura 
Plenus, in signis pariter coruscus, 
Corde subiectus, humilis, pudicus 

Vir fuit iste. 

10. Hinc ovans miles eremi relicta 
Suscipit, solus Domino tonanti 
Ut queat votis adolere castis 

Intima mentis. 

11. Lumen exemplo radians opimum 
Fulsit et pastor monachorum vernat 
Edocens sacris monitis et ornans 

Agmina clara. 

12. Mortis hic metam capiens refusam 
Spiritus claram penetravit aethram ; 
Nos ubi semper precibus iuvato, 

Sancte Remacle. 

13. Gloriam Christo patulo canamus 
Ore, praestanti sibi servienti 
Tanta, qui pollet deitate simplex 

Trinus et unus. 

Acta SS. Bolland. Septembr. I, 671. Mit der Quellenangabe: „Ex vetusto 
codice descripsit Bambergae anno 1654 P. Johannes Gamans societatis uostrae". 
Ob diese Quelle noch in Bamberg vorhanden ist, konnte ieh nicht ermitteln. 
Vielleicht hatten sich daraus einige Lesefehler des P. Gamans beheben lassen, 
oder der Text ist stellenweise in der Hs. verderbt. In den bezeichneten 
Acta SS. differiert der Text von dem vorgelegten in folgendem: 2, 3 Haec 
sacra. — 3,1 claro socians amore; Amandus resignierte auf das Amt des 
Bischofes von Maestricht , und Remaclus riickte fur ihn ein ; hierauf stiitzt 
sich meine Koniektur. — 3 , 2 Praesulem caro (wohl verlesen fiir Christus ; 
sonst fehlt auch ein Subiekt). — 4, 1 occasum ; orbis. — 5, 2 dominorum 
summo. — 6, 3 capiens. — 11, 1 Lumen ex amplo. — 12, 2 aethra. — 
13, 2 sive. — Ghesquierc (Acta SS. Belgii, Bruxellis 1783, III, 422) bietet 
nur einen wortgetreuen Abdruck aus den Acta SS. Boll. — Der Stil des 
Hymnus lafst vermuten, dafs er aus der Zeit Hucbalds stamme. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Simeone. 223 



192. In 8. Remacli Traiectensis Ep. 

1. Lumen aeternum, moderator temporum, 
Alme bonorum propagator omnium, 
Palmam invictis largiens militibus, 

Qui te sequuntur laureati gloria, 

2. Festum colentes tui sacri praesulis 
Laudes devoti tibi Deo canimus, 
Cuius obtentu mereamur scarfdere 
Aulam praecelsam cum triumpho muneris. 

3. Te nunc oramus, sancte Dei pontifex, 
Posce, ut nobis tribuatur venia 
Cunctis subactis vitiorum sentibus, 
Atque perennis augeatur gratia. 

4. Nulla nos mortis saucient facinora, 
Procul peccata pellantur et vulnera, 
Hostis caedatur cum conatu iraprobo, 
Speque salutis foveantur languidi. 

5. Sancte Remacle, nostris fave precibus 
Vota cunctorum maiestati offerens, 
Sintque coniuncti angelorum milibus, 
Quique devoti tuum festum celebrant. 

6. Laus, bonor, virtus atque modulatio 
Patri natoque simul et paraclito, 
Qui dominatur trinus et unus Deus. 
Et regnum eius in aetema saecula. 

Acta SS. Bolland. Sept. I, 671; mit der gleichen Quellenangabe wie 
beim vorhergehenden Hymnus. 



1!>3. In s. Sinieonis Padoliraneusis. 

1. Emicat alma dies, Domino 
Cantica pangite cum iubilo, 
Qua Simeon, sacer eremitans, 
Celsa palatii scandit ovans. 

2. Stemmate nobilis eximio 
Schemate vixerat egregio, 
Terrea liquit amore Dei, 
Pectore semper adhaesit ei. 



224 



Pars I. Hymni aiitiqiiissimi saec. V. — XI. 



Y 



3. Hic prece carnea bella domat, 
Quo sana mens vitiosa vomat ; 
Membraque quo mage mortificat, 
Hic magis intima vivificat. 

4. Quem Dominus reserare volens 
Mira per hunc facit omnipotens ; 
Quem niinis arta fames cruciat, 
Cervus ad liunc veniens satiat. 



Quod Simeon foret egregie, 
Sat didicit caput ecclesiae; 
Hostica vis tumidum domuit, 
Sed vir eum pius eripuit. 

6. Carceris antra preces reserant ; 
Parcitur his, tiagra qui dederant : 
Frigora, fiabra, nives tolerat, 
Dum loca sancta petens peragrat. 

7. Sic Simeon veneranda gerens, 
Iustitiae documenta sequens, 
Post breve corporis exsilium 
Iam bravium capit aethereum. 

8. Iam, reverende pater, famulis 
Mitis adesto favore tuis, 
Corpore quosque tuo decoras, 
Hos pie, te petimus, foveas. 

9. Nos rege, protege, multiplica, 
Respice, dilige, sanctifica, 

Quo tua plebs, tibi quae iubilat, 
Ad tua gaudia perveniat. 

10. Gloria, laus, honor, imperium 
Sit tribus et decus eximium, 
Qui Deus unus in arce poli 
Celsa gubernat et arta soli. 




Wioii, Lignum vitae, impr. Venetiis 1595. Pars II. (liber III.), p. 286 
sq. — Dort die einleitende Note: „Exstant et duo alii hymni [Clarus psalle 
plebs iubUa" und „Psallat chorus qui sonorus" (Aual. Hymn. XXII, 256) 
gehen voraus] Phaleucio carmine conscripti in pervetusto codice liibliothecae 
Monasterii nostri S. Benedicti Mautuani , difficillimi quidem lectu ob ab- 
breviationes multas et insolitas . . ." Letzteres wohl der Grund, warum Wions 
Text reeht schlecht ist AVion liest: 1, 3 Quem; eremita is (der Reim zeigt 
das Rechte). — 2, 2 Scemate. — 3, 1 Hic voce (voce gegen das Metrum). 
— 3,2 Quos una; vielleicht „Quo sua", da „sana" gegen das Metrum. — 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Sualone. 225 



4, 1 Quem Christus. — 4, 3 nimis acra. — Zwischen Str. 4 u. 5 steht 
folgende Strophe: 

Quod tumuit, miser occubuit, I Vir pius hunc prece restituit: 
Hostica turma fugata gemit i In miseros nec vir ante fremit(!). 

Offenbar ist diese Strophe eine Uberarbeitung der oben stehenden 

5. Strophe oder umgekehrt. — Vor Str. 5 Divisio mit Heifiigung der Doxo- 
logie. — 10, 4 a.stra poli; auf dicse Weise wiirden 10, 3 u. 10, 4 mit dem 
gleichen Worte in gleicher Bedeutung schliefsen ; auch biklen celsa u. astra 
keinen Gegensatz. 

Der hl. Simeon war Monch u. Eremit des genannten Klosters „S. Bene- 
dicti de Padolirana prope Mantuam", wo er 1016 starb. Dessen Vita schrieb 
ein Anonymus Monachu* Padvliranensis (Mabillon VI. 1. p. 151 — 168); ob 
aueli den Hymnus? Er ist im Versmafs des Agatha-Hymnus (Nr. 134), welches 
in Italien beliebt war. 



194. In sancti Sualonis (Vel Soli). 
H y m n u s E r m a n r i c i E 1 1 w a n g e n s i s. 

1. 2L(f6dQu mirabilem * promite carmine, 
Cluit qui meritis * undique stantibus, 
Solum quem vocitat * nomine typico 

Plebs sacra sic Germanica. 

2. Oris qui famine * undique colligit 

Fide corroborans * Christoque populos, 
Dans claudis itiner * expulit et taetros 
Instanti ore spiritus. 

3. Lingulas iusserat * statum in pristinum 
Restitui prece * mutis et condolens 
Caecis fert salubrem * visum, qui caelitus 

Est semper mitis omnibus. 

4. Uita consimilis * vixit apostolis, 
Martyrium ferens * iuge in animo, 
Cliristique virginum * atque confessorum 

Coheres gaudet uranis. 

5. Sancta nunc trinitas, * aequalis deitas, 
Dispone famulis, * tibi quod placeat, 
Ut nunc te canere * possint perenniter, 

Qui regnas in perpetuo. 

Collect. ms. Sangallense saec. 9. Cod. Sangallen. 571. — 1,1 fodra 
mirabilem (die Initiale S ist in der Hs. falschlich in den Anfang der dort 
folgenden Zeile, namlich vor „promite' - gezeichnet). — 2, 3 clodis itiner (zum 
Nominativ „itiner" vgl. Forcellini s. v. iter, b). — 3, 1 iussurat. — 4, 2 
Martvrum ferens inge qui in animo; zum Hiatus „iuge in" vgl. 2, 4. — 
Blun.e, Thesauri hymnologici Hymnuriuiu. 15 



22«; 



Pars L Hynmi antiquissimi saec. V. — XI. 



4, 3 atque coufessorum fehlt. — 5, 1 Saneta uua trinitas aequalisque te. — 

5, 2 quod placet tuis. — 5, 3 possimus. 

Der Hymnus folgt unmittelbar nach eiuem Sermo auf den hl. Solus, 
welcher abschliefst mit: „Finit sermo Ermifnricij diaconi." Darauf: „ln- 
cipit hymriU8 eiusdem ex ipsius nominis titulo exordium capiens;" das Akro- 
stichon lautet namlich : Solus. — Ermenrich, spiiter Abt von Ellwangen, in 
Fulda Schiiler Rabans, war mit Rabans Neffen Gundram eng befreundet, und 
diesem zu Lieb, der deu Stifter seiner Kirche von Solenhoiea, den hl. SuaJo 
feierlich erhoben hatte, schrieb er das Leben dieses Heiligen, dessen Namen 
Ermenrich latinisierte und willkiirlich SoJus nanute. Er war damals noch 
Diacon, somit ist der Hymnus vor 840 gedichtet. In allen Werken tragt 
Ermenrich iu gezierter Weise seine Gelehrsamkeit zur Schau, auch seine als 
gering bezeichnete Kenntnis des Griechischen. Hierzu stimmt der Stiel des 
Hymuus. — Vgl. JJiimmJer, iiber Ermenrich von Ellwangen u. seine Schriften 
(Forschungen XIII, 473—485; Neues Archiv IV, 321); Wattenbach (Deutsch- 
lands Geschichtsq. 6 I, 282 ff). — Aus gleicher Quelle ist der Hymnus publiziert 
in Mon. Germ. Script. XV. I. p. 163; dort ist 4, 3 f. die Liicke ausgefullt : 

Christique virginum [sanctarum] coheres 
Gaudet [semper in] uranis. 

195. In sancti Stephani. 



1. Hymnum cantemus Domino, 
Hymnum martyri Stephano: 
Christo ut regi omnium, 
Stephano ut primo martyrum ; 

2. Christo ut patris unico, 
Stephano ut vernaculo ; 
Christo Deo et homini, 
Stephano ut sancto homini ; 



3. Christo, quod mundo genitus. 
Stephano, quia mortuus; 
Christo, quod vitam contulit, 
Stephano, quocl mortem pertulit ; 

4. Christo. quia descenderat, 
Stephano, quod ascenderat ; 
Christo, quod terras adiit. 
Stephano, quod caelos petiit. 



5. Laus patri sit ingenito, 
Laus patris unigenito, 
Laus sit sancto spiritui 
Tanta praestanti martyri. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. A. — Hymn. 
ms. Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. B. — Hymn. ms. 
Severinianum saec. ,0 /ii. Cod. Parisin. 1092. C. — Hymn. ms. Severiniauum 
saec. 10 /ii. Cod. Vatican. 7172. D. — Hymn. ms. Veronense saec. 10 /ti. 
Cod. Capit. Veronen. CIX (102). E. — Brev. ms. Sangallense saec. 10 /n. 
Cod. Sangallen. 413. F. — Hymn. ms. Sangallensef?) saec. 11. Cod. Bero- 
linen. VIII" 1. G. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. I0 /n. Cod. Londinen. 
Iul. A VI (Paraphrase). H. — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) 
saec. 11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. I. — Collectar. et Hymn. ms. 
Exoniense (Ep. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. K. — Collectar. 
et Hymn. ms. Wintoniense (? Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi 
Cantabrigien. 391. L. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. 
Dunelmen. B III 32. M. — L ist nicht kollationiert. 

1, 1 Hymnum cauainus AI. — 1, 2 martyris B. — 1 , 4 ut fehlt CD; 



II. De Sanetis. — B. Hymni de Sanetis Proprii. De s. Stephano. 227 



martyre A, martyri CDHIM (gegen die Assonanz). — Str. 2 u. 3 umgestellt 
HK. — 2, 3 Christo ut Deo B. — 2, 4 ut fehlt CDFG; sancti B. — 3, 1 
genitur A. — 3, 2 qui mortuus C. — 3, 3 vita BC. — 3,4 quia mortem 
B. — 4, 2 u. 3 quia B. — 4, 3 terram C. — 5, 1 sit fehlt B. — 5, 2 Laus 
Christo B, Laus eius E, Laus nato HIKM, Laus sit (ohne patris) CD; uni- 
genitio(!) D. — 5, 3 Laus sancto sit F. — 5, 4 Praestanti tanta C; Tanto 
ACGM; martyre A. 

Der vierte Vers jeder Strophe (ausgenommen die Doxologie) hat eine 
Silbe Uberschufs; also ist zu lesen „Stephano, wiihrend in jedem zweiten 
Verse die Betonung „Stephano" sein mufs, in 1, 2 jedoch „Stephano". — 
Allen Anzeichen nach hat der Hymnus, wenngleich schon fruh international 
geworden, keine weite Verhreitung gefunden und nur in schwedischen Brevieren 
sich bis ins 16. Jahrh. erhalten, dort mit dem Anfange „Hymnum canamits" 
(cfr. Klemming III, 153). 



196. In sancti Stephani. 



1. Caelum nune- omne gaudeat, 4. Iudaeos inter perfidos 
Laetetur et omnis terra, Divina plenus gratia 

De caelesti nam Dominus Angelica sub facie 

Regno venit ad homines. Magna fecit prodigia. 



2. Hesterna die genitus 
llluxit mundum Dominus, 
Qui hodierna militem 
Suum suscepit Stephanum. 



5. Hunc nos rogamus supplices, 
Ut, qui pro suis hostibus 
Oravit, nobis veniam 
Imploret ante Dominum, 



3. Hunc elegerunt omnium 
Sancti doctores gentium, 
Ut esset in virtutibus 
Dux et minister coetibus. 



6. Ut in praesenti saeculo 
Eius semper iuvamine 
Liberemur ab omnibus 
Inimicorum fraudibus. 



Collect. ms SS. Petri et Pauli Wissenburgen. saec. 9. Cod. Guelfen- 
byteran. 4150 (Weissenb. 66). — Vgl. Milchsack I, 8. 



197. In sancti Stephani. 



1. Iesu, salus certantium, 
Remunerator martyrum, 
Dignare servos visere, 
Qui vota solvunt debita 



3. Hic iustus et laudabilis, 
Sancto repletus flamine, 
Tot splenduit miraculis, 
Iudaea quo stupesceret. 



2. Omni quidem nos tempore 
Laudare Christum condecet, 
Sed nunc, reor, potissimum 
In laude magni Stephani. 



4. Humana lingua non valet 
Karrare tanta munera, 
Quae Iesus isti militi 
Amore largo contulit. 

15* 



228 



Pars I. Hymui antiquissimi saec. V. - XI. 



5. Hic conglobatis impiis 
Miranda fert oramina; 
Quo sit refertus spiritu, 
Pandit loquendo sophiam. 

6. Quae dicta sat salubria, 
Alto refusa pectore, 
Obscuritate commoneut, 
Quaerenda quod sint sobrie. 



7. Hinc facta coniuratio 
Tormenta in illum dirigit, 
Et sic crucntis brachiis 
Sancti cruentant brachia. 

8. Infausta martyr attamen 
Haud optat insequentibus, 
Verum remitti postulat 
Tanti nefas peccaminis. 



9. Huius rogatu, quaesumus, 
Depelle nostra crimina, 
Colenda semper trinitas, 
Aequalis est cui gloria. 



Fragment. ms. Hymnarii incert. origin. saec. 10. Cod. Bernen. AA 90 
(pars 19). — 1, 3 servos nisibus (statt visere). 



15)8. In sancti Stephani. 



1. Primatis aulae caelicae 
Nunc festa pangant gnaviter, 
Quicunque Christi gratia 
Quaerunt iuvari sedula. 

2. Hic nempe primus omnium 
Per mortis acre poculum 
Ipsum fuit regem poli 
Dignus sequi victor mali. 

3. Quod saxa dudum triverant 
Ira caput Iudaica, 

Cingit beatum hoc stemma 
Per cuncta sane tempora. 



4. Quam dulce, martyr inclite, 
Tibi pararant vivere, 

Qui morte te pessumdare 
Cassa putaverant strue ! 

5. Nunc ergo, domne Stephane, 
Noli, precamur, spernere, 
Dilector odientium, 

Voces tibi psallentium. 

6. Dignare nobis caelicum 
Placare clemens arbitrum, 
Amoris ut sanctitici 
Caelique simus compotes. 



7. Praesta, pater, cum filio 
Totum regens et spiritu; 
Cui sit perennis gloria 
Uni Deo per saecula. 

Trop. et. Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Tu- 
ricen. Rhen. 97. — 3,3 Cingit nunc heatum. — 5, 2 u. 3 umgestellt; da- 
durch entsteht gekreuzter Reim, der dem ganzen Hymnus und iiberhaupt wohl 
den Hymnen aus dieser Periode fremd ist. — 6, 2 arbitrem. 



II. De Sancti.s. — B. Hymni de Sanetis Proprii. De s. Stephano. 220 



1;»!). „Hymnus de Passione s. Stephani." 

Hymnus Notkeri JJalbuli. 

1. Primus ex septem niveis columnis 
A Petro electus Stephanus beato 
Voce vel signis medicans misellis 

Claret in orbe. 

2. Qui brevi verbo replicans priora 
Persecutores docuit piorum 
Esse Iudaeos probitate cassos 

Felleque plenos. 

3. Nec novum quid, quod Dominum furore 
Impio ad poenam crucis impulerunt, 
Cum prophetas vel patriarchas ante 

Saepe necarent. 

4. Hisce pro dictis, licet angelorum 
Ille fulgeret facie decorus, 

Ceu profanum moenibus urbis altae 
Eiciebant. 

5. Sauli sed curae induvias calentes, 
Ne pigcr forsan furor impeditus 
Tardius sanctum lacerare posset, 

Deposuerunt. 

0. Tum volant crebri lapides per auras 
Instar ingentis pluviae vel imbris, 
Vineae tandem sterili negandi 
Atque nocivae. 

7. Sed tamen sanctus pietate plenus 
Persecutori veniam precatur 
Atque pro crudis lapidum ruinis 

Pronus adorat. 

8. Huic ad exemplum Deus ipse magnum 
Praestitit se conspiciendum, omni 
Saeculo quod profuerit, caput ceu 

Martyriorum. 

9. Nam quis audebit dubitare, sese 
Quod Deus servet pius in futurum, 
Quando in praesenti Stephano videndum 

Praebuit ipse, 



230 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



10. 



Ut fides iam conspicue vireret 
Visibus nostris propiante caelo 
Vel patris summi renitente nato 



Aethere aperto, 



11. 



Spiritu vel se manifeste in ipso 
Esse prodente Stephano benigno 
Talibus signis, pia trinitatis 



Quis bona fulgent. 



Collect. ms. Sangallense saec. (8.) 10. (11.) Cod. Sangallen. 242. — 
5 , 1 Saulis et. — Dieser und die drei folgenden Hymnen, dic sich in eben 
dieser Ordnung u. mit eben diesen Ubersehriften in der Handschrift anein- 
ander reihen , sind das Werk jenes Dichters , der sich im vierten Hymnus 
(Nr. 202) selbst bezeicb.net als „balbus . . . Notlcer" (ebendort 10, 1 u. 3), 
namlich des Notker Balfoulus. Laut Str. 15 des dritten Hymnus (Nr. 201) 
hat er sie verfafst fiir den „jjr«es?/7 veneraudus Ruodbreht", der im vierten 
Hymnus (Nr. 202; Str. 11, 1) „Ruodbertus u heifst. Ruodbert war 883— 917 
Bischof von Metz; Notker starb 912. Also sind diese Gedichte zwischen 
883 — 912 angefertigt. — Sie sind nicht so sehr eigentliche Hymnen, wie sie 
ja auch in keiner liturgischen Hs. (iiberhaupt nur in dieser einen) sich vor- 
tinden , als vielmehr ein Zyklus von Gedichten in Hymnenform viber Leben, 
Martyrium u. Wunder des Erzmartyrers Stephanus. — Vgl. Basnage- 
Canisius II , III , 220 sqq. und Diimmler in Mitteilungen der Antiquar. Ge- 
sellsch. in Ziirich, XII, 228. 



200. .,Alius de Eevelatione corporis eius." 

Hymnus Notkeri Balbuli. 

1. Cum sanctus Stephanus necis petrinae 
Multatus misera iacere sorte 
Compertus fuerit Gamalieli, 

2. Compassus bonus ille non nocenti 
Poscit christicolas pia rapina 
Corpus tollere dentibus leonum. 

3. Vectum navicula, quod ipse sumit, 
Conditumque suo locat sepulcro 
Et planctu nimio sequente curat. 

4. Ac post mortuus adplicatur illi 
Et post tempora valde multa sese 
Pandit presbytero docetque clausa. 

5. Iohanni studet ille nuntiare, 
Sancto pontifici, simulque sumptum 
Tliesaurum Stephani Salem ferebant. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Stephano. 231 

6. Et tunc arida vel siti perusta 
Accepit pluvias diu uegatas 
Tellus germinibus soli creandis. 

7. Hos testem decuit honore tolli, 
Imbrem qui lapidum ferebat ultro, 
Orans, impia ne manus periret. 

Collect. ms. Sangallense saec. (8.) 10. (11). Cod. Sangallen. 242. — 
1, 3 Gamaliheli. — Vgl. Note zum vorhergehenden Hymnus. 



'201. ,,Iteni alius de Miraculis ipsius in Africa ostensis." 

Hymnus Notkeri Balbuli. 

1. Ut revelatus Stephanus micabat, 
Ossa sunt eius celeri meatu 
Africanorum steriles per agros 

Sparsa serendo. 

2. Flore de quorum mulier medelam 
Dante Praeiecto meruit patrono, 
Quos tenebratis oculis propinquans 

Vidit aperte. 

3. Messe de quorum medicina dulcis 
Devehenti pontifici fideli 

Venit, ut nec fistula parva morbo 
Iam superesset. 

4. Calculi morbus nimius vetusque, 
Quo laborans Eucherius periret, 
Temperamento Stephanus salubri 

Est superatus. 

5. Mortis et saevum Stephanus periclum 
Veste signata ac citius remissa 

Sic repressit, presbyter ut salutis 
Munera ferret. 

6. Martialis, tu Stephani gemella 
Sospitans cura, dominum potentem 
Mortis et vitae celebrare Christum 

Saepe solebas. 



232 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



7. Stephanus quondam podagrain removit 
Caelitus latis precibus benignis 

Et revelato medicantis usu 
Blandus iatri. 

8. Cum puer sueto pueris iocandi 
More inter boves tereret terendus, 
Stepbano extinctus medicante vitae 

Est revocatus. 

9. Nonna desperans reditum de arta 
Fauce mortis mox tonicam beato 
Stepbano misit; moritur; reducta 

Qua revirescit. 

10. Bassus et natam simili medela 
Mortuam vitae revocavit horis, 
Stephanum multis lacrimis misertum 

Mollificando. 

11. Filius parvus, patris omne carum, 
Spiritus iamiam vacuus calore, 
Stephani tactus oleo revixit 

Morte remota. 

12. Haec Eleusinus Stephauum patrare 
Audiens, natum exanimem ferebat 
Martyrum Christi manibus medendum, 

Estque ita factum. 

13. Aemulans Petronia quem misella 
Stephanum peruix medicum requirit 
Fascino spreto, celerique gaudet 

Munere sancti. 

14. Paulus autem Palladia sorore 

Se per orbem concomitante latum 
Stephani nutu caruit tremore 
Ac soror ipsa. 

15. Haec mihi doctor retulit peritus, 
Nomen augusti merito retentans, 
Quae tibi, praesul venerande Ruodbreht, 

Pango canenda. 

Collect. ms. SangalJense saec. (8.) 10. (11). Cod. Sangallen. 242. — 
Vgl. die Note zu Nr. 199. 



De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De 8. Stepliano. 



2<>2. ..Item de Miraculis eiusdem in cismarinis partibus." 

Hymnns Notkeri Balbuli. 

1. Ordinis sacri Stephanus honore 
Partibus pollens Asiae calentis 
Finibus tandem occiduis rosarum 

Sparsit odores. 

2. Quos volens plantare beatus ille 
Verna Martini vigilans in orani, 
De sera accepit sine clave clausit 

Et sine clave. 

3. Qui precabatur veniam imperitis, 
Ipse protervum Stephanus repressit 
Innocentes eripiens reumque 

Fune retentans. 

4. In mari navis propior periclis 

Per manum sancti Stephani retracta 
Aut canes Scyllae rabiera aut Charybdis 
Salva refugit. 

5. Est domus Mettis Stephani cruore 
Sacra, quae tantum superesse diris 
Posset Hunnorum gladiis rogisquc 

Sanguine tuta ; 

6. Quae ducis natam. medicante Gallo 
Liberatam daemonio furente, 
Regis abstraxit thalamis amore 

Integritatis. 

7. Fontis Hispani Stephano patrante 
Munus aeternum memorare dignum, 
Qui lavandis profluit atque lotis 

Conditur alte. 

8. Sed cum hoc baptisterium cavallis 
Improhus quidam stabulum pararet, 
Febre correptus dominum praeibat 

Ad Phlegetonta. 



234 



Pars I. Hymni antiqnissimi saec. V. — XI. 



'.i. Hoc loco cultrum socio retraxit 
Impudens quidam, vacua sed urna 
Mente percepta Stephano iubente 
Reddidit ipsum. 

10. Aeger et balbus vitiisque plenus 
Ore polluto Stephani triumphos 
Notker indignus cecini volente 

Praesule sancto, 

11. Flore Rnodbertus iuvenale qui nunc 
Cor senum gestans senium beatus 
Ac piis plenus meritis videre 

Promereatur. 

12. Pacis optata potiens quiete 
Hostis et diros superans mucrones, 
Quem furens misit Boreas fugandum 

Vel perimendum, 

13. Ut trinitatis benedicta virtus 
Aedibus sacris domibusque cunctis 
Per preces magni Stephani canatur 

Tempore longo. 



Collect. ms. Sangallense saee. (8.) 10. (11.) Cod. Sangallen. 242. — 7, 2 
memore, spater korrigiert in „memorare". — Vgl. die Note zu Nr. 199. — 
Stiftsbibliothekar Dr. Adolf Fak zu St. Gallen hatte die Liebenswurdigkeit, 
den Text dieser vier Hymnen noch eiumal auf die Handschrift zu revidieren. 



203. In ss. Theopompi et Synesii. 

Hymnus Cosmae Matealensis (?). 



1. Celsum triumphum martyrum 4. Nam rex profanus idolis 



Pangamus omnes annuum 
Devota mente maximum 
Christo ferentes canticum. 



Impellit hos ut spurcidis 
Litarent nec flectit aris, 
Taetris angit suppliciis. 



2. Psallamus ac Theopompi 
Mox bella seu Synesii 
Virtutis acta lucidis 
Pro regis alti muniis. 



5. 



Scd cuncta forti pectore 
Postquam flagella strenuc 
Christi vicerunt munere, 
Tenent coronas fulgide. 



3. Hi namque vitae gaudia 
Praesentis ac suavia 
Saecli linquentes ardua 
Gestant parata bravia. 



6. Nos ergo, fratres. supplices 
Poscamus, ut nos utiles 
Reddant ad hymnos caelites 
Regnique dent participes. 



II. De Sanctis. — 



B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Udalrico. 235 



7. Sit trinitati gloria, 

Sit laus, decus, victoria 
Patri cura nato maxiraa 
Cum pneumate per saecula. 

Ughelli, Italia sacra . . . impr. Komae 1644 — 62; II, 140. — „Ex Non- 
antulano Codice." — 2, 1 Psallamus at. — Dem Hymnus geht ein metrisches 
Gedicht iiber die Passio des Martvrers Theopompus u. seiner Genossen vor- 
aus, beginnend mit „Contii1it agmmibus fratnim pia nmnera Christus", 
und eingeleitet ist dasselbe mit einer Widmung an den „Monch Gregor" von 
Nonantula, worin Cosmas sich als Dichter nennt, beginnend mit: „Cosmas 
Gregorio Monacho dedit ista benif/no.^ Cosmas von Matera, ein 
neapolitanischer Dichter, wird gewohnlich als um 950 lebend angegeben. 
Da um 911 die Translatio der hll. Theopompus u. Synesius aus Treviso nach 
Nonantula stattfaud, diirfte bei diesem Anlasse oder nicht lange nachher das 
Gedicht entstanden sein. Es ist nicht ganz sicher, ob der beigefiigte 
Hymnus vom gleichen Verfasser stammt, wie das metrische Gedicht; aber 
manches spricht dafiir, u. alle Zeitangabeu wiirden passen. — Die An- 
gaben spaterer Schriftsteller iiber Cosmas von Matera, wie die eines Leyser, 
I. A. Fabricius, Ceillier u. a. fufsen auf Ughellis Bericht. 



204. In s. Udalrici Augustani Ep. 



1. Mire plasmator saeculi, 
Qui cuncta formans uihili, 
Iustos honorans praemiis, 
Dissolve nodos criminis. 



3. Udalricus vocabulo 
Pausans herili tumulo 
Confert salutem plurimis 
Dono superni numinis. 



2. Hunc hymnizantes asmate 
Laeti queamus pangere, 
Quem iam sanxisti praesulem 
Asciscens pium militem. 



4. Dispar prosopa trinitas, 
Par in usia deitas 
Nos ob precatum praesulis 
A morsu tegat aspidis. 



Hymn. ms. Campidunense saec. 10 /n. Cod. Turicen. Rhen. 83. A. — 
Hymn. ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. theol. IV" 1. B. — Brev. 
ms. Althae Superioris saec. 12. in. Clm. Monacen. 9633. C. — Brev. ms. 
Pruvningense saec. 12. Cod. Vindobonen. 1826. D. — Brev. ms. Constan- 
tiense(?) saec. 15. Cod. Stuttgardien. Brev. 101. E. 

1, 2 formas nihilo A: ist gegen den Reim („nihili" ist als sogen. geni- 
tivus originis mit „cuncta" zu verbinden = das aus dem Nichts hervor- 
gerufene AIl). Dafs zum Particip „formans" die Copula „es" zu erganzen 
ist, kann in der alten Hymnodie nicht im mindesten auffallen ; „formas" ist 
iiberdies viel weniger bezeichnend. — 2, 4 Asiscens E. — 1,3 Odalrkus 
BC, Odilricus A, U°dalricus E. — 3, 4 luminis B — E. — 4, 3 presuris (st. 
praesulis) A. 

Vorliebe fiir griechische Worte macht sich bemerkbar: icofict (2, 1), 
7io6ga>7iov bzw. jiqoswjtk als aceus. graec. „ungleich in Hinsicht auf die 
Personen" (4, 1), ovaia (4, 2), aonis (4, 4). — Der Hymnus ist sichtlich 
nicht weithin und nicht lange Zeit in liturg. Gebrauch gewesen; sein Ur- 
sprung wohl in Sud-Deutschland. 



230 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



205. In s. Talerici Lemovicensis Ereux. 



1. Decus sanctorum nobile 
Et iubar fulgens splendide, 
Festivo tibi carmine 
Pangiraus laudes celebres. 



5. Nam fidei constantia 

Daemonum vertit delubra, 
Cadaver et exanime 
Vitae restaurat pristinae. 



2. Hac die sacratissima, 
Luce perfusa rutila, 
Qua digne caeli gaudia 
Adeptus est felicia, 

3. Ad laeta ivit inclitus, 
Virtutum plenus caelitus. 
Yalericus, eximie 
Caelesti micans lampade. 

4. Qui caeni sprevit fiorida 
Sacra secutus dogmata, 
Signorum fulget gratia 
Membra sanans debilia. 



0. Cuius celsa miracula 
Per orbis pollent climata 
Salutis medicamina 
Omnis ferendo plurima. 

7. Quin eius sacer tumulus 
Claris micat virtutibus, 
Eiusdem tactu languidi 
Fortes fiunt et validi. 

8. Iam buius, Christe, munere 
Culparum gesta dilue, 
Fautore te egregio 

Sacro fruamur merito. 



9. Laus genitori Domino 
Sit semper atque filio 
Et flamini sanctissimo 
Honor et iubilatio. 



De Levis, Anecdota sacra, p. 173 sq. Mit der Bemerkung: „nobis 
perhumaniter communicavit Illms. et Kms. P. Sona de Ordine Cisterciensium 
ex congregatione S. Bernardi, abbas 8. Mariae de Abundantia." — 2, 4 
Ademptus. — 5,4 Vitae restituit. — 6, 4 Omnes; ich verbinde: Salutis 
omnis medicamina. — S, 1 Christi. — Der Hymnus, dessen ganze Form 
ins 9. oder 10. Jahrh. verweist, diirfte im Gebiete von Limoges, auf das der 
Kultus dieses Heiligen beschriinkt erscheiut, gedichtet sein. 



206. In s. Tictoriae T. et M. 

Ad Laudes. 



1. Assiste nunc precatibus 
Tuorum, virgo, supplicum, 
Victoria, mirabilis 

Deo atque placabilis. 

2. Quae mundi liuius noxia 
Teinpsisti atque omnia, 
Da nobis tecum perpetim 
Iungi aeternis gaudiis, 



3. Ut Christo grates debitas 
1'ossit nostra fragilitas 
Reddere irf aetlieriis 
Associati angelis. 

4. Praestet hoc idem Dominus, 
Qui exstat individuus 

Cum patre. sancto spiritu 
Mundi ante principium. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Victoria. 237 

Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhenov. 82. — 1, 1 precan- 
tibus. — 2, 1 Quem. — 2,4 internis. — 3,4 Associati, zu beziehen auf 
n nostru fragilitas" ist als Contructio xuru avvftJiv nicht mit Morel in „Asso- 
ciata" zu iindern. — Aus gleicher Quelle bei Morel (Nr. 558) u. Werner 
(Nr. 219). — Vorstehender Hymnus hatte seinen Platz bei den Victoria- 
Hymnen Nr. 476 u. 477 irri Bd. XXII. die ebenfalls aus Farfeusur Quellen 
geschijpft sind, erhalten miisseu. Offenbar hat die hl. Victoria besondere Be- 
ziehungen zu Farfa, welche ich indes nicht zu ermitteln vermocbte, da sie 
vielleicbt nur durch diese Hymiien bisher konstatiert werden konnen. 



Appendix Partis prioris. 
A. Hyniiiodia Petri Damiaui. 



Fiir eine ganze Reihe von Dichtungen des Kardiualbiscliofs von Ostia 
mofsten wir uus im Bd. XLVIII (S. 29 — 78) mit dem von Gai tani (Migne 145) 
gebotenen Texte bescheiden. Was Dreves und ich iu Italiens Bibliothekeu 
vergebens suchteu, hat Sannisttr jiiugst gluchlich gefunden: Die hauptsdch- 
lichste handschriftliche Quelle, aus der Gaetani sehopfte, namlich eine Kopie 
der Opera s. Petri Damiani saec. 11. ex. (Cod. Vatican. 3797), welche aufser 
den in Prosa abgefafsten Werken Damianis in ziemlicher Vollstandigkeit 
auch dessen poetische Erzeugnisse bietet und zwar, was den Wert der Quelle 
noch bedeutend erhoht, zugleich mit der Melodie vieler fiir den Gesang be- 
stimmten Gedichte. Da die Handschrift fast gleichalterig ist mit Damiani, 
erscheint die Zueignung der Gedichte durchaus glaubwiirdig; und es be- 
stiitigt sich, dafs Gaetani in diesem Punkte mit Recht als zuverlassig er- 
achtet wurde. 

Bannister war so hochherzig und gutig, ein genaues Inventar vom 
Hymnenbestande der wertvollen Hs. anzufertigen , die im Bd. XLVIII der 
Analecta mitgeteilten Dichtungen Damianis mit dem Texte des Vatikanischen 
Kodex zu vergleichen, drti Hymn&n auf dcn hl. Ianuarins, welche bei 
Gaetani und daher auch in den Analecta fehlen und die iiberhaupt bis jetzt 
unbekannt waren, zn kopieren imd das ganze Material mir zur Verfiiguug 
zu stellen. Dadurch hat dieser allzeit dienstbeflissene Hymnologe seinen 
schon so zahlreichen Verdiensten um die Aualecta Hymnica ein neues grofses 
Verdienst beigefiigt. Ein inniger Dank ist zu selbstverstandlich , als dafs 
ich ihn hier ausdriicklich noch auszuspreehen hatte. 

Zuuachst die Liste der Diehtungen naeh der Reihenfolge in der Hs. 
Die beigefiigte Zahl bezeichnet die Nummer in der Gruppe der Damianischen 
Gedichte im Bd. XLVIII bzw. in jenem Bande der Analecta, wo das Gediclit 
ohne Autorenangabe mitgeteilt ist. 

foL 

277 b. Dulce martyr eximius 
281 b. Magnum Rufini meritum 
„ Certat martyr egregius . 
293 b. Magna Fidelis merita 

361. Unica spes hominnm . . 
„ Scala thronusque Dei 

361 b. O genetrix aeterni . . . 

362. Ad pereunis vitae fontem 
„ Paschalis festi gaudium . 

362 b. Iucundantur et laetautur 



Nr. 


fol 




Nr. 


34. 


362 b. 


0 qnam dira quam horrenda 


50. 


32. 


363. 


Gravi me terrore pulsus 


48. 


33. 




Quis infelici fletus . 


47. 


25. 


363 b. 


Caelum terra pontus aetbj-a 


58. 


43. 


364. 


Anglorum iam apostolus 


26. 


44. 


Gemma caelestis pretiosa 


20. 


39. 


n 


Signifer invictissime . 


21. 


51. 


:i 


Anrora surgit aurea . 


22. 


40. 


•• 


Insigne decus martyrum . 


35. 


49. 


n 


Clara pblorum culmina . 


1. 



Appendix. 



— A. Hymnodia Petri Damiani. 



239 



fol. Nr. 

364. Senatus apostolici ... 31. 

364 b. Paule doctor egregie . . 30. 
„ Consul aeterni trabeate . 17. 
„ Chorus exsultet caelitum 18. 
„ Cum caeli sphaera volvitur 19. 

Gloriam clari canimus . 23. 

„ Donate sidus aureum . . 24. 

365. Gaudium mundi .... 4. 
, Terrena cuncta iubilent . 5. 
„ Aurora velut fulgida . . 6. 
„ Crux orbis salus perditi . 2. 
„ Crux mundi benedietio . 3. 
„ Captator olim piscium . 13. 
„ Andreae festum colitur . 14. 

365 b. Clarum pueUae meri- 

tum .... XXII, 404. 

„ 0 vere virgo nobilis XXII, 405. 

„ Sacri pontificis .... 36. 

„ Christe sanctorum gloria 37. 

Zu den Nrr. 4, 5, 13, 17, 18, 19, 20, 21, 27, 29, 39, 40, 43, 44, 47, 48, 
49, 51, 58 (gemeint sind hier, wie im folgenden immer, die Nummern, uuter 
denen im Bande XLVIII der Analecta die Dichtungen des hl. Petrus Damiani 
auf Seite 30—78 mitgeteilt sind) bietet die Hs. auch die Melodie- — Zu 
Nr. 27 u. 29 ist WUr die Melodie geboteu, vom Texte dieser Dichtungen hin- 
gegen bei dieser Melodie blofs der erste Vers aufgezeichnet. Auf fol. 372 u. 
373 werden niimlich die Anfdnge der Gedichte, deren Melodie eingetragen 
werden soll, wiederholt. Dabei kommt es vor, dafs auf manches Incipit keine 
Melodie folgt, und urogekehrt, was sehr zu beachten ist, dafs vier Incipit 
verzeichnet werden, und zwar zwei mit Melodie (Nr. 27 u. 29) und zwei 
ohne Melodie (Nr. 15 u. 28), von denen der volle Text im Kodex nirgends 
sich vorfindet. Dieser Umstand ist wichtig. Der Schreiber des Kodex hat 
namlich demnach nicht geniigende Sorgfalt verwendet, um den vollstandigen 
Text aller Dichtungen Damianis mitzuteilen, und wir konnen somit auch 
nieht erwarten, dafs er alle Gedichte Damianis aufgenommen hat. Fehlt 
also das eine oder andere Gedicht , welches sonst dem Kardinalbischofe von 
Ostia zugesehrieben wird, in unserem Kodex, so kann daraus nicht gefolgert 
werden, dafs die Zuschreibung zu Unrecht geschehen sei. So z. B. fehlen 
die Nrr. 42 , 46 u. 52 , die aber anderweitig als echte Kinder der Muse 
Damianis gesichert sind. Ebenso steht fest, dafs Gaetani aufser dieser aller- 
dings reichh aitigsten Quelle noch andere benutzte. 

Vergleichen wir die vorgelegte Liste mit den Nummern der Gedichte 
Damianis in den Analecta, so fehlen in derselben die Nrr. 16, 41, 42, 45, 
46, 52, 53, 54, 55, 56 u. 57. Nr. 16 ist indessen nur eine Divisio von Nr. 15 ; 
Nr. 42, 46 u. 52 sind alten Quellen mit den Werken Damianis entlehnt oder 
solchen, in denen Damiani als Autor genannt wird ; Nr. 41 ist durch innere 
Zeugnisse als Schopfuug Damianis ziemlich verbiirgt (nur ist nebenbei 
zu bemerken , dafs die altere der beiden Quellen , aus denen der Text der 
Nr. 41 entnommen wurde, namlich Cod. Angelic. B III 18, nicht also saec. 
10 /n. angesetzt werden darf. Dann konnte sie keine Dichtung Damianis 
(geb. 1006) enthalten. Tatsachlieh ist sie erst um das Jahr 1046 geschrieben). 
Somit eriibrigen jetzt von den 58 Gedichten, die Gaetani dem hl. Petrus Daniiaui 
zueignete, nur ganze sechs, fiir die wir ausschliefslich auf Gaetani als Ge- 
wahrsmann angewiesen sind, namlich die Nrr. 45 u. 53 — 57. 

Bei der Publikation im Bd. XLVIII gaben fiir Beinheit des Textes umd 
Kichtigkeit der Zueignung nur Gaetani bssw. Migne Gewahr bei 14 Ge- 
dichten (Nr. 15, 25, 27 — 29, 32 — 38, 43, 44; abgesehen von den <J weiteren 
Gredichten, die soeben als auch jetzt noch auf Gaetani allein ruhend genanut 



fol. Nr. 

„ CJare fomosi titulis \ 

366. Caelum tellus ac maria I , ... 

„ Lux alma sacri marty- [ 1 
ris ) 

„ Ambrosi sidus aurc- 

um .... XXII, 32. 

„ Sidus Maria splendidum. 7. 

„ Beata Dei genetrix . . 8. 

366 b. Maria decus hominum . 9. 

„ Maria templum Domini . 10. 

„ O singularis domina . . 11. 

„ Maria virgo regia ... 12. 

372 b. Insigne decus martyrum 15. 

„ Virginis virgo venerande 27. 

373. Fidelis plebs cum angelis 28. 

„ Magna Iohannis merita . 29. 

375. Clara nobilis praeconia . 38. 



240 



Pars I. Hymni antiquissiini saec. V. — XI. 



wurdcn); fur i) andere (Nr. 1, 13, 14, 30, 31, 48—51) liefs sieh der Text aus 
1—.'' handschriftlichen Quellen, in denen zugleich Damiani als Autor genannt 
wurde, herbciziehen ; aber dieselben entstammten dem betreffs Autorenangabe 
minder zuverlassigen 15. J.ihrh.: Nr. 47 endlich war nur ans einer 
Handschrift des 15. Jahrh. zu entnehmen, in der Damiani nicht genannt wird. 
Fiir alle diese. 24 Gedichte steht nunmehr die Niederschrift der Werke 
Damianis aus dem 11. Jahrh. zu Gebote. Aufserdein bietet sie uns drei 
bisher unbekannte Hymnen eben dieses Autors, die gleich folgen werden; 
und drei andere Hymnen (Anal. Hymn. XXII, Nr. 32, 401 u. 405), die 
bisher als Adespota galten, reiht sie uuter Damianis Gedichte ein. 

Der Text bei Gaetani (Migne) ist durchweg gut, bzw. der Text im 
Bd. XLVIII der Analecta benotigt relativ wenige Andenmgen, aufser in 
4—5 Gedichten. Die Nrr. 3, 4, 6—10, 17, 20, 29, 32, 33, 34 stimmen vSllig 
mit dem Cod. Vatican. 3797 iiberein. Bei den iibrigen in Betracht 
kommenden sind folgende abweichende Lesarten zu vermerken. welche durch 
Fettdruck hervorgehoben sind, wenn sie als die richtigeren, in den Text auf- 
zunehmenden sich erweisen: 

Nr. 1. Clara polorum culmina. — „In Laudibus". — 3, 2 Venitus. — 3, 4 

BCapnlls. — 6, 1 nobis vite vivere. 
Nr. 2. Crux orbis salus. — 5, 4 Adae quod solvit debitum. 
Nr. 5. Terrena cuncta iubilent. — 1, 4 Laudeni alternent. 
Nr. 11. 0 singularis domina. — 1, 1 O singularis feinina. 
Nr. 12. Maria viryo regia. — 2, 1 avulsos. 
Nr. 13. Captator olim piscium. — 3, 1 germen vere nobile. 
Nr. 14. Andreae festum colitur. — 1, 3 Per quem. 
Nr. 18. Chorus exsultet caelitum. — 7, 4 lucrentur saecula. 
Nr. 19. Dwrn, caeli sphaera volvitur. — 3, 4 Caeli scandit. 
Nr. 21. Signifer invictissime. — 5, 3 Dum. 
Nr. 22. Aurora surgit aurea. — 5, 1 Te pater alme petimus. 
Nr. 23. Gloriam clari canimus. — 6, 3 solidetque fractos. 
Nr. 24. Donate sidus aureum. — 4, 1 Vita lux et moribus. 
Nr. 25. Magtta Fidelis merita. — 1,2 promat. — Dieser Hymnus ist auch 

Anal. Hymn. XXII, Nr. 165 aus dem Brev. ms. Strumense saec. 11. 

mitgeteilt. 

Nr. 26. Anglorum iam apostolus. — 5, 4 instruis. — 8, 2 Vicem. 
Nr. 28. Fidelis plebs cum angelis. — 1, 2 plaudant. 
Nr. 30. Paule doctor egregie. — 1, 3 volans ac tonitruum. 
Nr. 31. Senatus apostolici. — 1, 2 ac praeco. — 5, 1 duni. — 5,4 Ta- 
bitam. 

Nr. 35. Insigne decus martyntm. — „In Laudibus". — 1, 4 perfundit. 

Nr. 36. Sacri pontificis. — 4, 3 Cui tintinnabula. 

Nr. 37. Christe sanctorum gloria. — 1, 3 confessoris. — 3, 2 nraestabat 
Nr. 38. Clara nobis jwaeconia. — 1 Clara nobilis praeconia. — 4a 6 de- 

butans, 1. deputans. — 5b, 2 vinciunt, korrig. vincunt, aber drei 

Noten. — 5b. 5 iam lapide. 

Nr. 39. 0 genetrix aeterni. — 7, 4 clausam dereliquit. — 16, :-! Legem 
utatris observat. — NB. Die Quelle A ist in den Anal. Hymn. 
XLVHI irrig als Palat. statt Ottob. 811. bezeichnet. 

Nr 40. Vaschalis festi gaudium. — „Kitmus paschale." — 1, 6 Moduletur. 

— 2, 6 cum laude. 

Nr. 43. Unica spjes hominum. — „Paractericum carmen sanctae crucis." — 

3, 1 stigmate signas. 
Nr. 44. Sctda thronusque Dei. — „Paractericum carmen s. Mariae." — 5, 1 

qnos subruit. 

Nr. 47. Qttis infeUci fletta. — „Ritmus penitentis monachi." — 4, 2 indicia. 

— 10, 2 mens in alta. — 11, 2 inbiat. — 1l\ 4 Tange, resurgat, 

— 14, 1 peccatrici. 



Appendix. — A. Hymni Petri Damiani. 



241 



Nr. 48. Gravi me terrore pulsas. — 3,2 Revolvuntur. — 6,3 apta. — 
8, 1 Atque. — 13, 1 spiris. — Dieses Lied steht auch im Collectan. 
ms. saec. 11. ex. Cod. Vatican. 202., aber verquickt mit Nr. 50. 
Letztere Nummer schliefst namlich mit Str. 4, 5, an welche sich 
unmittelbar Str. 13 der vorliegenden Nummer anschliefst. Vari- 
anten: 15, 1 Cadat. — 15, 5 vivendi. 

Nr. 49. Iucundantur et laetantur. — „Ritmus in eos, qui de regis ultione 
securi sunt, sed Christum evadere nequeunt." — 1,6 miseris. — 

4, 1 ac fulgur. — Am Schlufs : „Huiusque de adventu ; hinc de poe- 
nis inferni." 

Nr. 50. 0 quam dira quam liorrenda. — 1,10 quam dura. — 9,3 ad- 
huc premit. — Dieses Lied steht auch im Collect. ms. saec. 11. ex. 
Cod. Vatican. 202. — Titel: „Ritmus Petri.' — 3, 3 non con- 
sumit. — 4, 4 qui cor armant spinis(!); hierdurch Verirrung zu 
Nr. 48 (cfr. oben die Note zu letzterem). 

Nr. 51. Ad perennis ritae fontem. — „Ritmus de gaudio paradisi." — 1, 2 
sitivit arida. — 2,1 Cuin. — 2, 6 memoria. — 4, 6 teritur. — 

5, 1 aestas torrens. — 5, 3 Flos purpureuS. — 6, 5 floscidorum. 

— 9, 6 scandala. — 10, 1 Mutabilibus (ohne „His"). — 14, 2 
meritum. — 14, 6 commune fit. — 16, 1 semper et. — 18, 3 
Et sub se despectat altam. — 20, 3 sq. Ut quietem post prae- 
cinctum | debeas emerito. 

Nr. 58. Caelum terra pontus aethra. — Der Zweifel an Damianis Autor- 
schaft erweist sich durch unsere Quelle als unbegriindet. — „Ritmus 
sancti Yincentii.** — 2, 1 Dle nempe. — 3, 5 sq. ignes testulas 
equuleum; 1.: ignes, eculeum | Testulas. — 3, 15 Cordis igne (obne 
et). — 3, 18 fossus plagis. — 3, 21 Solam. — 3, 22 Lenitatem. 

— 4,4 corona gloriae. — 5, 5 Et marinis. — 5, 12 Praevenit 
velox. — 5, 14 Possides. — 6, 21 sq. Quo uil ament | Praeter 
sola caelestia. — Zwischen 7, 4 u. 5 steht: Qui per aeTum iura 
rerum I Ordinas. 

* * 

* 

Folgende drei Adespota sind nunmehr zu Damianis Hymnen zu zahlen : 
Ambrosi, sidiis aureum (Anal. Hymn. XXII, Nr. 32). — Variauten sind keine 
zu verzeichnen. — Schon die Doxologie verriit den Auctor. Wohl aber 
ist zu beachten, dafs entweder der Cod. Casinen. 506, der 1. c. auch als 
Quelle angefuhrt ist, ins 11. (statt in das 10.) Jahrhundert zu verweisen, 
oder trotz allem Damiani als Verfasser abzulehnen ist. 
Clarum puettae mcritum (A. H. XXH, Nr. 404). — 1,2 promant. — 1, 3 
saeptum. — Auch hier ist die Doxologie charakteristisch (cfr. Apollinaris- 
Hymnus im Bd. XLVIII, S. 40). Ferner liebt Damiani die Hymnen- 
anfange mit „meritum" bzw. „merita", wie: Magnum Rufini meritum'' 
(Nr. 34); „Magna Fidelis merita" (Nr. 25); „Magna Iohannis merita" 
(Nr. 29). 

O vere virgo nobilis (A. H. XXII, Nr. 405). — Ohne Varianten. 

Dazu kommen die folgenden drei bislang unbekannten Hymnen: 



207. In sancti Ianuarii. 

Hymnus Petri Damiani. 
Ad Vesperas. 



Caelum, tellus ac maria 2. 
Mellita promant carmina; 
His nempe dignus laudibus 
Est praesul Ianuarius. 

Bhme, Thesauri hymnologici Hyranarium. 



Hic martyr invictissimus, 
Divinis fultus viribus, 
Minas contemnit principum, 
Manus nescit carnificum. 

16 



242 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



3. Laetus adit supplicia 
Ieiunus ut convivia, 
Nova poenarum genera 
Mens transit imperterrita. 



5. Cui martyr ut egregius, 
Fusis medetur precibus, 
Multi tenebras deserunt, 
Ad verum lumen redeunt 



4. Praeses, quem iniquissimus 
Corde caecarat spiritus, 
Carnis etiam lumine 
Deo privatur iudice. 



6. Gloria sit ingenito 
Patri et unigenito, 
Sancto simul spiritui 
Deo indivisibili. 



Opera ms. Petri Damiani saec. 11. ex. Cod. Vatican. 8797. — Die drei 
ersten Strophen dieses Hymnus sind adaptiert worden auf den hl. Anastasius 
(cfr. Anal. Hymn. XXII, Nr. 35). Ebendort ist die Doxologie einem anderen 
Hymnus Damianis entlehnt; man vgl. die Doxologie zu Nr. 209. 



1. Clare famosi titulis triumphi, 
Raptor aeterni violente regni, 
Sit tuis per te via, Ianuari, 



2. Funde pro nostris pia vota noxis, 
Ut Dei iusta reprimatur ira, 
Reddat amissam merito coronam 

Gratia Christi. 

3. Te queunt nullae superare poenae; 
Membra discerptis patuere nervis, 
Carcerum taetrae cohibent tenebrae 



4. Flamma succensi triduo camini 
Cessit ingenti fidei calori ; 

Dum vapor carnis furit, inde mentis 
Aestuat ignis. 

5. Senserat frenum rabies ferarum 
Perpes, ut sacros laniaret artus ; 
Beluae blandos imitantur agnos 



208. In sancti Ianuarii. 



Hymnus Petri Damiani. 
Ad Nodurnas. 



Ianua caeli. 



Sidus Olympi. 



Vertice prono. 



Appendix. — A. Hymni Petri Daniiani. 



243 



6. Terminus longae datur ense pugnae 
Flante felicem iugulo cruorem ; 
Splendidus rubra rutilante stola 

Tendis ad astra. 

7. Laus honor patri parilique proli, 
Una maiestas, eadem potestas, 

Cum quibus sanctus simul implet omnem 
Spiritas orbem. 

Opera ms. Petri Damiani saec. 11. ex. Cod. Vatican. 3797. — 2, 1 pro 
nobis. — Von der Doxologie nur drei Anfangsworte. — Jeder Vers zeigt 
durchweg, wie es Damiani bei diesem Versmafs in der Regel liebt, Binnenreim. 



209. In sancti Iannarii. 

Hymnus Petri Damiani. 
Ad Laudes. 



1. Lux alma sacri martyris 
Orbem perfundit radiis, 
Qua purpuratus fulgidam 
Caeli conscendit curiam. 



4. Ut fons duorum luminum 
Lucerna fulges urbium, 
Caelo sanctorum merita 
Beata tollunt moenia. 



2 Abiecto carnis onere 
Stolam suscepit gloriae, 
Prostrato mundi principe 
Palmam refert iustitiae. 

3. Gaude, felix Aritium, 
Tantorum aula principum : 
Donatum, decus martvrum, 
Claudis et Ianuarium. 



5. Te. martyr alme, petimus 
Mentis orisque precibus, 
Ut tua solvant merita, 
Quos sua ligant debita. 

6. Sit patri laus ingenito, 
Sit decus unigenito, 
Sit utriusque parili 
Maiestas summa flamini. 



Opera ms. Petri Damiani saec. 11. ex. Cod. Vatican. 3797. — 1,3 
1. Qui? — 4, 1 frons. — Petrus Damiani verfafste auch eine tropierte Messe 
auf den hl. Apolinaris, aus der als Beispiel der Introitus nach dem Wort- 
laut der gleichen Quelle (Cod. Vatican. 3797) hier folge: 

Ait beatus Petrus apostolus Apolenari discipulo suo : Eia, 
Surge, accipe Sjjiritum sanctum simulque pontificatum; 

Ecce, enim eruditus es de omnibus, quae fecit Iesus ; 
et perge ad urbem, quae vocatur Bavenna; 

Multitudo enim populi illic moratur; 
praediea eis de nomine Iesu; 

Constat enim apud te, quod vere sit filius Dei; 
et ne formidaveris. 

16* 



244 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



B. Tres ^hymni" Anonymi Augiensis(?). 
210. „Hynuius de Domino Salvatore." 



1. Aeternus orbis conditor, 
Christus. parente non minor, 
Originali tempore 
Dignatus orbem condere, 

2. Hora sub bac novissima 
Mundi petivit infima 
Promissus ante plurimis 
Propheticis oraculis, 

3. Ut providus Ezechiel, 
Corona plebis Israhel, 
Clausam notavit ianuam 
Summo tonanti perviam. 

4. Ergo manente viscerum 
Pudore virginalium 
Divina proles terreae 
Se miscuit substantiae. 

5. Vacante diversorio 
Locatur in praesaepio 
Caeleste praebens pabulum 
Sancto gregi fidelium. 

6. Vultu coruscans angelus 
Hunc prodidit pastoribus ; 
Dux stella caelitus Magis 
Monstravit ortum principis. 

7. Hinc saevientis irritum 
Evasit hostis impetum, 
Sedes Canopi proximas 
Fuga salubri visitans ; 

8. Sed parvulis insontibus 
Caedes parata comminus 
Primo dicavit hostiam 
Arae Dei gratissimam. 

9. Nec iussa legis abnuit 
Servare, qui legem dedit, 
Dum rite circumciditur 
Deique templo sistitur. 



10. Ad vota post sollemnia 
Cum lux rediret annua, 
Comes puer parentibus 
Sacrae subit limen domus. 

11. Doctissimis hic patribus 
Plus ipse doctus additus 
Non se docendo praetulit, 
Sed audiendo subdidit. 

12. Lavandus auctor gratiae 
Undae sinu Iordanicae 
Omni carens contagio 
Submissus est et servulo. 

13. Accitus et conviviis 
Non nata vina nuptiis 
Illa dedit potentia, 

Per quam creavit omnia. 

14. Quantos iubendo languidos 
Effecerit sanissimos, 

Nec mens potest evolvere, 
Nec vox valet depromere. 

15. Quautos ab ipso funere 
Vitae referret pristinae, 
Praedatus horret tartarus, 
Ditatus exsultat polus. 

16. Numquid pedestrem tramitem 
Pressi maris pronuntiem, 
Cum se tonanti sterneret 
Fluctus, flatusque cederet ? 

17. Quinis virorum milibus 

Ex quinque victum panibus 
Satis superque praebuit 
Augendo, quod superfuit. 

18. Ex plebe sanctorum tribus 
Coram locatis testibus 

Se transfigurans in novam 
Ut sol refulsit gloriam. 



Appendix. — B. Tres hymni Anonymi Augiensis. 245 



19. Lucro vacantes impio 
Eliminans sacra domo 
Caedensque flagris asperis 
Est ultus offensam patris. 

20. Est inde passa scandalum 
Mens invidorum principum 
Morti studens hunc tradere, 
Qui venerat vitam dare. 

21. Tunc iudicari pertulit, 
Quem iudicem mundus tremit ; 
Caput subegit sentibns, 
Vultum sputorum sordibus. 

22. Commercium mirabile, 
Rerum quod auctor in cruce 
Ultro volens mortem pati 
Se carne permisit mori. 

23. Post dormiens somno suo 
Terrae quievit lectulo. 
Frustra cubante milite 
Ad busta clausa lapide. 

24. Nam fracta Ditis ostia 
Virtute stravit propria 
Mortisque rupit vincula 
Vicitque regna pallida 

25. Sol ille splendidissimus 
Imis refulgens Manibus, 
Quem nulla nox intercipit, 
Nec densa nubes occulit. 



26. Laxata mox captivitas 
Sedes revisit caelicas, 
Quam prima labes intulit, 
Dum protoplastus corruit. 

27. Ut lux reduxit tertia 
Ortus sui primordia, 
Orbi revexit maxima 
Christus resurgens gaudia, 

28. Testes suae victoriae 
Donans eos exsistere, 
Quos ante pugna terruit, 
Post spe triumphus extulit. 

29. His ergo convescentibus 
Conviva iucundissimus 
Est pastus humanis cibis 
Non ad saginam corporis. 

30. Gregis Petro sui fidem 
Mandavit inde perpetem, 
Caeli datis qui clavibus 
Relictus est heres pius. 

31. Nec multa post dilatio 
Hunc intulit nubes polo 
Stipante se caelestium 
Multa caterva civium. 

32. In patris illic dextera 
Regnans sedet per saecula. 



33. Nunc trinitati debitam 
Os omne pangat gloriam, 
Laudet patrem cum filio 
Et spiritu paraclito. 

Collect. ms. Augiense saec. 10 /n. (et 12.) Cod. Carolsruhan. Aug. 
CCXLIV. — Aus gleicher Quelle bei Mone (I. 31). — 8, 2 parata (nicht 
patrata, wie Mone schreibt). — 10, 2 revocaret, dariiber: rediret. — 11, 3 
praetulit falschlich nach audiendo (11, 4) geschrieben, aber durch ein Zeichen 
alsdann an den rechten Platz verwiesen. — 16, 1 Nam quid. — 16, 4 cae- 
deret. — 17, 4 Augiendo. — 21, 1 pertulit (nicht praetulit, wie Mone angibt). 
— 21 , 4 Vultnmque korrig. zu: Vultum. — 30, 2 qui datis, korrig. : datis 
qui (nicht „datus", wie Mone behauptet). — 32, 1 illinc korrig. zu : illic. — 
Str. 32 scheint unvollstandig zu sein. 



246 



Pars t Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



Dieser und die beiden folgenden Hymnen sind metrisch genau gebaut, 
und jedes Verspaar ist regelmafsig dureh einsilbigen Heim (nicht blofs Asso- 
nanz), iifters sogar durch zweisilbigen reinen Keim gebunden. Dabei kehrt 
in alleu drei Hymnen die Erscheinung wieder, dafs ab und zu „• — ans" mit 
„— as" reimt (Nr. 210, Str. 7, 3 u. 4; Nr. 211, Str. 10, 3 u. 4; 19, 3 u. 
4; Nr. 212, Str. 32, 1 u. 2.), was Mone (1. c. p. 33) auf die lingua rustica 
zuriickfiihrt. — Wie die aufsere Technik, so ist die Darstellungsweise und 
die Sprache in allen drei Liedern ganz gleichartig, was bei aufmerksamem 
Durchlesen keines Beweises bedarf. Demnach sind alle drei Dichtungen von 
einem Verfasser. Der Dichter bekundet klassische Bildung, und wenn nicht 
das Alter der Quelle eines anderen belehrte, konnte man nach manchen in 
ihm einen Humanisten vermuten. Dafs er dem Anfange des 5. Jahrhunderts 
angehore (Mone, 1. c. p. 33), lafst sich meines Erachtens durch nichts er- 
weisen. Ein klassisch gebildeter und klassische Redewendungen liebender 
Dichter kann auch in spateren Jahrhunderten so dichten, wie man es fiir 
Dichter des Jahrh. voraussetzen mag und darf. — Bestimmtere Anhalts- 
punkte fiir Fixierang der Ursprungszeit scheinen sich nicht zu finden. Das 
zaghafte Bekenntnis („ni fallor") der leiblichen Aufhahme Mariens in den 
Himmel (Xr. 211, Str. 22) fuhrt zu keiner Datierung, da im 9. und auch im 

II. Jahrh. derartige unbestimmte und auch zweifelnde Aussagen sich nach- 
weisen lassen. Vielleicht lafst sich aus den Marienlegenden (in Nr. 211) 
einiges Lieht schopfen. Auch die sorgfaltige Behandlung des Eeimes ist in 
Betracht zu ziehen. 

Der Schreiber des Kodex hat nach einer alteren Vorlage gearbeitet, in 
der scheinbar stellenweise Schlufssilben nicht. gut lesbar waren, weshalb er 
entsprechende Liicken in der Kopie liefs. — Im iibrigen sind die Dichtungen 
vorwiegend didaktisch mit lyrischem Einschlag; mit Kiicksicht auf die 
Hymnenform und die ausdriickliche Bezeichnung als „hymnu$" habe ich 
die wegen ihrer klassischen Fonn und ihres Alters in vieler Hinsicht inter- 
essanten Gedichte hier im ^Appendix" aufgenommen. — In der Hs. folgen 
noch zwei weitere Gedichte, deren Metrik vernachlassigt ist und die keinen 
Reim, nicht einmal Assonanz aufweisen; sie sind von einem anderen Dichter. 
Das erstere „De novem ordinibus angelorum" ist rein didaktisch und auch 
nicht als „hymnus" angefiihrt; das zweite tragt wohl den Titel „Hymnus de 
eodem sancto Marco", ist aber nur erzahlend (beide bei Mone I, 438 und 

III, 137); daher glaubte ich sie iibergehen zu sollen. 



211. ..Hymnus de Beata Maria Tirgine." 

1. Yirgo Maria, digna parens Dei, 
Evae nocentis germine flebili 
Ceu flos rosarum sentibus editus, 
Sanctis refulsit praedita moribus. 

2. Quae se tonanti prima potissimam 
Voto pudoris obtulit hostiam, 
Sancti maneret ut casa spiritus, 
Quem mentis almae casta iuvat domus. 

3. Hinc certa constat signa nitescere 
Nascentis ipsa lucis origine, 

Cum flatus undis est sacer inditus, 
Ut segregaret sicca liquentibus ; 



Appendix. — B. Tres hymni Anonymi Augiensis. 

4. Sic illa prorsus exstitit oranium 
Contagione libera sordiura, 
Dum spiritalis gratia luminis 
Prolem creavit eius in intimis. 

5. Et cataclysmi dum violentia 
Terris inundans perderet omnia, 
Archae natantis ille capax sinus 
Est octo vivis auxilio datus; 

6. Praesentis aquae lubrica saeculi 
Supematando remige nobili 

Haec instar archae stella raaris pia, 
Mentes pudicas vexit ad aethera. 

7. Tura patriarchae praeputli caro 
Truncata quondam vulnere saucio 
Signavit ante virgineum decus 
Terrena mactans membra reatibus. 

8. Flagrare cernens et Moyses rubum 
Nullis adustura viribus ignium 
Partum notavit virginis inclitum 
Nullo virili germine conditum. 

9. Summus sacerdos Israhelitici 
Coetus Aaron, iussa sequens Dei, 
In aede sacra fixit amygdala, 
Quae raox recepit frondibus obsita; 

10. His ergo miris maius et hoc fuit, 
Florens quod ex se virga nuces tulit, 
Prolem beatae virginis indicans, 
Quae vicit omnes raunere feminas. 

11. Felix Isaias ille Dei videns 
Achaz tyranni facta redarguens 
Emmanuelis praecinuit novam 

Ex matre casta progeniem datam. 

12. Quis Ieremiae dicta silentio 

In laudis huius praetereat loco, 
Qui praeferebat dogma propheticum, 
Circumdedisset femina quod virum? 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

13. Quid Daniele de puero pio 
Inferre possum, quo referat modo 
De monte sectum non grave saxulum 
Implesse terrae mole sua sinum? 

14. Haec umbra legis gessit enigmata 
Christi figurans mystica munera, 
Sed veritatis luce modo data 
Praesentat ipsas res nova gratia. 

15. Nam missus astris Gabriel angelus 
Haec nota fecit virginis auribus, 
Semper manentis quod patris unicum 
Deberet orbi promere filium. 

16. Mens ergo dictus credula dans fidem 
Flatus superni rore propaginem 
Certo dierum tempore concipit, 
Quam summa caeli regia non capit. 

17. Effecta tandem virgo puerpera 
Et caritatis fomite fervida 

Non sprevit ire, sedula proximarn 
Ut visitaret Elisabeth suam. 

18. Clausus Iohannes matris in intimis, 
Insueta cunctis gaudia parvulis 
Dum voce nescit, motibus ingerens 
Vatis futuri praetulerat vices. 

19. Mater prophetae talia munera 
Mirata complet vocibus aethera, 
Virgo, beatam te fore praedicans 
Inter praestantes munere feminas. 

20. Tu corde tristi tunc aderas tuo, 
Cum fixus esset in cruce, filio, 
Pro se fovendum qui tibi filium 
Carum reliquit discipulum suum. 

21. Te transeuntis non latuit via, 

Cum nube vectus [esset] in aethera, 
Eius fores cum addita testibus 
In montis alti vertice stantibus. 



Appendix. — B. Tres hymni Anonymi Augiensis. 

22. Dignatus idem rursus ab aethere 
Ad te petendam haec sola tangere 
Per obsequentes te tulit angelos, 
Ni fallor, ipsa carne super polos. 

23. Hoc evidentis indicii fide 
Toto volebat orbe patescere 
Praebendo per te plura petentibus 
Verae salutis dona fidelibus. 

24. Nam forte quidam nunc sacer est locus 
In urbe sacra Ierusalem situs ; 

Sub iure sancti nominis hunc tui 
Servat senatus turba monastici. 

25. Hos grandis olim dum premeret fames, 
Auri nitentis tu dederas opes 

Ara repertas nemine conscio, 
Has quis sacrato detulerit loco. 

26. Exinde victus sufficientia 

Cum stipe fratres pasceret annua, 

Mox gratiarum debita munia 

Cum laude coepit solvere plebs pia. 

27. Iudaeus unus, arte vitrarius, 
Cum disciplinis pro liberalibus 
Natum docendum christicolis suum 
Contradidisset, ingeniis acrem, 

28. Hunc cum coaevis currere contigit, 
Christi sacerdos qua populo dedit 
Caelestis escae munera mystica; 
Accessit ipse suscipiens ea. 

29. Statim revertens ad propriam domum 
Ex more patri praebuit osculum, 
Causas retexens laetitiae suae 
Dapesque sumptas ecclesiae sacrae. 

30. Tunc dirus hostis ille fidelium 
Flammis paravit tradere filium ; 
Sed tutus ille mansit in ignibus 
Dextra beatae virginis obsitus, 



250 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



31. Pictura notam quam sibi fecerat 
Sub aede sacra, quara modo viderat ; 
Qui mox renatus fonte sacro Dei 
Est corde iunctus ecclesiae matri. 

32. 0 vicedomne, sancte Theophile, 
Dic, qua levatus tu quoque sis ope, 
Ars cum nefandi te caperet viri, 
Ut ius subires sponte diaboli; 

33. Quem visione corporea videns 
Stabas minantis intuitu tremens, 
Qui more visus est tibi principis 
Praestare multis culmine subditis. 

34. Tunc abnegata catholica fide, 

Spes ne qua posset iam veniae fore, 
Pactum notabas triste chirographo. 
Promisit ante quod tua sponsio. 

35. Respexit autem te pietas Dei, 
Coramissa fleres ut sceleris tui, 
Ut cautionis susciperes tuae 
Chartam nefandam virginea prece. 

36. Oris Maria missa Canopicis 
Et denigrata sorde libidinis 
Post iuta votis aequivocae suae 
Est castitati dedita maxime. 

Collectan. ms. Augiense saec. 10 /n. (et 12.) Cod. Carolsruhan. Aug. 
CCXLIV. — Aus gleicher Quelle bei Mone (II, 386 ff.) — 2, 1 quae si ist 
ein sinnstorender Druckfehler bei Mone ; prima iiber der Zeile nachgetragen. — 
9, 2 Caetus. — 9, 3 amigdala. — 10, 4 foeminas. — 11, 1 Esaias. — 12, 1 
Iheremiae. — 17, 1 puerpera mochte Mone zu „puerfera" korrigieren. — 
18, 2 Insuaeta. — 19, 4 Iu te praestantes. — 21, 2 nach „vectus" ein un- 
beschriebener Eaum gelassen. — 24, 2 Hierusalem. — 26, 4 cepit. — 31, 1 
Pictura ist Subjekt, nicht, wie Mone angibt, ein Ablativ. — 34, 2 Spes ue- 
qua. — 36, 1 Horis. — Maria ist hier: Maria Aegyptiaca. Zu „Cano- 
picis" (st. Aegyptiacis) vgl. Str. 7 , 3 in der vorhergehenden Nr. — Der 
„Hymnus" ist offenbar unvollstandig ; er schliefst in der Hs. auch nicht, wie 
die anderen, mit „Amen" ab. — Betreffs der Miracula B. M. V. (Str. 24 — 
36) vgl. Anal. Hymn. XXXII, Nr. 97; XXXVI, Nr. 1; ferner Mussafia in 
Sitzungsb. der Wiener Akad. d. Wiss. Phil.-Hist. Cl. Bd. 115 (1887), S. 69 ff. 
Das dort erwahnte grofse Mariale werde ich spater publizieren. Im vor- 
stehenden Hymnus haben wir eine der altesten Quellen fiir jene Miracula. — 
Im iibrigen vgl. die Anmerkung zum vorigen Hymnus. 



Appendix. — B. Tres hymni Anonymi Augiensis. 251 



212. „Hjninus de sancta Cruce." 

1. Crux tua, Christe, salus hominum, 
Abstulit omne nefas veterum, 
Quos dolus hosticus iliicitos 
Implicuit violare cibos. 

2. Criminis huius ob exitium 
Tu pius es datus in pretium, 
Surculus ut nocuus veniae 
Cederet arboris innocuae. 

3. Hoc venerabile robur humi 
Post obitum latuit Domini 
Tempora regis ad usque pii 
Ex Helena genetrice sati. 

4. Quo Latii caput imperii 
Absque metu moderante sui 
Cum valida furor hunc acie 
Coeperat hosticus irruere, 

5. Ilicet anxius ipse sui 
Redditus est super hoc animi, 
Ne sibi copia suppeteret, 

Qua fera pectora comprimeret. 

6. Ast, ubi fessa quiete fovens 
Corpora straverat umbra silens, 
Tum sopor arripiens animura 
Principis obtinuit tumidum. 

7. Ecce, figura crucis medio 
Enituit rutilante polo, 
Claraque vox super intonuit, 
„Vince per hoc, pie Caesar" ait. 

8. Denique spe redeunte sibi 
Mox ope non dubiae fidei 
Edita signa crucis populo 
Signifer extulit ipse suo. 

9. Cernere prorsus erat miseros 
Sic dare terga fuga trepidos, 
Qualiter arbore decidua 
Arida ventus agit folia. 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

10. Hinc animatus amore Dei 
Rex sua colla iugo fidei 
Subdidit et renovante sacro 
Ecclesiam subiit lavacro. 

11. At simili pietate vigens 
Ipsius Helena dia parens 
Sedula de cruce continuum 
Quaerere coeperat indicium. 

12. Plurima gentis et Hebraicae 
Iusserat agmina colligere, 

Quo sibi sponte palam faceret, 
Tecta negotia quae cuperet. 

13. Corda sed impia, cassa fide, 
Fixit aculueus invidiae 
Suppliciis mage velle mori, 
Munera quam reserare Dei. 

14. Quos simul igne cremare iubens 
Absque mora basilissa potens 
Compulit hos fore veridicos, 
Quos sua fraus tulit ante reos. 

15. Nomine namque Iudam socium 
Tradere disposuere suum; 
Regius hocque dato placidam 
His vigor exhibuit dominam. 

16. Solius inde Iudae licito 
Aptius utitur eloquio, 

Quo sibi Calvariae loculum , 
Detegeret cruce magnificum. 

17. Nec minus his quoque iudaico 
Obstitit ille furens animo, 
Ceu sibi non ea nota forent, 
Saecula quae modo cuncta tenent. 

18. Sensit ut haec sapiens domina, 
Hunc humili positum fovea 
Fecit ibi mala digna pati, 

R 



Appendix. — B. Tres hymni Anonymi Augiensis. 



19. Orbita septima solis ubi 
Se radiis reseravit ei, 
Lucis amore cibique flagrans 
Misit ad alta preces querulas: 

20. „Iam satis, ecce, lui scelerum ; 
Quaeso dari veniae spatium. 
Quae petitis, manifesta dabo; 
Hac nece me relevate modo." 

21. Post ea dicta manus iuvenum 
Funibus exhibitis miserum 
Faecibus eripiendo luti 
Exposuit super ora laci. 

22. Praevius ille gradu celeri 
Venit ad usque locum tumuli, 
Munera qui veneranda crucis 
Clausa suis babuit latebris. 

23. Inde viriliter infodere 
Coepit in ima patente scrobe, 
Praetulit et sua vota polo 
Dante fidem sibimet Domino. 

24. Enituit crucis, ecce, decus 
Candidula nive lucidius; 
Hinc odor exit aromaticus 
Nectare mellifluo satius. 

25. Forte crucis inibi geminae 
Cum simul hac fuerant aliae, 
Cum Domino quibus ante rei 
Pro meritis fuerant positi. 

26. De quibus exstitit ambiguum, 
Quae foret illa ferens Dominum, 
Cum perimens moriendo necem 
Restituit superis hominem. 

27. Moenibus urbis at interea 
Prodiit exanimis vidua 
Non minimo populo comite 
Commiserante situm miserae. 



254 



Pars L Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



28. Sabstitit utraque turba loco 
Corpore cura crucibus posito. 
Ut sacra crux tetigit gelidam, 
Spiritus intus alebat eam. 

29. Daemonis at super hoc rabies 
Aera voce gravi feriens 
Questus erat sacra dona Dei 
Esse reperta piis decori. 

30. Arguit bunc ad hi . . domi . . (!) 
Iam solidus pietate Iudas 
Tartareumque subire chaos 
Iussit, ut aufugeret superos. 

31. Gaudia plena dehinc populis 
Addidit ipse fide stabilis 
Salvifico simul aere dato, 
Quo fuerat sacra fixa caro. 

32. Hoc pretium modo divitias 
Omnigenas hominum superans 
Perfida corda furore necat 
Astraque christicolis reserat. 

Collect. ms. Augiense saec. l0 /n. (et 12). Cod. Carolsruhan. Aug. CCXLTV". 

— Aus gleicher Quelle bei Moiie (I, 134 f.). — 4, 1 Latio. — 6, 4 tumidum 
ist das einzig Richtige, nicht ,,timidum u , wie Mone mochte; der vorher 
(Str. 5) angstliche Geist wird jetzt zu einem von Mut „schwellenden". — 
7, 2 rutilaus. — 9,4 Arida ist ani Rande nachgetragen. — 10, 1 u. 10, 3 
erster Buchstabe ist weggeschnitten. — 18, 4 R steht am Rande ; das weitere 
ist leider weggeschnitten. — 19, 3 fraglans, am Rande korrig. zu „flagrans". 

— 21, 1 Postea dicta. — 24, 3 ex ita romaticus. — 30, 1 fur beide fehlenden 
Silben ist in der Hs. ein Raum gelassen ; die Erganzung ist schwer. Mones 
.,domi[t,as]" macht die Stelle nicht verstandlicher, wenngleich richtig ist, dafs 
der Reim die Endsilbe „as" verlangt. Mau beachte , dafs im i in beiden 
Worttriimmern vielleicht der erste Strich eines anderen Vokales (u?) steckt. 

— Das Versmafs dem wir schon bei Prudentius (Anal. Hymn. L, 73) begegnen, 
aber in fiinfzeiligen Strophen, ist jenes des Agatha-Hymnus (Nr. 134) und 
des Hymnus „Emicat ahna dies Domino" (Nr. 193). — Vgl. Holder, Inventio 
s. Crucis. Lipsiae 1889, p. 40 sqq. 

C. Epilegomenon. 

213. In Quadragesinia. 

Ad Nocturnas. 

1. Omnium rerum decimas iubemur 
Mente devota dare conditori ; 
Ergo, quo demus decimas dierum, 
Tempus hoc instat. 



Appendix. — C Epilegomenon. 255 

2. Inde conatu studearaus omni 
Tempus acceptum Domino litare 
Hos dies triginta superque senos 

Rite colendo. 

3. Hactenus quicquid sceleris malive 
Gessimus, crebris precibus gementes, 
Corde contrito lacrimis rigati 

Paeniteamus. 

4 . Finis incertam cogitemus horam, 
Sic tamen certam velut imrainentem, 
Semper ut simus vigiles parati 

Omnibus horis. 

5. Pauperes cura foveamus omni, 
Stemus ardentes in amore vero, 
In cibo potuque iocisque nosmet 

Contineamus. 

6. Et boni quicquid valeamus adhuc, 
Dum dies et tempus adest salutis, 
Viribus totis stabiles diebus 

His operemur; 

7. Ut sacrosancto veniente pascha 
Vitiis cunctis penitus soluti 
Dignius mensae mereamur agni 

Adpropiare. 

8. Et dies istos ita transigamus, 
Huius ut vitae stadio peracto 
Nos Deus secum requie beata 

Collocet omnes. 

9. Praestet hoc nobis genitor supremus, 
Praestet et natus, pariterque sanctus 
Spiritus, cui laus honor et potestas 

Omne per aevum. 

Antiphon. ms. Sangallense saec. 11. Cod. Sangallen. 414. — 7, 2 Viciis. 
— 7,4 Approphiare. — ■ In Str. 2 , 3 ist die Bezeichnung der 36 Fasttage, 
die also wohl erst vom Sonntage Quadragesimae an gerechnet sind, be- 
achtenswert. — Auf diesen interessanten Fastenhymnus , den ich ganz tiber- 
sehen hatte , machte mich nachtraglich Rev. A. S. Walpole aufmerksam. 
Da er im eigentlichen Corpus nicht mehr untergebracht werden konnte, 
mufs er hier als Nachlese ein Platzchen finden. 

Schliefslich sei hier ein Gedicht untergebracht, auf welches ein Aufsatz 
des Dr. Paul Maas in der Byzantinischen Zeitschrift (XVII, 239) meine 
Aufmerksamkeit in letzter Stunde hinlenkte: 



256 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



•213 a. In s. Achivi Abbatis Agaunensis. 



!. Amore Christi fervidus 
Castusque sanctis moribus 
Heres Achivus praemii 
Iure aeterni canitur. 



3. 



Benigna quies nunc viram 
Beatae luci transtulit ; 
Ad caelum mittens spiritum 
Membra hic liquit fratribus. 



2. Yitae exemplum nobile 
Uir Deo plenus proferens 
Summam perfecti muneris 
Abba electus docuit. 



4. 



Artavit corpus crucibus, 
Mente levavit pondere, 



Semper quem blanda gaudio 
Probo coniunxit caritas. 



Collect. ms. S. Mathiae Trevirensis saec. 16. in. Cod. Treviren. 1376 
(olim 578). A. — Apograph. ms. saec. 17. Codicis S. Maximini Trevirensis. 
Cod. Bruxellen. 8930 — 31. B. — Apograph. ms. saec. 17. Codicis Vesoutio- 
nensis. Cod. Bruxellen. 8287—90. C. — Aus diesen drei Quellen veroffent- 
licht von P. de Smedt in Acta SS. Bolland. Novemb. I, 555; ebendaher 
von B. Krusch in Monumenta Germauiae Hist. Ser. rer. Meroving. III, 181. 
— 1,2 sanctus A. — 1, 3 Heris ABC; Heres (nicht HerOs) aeterni prae- 
mii = Erbe des ewigen Lohnes ist offenbar das Richtige. — 2, 1 nobilem 
ABC. — 2, 2 Deum C. — % 3 Santum perfecti AB; nur C hat das Riehtige : 
Summam = Summe, Gipfel, Hohepunkt. — 2, 4 celestus B. — 3, 1 verum 
ABC (gegen Metrum uud Sinn). — 3, 2 luce AB. — 3, 4 liquet AB. — 4, 1 
Astavit B ; in 4, 1 u. 2 ist corpus das Objekt : Der Heilige „hielt den Korper 
in enger Zucht (artavit) durch Abtotungen und machte ihn leicht an Gevvicht 
(= bewirkte, dafs er nicht schwerfallig am Irdischeu hing) durch seinen 
Geist. — 4, 4 Pro bono AB; Probo ist Ablativ des Eigennamens „Probus u , 
mit dem Achivus durch Liebe verbunden war. 

Das Gedicht gilt als ein „ Epitaphium" (vgl. auch Em. Egli in den 
„Mitt. d. antiq. Gesellsch. in Ziirich. XIV (1895), 11, und Cabrol, Diction. 
d'archeol. cret. et de liturgie I, 865) auf den um 523 gestorbenen Abt 
Achivus von Agaunum; dadurch ware das Alter desselben bestimmt, wenn 
die Grabschrift sogleich in dieser Form gefertigt wurde. Jedenfalls bezeugen 
Rhythmus und Metrum ein hohes Alter. Haben wir nicht vielleicht eineu 
eigentlichen Hymnus vor uns, der nachtniglieh als Grabschrift verwendet 
wurdeV Sicher ist 4, 4 aus einem Hymnus, namlicli Fidgentis aucior 
aetheris (Nr. 8) entlehnt, wie auch 1 , 1 an deu Hymnus des hl. Ambrosius 
„^4»iorc Christi nobilis" (Anal. Hymn. L. 14) mehr als blofs erinnert. Da 
das Akrostichon „AchivU8 Abba u mit Str. 3 abschliefst und Str. 4 nicht in 
den Zusammenhang pafst, kann die Echtheit der letzteren zweifelhaft er- 
scheinen. — Wie Krusch 1. c. berichtet, hat Traube aus 4, 4 geschlossen, 
dafs Abt Probus selbst derDichter dieses Hymnus (so betitelt ihn Krusch) war. 



PARS ALTERA. 

Hymnodia Hiberno-Celtica saeculi V.- 



Blume, Thesauri hymnologici Hymnarium. 



17 



Hyinnodia Hiberno-Celtica. 

Einleitung. 



Der keltische Volksstamm, dem der germanische der Angelsachsen gegen- 
iibersteht, gliedert sich bekanntlich in Kymren (Briten oder Britanner), Pikten, 
Iren und Scoten. Von diesen beteiligten sich , soweit die erhaltenen Ur- 
kunden Zeugnis ablegen, in ergiebigstem Mafse die Iren an der Dichtkunst, 
und zwar sowohl in der latehtischen als auch in der altirischen Landes- 
sprache. 

1. Die Dichtungen und deren Kommentare in altirischer Sprache, 
d. h. in jenem keltischeu Dialekte , der in Irland bis zum 9. Jahrhundert 
gesprochen wurde, und erst recht die in Prosa abgefafsten Sprachdenkmaler 
kommen direkt fiir die Analecta Hymnica nicht in Betracht, wenngleich sie 
zum Verstandnis der lateinischen Dichtungen der Iren nicht wenig beitragen. 
Dieselben sind verschiedentlich ediert und erklart worden. Abgesehen von ver- 
einzelten Beitriigen, welche namentlich Zimmer in den „Keltischen Studien" 
und den „Glossae Hibernicae" , sowie Windisch in den „Irischen Texten" 
lieferten, sind besonders die Textausgaben, Ubersetzungen und Erlauterungen 
1[ hitley Stokes von Bedeutung, namlieh in seiner Goidelica (2. Ausgabe 1872), 
in der Tripartite Life of St. Patrick (1887), in den Lives of the Saints from 
the Book of Lismore (1890) und schliefslich in seinem gemeinsam mit 
John Strachan edierten Thesaurus Palaeohibernicus (Cambridge 1903); in 
letzterem Werke findet man reiche Literaturangabe , auf die ich somit ver- 
zichten kann. 

2. Die in lateinischer Sprache abgefafsten Gedichte der altirischen 
bzw. keltischen Kirche sind vorwiegend durch drei Handschriften ver- 
schiedenen Alters uns iiberliefert. Die alteste ist das von Muratori so be- 
titelte „Antiphonar" von Bangor in der irischen Provinz Ulster, wenn- 
gleich es nichts weniger als ein Antiphonar, sondern vielmehr ein Sammel- 
band liturgischer und aufserliturgischer Gebete und Gesange in gebundener 
und ungebundener Sprache ist. Der Kodex wurde in Bangor und zwar wahr- 
scheinlich unter dem Abte Cronan (680 — 691) geschrieben. Beides geht hervor 
aus dem Hymnus „Sancta sanciornm opera" (Nr. 261) auf die Abte Bangors; 
es sei denn, dafs wir annehmen, dieses sicher um 680 verfafste Lied sei von 
einem spateren Schreiber sklavisch genau abgeschrieben , bzw. der ganze 
Kodex sei die wortgetreue, von einem Iren gemachte Kopie einer dlteren Vorlage 
des ausgehenden 7. Jahrhuuderts. Ob diese Annahme so apodiktiseh abgewiesen 
werden kann , wie es z. B. von Warren geschieht, bleibe dahingestellt. — 
Von Bangor kam die Handschrift nach Bobio in Oberitalien; wann uud 
durch wen (man riet auf Dungal, erste Halfte des 9. Jahrhunderts) ist un- 
erweisbar. Unter dem Kardinal Friedrich Boromeo wurde sie 1606 der 
Ambrosianischen Bibliothek in Mailand zugewiesen, wo sie noch jetzt unter 
der Signatur C 5 inf. aufbewahrt wird. Ihr Gehalt an Hymnen bzw. 
rhythmischen Gedichten einschliefslich ,,Te Veum" und „Gloria in excelsis 
Deo u ist folgender: 

17* 



2(30 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



fol. 



3 a. Hymnumdicatturbafratrum. 

4 b. Precamur patrem. 

10 a. Te Deum laudamus. 

11 a. Ignis creator igneus. 

11 b. Mediae noctis tempus est. 

12 b. Sacratissimi martyres. 

13 b. Audite omnes amantes. 
15 b. Recordemur iustitiae. 

17 b. Audite bonum exemplum. 

18 a. Te oramus altissime. 

„ Christi per horam tertiam. 

„ Tuis parce supplicibus. 

„ Exaudi preces omnium. 

„ Vespertino sub tempore. 

„ Noctis tempus exigimus. 

„ Iesu elementer visita. 

„ Deus subveni omnibus. 

„ Gallorum Christe cantibus. 

18 b. Deus qui pulsis tenebris. 

25 b. Deus altissime rex. 



fol. 26 a. Canticis spiritualibus. 
„ „ Diluculo lucis auctore. 
„ „ Lux orta est in luce prima. 
Triumphalium memores. 
Plebs Israel in figuram 
nostri. 

Ut tres pueros in flamma. 
Deus quem exercitus canit. 
Benchuir bona regula. 
Filii Hebraeorum penetra- 
verunt. 

Tres pueri te orabant. 
Dextram laevamqueMoyses. 
Fornacis flammas pueri. 
Pharao demersus est. 
Tres pueri in camino coniecti. 
Gloria in excelsis Deo. 
Te pater rerum iure lauda- 
mus. 

Sancta sanctorum opera. 



26 b. 



30 a. 

31 b. 



32 a. 



33 a. 

35 b. 

36 b. 



Auf fol. 13 a ist als n Ymnum ad Matutiuam in Dominica" eingetragen 
„Spiritus divinae htris" etc. ; da aber weder Rhythmus noch Symmetrie auch 
nur im mindesten Grade in diesem „Hymnus" zu eutdecken ist, bleibt er fiir 
die Hymnologie belanglos. 

Muratori , der Entdecker dieses kostbaren Kodex, hat seinerzeit den 
Inhalt desselben zuganglich gemacht in seinen Aneedota Bibliothecae Ambro- 
siauae, tom. IV. (Patavii 1713), nicht ohne manche Fehler, welche Migne 
und Daniel kopierten. — Ein zuverlassiges ,Standard work' schenkte uns 
die Henry Bradshaw Society durch das IV. und X. Volumen ihrer hochst 
verdienstvollen Sammlung. Beide BSnde gab F. E. Warren heraus unter 
dem Titel „The Antiphonary of Bangor; an early Irish Manuscript". Pietat 
gegen die seit Muratori traditionelle Bezeichnung veranlafste Warren , den 
falschen Titel „Antiphonar" zu belassen; es ware kleinlich , diesen Grund 
nicht anerkenuen zu wolleu. Der I. Baud (London 1893) mit sorgfaltiger 
Introduktion iiber Aussehen , Alter , Geschichte und Inhalt de.s Kodex ist 
ein photographisches Faksimile nebst genauer Transkription; der II. Band 
iLondon 1895) bietet eine liturgische Abhandlung als Einleituug, eine Re- 
konstruktion des Textes und eineu wertvollen Kommentar zu demselben. So 
grofse Dienste mir dieser 2. Teil auch leistete, glaubte ich doch stellenweise 
eine andere Textrekonstruktion , eine andere Erganzung liickenhafter Verse 
und Interpretation schwieriger Siitze in Vorschlag bringen zu miissen. 

3. Die zwei anderen Quellen sind das sogenannte „Liber hymnorum" 
im Trinity College (Cod. E 4. 2) und im Frauziskaner-Convent zu Dublin, 
ersteres wohl aus dem Anfange, letzteres aus der Mitte des 11. Jahrhuuderts. 
Enthalt das Antiphonar von Bangor nur lateinische Stiicke, so bieten 
diese beiden eine btinte Mischung von lateinischen und altirischen Gebeten 
uud Gesiingen in Prosa und in poetischer Form. Ihr be.sonderer Wert 
liegt darin, dafs zugleich ausfiihrliche Vorreden und Kommentare in iriseher, 
mit lateinischen Brocken durchsetzter Sprache beigefiigt sind , welche iiber 
den Ursprung und die Bedeutung der Dichtungen orientieren. Diese Er- 
lauterungen uud Glossen machen den Eindruck, dafs sie aus verschiedenen 
alten Zeiten stammen und gesammelt sind, und es scheint nicht aus- 
geschlossen , dafs die eine oder andere von den Schreibern , richtiger den 
Zusammenstellern jener Codices im 11. Jahrhundert beigefiigt ist. Tat- 
sachlich ist jedes dieser „Libri hymnorum" ein Sammelband , in dem ein 
Verehrer der alten, damals schon verschwundenen keltischen Liturgie 
und ein pietatvoller Freund dessen, was an die ersten Jahrhunderte der 



Einleitung. 



261 



irischen Kirche erinnerte, alles auf diesem Gehiete noch Erreichbare zu- 
sammenstellte. — Der Hymnengehalt der beiden Codices, von denen der altere 
des Trinity College durch A, der etwas jflngere des Franziskaner-Conventes 
durch B bezeichnet sein moge, ist der nachsteliende. 

Die lateinischen Dichtungen in A: 

fol. 1 a. Audite omnes amantes. fol. 8 b. Martine te deprecor. 

„ 2b. Christus in nostra insula. „ 11 a. Altus prosator. 

„ 3 a. Celebra Iuda festa Christi. „ 13 a. In te Christe credentium. 

„ 6 a. Cantemus in omni die. „ 13 b. Noli pater indulgere. 

„ 6 b. Hymnum dicat turba fra- „ 31 a. Alto et ineffabili. 

trum. „ 31 b. Abbas probatus omnino. 

„ 7 b. Canticis spiritualibus. „ 32 a. Ecce fulget clarissima. 

„ 8a. In trinitate spes mea. „ 32 b. Phoebi diem fert orbita. 

Die lateinischen Dichtungen in B: 

pag. 3. Altus prosator. pag. 22. Canticis spiritualibus. 

„ 9. In te Christe credentium. „ 23. In trinitate spes. mea. 

_ 10. Noli pater indulgere. „ 24. Martine de deprecor. 

„ 12. Audite omnes amantes. „ 25. Criste qui lux es et dies. 

„ 16. Christus in nostra insula. „ 27. Christi patris in dextera. 

„ 17. Celebra Iuda festa Christi. „ 30. Cantemus in omni die. 

_ 20. Hymnum dicat turba fratrum. 

Man sieht, beide SammelbSnde haben durchweg den gleichen Bestand 
an lateinischen Dichtungen und vielfach in gleicher Reihenfolge. Mit dem 
Antiphonar von Bangor hingegen haben sie nur zwei Hymnen gemeinsam, 
jenen des hl. Hilarius n Hymwum dicat turba fratnnn" und jenen des hl. 
Sechnall auf den hl. Landespatron Patrick: .,Audite omnes amantes." 
Warum wohl sind alle anderen Gedichte des Bangorschen Antiphonars iiber- 
gangen, oder warum haben alle diese anderen keinen altirischen Kommen- 
tator gefunden? Jedenfalls sehen wir daraus, dafs keineswegs Gedichte, die 
nicht in diesen drei besprochenen Quellen sich vorfinden, schon deshalb als 
uicht-irische bezeichnet werden diirfen. 

Den Kodex B beniitzte der Franziskaner Joh. Colgan in seinem jetzt 
hochst seltenen Werke „Acta triadis thaumaturgae seu divorum Patricii, 
Columbae et Brigidae". Lovanii, 1647 (= tom. II. seiner Acta Sanctorum 
veteris et maioris Scotiae seu Hiberniae, Sanctorum insulae). — Den Inhalt 
von A gedachte. James Hen. Todd mit reichen Erliiuterungen versehen 
durch sein „Leabhar Imuinn. Tbe Book of Hymns of de Ancient Church 
of Ireland" (Dublin 1855 u. 1869) weiteren Kreisen zuganglich zu machen. 
Das Unternehmen blieb ein Torso. — Was Todd anstrebte, fiihrten in voll- 
standiger und eiugehendster Weise aus J. H. Bernard und B. Atkinson 
durch ihr Werk „The Irish Liber Hymnorum." (London 1892) = Vol. XIII 
und XIV der Henry Bradshaw Society. Ersterer Band enthalt den Text mit 
Einleitung, der zweite die Ubersetzung ins Englische und wertvolle An- 
merkungen. Die gelehrten Herausgeber bieten in reichlichem Mafse das 
ganze Material nebst philologischem und historischem Apparate, damit man 
die ursprungliche Form der in A und B enthaltenen Dichtungen (und aller 
anderen Piecen) herausschalen kann. Sie selbst haben dieses letztere leider 
nicht besorgt. Es wird namlich im I. Bande lediglich der Text von A 
diplomatisch genau (allerdings mit etliehen Lese- und Druckfehlern) wieder- 
gegeben, ohne jede Textverbesserung und sogar ohne Interpunktion. In den 
Fufsnoten zu diesem Texte sind die Varianten aus B und aus manchen 
anderen Quellen, in denen vereinzelt die betreffenden Stiicke vorkommen, 
vermerkt. Im 2. Teile des II. Bandes finden sich alsdann Bemerkungen zu 
dem Texte und ab und zu Verbesserungsvorschlage. So griindlich , genau 
und wertvoll auch alle diese Angaben sind, durch diese Methode und durch 



2G2 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



das Zerteilen dessen, was zusammengehort , ist selbst einem Kundigen es 
schwer, sich in dieser Riistkammer auszukennen und sich ein rechtes Bild 
vom primitiven Aussehen dieser Dichtungen zu schaffen , zumal immer mit 
Sigeln gearbeitet wird, deren Deutung abermals an anderen Orteu zu suchen 
ist. Aucb in dieser Form mit den „disieeta membra" bieten Bernard und 
Atkinson nur 16 lateinische Dichtungen aus der altirischen Hymnodie. 

4. Als vierte Quelle reiht sich an das „Leabhar Break" oder „Buntes 
Buch", ein Sammelband des 14. Jahrhuuderts auf der Royal Irish Academy 
zu Dublin. Auch dort finden sich interessante altirische Einleitungen und 
Glossen zu verschiedenen Dichtungen in iihnlicher Art, wie in A nnd B. 
Aber von lateinischen Gedichteu , die uns hier interessieren , begegnen wir 
nur zweien, dem „Audite omties amantes 11 und „AHus prosator" (dieses 
unvollstiindig) und der Lorica Gildas. Ein Faksimile der ganzen Hs. liefs 
die Irish Koyal Academy im Jahre 1876 fertigen. Auf nahere Beschreibung 
konnen wir hier verzichten. 

Einzelne der erwahnten Gedichte, wie namentlich „Altus prosator u , 
,,Hymnum dicat turba fratrum" nnd „Cantemus in omni die u tinden sich 
zerstreut in anderen alten Handschriften teils irischer, teils nicht-irischer 
Provenienz. Diese Quellen kommen nachher bei den betreffenden Dichtungeu 
zur Sprache. Ebenso ist bald hier, bald dort ein lateinischer Hymnus Alt- 
Irlands pubiiziert worden; in den Anmerkungen wird dieses vermerkt werden. 

5. Eiu blofses Herausheben und Zusammenstellen der lateinischen Ge- 
diehte aus dem Antiphonar von Bangor und dem Liber hymnorum wiirde 
jedoch keineswegs eine vollstjindige Collectio der lateinischen Hymnodie 
Alt-Irlands ergeben. Nicht ohne Grund wurde schon oben bemerkt, dafs der 
Kompilator des „Liber hymnorum" durchaus nicht auf Vollstiindigkeit seiner 
Forschung Anspruch erheben kann ; sogar aus dem Antiphonar von Bangor 
hat er nur zwei Gedicbte aufgeuommen. — Tatsiichlich sind in andereu 
Quellen, selbst nicht-irischer Provenienz, altirische Lateindichtungen enthalten. 
So ist z. B. in einem aus Reichenau stammenden Kodex des 8. Jahrhunderts 
(jetzt Cod. Aug. CCXXI zu Karlsruhej, der Homilien Gregors enthalt, 
auf dem ersten Folio in frankischer Urkundenschrift des 8. Jahrhunderts der 
Hvmnus „Cardemt(S in omni die u eingetragen, dem wir schon begegneten; 
auf fol. 190 und 191 hingegeu drei weitere Hymnen, die sicher aus Irlaud 
stammen , sonst aber bislang sich nirgends vorfanden , namlich : „Audite 
fratres famina", „0 rex, o rector regminis u und „Archangelum mirum mag- 
num u . Deu ersteren haben Moran und Mone, die letzteren hat Mone publiziert; 
sie sind fiir diesen Band aur der Handschrift neu revidiert. — Zwischen 
diesen dreien findet sich auch „In trinitate spes mea u , aber mit dem falscheu 
Anfange „Unitas in triuitate spes mea." 

Andere lat. Dichtungen irischer Provenienz, die jedoch auch von einem 
Briten stammen konnen und jedenfalls den Charakter irischer Dichtungsart 
aufweisen, stecken meines Erachtens im sogenannten „Book of Cerne", 
das nach den schonen Untersuchungcn des Benediktiners Dom A. B. Kuypers 
(The Prayer Book of Aedeluald the Bishop etc. Cambridge 1902) richtiger 
ein Orationale des Bischofs Aethelwold (von Lichfield?) zu benennen ist. 
(jetzt Cod. Univ. Cantabrigien Ll I 10. saec. 9. iu.). — Um mich bei diesen 
und ahnlichen Dichtuugen, die im Corpus der folgenden Edition jedesmal 
aaher charakterisiert werden , nicht einfachhin auf spezifisch irischen Ur- 
sprung festzulegen, habe ich statt des gebrauchlichen Titels „Hymnodia 
Hibernica" den allgemeiueren „Hymnodia Hiberno-Celtica u vorgezogen. Ist 
es doch sogar bei Hymnen, die im Antiphouar von Bangor sich vorfinden, 
nicht immer sicher, ob sie wirklich irischer Herkunft sind. Der Hymnus 
,,Mediae noctis u tempus est u ist es gewifs nicht, und Hymnum dicat turba 
fratrum u stammt wahrscheinlich von Hilarius. Daher schien es gerateu, 
die Grenzen des Ursprungsgebietes durch das allgemeine Beiwort „Jceltisch u 
vorlaufig noch etwas weiter zu stecken. 

6. Auf die Eigentumlichkeit und die Bedeutung der irischen bzw 



Einleitung. 



203 



keltischen Hymnodie niiher einzugehen, ist an dieser Stelle uicht der Platz. 
Eiustweilen sei nur kurz vermerkt , dafs die Bedeutung derselben melir auf 
kulturhistorischem als auf poetischem Gebiete liegt. Es ist iiufserst interessant, 
aus den Dichtungeu die religiosen , wir miissen sagen , manchmal etwas 
eigentiimlichen Anschauungen in der alt-irischen Kirche bzw. iu verschiedenen 
ihrer iiltesten Kinder kennen zu lernen. Fiir die falsche Kuldeer Theorie 
tiillt indessen gar nichts ab ; im Gegenteil. — Vom asthetischen Standpunkte 
aus sind die meisten Gedichte etwas schwerfiillig, aber gedankenreich ; audere 
recht ansprechend, wenngleicli zu umfangreich ; einzelne sind kostbare Perlen 
der Poesie, besonders der tiefsinnige Hyrnnus zur Kerzenweihe „Ignis creator 
igneas." — Vom eigentlichen Metrum und vielfach auch vom Rhythmus ist 
noch keine oder nur eine schwache Spur; die blofse Silbenzdhlung bindet 
die Diktiou und schafft durchweg die Verse. Statt dessen aber, was sehr 
beachtenswert ist, herrscht bereits , icie sonst um diese Zeit nirgendico, 
der Reim (nicht blofs die Assonanz) , uud die Alliteration oder 
der Stabreim wird aufs eifrigste gepflegt. Irland ist in dieser Hinsicht 
allen Anzeichen nach die rorbildliche Urstatte. Wir haben hier einen neuen 
Beitrag fiir die Anschauung, die in unseren Tagen immer mehr zum Durch- 
bruch kommt, dafs namlich „die griine Insel der Heiligen", auf der so viele 
Glaubensboten und grofse Trager der Kultur ffir den Kontinent heranwuehsen, 
als Heimat verschiedener Dinge anzusehen ist, deren Ursprung man bislang 
anderswo suchte. Es sei erinnert an die Sonntags- und Ferialhymnen , die 
aus Irland kommend siegreich im 10. Jahrhundert auf dem Kontinent sich 
Bahn brachen (vgl. mein III. Heft der Hymnolog. Beitriige). Zwar sind 
sie nicht in Irland gedichtet; ein Gutteil derselben riihrt von Gregor dem 
Grofsen her (vgl. Stimmen aus Maria Laach, LXXV, Heft 3); aber die 
Ahnen eben dieses grofsen Gregor, der wohl Romer von Geburt und jedenfalls 
romisch in seiner Dichtungsweise ist, verdanken wir vielleicht dem Volks- 
stamme der Iren. Er soll ein Nachkomme des Cairbre Musc , des Sohnes 
Conaire II., der Oberkonig von Irland war, sein (vgl. Grattan Flood, 
A History of Irish Music'-', Dublin 1906, S. 11 Anm. und V. Lederer im 
Kirchenm. Jahrb. 1908, S. 172). — Ferner, irische Monche braehten die 
Poh/phonie auf den Kontinent; Instrumente, welche die instrumental-vokal 
gemischte Kunst ermoglichten, wurden aus Irland importiert. Die Trouveres- 
harmonistes erwiesen sich nach ihrem eigenen Zeugnisse als Schiiler der 
irischen Barden; von letzteren ist die Spielmannskunst aus Britannien nach 
Frankreich gebracht, von wo sie nach Italien vordrang, nicht umgekehrt. Es 
ist hochst interessant, wie so mancher alte beriihmte Komponist, der infolge 
des rornanisierten Namens als Italiener oder Frauzose galt, nunmehr als echter 
Kelte entpuppt ist ; so ist Fra Ottobi der Brite Hothby, Giovanni Acuto der 
Brite John Hakwood , der Franzose Feragut ein alter Schotte. Man vgl. 
hierzu die Mitteilungen und Beobachtungen V. Lederer^s im Kirehenmusik. 
Jahrbuch XXI (1908), S. 198 f. u. 210, wo er am Schlufs bemerkt: „Kein 
anderes Volk der Welt ist jemals so unterschiitzt worden wie die Kelten 
Grofsbritanniens und Irlauds." — Vgl. A. Baumgartner , Gesch. der Welt- 
literatur , Bd. IV, Buch II, Kap. IV: „Die Flucht der latein. Bildung nacli 
den britischen Inseln." — Betreffs des Beimes und der Alliteration sei ver- 
wiesen auf die Erorterungen AtJcinsons im Irish Liber hymnorum II, p. XV 
sqq., und auf W. Meyers Ges. Abh. I (Berlin 1905), S. 190 ff. — Uber 
keltische Liturgie im allgemeinen orientiert F. E. Warren , The Liturgy 
and Ritual of Celtic Church. Oxford 1881. 

Man beachte , dafs der Beim im 5. Jahrhundert, wie Sechualls Hymnus 
„Au hte omnes amantes (Nr. 252) zeigt, bei den Iren noch nicht auftritt, im 
Laufe des 6. Jahrh. immer mehr zum Durchbruch kommt und sich dann 
vom 7. u. besonders 8. Jahrhundert an in der reichsten und reinsten Form 
zeigt. Dieser Umstand hilft zur Aitersbestimmung der Dichtungen irischen 
Ursprungs. 

Schliefslich ist zu erwahnen, dafs die Hymnodia Hiberno-Celtica sehr 
viele „Hymnen" umschliefst, die eigentlich Reimgebete sind. 



I. De Deo et de Beata. 



214. Hymnus sancti 

1. Hymuuni dicat turba fratrurn, 

hymnum cantus personet, 
Christo regi concinnantes 
laudem demus debitam. 

2. Tu Dei de corde verbum, 

tu via, tu veritas, 
Iesse virga tu vocaris, 
te leonem legimus. 

3. Dextra patris, mons et agnus, 

angularis tu lapis, 
Sponsus idem vel columba, 
flamma, pastor, ianua. 

4. In prophetis inveniris 

nostro natus saeculo, 
Ante saecla tu fuisti 
factor primi saeculi. 

5. Factor caeli, terrae factor, 

congregator tu maris, 
Omniumque tu creator, 
quae pater nasci iubet. 

6. Virginis receptus membris 

Gabrielis nuntio, 
Crescit alvus prole sancta; 
nos monemur credere 

7. Rem novam uec ante visam, 

virginem puerperam. 
Tunc magi stellam secuti 
primi adorant parvulum, 



Hilarii de Christo. 

8. Offerentes tus et aurum 

digna regi munera. 
Mox Herodi nuntiatutn est; 
invidens potentiae 

9. Tum iubet parvos necari, 

turbam fecit martyrum. 
Fertur infans occulendus, 
Nili flumen quo fluit, 

10. Qui refertur post Herodem 

nutriendus Nazareth. 
Multa parvus, multa adultus 
signa fecit caelitus, 

11. Quae latent et quae leguntur 

coram multis testibus ; 
Praedicans caeleste regnum 
dicta factis approbat- 

12. Debiles facit vigere, 

caecos luce illuminat, 
Verbis purgat leprae morbura, 
mortuos resuscitat. 

13. Pane quino, pisce bino 

quinque pascit milia 
Et refert fragmenta cenae 
ter quaternis corbibus; 

14. Turba ex omni discumbente 

iugem laudem pertulit. 
Duodecim viros probavit, 
per quos vita discitur, 



L De Deo et de Beata. 



265 



15. Ex quis unus invenitur 25. 

Christi Iudas traditor; 
Instruuntur missi ab Anna 
proditoris osculo. 

16. Innocens captus tenetur 26. 

nec repugnans ducitur, 
Sistitur, falsis grassatur 
offerendus Pontio. 

17. Discutit obiecta praeses, 27. 

nullum crimen invenit. 
Sed, cum turba Iudaeorum 
pro salute Caesaris 

18. Dicerent Christum necanduin, 28. 

turbis sanctus traditur; 
Impiis verbis grassatur, 
sputa, flagra sustinet. 

19. Scandere crucem iubetur 29. 

innocens pro noxiis; 
Morte carnis, quam gerebat, 
mortem vincit omnium. 

20. Tum Deum clamore magno 30. 

patrem pendens invocat ; 
Mors secuta membra Christi 
laxat stricta vincula. 

21. Vela templi scissa pandunt, 31. 

nox obscurat saeculum ; 
Excitantur de sepulcris 
dudum clausa corpora. 

22. Affuit Joseph beatus, 32. 

corpus mirra perlitum 
Linteo rudi ligatum 
cum dolore condidit. 

23. Milites servare corpus 33. 

Annas princeps praecipit, 
Ut videret, si probaret 
Christus, quodspoponderat; 

24. Angelum Dei trementes 34. 

veste amictum candida, 
Qui candore claritatis 
vellus vicit sericum; 



Demovet saxum sepulcro, 
Surgit Christus integer. 

Haec videt Iudaea , mendax 
haec negat , cum viderit. 

Feminae primum monentur 

salvatorem vivere, 
Quas salutat ipse maestas, 

complet tristes gaudio; 

Seque a mortuis paterna 

suscitatum dextera 
Tertia die redisse 

nuntiat apostolis. 

Mox videtur a beatis, 

quos probavit , fratribus ; 

Quod redisset , ambigentes, 
intrat clausis ianuis. 

Dat docens praecepta legis, 
dat divinum spiritum, 

Spiritum Dei perfectum, 
trinitatis vinculum. 

Praecipit totum per orbem 

baptizari credulos ; 
Nomen patris invocantes, 

confitentes filium, 

Mystica fide revelat 
tinctos sancto spiritu, 

Fonte tinctos, innovatos, 
filios factos Dei. 

Ante lucem , turba fratrum, 
concinnemus gloriam, 

Qua docemur nos futuros 
sempiterno saeculo. 

Galli cantus , galli plausus 
proximum sentit diem ; 

Nos cantantes et precantes, 
quae futura, credimus. 

Immensamque maiestatem 
concinnemus iugiter, 

Ante lucem nuntiemus 
Christum regem saeculo. 



266 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



Collect. ms. Hibernicum saec. 7. Cod. Taurinen. F IV L (fragni. IX.). 

A. — Antiphon. ms. Benchorense anni 680 — 691. Cod. Ambrosian. C h inf. 

B. — Collect ms. Anglosaxonicum saec. 8. Cod. Gothan. I 75. C. — Collect. 
ms. Sangallense saec. 8. Cod. Sangallen. 2. D. — Collect ms. Sangallense 
saec. 9 /io. Cod. Saugallen. 577. E. — Oration. ms. Anglicum Aethelwoldi 
Episc. (Etocetensis ?) saec. 9. in. Cod. Cantabrigien. Ll I 10 (Pars III F. — 
Hymn. ms. Hibernicuxn saec. 11. in. Cod. Coll. Trinit. Dublinen. E 4. 2. G. — 
Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. Cod. Conv. Franciscan. Dublinen. s. n. H. — 
Passion. ms. incert. origin. saec. 12. Cod. Bruxellen. 3132. (206 — S). I. — 
Fragment ms. Liturg. saec. 11. Cod. Parisiu. 9438 (Fol. 75 et 76). K. — 
A u. B sind vielfach schadhaft; uber K s. Bemerkung auf S. 269 oben. 

1, 1 Ymnum A (Schreibweise in den Hss. immer .Ymnuni" aufser in C, 
wo Hymnum): fr[atrum] B. — 1. 2 personat F, personfet] B. — 1, 3 Christum 
regem EI ; rege D; concinnentfesj , korrigiert zu concinnant[es] B; in A 
Lesart unsicher, weil kaum lesbar: concinantes D, concinentes CEGHI; (zu 
_concinnantes~ vgL den Konjunktiv .concinnemus" 32, 2 u. 34, 2; aufserdem 
1, 2 von ^Cantemus in omni die~ Xr. 233.). — 1. 4 laud[em], Kest der Zeile 
fehlt D : laudes demus debitas CD. — 2, 1 Dei decor teverbum C : Tu D[ei] 
d[e] co[r]de [ver]bum A ; corde verbum fehlt B : verbo D. — 2, 2 sqq. Mit 
Ausnahme von -Tu~ fehlt alles bis Str. 3 B. — 2, 3 Ies[se , Rest vermodert 
A. — 2,4 leonum legemus A. — Von Str. 3 u. 4 in A nur die Trummer: 
. . . et agnas , angulaj [ris] .... [colum]ba I flamma pastor . . . [inveni]res 
uostro natus . . , factor primi saeculi. — Str. 3 u. alle folgenden fehlen 

C. — 3, 2 idem el columba GH; (El = Deus ergabe einen Hiatus). — 4. 1 
[inveni]res A, inveniris F. invenimus D. — 4, 2 nostrum natum saeculum D. 

— 4. 3 saecula DEFI. — 5, 1 caeli et terrae GH : terae te factor A 1 , terae 
factor A 2 ; dieser Vers findet sich genau so wieder in Kabans Hymnus 
.Lumen elarum' (Anal. Hymn. L, 186: Str. 7, 1). — 5, 3 u. 4 ausradiert E. 

— 5. 3 Omniaque quae creasti D. — 5, 4 quem I: pateit A 1 , paseit A 2 (statt 
pater). — 6, 2 Garaelis A, Gabrihelis B, Gabriheli F. Gabrihele D, Gabriele EI; 
nun[ti]at A. — 6, 3 [Crjescit B: albus prole G. — 6, 4 [nos mo]nemur B. mune- 
mur A. — Von Srr. 7 u. 8 in B nur die Schlufssilben von 7, 1 visam, 7, 2 
[puerper]am, 7, 3 [secu]ti erhalten. — 7, 1 vissam H. — 7, 3 stelam A. — 7, 4 
parvolum D. — 8, 1 Offerunt ei aurum F 2 ; C Xferantes A. — 8, 2 regis D. — 
8, 3 Herodes EI, Erodii G; nuntiato A: est findet sieh nur in F (vermeidet 
den Hiatus und erleichtert die Konstruktion). — 8, 4 invidit A, invidus E: 
potentiam F, potentia H. — 9,1 Tunc iubet parvulos I: necare DEI. — 9, 2 
turba D. — 9, 3 oculendus DF'G, oclendus A. — 9. 4 Nilo D: quod AD: 
fluis D. — 10, 1 reuertur F; Herode D. — 10, 2 Xatzareth F. — 10,3 dultus 
(statt adulrus) D. — 10. 4 celidus D. — 11. 1 ladent A. — 11, 4 adprobat 
BI. adprobatum F. — 12, 1 fecit BEI: tigere F: facit firmos D. — 12, 2 in- 
luminans D; inlufminat] A. — Von 12, 3 u. 4 in A nur: . . [pu]rgat D. — 
12, 3 Verbo D: morbos EF' 2 . — 12, 4 resu-eetat D. — Xach Str. 12 in allen 
Quellen eine sichtlich fruh vorgenommene Inierjjolation : 

Vinum quod deerat hydris, | motari aquam iubet, 
Nuptiis mero retentis | propinando poculo. 

Diese Strophe zeigt folgende Varianten im Vers 1 : quod erat F: idris BG, 
hidris AH, ydris F 1 . ydriis F 2 , hydriis DE. idriis I: zweite Vershalfte fehlt A; 
inotare DF 1 , mutare EF 2 I, motuari H. — Vers 2: Xuptis ABF' : merrore- 
tintis A, merore tentis F, retinctis EI: [propinand]o populo B, diese Vers- 
halfte fehlt A: propinendum F 2 , propinnando F'G, prouinato D: populo 
BDEFI. — Sicher ist der Text entstellt und die Konstruktion im Gegensatz 
zu anderen Strophen schwierig, zu geschweigen vom Sinn des 2. Verses. 
In G ist daher durch ubergeschriebene Buchstaben die Wortfolge fur leichtere 
Auffindung der Konstruktion angedeutet. wonach zu lesen ware: _Iubet 
aquam motari , quod deerat vinum idris , nuptiis mero propinando poculo 
retentis." Bei jedem noch irgendicie konservativen Heilungsversuche dieser 
Verse entstehen bzw. bleiben mehrere metrische Verstofse, wie sie in keiner 



I. De Deo et de Beata. 



267 



anderen Stroplie vorkommen; auch der sonst fehlende Hiatus ist kaum zu 
entfernen. Dazu kommt als wichtiger Umstand , dafs das Weinwunder zu 
Cana das erste der Wunder Jesu Christi ist (cfr. Joli. 2, 11 und Hymnus 215, 
Str. 21), wahrend es hier zuisclicn die Reihenfolge der Wunder, welche dem 
Berichte des hl. Lucas (Kap. 8 = Str. 12, und Kap. 9 = Str. 13) entspricht, 
eingescboben ist. Alles spricht deinnaeh fiir eine nachtrtigliche Interpolation 
dieses bedeutsamen Wunuers. Dafs eine Interpolation sehr geschickt, dem 
Stile entsprechend und in leiehtverstandlicher Sprache abgefafst sein miisse, 
wird nur behaupten, wer ubersieht, dafs gerade durch den Mangel dieser 
Eigenschaften in der Regel eine Interpolation erkenntlich ist; ganz etwas 
anderes ist die sogenannte lectio difficilior. — 

Von Str. 13 ist in B uur das Ende des 1. u. 2. Verses erhalten: . . ce 
bino . . . lia. ■ — 13, 1 Panes quinos pisces binos D ; Pane cino (c unsicher) 
A. — 13, 2 pauit D. — 13, 3 Et reffert F, Et fefert G, Et referre I, Et 
refertur D; fracmenta A, fragmentae D. — 13, 4 caternis AG, quatternis D; 
curbibus A, corbibis F 1 , cordibus I, coruibus G, coffinos D. — Vers 13, 3 u. 4. 
zitiert von Hincmar von Reims: „Hilarius in hymno »Et refert fragmenta 
cenae | ter quateruis corbibus«". — 14, 1 Turba hec omnis discumbentis D; 
discumbenti F. — 14, 2 iuge EI. — 14, 3 Dudecim A; prouauit A, adprobavit. 
D. — 15, 1 Ex quibus ABDEFI; invenetur A. — 15, 2 Iuda Christo D; Iuda 
AB^F; traditur BDF 1 . — 15, 3 Instruntur B\ Instruentur AB 2 ; misi BF'GH ; 
misabnna (!) A; Anne D. — 15, 4 per proditoris osculum D. — 16, 3 grasator 
A, grasatur BEH, gravatus I (das Deponens „grassari" in der Bedeutung 
von „invadere", „invehere", ist hier sichtlich als Passivum angewendet; cfr. 
18, 3 aufserdem 7, 1 in Nr. 211). — 16, 4 offerentes B. — Str. 17 ist in B 
ausgefallen , aber durch das Sigel „deest" als nachzutragen angedeutet. — 
17, 1 Discudit A; obieccta A, abiecta F; praesis AD. — 17, 2 cremen AF J G. 

— 17, 3 Sed clamat turba D; turbae EF^HI. — 17, 4 Cessaris AD. — 18, 1 
negandum ABEFI, negatum D. — 18, 2 traditor A. — 18, 3 Impis AF 1 ; grasator 
A, grasatur BEH, gravatur DI (cfr. Varianten zu 16, 3). — 18, 4 spota D; 
fagra A. — 19, 1 Ascendere D; iuuetur A. — 19, 2 innocens proxis (!) A, pro 
noxis BF 1 . — 19, 3 Mortem I; Moritur morte D; cerebat A, ierebat D. — 19, 4 
vincit FK, sonst vicit; aber das Praesens pafst ungleich besser zu den iibrigen 
Praesentia. — 20, 1 Dum AD ; domini clamore D. — 20, 2[pa]tremB; invocans 
I. — 20, 3 [Mors sjecuta B. — 20, 4 laxat stricta fehlt B. — 21, 1 Velum 
scissum est D; scisa ABG ; pendunt ABE-T, pendens F, pendit D, pendent 
E 1 (paudunt = „sich auftun'' ist viel bezeichnender). — 21, 2 obscura D. — 
21, 3 Excidentur A. — 21, 4 tudum D. — Nach Str. 21 schiebt E ein: 

Regna Christus vietor ingens | vastat infernalium. 

Str. 22 fehlt D. — 22, 1 Et fuit A ; Adfuit BF. — 22, 2 myrrae F ; mi[rra 
perlitum] A. — 22, 3 Lintheo FGH, [Linjteo A; rodi A, rude F. — 22, 4 
condidit fehlt A. — 23, 1 Milites fehlt A. — 23, 2 Anna ABIE, Arua F; 
princeps fehlt H ; princeps praecipit fehlt A ; praecepit DE^G. — 23, 3 Ut 
videret fehlt A; viderit si probarit F; si prouar (!) A. — 23, 4 quod sp[o- 
pondernt] A; sponderat D, sposponderat F, spoponderet G. — 24, 1 Angelum 
Dei fehlt A: Angeli F; timentis D. — - 24, 2 amicti AF-\ amicta E^F 1 . — 
24, 3 Quao ABDGH, Qua F. — 24, 4 velus vincit A; velud F; siricum ABDF. 

— Konstruktion der Str. 24: Es wird ^trementes'" als Attribut zu „Milites" 
(23, l)aufzufassen sein: Annasbeauftragt Soldaten, deu Leichnam zu bevvachen, . . . 
Soldaten, ivelche zitterten vor dem Engel . ." (cfr. Matth. 28, 2 sqq..- „Angelus 
enim Domini . . . accedens revolvit lapidem . . . Prae timore autem eius 
exterriti sunt custodes. i ' ). — 25, 1 Demuit A, Demovit BDFGH ; saxis H ; sepulcrum 
A, sepulcri D. — 25, 2 Surgens ABFGH (vielleicht, wie in den Hymnen oft : 
surgens = est surgens); intiger BFGH, intoger E. — 25, 3 vidit. alle Hss. 
ist aber gegen das Metrum und pafst nicht zum folgenden Praesens ,,negat" ; 
mentax G. — 25, 4 negavit D ; videret AB, viderat H. — 26, 1F [eminae p]rimum 
B; moneuter A, monentem F. — 26, 2 [salvatorem vijvere B. — 26, 3 u. 
4 fehlen B. — 26 , 3 Qua AF ; meste\s A. — 26, 4 conplet AF, conplens D ; 



268 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



tristis F. — 27, 1 Seque et suos paterna D. — 27, 2 suscidatum A. — 27, 
3 redise G, rediisse H, redisset F. — 27, 4 nuntians DF. — 28, 1 audetur 
F; videdur habiatis A. — 28, 2 probravit A. — 28, 3 Quos El ; redisse 
F; ambigentem F 2 ; („ambigentes" diirfte, wie bekanntlich oft der Fall ist, 
accus. absolut. sein statt „ambigentibus"). — 28, 4 intret AG; ianuis clausis 
A — I, wofiir aus metrischen Riicksichten zu lesen: intrat clausis ianuis. — 
29, 3 Sanctum Dei F (so versichern Bemard-Atkinson; ich hatte „Spiritum 
Dei" geschrieben). Auch diesen Vers zitiert Hinemar von Beims : Hilarius . . . 
in hymno evangelico pulcherrimo a se composito dicit ,Spiritum Dei perfectum 
trinitatis vinculum'". — 30, 1 Praecepit DEFGI; todum A; toto per orbe 
D. — 30, 2 babtizari GH, baptizare DEFI. — 30, 4 confidentes AD. — 31, 
1 Mestica A; Misticam fideni D. — 31, 2 tincto F, iuncto D. — 31, 3 sq. 
Fonte cunctis innovatis | filiis factis Dei D. — 32, 1 lucem fehlt F ; fratrum 
fehlt B. — 32, 2 In B nur der Anfang : concin . . ; auch 32, 3 u. 4 fehlen 
bis auf zwei Buchstaben B. — 32, 2 concinemus H, concinamus IK (cfr. 
1 , 3 u. 34 , 2 ; concinnare = „passend zusammenfiigen , schon herrichten, 
verschonern , verherrlichen" ist hier sichtlich fast als Synonymon von „con- 
cinere" oder „consonare" verwendet). — 32, 3 Quia docemus D; futuri GH, 
futura F, futufros] A, in B ist nur „s" erhalten, was fiir B die Lesart 
„[futuro]s" bezeugt. — 32, 4 sempiterna saecula FGH; se[mpiter]no A. — 
33 , 1 plau[sus] A ; ebendort von 31 , 2 nur erhalten : . . se r ntit di]em. — 
33, 2 sentet B, sencio D. — 33, 3 cilntentes A, canentes BDEI; praecantes 
B. — 33, 4 fehlt A. — 34, 1 Maiestatem immensam I, Maiestatemque 
immensam alle anderen Hss.; ergabe einen Hiatus und metrischen Verstofs, 
der sonst vermieden ist. — 34, 2 concinemus GH, concinamus I, also genau 
so, wie bei 32, 2; uniter B (vielleicht richtig; vgl. aber „iugem laudem" 14, 2); 
in A dieser Vers verschwunden. — 34, 3 [Ante I]ucem A; nuntiamus Ffl. 
— 34, 4 Christo regi saecula EI; Christum saeculi D; in A nur der Anfang 
^Christum". 

Nach Str. 34 wiederholt B die beiden Verse 34, 3 u. 4 wortlich und 
fiigt dann bei : 

[Et] qui in illum rect(a)e credunt | regnaturi cum eo . . , 
Die anderen Quellen bieten statt dessen in fast gleicher Weise: 

Ante lucem decantantes | Christo regi Domino 
Et qui in illum recte credunt | regnaturi cum eo. 

Dieses mit folgenden Varianten: 1 [Ante lucem dec]antantes A, lucem 
nuntiemus DEI; Christum regem Dominum D. — 2 Et fehlt DEl (ist er- 
forderlich zur Vermeidung eines Hiatus); in illo EI, in Christo illo D; recti 
AEFI, recte fehlt D; regnaduri A; cum Deo H. — Diesen Befrain er- 
achte ich fiir eine sp&tere, wenngleich friih in Irland entstandene Zutat, 
da man dort die Refrains sehr liebte. Ebenso ist offenbar eine Zutat die in 
anderem Versmafs, niimlich in lamben abgefafste Doxologie , welche in B 
sugleich mit dem Refrain in sehr beachtenswerter Weise durch zwei hori- 
zontale Striche vom ubrigen Hymnus gesondert ist: 

Gloria patri ingenito, | Gloria unigenito 

Simul cum sancto spiritu | In sempiterna saecula. 

Varianten: Doxologie fehlt D. — 1 patri genitori EI. — 2 Simul fehlt 
AF, Una cum EHI; saecula saeculorum F. — Vgl. die gleiche Doxologie 
beim Hymnus „Mediae noctis tempus est u (Nr. 1). 

Die Lesarten aus A entnahm ich der Publikation WiTh. Meyers „Das 
Turiner Bruchstiick der altesten irischen Liturgie" (Nachr. voir d. Kgl. Ges. 
der Wissensch. zu Gottingen. Philol.-Hist. Kl. 1903, S. 188 ff.). Die 
Kollation von D u. E besorgte giitigst der St. Galler Stiftsbibliothekar 
Dr. Ad. Fdh. Zur Kontrolle der iibrigen Quellen konnten herbeigezogen 
werden die Publikation von Bernard u. Atkinson welche sich auf B — H 
stiitzt, und die aus F entnommene Publikation Dom A. B. Kuypers. 



I. De Deo et de Beata. 



269 



Die Varianten aus K hat soeben Bannister in „The Journal of Theol. 
Studies" (IX, 422 sqq.) veroffentlicht. Da sie an der Textgestaltung nichts 
andern, habe ich verzichtet, sie auiser an zwei wichtigen Stellen einzuschieben. 
K geht mit A und B auf ein gleiches altes Original zuriick. 

* * 
* 

In G u. H ist hier und bei den meisten Hymnen ein Voncort in alt- 
irischer, mit lateinischen Worten oder Satzen untermischter Sprache bei- 
gefiigt. Das Altirische ist von Dr. Atkinson ins Englische ubersetzt und 
nach dieser Ubersetzung biete ich die wortgetreue deutsche Ubertragung. 

Vorwort in G: 

„Hymnutn dicat. Hilarins episcopus et princeps civitatis, quae dicitur 
Pictavis, fecit hunc hymnum Christo, in monte Gargani , nachdem er dort 
im Hause des Raubers zu Mittag gespeist hatte. Und als er sein Dankgebet 
zu Gott gesprochen , da verwelkten die Sohne des Lebens , bis sie nicht 
grofser waren, quam infantes, wie es dem Priester schien, der bei ihnen 
war. Und ein Engel kam und sprach zu ihnen ; ,Nisi paenitentiam egeritis, 
in infernum ibitis.' Egerunt ergo paenitentiam, et dedit Deus indulgentiam 
eis per istam laudem [d. h. durch den Hymnus des Hilarius]; sic. nobis con- 
venit canere post prandium. [Ganzer Inhalt dieser Legende ist dunkel]. 

„Aliter: locus i. e. specus in pectore montis Iovis inter Alpes [jetzt 
St. Bernhard], in qua philosophi [= Heidenpriester?] ante fuerunt. Tempus 
Valentiniani et Valentis. Persona Hilarius. Causa i. e. angelus postulavit, 
quando venit ad Susannam urbem [= Soissons oder Sens?] cum trecentis 
viris , i. e. centum de clericis et ducentis de laicis. Unus vero de clericis 
mortuus est pro frigore hiemis , et Hilarius oravit pro suo monacho. Illa 
autem nocte angelus disit ad eum : Debet te scrutari scripturas et hymnum 
facere Deo. Ille ergo fecit iuxta imperium angeli et mortuum suscitavit 
per gratiam Dei." [Anscheinend spielt eine Verwechslung des hl. Hilarius 
von Poitiers mit dem hl. Hilarius von Arles , der im Winter eine Fufsreise 
iiber die Alpen zum Papste Leo dem Grofsen unternahm, mit hinein in diese 
Legende. — Es folgen noch belanglose und vielfach irrige metrische Be- 
merkungen, die Beda's ,De arte metrica' entnommen sind]. 

Yorwort in H: 

„Locus huius artis spelonca in pectore montis Iovis, in qua ante philo- 
sophi fuerunt. Tempus novi testamenti vel post Neronem. Persona Hilarius 
Pictanensix. Causa postulatio i. e. angelus postulavit ab Hilario. Vel 
Hilarius hunc hymnum fecit veniens ad Sannam urbem cum trecentis viris 
etc." [ahnlich wie oben in G]. 

In diesen legendarischen Berichten beansprucht vor allem Interesse und 
erheischt nahere Priifung die Angabe, dafs Hilarius VOH Poitiers vor- 
stehenden Hymnus gedichtet habe. B bezeichnet ebenfalls Hilarius als Ver- 
fasser durch die Uberschrift : „Ymnum sancti Hilari de Christo" ; E hat den 
Titel: „Ymnus sancti Hilarii episcopi Pictavensis" ; in einem anderen Kodex 
Sangallen. 567 saec. 8. heifst es pag. 133 nach der Vita s. Hilarii: „Inc.ipit 
ymnus eiusdem omm tempore ,Ymnum dicat turba fratrum | ymnum cantus 
personet'" ; C bezeichnet den Hymnus als „editus a sancto Elario Pictav. 
episcopo". I nennt ihn „Hymnus sancti Hilarii, quem misit filiae suae" 
(hier also taucht der Pseudohilarianische Brief an Abra auf, den die alteren 
Quellen nicht kennen). A und D haben keinen Titel. F bietet die Uber- 
schrift: „Ymnum super evangelium Christi et oratio sancti Hieronimi et 
Paulini" ; hier ist zu beachten, dafs Hieronimus und Paulinus nicJd als Ver- 
fasser des „Hymnus super evangelium", sondern nur jener Oratio bezeichnet 
werden, welche in F unmittelbar auf den Hymnus folgt. — Von zehn Quellen 
des 7. — 12. Jahrh. zeugen somit sieben fiir Hilarius, und keine stellt ihn als Autor 
direkt oder indirekt in Abrede. Waren auchdie Quellen von einanderabhjingig, so 
bekunden sie immerhin, dafs mindestens seit dem 7. Jahrh. unwidersprochen 
nur Hilarius, der als Hymnendichter sicher bezeugt ist (cfr. Anal. Hymn. 



270 



Pars II: Hymnodia Hibemo-Celtica. 



L, 3f.), als Verfasser des ,Hymnum dicat" galt. Auch Hincmar von Beims 
(vgl. Note zur Strophe 13, 3 f . und 29, 3 f.) tritt fBr Hilarius ein. 

Sind diese aufseren Zeugnisse, so alt uud zahlreich und iibereinstimmend, 
wie kaum bei irgendeinem anderen Hymnus, auf innere Griinde hin ab- 
zuweisen, oder finden sie vielleicht aus dieser Richtung noch ueue Bestatigung? 
— Die „turba fratrum" (1, 1 u. 32, 1), woran Todd Anstofs nahm, weil sie 
auf Monchc weise, „die zusammen aufstehen und Metten singen", kann keine 
ernstliche Schwierigkeit bereiten. Die „beati fratres" (28, 2) sind doch ge- 
wifs keine Monche, und aus den Briefen der Apostel sind die „fratres" satt- 
sam als „Mitbruder in Christo" iiberhaupt bekannt. — „Es war eine gewisse 
Mode, anonyme Hymneu ihm (Hilarius) zuzuschreiben;" so meiut W. Meyer. 
Aber ivelchcr andere Hymnus ist vor der Zeit, als der Brief an Abra in Um- 
lauf gesetzt wurde, Hilarius je zugeschrieben worden? Die von Gamurrini 
gefundenen sind ziemlich sicher echt, und kijnnen nicht der „Mode" auf 
Rechnung gesetzt werden. Erst nach Daniels fatalem Irrtum kann man 
mit gewissem Rechte von einer „Mode" des Zuschreibens sprechen. Und 
selbst, wenn es schon im Altertum Mode gewesen ware, so ist daruin noch 
nicht jeder Hymnus falschlich zugeschrieben. — Schon das Alter der Quellen, 
welche bei ihrer Fehlerhaftigkeit uud bei den gleiehmafsig auftretenden 
Interpolationen auf iceit dltere Vorlagen zuriickweisen, riickt die Entstehung 
des Hymnus in hohe Zeiten hinauf. — Wilh. Meyer (1. c p. 208) konstatiert 
auf Grund sehr sorgfaltiger Uutersuchungen iiber Stil und Metrum dieses 
Hymnus, der aus arehaistischen troehaischen Septenaren aufgebaut ist (vgl. 
Meyers interessante Studie in seinen „Gesam. Abhandl. zur Mlat. Rhythmik. 
II, S. 346 ff.) : „Der trockene , etwas unbeholfeue Ausdruck weist in spate 
Zeit, ebenso die Metrik . . . Die Vermeidung des unreinen Wortschlusses 
in der zweiten uud sechsten Hebung und die | regelmafsige] Anwendung der 
Elision zeigen , dafs das Gedieht noch mit ziemlicher Kenntnis der alten 
Metrik verfafst ist." Wenn nun aber auf Grund einzelner „Verletzungen der 
Quantitat" der gleiche Gelehrte meint, dafs „das Gedicht in das 5. oder 
6. Jahrh. geriickt werden mufs" , so kann dieser Schlufs doch wohl nur bei 
jenen gelten, die einen Dichter als Automaten betrachtet wissen wollen, der 
nnmer pedantisch genau nach den gleichen Regeln seiner Metrik schreibt. — 
Andererseits hat Atkinson (The Irish Liber hymnorum, II. p. IX und XI 
sqq.) den Satz aufgestellt und meines Erachtens ziemlich erwiesen, dals 
unser Hymnus im Gegensatz zu allen anderen in Irland entstandenen Hymnen 
„bears the unmistakeable stamp of a totally difjerent system of metrical 
structure and consequently of treatment of the language". Irisches Produkt 
ist er, ganz abgeseheu von den dagegensprechenden aufseren Zeugnissen, 
schwerlich; also sehr friih anderstooher importiert. Wie popular aber gerade 
Hilarius in Irland war, dafiir bringt Bernard im Irish Liber hymnorum (II, 
p. 127) viele Belege. Ein Hymnus von ihm konnte somit auf giinstige Auf- 
nahme rechnen. — Ein Vergleich mit den Dichtungen im Hymnenbuch des 
Hilarius (Anal. Hymn. L. 4 — 9) zeigt, dafs der dort an dritter Stelle mit- 
geteilte, im 1. Verse sichtlich entstellte Hymnus „Adac carnis gloriam u im 
gleichen Versmafs gebaut ist wie „Hymnum dicat u , wenngleich dort 3 Lang- 
zeilen eine Strophe bilden. Manches empfiehlt die Annahme eines und desselben 
Dichters fiir beide Hymnen; frappant ist z. B. ein Vergleich von „Gaudet 
falsis, gaudet stupris" (dort 3, 2) mit „Galli cantns, galli plausus (hier 33, 1), 
und der Vergleich eben dieses erwShnten Ausdrackes ^falsis" = „falsche 
Aussagen" mit „falsis grassatur" (16, 3 in unserem Hymnus). Aber die 
metrischen Verstbfse sind im Hymnus „Adae carnis" ungleich zahlreicher 
als hier; auch ist hier Eujambement die Regel, dort niemals. Das bietet eine 
hcdeutende, aber nicht uniihcrunndliche Schwierigkeit, vvofiir jedoch der Nach- 
weis an dieser Stelle zu weit fiihren wiirde. — Alkuin hat im Traktat „De 
laude Dei" (cfr. Anal. Hyinn. L, pag. 979) mitten unter den Exzerpten aus 
Jicda auch Str. 4 u. 5 unseres Hymnus zitiert. (Dreves bezeichnet sie eben- 
dort als Strophen „unhckannter Herkunft") Wird das Raisonnemeut richtig 
sein, wenn wir auf diese Verse hin Beda als Auktor des n Hymnum dicat" 



I. De Deo et de Beata. 



271 



vermuten? Man beachte nur, dafs Beda 673 geboren wurde und im Kodex 
B schon um 680—691 , im Kod. A aller Wahrscheinlichkeit nach sclton 
friiher unser Hymnus eingetragen ist; ferner, was noeh durchscblagender ist, 
Beda selbst sagt im Kap. 24 seines Traktates ,De re metrica': „Metrum 
trochaicum tetrametmm, quod a poetis Graecis et Latinis frequentissime 
ponitur, recipit locis omnibus trocbaeura, spondeum omnibus praeter tertium. 
Huius exemplum totus est hymnus ille pidcherrimus ,Hymnum dicat turba 
fratrum'." So wiirde er sein eigenes Produkt nicht betiteln und noch weniger 
wiirde er Bau und Metrik dieses Hymnus so verkannt haben, wie er es getan 
hat (vgl. W. Meyer, Ges. Abh. II, p. 348), hatte er selbst ihn gemacht. — 
Die Erorterung ist gegen die in den Anal. Hymn. geltenden Grundsatze 
viel zu umfangreich gediehen; nur der wichtige Umstand, dafs wir icahr- 
scheinlich hier den allerdltesten und den einzigen uns rollstdndig iiber- 
lieferten Hymnus des ersten Hymnendichters Hilarius v. Poitiers 
vor uns haben, kann das entschuldigen. Weil derselbe vorwiegend, wenn 
nicht einzig bei den 1 )'( n in Gebrauch war und sein Ursprung von Hilarius 
uicht einfachhin sicher feststeht, beliefs ich ihn bei der Hymnodia Hibernica. — 
Reiche Literaturangabe bei W. Meyer in den erwahnten Gottinger Nach- 
richten, S. 187 u. 204. 



215 



Hjrmnus Apostolorum". 



1. 



Precaraur patrem, 
regem omnipotentem, 

Et Iesum Christum, 

sanctum quoque spiritum, 



2. 



Deum in una 

perfectum s[ubstantia] 
Trinum pfersoua, 

unum in essentia] ; 



3. 



Universorum 

fontis iubar luminum 
Aethereorum 

et orbi lucentium. 



I. 



4. 



Hic enim dies 

velut primogenitus 
Caeli ab arce 

mundi moli micuit 



7. Ita veterno 

iste hoste subacto 
Polura nodoso 

solvit mortis vinculo. 



5. 



Sic verbura caro 
factum a principio 

Lumen aeternum 

raissum patre saeculo. 



8. Tenebrae super 

ante erant abyssum, 
Quam radiaret 

primus dies dierura ; 



6. 



Illeque proto 

vires adimens chao 
Tum improviso 

noctem pepulit mundo ; 



9. Hoc quam prodiret 
vera lux, raortalia 



Contexit alta 
corda ignorantia. 



272 



Pars II. Hyrnnodia Hiberno-Celtica. 



10. Eodem die 

rubrum, ut aiunt, mare 
Post tergum liquit 
liberatus Israel; 



13. Sicque erepti 

nequam iubemur fretis 
Laudare Deum 
explosis iniraicis. 



1 1 . Per boc docemur 

mundi acta spernere 
Et in deserto 

virtutum consistere. 



14. Et sicut ille 

lucis fit initium, 
Ita et iste 

salutis exordium; 



12. Submerso saevo 

Cincri canunt aemulo 
Certatim Deo 

laudes, duci igneo ; 



15. Locatur primus 
in tenore diei, 
Secundus vero 
in calore fidei. 



II. 



16. In fine mundi 22. 

post tanta mysteria 
Adest salvator 

cum grandi clementia; 

17. Tamque aperte 23. 

elementa praetendunt, 
Quam vatum ora 
lucide concelebrant. 

18. Natus ut homo 24. 

mortali in tegmine 
Non deest caelo 
manens in trinitate. 



Tum per prophetam 

completur ut dictum est: 
Saliet claudus 

ut cervus perniciter; 

Planaque fatur 

absoluto vinculo 
Lingua mutorum 

imperante Domino. 

Surdi sanantur, 
caeci atque leprosi, 

Funere truso 

suscitantur mortui. 



19. Vagit in pannis, 

veneratur a Magis, 
Fulget in stellis, 
adoratur in caelis. 

20. Statura vili 

continetur praesaepi, 
Cuius pugillo 

potest orbis concludi. 

21. Primumque signum 

portendit discipulis 
Aquae conversae 
in sapore nectaris. 



25. Totidem panes 

quinque dividit virum 
Saturaturus 

procul dubio milibus. 

26. Post tantas moles 

divinae clementiae 
Exosus ille 

stimulo invidiae, 

27. Qui invidere 

et odire, animam 
Pro inimicis 
prorogans dat victimam. 



L De Deo et de Beata. 



273 



28. Adversus eum 

initur consiliuin, 
Qui magni dictus 
consilii est angelus. 



34. [Tunc] protoplaustum, 
[lacri]mosa suboli 
Abiecta mali 

morte saeva ultrice. 



29. Accedunt ei 

ut latroni cum gladiis 
Furem aeternis 
tradituro aestibus. 



35. Quemque autiquum 
paradiso incolam 
Recursu suo 

clementer restituit. 



30. Tandem humano 
traditur iudicio, 
Mortali rege 

damnatur perpetuus. 



36. Exaltans caput 

universi corporis 
In trinitate 

locavit ecclesiam. 



31. Cruci confixus 

polum mire concutit 
Lumenque solis 

tribus obtendit boris. 



In hoc caelitus 

iubet portas_principes 
Regi cum sociis 

aeternales pandere, 



32. Saxa rumpuntur, 

velum scinditur templi, 
Vivi consurgunt 

de sepulcris mortui. 



38. Errantem propriis 

evehens centesimam 
Supernis ovem 
umeris ovilibus. 



33. Corrosum nodis 

annis fere milibus 
Extricat saevis 
inferi feralibus 



39. Quem exspectamus 

adfuturum iudicem 
Iustum cuique 

opus suum reddere. 



40. Rogo, quam tantis _ 
talibusque donariis 
Vicem condigne 

possumus rependere? 



41. Quid tam mortales 

tentamus micrologi 
Narrare, quivit 

quae nullus edicere? 



42. Solum oramus 

hoc idemque maximum: 
Nostri, aeterne, 
miserere, Domine. 



Antiphon. ms. Benchorense anni 680—691. Cod. Ambrosian. C 5 inf. 
— 1,1 Praecamur. — 2, 3 sq. Die in der Hs. fehlenden Worte erganzt 
Warren (1. c. II, p. 5)durch: „Trinum in tribus | adorandum personis". Nach 
Blume, Thesauri hymnologici Hymnarium. 18 



274 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



,,trinum" aber ist in der Hs. noch „p" als Anfangsbucbstabe des naehsten 
Wortes lesbar. — 3, 4 locentium. — 5, 4 misum. — 6, 2 cauo. — 6, 3 in- 
proviso. — 7,3 Polump nodoso. — 8, 2 abisum. — 8, 3 [Qu]am; statt 
„antequam" hier Zerlegung in „ante" (8, 2) und „quam". — 8, 4 [prijmus. 

— 9, 1 Der Text der Hs. scheint nicht verderbt zu seiu; ich konstruiere : 
[Antelquam (das ,,ante" von 8, 2 gehort zu „quam" in 8, 3 tind 9, 1) hoc 
(scil. die) vera lux prodiret etc. Warren andert: Hic quum prodiret | vera 
lux etc.; wie soll dann „Hic" iibersetzt und erklart werden ? Muratori u. 
Daniel: Haec quam prodiret etc. — 10, 3 Post ergum. — 12, 2 Warren 
(1. c. II, pag. 39) erklart treffend .,Cincri", Ablativ von Cincris, als Synonyinon 
von „Pharao". — 15, 1 Loquatur. — 15, 2 tinore. — 17, 1 apertae. — 17, 3 
vatum hora. — 22, 2 diictum est; das „est" ist stark verblafst und daher 
von Herausgebern dieses Hymnus stets iibersehen worden. — 24, 2 adque. 

— 24, 3 troso. — 25, 3 Saturaturis. — 25, 4 „dubio" hier zweisilbig, was 
bei den Iren in der Regel nicht der Fall. — 27 , 1 „Qui" bezieht sich auf 
„inimicis" (27, 3). — 27, 4 dat victiniam fehlt; diese Liicke fiillen Daniel 
und Warren aus durch : „precatus est" ; aber so leidet der Reim , und das 
Gebet fiir die Feinde erwarten wir erst bei der Kreuzigung. Jedenfalls 
ist die Konstruktion der Strophe dunkel. — 28, 4 „Consilii" ist drei- 
silbig; die Iren lesen regelmafsig „ii" als einfaches „i" (cfr. 29, 2; 37, 3; 
38, 1; 40, 2) une schreibeu oft auch so. — 29, 2 cum gladis; vgl. Note zu 
28, 4. — 30, 3 lege korrig. zu rege. — 31, 4 obtondit oris. — 33, 1 Con- 
rosum. — 33, 2 annos. — 33, 3 Extrecat senis. — 34, 2 soboli ; „lacrimosa" 
wohl Attribut zu „morte" ; „saeva ultrice mali" Apposition zu „morte". — 
36, 4 aecclesia. — 37, 3 socis korrig. zu sociis; vgl. Note zu 28, 4. — 
38, 1 propris ; vgl. abermals Note zu 28, 4. — 38, 2 evichens ceutissimam. 

— 40, 1 tantes korrig. zu tantis. — 40, 2 donaris; vgl. Note zu 28, 4. — 
41, 2 temptamus migrologi. — 41, 3 quevit. — 42, 3 aeternae. — Am Schlufs 
.,A1lehiia" ; letzteres auch nach der ersten Strophe. 

Der Titel, am Rande verzeichnet, lautet: „ Ymnvm apo*tolorum, ut alii 
dicunt . . . ."; meines Erachtens stand auf dem unten abgerisseneu Folio 
des Kodex (der Text des Hymnus beginnt auf dem unteren Teile des Blattes) 
der Namen dessen, der „nach Behauptung auderer" ueben den Aposteln als 
Verfasser zu gelten habe. Der Ursprung des Hymnus von den Aposteln 
ist selbstredend eine Legende. Es ist schwer begreiflich , wie man hier 
die Ubersetzung eines griechischen Originales vermuten und sogar einfach 
behaupteu konnte. Etwas anderes ist die Annahme, der Stoff dieses Liedes, 
welches als rhythmisch abgefafstes GJcnibensbekenntnis (daher wohl die Be- 
zeichnung „hymnus (tpostolorum" als Pendant zum „symbolum apostolorum") 
angeseheu werden kann, sei einer griechischen Vorlage entuommen. — Fiir 
irische Provenienz spricht die Quelle, der durchweg beobachtete Reim in so 
friiher Zeit, die standige Synizese von ii zu i, die Bezeichnung Pharaos 
durch Cincris (12,2), die Schreibweise „qu" vor Vokal statt „c" (15, 1), die 
Erwahnung dieses Hymnus in der 2. Vision Adamnans (cfr. Stokes in der 
Revue Celtique, XII, 240). 

Sehr zu beachten ist, dafs Strophe 4 — 15 inhaltlich von Strophe 16 — 39 
ganz verschieden sind; daher hob ich, was in der Hs. u. sonstwo nicht ge- 
sehehen ist, beide Teile graphisch als getrennte hervor. — Str. 1 — 3 konnen 
als Prooemium gelten. Ihnen ist eigentiimlich, dafs die vier Halbzeilen 
immer paarweise reimen; zur Wahruug dieses Reimes schrieb ich 2, 3 „per- 
sona" , wiihrend sonst eher „personis" zu erwarten ware. — Str. 4 beginnt 
nun ganz abrupt mit „Hic enim dies". Welcher Tag? Und warum „enim u ? 
Das alles pafst schlecht zu der sonst breiten Darstelluug. Demnach scheint 
mir vor Str. 4 -etwas zu fehlen, vielleicht der Anfang einer besonderen 
Dichtung, die nachtraglich mit einer anderen, von welcher die Str. 1 — 3 
vielleicht ebenfalls nur ein Bruchstiick bilden, zusammengeschweifst wurde. — 
In den Strophen 4 — 16 wird durch je ein Strophenpaar ein Vergleich zwischen 
den zwei Schopfungstagen der materiellen und der geistigen Welt angestellt; 
jene materielle Schopfung beginnt mit dem Lichte, die geistige niit der Ent- 



I. De Deo et de Beata. 



27o 



sendung des ^lumen aeternuni" (5, 3), welches Christus ist. Demnach 
ist in 4, 2 „velut" wohl aufzufassen als gleichbedeutend mit „sicut" : Sicitt 
dies primogenitus etc. (= 8tr. 4), sic verbum caro factum etc. (= Str. 5). 
Dieser Teil des Hymnus war anscheinend urspriinglich fiir den Sonnta^ 
bestimmt. — Ganz anders geartet ist die Darstellungsart in den Str. 16 — 39, 
welehe einfach erzahlend iiber das Leben Jesu Christi berichteu, ahnlich wie 
im Hymnus „Hymnum dicat turba fratrum". Als Epilog schliefsen sieh 
Str. 40 — 42 ganz organisch an die Str. 16 — 39 an. — Vielleicht also haben 
wir ein Komglomerat von drei urspriinglich getrennten Gedichteu vor uus. 

Die Vers- und Strophenabteilung entspricht genau jener in der Hand- 
schrift; ein jambischer Fiinfsilber u. ein trochdischer katalektischer Dimeter 
wechseln ab , gerade wie bei „Sancti venite" (Nr. 228), „Celebra Iuda" 
(Nr. 234) und „Audite fratres u (Nr. 251). 



•210. Hynmus .,Altus Prosator u sancti Columbae. 

R. Quis potest Deo placere | Novissirao in tempore 
Variatis insigDibus | Veritatis ordinibus 
Exceptis contemptoribus | Mundi praesentis istius V 



1. Altus prosator, vetustus 
Dierum et ingenitus 
Erat absque origine 
Primordii et crepidine, 
Est et erit in saecula 
Saeculorum infinita; 
Cui est unigenitus 
Christus et sanctus spiritus 
Coaeternus in gloria 
Deitatis perpetua. 

Non tres deos depromimus, 
Sed unum Deum dicimus 
Salva fide in personis 
Tribus gloriosissimis. 

2. Bonos creavit Angelos 
Ordines et Archangelos 
Principataum ac Sedium, 
Potestatum, Virtutium, 
Uti non esset bonitas 
Otiosa ac maiestas 
Triuitatis iu omnibus 
Largitatis muneribus, 
Sed haberet, caelestia 

In quibus privilegia 
Ostenderet magnopere 
Possibili fatimine. 



3. Caeli de regni apice 
Stationis angelicae 
Claritate prae fulgoris, 
Venustate speciminis 
Superbiendo ruerat 
Lucifer, quem formaverat, 
Apostataeque angeli 
Eodem lapsu lugubri 
Auctoris cenodoxiae, 
Pervicacis invidiae, 
Ceteris remanentibus 
In suis principatibus. 



4. Draco magnus taeterrimus, 
Terribilis et antiquus, 
Qni fuit serpens lubricus, 
Sapientior omnibus 
Bestiis et animantibus 
Terrae ferocioribus, 
Tertiam partem siderum 
Traxit secum in barathruin 
Locorum infernalium 
Diversorumque carcerum 
Refugas veri luminis 
Parasito praecipites. 

18* 



276 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



5. Excelsus mundi machinam 
Praevidens et harmoniam, 
Caelum et terram fecerat, 
Mare, aquas condiderat, 
Herharum quoque germina, 
Virgultorum arbuscula, 
Solem, lunam ac sidera, 
Ignem ac necessaria, 
Aves, pisces et pecora, 
Bestias, animalia, 
Hominem demum regere 
Protoplaustum praesagmine. 

6. Factis simul sideribus, 
Aetheris luminaribus, 
Conlaudaverunt angeli 
Factura pro mirabili 
Immensae molis Dominum, 
Opificem caelestium, 
Praeconio laudabili, 
Debito et immobili 
Concentuque egregio 
Grates egerunt Domino 
Amore et arbitrio, 

Non naturae donario. 

7. Grassatis primis duobus 
Seductisque paejfntibus 
Secundo ruit diabolus 
Cum suis satellitibus, 
Quorum horrore vultuum 
Sonoque volitantium 
Consternarentur homines 
Metu territi fragiles, 
Non valentes carnalibus 
Haec intueri visibus, 

Qui nunc ligantur fascibus, 
Ergastulorum nexibus. 

8. Hic sublatus e medio 
Deiectus est a Domino, 
Cuius aeris spatium 
Constipatur satellitum 
Globo invisibilium 
Turbido perduellium, 



Ne malis exemplaribus 
Imbuti ac sceleribus 
Nullis unquam tegentibus 
Saeptis ac parietibus 
Fornicarentur homines 
Palam omnium oculis. 

9. Invehunt nubes pontias 
Ex fontibus brumalias 
Tribus profundioribus 
Oceani dodrantibus 
Maris, caeli climatibus, 
Caeruleis turbinibus 
Profuturas segitibus, 
Vineis et germinibus, 
Agitatae flaminibus 
Thesauris emergentibus, 
Quique paludes mariuas 
Evacuaut reciprocas. 

10. Raduca ac tyrannica 
Mundique momentanea 
Regum praesentis gloria 
Nutu Dei deposita ; 
Ecce, gigantes gemere 
Sub aquis magno ulcere 
Comprobantur, incendio 
Aduri ac supplicio 
Cocyti que Charybdibus 
Strangulati turgentibus, 
Scyllis obtecti fiuctibus 
Eliduntur et scrupibus. 

11. Ligatas aquas nubibus 
Frequenter crebrat Dominus, 
Ut ne erumpant protinus 
Simul ruptis obicibus, 
Quarum uberioribus 

Venis velut uberibus 
Pedetentim natantibus 
Telli per tractus istius 
Gelidis ac ferventibus 
Diversis in temporibus 
Usquam intluunt flumina 
Nunquam deficientia. 



I. De Deo et de Beata. 



277 



12. Magni Dei virtutibus 
Appenditur dialibus 
Globus terrae et circulus 
Abysso magnae inditus 
Suffultu Dei, iduma 
Omnipotentis valida, 
Columnis velut vectibus 
Eundem sustentantibus, 
Promontoriis et rupibus 
Solidis fundaminibus 
Velut quibusdam basibus 
Firmatus immobilibus. 

13. Nulli videtur dubium 
In imis esse infernum, 
Ubi habentur tenebrae, 
Vermes et dirae bestiae, 
Ubi ignis sulphureus 
Ardens flammis edacibus, 
Ubi rugitus hominum, 
Fletus et stridor dentium, 
Ubi Gehennae gemitus 
Terribilis et antiquus, 
Ubi ardor flammaticus, 
Sitis famisque horridus. 

14. Orbem infra, ut legimus, 
Incolas esse novimus, 
Quorum genu precario 
Frequenter flectit Domino, 
Quibusque impossibile 
Librum scriptum revolvere 
Obsignatum signaculis 
Septem de Christi monitis, 
Quem idem resignaverat, 
Postquam victor exstiterat 
Explens sui praesagmina 
Adventus prophetalia. 

15. Plantatum a prooemio 
Paradisum a Domino 
Legimus in primordio 
Genesis nobilissimo, 
Cuius ex fonte flumina 
Quattuor sunt manantia, 



Cuius etiam florido 
Lignum vitae in medio, 
Cuius non cadunt folia 
Gentibus salutifera, 
Cuius inenarrabiles 
Deliciae ac fertiles. 

16. Quis ad condictum Domini 
Montem ascendit Sinai? 
Quis audivit tonitrua 
Ultra modum sonantia, 
Quis clangorem perstrepere 
Inormitatis buccinae? 
Quis quoque vidit fulgura 
In gyro coruscantia, 

Quis lampades et iacula 
Saxaque collidentia 
Praeter Israhelitici 
Moysen iudicem populi? 

17. Regis regum rectissimi 
Prope est dies Domini, 
Dies irae et vindictae, 
Tenebrarum et nebulae 
Diesque mirabilium 
Tonitruorum fortium, 
Dies quoque angustiae, 
Maeroris ac tristitiae, 
In quo cessabit mulierum 
Amor ac desiderium 
Hominumque contentio 
Mundi huius et cupido. 

18. Stantes erimus pavidi 
Ante tribunal Domini 
Reddemusque de omnibus 
Rationem affectibus, 
Videntes quoque posita 
Ante obtutus crimina 
Librosque conscientiae 
Patefactos in facie; 

In fletus amarissimos 
Ac singultus erurnpemus 
Subtracta necessaria 
Operandi materia. 



278 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtiea. 



19. Tuba primi archangeli 
Strepente admirabili 
Erumpent munitissima 
Claustra ac poliandria. 
Mundi praesentis frigola 
Hcminum lucescentia 
Undique conglobantibus 
Ad compagines ossibus, 
Animabus aetbralibus 
Eisdem obviantibus 
Rursumque redeuntibus 
Debitis mansionibus. 

20. Uagatur ex climactere 
Orion caeli cardine 
Derelicto Virgilio, 
Astrorum splendidissirno, 
Per metas Thetis ignoti 
Orientalis eirculi ; 
Girans certis ambagibus 
Redit priscis reditibus, 
'Qriens post biennium 
Yesperugo in vesperum ; 
Sumpta in problematibus 
Tropicis intellectibus. 



21. Xristo de caelis Domino 
Descendente celsissimo 
Praefulgebit clarissimum 
Signum crucis et vexillum, 
Tectisque luminaribus 
Duobus principalibus 
Cadent in terram sidera 
Ut fructus de ficulnea, 
Eritque mundi spatium 

Ut fornacis incendium : 
Tunc in montium specubus 
Abscondent se exercitus. 

22. Ymnorum cantionibus 
Sedulo _ tinnientibus, 
Tripudiis sanctis milibus 
Angelorum vernantibus 
Quattuorque plenissimis 
Animalibus oculis 

< iim viginti felicibus 
Quattuor senioribus, 
Coronas admittentibus 
Agni Dei sub pedibus, 
Laudatur tribus vicibus 
Trinitas aeternalibus. 



23. Zelus ignis furibundos 
Consumet adversarios 
Nolentes Christum credere 
Deo a patre venisse. 
Nos vero evolabimus 
Obviam ei protinus 
Et sic cum ipso erimus 
In diversis ordinibus 
Dignitatum pro meritis 
Praemiorum perpetuis 
Permansuri in gloria 
A saeculis in saecula. 

Liber ms. Bobiensis de Vita Contemplativa Pseudo-Prosperi (Juliaui 
Pomerii?) saec. 9. Cod. Ambrosian. M 32. sup. 4. A. — Liber ms. de Vita 
Contemplativa saec. 9. Cod. Scbol. Medic. Montispessulan. 218. B. — Liber 
ms. Floriacensis de Vita Contemplativa saec. 10. in. Cod. Aurelianen. 169 (146). 
C. — Liber ms. Tegurinus de Vita Contemplativa saec. 10 /n. Clm. Monaceu. 
18665. D. — Hymn. ms. Hibernicum saee. 11. in. Cod. Coll. Trinit. Dub- 
linen. E 4. 2. E. — Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. Cod. Conv. Franciscan. 
Dublinen. s. n. F. - Collect. ms. Hibernieum (Leabhar BreacJ saee. 14. 
Cod. Academ. Reg. Dublinen. s. n. G. 

Die Lesarten von A eutnehme ich der Publikation Reifferscheids in deu 



I. De Deo et de Beata. 



279 



Sitzungsb. d. Wiener Akad. d. W. Pkil.-Hist. Kl. LXVDI (1871), S. 544 ff; 
jene von B der Publikation Soucherie^s in der Revue des langues romanes. 
VII (1875), S. 15 ff. ; jene von C der Ausgabe Cuissard's in der Revue cel- 
tique. V (1881), S. 207 ff. 

1, lAliusB 1 ; prositor EF, prosetor G, (prosator, gebildet von „prosero u , 
= progenitor; gelaufiger ist das Femininum „prosatrix" ; eine ganz andere 
Bildung ist „prosator" von „prosa" = Prosen- oder Sequenzen-Dichter). 
■—1,4 Primordi G (driickt graphisch aus, wie „ii" in der Regel in den 
irischen Hymnen zu lesen ist, namlich als eine Silbe); et iu B. — 1, 8 et 
spiritus sanctus C. — 1, 9 Quoaeternus A. — 1, 10 Dietatis perpetuae EG. — 

1, 11 Non tris EFG. — 1 , 14 gloriasissimis G. — Vielleicht sind Vers 13 
uud 14 spatere Zutat, da sonst immer nur 12 Verse; vgl. jedoch die 
symbolische Deutung in der unten folgenden Einleitung in E u. F. — 2, 1 
Bonus B l . — 2, 3 Principatum BEFG (abermals graphisch ausdriickt, wie 
„uum u zu lesen ist; cfr. Note zu 1 , 4); ac fehlt C. — 2, 4 et virt. B 2 , C; 
virtutum ABCD (man vgl. die Form „virtutium" im Vers 3, 4 des 
folgenden Hymnus In te Christe). Die Genetive in 2, 3 u. 4 sind abhangig 
von „Ordines u (2, 2), weshalb die Wortfolge im letzteren Verse eigentlich 
sein sollte: Archangelos et ordines; der Reim verlangte die geschraubte 
Stellung. Beachtenswert, dafs nur sechs Chore der Engel erwahnt sind. — 

2, 6 Ociosa D. — 2, 9 aberet A. — 2, 10 previlegia C^F, prevelegia G. 

— 2, 11 magnopaere C. — 2, 12 fortiminae B 1 , fortimine B' J , fatimini G. 

— 3, 3 pro fulgoris AC, profulgoris B, pro fulguris D, praefulgoris EG, 
prefulgoris F; zu konstruieren ist wohl: Lucifer superbiendo prae claritate 
fulgoris [et prae] venustate speciminis de apice regni stationis angelicae 
caeli ruerat. — 3, 5 Suberbiendo D 1 . — 3, 7 Apostataque G, Apostatequae 
B. — 3, 8 lapso B 1 . — 3, 9 caenodoxiae AB, coenodosiae C, chaeno- 
doxiae D 1 . — 3, 10 Pervicatis B. — 3, 12 suis principibus C. — 4, 1 
deterrimus EFG. — 4, 2 et anticuus A 1 . — 4, 4 Bestis G (cfr. Note zu 
1, 4 u. 2, 3) ; et fehlt F. — 4, 6 feracioribus E. — 4, 8 Uber „Traxit" : ille 
draco A 2 . — 4 , 10 Diversorum quae A 1 ; iiber „carcerum" : stellas A 2 . — 
4, 11 Refuga E 1 , Refugax E 2 F ; viri luminis B 1 ; uber „Refugas" : fugitivas 
traxit secum A 2 . — 4, 12 Uber die zwei Schlufssilben von „Paras/to ist ge- 
schrieben : -duso A 2 ; praecapites D, praecipiter B. — 5, 4 et aquas condidit 
ACDEFG (nur B wahrt den Reim ; man beachte , dafs in den irischen 
Hymnen ofters ein Plusquamperfekt im Sinne des Perfekt steht). — 5, 5 Her- 
barumque quoque D. — 5, 7 ac fehlt G. — 5, 8 Ignem ab A 1 ; necessariam 
B. — 5,9 peccora DEF, apeccora G. — 5, 10 Bestias et EF'G ; animalium 
B l . — 5, 11 Hominum D; regoere C. — 5, 12 Protoplastum B 2 EFG; 
prosanguine D. — 6, 1 sederibus G. — 6, 4 promirabili A. — 6, 5 
mobilis Dominum D. — 6, 6 celetium G. — 6, 7 Praeconium D; laudabile 
EG. — 6, 8 immobile EG. — 6 , 12 denario D. — 7, 1 Grasatis E (cfr. 
16, 3 u. 18, 3 in Nr. 214). — 7, 3 zabulus EFG; „secundo ruit", der zweite 
Sturz des schon gefallenen Engels von der Erde zur Holle, nachdem der 
erste Sturz vom Himmel zur Erde geschehen sei, ist eine eigentiimliche An- 
sicht. — 7, 4 satilitibus E. — 7, 5 orrore ABC, errore D. — 7, 7 Conster- 
nantur D 1 . — 7, 10 vissibus A 1 . — 7, 12 Ergostultorum D, Ergastolorum 
CE ; nixibus C. — 8, 1 remedio A.' — 8, 2 Diectus G. — 8, 3 Cuius eris 
A 1 . — 8, 4 satilitum EFG. — 8, 6 Turpitudo (Silbe ,,-tu-" iiber der Zeile) 
A, Turpido D. — 8, 8 hac AB. — 8, 12 homnium A. — Str. 9 und alle 
folgenden fehlen in G. — 9,1 Inveunt A. — 9, 2 brunalias D. — 9, 4 
Hocea nidodrantibus A, Oleani B 1 , Occiani EG, Ociani F. — 9, 5 Malis 
D; caelis B; clematibus B^C. — 9, 6 Cheruleis ACD 1 . — Die Konstruktion 
von 9, 1 — 6 erscheint schwierig; jedenfalls ist wohl „nubes" Subjekt, und 
das Pradikat „invehunt" mit seinem Objekt „pontias brumalias" (= winter- 
liches Meereswasser?) ist zu verbinden mit „caeli climatibus" (= den Hohen 
des Himmels fiihren die Wolken das Wasser zu); „dodrans" bedeutet hier „Flut", 
eine Bedeutung, welche sich aus der Beziehung der Flut zu den Vierteln 
(dodrans) des Mondes erklart. — 9,7 segitibus BEFG. — 9, 8 Viniis E; 



280 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



germanibusB 1 . — 9, 9 Agitatae, Attributzu „nubes". — 9, lOTensauris B 1 . — 9, 11 
Quaequc B; (Quique kann sich wohl nur beziehen auf „thesauri", hier = Schatz- 
kammern [des WindgottesJ); plaudesC, wenn nichtDruckfehler bei Eeifferscheid. 
— 10, 1 Kad"ca A. — 10, 2 momentania E. — 10, 8 praesentis nur A 2 B 2 ; 
diirfte das einzig richtige sein (Mundique . . . praesentis regum). — 10, 4 
depossita E. — 10, 5 gignantes B. — 10, 6 magno fehlt D. — 10, 8 suplicio 
BE. — 10, 9 Concitique B; carybdibus B, caribdibus AD, carubdibus CEF. — 
10, 10 Strangula niter gentibus (!) D. — 10, 11 Cillis B 1 , Cellis B 2 , Scillis 
ACDEF. — 10, 12 scrupibus AC, crupibus BD, scropibus EF (die klassische 
Form ist ,scrupus" = Schroffen, rauher Fels; analog zu „rupes" scheint 
dann ,,scrupis" gebildet zu sein). — 11, 1 nudibus D. — 11, 2 crebat A 1 , 
celebrat D. — 11, 4 opicibus D, obiicibus EF. — 11, 6 velud C. — 11, 7 
Peditentim AD, Peditemptim F. — 11, 8 pertractus C, protractus B, per 
t^acti D. — 11, 9Gellidi.sE 1 . — 11, 11 influant D. — 11, 12 Usquam E*P 1 . 

- 12, 2 dealibus ABCD; es verdient Beachtung, dafs „dialis" sich ofters in 
der Vita Columbae von Adamnan vorfindet. — 12, 3 terri D; circulis A 2 . 
12, 4 Abyso B, Abyssi EF; magno F 1 . — 12, 5 Suffulta F; Suffultu mufs 
wohl erklart werden als Ablat. instrum. von „suffultus" = Unterstiitzung, 
wozu das interessante hebraisierende Wort „iduma" (ABCD bieten ,,idama" 
= Hand) als erklarende Apposition gehort. — 12, 7 velud AC. — 12, 8 
Eundem fehlt D; sustentibus D. — 12, 9 Promontoris AB^C, Promunctoriis 
B 2 (zur Schreibung -is statt -iis vgl. Note zu 4, 4). — 12, 10 Solis E. — 
12, 11 bassibus EF. — 12, 12 immolibus B. — 13, 1 videntur D. — 13, 3 
Ubi fehlt D. — 13, 4 ac EF. — 13, 5 sulphoreus B, solphorius E, solphu- 
reus F. — 13, 6 adacibus A 1 , ac dacibus C, aedacibus D. — 13, 7 sqq. 
hominum-gemitus fehlt D ; ist vom Schreiber iibersprungen. — 13 , 8 ac 
stridor EP. — 13, 10 anticus A. — 13, 12 Situs famexque B; orritus A', 
orridus A 2 C. — Str. 14—21 fehlen E, da ein Blatt entfernt ist. — 14, 3 
genus ACD; praecario AC. — 14, 8 Christo BF. — 14, 9 signaverat C. — 

14, 11 Explen A^B 1 . — 14, 12 Atuentus A. — 15, 1 Plantum D 1 ; a pro- 
chemio ACD, premio B 1 , proemio B 2 , prohemio F. — 15, 2 Paradysum ABCD. — 

15, 4 Genessis F. — 15, 7 Cuius et tua (iiber Kasur und nicht sicher zu 
entziffern) F. — 15, 8 vitae est medio F. — 15, 11 ininnarabilis B. — 15, 12 
Diliciae B, Delitiae D. — 16, 1 condictam ABCD; ffir ein Substantiv „con- 
dicta" weifs ich keinen Beleg. — 16, 2 consedit B; Synai D. — 16, 4 Supra 
niodum F. — 16, 5 persterpere A. — 16, 6 Vielleicht ist zu schreiben Enor- 
mitatis oder Innormitatis ; bucinae ABCF, bucine D. — 16, 7 figura A 1 , ful- 
gora A 2 BCDF. — 16, 9 lampadas D. — 16, 11 Praeter Moysen (st. Israhelitici) 

C. — 17, 1 Reges D; man beachte hier die bei den Iren sehr beliebte 
Alliteration von r. — 17, 9 sq. cessauit amor mulierum D. — 18, 4 effecti- 
bus F. — 18, 8 faciae B 1 ; — „in facie'* ist in D ausradiert, aber noch les- 
bar; auf dem folgenden Folium beginnt ebendort eine Neuschrift saec. u /i5. 
mit Wiederholung von „in faeie". — 18, 9 amarissimus B 1 . — 18, 10 
aerumpemus C. — 19, 2 Strepenti D. — 19, 3 minutissima D. — 19, 5 
frigora F 1 : frigola, das alle Quellen bieten, kann ich nicht erklaren; ob „fri- 
vola" zu lesen ist? — 19, 6 lucescentia AC, luciscentia B, lacescentia D, 
liquescentia F; was zu wahlen ist, wird von „frigola" abhangen. — 19, 8 
conpagine B. — 19, 9 Animalibus F l ; et ratibus A, etralibus BC, ateralibus 

D, ethrialibus F. — 19, 10 obiantibus B 1 , obeuntibus F. — Der Titel zur 
Str. 20 in F hilft hier zum Verstandnis: „De tribus sideribus igneis Christum 
significantibus ." ferner folgender Text aus Bedas „De signis caeli" (Migne, 
PP. lat. 90, 947) : „Orion obliquus quidem Tauro habet in capite stellas splen- 
didas tres . . . Hae autem stellae Pleiades et Virgiliae [20, 3 Virgilius] 
necnon et Subulcae dicuntur". Die drei Sterne waren also hier Orion, Oriens 
(= Lucifer) und Yesperugo (= Vesper oder Venus); die syinbolische Deutung: 
Christus hat gleichsam wie Orion den Glanz des Himmels verlassen und ist 
der Erde erschienen als ein Lichtbringer (Lucifer); nachdem er von uns ge- 
schieden , wird er am Ende der Zeiten ein zweites Mal wieder erscheinen 
als Abeudstern (Vesperugo). — 20, 2 cardinae B. — 20, 4 Splendiens imo 



I. De Deo et de Beata. 



281 



antrorum B 1 ; splendiensimo C. — 20 , 5 thetis D, tethis AC, titis B, tithis 
F. — 20, 7 Gyrans BC. — 20, 8 priscis peditibus D. — 20, 11 probles- 
matibus B, proplesmatibus F. — 21 , 2 celissimo D. — 21 , 3 Praefulgebat 
B. — 21, 4 vixillum B. — 21, 7 in terra B; sydera CD. — 21, 12 Ab- 
sconderit D. — 22, 1 canionibus D l . — 22, 2 tinmentibus A 1 . — 22, 3 
Tribudis A 1 , Tripudis A' 2 , Tripidus B, Tripudiis C, Tripidis D, Tropodis E, 
Tiipodiis F. — 22 , 9 atmitentibus A , admitentibus B. — 23 , 1 furibundus 
ABCEF. — 23, 2 adversarius C. — 23, 4 A Deo patre (das A iiber Rasur) 
B. — 23, 6 eius D. — 23, 7 cum eo D. — 23, 9 Dignitatem AC. — 23, 12 
ia gloria (cfr. 23, 11) E. 

Der Befrain, von mir an den Anfang gestellt, steht iiberall am Schlufs. 
Im ersten Verse fehlt Deo F. — Am Schlufs des Refrains fiigt D bei : 
.,Deo gratias" ; alsdann in roter, nachtr&glich stark radierter Schrift: „Ex- 
plicit liber venerabilis viri episcopi Prosperi de vita contemplativa". — In 
C folgt ein Gebet zur Fufswaschung am Griindonnerstag. — E u. F hingegen 
haben noch folgende Verse, die ein Gedicht fiir sich zu bilden scheinen: 

Deum patrem ingenitum, | Caeli ac terrae Dominum, 
Ab eodemque tilium | Saec(u)la ante progenitum 
Deumque spiritum sanctum, | Verum, unum, altissimum, 
Invoco, ut auxilium | Mihi opportunissimum 
Minimo praestet omnium | Sibi deservientium, 
Quem angelorum milibus ] Consociabit Dominus. 

Vorwort svim Hymnus Altus prosator in E u. F (Urtext ist lateinisch 
u. altirisch): 

„Locus huius hymni Hi [= Hy, Jona, Ikolmkil auf der Hebrideninsel 
Hy]. Tempus des Aedan mac Gabrain, Konigs von Schottland [574 — 606], 
und des Aed mac Ainmerech , Konigs von Irland [572 — 599] ; Mauritius 
582 — 602] autem vel Pliocas war damals Konig der Romer. Die Person 
des Uichters] war Colum Cille [521—597] de nobili genere Scotoruni; 
Columba dicitur ut ,estote prudentes sicut serpentes et simplices sicut 
columbae i . Causa , quia voluit Deum laudare, per septem annos hunc 
hymnum scrutans in Nigra Cellula (= Duibh Regles, Black Church, Schwarz- 
Kirche in Derry] sine lumine", i. e., um Verzeihung zu erlangen wegen der 
Schlacht, die er bei Cuil Dremne [jetzt Cooladrummon bei Sligo ; die Schlacht 
war -um 561] gegen Diarmait, Cerbaills Sohn, gewann, und wegen der anderen 
Schlachten, an deren siegreichem Ausgang er beteiligt war diese Sehlachten 
waren jene bei Coleraine 579 und bei Cuil Feda, in der Nahe von Clonard, 
587 ; vgl. zu diesen Angaben Bernards jene von Greith , Gesch. der altir. 
Kirche, S. 185]. „Vel , ut alii dicunt , der Hymnus wurde aus dem Stegreif 
gemacht; uamlich eines Tages war Colum Cille in Hi, und niemand weilte 
bei ihm aufser Baithiu [der Liebling Columbas unter seinen 12 ersten Ge- 
iahrten]; und sie hatten zur Nahrung nur noch einen Korb Hafer. Da sprach 
Colum Cille zu Baithin: ,Aufsergewohnlich edle Gaste kommen heute zu 
uns, o Baithin', namlich Leute Gregors [Papst von 590 — 604], die mit Ge- 
schenken zu ihm kamen. Und er sagte zu Baithin: ,Bleib daheim , um die 
Gaste zu erwarten, damit ich zur Miihle gehen kann.' Und er hob seine 
Last auf sich empor von einem gewissen Steine , der in der Kirche war ; 
Blathnat [oder Moel-blatha] ist dessen Name , und er findet sich noch vor, 
und auf demselben wurde im Speisesaal die Verteilung vorgenommen [vgl. 
die alte Sitte im Kloster Hy, auf einem gemeinsamen Tisch des Speisesaales 
das gesegnete Brot zu zerteilen ; Warren , Celtic Liturgy , p. 140 : Dowden, 
Celtic Church in Scotland, p. 168. — Den Stein selbst will Dr. Skene noch 
zwischen den Ruinen Hy\s vorgefunden haben]. Aber seine Last fiel ihm 
schwer, und so dichtete er von jenem Platz bis zur Miihle seinen alphabetisch 
geordneten Hymnus ,Adiutor laborantium i etc. Und nun, wann er die 



282 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



erste Handvoll [Haferj auf den Miihlstein gab, begann er mit der ersten 
Strophe (capitulnm) , und das Zermahlen des ganzen Sack Hafer und die 
Komposition des Hymnus wurden gleichzeitig vollendet; aus dem Stegreif 
wurde er so gemacht. 

„Im Jahre 565 nach Christi Geburt kam Colum Cille nach Hi, ut Beda 
dicit [folgt der betreffende Abschnitt aus Beda , Hist. Eccl. III , 4]. Brudi 
[des damaligen Piktenkonigs] autem tilius Melchon regebat Pictos tunc, et 
ipse immolavsit Columbae Hi, ubi Columba, cum esset annorum 76, sepultus 
est, post vero 34 [annos], ex quo ipse Brittaniam praedicaturus adiit. 

„Nun gut, dieser Hymnus wurde ostwarts zu Gregor [dem Grofsen] ge- 
bracht als Gegengabe fiir die Geschenke, die von ihm gesandt waren, narn- 
lich das Kreuz, dessen Name ,Grofse Gemme' war, und die Hymnen der 
Woche. [Vgl. meinen Aufsatz ,Gregor der Grofse als Hymnendichter' in 
Stimmen aus Maria Laach, Bd. 74, S. 269 ft'.]. Die Uberbringer des Hymnus 
aber anderten drei Strophen, um Gregor zu priifen, namlich ,Hic sublatus 1 und 
,Orbem' und ,Vagatur l [= Str. 8; 14 u. 21]. Als sie indessen begannen, 
den Hymnus Gregor laut vorzulesen, erschienen Engel Gottes und blieben 
stehen , bis man zu den veranderten Strophen kam ; auch Gregor stand aus 
Ehrfurcht auf. Aber bei den veriinderten Strophen safsen die Engel nieder; 
ebenso setzte sich Gregor, und der Hymnus wurde auf diese Weise fertig 
gelesen. Dann hiefs Gregor sie ein Gestandnis ablegen ; denn er wufste, dafs 
sie am Hymnus geiindert hatten. Und sie gestanden und erhielten Ver- 
zeihung. Gregor sagte dann , der Hymnus sei ohne Fehler, nur enthalte er 
nicht genug des Lobpreises der Dreifaltigkeit per se, sondern aus den Ge- 
schopfen. Dieser Tadel wurde dem Columba berichtet und war Veranlassung, 
dafs er den Hymnus ,In te Christe' [folgende Nummer] dichtete. 

„Die Strophenfolge ist alphabetisch more Hebraeo . . . Seehs Linien 
bilden je eine Strophe, und jede Linie besteht aus 16 Silben [zur Hervor- 
hebung des Reimes sind diese „Linien" von mir in je zuoei Verse bzw. in ein 
Verspaar zerlegt]. Ausgenommen ist die erste Strophe, in der sich sieben 
Linien finden ; denn sie enthalt das Lob Gottes. Passend fiirwahr ist diese 
Ungleichmafsigkeit gegeniiber den anderen Strophen in Anbetracht der grofsen 
Verschiedenheit Gottes von seinen Geschopfen; passend ist die Sechs-Zahl 
autem in creaturis, quia sex diebus factae sunt . . . 

„Als Regel fiir die Rezitation huius hymni moge gelten, dafs „Quis 
potest Deo" [d. i. der Refrainj zwischen je zwei Strophen (capitula) wieder- 
holt werde ; dann wird eine besondere Gunst auf ihm ruhen , da man ihu 
friiher so sang. Manche Vergiinstigungen sind mit diesem Hymnus verbunden, 
namlich : Engel sind anwesend, wahrend er gebetet wird; keinen Damon 
wird der Pfad dessen kennen, der ihn taglich betet, uud seine Feinde werden 
ihn nicht zu seinem Schaden an jenem Tage antreffen, wann er den Hymnus 
singt; auch wird nicht Zwietracht sein in dem Hause, wo er gewohnlich ge- 
betet wird; ja, er schiitzt gegen jeglichen Tod, ausgenommen den im Bette 
(„save death on pillow"); noch auch wird Hungersnot Oder Mangel an 
Kleidung dort herrschen, wo er oft in Brauch ist; et aliae multae sunt 
[gratiae]." 

Ahnlich lautet die Prjifatio in G (Leabhar Breac). Dort komint klarer 
zum Ausdruck , dafs Columba 2 Hymnen dichtete , den einen , namlich 
.Adiutor laborantium 1 , auf dem Wege zur Miihle, den anderen, niimlich 
,Altus prosator' m der Miihle bei der Arbeit. Der erstere Hymnus ist 
nicht bekannt, vielleicht liegt beim Kommentator eine Verwechslung mit dem 
gleichfalls von Columba verfafsten Hymnu.s ,In te Christe credentiwm' 
(folgende Nummer) vor, der nach dem Refrain beginnt: Deus in adiutorium 
Iutende laborantium. — Unter den „multae gratiae huius hymni" fuhrt 

G auch noch an : „quisquis eum cantaverit frequenter , non erit in 

inferno post diem iudicii, etiamsi mala multa egerit; et habebit divitias 
multas et longitudinem saeculi." — Ebendort findet sich folgende Vorschrift 
in irischen Versen: 



I. De Deo et de Beata. 



283 



Geib in ,Altus' co basecht, 
Na dam cert do deman dur; 
Ni'8'fil galar isin bith, 
Na cith na cuirfe for cul. 



Sing den ,Altus l sieben Mal, 
Der dem Diimon nimmt sein Eecht; 
Krankheit gibt's nicht in der Welt, 
Nicht Gewitter, das ihm trotzt. 



Dieses Beten des „Altus prosator" zu sieben Malen spielt auch eine 
Kolle in der merkwiirdigen Legende des weisen Iren Maelsuthain (mitgeteilt 
von 0'Currij, Manuscript Materials of Irish History, pag. 78, und von Todd, 
Lib. Hymn., p. 240 sqq.),l dessen Sohn Maelpatrick einer Krankheit erlegen 
war, obgleich sein Vater sieben Mal, um ihn herumgehend, den „Altus" ge- 
betet hatte. Voll Verdrufs dariiber uuterliefs letzterer sieben Jahre lang 
das Beten dieses Hymuus, bis ihrn Kunde kam, dafs er ob dieses und zwei 
anderer Vergehen harten Strafen im Jenseits entgegen gehe. Denn sein 
Sohn sei nicht gestorben, weil Gott den „Altus" nicht in Ehren halte, sondern 
nur, weil er den guten Sohn bei den Engeln und uicht bei den Menschen 
sehen wollte. Maelsuthain gab seine Vergehen auf und sang von da an den 
,,Altus" jeden Abend sieben Mal und fand das gehoffte Erbarmen Gottes. 



In diesem Gemisch von Geschichte und Legende ist neben dem Hymnen- 
geschenk Gregors des Grofsen die Autorschaft Columbas von besonderem 
Interesse. In A — D ist der Hymnus mit der ,Vita Contemplativa' in Ver- 
bindung gebracht, weshalb der Verfasser der letzteren, Pseudo-Prosper bzw. 
Julianus Pomerius, als Dichter des ,Altus prosator' gelten konnte. Dagegen 
spricht, wie Bernard (1. c. II, p. 143) mit Recht betont, die Grundverschieden- 
heit der Sprache in den echten Werken Prospers sowie in der Vita Contem- 
plativa von der Sprache in unserem Hyrnnus. Stil und Metrum (Silben- 
zahlung und Reim) haben echt irisches Geprage. Ausschlaggebend ist be- 
sonders auch der Gebrauch von Schrifttexten, welche nicht der durch Hiero- 
nymus revidierten Vulgata entuommen sind , sondern der vor Hieronymus 
gebrauchlichen lateinischen Bibeliibersetzung. Bernard hat diese wichtigen 
Ausdriicke zusammengestellt: 1, 1 sq. , Vetustus dierum', in der Vul- 
gata ,antiquus dierum' ; — 4, 3 sq. ,serpens sapientior' , in der Vulgata 
,serpens callidio)"; — 4, 12 ^praecijrites 1 unter Anlehnung an Apoc. 12, 9 
,praecipitatus est', in der Vulgata ,proiectus est'; — 20, 8 ,Ad compagines\ 
in der Vulgata ,ad iuncturani suam'; — 21, 3 ,Yirgilio' unter Anlehnung 
an Job 9, 9 ,qui facit Virgilias et Vesperam', in der Vulgata ,qui facit . . . 
Hyadas' , u. a. In Irland aber war zu Columbas Zeiten allem Anschein 
nach uoch nicht die Ubersetzung des hl. Hieronymus in Brauch. Kurz, 
alles deutet auf den Ursprung dieses Hymnus in Irland wdhrend des 6. 
oder 7. Jalirliunderts. Die Angabe in den drei irischtn Quellen E, F und 
G, dafs Columba der Dichter sei, verdieut demnach vollen Glauben, weun- 
gleich der geschichtliche Kern reichlich mit Legendarischem umhullt ist. 

Hrabanus (f856) hat Columbas Dichtung in seinen Rhythmus „De fide 
catholica" des Anfanges ,Aeteme rerum conditor \ Et clarus mundi formator' 
(Diimmler, Poet. lat. II, 197 sqq.) fast vollstandig unter Umdichtung einzelner 
Verse und Wendungen verwoben. 



* 



•217. Ad Denm. 



Oratio sancti Columbae. 



R. Iu te, Christe, credentium | Miserearis omnium ; 
Tu es Deus in saecula | Saeculorum in gloria. 



284 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



1. Deus, in adiutorium 
Intende laborantium, 



4. Deus opis eximiae 
Caelestis Hierosolymae, 
Deus, rex, regni gloria, 
Deus, ipse victoria. 



Ad dolorum remedium 



Festina in auxilium. 



2. Deus, pater credentium, 



Deus, vita viventium, 
Deus deorum omnium, 
Deus, virtus virtutium. 



5. 



Deus aeterni luminis 

Deus inenarrabilis, 

Deus altus, amabilis, 

Deus inaestimabilis. 



8. Deus, formator omnium, 
Deus et iudex iudicum, 
Deus et princeps principum, 
Elementorum omnium. 



6. Deus largus, longanimis, 



Deus, doctor docibilis, 
Dens, qui facit omnia, 
Nova cuncta et vetera. 



7. De^patris in nomine 
Filiique sui prospere, 
Sancti spiritus utique 
Recto vado itinere. 



Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. in. Cod. Coll. Trinit. Dublinen. E 4. 
2. A. — Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. Cod. Conv. Franciscan. Dublinen. 
s. n. B. — R, 1 miseriaris B. — 2, 4 zu „virtutium" vgl. 2, 4 in Nr. 216. 
— 3, 4 Elimentoruiu AB. — 4, 3 in gloria AB. — 4, 4 ipsi B; viventium 
AB , ist gegen den Eeim und eine Wiederholung von 2, 2. — 7, 2 Filique 
A; im vorhergehenden Hymnus war oft zu bemerken, dafs „ii" bei den Iren 
emsilbig gesprocheu und demgemafs auch oft durch einfaches „i" graphisch 
bezeichnet wurde. — 7, 4 itenere A. 

In beiden Quellen folgt unmittelbar „ChristUS redemptor gentium" 
(nachste Nummer), obgleich die Doxologie (Str. 7) genugsam den Schlufs 
des ,,Hymnus", richtiger des Reimgebetes, erkennen lafst. Der folgende 
Rhythmus begiunt durchweg jeden Vers mit ,Christus l , wie dieser mit ,Deus i , 
was gleichfalls zicei gesonderte Dichtungen kennzeichnet. Ubrigeiis enthalt 
die gleich mitzuteilende Prafatio auch eine dahin lautende Bemerkung. — 
Was ich als Refrain (R) ansehe, bildet in beiden Quellen die erste Strophe. 
Jedenfalls sticht sie bedeutend von allen anderen , mit „Deus' - beginnenden 
Strophen ab, und die Wendung „in saecula saeculorum" schmeckt eher nach 
dem Abschlufs einer Dichtung (hier eines kurzen RefrainsJ, als nach einer 
einleitenden Strophe. Nunmehr bildet auch das „Adiutorium laborantium" 
das Gebetsobjekt der ersten Strophe, und somit konnten wir hier den allerdings 
auch so nicht ganz richtig zitierten Hymnus „Adudor laborantium" vor 
uns haben, von dem in der ,,Prafatio" des vorhergehenden Hymnus (S. 282 
unten) die Rede war. 

Vorwort zwm Hymnus in A: 

„Colum CiUe dichtete diesen Hymnus und zw T ar in Rhythmen mit 16 Silben 
in jeder Zeile (bei uns VersjJaar). — Andere Leute behaupten, Colum Cille 
habe nicht den ganzen Hymnus gemacht, sondern nur von Christus re- 
demptor (s. folgende Nummer) bis Christus crucew, und so sagen multi : 
illam partem. Locus: Hi ; tempus jenes des Aed mac Ainmerech; causa, 
weil der Dichter ungeniigend iiber die Dreifaltigkeit im ,Altus l gesprochen 
liatte , und dieses es war, woriiber Gregor dem Colum Cille einen Vorwurf 
machte" (vgl. Seite 282 , in der Mitte). — Ahnlich die Prafatio in B , nur 
fehlt dort die Angabe, dafs einzelne nicht fiir den ganzen Hymnus (d. h. 
diesen und deu folgenden) Columba als Dichter gelten lassen. 



I. De Deo et de Beata. 



285 



Nichts sehliefst Columba als Diehter aus; Sprache, Eeim, Alliteration 
sprechen jedenfalls fiir ein altirisches Produkt, und die Bezeichnung „Deus 
altus" erinnert stark an „Altus prosator". — Auch hier hat Hrabanus eine 
Anleihe gemacht fiir seinen bei der vorigen Nummer besprochenen Rhythmus. 
Ferner tauchen Str. 1 und Refrain im Eselsfeste von Sens wieder anf(Anal. 
Hymn. XX, p. 218). 

218. Ad Christum. 

Oratio sancti Columbae. 

R. Christus lorica militum, 
Christus creator omnium. 



1. Cbristus , redemptor gentium, 
Christus, amator virginum, 
Christus, fons sapientium, 
Christus, fides credentium ; 



4. Christus infernum penetrat, 
Christus caelum ascenderat, 
Christus cum Deo sederat, 
Ubi nunquam defuerat. 



2. Christus, salus viventium 
Et vita morientium, 
Coronavit exercitum 
Nostrum cum turba martyrum. 



5. Gloria baec altissimo 
Deo patri ingenito, 
Honor ac summo filio, 
Unico, unigenito, 



3. Christus cruceni ascenderat, 

Christus mundum salvaverat, 

Christus et nos redemerat, 

Christus pro nobis passus est ; 



6. Spirituique optirao, 

Sancto, perfecto, sedulo; 
Amen, fiat perpetua 
In sempiterna saecula. 



Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. in. Cod. Coll. Trinit. Dublinen. E 4. 
2. A. — Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. Cod. Conv. Franciscan. Dublinen. 
8. n. B. — Der Refrain (R) steht, ohne als ein solcber bezeichnet zu sein, 
in A u. B nach Str. 1 ; er ist als Rundreim erkenntlich am Umstande, dafs 
die zwei Verse in keiner Strophe unterzubringen sind; und die spezifisch 
irische Apposition ,Joriea" kennzeichnet das ganze Lied als eines der 
L o r i c a - oder Schutz-Lieder (vgl. die Bemerkungen zum Schlufshy mnus 
dieses Bandes , namlich zur Lorica Gildas). — 3, 3 redemeret A, redimerat 
B; hier und iiberhaupt in den Str. 3 u. 4 zeigt sich deutlich, wie in der 
Irischen Dichtung Plusquamperfekt mit Perfekt und auch Prasens gleich- 
bedeutend verwendet wird. — 3, 4 „est u verstofst gegen den Reim ; 1. viel- 
leicht: Christus nobis passus erat. — 4, 1 und 2 fehlen B. — 5, 1 haec est 
AB; da „Gloria" nicht mittelst Synizese zweisilbig gelesen werden kann 
„ia" bei den Iren stets zweisilbig), ergibt „est" eine iiberschiissige Silbe. 
— 6, 1 obtimo A. — 6, 3 sq. Zur Wahrung des Reimes vielleicht: per- 
petuo | In aempiterno saeculo. — Am Schlusse nochmals : „In te Christe 
credentium u . Letzteres ist der Anfang des Refrains zum vorhergehenden 
Hymnus, der von den Abschreibern und Kommentatoren irrig mit dem oben- 
stehenden zu einem Hymnus verschmolzen wurde. Man vgl. die S. 284 ge- 
machten Bemerkuugen und die Praefatio aus A. — Ein weiteres disparates 
Stiick , das meines Erachtens eine sogenannte rhythmische Collecta oder 
Collectio ist , haben die schlecht bewanderten Kopisten noch angehangt, 
namlich : 



286 



Pars II. Hymnodia Hibemo-Celtica. 



Protegat nos altissimus I De snis sanctis sedibus, 
Dum sibi hymnos canimus | Decem statutis vicibus, 
Sitque nobis propitius | Diebus atque noctibus. 

Die Boxologie umfafst 2 Strophen; da auch Str. 1 u. 2 ebenso wie 
Str. 3 u. 4 zusammen gehoren, so sind wahrscheinlich Strophen von 8 Versen 
anzusetzen. 

In diesem und dem vorhergehenden Hymnus ist, abgesehen von der 
Doxologie, die Trinitdt als solche nicht verherrlicht. Wenn also Gregor 
ein Loblied auf den dreieinigen Gott, und nicht so sehr nur ein solches auf 
die hhl. DreifaHiglceit wiinsehte, dann hat Columba seinem Verlangen ent- 
sprochen (vgl. S. 282, in der Mitte). 

219. Ad Deum. 

Oratio sancti Columbae. 

R. Te timemas terribilem | Nullum credentes similem, 
0 Iesu amantissime, | 0 rex regum rectissime. 



1. Noli, pater. indulgere 
Tonitruo cum fulgure, 
Ne frangamur formidine 
Huius atque uridine. 



2. Te cuncta canunt carmina 
Angelorum per agmina, 
Teque exaltent culmina 
Caeli vaga per fulmina. 



3. Benedictus in saecula | Recta regens regimina. 
Iohannes coram Domino | Adhuc matris in utero 
Repletus Dei gratia | Pro vino atque sicera. 

V. Elisabeth Zachariae virwn magnum yenuit 
Iohannem Baptistam, praecursorem Domini. 

4. Manet in meo corde | Dei araoris tiamtna, 
Ut in argenti vase | Auri ponitur gemma. 

Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. in. Cod. Coll. Trinit. Dublinen. E 4. 

2. A. — Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. Cod. Conv. Franciscan. Dublinen. 
s. n. B. — Apograph. ms. (Liffordense) Vitae s. Columbae anni 1532. Cod. 
Oxonien. Rawl. B 514. C. — 

Der Rundreim (R) findet sich in den Hss. uach der 1. Strophe(l. Hiilfte) und 
nach der 2. Strophe (2. Halfte) ; vgl. die Bemerkung zum Refrain des vorher- 
gehenden Liedes. — R. Te Deum timemus C ; Nullum credens C. — 1,2 
Tonitrua AC; fulgore AB, fulgare C. — 1, 3 Ac frangamur A. — 1, 4 Huis 
C ; urido (bekannter .,uredo" — Getreidefcrwttf) wird vom Kommentator in 
A bezeichuet als „Feuer oder Gelbe Seuche". — 2, 2 agimina C. — 2, 3 
exultent AC. — 2, 4 Caeli vagi ABC (Atkinson, 1. c, pag. 171, erinnert 
treffend an „vaga fulmina" bei Ovid, Metam. I, 596). — 3, 1 regimine C. — 

3, 2 corum C. — 3, 3 siccera A, sisare C. — Der Versikel ist wortlich ein 
aus dem Brevier-Officium auf Johaunes Baptista entlehntes Responsorium, 
das noch jetzt in Brauch ist. Die Heraasgeber dieses Liedes drucken durch- 
weg diesen Versikel (wie auch den Refrain) so , als ob er eine Strophe der 



I. De Deo et de Beata. 



287 



Dichtung zu bilden habe. — Auch die darauffolgende, metrisch ganz anders 
gebaute Strophe 4 ist als disparates Stiick , welches mit dem Versikel und 
Rundreim und dem eigentlichen zweistrophigen Liede zusammen ein Schutz- 
gebet (lorica) bildet, kenntlich zu machen. — 4,2 argenteo B, argensio C; 
uasse B, uace 0; Aurea B, Aurio C; gema C. 

Vorwort zum Hymnus in A: 

„Colum Cille fecit hunc hymnum eodem modo ut ,In te Christe 1 (Nr. 212). 
Locus: der Eingang zur Eremitage von Daire Calcaig [spater Kirche von 
Derry]; tempus idem, namlich des Aed mac Ainmerech. Causa; Colum 
Cille aliquando venit ad colloquium regis nach Derry , und es wurde ihm 
der dortige Platz samt Zubehor angeboten. Damals aber weigerte sich Colum 
Cille , den Ort anzunehmen, quia prohibuit Mobi [der Instruktor Columbas 
und Abt im Kloster zu Glasnevin] accipere mundum [= irgend etwas von 
dieser Welt] , bevor er gehort habe von seinem Tode. Als aber darauf 
Colum Cille zum Tore des Platzes kam, begegneten ihm drei Mann von den 
Leuten Mobis mit dem Giirtel Mobis et dixerunt: ,Mortuus est Mobi'; et 
dixit Colum Cille: . . . (Folgt ein unverstandlieher, fiir unseren Zweck be- 
langloser Spruch iiber den Giirtel Mobis ; cfr. Stokes, The Book of Lismore, 
pag. 26). Colum Cille ging zuriick zum Konig et dixit regi : ,Die Gabe, 
welche du mir heute morgeu angeboten hast , die gib mir jetzt'. ,Sie soll 
dein sein', erwiderte der Konig. Darauf geriet der Platz mit allem, was sich 
dort vorfand, in Brand. ,Das ist eine grofse Verheerung', sagte der Konig ; 
,denn ohne diesen Brand wiirde dort nie ein Mangel sein an Kleidung oder 
Nahrung bis zum Weltgerichte'. ,Und doeh soll dort von nun an ein Volk 
wohnen', erwiderte Columba, ,und jedem, der dort weilt, soll nie eineNachtdes 
Fastens anbrechen'. Nun drohte das Feuer den ganzen Eichenwald zu ver- 
brennen, und um ihn zu beschiitzen, wurde der Hymnus gedichtet. 

,,Vielleicht auch hatte er [ColumbaJ den Tag des jiingsten Gerichtes im 
Sinne , oder das Feuer am Johannestage ; und der Hymnus wird seit jenen 
Tagen bis jetzt gesungen gegen jegliches Feuer und gegen Donnerwetter. 
Und wer immer ihn betet beim Aufstehen und beim Schlafengehen , den 
beschiitzt er vor dern BJitzstrahl und aufser ihm neun Personen, die er aus 
seinem Haushalt auswahlt." 

In B lautet das Vorwort: 

„CoJum CiJJe dichtete hunc hymnum in einem wohlbekaunten Rhythmus ; 
zu Daire CaJcaig machte er ihn, ut quidain dicunt. — Entweder hatte er 
dabei den Tag des jiingsten Gerichtes im Sinne, oder das ,Feuer am Jo- 
hannestag. 1 Oder der Hymnus diente, den Eichwald zu schiitzen, als ein 
Donnerkeil ihn in Brand setzte; nachdem derselbe von Aed mac Ainmerech 
[dem Columba] geschenkt war und ein Feuer ihn zu vernichten drohte , da 
wurde bei diesem Anlafs der Hymnus gedichtet. Und er wird gesungen 
gegen jedes Donnerwetter ; und wer immer ihn beim Schlafengehen und Auf- 
stehen betet, der ist gefeit gegen alle Gefahr vom Feuer und Blitzstrahl, und 
ebenso auch die neun ihm teuersten Personen seines Gesindes." 

Demnach hatten wir hier eine Art unseres sogenannteu Wettersegens. 
Die auf Johannes Baptista beziigliehe Strophe ist beim ersten Blick auf- 
fallend; die Kommentatoren geben Aufschlufs im Vorwort und in ihrer Er- 
lauterung des Wortes ,urido' (1, 4) als ,Feuer oder Gelbe Seuche". Beides 
steht bei den alten Iren mit Johannes Baptista bzw. mit dem Feste Decol- 
lationis s. Johannis Bapt. in Verbindung: „In Media [= Meath oder East- 
meath] — inquit David Rothus episcopus Ossorensis [ca 1618] — S. Jo- 
hannis Baptistae fons , in Lagina [= Leinster) S. Brigitae puteus visitur: 
ad rivulum s. Molengi [= Mullingj . . . , olim deprecandae pestis asylum, 
omnes ordinum orationes (!) causa confluebant" (Kelly, Giraldus Cambrensis 
eversus, I, 182). Vom hl. Molengus oder Mulling aber, einem der so- 
genannten „vier Propheten Irlands" (f696), soll die Prophezeiung stammen 
(vgl. Stokes, Felire, p. CXXXIV): 



288 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



On Iohns festival will come an on- 
slaught, 

Wich will search Ireland from the 

south-east ; 
A fierce dragon that will burn every- 

thing it reaches. 
Without communion, without sacri- 

fice. 



Am Johannesfest wird kommen ein 
Gemetzel, 

Das Irland durchstreift von Siid- 

Osten her; 
Ein wilder Dvachen wird alles ver- 

sengen, was er antrifft, 
Aufser dem Sakrament des Altares 

und dem Opfer. 



Geht in Irland diese Befiirchtung einer verheerenden Seuche am St. 
Johannes Tage nicht iiber die Zeiten des hl. Molengus hinaus — und die 
Prophezeiung legt das nahe — , so ist der ganze auf Johannes den Taufer 
sich beziehende Abschnitt nichi von Columba und erst spatere Zutat. Dazu 
wiirde stimmen , was Lawlor aus dem Book of Mulling (cfr. Bernard, 1. c, 
I, p. XXI sq.) mitteilt. Jenes Directorium von Mulling schreibt namlich 
unter anderen Gebeten oder Gesangen , die nur kurz citiert werden , auch 
vor: „Benedictus usque Iohfannem]'' - Damit diirfte gemeint sein Str. 3, d. h. 
„Benedictus vn saecula" bis zum Vers „Iohannem Baptisiam, praecursorem 
Domini." — Selbstredend ist „Benedictus" aus dem also beginnenden Can- 
ticum des Zacharias, des Vaters des Taufers, entnommen. 



220. Collectae Rhythniicae ad Horas. 



I. Ad Secundam (— Primam). 



V. Ad Yespertinam. 



Te oramus, altissime, 
Exorto solis lumine, 
Christe, Oriens nomine, 
Adesto nobis, Domine. 



Vespertino sub tempore 
Te invocamus, Domine, 
Nostris precibus adnue, 
Nostris peccatis ignosce. 



II. Ad Tertiam. 

Christi per horam tertiam 
Deprecamur clementiam, 
Uti nobis perpetuam 
Suam tribuat gratiam. 



VI. Ad Initium Noctis. 

Noctis tempus exigimus, 
Christe, in tuis laudibus ; 
Miserearis omnibus 
Te ex corde precantibus. 



III. Ad Sextam. 

Tuis parce supplicibus 
Sexta hora orantibus, 
Qua fuisti pro omnibus, 
Christe, in cruce positus. 



VII. Ad Noctumam. 

Iesu, clementer visita 
Nocte orantes media, 
Qua divina potentia 
Petri solvisti vincula. 



IV. Ad Nonam. 

Exaudi preces omnium 
Nona bora orantium, 
ln qua, Christe, Cornelium 
Visitasti per angelum. 



VIII. Ad Maiutinam. 

Deus, subveni omnibus 
Te ter sanctum laudantibus 
Unumque confitentibus 
Sacris hymnorum cantibus. 



I. De Deo et de Beata. 



289 



IX. Item ad Matuiinam. 



X. Item alia ad Matutinam. 



Gallorum, Christe, cantibus 
Te deprecor sonantibus, 
Petri ut quondam fletibus, 
Nostris intende precibus. 



Deus, qui pulsis tenebris 
Diei lucem tribuis, 
Adventura veri luminis 
Tuis efifunde famulis. 



Antiphon. ms. Benchorense anni 680 — 691. Cod. Ambrosian. C 5 inf. 
A. — Martyr. et Collectar. ms. S. Mariae et S. Corbiniani Frisingensis saec. 
10. Clm. Monacen. 27305. B. — I. Titel in A: „ltem alia ad Se[cunda |" ; 
es geht namlich eiue „Collectio" oder „Collecta" (vgl. Warren, The Anti- 
plionary of Bangor, II, p. XIX sqq.) ad „Secundam" voraus. Titel in B: 
„Ad Primam" (iiber „Prima = Hora secunda" cfr. Blume, Der Cursus s. 
Benedicti, S. 23). — 1,2 Exortu A. — I, 3 Christo A. — Nach I, 4 folgt: 
„Qui regnas in saecnla" und so immer nach jeder Collecta. A. —II. Titel: 
„Ad Tertia" A ; und so durchweg der Ablativ statt Akkusativ. — II , 1 
Christe B. — II, 2 Tuam deprecamur B; Dipraecamur A. — II, 3 Ut B. 

— II, 4 Tribuas benignus gratiam B. — III, 2 ora (ebenso IV, 2) A. 

— III, 4 possitus A. — IV, 1 praeces A. — IV, 3 sq. Qua fuisti Corne- 
lium | Visitans B. — V. Titel: „Ad vesper." A (an anderer Stelle dort aus- 
geschrieben: „ Vespertinam) ; Ad Vesperas B. — V, 3 praecibus annuae A. — 
VI fehlt B. Ob ,,initium noctis" = Complet? — VI, 3 Miseriaris A. — 
VI, 4 praecantibus A. — VII. Titel in A : „Ad Nocturno" ; in B : „ Ad Comple- 
torium"(!). — VII, 2 Noctis B. — VII, 3 QuiB. — VIII fehlt B. — IX. Titel 
in B: ,,Ad Nocturnum sive Matu[tinam]." — IX, 2 depraecor A. — IX , 3 
Petri ob quondam A. — IX, 4 praecibus A, mentibus B. — X fehlt B. 

Es folgt in A unmittelbar eine zweite Serie von „Collectiones" oder 
Collectae zu den Horen , welche alle in Prosa abgefafst sind. Spater eine 
Reihe von Collectiones, teils in gebundener, teils in ungebundener Sprache, zu 
verschiedenen Teilen des Ofticiums. Ich lasse dieselben hier als eine zweite 
Gruppe sich anschliefsen , verbunden mit rhythmischen Collectiones aus 
anderen Quellen. 



221. Collectae ad varias Offlcii partes. 

I. Post ,Laudate Dominum de caelis'. 

Deus altissime, rex angelorum, 
Deus, laus omnium elementorum, 
Deus, gloria et exsultatio sanctorum, 
Custodi animas servorum tuorum. 



II. Post ,Laudate Dominum de caelis'. 

Deus, quem exercitus canit caelorum, 
Quemque ecclesia laudat sanctorum, 
Quem hymnizat spiritus universorum, 
Miscrere, obsecro, omnium nostrorum. 



Blume, Thesauri hynuiologici Hymnarium. 



19 



290 



Pars II. Hymnodia Hiberao-Celtica. 



III. Post tres Psalmos [148—150]. 

Te de caelis Dominum laudamus 
Teque omnium regem regum rogamus; 
Tibi uni et trino, in quem speramus, 
Cum excelsis angelis hymnum cantamus. 

IV. Post Evangelium. 

Canticis spiritualibus dilectati 
Hymnos, Christe, consoDantes canimus tibi, 
Quibus tua maiestas possit placari 
Oblata laudis hostia spiritali. 

V. Post Evangelium. 

Laudis hymnus tibi, Doraine, hostia 
Prae ceteris probatur esse accepta; 
A maioribus ergo ad nos traditos 
Tuae maiestati canimus hymnos. 

VI. Posf Evangelium. 

Diluculo lucis auctore resurgente 
Exsultemus in Domino devicta morte, 
Quo peccato possimus semper obire 
Vitaeque ambulemus in novitate. 

VII. Post Hymnum. 

Lux orta est in luce prima 
Exordio dierum antiquo facta, 
Unigenitus tuus, Domine, qui nostra 
Abluere venit per crucem peccata. 

VIII. De Martyribus. 

Triumphalium memores martyrura tuorum, 
Qui pro te tolerare vexilla passionum, 
Precamur, ut per sancta merita ipsorum 
Nostrorum veniam mereamur peccatorum. 

IX. Post ,Cantemus''. 

Plebs Israel in figuram nostri 
Liberatur in transitu maris; 
Nos ergo per gratiam baptismi 
Libera tu ab exitiis mundi. 



I. De Deo et de Beata. 



291 



X. Post ,Benedicite ( . 

Ut tres pueros in flamma salvasti 
Descensu in fornacem caelestis nuntii, 
Sic nos per angelum magni consilii 
Liberare digneris ab igne inferni. 

XI. Post ,Tc Deum laudamus 1 . 

Te, Pater rerum, iure laudamus, 
Te in omni loco fatemur et colimus, 
Tibi famulatu spontaneo ministramus ; 
Exaudi nos et praesta ea, quae rogamus. 

Collect. nis. Hibernicuni saee. 7. Cod. Taurinen. F IV 1 (fragm. IX). 

A. — Antiphon. ms. Renchorense anni 680—691. Cod. Ambrosian. C 5 inf. 

B. — Psalt. ms. Hibernicum (vulgo „Suthantoitiense") saec. 11. Cod. Coll. 
S. Iohannis Cantabrigieu. s. n. C. — Hynxn. ms. Hibernicum saec. 11. in. 
Cod. Coll. Trinitat. Dublinen. E 4. 2. D. — Hymn. ms. Hibernicum saec. 
11. Cod. Conv. Franciscan. Dublinen. s. n. E. 

I findet sicli in ABC. — ■ Titel hier und bei den folgenden Collectae aus 
B; auch in A geht Ps. 148 voraus. — 1, 1 altissimae A. — I, 2 elimentorum 
BC. — I, 3 Deus gloriae B. — Als Klausel folgt in ABC: Qui regnas in 
saecula saeculomm. Amen; A u. B bieten diese Klausel nicht vollig aus- 
geschrieben (zwei Schlufsworte fehlen B; C schliefst nach der ersten Silbe 
des dritten Schlufswortes); in A ist vor der Klausel noch eingeschoben : 
„Miserere nobis Domine." Ganz die gleiche Klausel schliefst Collecta II, 
IV (in A), VHI (in B), IX, X. — Statt derselben tritt ein die Klausel „Qui 
tecum vivit" etc. nach Collecta IV (in B), VI, VII; oder „Per Dominum 
nostrum" etc. nach III (in C; dafiir „Per acternalia saecuJa saecidorum" 
in A); oder „Hic et in aeterna saeeida saeeulorum" nach VIII (in A). Vgl. 
iibrigens die Klausel am Schlufs der rhythm. Collectae zu den Horen (Nr. 220). 

— II findet sich in BC; ferner im Psalt. ms. Hibernicum saec. 11. Cod. 
Vatican. Palat. 65. — II, 1 canet angelorum C. — II, 2 aecclesia laudetB 1 , 
aecclesiae laudet C. — II, 3 spiritus ymnizat C. — II, 4 omnium nostrorum 
tuorum C. — III findet sich in A u. C, und zwar in C nach dem Ps. 150, 
der bekanntlicli in den Laudes mit Ps. 148 u. 149 zu einem verbunden wird; 
darauf stiitzt sich der Titel. — III , 1 Te Dominum de caelis C ; Dominum 
doppelt geschrieben A 1 . — 1H, 2 Tece A. — III, 3 Tibi uno A. — IV findet 
sich in ABDE ; u. zwar in ADE angehangt au den Hymnus „Hijmnum dicat 
turba fratrum" (Nr. 214). — IV, 1 spiritalibus AB. — IV, 2 Christe Iesu E. 

— IV, 3 Cibus tua A ; tua Domine maiestas DE ; maistas posit A. — IV, 4 
Oblato laudes A, Oblata Deo laudis DE; spirituali E. — V findet sich nur 
in A. — V, 1 Laudes tibi mit dariibergeschriebenem „ymnum"(!) A; ostia 
A. — V, 3 ergo ut nos A. — V, 4 ymnus A. — Nach V, 4 Miserere; vgl. 
hierzu „Miserere nobis Domine. Qui regnas etc." unter den Klauseln zu I. 

- VI u. TII offenbar fur Ostern, nur in B. — VI, 1 Deluculo B. — VI, 3 
peccata B; der Sinn ist: „damit wir der Siinde ersterben (obire) konnen'" 

— YIII in A u. B. — VIII, 1 Triumpalium A. — VIII, 2 tollerare B, 
tollerauere A; vixilla AB. — VIII, 3 praecamur B. — ■ VIII, 4 Nostrorum 
mereamur vineam A. — IX u. X nur in B. — IX, 1 Israhel B. — IX, 2 
mari B; vielleicht ist zu lesen: in transito mari, damit jeder Vers auf i 
endet. — IX , 4 exitis B ; wieder ein Beispiel , dafs • ii- bei den Iren 
als ein Vokal gesprochen und auch oft geschrieben wurde. — ■ X, 2 Dis- 
censu B. — X , 4 imferni B. — XI iu A u. B. — Titel in I! : „Item alia 

19* 



2!»2 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



super Laudate [pueri]". Letzterer Versikel ist aber in B Einleitung zum 
Te Deum, und dem entsprechend wahlte ich die Uberschrift. — XI, 2 patemur 
A, fatimur B. — XI, 4 presta ea quae a te rogamus A. 

Alle diese in Reimprosa abgefafsten Collectae bestehen stets aus vier 
Zeilen, welche in der Regel alle auf gleichem Vokale auslauten (nur in V 
haben Vers 3 u. 4 einen besonderen Reimvokal). In diesem Punkte gleichen 
sie den rhythm. Collectae ad Horas (vorhergehende Nr.). Wahrend letztere 
aber ausnahmslos den jambischen Dimeter zur Geltung bringen, schwankt 
hier die Silbenzahl der eiuzelnen Verse zwischen 10 und 14, wenngleich 
12 oder 13 Silben die Regel bilden. Eigentlicher Rhythmus fehlt. Der 
Reim steckt noch in den ersten Anfangen. Das alles lafst schliefsen, dafs 
diese Dichtungeu, wie jene unter Nr. 220 und 222 zu den altesten der alt- 
irischen Hymnodie gehoren. — Die in A vorfindlichen Collectae hat auch 
Wilh. Meyer in d. Nachrichten v. d. kgl. G. d. Wiss. zu GSttingen, Philol.- 
Hist. Klasse, 1904 (p. 188 sqq.) mitgeteilt. 



222. Antiphonae super ,Cantemus' et ,Benedicite'. 

I. a. Super ^Cantemus 1 . 

Filii Hebraeorum penetraverunt, 

Israbelitae plebes transierunt 

Per siccum mare, laudem dixerunt. 

b. Siqter ,Benedicite\ 

Tres pueri te, Deus, orabant, 
De medio ignis ad te clamabant, 
Ex una voce hymnum dicebant. 

II. a. Super yCantemus'. 

Dextram laevamque Moyses aspexit, 
Viam regalem populum eduxit, 
Ad litus maris usque perduxit. 

b. Super ,Benedictus l . 

Fornacis flammas pueri contempserunt, 
Christo iugiter immolaverunt, 
Viam iniquam dereliquerunt. 

III. a. Super ,Cantemus ( . 

Pharao demersus^est in rubrum mare, 
Moyses pertransiit in sicco pede, 
Maria dixit: Deo cantate. 

b. Super ,Benedicite' . 

Tres pueri in camino coniecti 
Verbo cogente regis iniqui 
Canebant hymnum Domino regi. 



I. De Deo et de Beata. 



293 



Antiphon. ms. Benchorense anni 680—691. Cod. Ambrosian. C 5 inf. 
— Titel in der Hs. : Incipiunt antefani(l) super Cantemus et Benedicite" ; 
und zwar folgen dort sechs Antiphonenpaare , von denen das zweite , vierte 
und sechste Paar, die in der hier vorgelegten Ordnung auch dort sich 
folgen. durch den Reim zu .Strophen von je drei Versen gestaltet sind. — 
la, 1 Filii ebre eorum penitrauerunt. — Ib, 1 Tris korrig. zu Tres; Deus 
fehlt. — Ib, 3 uno korrig. zu una. — II a, 2 regalem polum. — II b, 3 
diriliquerunt. — Hla, 1 Faro. — Hla. 2 pertransit; abermals das bei den 
Iren ettlsilbige -ii- auch graphisch durch nur ein -i- ausgedriickt. — Warren 
(1. c. II, p. 29) lafst so drucken: „Moyses pertransit in sicco pede maria, 
[et] dixit, Deo cantate." — III b, 1 Tris korrig. zu Tres. — Illb, 2 co- 
gentis. 

Betreffs der Reimprosa gilt hier das Gleiche wie bei den Collectae der 
vorigen Nummer ; war dort vier die Zeilenzahl der Strophe , so hier 
immer drei. 



223. Hymnus de Psalmis quindecini Canticorum Graduum. 



1. Ad Dominum clamaveram, 
Cum tribulatus fueram, 
Et exaudivit Dominus 
Servum suum quantocius. 

2. Levavi meos oculos 
Statim ad montes pristinos, 
Unde erit altissimo 
Auxilium a Domino. 

3. Laetatus sum in omnibus, 
Quae dixit mihi Dominus : 
Ad domum Dei ibimus, 

In qua semper manebimus. 

4. Ad te levavi oculos 
Meos, o Deus, internos, 
Qui es in caeli culmine 
Cum angelorum agmine. 

5. „Nisi quia altissimus 
Erat in nobis Dominus," 
Dicat Israhel omnibus, 
„Infirrniores fuimus." 

6. Qui confidunt in Domino, 
Dominatore maximo, 

Ut mons Sion perpetuo 
Non movetur ab aliquo. 



7. In convertendo Dominus 
Captivitatem protinus 
Sion satis in omnibus 
Consolati nos fuimus. 

8. Nisi Dominus aedificaverit 
Atque nos conservaverit, 
Vanum est opus omnium 
Domus aedificantium. 

9. Beati filii hominum. 

Qui suum timent Dominum 
Quique in via angusta 
Fide ambulant robusta. 

10. Saepe me_ expugnaverunt 
Adversarii, nec potuerunt, 
Sed cessaverunt continuo 
Confortante me Domino. 

11. De profundis suppliciter 
Clamavi ac fideliter 

Ad te, Deus victoriae, 
Pater perennis gloriae. 

12. Domine, non est elatum 
In me superbia cor meum 
Neque [unquam] interius 
Exaltatus sum sensibus. 



294 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



13* Memento mei, Domine 
Deas, caeli de vertice, 
Coi milia milium 
Astant ministrantium. 

14. Ecce, quam bonum sublime 
Et quam iucundum utique 
Fratres in unum vivere, 
Summaque vita sedere ! 



15. Ecce nunc, omnes famuli 
Stantes in domo Domini, 
Benedicite Dominum 
[Diem] dierum omnium. 

16. Patrem precor potentiae 
Principemque scientiae, 

Ut per hos gradus ter quinos 
Possim conscendere caelos, 



17. Et per loca aetheria 
Vehar ad refrigeria, 
Ut merear praemia 
Possidere eximia. 

Collect. ms. Anglosaxonieum (? Hibernicum) saec. 9. Cod. Capit. Colonien. 
106.(olim Darmstadien. 2106). A. — Expos. ms. Alcuini in Psalmos. (Emeramen.) 
saec. 9. Clm. Monacen. 14 447. B. — Expos. ms. Alcuini in Psalmos saec. 10. 
Cod. Carolsruhan. Aug. CXXXV. (Pars III). C. — Uberschrift ist nach A ge- 
wahlt ; dort steht allerdings beim Texte dieser Dichtung (fol. 60) kein Titel, 
aber auf fol. 6 findet sich von gleich alter Hand ein Inhaltsverzeichnis des 
Kodex, worin es u. a. heifst: ..Expositio quoque de patram dictis brevis in 
psalmos XV Canticorum graduum; item hynmus de eisdem psalmis." 
Vorstehendes ist jedoch kein „Hymnus", sondern ein Eeimgebet, in dem der 
erste Vers jeder Strophe dem Anfange der Psalmen 119 — 133 entlehnt ist. — 

1, 1 Das Plusquainperf. statt Perfekt ist irischer Sprachgebrauch. — 4, 1 
sq. meos levavi oculos o Deus AB; der Psalm 122 beginnt aber: Ad te le- 
vavi oculos meos. — 4, 2 inter nos AB. — 6, 4 movetur (statt moventur) 
mit Assimilation an .,mons". — 8, 1 Nisi Deus B ; der Psalmvers 126, 1 hat 
„Dominus"; rhythmische Unebenheit ist auch in anderen Versen (10, 2 u. 3; 
12, 3; 13, 4; 15, 4; 17, 3). — 10, 2 Nec potuerunt adversarii AB; ist gegen 
den Reim, es sei denn, dafs hier ein Mittelreim (vgl. deu Hyinnus „ Cantemus 
in omni die lL ) vorliege, was irische Reimart verrat. — 11, 2 Ac fideliter 
elamavi B; vielleicht wieder richtig als Mittelreim. — 12, 1 Domine fehlt 
AB; aber Psalm 130 beginnt: Domine non est exaltatum. — 12, 2 cor 
meum superbia AB. — 12, 4 Altus sum AB. — 13, 3 sq. Cui adstant milia 
AB. — 14. 4 Summa quae A. — 15, 4 Zur Konjektur „Diem dierum" vgl. 
Hymnus 5, Str. 5, 1. — 16, 3 sq. Ut per hos ter quinos gradus | Caelos 
possim conscendere AB. — 17, 4 Possedere A. — C ist nicht kollationiert. 

Martene (Thesaurus novus Anecdotorum V, 394 sq.) schreibt dieses Gedicht 
Beda zu, aber sicher mit Unrecht. Vgl. auch GUes, Bedae Opp. I, 239, und 
Mone I, 393. — Stiel und Reimart und die Methode, je einem Psalmen eine 
vierzeilige Strophe zu widmen (vgl. die Collectae zu den Horen und post 
Psalmum, Nr. 220 u. 221.) lassen einen iriscken, bzw. keltischen Ursprung 
vermuten. Beachtenswert ist aueh die echt irische Wendung: „Patrem 
ytreeor potentiae | Principemque" (16, 1 sq.). 



224. Oratio Matutina. 



1. Ambulemus in prosperis 
Huius diei lummis. 
In virtute altissimi 
Dei deorum maximi, 



In beueplacito Christi, 

In luce spiritus sancti, 

In fide patriarcharum, 

In meritis prophetarum, 



I. De Deo et de Beata. 



295 



r» 
O. 


In 


pace apostolorum, 


6. 


In linguae continentia, 




ln 


gaudio angelorum, 




In pacis abundantia, 




ln 


via archangelorum, 




In trinitatis laudibus 




ln 


splendoribus sanctorum, 




In caritatis sensibus, 


4. 


In 


operibus iustorum, 


7. 


In bonis semper actibus, 




In 


virtute monachorum, 




In formis spiritalibus, 




In 


martyrio martyrum, 




In divinis sermonibus, 




ln 


castitate virginum ; 




In benedictionibus. 


5. 


In 


Dei sapientia, 


8. 


In his est iter omnium 




In 


multa patientia, 




Pro Christo laborantium, 




In 


doctorum pnidentia, 




Quod deducit post obitum 




In 


carnis abstinentia, 




Sempiternum in gaudium. 



Oration. ms. Lindisfarnense (?) saec. 8 /9. Cod. Londinen. Reg. 2 A XX. 
A. — Oration. ms. Aethelwoldi Episc. (Etocetensis '?) saec. 9. in. Cod. Can- 
tabrigien. Ll I 10. (Pars II). B. — 1, 4 maximae A. — 2, 4 u. 3, 1 fehlen 
A. — 3, 3 fehlt B. — 3, 4 In sanctitate A. — 4, 1 u. 2 iustorum u. mona- 
chorum umgestellt AB. — 5, 3 fehlt B. — 6, 1 lingua A. — 6, 2 fehlt A. 

— 7, 1 In bonis actibus semper constituti (!) A, In semper bonis B. — 8, 3 
Qui deducit sanctos post B; ducit A. — 8, 4 In gaudium sempiternum A. 

— In B folgt noch ein Zusatz in Prosa: 

„Ut audiam vocem angelorum Deum laudautium ac dicentium: Sanctus, 
Sanctus, Sanctus." (Vgl. hierzu die Note beim folgenden Gedichte.) 

Auch hier driingt vieles zunachst nur zu einer starken Vermutung, dafs 
wir eine irische oder doch keltische Dichtung vor uns haben. — 8, 2 erinnert 
an Nr. 217, Str. 1,2. — Zum Texte vgl. Dom Kuypers, The Book of 
Cerne, p. 91 u. 211; die Lesarten von A entnahm ich dessen Publikation. 

Titel in A: .,Oratio matutina", in B: „Oratio matutinalis." 



225. Orati 

1. In pace Christi dormiam, 
Ut nullum malum videam 
A malis visionibus 

In noctibus nocentibus, 

2. Sed visionem videam 
Divinani ac propheticam; 
Rogo patrem et filium, 
Rogo spiritum sanctum. 

3. Rogo novam ecclesiam, 
Rogo Henoch et Eliam, 
Rogo patriarchas septem, 
Rogo baptistam Iohannem. 



Vespertina. 

4. Rogo beatos angelos, 
Rogo omnes apostolos, 
Rogo prophetas perfectos, 
Rogo martyres electos. 

5. Rogo iustum Patricium, 
Rogo sanctum Ciricium, 
Rogo mundi salvatorem, 
Rogo nostrum redemptorem, 

6. (TJt) animam meam salvare 
(Dignentur) in exitu de corpore. 
Te deprecor, ut debeo, 
Cordis mei ex intimo, 



296 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



7. Ne relinquas in inferno 
Animam meam pessimo, 
Sed esse tecum in caelo 
In sempiterno gaudio. 

Oration. ms. Hibernicum (Monialium) saec. 9. in. Cod. Londinen. Harl. 
7653. A. — Collect. ms. Hibernicum (Leabhar Breac) saec. 14. Cod. Acad. 
Reg. Dublinen. s. n. B. — 1, 1 — 2, 2 fehlen B. — 2, 3 patrem per filium 
B. — 2, 4 Ist vielleicht zu lesen e spiritnm? — Reihenfolge iu B: 3, 3; 4, 2; 

4, 1; 3, 4; 3, 1: 3, 2; 4, 3 etc. wie oben. — 3, 3 septem fehlt A; die 
Silbenzahl ist iibrigens merkwurdig. — 3, 4 Iohannem baptistam B. — 4, 1 
Rogo et b . . . . (Liicke) A, Rogo sanctos B. — 4, 2 Rogo et omnes A. — 

5, 1 iustum fehlt A. — 5, 2 [Cirici]um A. — 6, 2 Digneris B. — 6, 3 de- 
precor ut fehlt B; debea A. — 6, 4 Ex intimo cordis mei A. — 7, 1 Non 
B; derelinquas A. — 7, 2 pessimam B, fehlt A. — 7, 3 Sed ut sit secum in 
saeclo B. — 7, 4 Sempiterno in gaudia B. — B fiigt noch bei: Ut audiam 
angelorum | Vocem Deum laudantium, ein Zusatz, dem wir schon beim vorher- 
gehenden Gedichte begegneten und der somit die Vermutung bestarkt, dafs auch 
jenes aus Irland stamme. — Cfr. Warren, The Antiphonary of Bangor, II, p. 9-5; 
iler Autor weist ebendort (S. 92) auf die verschiedenen bei den Kelten sich 
oft findenden Namen des hl. Cyriacus hin: Ciricius (5, 2), Quiricius, Kirrig, 
Giric, Cyr etc. — Uberschrift in A ist: „Oratio" ; dafs es ein Abendgebet 
sei, bezeugt die erste Strophe. 



226. Hymnus, quando cerea benedicitur. 

Ad Lucernarium (?). 

5. 



1. Ignis creator igneus, 
Lumen, donator luminis, 
Vitaque vitae conditor, 
Dator salutis et salus, 

2. Ne noctis huius gaudia 
Vigil lucerna deserat, 

Qni hominem non vis mori, 
Da nostro lumen pectori. 

3. Ex Aegypto niigrantibus 
Indulges geminam gratiam : 
Nubis velamen exbibes, 
Nocturnum lumen porrigis ; 

4. Nubis columna per diem 
Venientem plebem protegis, 
Ignis columna ad vesperum 
Noctem depellis lumine. 



8. 



E flamma famulum provocas, 
Rubum non spernis spineam 
Et, cum sis ignis concremans, 
Non uris, quod illuminas. 

Fuco depasto nubilo 
Temptas, decoctis sordibus 
Fervente sancto spiritu 
Carnem lucere ceream. 

Secretis iam condis favis 
Divini mellis alitus, 
Cordis repurgans intimas 
Verbo replesti cellulas, 

Examen ut foetus novi 
Ore praelectum spiritu 
Relictis caelum sarcinis 
Quaerat securis pinnulis. 



9. Gloria patri ingenito, 
Gloria unigenito, 
Simul cum sancto spiritu 
In sempiterna saecula. 



I. De Deo et de Beata. 



297 



Antiphon. ms. Benchorense anni 680 — 691. Cod. Ambrosian. C 5 inf. 

— 2, 2 Vigel. — 2, 4 pecturi. — 3,3 exibes. — 3, 4 porregis. — 4, 2 
Venientem hier = Euntem. — 4, 4 colnmpna. — 5, 2 1. spineum? — 5,4 
inlumnans korrigiert : inluminans. — 6, 1 nibulo. — 6, 2 Tempus ; surdibus. 

— 7,1 favi. — 7 , 2 Zu „alitus" (= Nahruug) cfr. Du lange s. v. — 7 , 3 
repurgas. — 7, 4 replisti cellolas. — 8, 3 Relectum korrigiert: Relictum. — 
Die Doxoloffie ist von anderer Hand, aber in gleicher Zeit beigefiigt. 

Die Provenienz der Quelle und die (bei deu Iren beliebte) Alliteration 
sichern wohl den irischen Ursprung dieses schonen nnd tiefsinnigen Hymnus, 
der meines Erachtens im 6. oder gar 5. Jahrhundert entstanden ist. Eigen- 
artig sind die Strophen 6 — 8, deren Text in der Hs. sicher stellenweise 
verderbt ist; Dauiel (IV, 77) und Warren (1. c. II, 11 u. 46) haben auf 
verschiedene Art eine Rekonstruktion versucht, beide mit zu viel Text- 
anderungen. Str. 8 diirfte zu konstruieren sein : Examen quaerat caelum 
ore [et] spiritn praelectnm etc. — Uberschrift: „Ymnnm qtiando caeria 
benedicitur u . Also diente sicher dieser Hymmis zur Zeit, als er ins Anti- 
phonar von liangor eingetragen wurde, bei der Kerzenweihe oder Waehs- 
weihe. Ob bei der Weilie der O.sterkerze '? Der Hinweis auf das Oster- 
feuer schon zu des hl. Patrick Zeiten, so interessant er ist , hilft hier 
nicht weiter: „Sauctus ergo Patricius sanctum Pascha celebrans incendit di- 
vinum ignem, valde lucidum et benedictum, qui in nocte refulgens a cunctis 
paene per planitiem habitantibus visus est." (cfr. W. Stokes, Ed. of the 
Tripartite Life of St. Patrick, London 1887, p. 277). Die „benedictio cerei" 
reicht iibrigens, wie mir Prdlat Franz versichert, gewifs bis ins 4. Jahrh. 
zurtick. — Es ist eine andere Frage, ob der Hymnus ursprunglich fiir die 
Wachsweihe geschrieben wurde und nicht vielmehr fiir das Abendofficium 
(Lucernarium = Vesper). Auch des Prudentius Hymnus „lnventor rutili" 
(A. H. L , 30) war zunachst fur das Lucernarium besimmt und diente dann 
spater zur Feuerweihe am Charsamstag. 



227. „Oratio communiter in oiunibus," vel ad Coinuiunionem. 



1. Domine Deus, Iesu, 
Via, vita ac veritas, 
Aeternae vitae, petimus, 
Ut nos consortes facias. 



5. Per hoc [sacrum] mysterium 
A morte redemisti nos, 
Ut firmiter ac sobrie 
In te vivamus, Domine. 



Tu de caelis adveniens 
Vitam mundo largitus es ; 
Te panem vitae novimus 
Firmantem corda hominum. 



Dignare ergo, petimus, 
Sancti huius mysterii 
Participes nos fieri 
Ad laudem tui nominis. 



Qui ergo ad te venerit, 
Esuriem non patitur, 
Et qui in te crediderit, 
In aeternum non sitiet. 



Christe, tuum praeceptum est, 
Ut diligamus invicem ; 
Sed hoc explere possumus 
Adiuti tuo munere. 



Verus enim cibus est 
Caro tua omnipotens, 
Et sanguis tuos, Iesu, 
Verus potus fidelium. 



8. Ergo in nostris mentibus 
Fundatur tua caritas, 
Ut tum demum possit in nos 
Fraternus amor figere, 



298 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



'.». Ut non iniquura odium 
Neque labor invidiae 
Nec ulla vis malitiae 
In cor nostrum resideat. 

10. Et culpas, quas contraximus 
Iu carne siti lubrica, 

Pro tuo sancto corpore 
Remissionem tribue. 

11. Et si adstricti vitiis 
Peccati sumus famuli, 
Sanguis tuus nos redimat 
Et suos nos constituat. 

12. Omnem mentis maculam 
Omnesque sordes animae, 
Christe, qui solus mundus es, 
Absterge tua gratia. 



1 3. Tranquillam nostram animam, 
Mentem semper pacificam, 
Tu, qui es pax verissima, 
Conserva, Deus, petimus. 

14. Ubi enim pax fuerit, 
Tu ipse quoque aderis, 
Et, ubi tu non deeris, 
Quidquid ibi tutum est. 

15. Veni ergo, Domine, 

Et iugiter nos posside, 
Ut tui sancti spiritus 
Possimus templum fieri. 

16. Gloria tibi, pater, 
Cum tuo unigenito 
Una cum sancto spiritu 
In sempiterna saecula. 



Oration. ms. S. Mariae Wintoniensis saec. 8 /9. Cod. Londinen. Harl. 
2965. A. — Oration. ms. Aethelwoldi Episc. (Etocetensis?) saec. 9. in. Cod. 
Cantabrigien. Ll I 10. (Pars III. B. — Die erste Uberschrift ist aus B; der 
Inhalt rechtfertigt die zweite. — ■ 1, 1 Fehlt eine Silbe, die durch „0 Domini'" 
erganzt werden konnte; man vgl. jedoch 4, 1; 4, 3; 12, 1; 14, 4; 15, 1; 
16, 1. — 4, 2 Caro tuo B 1 . — 6, 3 Particeps A. — 7,3 implere A. — 8, 1 
in fehlt A; man vgl. „caritas Dei diffusa est in cordibus nostris" Ep. ad 
Rom. 5, 5. — 8, 3 Ut tuum B. — 8, 4 amor agere A\ uigere A 2 . — 9, 3 
Neque A. — 9, 4 resedeat A. — 10, 4 remisionem A 1 . — 11, 1 districti 
B. — 11, 3 redemat AB 1 . — 13, 1 Tranquillum nostrum animum B. — 
14, 3 non fehlt A; de eris AB. — 14, 4 ibi tuum A. — 15, 4 Possumus 
AB. — Zwischen 16, 2 u. 3 eingeschoben : „Cum quo vitam largitus es" AB ; 
bei dem in A unmittelbar folgenden Hyrnnus ist die gleichlautende Doxologie 
ohne dieses Einschiebsel. — Die Doxologie ist in A u. B, statt durch 
,,Amen", durch eine langere Formel abgeschlossen : Per gratiam largitoris 
Iesu Christi Domini nostri. — Vgl. W. de Gray Birch, An Ancient Manus- 
cript, p. 81 (aus A) und Kuypers, The Book of Cerne, 172 (aus B). — Wenn 
dieses Gedicht wirklich irischen Ursprungs ist, gehort es, weil der Reim 
noch fehlt, zu den altesten. 



22s. Hymnus ad Communiouem. 



1. Sancti, venite, 

Christi corpus sumite 
Sanctum bibentes, 

quo redempti, sanguinem, 



Hoc sacramento 

corporis et sanguinis 
Omnes exuti 

ab inferni faucibus. 



Salvati Cbristi 

corpore et sanguine, 
A quo refecti 

laudes dicamus Deo, 



4. Dator salutis, 

Christus, filius Dei, 
Mundum salvavit 

per crucem et sanguinem; 



I. De Deo et de Beata. 



299 



5. Pro universis 

immolatus Dominus 
Ipse sacerdos 
exsistit et hostia. 



8. Accedant omnes 

pura mente creduli, 
Sumant aeternam 
salutis custodiam. 



6. Lege praeceptum 
immolari hostias, 
Qua adumbrantur 
divina mysteria, 



9. Sanctorum custos, 

rector quoque, Dorainus, 
Vitae perennis 

largitor credentibus 



7. Lucis indultor 

et salvator omnium 
Praeclaram sanctis 
largitus est gratiam. 



10. Caelestem panem 
dat esurientibus, 
De fonte vivo 

praebet sitientibus 



11. Alpha et omega, 

ipse Christus Dominus, 
Venit, venturus 
iudicare homines. 



Antiphon. ms. Benchorense anni 680 — 691. Cod. Ambrosian. C 5 inf. 

— 1,4 sanguine. — 3, 1 saeromento. — 8, 1 Aecedunt. — 9, 4 Largitur. 

— 11, 1 Alfa et a>. — Titel: „Ymnum, quando communicarent sacerdotes." 

— Im Vorwort zum weiter unten folgenden Sechnall-Hymnus „Audite omnes 
amantes 1 ' (Nr. 252) berichtet das Leabhar Breac unter anderem: ..Patrick u. 
Sechnall schlossen Frieden ; und als sie nun auf dem Gottesacker herum- 
wandelten, horten sie einen EngeJchor, der in der Kirche die Opfergabe um- 
schwebte und sang: ,Sancti renite Christi corpus sumite 1, etc; und seit jener 
Zeit wird der Hymnus in Irland gesungen, wenn jemand zum Tische des 
Herrn geht." - — Diese Legende bezeugt jedenfalls. dafs dieses Kommunions- 
lied in Irland popular war. Weil es obendrein gerade im Antiphonar von 
Bangor sich vorfindet, ist am irischen Ursprung kaum zu zweifeln. Bernard 
(1. c. II, p. 99) meint: „it is a distincticely Celtic hymn." Das Fehlen des 
Reimes deutet auf sehr hohes Alter, wofiir auch die eben genannte Legende 
spricht. Die Strophen bestehen aus vier Versen, bei denen ein jambischer 
Fiinfsilber und trochdischer katalektischer Dimeter abwechseln. Es scheint 
nicht ausgeschlossen , dafs die Strophe auch aus zwei jambischen Senaren 
bestehend aufgefafst werden kann. Mau vgl. jedoch den gleich gebauten 
Hymnus „Precamur patrem" (Nr. 215), der in der Hs. stets in Strophen zu 
je rier Zeilen geschrieben ist, und Celebra Iuda (Nr. 234) u. Audite fratres 
(Nr. 251). — Die Interpretation, es seien 11 Strophen, weil 11 Apostel beim 
letzten Abendmahl den Leib Christi wiirdig empfangen haben, beraht selbst- 
redend auf frommer Phantasie. 



229. Rhythmus ad Deuni. 



Sancte sator, * suffragator, 
Legum lator, * largus dator, 
lure polleDS, * es qui potens, 
Nuncinaethra * tirma petra ; 



5 A quo creta * cuncta freta, 
Quaeaplustra * ferunt, flustra, 
Quando celox * currit velox ; 
Cuius numen * crevit lumen, 
Simul solum, * supra polum. 



300 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



10 Prece posco, * prout nosco, 
Caeli arce, * Cliriste, parce 
Et piacla, * dira iacla, 
Trude taetra * tua cetra. 
Quae capesso * et facesso 

15 In hoc sexu, * sarci nexu, 
Christe, umho * meo lumbo 
Sit, ut atro * cedat latro 
Mox sugmento * fraudulento. 
Pater, parma, * procul arma 



20 Arce hostis * uti costis 
Immo corde * sine sorde. 
Tunc deinceps * trux et anceps 
Catapulta * cadat multa. 
Alma tutrix * atque nutrix, 

25 Fulci, manus, * me, ut sanus 
Corde reo, * prout queo, 
Christo theo, * qui est leo, 
Dicam: „Deo * grates cheo." 
Sicque beo * me ab eo. 



Oration. ms. Aethehvoldi Episc. (Etocetensis V) saec. 9. in. Cod. Canta- 
brigien. Ll I 10. fPars II). A. — Collect. ms. Anglosaxonicum (Hibernicum?) 
saec. 9. Cod. Capit. Colonien. 106. (olim Darmstadien. 2106). B. — Expos. 
ms. Alcuini in Psalmos (Emmeramen.) saec. 9. Clm. Monacen. 14447. C. — 
Expos. ms. Alcuini in Psalmos (Augien.) saec. 10. Cod. Carolsruhan. Aug. 
CXXXV. (Pars III). 1). — Collect. ms. Teguriuum (?Ermenrici) saec. 9. 
Clm. Monacen. 19410. E. — Collect. ms. incert. origin. saec. 9. Cod. 
Parisin. 8779. F. — Collect. ms. S. Augustini Cantuariensis saec. 11. Cod. 
Cantabrigien. Gg V 35. G. 

1 sq. legum lator | suffragator G. — 5 creta hier wohl = creata ; cfr. 
crevit = creavit (8). — 6 Quae aplaustra uerrunt flostra E. — 8 creavit D. — 
9 super G; super celum E. — 10 Preci A^BCD. — 11 Caeli arcae B, Cae- 
liarche E. — 13 Trude terra B; tua caethra B, scethra A, cethra CD. — 
15 carnis nexu E, 1. vielleicht „sarcis" ; cfr. sarcem in Nr. 230, Vers 14; 
sarci ein Graecismus: actgxog. — 16 Christi umbo AEG. — 18 fehlt E. — 
19 parmae A. — 20 uti collis E; wahrscheinlich ist das durch alle Quellen 
verburgte „uti" ein Infinitivus graecus = „zum Gebrauchen , damit ich 
gebrauche" ; die Konjektur Mones und anderer „ut e costis" ist durch keine 
Hs. verbiirgt und ergibt keinen annehmbaren Sinn. — 21 Imo AD. — 
22 Tum A; trahit anceps G. — 23 cedat DE , caedat B. — 24 „tutrix' - 
und „nutrix" sind sichtlich Appositonen zu „manus" (25) = Hand Gottes. 
Mone (I, 366) verrat durch seine Anmerkung, dafs er hierin Anreden der 
Gottesmutter Maria vermutet, gewifs zu TJnrecht. — 25 Fulce ABCD ; manus 
uti sanus G. — 27 theo Transkription von #*r;7; ebenso cheo (28) = /«w; 
Christo Deo E. — 28 grates geo BDE, grates eo C, gratis geo C, gratias 
meo G. — 29 Sicque ab eo E. 

Titel in A: „Incipit rithmon", in G: „Carmen ad Deum". — Das Ge- 
dicht ist mitgeteilt aus A von Dom Cuypers , 1. c. p. 131 ; aus B u. D von 
Mone (I, 365); aus E von Docen in Aretins Beitragen zur Gesch. u. Litt. 
VI (1806), 130; aus F von Ul. Fr. Kopp in Palaeographia critica I (Mannbeim 
1817), 309; aus G von Giles in Anecdota Bedae etc. (London 1850), S. 46. 
— Ebenfalls aus E von Midlenhoff u. Scherer in Denkmaler deutscher 
Poesie u. Prosa 3 (Berlin 1892) I, 221 und II, 353; an ersterer Stelle ganz 
so, wie Kodex E den Text bietet, namlich uirtermischt mit cler ahd. Uber- 
setzung : 

Sancte sator. uuiho fater. suffragator. helfari. legum lator. eono sprehho. 
largus dator. milter kepo. iure pollens etc; 

an zweiter Stelle Kekonstruktion des Textes mit Apparat (A u. C waren un- 
bekannt) und mit Erlauterungen , worin die irrigen Ansichten Docens, Mafs- 
manns und Raumers zuriickgewiesen werden. 

Zweifelsohne ist der Dichter aus dem britischen Inselreiche; dafs er ein 
Kelte und speziell ein Ire sei, lafst sich auf Grund der eigentiimlichen 
Alliteration und Reimart vermuten. Ganz im gleichen Stile sind die zwei 
folgenden Dichtungen gebaut. — Vers 2 kehrt wortlich wieder im weiter 



L De Deo et de Beata. 



301 



unten (Nr. 232) folgenden Gedichte „ Altus auctor u (dort 1, 3); auch „sator" (1) 
findet sich dort in 1, 2 und erinnert an „Altus prosator''; der „suffragator" 
erinnert an den Anfang des ,Hymnus loricae': Suffragare trinitatis unitas 
(Nr. 262). 



280. Rhythinus ad Christum. 



Christumpeto,* Christum preco, 
Christo reddo * corde laeto 
Grates homo, * immo fono. 
Uti latro * taetro metro 
5 Pendens ligno * petit regno 
Fore, viso * paradiso, 
In clalisso, * in ahysso 
Hoste truso * sic deluso; 
Sic et ego, * quantum queo, 



10 Manus Deo * levo meo, 
Quocum revo * fruar aevo. 
Gignans chio * patri pio 
Fletus rivo, * quando vivo. 
Sarcem turno * Pauli culmo 

15 Uti videx * stirpem limex, 
Altum caelum qui creavit, 
terras atque aequora. 



Oration. ms. Aethelwoldi Episcopi (Etocetensis ?) saec. 9. in. Cod. 
Cantabrigien. Ll I 10. (Pars II). — 3 Gratis ; fono wohl = (pmvqi. — 4 
latro = Schaeber am Kreuze (pendens ligno , V. 5). — 5 regno = in regno. 

— 7 clalisso wohl ein Lehnwort, das nair unbekannt; auch „reuo" (ll)weifs 
ich nicht zu deuten; Gleiches gilt von „gignans" (12). — 8 deliso, vielleicht 
zu belassen, weil auch im Vers 5 keine zweisilbige Assonanz. — 11 fruar 
eo; vielleicht zu lesen: Quocum aevo truar eo. — 12 „chio" wohl = yjoi (scl. 
fletus); vgl. vorige Nummer, Vers 28. — 13 Flatus. — 14 Sarcem, Gracismus 
(aaqi ) ; vgl. vorige Nummer , Vers 15 , wo nach Analogie mit vorliegender 
Form „sarcein" wohl „sarcis" (st. sarci) zu lesen ist. ; „Pauli" ist in der Hs. 
korrigiert aus paleli(!), und es bleibe dahingestellt, ob pauli als Eigenname 
aufzufassen ist. Sowohl diesen als den folgenden Vers kann ich nicht deuten. 

— 15 Kuypers (1. c. pag. 132) liest: Uti video stirpem limeo. Allerdings 
wiirde so der stets durchgefiihrte Reim auf 0 gewahrt; aber der Schlufs 
dieses Gedichtes gibt ohnehin diesen Reimvokal auf und lafst den Rhythmus 
und Binnenreim fallen. — In der Hs. ist diese Dichtung mit der vorhergehenden 
unmittelbar verbunden und dann durch die Einfiigung des Titels „lncipit 
hrithmon" von ihr getrennt; offenbar sind sie beide vom gleichen Verfasser. 



231. „Ori 
1. Heli, Heli, 

2. Adiuro te, * custodi me, 
Diligam te, * instrue me. 

3. Dei agne, * Iesu magne, 
Tu dignare *■ me salvare. 

4. Deus vere, * miserere 
Adiuvare, * conservare. 



io sancta." 
Domine mi, 

5. Rcx sanctorum * angelorum, 
Custodi me * amantem te. 

6. In te credo, * Deo vero 
Permanente * nunc et ante. 

7. Sine fine * sancte, trine, 
Deus unus * et non solus. 



302 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



8. Unitas triplex, te deprecor per merita, 
Ne imputes mihi peccata praeterita. 

9. Deus, dele delicta praesentia. 
Pari modo multa imminentia. 

10. Tu extinguas maligni iacula, 
Ut sim sanus hic et in saecula. 

Oration. ms. Aethelwoldi Episc. (Etocetensis?) saec. 9. in. Cod. Canta- 
brigien. Ll I 10. (Pars II.). — 1 Heloi Heloi. — 4, 2 Die Infinitive abhangig 
von _„miserere" : Habe Erbarmen zum Helfen und Schiitzen. Vielleicht 
aber: Adiuva me, conserva me. — 7, 1 sanctae trinae. — 8, 1 depraecor; 
danach eingeftigt von anderer Hand: „per virginis Mariae et sanctorum 
tuorum". — 8, 2 inputas; „mihi" ist von anderer Hand eingeschoben. — 
10, 2 hic et in futuro saeculo; so erste Hand, alsdann von spiiterer nach 
„hic" eingefugt: „et in saecula ameu", ohne die urspriingliche Schrift aus- 
zutilgen. 

Der Bau des ersten Teiles und verschiedene Ausdrucksweiseu erinnern 
sehr an n Sancte sator" (Nr. 229), welches man vergleiche. 

232. Symbolum fldei rhythmicum. 



1. Altus auctor omniuni, 
Sator summus saeculorum, 
Legum lator, largus dator, 
Ab omnibus adorandus ; 
Adonai omnipotens, 

Qui mensus es manu aquas 
Et caelum palmo contines 
Terramque pugno concludis. 

2. Bonus factor, bona valde 
Condidisti cuncta celeriter; 
Quae singula sunt nam bona, 
Simul omnia satis bona; 
Benedico te, rex aeterne, 
Qui fecisti per verbum tuum 
Ima et summa uuiversa 
Quique regis cuncta, Deus. 

3. Cum esset Dei unicus 
Natus natura, non dono, 
Factus hominis filius 
Plenus gratia per donum ; 
Cum virginali in utero 
Coepit esse Christus homo, 
Non aliud esse coepit 
Homo coeptus, quam Dei natus. 



4. Dei patris unigenitus 
Est matri primogenitus, 
Idem ipse utrumque, 

Ex utroque unus Christus. 
Deus pater donat nato 
Nomen altum super cuncta, 
Dat hoc verbo per gratiam, 
Sed corpori deificato. 

5. figo sum sine principio, 
Qui sum sine fine, Deus, 
Ipse unus substantia. 

Qui in tribus subsistimus. 
Ex corde patris genitus 
Summa sapientia filius ; 
Procedebat paracletus 
Ex ambobus indivisus. 

0. Fidei nostrae fundamentum 
Christus Iesus crucifixus, 
De summo patris ima petens, 
Ut nos ad alta revocaret, 
Fundamentum hoc habentes 
In supernis satis altum 
Uluc mente ascendamus, 
Ubi dextra Dei patris est. 



I. De Deo et de Beata. 



303 



7. Gignendo pater appellatus 
Prolem ex se prodit almum, 
Cuius ante omne tempus 
Una et par est maiestas. 
G 



12. Maria virgo vera habetur; 
Dei genetrix dicitur; 
Verbum enim caro factum 
Non in carnem conversumest. 
Mariae gremium germinavit, 
Genuit Deum et hominem, 
Verum corpus et animam, 
Ut homo totus sit redemptus. 



8. Homo Christus humanatus 
De spiritu et virgine 
Dei patris esse prolis 
Non sancti spiritus creditur; 
Homo ex aqua renatus 
Natus aquae non dicitur, 
Sed Dei patris esse prolis 
Et matris ecclesiae. 



13. Nunc commune deitatis 
Deus nomen trinitatis, 
In quo unicus benedictus 
Venit et sanctus spiritus; 
Nunquam pater omnipotens 
In hoc esse adprobatur, 
Quia Deum coaequalem 
Genuit natura tilium. 



9. Idem virginis filius, 
Idem qui Dei est filius, 
Sine defectu alterius 
Utrumque unus Iesus. 
Ipse Christus carne natus, 
Ut ceteri cuncti nati, 
In natura, non peccato, 
Sine crimine castus natus. 



14. Omnipotens verbum patris 
Virtusque et voluntas 
Caeli terrae cuncta implet 
Suae deitatis potentia. 
Omnia data a Deo patre 
Humanitati eius vere, 
Sedis paternae confessio 
Et angelorum officium. 



10. KaputnostrumChristusDeus, 
Nosque omnes eius membra, 
Si capiti concordantes 
Spiritus nos Christo iungit. 
Kaput nostrum cum corpore 
Unus Christus est effectus; 
Quanto magis mediator 
Iesus Deus unus Christus ! 

11. Laetare, virgo Maria, 
Laetare in tuo filio; 
Laetemurque omnes in eo 
Qui nasci dignatus ex ea. 
Laudabatur ab angelis, 

A pastoribus inspicitur, 
A Magis Christus quaeritur, 
Et a stella demonstratur. 



15. Passus est princeps regum, 
Cuius pater passus non est 
Nec Procedens passus unquam ; 
Christus solus carne passus. 
Primogenitus ex mortuis 
Per sanguinem sibi cuncta, 
Quae in caelo et in terra, 
Sancta pace sociavit. 

16. Quem ante saecula credimus 
Patris natum sine matre, 
Ipsum quoque in eius fine 
Matre natum sine patre. 
Qui nec unione est confusus, 
Nec distinctione geminatus, 
Idem semper homo Deus, 
Ipse Deus homo verus. 



304 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



17. Resurgens sed a mortuis 
Mortis destruxit imperiuni, 
Solvens vincla mancipatis 
Ut reducens regno Dci. 
Redemit nos rerum factor 
Magno pretio mirifice 
Cum sacro suo sanguine, 
Non metallis mortalibus. 



21. Xristo in cruce corona[to] 
Fel ad escara deder[unt] 
Sitim potabant aceto; 
Vae tibi gens miser[a] ! 
Xristus e caelo veniens, 
Scilicet, ut carne praesfens] 
Excelsus iudicet o[mnes], 
Et reseret pectora, 



18. Spiritus sanctus, paracletus, 
Consolator, advocatus, 
Est cum patre et filio 
Noster factor et redem[ptor]. 
Sancti spiritus processio 
Ita, ut filii nativitfas], 
Latet cunctas creat[uras] 
Et antecellit univefrsa]. 



22. Ymnum dicat ordjo omnis], 
Fidelis qui inve[nitur], 
Patri, Nafo, Pare[cleto], 
Gloriosae trinitati. 
[Ymnum] dicamus Dei nato, 
[Qui ab a]rce alta caeli 
[Indutjus venit corpore, 
[Ut salva]ret nos vitales. 



19. Ter cum Deum dicimus, 
Non tres Deos credimus, 
Sed unum invisibilem 
In maiestatis gloria. 
Teruis in his persouis 
Trinitatem credimus ; 
Patrem, Yerbum, Proceden[t< 
Uno laudemus carmine. 



23. [Zelum Dei] sic habentes, 
[Non] inanes obloquentes, 
[Absjque serpentis sibilo 
[Simus] Deum adorantes. 
[Z . . . .]no, omittentes 
[Falsa] draconis ubera, 
[Aquas] vitae hauriamus 
[De fon]tibus salvatoris. 



20. Unus Deus est nam pater, 
Unicus Deus est filius, 
Unicus Deus est spiritus ; 
Hoc unitas trinitatis. 
Uerus pater, qui genuit, 
Uerus filius, qui genitus, 
Uerus procedens spiritus; 
Hoc trinitas unitatis. 



24. [Gloria] tibi, trinitas; 
[Patri], Filio, Procedenti 
[Una e]ademque indivisa 
[Virtus, h]onor et gloria. 
[Gloria] tibi, Iesu bone, 
[Qui nat]uram nostrae carnis 
[Tuae] deitati adunasti, 
[Ut nos] in te gloriemur. 



Collect. ms. Anglosaxonicum saec. 8. Cod. Gothan. I 75. — Uberschrift 
fehlt. — 1,7 contenes. — 2, 1 u. 2 der Anfangsbuehstabe fehlt. — 2, 2 
Condidit; in Str. 1 u. 2 sonst stets direkte Anrede. — 2, 7 Anfangsbuchstabe 
fehlt. — 3, 5 virginale. — 4, 1 Dei fehlt. — 4, 2 [Es]t. — 4, 3 [I]dem. — 
4, 4 [E]x. — 4, 5 [Deu]s. — 4, 6 [N]omen. — 4, 7 [Da]t. Alle diese ersten 
Buchstaben sind vom Buchbinder abgeschnitten. — 4, 8 deificata. — 5, 1 
u. 2 Einvvebung des Namen Gottes : „Ego sumq ui sum." — 5, 4 subsistemus. 

— 7, 4 et patri est. — Die zweite Halbstrophe zum Buchstaben G ist vom 
Schreiber offenbar ubersehen; in der Hs. ist keine Liicke. — 8, 5 renovatus. 

— 9, 3 defectui. — 10, 4 Ciritus(!) nos. — 12, 1 habet. — 15, 2 pasus. — 
17, 1 set, u. zwar iiber der Zeile eingetragen. — 18, 8 antecellet. — Die 
Erganzung von Schlufssilben in Str. 18, 19, 21 u. 22, 1 — 4 war notig, weil 



I. De Deo et de Beata. 



305 



der Buchbinder seines Arates barbarisch gewaltet hat; am bedauerlichsten ist 
das Abschneiden der ersten Silben und gar Worte in den Versen der Str. 
22 , 5 bis Schlufs. — 21 , 8 reserat. — 22 , 2 quis. — 22, 6 alto. — 23, 4 
adorantes iiber Rasur. — 24, 6 . . . arum (oder urum?) nostrae carnis. 

Huemer hat in seiner Seduliusausgabe bemerkt , dafs auf fol. 21 b ein 
neuer Hymnus , des Anfanges „Benedicamus Dei nato" beginne; das Akro- 
stichon belehrt uns mit Sicherheit, dafs dieses vermeintliche Incipit die 
zweite Halfte der Strophe 22 ist, und dafs nicht [Benejdicamus , sondern 
[Ymnum] dicamus zu lesen ist. 

Auf das hier mitgeteilte, meines Wissens bislang unedierte Gedicht folgt 
ein zweites Akrostichon , in dem aber alle Verse der mit A , B u. C be- 
ginnenden Strophen derart gekopft sind , dafs ich eine Rekonstruktion nicht 
wage. Die vierte Strophe beginnt: Deus aeternae gloriae; die funfte Str. : 
Egenus sum; die sechste Str. : Fateor; die siebente Str. : (Julae etc. 

Die erste Strophe unseres Gedichtes hat derartige Anklange an „Altus pro- 
sator" Nr. 216) und an „Sancte sator" (Nr. 229 ; der zweite Vers dieses Rhythmus 
kehrt hier in 1, 3 sogar wortlich wieder), dafs jedenfalls vorstehendes rhythmisch 
ungelenke und den Reim vernachliissigende , aber manche Alliteration auf- 
weisende Reimgebet in den Kreis dieser Dichtungen gehort, ohne dafs 
altirischer Ursprung ihm zugesiehert sein kann. — Im ofter zitierten 
Orationale Aethehcoldi tindet sich auch ein in Prosa verfafstes Gebet mit dem 
ahnlichen Anfange: „AHus auctor omnium creaturarum u , gedruckt bei 
Kuypers 1. c. pag. 213. — Sein Inhalt ist wohl eine Art Glaubensbekenntnis, 
weshalb ich ihm obige Uberschrift gab. Die Wiirdigung seines dogmatischen 
Gehaltes tallt aufserhalb des Rahmens dieser Textpublikation. 



233. De Beata Maria V. 

Hymnus s. Cuchuimnei. 



1. Cantemus in omni die 

concinnantes varie, 
Conclamantes Deo dignum 
kymnum sanctae Mariae. 

2. Bis per chorum, hinc et inde, 

collaudemus Mariam, 
Ut vox pulset omnem aurem 
per laudem vicariam. 

3. Maria de tribu luda, 

summi mater Domini, 
Opiportunam dedit curam 
aegrotanti homini. 

4. Gabriel advexit verbum, 

sinu patris paterno 
Quod conceptum et susceptum 
in utero materno. 

Blume, Thesauri hymnologici Hyn 



5. Haecestsumma, haec est sancta 

virgo venerabilis, 
Quae a fide non recessit, 
sed exstetit stabilis. 

6. Huic matri nec inventa 

ante nec post similis, 
Nec de prole fuit plane 
humanae originis. 

7. Per mulierem et lignum 

mundus prius periit, 
Per mulieris \irtutem 
ad s&lutem rediit. 

8. Maria, mater miranda, 

patrem suum edidit, 
Per quem aqua late lotus 
totus mundus credidit. 

xium. 20 



306 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



9. Haec concepit margaritam, 
— non sunt vana somnia, — 
Pro qua sani christiam 
vendunt sua omnia. 

10. Tunicam per totum textam 
Christi mater fecerat, 
Quac peracta Clnisti morte 
sorte statim steterat. 



11. Induamus arma lucis, 

loricam et galiam, 
Ut simus Deo per/ecii, 
suscepti per Mariam. 

12. Amen, Amen, adiuramus 

merita puerperae, 
Ut non possit tiamma pyrae 
nos dirae decerpere. 



13. Christi nomen invocamus 
angelis sub testibus, 
Ut irnamur et schbamur 
litteris caelestibus. 



Homil. ms. Gregorii saec. 8. ex. Cod. Carolsruhan. Augien. CCXXI. 
add. (in tegumento) saec. 8. ex. A. — Collect. ms. Hibernicum saec. 9. in. 
Cod. Carolsruhan. Augien. CXCV. add. (in tegumento) saec. 9. B. — Psalt. 
ms. Graecum saec. 8. cum fragmento ms. Hibernico saec. 10. in. Cod. Basi- 
leen. A VII 3. C. — Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. in. Cod. Coll. Trinit. 
Dublinen. E 4. 2. D. — Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. Cod. Conv. 
Franciscan. Dublinen. s. n. E. 

1, 2 concinantes C, concinentes D (cfr. 1, 3 von Hymvum dicat, Nr. 214); 
variae AB. — 2, 1 per corum C. — 2, 2 conlaudemus A. conlaudamus B, collau- 
damus CE. — 2, 3 Ut fehlt A; pulsat AB. — 3, 1 Iudae D. — 3, 2 summa AC. 

— 4, 2 sinu patris paterno C ; paternae A. — 4, 4 maternae A. — 5, 1 Haec haec 
est A. — 5, 3 Haec ex A; ex fide ADE. — 5, 4 extetit A, extitit E (der Eeim 
sichert die Form „exstetit"). — 6, 1 matre nec inventum A. — 6, 3 de flore fuit A ; 
plana A, planae E. — Str. 8 fehlt C. — 8, 2 aedidit A. — 8, 3 lata B, lata 
lota A. — 9, 1 Hec AC ; concaepit B ; margareta A, margaretam BDE. — 9, 3 
Per quam C; sane E. — 10, 1 Tonicam ACDE; per totam C; textum BE 1 . 

— 10, 2 Christo B. — 11, 1 Induamur A. — 11, 2 luricam ABC (vielleicht 
als irische Schreibweise das Urspriinglichere) ; luricam vicariae (statt „et 
galiam") A : galeam BCE (der Reim sichert die Form „galiam"). — 12 , 1 
adoremus A, adoramus B. — 12, 2 — 13, 1 fehlen A. — 12, 3 pirae BDE 
(wahrt den Reim allerdings reiner). — 12, 4 dire C; decepere E. — 13, 1 
invocemus DE (der Intikativ pafst besser zu „adiuramus u in 12, 1). — 13, 3 
In fruamur A; scripamur D. — 13, 4 celestibus CDE. 

Am Schlusse wiederholt A : „Cantemus in omni die", D u. E nur „Cantemus". 
Vielleicht also ist Str. 1 ein Refrain. Derselbe erinnert sehr an die Strophe 
des Mariale Bernards von Morlas: „Omni die dic Mariae \ mea laudes 
anima". (Anal. Hymn. XLIX, pag. 427). Andere Interpreten folgen der An- 
sicht Mones, dafs in den irischen Dicbtuugen die Wiederbolung der ersten 
Worte aus der Anfangsstrophe andeute, das Gedicht sei zu Ende. — CDE 
fiigen am Schlusse, wie bei den Iren oft der Fall, eine Collecta bei, deren 
abweichender Bau und Nichtbeachtung des kunstvollen Reimes schon genug- 
sam verraten, dafs sie dem Hymnus nicht urspriinglich eigen ist: 

Sanctae Mariae meritum 
Imploramus dignissimum, 
Ut mereamur (meriamur D) solium 
Habitare altissimum. 

Den Text publizierten aus C (aufser Daniel u. Mone) auch Forbes (in 
der Einleitung zum Missale von Arbuthnot) und Moran (in seinen Essays 



I. De Deo et de Beata. 



307 



on the Irish Church). — Es folgt in C eine interessante Oratio an die Gottes- 
mutter; den Text entlehne ich unter Vornahme einiger Textkorrekturen aus 
Bernard u. Atkinson (1. c. I, p. XXVII) nach der Abschrift, welche Wickham 
Legg besorgte: 

„Singularis meriti, sola sine exemplo , mater et virgo Maria, quam Deus 
ita mente et corpore custodivit, ut digna exsisteres (exirtes Hs.), ex qua 
sibi nostrae redemptionis pretium Dei filius corpus aptaret. Obsecro te, 
misericordissima, per quam totus salvatur mundus, intercede pro me, 
spiritu [qui nequi]ssimo a cunctis iniquitatibus nil aliud dignus sum, 
quam aeternum subire supplicium, tuis, virgo splendidissima, salva[re me 
dignerjis meritis, [ut] perenne consequar regnum." 
Die AHiteration und besonders der Reim bekunden in diesem alten 
Hymnus eine grofse Kunstfertigkeit des Dichters. Der Strophenbau ist ein 
nach dem Muster des Hilariushymnus „Hymnum dicat turba fratrum" 
(Nr. 214) in Irland recht beliebter. Ist letzterer aber metrisch aufgebaut, so 
sind alle die anderen irischen Urspruuges rhythmisch gehalten , namlich 
„Audite onuies amantes' 1 (Nr. 252), „Andite honum exemplum" (Nr. 243), 
n ln trinitate spes mea u (Nr. 248) und der vorstehende. Die beiden erst- 
genannten Nr. 252 u. 243) sind Abecedare, die auf den Reim und durchweg 
auch auf die Alliteration verzichten; die beiden letzten hingegen, vor allem 
uuser Hyninus, sind Muster dieser Verskiinste. Sie sind die jiingsten unter 
den fiiuf angefiihrteu Hymnen , und beurkunden so den Fortschritt vom 4. 
bis zum 7. und 8. Jahrhundert. 

Jeder zweite Vers einer Strophe reimt mit dem vierten (oder, falls man 
lieber von trovhdischen Funfzehnnilhern sprechen will, iu denen also unser 
„z\veiter Vers" die zweite Halbzeile nach der Hauptpause oder Zasur ist: 
jedes Paar der trochaisehen Langzeilen ist durch den Reim gebunden), und 
zwar sind immer die Vokale der drei letzteu Silbeu gleich (r/re/silbige Asso- 
nanz), in deu meisteu Fallen zugleich auch die Konsonanten der drei letzten 
Silbeu ((/rmilbiger Rcim: Str. 1 — 5; 8; 9; 12; 13). Dazu kommt eine 
EigentutlUichkeit, fax die aufserhalb des Altirischen kaum ein anderes Beispiel, 
wenigstens nicht aus alterer Zeit, erbracht werden kann , und die ich im 
Druck hahe hervortreten lassen: Jeder dritte Vers hat entweder zweisilbigen 
Binnenreim (so 3, 3; 4, 3; 9, 3; 13, 3), oder die zwei Schlufssilben des 
dritten Verses reimen mit den zwei ersten, oder mit der zweiten und dritten, 
oder mit der dritten und vierten Silbe des vierten Verses, und zwar ist hier 
wiederum nicht blofs Assonanz, sondern in der Regel mWsilbiger Reim. — 
Weitere Beispiele dieses merkwiirdigen Biunen- oder Mittelreimes kommen 
noch zur Sprache ; nur bei diesem Gedichte scheint sie bis jetzt bemerkt zu 
sein. (Vgl. Atkinson, 1. c. p. XVI sq. uud W. Meyer, Ges. Abhandl. I, 190.) 

* * 

Uber den Dichter berichtet das altirische , mit Latein durchsetzte Yor- 
WOl't zum Hymuus in DE : „Cuclluiinue fecit hunc hymnum zum Preise 
der Juugfrau Maria; und zwar zur Zeit des Loingsech mac Oengusa und des 
Adamnan factus est; incertum est vero, in quo loco eum fecit. Beweggrund 
zum Gedichte war, um sich frei zu machen vom schlechten Leben, das er 
bis dahin fiihrte, quia coniugem habuit et in mala vita cum illa fuit. Viel- 
leicht aber auch dichtete er dieses Loblied auf Maria, um leichter Fortschritt 
zu machen in der Wissenschaft , die er noch nicht ganz erreicht hatte etc. u 
— Uber die alsdann noch folgende, in manchem Punkte dunkle altirische Strophe 
vgl. Bernard-Atkinson, 1. c. I, pag. 32 u. II, pag. 123 sq. 

Den hl. Cuchnimne (latinisiert : Cuchuimneus), der nach dieser sonderbaren 
Legende scheinbar ein zweiter hl. Augustinus war, lassen die Annalen von 
Ulster im Jahre 74(5 sterben. Loingsech war 695 — 703 Konig von Irland; 
Abt Adamnan von Jona starb 704. Danach ware die Ursprungszeit des 
Hymnus hiureichend bestiimnt. Niiheres wissen wir iiber den hl. Cuchuimuus 
nicht. 



20* 



II. De Sanctis. 



234. In sanctorum Apostolorum. 

Hymnus sancti Cuminei Longi. 



1. Celebra, Iuda, 

festa Christi gaudia, 
Apostolorum 

exsultans memoria. 

2. Clavicularii 

Petri, primi pastoris, 
Piscium rete 

evangelii captoris; 

3. PauU, gentium 

egregii praeceptoris, 
Vasis electi 

Israhelis seminis; 

4. Andreae atque 

precamur egregia 
Passi pro Cbristi 
fide advocamina. 



7. Oris lampadis, 

eloquentis PhUippi 
Opem oremus 

prole cum pervigili. 

8. Bartholomaei 

impendamus nutibus, 
Nati pendentis 

aequora in nubibus. 

9. Thomae tendentis 

partes inter Parthiae 
Nos illuminet 

abyssus scientiae. 

10. MaUhaei quoque 
fiscali a munere 
Donati Christum 

sequentis praepropere ; 



5. Jacobiqiie, 

consobrini Domini, 
Preces adiuvent 

in scammate saeculi. 



11. Atque itidem 

Jacobi cominus 
Precem petamus 
subnixi alterius. 



6. Iohannis sacri, 

lecti ab infautia, 
Qui accumbebat 
sponsi inter ubera; 



12. Tliaddaei tota 

famosi per tellura, 
Abgaro missi 

Iesu cum epistola; 



II. De Sanctis. — De ss. Apostolis. 



309 



13. Simonis dicti 

suapte Chananaei, 
Stolam qui tinxit 
agni Dei sanguiae; 

14. Sorte praelecti 

Madiani nieritis 
Siti locemur 

caelorum in editis. 



15. Marci excelsi, 

mandata iustiliae 
Annuntiantis 

Christi Alexandriae; 

16. Medici veri, 

Lucae, evangelistae 
Agnum sequentis 
virginali honore; 

17. Patricii patris 

obsecremus merita, 
Ut Deo digna 

perpetremus opera, 



18. Sancti Stephani 

primi atque martyris, 
Pro inimicis 

rogantis cum suspiriis. 

19. Horum sanctorum 

bina octo valida 
Fiant pro nobis 
scutata suffragia, 

20. Quibus ignita 

daemonum iacula 
Possunt extingui 

ut per propugnacula, 

21. Invitiata 

quo feramus pectora 
Regi regnanti 

ab aevo in saecula. 



22. Gloria patri 

atque unigenito, 
Simul regnanti 
spiritu cum hagio. 



Hymn. ms. Hibemicum saec. 11. in. Cod. Coll. Trinit. Dublinen E 4. 2. 
A. — Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. Cod. Conv. Franciscan. Dublinen. 
s. n. B. 

1, 3 Apostolorum A. — Nach 1, 4 Alleluia B; dieses „Alleluia u kehrt 
auch in A nach allen iibrigen Strophen als Befrain wieder, ob mit oder 
ohne die 1. Strophe , lafst sich schwer entscheiden. — 2, 1 Claviculari AB ; 
hier wieder die schon ofters beobachtete Tatsache, dafs ii bei den Iren als i 
gesprochen und ab und zu auch so geschrieben wurde; man vgl. 2, 4; 3, 2; 
17, 1; 18, 4. — 2, 3 rete offenbar Ablativ. — 3, 2 egregi A; vgl. Note zu 
2, 1. — 4, 3 Pasi AB. — 5, 1 „Iacobus a ist mit Diiirese des „ia" wersilbig zu 
sprechen; ebenso in 11, 2. Dadurch ist der scheinbare Mangel einer Silbe be- 
hoben. — 5, 2 consubrini AB. — 5, 4 Zum griech. Worte „scammate" (axd/uf^u = 
certaroen) vgl. Forcellini s. v. — 6, 2 electi A ; bei den Iren treffen wir auch die 
Yorm prae-lecti st&ttpr ae-electi(cir. 14, 1; aufserdem Nr. 244, Str. 21, 8: lectissi- 
mum. — 7, 1 Die Interpretation der Eigennamen Philippus = „os lampadis", 
Bartholomaus = „fUius suspendentis aquas' 1 (Str. 8), Thomas = „abysstis 
scientiae" (Str. 9), Matthaus = „clonatus u (Str. 10), Marcus = „excelsus u 
(Str. 15) stiitzt sich auf dem Hebraischen und ist wohl aus des hl. Hieronymus 
„Liber interpretationis hebraicorum nominum" entlehnt. — 12, 1 Tathei AB; 
diese Schreibart lehnt sich an die irische „Tatha" an. — 12, 3 Abgoro A, 
Abagro B: hier wird die bekannte Legende vom Abgarbriefe bzw. vom 
Briefe Iesu Christi an Abgar mit dem Apostel Thaddaus statt mit dem gleich- 
namigen (gewohnlicher Addaus) aus der Schar der 72 Jiinger in Verbindung 
gebracht; der Glossator von A bemerkt iibrigens: „Errat hic Cummain, quia 
Tatheus portavit epistolam ad Abgarum, sed Annanias cursor ac servus 
Abgari portavit et reportavit. " — misi AB ; oft wird bei den Iren das S nicht 
verdoppelt; vgl. Variante zu 4, 3. — 13, 2 suapte wird vom Glossator in A er- 



310 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtiea. 



kliirt als= „in sua regione vel sua civitate"; Cannanei AB. — 13, 4 sangine 
B. — 14, 1 praeelecti A; vgl. Note zu 6, 2. — 14, 2 Madian ist die alt- 
irische Form fiir Matbias, latinisiert Madianus. — 15, 4 Christum AB (man 
verbinde: Christi mandata iustitiae); Alaxandriae A. — 16, 2 evangelizae 
AB; irische Schreibart; ebenso Zefanus statt Stefanus (18, 1). — 17, 1 
Patrici A; vgl. Note zu 2, 1. — 18, 1 Zefani A; vgl. Note zu 16, 2 — 18, 4 
suspiris AB; vgl. Note zu 2, 1. — 19, 2 bina septim A; auch „bina octo" 
entspricht nicht vollstandig, da 17 Heilige genannt werden; aus diesem 
Grunde eine Strophe als spatere Zutat auszumerzen, ist kleinlich und un- 
zulassig; dem Dichter liegt viel mehr daran, seine mystisch bedeutsame 
Sieben- oder >4c7(/zahl zu wahren , als mathematisch genau zu sein. Ob 
aber „septem" oder „octo" zu wahlen sei , ist eine andere Sache. Der 
Glossator von A meint: „bina septem, d. h. vierzehn, namlich die zwolf Apostel 
mit Paulus und Stephan , obwohl er kein Apostel ist. Vielleicht war es 
nicht Cummain (der Dichter des Hymnus, woriiber gleich), der Markus und 
Lucas hier beifiigte ; oder, wenn er es tat, dann ist ,octo valida' das Richtige 
im Verse." Danach scheint es, dafs auch dem Glossator von A der 
Text „bina septem u neben „bina octo" vorlag. Man vgl. den Hymnus 
,,A(hme Christe" (Nr. 107), der gleiches Versmafs aufweist und almliehe 
Erweiterungen erfuhr. Ob dem Verfasser des letzteren vielleicht unser 
Hymnus bekannt war? — 20, 2 wegen des viersilbigen ,,'iacula" vgl. Note 
zu 5, 1. — 20, 3 Posunt A (vgl. 4, 3 u. 12, 3); extingi AB. — Am Schlufs 
folgt noch in A u. B als Antiphon Ps. 138, 17: „Nimis honorati sunt amici 
tui Deus , nimis confortatus est principatus eorum. Alleluia." Darauf 
Wiederholung von 1, 1 u. 2: in B nur der Anfang „Celebra". Sehliefslich der 
rhythmische Versikel, hzw. die bei den Iren beliebte „Collecta post hymnum": 

Exaudi nos (Deus) per merita 
Apostolorum optima, 
Ut deleantur pessinia 
Nostra peccata plurima. 

In A schliefst sich die Oration an: „Per merita et orationes intercessionesque 
sancti Petri et Pauli et Patricii et ceterorum apostolorum ac martyrum [etj 
omnium sanctorum propitietur nobis Dominus." 

Am irischen Ursprung der Diclitung ist nicht zu zweifeln. Eine nahere 
Determinierung bietet das legendenreiche "Vorwort in A u. B: 

„Cwnmain dcr Lange (Cummaini Fota), der Sohn des Fiachna, Konigs 
von Westmunster, ille fecit hunc hymnum. Und zwar erhielt Fiacbua den 
Cummain infulge einer Trunkenheit von seiner eigenen Tochter. Et inter- 
rogavit Flann [seine Tochter]: „Von wem hast du ihn?" Et dixit: „Tni" ; et 
dixit pater: „Oportet mori." „Ita fiat", erwiderte die Tochter. Sed, quando 
natus est, nach Chill Ite (=Ita's Zelle, jetzt Killeedy im Bezirk Limerick) 
ductus est et ibi relietus est oben auf einem Kreuze in einem kleinen Korbe 
(altirisch cummain = Kumm oder Kumme, Schiissel, Korb); inde dictus est 
Cummain. Et ibidem nutritus ac doctus est, und es war nicht bekannt, 
woher er stamme, tamdiu, donec veuit mater eius ad visitaudum eum ad domum 
abbatis (1. abbatissae ; die hl. Ita oder Ida, Griinderin und Abtissin des Nonnen- 
klosters Cluaincreadhail, f 569) Itae; denn sie pflegte oft zu ihm zu kommen. 
Und «sie kam eines Tages zu dem Hause, und Itas ,comarba' (= Erbnach- 
folgerin Itas als Haupt der KommunitatJ war nicht daheim; et potum 
postulavit [Cummaiu], et mater sua dedit ei ,sinum' abbatissae (,sinum' hier 
Trinkgetafs), daniit er einen Trunk darans tue ; so tat er denn einen Trunk 
daraus; aber Itas Nachfolgerin tadelte sie darob, dafs sie ihm das Gefafs 
darreichte ; und sie erwiderte : 



Na rathaig, [na rathaig], 
Ce dober dig do'm brathair; 
Is mac Fiachna, is hua Fiachna, 
Is ingen Fiachna a mathair. 



Beaehte nicht, beachte nicht, 
wenn ich einen Trunk dem Bruder gebe ; 
er ist Fiachnas Sohn, Fiachnas Enkel, 
Fiachnas Tochter ist seine Mutter. 



II. De Sanctis. — De ss. Apostolis. 



311 



Hierauf studierte er in Cork, bis er ein Weiser wurde; venit autem postea 
ad patrem et ad patriam, niimlich zu den Eoganacht (ein Zunftname) von 
Loch Lein. Jetzt sagte jedermann, dafs Cummain dem Fiachna ahnlich sei ; 
inde dixit: 



1. Ni go dam ci-asbiur, 

Is focus ar fial ar triur: 

Is mo sen-athair ufathair, 
Mo mathair is i mo fiur. 

2. Ma ro'genair maith de ulc, 
Is meise adremethaid; 

Mo fiur is i mo mathair, 
M'athair is e mo sen-athair. 

3. Is focus in t-aslonnud: 
Am 6a-sa do mathar-so, 
Lithir cid mo mathair-se 

For brathair do brathar-so. 

4. Do'm - araill cairdes for di 
Do sil Fiachrach-Garrinni : 

Sech is 6a, is mac do, 
Inti Cummaine d'Fiachno. 



1. Nicht Falschheit ist in mir, wenn 

ich sage: 
Nahe ist die Verwandtschaft von 

uns dreien; 
mein Grofsvater ist mein Vater, 
meine Mutter ist meine Schwester. 

2. Wenn Gutes entsprang aus BSsem, 
so habe ich darin den Vorrang; 
meine Schwester ist meine Mutter, 
mein Vater ist mein Grofsvater. 

3. Es ist kurz die Benennung: 

Ich bin der Enkel deiner Mutter; 
meine Mutter ist angeklagt auf 
Schuld 

gegen den Bruder deines Bruders. 

4. Fiir mich besteht ein Doppelband 
der Verwandtschaft mit Fiachra- 

Gairrine : 
denn Enkel und Sohn ist ihm 
der Cummain, namlich demFiachna. 



Tunc Fiachna intellexit filium suum Cummain esse ; und letzterer ist es, 
der den Hymnus machte. Der Anlafs der Dichtung aber ist folgender: 
Cummain wandte sich voll Vertrauen an die Apostel um Hilfe fiir Domnall, 
den Sohn des Aed mac Ainmerech , damit er die Gnade erlange, Triinen zu 
vergiefsen zur Siihne far seine Siinden ; vorher namlich war er dazu ganz 
unfahig ob der Hiirte seines Herzens. Jetzt aber war Cuminain sein Seelen- 
fiihrer etc. (folgt die Erzablung, wie Cummain sein Seelenfuhrer geworden 
sei infolge einer Prophezeiung des Columcille, richtiger: des Nachfolgers 
Columbas). — In tempore autem des Doinnall, Sohnes des Aed mac Ainmerech 
wurde der Hymnus gedichtet ; in Rhythmen dichtete ihn Cummain, zwei Verse 
iu jeder Strophe und zwolf Silben in jedem Verse. Der Hymnus beruht auf 
der Vorschrift des Propheten [Nahum 1, 15]: ,CeJebra , Iuda , festivitates 
tuus 1 (von dort ist der Anhang entlehnt); er wurde gedichtet in Daire CaJcaig 
(alter Name ffir Derry)." 

Cummain „der Lange" (zum Unterschied von Cummain „dem Sanften") 
ist geboren 590 und starb 661 oder 662 als Bischof von Clonfert. Er wird 
gefeiert als Heiliger und grofser Gelehrter. Sein Wissensdrang ist charak- 
terisiert durch die Legende, welche Colgan (1. c, p. 746) mitteilt. Nach der- 
selben weilten drei Heilige, Guaire Aidhne, Cummaini Fota und Caimine in 
einer Kirche; Guaire wiinscht sich die Kirche voll von Geld fiir Kirchen und 
arme Leute, Caimine voll von Krankheiten und Gebresten, um sie geduldig 
zu tragen, Cummain aber voll von Buchern zur Ausbreitung des Reiches 
Gottes. 

Der Bau des Hymnus ist gleich jenem der beiden irischen Gedichte 
„Precamur patrem" (Nr. 215) und „Sancti venite" (Nr. 228); letzteres aber 
wahrt nicht den Reim im Gegensatz zu den beiden anderen. Zur Vergleichung 
ist der Hymnus auf die Apostel „Adnue Christe" bzw. „Andrea pie" (Nr. 107) 
heranzuziehen. — Eine niihere Kommentierung bei Bemard-Atkinson 1. c, 
pag. 108 sqq. und bei Todd 1. c. I, p. 71 sqq. 



312 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtiea. 



235. In sanctorum Apostolorum. 



1. Peto Petri 

pastoris praesidia 
Et Iacobi 

iusti adiutoria, 

2. Andreaeque 

optimi egregia 
Et Iohannis 

almi Dei gratia; 

3. Alti, clari 

Iacobi iuvamina, 
Multa mundi 

Matthaeiqae merita. 

4. Tutent Thomae 

tuta me tutamina, 
Me defendant 

Philippi vocamina ; 



6. Summi Zelotis 

Simonis perpetua; 
PauU puri 

piissima oracula. 

7. Omnes istos, 

ut evadam agmina 
Dira, dura 

daemonium pessima, 

8. Peto. Clara 

caeli celsi culmina 
Cinis, cautus, 
castus diligentia, 

9. Deprecor Deum 

dare mihi mansura, 
Verum, vivum, 

viam, vitam futuram. 



5. Boni, beati 10. Verbum caro 

Bartholmaei benigna; factum, in miseria 

Iudae missi Mihi, malo 

leni laeta, lucida; miserere. Gloria 



11. Regi regum, 

rectori per omnia 
Sine fine 

saeclorum in saecula. 



Oration. ms. Aethelwoldi Episc. (Etocetensis ?) saec. 9. in. Cod. Cantabrigien. 
Ll I 10 (Pars II). — 1,1 Teto. — 2, 1 Andreae quoque; vielleicht zu belassen, 
da auch 5 , 1 : 6 , 1 ; 9 , 1 eine Silbe Uberschufs aufweisen. — 2,4 almis 
korrig. zu almi. — 3, 2 Iacobi eminamina(!). — 3,3 Multi. — 3, 4 que 
fehlt. — 4 , 1 Tonantem (!) ; zu tuto = tutor s. Forcellini. — 4 , 2 tota per 
tutamina. — 4, 3 defendunt. — 5, 2 Bartholomei; vielleicht wiirde die ans 
Altirische (Partholon) sich anlehnende Form „Bartholonis" die iiberschiissige 
Silbe entfernen. — 5,3 misi korrig. in missi ; die Schreibart „misi" statt 
„missi" ist bei den Iren gebrauchlich (vgl. Note 12, 3 bei Nr. 234). — 5, 4 
leni bleibt mir unklai\ — 6, 2 perpetuae Simonis (gegen den Reim). — 6, 4 
„piisaimi" dreisilbig zu lesen nach altirischer Art. — 7, 4 daemonium korrig. 
zu daemonum ; dann fehlt aber eine Silbe ; wahrscheinlicher ist ersteres 
eine abnorme Genetivbildung. — 8, 1 Et clara; offenbar verderbt (eine Silbe 
zu wenig, und Str. 7 bliebe ohne Pradikat); das ungewohnte Enjambement, 
so dafs nur ein Wort der Strophe zur vorhergehenden gehort , findet gleich 
in Str. 10 sein Gegenstiick, wo das einzige Schlufswort „Gloria" sichtlich 
zur folgenden Strophe gehort. — 9 , 1 Dominum Deum ; die Konstruktion : 
Deprecor cinis Deum, verum vivum, viam, vitam futuram, dare mihi mansura 



II. De Sanctis. — De ss. Martyribus. 



313 



clara caeli celsi culmina(?). — 9,4 vitam viam futuram. — 10, 2 factum 
misere. — 10, 4 Zum ganz ungewohnten Enjambement vgl. Note zu 8, 1. — 
11, 2 pectori. — 11,4 saeculorum. 

Die reiche Alliteration und der Reim (jeder zweite Vers endet auf a. nur 
9, 4 auf am) und einige oben angedeutete Eigentiimlichkeiten lassen irisehen 
Ursprung vermuten , aber zunachst nur vermuten. Auch die sicher aus Ir- 
land stammenden Hymnen „Alta audite tu fgya" (Nr. 241) und „Benehuir 
bona reguia" (Nr. 260) fiihren wie der vorstehende den Reim auf a durch 
alle Verse. — Vgl. Kuypers L c, pag. 162 (lediglich Wiedergabe des Textes 
der Hs.j und Paley, F. A., Home and Foreign Review I, p. 478 (der stellen- 
weise eine Textemendation vorschlagt). — Titel: „Commoniter ad apostolos." 



286. Hyninus in Natale Martyruni 

vel sabbato ad Matutinam. 

1. Sacratissimi martyres summi Dei, 
Bellatores fortissimi Christi regis, 
Potentissimi duces exercitus Dei, 

Victores in caelis Deo canentes: Alleluia. 

2. Excelsissime, Christe, caelorum Deus, 
Cherubim cui sedes cum patre sacra, 
Angelorum et martyrum fulgens chorus 

Tibi sancti proclamant: Alleluia. 

3. Magnifice, tu prior omnium, passus crucem 
Qui devicta morte refulsisti mundo, 
Ascendisti ad caelos ad dextram Dei, 

Tibi sancti proclamant: Alleluia. 

4. Armis spiritalibus munita mente 
Apostoli sancti te sunt secuti, 

Qui, cum ipsi crucis paterentur mortem, 
Tibi sancti canebant : Alleluia. 

5. Christe, martyrum tu es adiutor potens 
Proeliantium sancta pro tua gloria, 

Qui, cum victores exirent de hoc saeclo, 
Tibi sancti canebant: Alleluia. 

6. Illustris tua, Domine, laudanda virtus, 

Quae per spiritum sanctum tirmavit martyres, 
Qui consternereit zabulum et mortem vincerent ; 
Tibi sancti canebant : AUeluia. 



314 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtiea. 



7. Mana hi Domini excelsa protecti 
Contra diabolum steterunt firmati, 
Trinitati fidem toto corde servantes 

Tibi sancti canebant: Alleluia. 

8. Vere regnantes erunt tecum, Christe Deus. 
Qui passionis merito coronas habent 

Et centenario fructu repleti gaudent, 
Tibi sancti proclamant : Alleluia. 

9. Christi gratiam supplices obsecremus, 
Ut in ipsius gloriam consummemuv, 
Et in sancta Ierusalem civitate 

Trinitati cum sanctis dicamus : Allehiia. 

Antiphon. ms. Benchorense anni 681 — 690. Cod. Ambrosian. C 5 inf. — 
Titel: „Ymnum etc." — 1,1 martires; so immer i statt y. — 1, 2 Bellatoris 
korrig. zu Bellatores. — 1,4 canantes. — 2, 2 Hirubin cui sedis ; „sacra" 
Attribut zu „sedes". — 2, 3 Angelorum ibi et; fulgiens. — 2, 4 Alleluia 
fehlt hier u. am Schlufs der Strophen 3 — 8. — 3, 2 divicta. — 3, 3 dexteram. 

— 4, 3 ipsa c. p. morte. — 4, 4 canebant iiber Rasur. — 5, 2 Proelientium. 

— 5, 3 saeculo. — 6, 2 Qui. — 6, 3 zabulum, irische Schreibart statt dia- 
bulum (7, 2). — 7, 1 hi fehlt. — 7,2 diabulum. — 7, 3 Semper trinitati. 

— 8, 1 erant. — 8, 3 centinario. — 9, 1 Christi Dei (cfr. 8, 1) gratiam. — 
9, 3 Hierusalem civitate Dei. — 9, 4 Trinetati. 

Obgleich Irland keine eii/enen Martyrer bes&fe, so darf keineswegs daraus 
geschlossen werden , dafs es keine Hymnen auf die Martyrer dichtete, somit 
dieser Hymnus nicht irischen Ursprunges sei. 



237. 



Hyninus de Virginibus 4 *. 



1. 



Amici nobiles 
Christi sunt virgines, 
Regnant perpetuo 
Cum Christo Domino. 



4. 



Decore luminis 
Fruentur virgines, 
Cum se mperj praemiis 
Cernentur haventes. 



2. 



Beata viscera, 
Quae nesciunt maculam. 
Victa piaeula 
Fulgent in gloria. 



5. 



Exsultant virgines 
Simul cum angelis 
Lustrantes aditis 
Caelorum culminis 



3. 



Cantabunt canticum 
Gaudentes per aevum, 
Regna[ntes] caelorum 
[Inj sede gaudebunt. 



6. 



A Domino datum, 
Quae casto corpore 
Vigent in tempore. 



Fructum centesimum 



II. De Sanctis. — De s. Aido. 



315 



7. Gestantes lampadas 
Magna cum gioria 
Intrabunt regiam 
Caelorum ianuam. 



8. Hymnus laetitiae 
In virginum ore 
[Cum] angelis simul 
Choroque martyrum. 

9. Istae sunt proceres 
Caelorum principes; 
Valent in gloria 
Immensa munera. 



11. Lucebunt capita 
Coronis optimis, 
Liliis candidis, 
Iunctae apostolis. 

12. Maria genetrix, 
Princeps virgineo 
Triumpho nobilis, 
Sequentes iudicat. 



13. Nullus in meritis 
Praecellit virgines; 
Ignotae saeculo 
Comunt paradisum. 



10. Karnem cum sanguiue 
Hic regnant virgines, 
Ut solis radio 
Fulgebunt corpora. 



14. Odorem nectaris] 
Effundunt virgines, 
Nesciunt marcescere. 
Norunt florescere. 



Oration. ms. Aethelwoldi Episc. (Etocetensis?) saec. 9. in. Cod. Canta- 
brigien. Ll I 10. (Pars II). — Titel : „Ymnum de virginibus." — 1, 2 Christe. 

— 1, 4 Kuypers (1. c, p. 173) liest: Cum ipso Domino. — 2, 2 Qui nesciunt 
macula. — -3, 2 Gaudentes eum(!). — 4, ] Decorem. — • 4, 2 Fruebant. — 
4, 4 Cernent habentes. — 5, 1 Exsultent. — 5, 3 abditis (seilc locis?; 
Objekt zu „Lustrantes" ware dann „Fructum" [6, 1]). — 6, 1 centissimum 
korrig. zu centesimum. — 6, 2 Datur a Domino. 6, 3 Qui. — 6, 4 Figent. 

— 7,1 lampades. — 7 , 3 sq. Intrabunt regni | caelorum ianua. — 8 , 1 
Hymnis laetitia. — 8, 2 ore virginum. — 8,3 angeli. — 8, 4 Prophetis 
martyrum. — 9, 1 Isti. — 10, 1 cum sanguinis. — 10, 2 regnant = regunt, 
beherrschen. — 10, 3 Quod sol cum radio. — 10, 4 Fulgebant. — 11, 4 
Iuncti. — 12, 2 sq. virginio | Triumpha. — 13, 2 Praecella. — ■ 13, 3 Ignoti. 

— 13, 4 Novum eis paradisuin. — 14, 2 Fulgebunt (cfr. 10, 4). — 14, 4 
Nouunt. 

Mit Str. 14 bricht der Abecedar ab , u. es folgt die Notiz: „Hoc 
argumentum forsorii (= versarii, Versmacher) Oedelwald episcox>us decerpsit." 
Der Kopist hat seine Voiiage schlecht abgeschrieben bzw. nicht recht zu 
lesen verstanden. Ob das Original aus Iiiand stanimt, ist unsicher. 



238. In s. Aidi Killariensis Ep. 



1. O rex, o rector regminis, 
O cultor caeli carminis, 
O persecutor murmuris, 

0 Deus alti agminis. 

2. Aido, mech Prich, benevola 
Posco puro precamina, 

Ut refrigeret flumina 
Mei capitis calida; 



3. Curet caput cum renibus 
Meis atque cum talibus, 
Cum oculis et genibus, 
Cum auribus et naribus, 

4. Cum ancylis euntibus, 
Cum fistulis sonantibus, 
Cum lingua atque dentibus, 
Cum lacrimarum fontibus. 



316 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



5. Sanctus Aid altus adiuvet, 
Meum caput ut liberet, 
Ut hoc totum perseveret 
Sanum, atque pervigilet. 

Homil. ms. S. Gregorii saec. 8. ex. Cod. Carolsruhan. Augien. CCXXI. 
add. saec. 9. in. — Uberschrift fehlt; folgt unmittelbar in frankischer Ur- 
kundenschrift nach dem Gedichte „ln trinitate spes mea" (Nr. 248). — 1, 3 
murmoris. — 2, 1 Aido sanctus mech ; iiber „mech prich" steht von gleicher 
Hand : „filio pater" ; benibula. — 2, 2 Posco precamina etc. ist wohl zu iiber- 
tragen : „Flehend richte ich die Gebete an den reinen (= heiligen) Aid, den 
Sohn des Prich." Man vgl. den Anfang der Vita s. Aidi in den Acta 
SS. Hiberniae (p. 332): „Aidus s. ep., qui vocatur filius Briccii, de nepotibus 
Neill oriundus fuit." — 2,3 refrigerat, und so immer im folgenden der 
Indikativ st. des Konjunktives (curat, adiuvat, liberat etc). — 3, 2 talibus 
statt „talis" , von talus ; dariiber steht falschlich in der Hs : „cerebre." — 
4, 1 Cum inclitis, und dariiber: „nervibus. w — 5, 4 vigilat; Subjekt dazu 
wohl Aid. 

Dieses rhythmische Gebet erinnert inhaltlich an die „Lorica Gildae" 
(Nr. 262); es ist eine Lorica gegen Kopfweh. Der irische Ursprung lafst 
sich kaum anzweifeln. 



239. ..Oratio ad sanctum Andream." 



R. 0 Andreas sancte, * pro me intercede, 
Ut evadam pure * flammas durae poenae. 



1. Te nunc peto, care, 

mane atque nocte, 
Ne dormiam strictae 
ammae in morte. 

2. Neque inimicus 

praevaleat, nimis 
Quia sum inanis 
terra atque cinis. 

3. Ne me derelinquas 

cum impiis perire; 
Sancte, me dignare 
smare in fine. 

4. Esto nunc adiutor 

atque gubernator, 
Ut sit mihi tutor 
rex caeli, creator. 

5. In te nunc confido, 

Christi miles magnus, 
Quia sum infirmus, 
pauper atque parvus. 



9. 



10. 



0 Petri germane, 
vere mira prolis, 

Lampas larga legis 
splendor summi solis. 

Comes Christi carus, 
rector derelictis, 

Tu raagnus in factis, 
tu raagnus in dictis. 

Tu verus piscator 

generis humani 
Sagina cum leni 

bv&ngelii clari. 

Tu virilis victor, 
tu fortis bellator, 

Tu meus adiutor, 
tu meus senator. 

Sedebis ih fine 
sublimi in sede, 

Fulgebis praeclare 
cum regnorum rege. 



II. De Sanctis. — De s. Brigida. 



317 



11. Eris civis clarus 
civitatis mirae, 
Regnabis cum rege 
regum sine fine. 



Oration. ms. Aethelwoldi Episc. (Etocetensis ?) saec. 9. in. Cod. Canta- 
brigien. Ll I 10. (Pars II). — R, 2 purae. — 6, 1 Petre. — 6,2 prolis 
korrig. zu proles, dann wieder prolis, was der Eeim verlangt. — 6, 4 summus 
korrig. zu summi. — 7, 2 retribue relictis. — 8,3 cum ist nachtraglich 
unterpunktiert; leui. — Zu „sagina" (= sagena, aaytjvtj) cfr. sagia im Hym- 
nus „Audite fratres famina (Nr. 254, Str. 9, 4). — 11, 1 cives korrig. zu 
civis. — Vor Str. 2 steht : „0 Andreas sancte , | Pro me intercede" ; vor 
jeder weiteren Strophe: „0 Andreas sancte", und am Schlusse nach Str. 11 
noch einmal der ganze Hefrain. 

if« e/silbiger Reim ( Assonanz) bindet jeden zweiten und vierten Vers ; mehr- 
mals (in Str. 4 ; 6 ; 7 und 9) ist es reiner Reim ; dazu kommt oft Alliteration. — 
Wie es bei den alten Iren Regel, ist auch hier (3, 2 und 8, 4) ii als i zu lesen. — 
Ferner, wie bei „Cantemus in omni die" (Nr. 233), ist auch hier manchmal 
Assonanz zwischen den Schlufs- und den Anfangsworten zwei aufeinander 
folgender Verse (R, 2 : pure — durae ; 2, 1 u. 2 : care — mane ; 2, 3 u. 4: strictae 
— animae ; 4, 3 u. 4 : dignare — sanare ; 8, 2 u. 3 : humani — sagina ; 9, 3 
u. 4 : leni — evangeli). — Schon diese Eigentiimlichkeiten sprechen fiir 
altirischen Ursprung. — Im iibrigen, was sehr interessant, sind die Strophen 
rhythmisch gleich gebaut wie der Hymnus „Ave maris stella" (Nr. 123); 
dort aber ist nicht Kreuzreim, sondern die Assonanz, wann sie iiberhaupt 
gewahrt ist, bindet je 2 unmittelbar sich folgende Verse. — Vgl. Kuypers 
1. c, p. 161 ; F. A. Paley, Home and Foreign Review, I. p. 478. 



240. In g. Brigidae Virginis. 

Hymnus sancti Ultani(?) 



1. Xristus in nostra insala, 
Quae vocatur Hibernia, 
Ostensus est hominibus 
Maximis mirabilibus, 



2. 



Ymnus iste angelicae 
Summeque sanctae Brigitae 
Fari non valet omnia 
Virtutum mirabilia, 
Quae nostris nunquam auribus, 
Si sunt facta, audivimus, 
Nisi per istam virginem 
Mariae sanctae similem. 



Quae perfecit per felicem 
Caelestis vitae virginem, 
Praecellentem pro merito 
Magno in mundi circulo. 



3. Zona sanctae militiae 

Sanctos lumbos praecingere 
Haec consuevit diurno 
Nocturno quoque studio. 
Consummato certamine 
Sumpsit palmam victoriae 
Refulgens magno splendore 
Ut sol in caeli culmine. 



318 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. in. Cod. Coll. Trinit. Dublinen. E 4. 
2. A. — Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. Cod. Conv. Franciscan. Dublinen. 
s. n. B. — Collect. ms. Trevirense anni ca. 1071. Cod. Vatican. Palat. 482. 
add. saec. 12. C. — 1, 1 insola AB. — 1, 7 sq. pro magno merito in C. — 
2, 1 sq. angelica | Suinmaque C. — -2, 2 Summaeque AB; Brigidae C. — 
2, 8 Dieser Yers ausradiert C. — 3, 3 Haec fehlt ABC. — 3, 4 Nocturnoque 
studio C. — 3, 7 Resplendens C. 

Es folgt in ABC eine Strophe in ganz anderem Khythmus, die nicht zu 
diesem Hymnus gehcirt, wenigstens urspriinglich nicht, obgleich ihu die 
Kommentatoren von A u. B dazu rechnen: 

Audite virginis laudes, 

sancta quoque merita: 
Perfectiouem quain promisit, 

viriliter implevit ; 
Christi matrem se spopondit 

dictis et fecit factis. 

Hierzu folgende Varianten : 1 laudem C. — Vers 5 ausradiert C. — 6 dictis 
atque factis fecit B, dictis fecit et factis C. Es schliefst sich daran: 

Brigita aut (ut C) amata, * veri Dei regina. 

Entweder ist die erste Halbzeile entstellt, so dafs eine Silbe fehlt; in diesem 
Falle konnte sie zur oben vorgelegten Strophe als Vers 7 u. 8 gezogen 
werden; oder es beginnt abermals hier ein anderer Rhythmus, von dem nur 
der Anfang verzeichuet ist (man vgl. den Abschlufs des folgenden HymnusJ; 
oder es ist eine Glosse, die in den Text geraten ist. — Am ehesten mochte 
ich glauben, „Auditc virginis laudes" sei die erste Strophe eines sonst nicht 
weiter bekannten abecedarischen Gedichtes. „Audite" ist ein bei den Ireu 
beliebtes Incipit, wozu man vgl. Nr. 241; 243; 244 ; 250; 251; 252 u. 254. 

Den Abschlufs bildet, wie oftmals, ein rhythmischer Versikel oder, wenn 
mau lieber will , eine „Collecta post hymnum" , falls nicht richtiger ein 
Hefrain darin zu vermuteu ist. Nur bleibt es unsicher, ob dieser Refraiu 
zum obenstehenden Hymnus gehort oder zu jenem Abecedar, von dem nur 
die erste Strophe sich hierhin verirrt hat: 

Brigita sancta sedulo 
Sit in nostro auxilio, 
Ut mereamur coronam 
Habere ac laetitiam 
In conspectu angelorum 
In saecula saeculorum. 

Die Vorrede in A berichtet: 

„Ninnid Ldm-idan (engl. Ninnid Pure-hand = „Rein-Hand"), Sohn des 
Echach, machte hunc hymnnum auf Brigida. — Oder es war Fiacc von Slettij, 
der ihn dichtete. — Dicunt alii , dafs Vltan von Ardbreccan der Verfasser 
war, denn eben dieser stellte auch die Wundertaten Brigidas in einem Buche 
zusammen , beginnend mit „Audite virginis laudes". — Der Hymnus ist 
alphabetisch geordnet (ein Abeeedar) und rhythmisch gebaut. Er umfafst 
drei Strophen, jede bestehend aus vier [Langjzeilen mit je 16 Silben. — 
Dicunt alii , es sei ein langer Hymnus gewesen, aber hier seieu von ihm 
nur vier Strophen vorhanden, namlich die erste (also „Audite virginis laudes" 
soll zum Hymnus als erste Strophe gehoren) und die drei letzten Strophen 
causa brevitatis." 

Ahnlich berichtet die Vorrede in B. — Man sieht, schou die alten 
Kommentatoren tasteten unschliissig im Dunkelu. Man kanu allerdings an- 
nehmen, dafs der Hymnus niemals ein vollstdndiger Abecedar war, sondern 
dafs nur die drei letzten Buchstaben des Alphabetes zur Eroffnung der drei 
Strophen herangezogen wurden ; letztere" bilden scbeinbar ein abgeschlossenes 
Ganzes. Aber die Wendung „fari non valet Oiuuia virtutum mirabilia" 



II. De Sanctis. — De s. Brigida. 



319 



(2, 3 u. 4) scheint anzudeuten, dafs schon vorher andere „mirabilia" berichtet 
sind; auch wurden ofters von sehr langen Abecedaren nur die drei letzten 
Strophen rezitiert (vgl. Note zum Patricius-Hymnus Nr. 252). 

Betreffs des Verfassers ist die Angabe , gerade weil nicht apodiktisch, 
recht Vertrauen erweckend. 

Ninnid (Ninnidius oder Nenuius) mit dem Beinamen „Lam-idan", spater 
Abt von Inishmascaint, starb angeblich um die Mitte des 6. Jahrh. Sein 
Lebeu schildert Colgan in deu Acta SS. Hibern. unter dem 18. Januar. 
Die hl. Brigida soll ihm prophezeit haben, seine Hand werde ihr einstens die 
hl. Wegzehrung reichen ; auf dieses hin habe der hl. Ninnid seine Hand in 
einer ehernen Hiille verborgen , um sie stets rein zu erhalten ; daher der 
Beiname „Kein-Hand". Durch diese Legende mag die Ansicht aufgekommen 
sein, er habe die hl. Brigida durch einen Hymnus gefeiert. 

Fiacc, Bischof von Sletty, Zeitgenosse des hl. Patrick, soll auch das 
beriihmte irische Gedicht auf den hl. Patrick gemacht haben. Letztere Zu- 
schreibung ist unhaltbar, und ebenso auch die Zuschreibung unseres Brigida- 
Hymnus, zumal da diese Heilige einige Jahrzehnte nach ihm starb. 

Der hl. Ultan , Bischof von Ardbreccan in Meath hingegen , der hoch- 
betagt im Jahre 656 starb, wird in einem lateinischen Gedichte des Monches 
Edelwolf als ein „scriptor" gefeiert, „comptis qui potuit notis ornare libellos" 
(cfr. Diimmler, Poetae lat. aevi Carolini I, p. 589), und er schrieb eine Vita 
der hl. Brigida. Am Ende dieser Vita fand Colgan in verschiedenen Hand- 
schriften , wie er in seiner Trias (p. 542 sq.) berichtet, den ohen stehenden 
Hymnus , der also schon aus diesem Gruude sein Werk sein diirfte. Dem- 
nach ist die Tradition, welche fiir ihn als Autor eintritt, die glaubwiirdigste. 

Betreffs des Verses 2, 8 „Mariae sanctae similem" ist zu vgl. das 
3. Resp. der 2. Nocturn im rhythmisehen Brigida-Officium (Anal. Hymn. XIII, 
p. 84), wo es heifst: 

Presbyter hanc aliam denuntiat esse Mariam. 

Des weiteren vgl. man Todd, 1. c. I, p. 65 sq. und Bernard-Atkinson, 1. c. 
II, p. 107. 

241. In s. Brigidae Virginis. 



1. Alta audite ra fpya 
Toto mundo micantia 
Brigitae, beatissima 

In Christo coruscantia. 

2. Caeli conscendit culmina 
Caritatis clementia, 
Desponsata sanctissima 
Domino ab infantia. 

3. Electa_apta alumna 
Patricii cum prudentia 
Factis erat clarissima 
Spiritus sancti gratia. 

4. Gestis fulsit gratissima 
Arca et urna aurea 
Haec, quae habebat insita 
Sancta sanctorum omnia. 



5. Iesus unxit vestimina 
Eius murrha et cassia 
Kastaque turis pectora 
Thymiamatis incendia. 

6. Lucerna lucis lucida, 
Resplendens in ecclesia ; 
Mira civitas, consita 
Supra montis cacumina. 

7. Nota et apostolica 
Signa atque prodigia. 
Optima egit opera 
Secundum evangelia. 

8. Pastis pascebat agmina 
Pauperum de inopia. 
Quantum sanabat morbida 
Corpora quiescentia! 



320 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



9. Regina Austri edita 
Salomonis scientia, 



Sancta_adepta opima 



Patricii patrocinia, 



11. 



Xristum in Dei dextera 
Collaudat cum victoria 
Ymnizans voce consona 
Caelorum inter milia. 



10. Tuebatur tutissima 
Rebecca verecundia, 
Uirginitate florida 
Custodiens praecordia. 



12. 



Zona praecinxit latera 
Sancta cum stola aurea 
Et nunc manet per aeterna 
Saecla in aula regia. 



Psalt. ms. Graecum saec. 8. Cod. Basileen. A VII 3. add. saec. 10. — 
Die Zuschrift ist von irischer Hand. — 1, 3 beatissimae. — 3, 4 eum gratia. 
— 9,1 addita. — 10, 4 Custodiebat. — Am Schlusse folgt noch: „Quae 
consedit in cathedra cum matre Maria" , was offenbar nicht zum Hymnus 
gehort. Alsdann : „Item ,Christus in nostra insula \ Quae pocfatur Hibemia]'." 
Das ist eine Zitation des Hymnus Nr. 240. Mone (III, p. 241J hat 
diese Zitation und die vorhergehende Zutat zu einer Schlufsstrophe des 
Hymnus gemacht und bietet so das Unding: 



Dazu dann die Note: „Dem Verse (,cum matre Maria') fehlen zwei Silben; 
wenn man aber das folgende item dazu nimmt und vor eum setzt, so werden 
die letzten Verse noch undeutlicher, als sie jetzt schon sind." — Zum Vers 
1, 1 vgl. den Anfang von Nr. 243; 244; 250 u. 251. — Aufser Mone (1. c.) 
hat auch Forbes im Missale von Arbuthnot (Vorwort, S. XUI) aus der 
gleichen Quelle dieses Gedicht mitgeteilt. 



Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. in. Cod. Coll. S. Trinit. Dublinen. 
E 4. 2. — Aus dieser Quelle ist der ganze Hymnus von neun Strophen bereits 
Anal. Hymn. XIX, S. 98 mitgeteilt, und deshalb sei dorthin verwiesen. — 
Beizufiigen ist, dafs die Sprache dieses Hymnus bedeutend von jener in den 
anderen altirischen Hymnen differiert ; er mufs deshalb relatir jiinger sein, 
wozu auch stimmt, dafs er mit keiner Vorrede und mit keinen Glossen ver- 
sehen ist. — Zum Text folgende Erganzungen : 

Str. 3, 1 u. 2 lautet in der Hs. : „Haec pro supernis cedere | Carnis 
fugit blanditiae." Das gibt einen guten Sinn : „Sie fioh davor, der schmeichelnden 
Verlockung des Fleisches nachzugeben" ; die Anderung ,,Haec pro supernis 
ceteras | Carnis fugit blanditias u ist somit unbegriindet. — 8, 1 Mufs lauten: 
Quo nos, pudoris speculum. 



Quae consedit in cathedra 

cum matre Maria. 
Item Christus in nostra insola, 

quae vocatur beatissima. 



242. In s. Brigidae Virginis. 



1. Phoebi diem fert orbita 
Plenum decoris gratia, 
Qui Brigitae pro laurea 



Mundo ministrat gaudia etc 



II. De Sanctis. — De s. Camelaco. 



321 



243. In sancti Camelaci. 



1. Audite bonum exemplum 

Benedicti pauperis 
Camelaci Cumiensis, 
Dei iusti famuli. 

2. Exemplum praebet in toto, 

Fidelis in opere, 
Gratias Domino agens, 
Hilaris in omnibus. 

3. Ieiunus et mansuetus, 

Kastus hic servit Deo, 
Laetatur in paupertate, 
Mitis est in omnibus. 



4. Noctibus atque diebus 

Orat Dominum suum, 
Prudens, iustus ac fidelis, 
Quem cognati diligunt. 

5. Regem Dominum aspexit 

Salvatoremque suum; 
Tribuit huic aeternam 
Uitam cum fidelibus. 

6. Xristus illum insinuavit 

Patriarchae Abrahae. 
Yn paradiso regnabit 
Cum sancto Elizaro. 



Antiphon. ms. Benchorense anni 680 — 691. Cod. Ambrosian. C 5 inf. — 
2, 3 Gratias Deo. — 4, 1 adque. — 4, 4 dilegunt. — 6, 1 Christum; insinuavit 
= in sinu posuit. — 6, 3 Ymparadiso. — 6, 4 Elizaro statt Lazaro ; vielleicht 
soll Elizaro das fehleude Z des Abecedars abgeben. — Beachtung verdient, 
dafs in diesem Gedichte Eeim und Alliteration vermifst wird; in dieser Hin- 
sicht wie iiberhaupt betrefifs Metrum und Rhythmus steht es auf gleicher 
Stufe wie der Patricius-Hymnus ,,Audite omnes amantes" (Nr. 252) u. diirfte 
gleich hohen Alters sein. 

Naheres iiber den hl. Camelacus, dessen Beiwort „Cumiensis" in Dunkel 
gehiillt ist, haben meines Wissens die Hagiographeu bisher nicht erbracht; 
ebensowenig ist der offenbar synonyme Ausdruek „Camulaeus Commiensium u 
(Book of Armagh, fol. 9b; Wh. Stokes, The Tripart. Life, p. 804) gedeutet 
worden. Vielleicht ist Camelacus identisch mit dem hl. Caomlach von Raithin 
oder Rahen, der am 3. Nov. gefeiert wird. 



244. In sancti Comgilli. 

R. Recordemur iustitiae * Nostri patroni fulgidae, 
Comgilli, sancti nomine, * Refulgentis in opere, 
Adiuti Dei fJamine * Sancto claroque lumine 
Trinitatis eelsissimae, * Cuncta tenentis regmine, 

Quem Deus ad aetherea 

Conduxit habitacula, 

Ab angelis custodita, 

Permansura in saecula. 



, Audite, nuvTtq, zu \oya 2. 
Adlati ad angelica 
Athletae Dei abdita, 
A iuventute florida 
Aucta in legis pagina, 
Alta sancti per viscera, 
Apta fide, iustitia, 
Ad Dei ducta gaudia. 

Blume, Thesauri hymuologici Hymnarium. 



Bonam vitam, iustitiam, 
Benignitatem floridam, 
Caritatem firmissimam, 
Deo primo adhibitam 
Iuxta mandatum, solidam, 
In regno praestantissimain, 
Proximis saepe deditam 
Efficiebat cognitam. 

21 



322 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



3. Contemptum mundialium 
Voluptatum praesentium, 
Vitiorum firmissimum 
Infirmos devastantium, 
Verborum, cogitaminum 
Parte laeva versantium 
Continebat per viscerum 
Secreta vigilantium. 



8. Humilis, sanctus, benignus, 
Probus in Dei legibus, 
Humanus, iustus, commodus, 
Laudabilis in moribus, 
Hilaris vultu. sobrius 
Caritatis in floribus, 
Decoratus ordinibus 
Factus palam mortalibus. 



4. Doctus in Dei legibus 
Divinis dictionibus, 
Ditatus sanctis opibus 
Deo semper placentibus, 
Dedicatus in moribus, 
Dei stefanus hagius, 
Docebat sic et ceteros 
Dicta doeta operibus. 



9. In scripturis eruditus, 
Inspiratus divinitus, 
In sacramentis providus 
Canonicis adfatibus, 
Veteris novi actibus 
Testamenti praefulgidus, 
Fervens spiritu,^ placidus, 
Deo carus et piissimus. 



5. Elegit a primordio, 
Quod erat in principio, 
Aeternum Verbum, paterno 
Eructatum sanctissimo 
Corde verum altissimo, 
Carus eidem lucido 
Pignus praeclaro animo, 
Constans opere placido. 



10. Kalcavit mundum subdolum 
Karitatis per studium, 
Kastitatis firmissimum, 
Kontemnens omne vitiurn, 
Inserens agrum floridum, 
Pectus adornans lucidum, 
Divinum habitaculum, 
Tfino nomine sancitum. 



6. Fulgebat alti fulgore 
Solis vice, in vertice 
Rutilantis meridie, 
Fidei claritudine, 
Confirmatus ex viscere 
In Deo semper fidere, 
Confidens sanctimoniae 
Praecipuo munimine. 



11. Lampadem sapientiae 
Constituit in pectore, 
In thesauro scientiae 
Condito Dei munere, 
Inflammatus magnopere 
Luce verae iustitiae, 
Exaltatus munimine 
Legis, spiritus litterae. 



7. Gaudium sancti spiritus 
Habebat in visceribus, 
Regnum quod est sublimibus 
Deo dignum, et fortius 
Gladium quoque spiritus 
Levatum ad nequissimos, 
Quo prosterneret superbos, 
Tenens sanctis in manibus. 



12. Magnum apprendit bradium 
Aeterna vita condignum 
Adeptus sanctum praemium 
Post laborem firmissimum, 
Cuius perfectum meritura 
Vocamus in auxilium, 
Ut mereamur omnium 
Vitiorum excidium. 



II. De Sanctis. — De s. Comgillo. 



323 



13. Notus sanctornm coetibus, 
Abbatum in ordinibus, 
Monachorum militibus, 
Ancboretarum sensibus, 
Synodum sanctis plebibus, 
Immo vir apostolicus, 
Clarus sanctis in sortibus, 
Adauctus in sublimibus. 



18. Sapieus suos internos 
Sanctos elevans oculos 
Deducebat ad superos 
Capite sancto inteutos, 
Parte sancta in dextera 
Collocans sua viscera, 
Centurionis opera 
Habens sancta per studia. 



14. 0 petram solidissimam 
In fundamento positam, 
0 contemptorem omnium 
Rerum nequam praesentiura, 
0 ducem sanctum militum 
Domino militantium, 

0 tyronem fortissimum 
Domino totum deditum ! 

15. Positus muri ferrei 
Vice in luce populi 
Dissipare, disperdere 
Cuncta mala destruere, 
Aedificare, plantare 
Bona tota in commune 
More sancti Ieremiae 
Constituti in culmine. 



19. Tulit suam raemoriam 
Ad mansionem supernam, 
Caram Deo et floridam 
Suam exercens animam, 
Contemnens terram subdolam, 
Vanam omnem insaniam 
Domans, iens cum Abraham 
Ad terram illam optimam. 

20. Uitam aeternam fulgida 
Adeptus est sub corona, 
Ubi assumet praemia 
Permansura in saecula 
Comitaturus agmina 
Angelorum praecipua, 
Inquirens semper talia, 
Vigilans in ecclesia. 



16. Quis contempsit praesentia 
Huius aevi decidua? 
Quis ascendit ad superna 
Toto animo gaudia? 
Quis volebat in aethera 
Carne volare posita, 
Qualiter iste talia 
Adeptus sancta raerita? 



21. Xristum orabat magistrum 
Suramum ornans obsequium, 
Christi gerens officium 
Actum per apostolicum, 
Huius sequens vestigium, 
Ducens Deo exercitum 
In sanctum habitaculum 
Trinitatis lectissimum. 



17. Rexit sanctam ecclesiam 
Catholicam per regulam 
Retinens fidem solidam 
Malam contra nequitiam, 
Suam exercens animara 
Sanctae legis per paginara, 
Cuius exopto gratiara, 
Mihi adornet aniiuam. 



22. Ymnum Deo cum cantico 
Immolabat altissimo 
Diei noctis circulo 
Orans saepe cum triumpho. 
Nunc cantabit sub numero 
Canticum novum Domino 
Iunctus choro angelico 
Sumrao sanctus in iubilo. 

21* 



324 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



23. Zona cinctus iustitiae, 
Castitatis eximiae 
Munda opertus sindone, 
In signo castimoniae 
Ferninalia lucidae 
Habens ex toto viscere, 
Cuius sancto pro opere 
Reddetur merces condigne. 

Antiphon. ms. Benchorense anni 680 — 691. Cod. Ambrosian. C 5 inf. 

— R ist hier wohl kein eigentlicher Refrain , sondern eine einleitende 
Strophe (vgl. Nr. 250 u. 261), deren Schlufs als Refrain dient. Es folgt 
namlich in der Hs. nach Str. 1 und allen anderen ungeraden Strophen bis 
Str. 21 inkl. stets n Ab angelis" etc. (=R, 7 u. 8). und nach Str. 2 und 
und allen geraden Strophen: n Quem Deus" etc. (= R, 5 u. 6). Nach Strophe 
23 ist R, 5 — 8 vollstandig wiederholt. — R, 4 tenentes. — R, 5 — 8 sind in 
der Hs. eingezogen und in kleinerer Schrift. Im tibrigen ist die Vers- 
abteilung gerade so, wie sie von mir vorgelegt wurde, und nicht sind, wie 
es in den beiden Dubliner Handschriften meist der Fall ist, je zwei Verse zu 
einer Langzeile verbunden , wenngleich Str. 14. u. 16, in denen jeder 1., 3., 
5. u. 7. Vers mit O bzw. Q beginnt, letzteres konnten vermuten lassen. — 

1, 1 pantes ta erga. — 1,3 Anthletae, eine bei den alten Iren beliebte 
Form statt athletae (cfr. Nr. 246, Str. 2, 1). — 1, 6 Alta hier Part. Perf. 
Passivi von „alo". — Nach 1, 8 folgen noch zwei iiberschussige Verse, die 
zum Teil tautologisch (vgl. 1, 2) sind und keinen rechten Sinn ergeben: 

Alti adlata merita | Affatim concordantia. 

2, 4 adhibetam. — 2,7 sepe. — Nach 2, 7 ist eingefugt: „Corde sereno 
placetam" und uach 2, 8: ,,In futuro fructiferam" ; beide Verse (es sind 
iiberdies iiberzahlige) scheinen mir spatere Zutat zu sein. — 3, 6 leva. — 
4, 2 dicionibus. — 4, 3 sanctus korrig. zu sanctis. — 4, 6 ,,stefanus agius u 
ist meines Erachtens nur Latinisierung von ,,art(favog ayiog" — heiliger 
Ehrenkranz" und darf nicht mit „Stephanus" (der Erzmartyrer) wieder- 
gegeben werden. — 4,7 caeteros. — 4, 8 operib[us]. — 6, 3 Rutulantis. 

— 6, 6 In Dei. — 7, 6 ad (= adversus) nequissimus. — 8, 5 subrius. — 
9 , 8 pissimus , abermals die bekannte altirische Schreibweise des rfre/silbig 
zu sprechenden „piissimus". — 10,4 Contempnens. — 12 , 1 adpraendit 
korrig. zu adbraendit; bradium, Nebenform vou bravium. — 12, 3 proemium. 
13, 4 statt „sensibus" 1. vielleicht „sinibus" ? (cfr. Nr. 250 ; 15, 1). — 13, 5 
Sinodum. — 14, 2 possitam (ebenso 15, 1 possitus u. 16, 6 possita; alt- 
irische Schreibweise). — 15, 4 distruere. — 15, 6 commone. — 15, 7 Eremiae. 

— 16, 2 Huius eui. — 16, 5 ethera. — 16, 8 mereta. — 18, 7 Centorionis. 

— 19, 7 Domuens(!) cum; „Domuens" scheint mir eine Verschmelzung von 
,,Domans" und „iens" durch den Kopisten zu sein. Warrens Konjektur 
„Domans pergens" besagt an sich dasselbe, treunt sich aber weiter von der 
Lesart der Hs. — 21 , 7 sanctam , das zvveite a durch Puukte anulliert, 
aber nicht durch u ersetzt. — 21, 8 zu „lectissimum" cfr. Nr. 234, Str. 6, 2. 

— 22, 5 cantauit. — 23, 3 Mundo. — 23, 5 Foerainalia ; zu „feminalia" = 
femoralia vgl. Forcellini s. v. — 23, 8 mercis. 

Titel: „ Ymnum sancti ComgiUi abbatis nostri. 11 Die letztere Apposition 
bezeugt klar , dafs das Hymnar in Bangor geschrieben oder der Hymnus 
dort gedichtet wurde. — Der hl. Comgill (oder Comgall, Comgan, Comghaill, 
Cougall), der Stifter (558) und erste Abt von Bangor, starb 600 oder 602. — 
Leider fehlt einstweilen ein Anhalt dafiir, welcher Mdnch von Bangor durch 
diesen Hymnus den Stifter seines Klosters feierte. 



II. De Sanctis. — De s. Kiarano. 



325 



245 a. In s. Kiarani Cluanensis. 



Hymnus saucti Columbae. 



1. Alto et ineffabili 
Apostolorum coetui 
Caelestis Ierosolymae, 
Sublimioris speculae, 



3. Inaltatus est manibus 
Angelorum caelestibus 
Consummatis felicibus 
Sanctitatum generibus ; 



2. Sedenti tribunalibus 
Solis modo micantibus, 
Queranus, sacerdos sanctus, 
Insignis Christi nuntius, 



4. Quem tu, Christe, apostolum 



Mundo misisti omnium 
Gloriosum in omnibus 
Novissimis temporibus. 



Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. in. Cod. Coll. S. Trinitatis Dublinen. 
E 4. 2. A. — Vitae ms. SS. Hiberniae saec. 15. Cod. Oxonien. Eawl. B 
485. B. — Vitae ms. SS. Hiberniae saec. 15. Cod. Oxonien. Eawl. B. 505. C. 
— 1,1 iueffabile A 1 . — l, 2 coeti A 1 , cetui BC. — 1, 3 Hierusolimae A, 
Ierosolime BC. — 1, 4 speculi A 1 , vel . . ae A 2 . — 2, 1 Sedente A. — 2, 2 
miccantibus C. — 2, 3 Quiaranus A; in BC wechselt die Schreibweise : 
Queranus (so hier) mit Keranus und Quiaranus (in anderen Versen, woriiber 
gleich unten niiheres); sanctus sacerdos A. — 2, 4 Christi fehlt A. — 3, 3 
Consumatis BC. — 4, 2 misisti hominem ABC; gegen den Eeim. „Apostolus 
nmninm" etwa = „allgemeiner , universeller Apostel", nicht blofs ffir einen 
Ort. Der hl. Kiaranus galt als einer der sogenannten zwolf Apostel Irlands. 

In A folgt , wie bei den altirischen Hymnen ofters , ein rhy thmiscbes 
Gebet, eine „Collecta" , die nicht zum eigentlichen Hymnus gehort. Als 
spdtere Zutat erweist sie sich schon dadurch, dafs Columba , welcher als 
Verfasser des obigen Gedichtes gilt, darin angerufen wird: 



Der hl. Kieran, Griinder der Abtei Cluain-Macnois, (auch wohl benanut 
,,der Jiingere", zur Unterscheidung vom hl. Kieran von Saigir, einem Zeit- 
genossen des hl. Patriek), starb am 9. Sept. 548; an diesem Tage auch sein 
Fest. — In einer Vita des Heiligen, welche Colgan anfiihrt, heifst es: 
„Unus ex praecipuis Hiberniae est et merito numeratur apostolis, iuxta quod 
de ipso cecinit eius condiscipulus et coapostolus sanctissimus Columba in 
hymno quodam, quem in eius eomposuit laudem dicens: 



So bei Colgan, Trias Thaumaturga, p. 472; man vgl. hiermit StoJces, 
Book of Lismore , p. 263 sq. — Ahnlich im sogenannten Book of Kilkenny 
(cfr. Reeve, Adamnan, p. 263): ,,Et fecit sanctus Columba ympnum sancto 
Kiarano." — Das obige Zitat aus dem Hymnus ist entweder ungenau, oder 
der Hymnus ist uns nicht vollstandig iiberliefert. Im iibrigen pafst Khythmus, 
Versbau und Sprache ganz zu den anderen Dichtungen Columbas (Nr. 216 



Kogamus Deum (1. nunc?) altissimum 

Per sanctorum memoriam, 

Ut (Sancti A) Patricii episcopi, 

Ciarani presbyteri 

Columbaeque auxilia 

Nos defendant [egre]g[ia] 

Per illorum[que] merita 

Possideamus praemia. 



Quantum, Christe, apostohun 
Mundo misisti hominem! 
Lucerna huius insulae 
Lucens luce(rna) mirabili(s) etc. 



326 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



bis 219); im Hymnus „In te Christe creclentivm" (Nr. 217) ist Vers 4, 2 
= Vers 1 , 3 in unserem Hymnus. Die Tradition erscheint demnach nicht 
unglaubwiirdig. — Vgl. Anal. Hym. XIX, p. 172. 

* * 
* 

In B u. C gehen dem vorstehenden Hymnus, und zwar unmittelbar mit 
ihm verbunden , noch eine ganze Eeihe anderer Verse in verscbiedenem 
Rhythmus u. Metrum voraus, welche auch Bernard u. Atkinson (1. c. II, 
p. 219) mitteilen als „a composite Latin hymn" , der sich prasentiere als 
„plainly made up from different sources". Mir will scheinen, es sind Teile 
eines Beimofficiums, vielleicht die rhythmischen Antiphonen zu den drei Noc- 
turnen, in welchem Falle wir ein mcM-monastisches Officium (mit je drei Anti- 
phonen) anzunehmen hatten. Natiirlich ist das eine blofse Vermutung, die 
mangels anderer Quellen und genauerer Angaben nur mit allem Vorbehalt 
ausgesprochen wird. Ebenso ist unsicher, ob dieses eventuell hochst interessante 
Reimofficium noch der alt-irischen Hymnodie beizuzahlen ist. Zum Inhalt 
der Legende vgl. AA. SS. Bolland. Sept. III, 373 sq. 



2451). Offlciuin de sancto Eiarano. 



In 



Matre Querani sedente 

in curru volubili 
Sonitum Magus audivit 

perdixitque servulis : 
„Videte, quis sit in curru ; 

nam sub rege resonat." 
„€oniunx", inquiunt „Beodi 

sedet bic artificis." 



1. Nocturno. 

Antiphonae. 

2. Magus inquit : „Gratum cunctis 
ipsa regem pariet, 
Cuius opera fulgebunt, 

ut Phoebus in aethere." 
Miles Cbristi Quiaranus, 
sancti sedes spiritus, 
Spiritali pietatis 
virtute floruerat. 



Vitulum vaccae lactentem 

iam cani concesserat. 
Keranum inde graviter 

mater reprehenderat : 
Vitulum cane voratum 

ab ipso exegerat. 
Cuius ossa mox apportans 

ipsum restauraverat. 



In 

1. Mulieris regiae 

caput decalvatum 
Saevae zelo pelicis 

fuerat nudatum. 
In Querani nomine 

cum esset signatum, 
Aurea caesarie 

fulserat ornatum. 



2. Nocturno. 

Antiphonae. 

2. Cum Queranus studiis 
sacris teneretur, 

Atque tempus posceret, 
ut operaretur, 

Pro ipso ab angelis 
mola tnnc movetur. 



II. De Sanctis. — De s. Lasreano. 



327 



3. Textus evangelicns 

in stagnum ceciderat; 
Sed voluto tempore 

per Querani merita 
Integrum de gorgite 
vacca reportaverat. 



In 3. Nocturno. 

Antiphonae. 

1. Cum puer oraret 2. Defunctusque puer 

Dominum precibusque vacaret, conspexit bravia vitae, 

Ignis ab excelsis Et sancti magnum 

venerat arce poli. glorificant Dominum. 

3. Lapsus de caelis 

rutilans accenditur ignis, 
Et peragit proprium 
protinus officium. 

Varianten: 1. Noct. 1, 1 Quiarani. — 2, 5 Keranus. — 3, 2 concenserat. 

— 2. Noct. 1 , 7 cessarie. — 3 , 3 Sic voluto. — 3. Noct. : Str. 2 u. 3 
sind vielleieht umzustellen. — 3, 1 De caelis lapsus ; ist gegen den Reim. 

— Die drei Strophen jeder Nocturn haben stets ein verschiedenes Versmafs, 
wodurch von selbst drei Gruppen entstehen. Die Strophen der 1. Nocturn 
sind rhythmisch ohnc Reini; jeue der 2. Nocturn sind ebenfalls rhythmiseh, 
aber die zwei Halbzeilen bilden einen Dreizehnsilber (in der 1. Nocturn 
Fiinfzehnsilber) und zeigen Reim ; jene der 3. Nocturn sind metrische 
Distichen mit Binnenreim. Solcher Wechsel ist in den Reimofficien nichts 
Ungewohntes. — Der Versbau und besonders der Reim wiirden durchaus 
nieht gegen alt-irischen Ursprung sprechen, nur fiir die metrischen Distichen 
und die ,,Vagantenstrophen'' (2. Noct.) fehlt uus ein Beispiel aus jener Zeit 
und Gegend. Auch der Gebrauch des Plusquamperfekts (1. Noct. 2, 8 ; 3, 4, 
6 u. 8. — 2. Noct. 3, 6. — 3. Noct. 1, 4) statt des Perfekt oder Imperf. 
ist alt-irischer Sprachgebrauch. 



246. In sancti Lasreani Damiuisensis seu Molassii. 



1. Abbas propatus omnino, 
Benedictus a Domino 
Cura caritatis fructibus, 
Doctor ecclesiasticus, 

2. Electus Dei athleta, 
Fidelis sine raacula, 
Gregis pastor subagrius, 
Humilis, supplex, submissus, 



3. Ieiunus, largissimus, 
Kastus cum rectis moribus, 
Lucerna erit in tota 
Macculasrius Hibernia ; 

4. Nadfraich et sanctus tilius, 
Optimus Dei famulus, 
Probus, sapiens, peritus, 
Quem coronavit Dominus, 



328 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtiea. 



5. Requiescit post obiturn 
Securus in perpetuum 
Tenebrarum rectoribus 
Uictis atque principibus 



6. Xristo cum suis omnibus 
Ymnum canit caelestibus, 
Zelus in quo fuit mirus 
Dei prae participibus. 



Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. in. Cod. ColL S. Trinitatis Dublinen. 
E 4. 2. — 2, 1 anthleta; vgl. Nr. 244, Anm. zu 1, 3. — 2, 3 subagrinus; 
vgl. agrius und subagrestis bei Forcellini s. v. ; subagrius hier wohl — schlicht, 
landlich. — 3, 1 Eiue Silbe fehlt, es sei denn, dafs die erste Silbe „ie-" 
durch Diarese SWCTsilbig zu lesen ist (vgl. die Note zu ,,Jakobus" in Nr. 234, 
Str. 5, 1 u. Nr. 250, Str. 9, 1). — 3, 3 L vielleicht „erat"; oder erit = wird 
immer sein. ■ — 4, 1 Nadfraich ist Genetiv. — 4, 2 Dei filius (cfr. 4, 1, wo 
schon „filius 1 '). — 4, 3 Probatus; eine Silbe zu viel (1, 1 heifst es schon 
..probatus"). 

Bernard-Atkinson (1. c. II, p. 220) verweisen auf eine Stelle Usshers: 
„Ad Laisreanum pergo, Hibernice Molaisse dictum . . ., quetn antiquissimus 
hymnus . . . Macculasrium nominat." Ob nicht aus Macculasrius die Form 
Molassius (Mola ise) gebiMet wurde und durch Weglassung von „Mac": Lasreanus 
(Lasrianus)? Der hl. Molaise , Griinder des Klosters Devenish , starb nach 
den Annalen von Ulster im Jahre 563. Sein Vater hiefs Nadfraich. Durch 
einen Irrtum ist Aual. Hymn. XIX, p. 222 dieser Hymnus als ein Lobpreis 
auf „8anctus Nadfraieh" mitgeteilt. — Bernard (1. c. II, p. 221) hat mit 
grofser Sorgfalt alle Worte dieses Hymnus zusammengestellt , die sonst im 
irischen ..Liber hymnorum" nicht vorkommen. Da aber Bernard nicht jene 
anderen alt-irischen Hymnen beriicksichtigt, die im Antiphonar von Bangor uud 
anderswo sich vorfinden , lassen sich aus seiner Zusammenstellung keine 
weiteren Schliisse ziehen. 



247. In s. Martini Turonensis Ep. 

H y m n u s s. O e n g i m a c T i p r a i t e. 



1. Martine, te deprecor 

pro me rogare patrem, 
Christum ac spiritpm sanctum, 
babentem Mariam matrem. 



4. Verbum Dei \ocuins, 
secutus in mandatis, 



Virtutibus impletus 
mortuis suscitatis. 



2. Martinus, mirus more, 
ore laudavit Deum, 
Puro corde cantavit 
atque amavit eum. 



5. Sanans homines lepra 
cura duplici mira : 
Ma.gmtudine mala, 
SLegritudine dira. 



o 
O. 



Electus Dei viri; 

signa sibi salutis 
Donavit Deus pacis 

magnae atque virtutis. 



6. Deum, Domiuum nostrum, 
passum pro nobis mire 
Voluntarie propter nos. 
deprecorre, Martine. 



Hymn. ms. Hibemicum saec. 11. in. Cod. Coll. Trinit. Dublinen. E 4. 
1. A. — Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. Cod. Conv. Franciscan. Dublinen. 



II. De Sanctis. — De s. Martino. 



329 



s. n. B. — 1, 2 rogaris AB. — 4, 3 impletis AB. — 4, 4 resuscitatis A. — 
5, 2 duplice AB. — 5, 3 sq. sind wohl Attribute zu lepra, „welche bos ist durch 
ihre Grofse und grausig durch die [Art der) Krankheit' 1 ; oder ist „magui- 
tudine" durch ein anderes urspriinglichcs Wort zu ersetzen ? — 6, 2 pasuni 
B. — Ani Schlusse ist ein 2. Mal das Wort ,,Martine" (= Anfang der 1. Str.) 
wiederholt. — Es folgt nach einem prosaischen Versikel eine n CoUecta post 
hytnnwm", welehe Uberschrift bzw. Bezeichnung in den Quellen freilich fehlt: 

Per merita Martini, sancti 

[episcopi ) atque dignissimi, 
Nos precamur, ut mereamur 

regnum Dei vivi altissimi. 

Die Verse sind jannbische Vierzehnsilber, die in zwei Kurzzeilen oder jamb- 
ische katalektise.he Dimeter zerfallen, ganz wie bei den Nrn. 258 — 260. — Der 
Reim, und zwar ziveisilbiger reiner Iteim (ausgenommen 6, 2: „mire") bindet 
jeden 2. u. 4. Vers (cfr. Nr. 239); aufserdem findet sich, ahnlich wie bei 
„Cantemus in omni die u (Nr. 233) ofters Binnenreim, aber uiehrmals nur 
Assonanz, wie : deprecOr — me rOgare (1, 1 u. 2); mOre — Ore (2, 1 u. 2; 
hier reiner Reim); cantavit — amavit (2, 3 u. 4; wiederum reiner Reim); 
vivi — sibi (3, 1 u. 2); donavit — pacis (3, 3) usw. , wie es im Druck 
hervorgehoben wurde. Vielleicht auch ist Martinlls mirlls; donavit — pacis; 
„mortiiis suscitatis" unter diesen Umstanden kein blofser Zufall. — Die 
Alliteration tritt von selbst in die Augen. — Auch alles iibrige hat alt- 
iriscb.es Geprage; nur ist eigentiimlieh, dafs in 1, 4 und 6, 3 zur Vermeidung 

einer iiberschii.ssigen Silbe bei ia und ie Synizese anzuwenden ist, ebenso 
aus gleichem Grunde Elision in 1 , 3. Das ist sonst bei den Iren nicht 
Brauch (vgl. jedoch die Note zu 15, 1 bei Nr. 251); auch enthalten 2, 4 u. 
3, 4 einen Hiatus ohne Elision. 

Das Vorwort in A u. B lautet: „Oengus mac Tipraite, Priester zu 
Cluain Fota (jetzt Clonfad in Westmeath), dichtete hunc hymnum. In 
Cluain Fota factus est. Causa autem: Adamnan besuchte auf einer Rund- 
reise die Kirchen des Colum Cille in Irland (solche Visitationsreisen werden 
von ihni in den Jahren 692 u. 697 berichtet), und er kam bis nach Visnech 
in Meath. Dort wurde jeder Mann von Rang, gegen den im Lande eine 
Anklage bestand, zu ihm vorgeladen. Diese Vorladung erreichte den Oengus 
am Abende des Martini-Festes , et timuit valde, et fecit hunc hymnum in 
honorem Martiui, damit er ihn frei mache. Am Morgen kam nun Oengus 
zur Versammlung mit seinem Hymnus, den er bereit hatte. Da erschien 
der hl. Martin zur Rechten des Oengus dem Adamnan; und Adamnan erhob 
sich vor ihm et honorificavit eum cum osculo, et omnes mirabantur causam 
honoris. Et dixit Adamnan, ut vidit Martinum secum, es sei mit Riicksicht 
auf die Anwesenheit des hl. Martinus, dafs er ihm (dem Oengus) solche Ehre 
erweise. So wurde deun Oengus freigesprochen ; et ostendit hymnum suum, 
Et laudavit Adamnan h^^mnum et dixit: Ehre soll erwiesen werden jedem, 
der diesen Hymnus betet beim Gang zu einer Versammlung oder zum Gerichts- 
hof ; und Schutz gegen jede Krankheit, ja den Himmel selbst soll einbriugen 
das Beten des Hymnus beim Schlafengehen und Aufstehen. — Rhythmisch 
ist er abgefafst; sechs Strophen (capitula) mit je zwei [Langjzeilen (letztere sind 
hier zu je zwei Kurzzeilen geteilt) enthalt er; auch findet sich in ihm Eben- 
mafs, et non aequalem numerum syllabarum singulae lineae servant." 

Von Oengus wissen wir nichts anderes, als was diese Legende beriehtet, 
aufser dafs er nach den Annalen von Ulster im Jahre 745, nach den 
sogenannten „Four Masters" 741 starb. — Fiir diese Zeit, 8. Jahrh., spricht 
auch die Vollkommenheit des Reimes. 



330 



Pars II. Hvmnodia Hiberno-Celtica. 



24* a. In sancti Michaelis. 

Hrmnus s. Colmani mac Murchon. 



1. In trinitate spes mea 

fixa, non in homine. 
Et archangelum deprecor, 
Michaelem nomine, 

2. Ut sit obvius ac missus 

mihi Deo doctore 
Hora exitus de vita 
ista atque corpore. 

3. Ne me ducat in amarum 

minister inergiae 
Ipse princeps tenebramm 
atque pes superbiae, 

4. Adiutorium succurrat 

Michelis archaugeli 
Ad me hora, qua gaudebunt 
iusti atque angeli. 



6. Adiuvet rae sanctus Michel 

diebus ac noctibus. 
Ut me ponat in bonorura 
sanctorum consortibus. 

7. Sanctus Michel intercedat, 

adiutor probabilis, 
Pro me . sum quia peccator 
actu atque fragilis. 

8. Sanctus Micbel me defendat 

semper suis viribus 
Anima egrediente 

cum sanctorum milibus. 

9. Sanctus Gabriel, sanctus Raphiel 

atque omnes angeli 
Intercedant pro me semper 
simul et archangeli; 



5. Illum rogo, ne demittat 10. Aeterna possint praestare 
mibi truces species regis regni aulia, 

Inimici, sed deducat, Ut possideam cum Christo 

ubi regni requies. paradisi gaudia. 

11. Gloria sit semper Deo 
patri atque filio 
Simul cum spiritu sancto 
in uno consilio. 

Homil. ms. S. Gregorii saec. 8. ex. Cod. Carolsruhan. Augien. CCXXI. 
add. saec. 9. in. A. — Hynm. ms. Hibernicum saec. 11. in. Cod. Coll. S. 
Trinitatis Dublinen. E 4. 1. B. — Hvmn. ms. Hibernicum saec. 11. Cod. 
Conr. Franciscan. Dublinen. s. n. C. — 1 . 1 Unitas in trinitate spes mea 
(eine Verwechslung des Kopisten mit der gleich folgenden Uberarbeitung 
^Unitas in trinitate") A. — 1, 2 in omine B. — 1, 3 Sed A. — 2, 1 ac misus 
B. — 2, 4 nista 1 " uber der Zeile nachgetragen A. — 3, 2 energiae A. — 4. 2 
Michaelis : hier offenbar rfre/silbig zu lesen, weshalb ieh die Schreibung e statt ae 
vorzog, wie sie 6, 1 ; 7, 1 und 8. 1 in B sich tatsachlich vorfindet. — et archan- 
geli B. — 5, 1 dimittat A. — 6, 1 Adiuvat A: Michael AC (ebenso 7, 1 u. 
8, 1), aber in C sind a und e in eins verschlungen : se. — 7, 3 quia sum 
BC. — 7, 4 actu fehlt A. — 9. 1 Gabrihel A: Raphael A. — 10. 1 Aeternae 
A: possunt AC. — 10, 2 regni auria A. — 10, 3 possedeam B. — 11, 3 
cum sancto spiritu A. — In allen drei Quellen schliefst sich eine „Collecta 
post hymnum" (vgl. die Note zum entsprechenden Stucke der vorauso-ehenden 
Nr. 247) an: 



II. De Sanctis. 



— De s. Michaele. 



331 



Adiuvet ( — vat A) nos archangelus 

sanctus Michel dignissimus, 
Quem recipere animas 

mittat Deus altissimus. 

Wahrscheinlich ist das Zutat von einem anderen Dichter. — Die Doxologie hin- 
gegen scheint ursprunglicher Abschlufs des Hymnus zu sein und ist somit 
wegen ihres Alters von Bedeutung. 

Jede 2. u. 4. Kurzzeile ist hier durch drasilbigen Reim gebunden, der 
durchweg rein , auch die Konsonanten umfassend ist. — Auffallend ist der 
Gegensatz zwischen Wort- und Versakzent in dem ersteu Verse „In trinitate 
spes mea" , obgleich dieser Gegensatz auch in anderen Versen und anderen 
altirischen Gedichten vorkommt; hier aber verleitet er dazu, beim Lesen 
zuerst trochuisch zu beginnen. Vgl. die Noten zur Prosodie bei Nr. 249. 

Das Vorwort in B besagt folgendes: „Drei Sdhne cles Murchu von 
Connaught machten dieses Loblied auf Michael. Coltnan, der iilteste von 
ihnen, war ein Bischof, wahrend die beiden anderen gewohnliche Priester 
waren. Causa: Sie waren auf einer Pilgerreise, und ein grofser Sturm be- 
fiel sie auf dem Ictian-See (= Britischer Kanal); so kamen sie zu einem 
gewissen Eiland und empfanden grofsen Hunger; daher verfafsten sie, um 
von dem Hunger erlost zu werden , dieses Loblied. — Oder es geschah, um 
Rodans Eiland (unbekannt) von den Damonen zu befreien. Dort namlich 
weilte friiher ein abgefallener Bischof; und es liegt in Frankreich. Et postea 
ad Hiberniam venerunt. Incertum est autem , in quo tempore factum est." 
(Es folgt noch die gewohnliche, wenig besagende Formel iiber Rhythmus 
und Strophenbau des Gedichtes.) — In C lautet das Vorwort ahnlieh. Von 
Belang ist nur die Bemerkung: „Vielleicht auch war es Colman allein, der 
das Lied machte ; denn er war der alteste von ihnen und aufserdem ein 
Bischof , wahrend die anderen zwei Priester waren ; vel inter se fecerunt." 

Ist wenigstens der Kern der Legende zuverlassig , so ist wahrschein- 
lich Colman mac Murchon, Abt von Maghbile oder Moville, den die „four 
Masters" im Jahre 731 sterben lassen, der Verfasser des Gedichtes. — Dafs 
es irischen Ursprunges sei, erkannte Mone (I, p. 450) schon auf Grund der 
sprachlichen Eigentiimlichkeiten, obgleich er nur die Handschrift A kannte, 
in die der Hymnus in friinkischer Urkundenschrift eingetragen ist. 

* * 
* 

Diesem Hymnus ist das in der irischen Hymnodie einzig dastehende 
Geschick zuteil geworden , eine weitere Verbreitung zu finden und sogar in 
die Liturgie des Auslandes einzudringen. Dabei widerfuhr ihm , dafs eine 
Strophe, welche in Irland als sogenannte „Collecta post hymnum" dem Hymnus 
„Hymnum dicat turba fratrum" (Nr. 214) beigegeben war, als Einleitungs- 
strophe diente, namlich: 

Unitas in trinitate, | te deprecor, Domine, 

Ut me semper trahas totum | tibi votum vovere; 

worauf dann als 2. — 11. Strophe: In trinitate spes mea etc. folgten; vor der 
Doxologie sind dann noch zwei weitere Strophen eingefiigt. So im Hymnar 
von San Severino (Anal. Hymn. XIV, p. 85). Als weitere Quelle ist bei- 
zufiigen: Brev. ms. Vallis Maurianae saec. 12 /i3. Cod. Carlopolitan. 14. — 
Der unreine Reim „Domine — vovere" beweist allein schon, dafs diese erste 
Strophe ein disparates Sttick ist. 

Wieder anders geartet ist folgende Uberarbeitung, die bisher unediert war: 



332 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



248 b. Oratio ad 8. Micliaelem. 



1. Unitas in trinitate, 

te precamur, domine, 
Ut nos semper trahas ad te 
desque vota reddere. 

2. "Via, veritas et vita, 

principalis puritas, 
Parce nobis relaxando 
poenas culpis debitas. 

3. Nostra spes in trinitate 

sit et non in homine 
Angelumque deprecemur, 
Michaelem nomine, 

4. Ut sit obvius ac missus 

nobis Dei munere 
Hora exitus de vita 
ista atque corpore. 

5. Ne nos ducat in amarum 

minister inergiae 
Ipse princeps tenebrarum 
atque pes superbiae, 



7. Hunc rogemus, truculentas 

ut avertat species 
Inimici et nos ducat, 
ubi vera requies. 

8. Adiuvet nos sanctus iste 

diebus ac noctibus 
Et nos ponat in supernis 
electorum sedibus. 

9. Angelus hic intercedat, 

adiutor probabilis, 
Pro nobis, qui sumus pravi 
actu atque fragiles. 

10. Sauctus iste nos defendat 

semper suis viribus, 
Ne nos mundo decedentes 
opprimamur hostibus. 

11. Sanctus Gabriel assistat, 

Raphael et ceteri, 
Ut a malis liberemur 
et a portis inferi. 



6. Adiutorium succurrat 12. Omnium sanctorum nobis 
Michael archangeli exorent suffragia, 

Hac in hora, qua gaudebunt Ut possideamus laeti 

iusti atque angeli. paradisi gaudia. 



13. Gloria sit semper Deo 
patri atque filio 
Aequalis sit pneumatique 
laus et iubilatio. 



Oration. ms. Lunaelacense anni 1460. Cod. Vindobonen. 4089. A. — 
Oration. ms. S. Petri Salisburgensis anni 1470. Cod. Petrin. b. Vll 10. B. 

— Oration. ms. Tegurinum anni 1470. Clm. Monacen. 20020. C. — Oration. 
ms. Tegurinum anni 1476. Clm. Monacen. 20 001. D. — Oration. ms. 
Tegurinum anni 1490. Clm. Monacen. 19824. E. — l, 2 Te deprecamur B. 

— 2,1 Eia veritas BC. — 2, 3 Per te nobis E. — 3, 1 in te factore BC. 

— 3, 3 deprecamur BCD. — 5,2 magister B. — 6, 2 Michaelis angeli A. 

— 6, 2 sqq. tuum, sancte Michael, | Mortis hora, qua pavescunt | peccatores 
Isinael BC. — 6, 3 in fehlt E. — 6, 4 beatorum singuli A. — 7, 1 Tunc 
rogamus BC. — 7 , 1 sq. ut avertat | truculentas E. — 7, 2 ut avertas BC ; 
facies (st. species) B. — 7,3 ducas BC. — 8, 1 Adiuva nos o patrone BC. 

— 8, 3 Ut A; pone BC. — 8, 3 sq. Et coniungat post hanc vitam | beatorum 



II. De Sanctis. — De s. Michaele. 333 

coetibus DE. — 9, 1 Miehael, tu intercede BC. —9,2 amabilis BC. — 
10, 1 O patrone, nos defende BC. — 10, 2 tuis BC. — 10, 4 premamur ab 
DE. — 11, 1 Sancte Gabriel assiste BC. — 13, 1 sit tibi Deo BC. — 
13, 3 Compar tibi pn. BC. — Man sieht, wie B u. C. gleichmafsig abweichen 
namentlich durch Abanderung rn direkte Anrede. 



249. In sancti Michaelis. 



1. Archangelum miruminagnum, 

Michaelem militem, 
Miro fulgore fulgentem 
veneramur principem, 

2. Bene conditum a Deo 

ad supernam gloriam, 
Bene cognoscentem Deum 
suamque creaturam. 

3. Cuius vita, cuius virtus, 

cuius status stabilis, 
Cuius potestas a Deo 
magna, admirabilis. 

4. Deus dedit Micbaelem 

principalem pastorem, 
Deus illum ordinavit 
hominum protectorem. 

5. Electus atque constructus 

Domini prudentia, 
Elevatus ac tormatus 
Dei sapientia. 

6. Fortitudine bellica 

consternatis celebris 
Pro salute triumphali 
humanique generis. 

7. Gloriam Dei contendit 

cum perverso ductore, 
Cum olim altercaretur 
de Moysico corpore, 



9. In exercitu caelorum, 
in virtutum agmine 
Nonne fulget Michel mirus 
pulcherrimo ardore? 

10. Kastro caelorum constructo, 

devicto diabolo, 
Tunc fulgebit Micbel mirus 
cum cohorte credulo. 

11. Lux caelorum ac terrarum, 

praeclarum, mirabile 
Owen atque nomen magnum 
Michaelis celebre. 

12. Magistratibus caelorum 

atque legionibus 
Deus dedit Michaelem 
ducem multis milibus. 

13. Nonne armiger potentis 

belligerque rectoris ? 
NonneMichael magnus manet, 
manus fortis factoris V 

14. 0 archangelum caelestem, 

o terrestrem iudicem, 
0 ornatum, decoratum, 
o probatum militem ! 

15. Principalibus doctrmis 

dwinisque vocibus 
Princeps exercitus Dei, 
insignis adfatibus: 



8. Hanc nimirum, quam pracclaram 1G. Quis maris profunditatis, 
continebit gloriam, quis caeli de extremis, 

Cum conteret antichristum Quis conscius celsitatis 
per miram victoriam. Adonai de supernis? 



334 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



17. Rector atque veri doctor 

protectorque gentium 
Nonne fulget Michel mirus, 
cum sit sol credentium? 

18. Saluberrima doctrina 

claroque monimine 
Liberavit Michel mundum 
magno adiuvamine. 

19. Terribile mundo malum, 

antichristi venenum, 
Extinguetur Michaele, 
mortiferum, morbidum. 



20. Uerum archangelum magnum 

adiuramus maximum, 
Nostram caritatem firmet 
in Deura et proximum. 

21. Xristi aurora fulgebit 

in futuro agmine 
Archangelus magnus mundo 
cum ingenti fulgore. 

22. Ymnos in concentu caeli 

choris incessantibus 
Cantat Michel, mirara laudem 
angelis clamantibus. 



23. Zona ferrea formatus 
ornatusque tegmine 
Regnat nunc atque regnabit 
in regali culmine. 

Homil. ms. S. Gregorii saec. 8. ex. Cod. Carolsruhan. Aug. CCXXI. 
add saec. 9. in. (in frankischer Urkundenschrift). — 2, 4 suumque creatorem 
(gegen den Eeim). — 4, 3 ordinant, aber iiber der Schlufssilbe nacbgetragen : 
„ui". — 6, 1 bella. — 6, 2 consternatus. — 6, 4 homanique. — 7, 2 doctore. 
— 7,3 ollim. — 7,4 ganz die gleicben Reimworte „doctore — corpore" 
finden sich als solcbe im vorhergehenden Michaels-Hymnus (Nr. 248 a, 
Str. 2, 2 u. 4). — 8, 1 nemirum. — 9, 1 exitu, iiber i ist nachgetragen 
„er". — 9, 3 Micbael; ebenso 10, 3; 13, 3; 17, 3; 18, 3; 22, 3; man vgl. 
hiermit die Note zu 4, 2 im Gedichte 248 a. — 9, 4 areiore, dariiber „dore". — 
10, 2 divicto diabulo. — 10, 4 orte korrig. zu „coorte". — 11, 3 Nomen atque 
nomen. — 11, 4 caebre korrig. zu caelebre. — 15, 4 afatibus; adfatus wohl = An- 
rede, Titulatur ; dieselbe folgt in der Str. 16, und zwar als eine Amplifikation 
des bekannten: „Quis ut Deus? u — 16, 1 proditatis. — 16, 4 adhonai. — 
18, 4 magna. — 19, 3 Extingetur Michaelo. — 20, 2 zu „adiuramus" vgl. 
den gleichen Ausdruck in „Cantemus in omni die" (Nr. 233; Str. 12, 1). — 
22, 1 Ymnus. — 22, 2 incesantibus. — 23, 1 Zono feseo", vielleicht: Zonae 
ferreo (scilc. tegmine)? formatus wohl = formosus. — 23, 3 Ragnat korrig. 
zu Regnat. 

Die noch folgenden Verse in anderem Rhythmus sind wohl wieder eine 
bei den Iren beliebte „Collecta post hymnum" : 

Michaelis oramina 
Deprecamur celsissima 
Almique regis regmina 
Postulamus perpetua. 

In der Handschrift heifst es: „0 Michaelis etc " — Hierauf folgt noch: 

„qui regnas in [saeculaj saeculorum. Amen. Benedicat Defus] 
te et Miehael, for (= inquit)Moilrum(= Moilruain, Abt vonTallaght, 
t 792). Amen. 

Die Klammern enthalten die Iuterpretation, welche Dr. Alf. Holder in seiuem 
Katalog der Reichenauer Pergamenthandschriften zu Karlsruhe bietet. Mone 
(I, p. 449) hatte statt dessen konjekturiert: „Ein Lied nach dem Abece 
(= Abecedar), von einem irischen Dichter, wie die Schlufsworte ,for moilrunY 



II. De Sauctis. — De s. Monenna. 



335 



verraten, worunter wahrscheinlich Michael als Patron (for) einer Kirche ver- 
standen ist." — Vielleicht diirfen wir auf Grund der Holderschen Auslegung 
einen Schritt weiter gehen und im Abt Moilruain den Dichter vermuten, 
wenn nur der Reim schon besser ausgebildet ware. 

Der altirische Ursprang ist jedenfalls durch den ganzen Stil und Sprach- 
gebrauch hinlanglich verbiirgt. Im Vers- und Strophenbau steht das Gedicht 
den beiden Hymnen „Cantemus in omni rlie" (Nr. 233) und ,,Iw trinitate spes 
mea" (Nr. 248 a) am naehsten, die beide im 8. Jahrhundert eutstanden sind. 
Hier wie dort sind jede 2. u. 4. Kurzzeile durch den Reim gebunden; aber hier 
erstreckt sich der Reim meistens nur axdswei Schlufssilben, und die Konsonanten 
sind gewohnlich nicht mit einbegriffen. Mehrmals zeigt sich auch ein ahn- 
licher Binnenreim zwischen Schlufs und Anfang zweier sich folgender Verse 
oder wohl auch im Innern einer Kurzzeile ; so 11, 1 u. 2 terrano» — prae- 
clarum ; 14 , 1 u. 2 caelestm — terresf rem ; 14, 3 u. 4 decorflfwwi — pro- 
botum; 15, 1 u. 2 doctmus — divmisque; 23, 1 u. 2 forwfatws — ornatus- 
que; im gleicheu Verse : 5, 3 eleratus ac iormatus ; ebenso 11, 3; 14, 3. — 
tjberschrift: „In nomine Dei summi." 



250. In sauctae Monennae. 

R. Deuru, deorum Dominum, 
Regem et sponsum virginum, 
Sempiternum, infinitum, 
Invocemus praevalidum ; 
Sanctae Moneunae meritum 
Et nos ducat post obitum 
In regni refrigerium, 

Quam tu, Christe perpetua 
Collocasti in gloria. 



1. 



Audite sancta studia 
Virginum Christi milia, 
Sanctae Monennae plurima, 



4. Donavit illi maximam 
Deus virtutum gratiam 



Certam, veram, propheticam 



Sana, summa, salubria. 
Quam perrexit industria 
Donante Christi gratia. 



Futurorum scientiam, 
In omni coetu gloriam, 
De adversis victoriam. 



2. 



Benedicta Patricio 



5. Erat illi mirabile 



Sub virginali pallio 
Consecraverat Domino 
Templum cordis hospitio, 
Christo digna possessio. 



De aqua vinum facere, 
Petram in sal efficere; 
Temptata filiis satanae 
Semper ditata munere 
Visionis angelicae. 



3. 



Corde perfecta, sobria, 
Sponsa Deo dignissima, 
Vestimenta pulcherrima 
Habuit nuptialia, 



6. Fertur MoneDnae vitulus 
Raptus a lupis protinus, 
Egit noctem miserrimus 
Inter lupos, fit pavidus; 
Illa orante citius 



Quibus induta regina 
Regis stetit in dextera. 



Sauus a bestiis redditus. 



330 



Pars II Hymnodia Hiberno-Celtica. 



7. Gloriosum miraculum 
Divulgatum per populum : 
Unum occidit vitulum 
Servis Dei convivium, 
Fecit Monennae meritum 
Vivuni baberi iterum. 

8. Humilis erat animo. 
Excelsa tamen merito, 
Terram arabat sarculo 
Eremitarum studio, 
Virum gerens proposito 
In corpore femineo. 

9. Ieiunii in rigore, 
In caritatis ardore, 
In omni bono labore 
Propter Dominum propere, 
Sic vixit omni tempore 
Crucifixo iam corpore. 

10. Kasta, electa columba, 
Perfecta, matri unita, 
Turtur erat castissima 
Voce sonante cognita, 
Vitis vera, tiorigera, 
Christo Domino condigna. 

11. Lucerna erat lucida 
In templo Dei posita, 
Virga Iesse florida, 
Pulchra, fortis et unica, 
Margarita pulcherrima, 
Ornata, regi placita. 

12. Magnam struxit ecclesiam 
In desertis egregiam, 

Iu qua virtute maxima 
Fecit laude dignissima; 
Defunctam unam filiam 
Suscitavit emortuam. 

13. Narrant item de vasculo 
Mirum dictu argenteo, 
Magno immisso fluvio 
Longo terrarum spatio ; 
Monennae nutu superno 
Transmissum est a Domino. 



14. 0 Christi sanctam virginem, 
Mariae imitatricem ! 

0 verae vitis palmitem, 
Com omni fructu arborem ! 
0 regis sponsam sublimem, 
Deo semper amabilem! 

15. Patriarcharum sinibus 
Cum electis virginibus, 
Apostolorum coetibus 
Solis luce fulgentibus, 
Sublimata honoribus 
Sanctorum his similibus. 

16. Quantum crucem sustinuit, 
Tantum corde congaudebit ; 
Quantum Domino placuit, 
Tantum signa promeruit; 
Quantum Deo oboedivit, 
Tantum praemium accepit. 

17. Regno caelorum fruitur, 
Viro Dei reficitur. 
Coelesti manna alitur, 
In paradiso pascitur, 

In quo a sanctis canitur 
Carmen, quod uunquam finitur. 

18. Stola induta gloriae, 
Spe secura victoriae 
Sponsum sequitur ubique 
In caeli latitudine, 
Electorum in ordine 
Refulget solis splendore. 

19. Transacta nocte media, 
Voce clamante superna, 
Cum lampade praelucida 
Sponso occurrit obvia, 
Prudens, edocta filia, 
Sponsi transit ad gaudia. 

20. Urbem intravit supernam. 
Caelestem Ierosolymam, 
Sortita vestem candidam 

In modum solis splendidam, 
Post perfectam victoriam 
Habet laudem et gloriam. 



II. De Sanctis. 



— De s. Monenna. 



:!:',7 



21. Xristo sedet in dextera 22. Yranuin Deo infinitura 
Una cum sancta Maria, Canentes regi oranium, 

Summa habentes gaudia Laudantes in perpetuum 

Trinitatis in gloria Summum eius imperium 

Milium inter milia Consona voce carminum 

Angelorum sublimia, Electorum sublimium. 

23. Zona Christi durissima 
Praecinxit sancta viscera, 
Qua perfecta deposita 
Vestitur stola byssina 
Inter sanctorum agmina 
Saeculorum in saecula. 

Vita ms. S. Monennae (Burtonien.) saec. 12. Cod. Londinen. Cleop. A II. — E 
ist nur teilweise, namlich Vers 8 u. 9, ein Refrain, der nach jeder Strophe 
wiederholt wird ; man vgl. hierzu den Comgillus-Hymnus (Nr. 244). — 1, 5 
periescit; „pergo u ware hier, falls die Konjektur richtig, in der Grund- 
bedeutung „per-rego (dureh und durch, immer leiten) zu nehmen. — In 
Str. 2 fehlt ein-Vers; ob gerade der zweite Vers, ist unsicher — 4, 1 
maxima. — 5, 3 in salem. — 5,4 filiis , nach irischem Brauche metsilbig 
zu sprechen (vgl. 6, 4 u. 9, 1; viele Beispiele in friiheren Nummern). — 
6, 3 redditur. — 7, 2 Devulgatam. — 7, 5 Quem fecit (vgl. 13, 5). — 9, 1 
Da ii bei den Iren als i zu sprechen ist, mufs die erste Silbe „Ie-" durch 
Diarese in zuoei zerlegt werden , gerade wie in Nr. 246, Str. 3, 1 und in 
Nr. 234, Str. 5, 1. Das gleiche gilt weiter unten (11, 3) fiir Iesse. — 10, 3 
et (statt „erat"). — 11, 6 regis. — 12, 1 construxit. - 13, 1 idem. — 13, 5 
Quod Monennae (vgl. Note zu 7, 5). — 14, 2 Sanctae Mariae. — 14, 4 
De omne fructu laborem (!). — 14, 5 regis sponso. — 15, 1 Patriarchas. — 
15, 5 Sublimatis. — 18, 6 splendide. — 19, 2 clamantes. — 21, 1 1. Christi? 

— 23, 4 Vestita. — 23, 6 Saeculis in. 

„Virgo venerabilis, nomine Darerca, cognomine Monynna, Conalleorum 
finibus orta patre Mocteo", so beginnt die Vita der hl. Modvenna, Abtissin 
von Ard Conays (f517), in den „Acta SS. Hiberniae" von PP. C. de Smedt 
u. Ios. de Backer , col. 165. Aufser diesen drei Namen bzw. Beinamen 
tinden wir: Monenna (so in der Quelle unseres Hymnus), Monyma, Moninia. 

— Wie die Heilige den Iren angehort, so hat auch der Hymnus viele 
Eigentiimlichkeiten in Sprache und Rhythmus und Strophenbau, die mit 
ziemlicher Deutlichkeit auf Irland als Urstatte desselben hinvveisen. Die 
meiste Ahnlichkeit hat er mit dem Comgillus Hymnus (Nr. 244). — Der 
Verfasser jener Vita s. Modwennae, welche sich in unserem Cod. Londinen. 
Cleop. A II findet, als welchen Hardy (Descriptive Catalogue of Materials 
relating to the history of Great Britain and Ireland, London 1862, I, pag. 95) 
den Conchubranus , andere den Galfridus abbas Burtoniensis ansehen 
(beide im 12. Jahrh.), kommt fiir uuseren Hymnus nicht als Auktor in Be- 
tracht. Im fraglichen Kodex ist Verschiedenes , auf Modwenna Beziigliches, 
gesammelt, und der Hymnus steht getrennt vor der Vita. 



In sanctae Monennae. 

2 



251. 

1. Audite, fratres, 

facta sine crimine 
Sanctae Monennae 
salutaris feminae. 

Blume, Thesauri hymnologici Hymnarium. 



Beata mansit, 

sine ulla macula 
Terris apparens; 
post vitae miracula 

22 



338 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



3. Caelestis virgo 

intrans cum melodia 
Obvia sponso 
cum electo oleo. 

4. Digna precamur 

per eius auxilia, 
Ut mereamur 
magna mirabilia. 



12. Mariae matris 

imago mirabilis 
Haec virgo facta, 
alta, ineffabilis. 

13. Neminem laesit, 

pressit cuncta caduca, 
Fulsit xirtute 
iaventute, adulta. 



Electa fuit 

Deo et hominibus, 
Cbristo adbaesit 

annis in nubilibus. 



14. 0 sancta sponsa 

summi legis latoris, 
Complens perfecta 
pr&ecepta salvatoris. 



6. Femina fida 

mira fulget favore. 
Caelum conscendit, 

sed cum magno labore. 



.5. Patria de sua 

ad peregrina pergens, 
Havens in cruce, 
luce de luce ardens. 



Grratia Christi 

quievit gratissiraa. 
Unica, cara 

facta fidelissima. 



16. Quasi advena 

mundi cura caruit, 
Domini digna 
fide fvrma floruit. 



8. Humilitatis 

exemplar exstiterat, 
Hinc exaltata 

caeli prata peterat. 



17. Regina sancta, 

sine labe permanens, 
Pura pueZia 

tamquam stella radiens. 



9. Iuvencularum 

erat norma numeris, 
A Deo data, 

casta atque humilis. 



18. Sanctae Monennae 

laudibus souantibus 
Claugant organa, 
choris exaltantibus. 



10. Kastam custodit 

carnem coram angelis, 
Fulget in alhis 

stolis, claris, candidis. 



19. Templum perfectum 

construxit in pectore, 
Casta in sede 

cum rege et rectore. 



11. Lucerna clara 

nec sita sub modio 
Erat ostensa 

cum acceuso olio. 



20. Uere permanet 

sine ulla macula 
Inter sanctorww 
anglorwJtt miracula. 



II. De Sanctis. — De s. Monenua. 



339 



21. Xristum secuta, 

tuta ab infantia, 
Mundum reliquit 
cum sua substantia. 



23. Zona praecincta 

castitatis candida 
Fulget in aula 

tamquam aura limpida. 



22. Ymnus exsurgens 

Christi cunctis auribus, 
Cuius memoria 

permanet cum laudibus. 



24. Gloria patri 

atque unigenito 
Cunctitonawfe 
exultantis merito. 



Vita ms. S. Monennae saec. 12. Cod. Londineu. Cleop. A II. — 1 , 2 
sine ullo crimine (cfr. 2, 2). — 3, 4 oleo ist gegen den Eeim; 11, 4 steht 
wieder „oleo", wo das se